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Boule & Bill

Den ganz großen francobelgischen Comic-Ruhm, wie Udero/Goscinny, Hergé oder Franquin mit Asterix, Tim und Struppi oder Spirou, hat Jean Roba mit seiner auf dem ersten Blick etwas biederen Geschichten um eine ganz normale Familie und ihren pfiffigen Hund nie geerntet. Doch für mehr als einen Lacher waren seine weit über 1.100 Onepager immer gut. Neben der Freude am Schlussgag herrschte auch immer Bewunderung für den eleganten und detailfreudigen Zeichenstil Robas.

Boule & Bill

Die Serie startete Weihnachten 1959 erstmals als kleine Beilage im belgischen Comicmagazin Spirou. Diese 40-seitige Geschichte in der Boule gegen die Mini-Haifische bzw. ein Modell-U-Boot ankämpfte ist nachzulesen in Band 1 von Salleck Publication. Unter dem für hiesige Verhältnisse deutlich griffigeren Titel Schnieff und Schnuff verzierte Robas Comic oft die Rückseite von Rolf Kaukas Fix und Foxi. Doch bedingt durch die Globalisierung  trägt die Serie jetzt ihren Originaltitel, genau wie Jojo zu Gaston, Pit und Pikkolo  sich in Spirou und Fantasio verwandelten. Robas kleiner Junge ist „in Wirklichkeit“ Boule, während sein Hund jetzt wie im französischen Original Bill hieß.

Boule & Bill

Nachdem bis 1996 bei Ehapa unter dem Titel Bill & Boule insgesamt 17 Alben erschienen, setzte Salleck die Reihe in der Nummerierung der Originalausgabe mit dem 28. Band von 2001 fort. Hierin erleben Boule, die Schildkröte Fräulein Klara und die zugehörige Vorstadt-Familie ihre kleine Alltagsabendteuer chronologisch nach Jahreszeiten geordnet. Ein besonderes Vergnügen sind dabei die ebenfalls enthaltenen lockeren großformatigen Zeichnungen Robas. Insgesamt ein gelungener Neu-Einstand für die Traditionsserie, der eine auch bei uns eine lange Laufzeit zu wünschen ist.

Boule & Bill

Doch damit nicht genug: Bei Salleck erschien mit Das Familienalbum – Boule & Bill eine Art Werkstattband. Hierin sind gar keine Comics enthalten, sondern haufenweise Cartoons, Skizzen und weitere Zeichnungen, die Roba neben der Comicserie im Laufe der Jahre meist für das Magazin Spirou anfertigte. Ergänzt wurden die Bilder durch kurze Texte in denen Roba seine Arbeitsweise schildert. “Ich neige zur Haarspalterei. Zum großen Ärger für meine Verleger arbeite ich kleinste Details sorgfältig aus, die im Druck dann niemand sieht. Ich bin ein Pedant.“

Boule & Bill

Doch damit ist jetzt zumindest für Roba Schluss. Die neusten Abenteuer von Boule & Bill zeichnet ab 2001 (und Seite 1150) Laurent Verron. Dass dies keinen Qualitätsverlust bedeutet, beweist der bei ebenfalls bei Salleck erschienene Band 29 So ein Zirkus. Hier sind Verrons erste Seiten zu sehen und auf Anhieb ist kaum ein Unterschied zu bemerken (vielleicht sind Verrons Figuren etwas weniger “lieblich“). Somit ist auch – nachdem Jean Roba am 14. Juni 2006 starb – der Fortbestand von Boule und Bill gesichert. Bei uns liegt bereits der 34. Band der Serie vor und Salleck druckt auch Robas Klassiker nach.

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Kill Bill

Während einer Trauung wird die gesamte Hochzeitsgesellschaft niedergemetzelt. Nur die schwangere Braut (Uma Thurman) überlebt und erwacht erst vier Jahre später aus dem Koma. Sie lässt sich in Japan ein Schwert anfertigen und schwört Rache am grausamen Bill (David Carradine) und seiner Bande. In Tokio kommt es daher in einem Nachtclub zu einen Showdown mit sehr hohem Blutzoll. Doch dies ist erst der Anfang, denn die Braut hat noch eine Todesliste abzuarbeiten.

Kill Bill

Nach „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und „Jackie Brown“ hat Quentin Tarantino sechs Jahre gebraucht bis er seinen langerwarteten vierten Film endlich fertig stellte. Er hat jedoch so eifrig gedreht, dass aus „Kill Bill“ ein Zweiteiler wurde.

Kill Bill

Wer von „Jackie Brown“ nicht so begeistert wie von „Pulp Fiction“ war, dürfte jetzt zufrieden sein. Tarantino erzählt seine (diesmal allerdings deutlich simplere) Geschichte wieder kunstvoll verschachtelt und immer wieder unterbrochen von unerwartet gewalttätigen Momenten. Diesmal verändert sich allerdings auch noch der komplette Stil des Filmes von Kapitel zu Kapitel. Mal gibt es schwelgerische Musik und eine geteilte Leinwand im Stile der Brian de Palma – Thriller wie „Carrie“. Wenn es gar zu blutig wird, dreht Tarantino wie Hitchcock bei „Psycho“ einfach in schwarzweiß weiter. Außerdem gibt es eine komplett als japanischer Zeichentrickfilm realisierte Rückblende auf die Jugend der von Lucy Liu verkörperten Schurkenfigur.

Kill Bill

Insgesamt versteht sich der Film als Hommage an Italo-Western und Eastern (Teil 1 ist eher den japanischen Samurai-Filmen gewidmet, Teil 2 hat hingegen mehr chinesische Einflüsse). Während es noch während des ersten Teils so aussah, als wenn Tarantino in erster Linie an beeindruckend visualisierten Zuschauer-Verwirrungsaktionen interessiert ist, findet die deutlich weniger blutige Fortsetzung (nach einigen etwas überflüssigen Momenten am Anfang) doch noch zu einem schlüssigen und berührenden Finale.

Kill Bill

Tarantino hat auch den abwechslungsreichen Soundtrack wieder mit geschmackssicher ausgewählten Musikstücken aus dieser Zeit zusammengestellt. Das Resultat ist eine virtuos (aber dabei auch mit einigen splattrigen Härten) in Szene gesetzte Liebeserklärung an das pure Kino.

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