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Tim Burton: Sweeney Todd

Eigentlich mag Tim Burton keine Musicals, doch als er am Broadway Stephen Sondheims Sweeney Todd sah, guckte er sich das Stück gleich noch ein zweites Mal an und begann eine Verfilmung ins Auge zu fassen. Dies verwundert nicht, denn die Geschichte vom mordenden Barbier aus der Fleet Street strahlt die selbe morbide Romantik aus wie Washington Irvings von Burton in beeindruckende Filmbilder umgesetzte Legende von Sleepy Hollow.

Tim Burton: Sweeney Todd

Höchstwahrscheinlich hat es diesen Sweeney Todd nie gegeben, doch einige Zeitungen berichteten im London des 18. Jahrhunderts über den dämonischen Barbier, der 160 Menschen anstatt sie zu rasieren umbrachte und von seiner Komplizin Margery Lovett zu Fleischpasteten verarbeiten ließ. Diese Geschichte wurde schließlich zu einigen Theaterstücken verarbeitet und auf Todds praktischerweise gleich mit einer seine Opfer in den Keller entsorgenden Kippvorrichtung versehenen Friseursessel wurde zum festen Bestandteil der Legende.

Tim Burton: Sweeney Todd

Der Autor Christopher Bond machte aus Sweeney Todd schließlich eine tragische Figur im Stile von Alexandre Dumas´ Der Graf von Monte Christo. Von jetzt an rächt sich der hintergangene Barbier am Richter Turpin, der ihn grundlos 15 Jahre in den Knast steckte, sowie Frau und Kind raubte. Diese Version wiederum verarbeitete Broadway-Veteran Stephen Sondheim, der bereits die Songtexte zur West Side Story schrieb, zu einem hübsch morbiden Musical (das auch in Kevin Smiths Jersey Girl eine gewisse Rolle spielt). Musikalisch orientierte sich Sondheim – thematisch durchaus passend – an den Soundtracks vom Hitchcock Hauskomponisten Bernard Herrmann (Vertigo, Marnie).

Tim Burton: Sweeney Todd

Die Titelrolle in Burtons Filmversion übernahm  2008 – für wohl niemanden wirklich überraschend – Johnny Depp, nachdem ihm ein Kollege seiner ehemaligen Band The Kids attestierte, dass er tatsächlich singen könne. Ebenfalls nicht sonderlich verwunderlich ist, dass Margery Lovett von Burtons damaliger Lebensgefährtin Helena Bonham Carter als Mischung aus der von ihr gesprochenen Corpse Bride-Puppe und Elsa Lanchesters Frankensteins Braut gespielt wird. Johnny Depp ist herrlich unberechenbar als Sweeney Todd (und auch als Sänger), die Nebenrollen werden (bis zu ihrem bitteren Ende) markant von Alan Rickman, Timothy Spall und “Borat“ Sacha Baron Cohen gespielt.

Tim Burton: Sweeney Todd

Insgesamt sieht Sweeney Todd ganz unverkennbar aus wie ein weiteres Tim-Burton-Gesamtkunstwerk, was ja eher gut als schlecht ist. Bei aller immer wieder aufblitzenden Ironie und der kindlichen Freude am Massakrieren ist doch so viel Pathos und Tragik eingearbeitet, dass das Schicksal von Sweeney Todd niemanden kalt lässt.

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Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

2010 drehte Tim Burton („Big Eyes„, „Batman Returns„) mit “Alice im Wunderland” ganz gewiss nicht seinen besten, aber ohne Zweifel seinen erfolgreichsten Film. Die ziemlich freie Bearbeitung von Lewis Carrolls Buch, mit Burtons Stammschauspieler Johnny Depp als besonders verrückten Hutmacher, spielte mehr als eine Milliarde Dollar ein! Da ist es eher verwunderlich, dass es sieben Jahre dauerte, bis eine Fortsetzung in die Kinos kam. Burton fungierte dabei als Produzent und James Bobin, der die letzten beiden Muppets-Filme inszenierte, führte diesmal Regie.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

In der Titelrolle ist wieder die australische Darstellerin Mia Wasikowska („Lawless – Die Gesetzlosen„) zu sehen. Wer sich nicht sonderlich gut an den ersten Film erinnert, wird sich wundern diese anfangs in einer Situation zu erleben, die an eine Fortsetzung von “Fluch der Karibik“ erinnert. Doch am Ende von “Alice im Wunderland” zog es die Heldin in der Tat auf die hohe See. und am Anfang der Fortsetzung kehrt sie von einer maritimen Weltreise zurück. Auf einer viktorianischen Abendgesellschaft trägt Alice provokant ein knallbuntes asiatisches Kleid und verhält sich sehr bewusst nicht gesellschaftskonform.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

Da Alice heftig aneckt, ist sie nicht unfroh als sie wieder ins Wunderland bzw. ins Unterland, wie es bei Burton hieß, zurückkehrt und sich dort den Problemen des Hutmachers widmen kann. Dieser ist noch seltsamer drauf als sonst. Des Rätsels Lösung liegt in der Vergangenheit und daher bricht Alice zu “Zeit“ auf, der über Leben und Tod wacht. Sacha Baron Cohen (“Borat“) verleiht dieser mächtigen Figur trotz des seltsamen Kostüms erstaunlich viel Menschlichkeit, was sich gut ins Konzept einfügt.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

Ja, und dies ist die Überraschung, im Gegensatz zum ersten Film gibt es diesmal tatsächlich ein Konzept und nicht nur Vorwände um prominenten Darstellern lustige Klamotten anzuziehen, oder sie am Computer zu verfremden. Aus Carrolls Fortsetzungsroman “Alice hinter den Spiegeln“ wurden kaum Elemente unternommen, zumal sich Tim Burton dort bereis im ersten Film reichlich bedient hat. Stattdessen bricht Alice zu einer Zeitreise auf. Sie erfährt dabei, warum der Hutmacher verrückt und die Herzkönigin böse geworden ist. Dies ist teilweise erstaunlich ernsthaft, oft sehr spannend und natürlich immer wieder angemessen skurril erzählt.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

Neben dem 113-minütigen Hauptfilm enthält die Blu-ray noch diese Extras: Audiokommentar von Regisseur James Bobin (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), “Hinter den Spiegeln“- Making Of (8:39 min), “Wunderbare Kostüme“ (4:24 min), “Die Figuren im Unterland“ (4:47 min), “Ein Gespräch mit Zeit“ (1:46 min). Vergleich Blue-Screen zu fertiger Version (2:27 min + 1:33 min),  Musikvideo P!NK: “Just Like Fire“ (3:38 min, mit  Making of 3:02 min), zusätzliche Szenen (8:56 min)

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