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Azzarello / Risso: Moonshine

Der US-Autor Brian Azzarello und der Argentinier Eduardo Risso gelten seit ihrer Comic-Serie 100 Bullets und diversen Batman-Comics, wie Kaputte Stadt, als Dreamteam. Doch im Laufe der Zeit entstand immer mehr der Eindruck, dass Azzarellos nicht unclever mit Genre-Versatzstücken jonglierenden Geschichten erst durch Rissos beindruckendes Artwork frisch und originell wirken.

Azzarello / Risso: Moonshine

Auch die Grundidee zu Moonshine ist nicht ohne. Eine Inspirationsquelle könnte das blutrünstige Prohibitions-Drama Lawless – Die Gesetzlosen mit Tom Hardy gewesen sein. Auch Azzarello lässt seine kleinen und sich für groß haltenden Gangster Anno 1920 irgendwo im Hinterland von Virginia aufeinander los. Der von Schwarzbrennern fabrizierte, oft über 80-prozentige, Fusel wird auch Moonshine genannt. Daher lag es recht nahe die Story durch Versatzstücke des Werwolf-Mythos aufzupeppen. Doch vor Azzarello ist bisher noch niemandauf diese Idee gekommen.

Azzarello / Risso: Moonshine

Hauptfigur ist der zur Bande des New Yorker Paten Joe Masseria gehörende Kleinganove Lou Pirlo, der nach Spine Ridge in West Virginia geschickt wird, um einem gewissen Hiram Holt ein Angebot zu machen, dass dieser nicht ablehnen kann. Holt brennt irgendwo in den Appalachen einen sagenhaften Fusel und Masseria möchte diesen exklusiv beziehen…

Azzarello / Risso: Moonshine

Doch Holt ist vom Angebot keineswegs beeindruckt und Pirlo gerät zwischen die Fronten von Regierungsagenten, gewaltbereiten Hinterwäldlern, seiner eigenen Gang und plötzlich auftauchenden Werwölfen. Das bunte Chaos wird immer wieder ausgebremst durch clever gemeinte Dialoge oder nicht unbedingt erforderliche innere Monologe.

Azzarello / Risso: Moonshine

Doch Brian Azzarellos ebenfalls die Geschichte verzögernden Rückblenden geben Eduardo Risso die Möglichkeit – genau wie im von Paul Dini geschriebenen biografischen Comic Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte – in zwei unterschiedlichen Stilen zu arbeiten. Die Haupthandlung setzt er knallhart mit vielen Schwarzflächen und monochromen Farben in Szene, während er bei den Rückblenden mit sanften Konturen und plastischer Kolorierung arbeitet.

Azzarello / Risso: Moonshine
Variant-Cover von Frank Miller

Dank Rissos meisterlichem Artwork sollte sich kein Comic-Freund Moonshine entgehen lassen. Cross Cult veröffentlicht die Serie in Hardcover-Bänden, die jeweils sechs US-Hefte enthalten. Im ersten Band kommen die Variant-Cover von prominenten Zeichnern wie Frank Miller oder Jock leider nur recht klein zum Abdruck.

Azzarello / Risso: Moonshine
Variant-Cover von Gabriel Bá

Doch in Band 2 sind die alternativen Titelbilder von Künstlern wie dem Brazilianer Gabriel Bá (The Umbrella Academy) oder dessen Zwillingsbruder Fábio Moon in voller Größe zu bestaunen.

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Batman: Schwarz-Weiss Collection

Batman ist in den Augen seiner vielen Fans der vielschichtigste Comic-Charakter, der je das Licht der Welt erblickt hat. Und dafür, dass Künstler und Autoren aus aller Welt sich geradezu darum reißen diesem Helden immer wieder neue Aspekte abzugewinnen und Nuancen geben zu können, ist dieses Werk der beste Beweis. Hier geben sich die Besten des Comic-Biz ein Stelldichein und liefern sowohl zeichnerisch wie auch erzählerisch kleine Meisterwerke rund um den Mitternachtsdetektiv ab.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Die Geschichten sind losgelöst von der monatlichen Kontinuität und durchleuchten Batman in allen seinen Facetten. Diese Minimierung auf das Wesentliche ist ein Lesegenuss – ein besonderes Highlight in dem Zyklus ist sicherlich direkt die erste Geschichte Der Werdegang von Warren Ellis und Jim Lee. Hier wird beschrieben, wie akribisch sich Bruce Wayne auf seine Aufgabe vorbereitet hat und wie zielstrebig er seine Bestimmung verfolgt. Keine Mittel sind ihm zu abwegig und zu absurd: So sieht man den jungen Bruce, wie er in einer Leichenhalle mit einem Revolver steht und die Wunden im menschlichen Fleisch untersucht, die er selbst mit verschiedenen Schusswaffen verursacht hat. Dieses Wissen muss er haben, in seinem immerwährenden Kampf für die Gerechtigkeit.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Diese Darbietungen in Schwarzweiß lassen eben viel Platz für unkonventionelle aber gute Ideen, sowohl vom Inhalt, als auch beim manchmal experimentellen Zeichenstil – und das ist zweifelsohne eine Bereicherung, sowohl für die Comic-Schaffenden, als auch für die Leser. Wieder einmal können wir erleben, was man mit Batman so alles machen kann. Dieser Charakter ist vielseitig verwendbar. Die Kost reicht von einfach bis gehaltvoll, aber nie dünn oder gar schlecht. Hier wird Batman von allen Seiten beleuchtet und man kann ihm sogar neue Nuancen abgewinnen. Was nicht ganz einfach ist, da der dunkle Ritter immerhin schon über 80 Jahre alt ist. Aber in diesen 104(!) Geschichten erleben wir Batman von seinen besten und spannendsten Seiten.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Hier kommt jeder auf seine Kosten: Wer realistische Zeichnungen mag, dem wird Der Ruf – illustriert von Claudio Castellini – gefallen, jene Geschichte von Mark Schultz über die bedingungslose Freundschaft zwischen dem Mitternachtsdetektiven und dem Mann aus Stahl. Wem es eher schräg gefällt, für den wird Fette Stadt von Mick McMahon was sein: Die fetteste Frau von Gotham City muss die Stadt retten, wo Batman allein nichts ausrichten kann.

Batman: Schwarz-Weiss CollectionWem es eher schräg gefällt, für den wird Bruce Wayne ist Batman! von Cyrus Voris (Story) und Chris Bachalo (Pencil, Inks) was sein: Eine namenlose Insassin beschwört die Geister, um zu erfahren, wer in Wirklichkeit Batman ist. Und als dann tatsächlich einer erscheint (mal wieder) und das Geheimnis lüftet, so interessiert das keinen. Schließlich hatte der Geist schon alle möglichen Kandidaten genannt: Bill Clinton, Mick Jagger und sogar George Clooney. Batman – verkleidet als putzender Matches Malone, weiß, dass sein Geheimnis nie wirklich in Gefahr ist.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Eine sehr liebevolle und überraschende Geschichte ist zweifelsohne Der Wahn des Alfred Pennyworth. Hier taucht Jason Todd auf! Zwar nur als Geist, aber dennoch greift er in die Handlung ein und hilft Batman bei seiner Jagd nach Verbrechern. Ab und zu trifft er sich sogar mit Alfred zum Teetrinken. Und wer wissen möchte, wie Poison Ivy ihren Farn wässert, wenn sie ganz alleine in ihrer Zelle im Arkham Asylum so einsitzt, der erfährt es in der Geschichte Die Wette von keinem geringeren als Paul Dini.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Und dass selbst Batman doch Sinn für Humor hat, das lernen wir in Falschgeld von Harlan Ellison. Schweizer stehen sehr auf Melodram – eine Schwäche, die Batman gekonnt ausnutzt, um vom  Eidgenossen Kaes Poppinger das zu bekommen , was er möchte. Böse Buben haben jede Menge Originalpapier zum Erstellen von US-Banknoten geklaut und brauchen jetzt nur noch diese perfekt zu bedrucken und schon haben sie jede Menge echtes Geld. Dazu brauchen sie die Fähigkeiten eines Graveurs – und Poppinger ist der beste in seinem Metier. Eigens hierfür wird er eingeflogen, aber durch einen Tipp von Interpol schon am Flughafen abgefangen und in Gewahrsam genommen. Und damit das Versteck der Fälscher auch noch ausgehoben werden kann und diese keinen Verdacht schöpfen, wenn Poppinger am vereinbarten Treffpunkt nicht erscheint, muss sich Batman dieses Falles auf Drängen der Bundesschatzbehörde annehmen.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Er spielt dabei alle seine detektivischen und psychologischen Trümpfe aus, die er zu bieten hat und erweist sogar am Ende noch eine gehörige Portion Humor! Die Dialoge vom Altmeister Ellison sind pointiert und geschliffen, die Illustration von Gene Ha gekonnt und sein Seitenlayout trickreich und mitunter so filigran, wie die Striche auf Geldscheinen – echten oder falschen. Wieso der Batman-Lehrer Max Dodge immer einen Ausweg als Entfesselungskünstler kannte, der erfährt es in der Geschichte Kein Ausweg von keinem geringeren als Paul Kupperberg.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Aber auch komische Episoden kann man mit diesen Kurzgeschichten erzählen – einen Batman mit einer gebrochenen Nase, der in seinem Badezimmer im Spiegel sein Gesicht betrachtet, und später dem Verursacher – einem ziemlichen Stümper von größenwahnsinnigem Verbrecher – Gleiches mit Gleichem vergilt, wird man in den monatlichen Heften wohl vergeblich suchen. Das zwar mit Recht, aber in dieser Erzählform einfach gut. Die Dialoge zwischen Alfred, der ihn wieder mal verarztet, und Batman sind geschliffen und scharf. Alfred vergleicht die Situation Batmans mit der ersten gebrochenen Nase mit dem Verlust der Unschuld und dem ersten Beischlaf – treffend und witzig in dieser Situation.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Die Themen sind so vielseitig, wie eben das Leben selbst: Angst und Mut, Zweifel und Entschlusskraft, Qual und Befreiung. Zum Glück haben ebenfalls die diversen Cover Einzug in dieses Werk gefunden: Unter anderem von Marc Silvestri, Frank Miller, Moebius und Vieles mehr.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Aufgrund des großen Erfolgs legte DC ab 2005 auch eine Figuren-Serie von Schwarzweiß-Statuen (in Resin) auf. Die erste Figur ist von Eduardo Risso. Auch hier war der Erfolg so groß, dass die Serie bis heute läuft.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

In Kürze erscheint die 100. Figur von Todd McFarlane. Die Figur ist an sein berühmtes Cover von Batman #423 (September 1988) angelehnt. Die Figur ist eine Neuauflage seiner vorherigen Figur (mit leicht anderer Tönung). Mittlerweile sind viele Figuren – wegen der großen Nachfrage – in einer 2nd Edition erschienen. Hier im Band sind (leider nur) zwölf Figuren abgebildet.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Das überaus lesenswerte Vorwort von Mark Chiarello gibt einen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieser 912-seitigen Anthologien und erzählt von den Anfangsschwierigkeiten und Bedenken bei DC. Zu lesen ist auch von der Geschichte eines Comic-Genies, die „urkomisch aber bösartig war“ und deshalb nie gedruckt wurde.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Chiarello meint die Geschichte von keinem Geringeren als Moebius, die 1998 in Penthouse Comix #3 leicht verändert und unter dem Namen Ratman erschien, allerdings in Farbe!

Norbert Elbers

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Frank Miller: Superman: Das erste Jahr

Im Windschatten des von Frank Miller gezeichneten und getexteten Meilensteins Batman: The Dark Knight Returns entstand der ebenfalls sehr einflussreiche Comic Batman: Year One. Als Miller 30 Jahre später die zweite Fortsetzung von Dark Knight gemeinsam mit Brian Azzarello und Andy Kubert schuf, fiel diese sehr viel weniger finster als erwartet aus.

Frank Miller: Superman: Das erste Jahr

Zeitgleich entstand zusammen mit Azzarello der nicht ganz so epische Comic Batman: The Last Crusade. Am Zeichenbrett saß diesmal der zuvor eher für Marvel tätige John Romita Jr. Da dieser bereits die Superman-Miniserie The Men of Tomorrow getextet hatte, lag die Idee nahe, Miller und Romita auf einen Comic über die ersten Jahre des Stählernen loszulassen.

Frank Miller: Superman: Das erste Jahr

Da dies ein Comic von Frank Miller ist, der zudem noch in DCs neuen an erwachsenere Leser gerichteten Black Label erscheint, ist Superman diesmal kein strahlender Held ohne Selbstzweifel. Von dem Kino-Finsterling, zu dem Zack Snyder die DC-Ikone in Man of Steel machte, ist Millers Version allerdings auch weit entfernt.

Frank Miller: Superman: Das erste Jahr

Wenn bedacht wird, dass dies nicht DCs “normaler“ Superman ist, sondern jener, der in The Dark Knight Returns, ohne groß darüber nachzudenken, Batman im Auftrag der Regierung brachial bekämpft, dann erscheint es fast schon logisch, dass sich in Superman: Year One der junge Clark Kent, bevor er Reporter wird, erst einmal freiwillig zur Navy meldet.

Frank Miller: Superman: Das erste Jahr

Diese und weitere kreative Entscheidungen, die Miller innerhalb der Geschichte trifft, muten etwas seltsam an. Doch die Schulzeit des jungen Clark Kents, der versucht den schwachen Mitschülern beizustehen, ohne die Klassenrüpel durch seine Superkräfte ernsthaft zu verletzten, sowie die Schilderung von dessen zarter Liebesgeschichte mit Lana Lang, lassen diesen Comic durchaus in einer Liga mit den Meisterwerken Superman for all Seasons und All Star Superman spielen. Für den zweiten Teil der Mini-Saga gilt dies jedoch nur bedingt.

Frank Miller: Superman: Das erste Jahr

Panini veröffentlich Superman: Das erste Jahr, wie zuvor bereits die Black-Label-Comics Batman: Damned und Harleen als Dreiteiler im Überformat (25 x 32 cm), was angesichts des wie immer großartigen Artworks von Romita Jr. sehr erfreulich ist!

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Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Im Jahr 1986 setzten Frank Miller und Klaus Janson mit The Dark Knight Returns einen Meilenstein in der grafischen Erzählweise von Superhelden-Comics und machten sich damit zu Weltstars. Fünfzehn Jahre (2001/2002) später lieferte Miller im Alleingang die erste Fortsetzung, die aber seine Leserschaft spaltete: DK2; gleichermaßen geliebt wie gehasst. Nun kommt DKIII und dieses Mal hat er künstlerische Unterstützung von Brian Azzarello (Autor) und Andy Kubert (Zeichner) und noch einmal Klaus Janson (Inker) erhalten.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Die Story spielt drei Jahre nach DK2: Lex Luthor ist tot und Batman wurde seitdem nicht mehr gesehen. Doch nun wurde er wieder gesichtet, wie er ein Polizeiauto angreift. Das Ganze wurde von einem Jugendlichen gefilmt und ins Netzt gestellt. Ein junger Schwarzer wird von der Polizei verfolgt; kurz bevor ihn die Polizisten rücklings niederschießen, greift Batman ein. Viel von der Stimmung, die DKR ausmachte, wird hier übernommen: Aktuelle politische Themen, die Allgegenwart von Nachrichten, neue Medien und virale Videos.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Wonder Woman hat einen epischen Auftritt bei den Amazonen; in einem Tragekorb einen Säugling auf ihrem Rücken: Jonathan. Nachdem sie einen gigantischen Minotaurus erschlagen hat, gibt sie ihrem Sohn die Brust. Ihre (und Supermans) Tochter Lara hat die Amazonen verlassen und ist derweil auf der Suche nach ihrem Vater in der Festung der Einsamkeit. Dort findet sie ihn auch – eingefroren in Eis.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Commissioner Ellen Yindel gelingt es inzwischen, Batman eine Falle zu stellen und ihn zu demaskieren. Aber unter der Maske ist Carrie Kelly – Robin aus DKR, bzw. Catgirl aus DK2,  die sagt, dass Bruce Wayne tot sei. Mit der Flaschenstadt Kandor unter dem Arm verlässt Lara die Festung und fragt Ray Palmer/Atom, ob er die Bewohner wieder auf die alte Größe bringen könnte.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Was wohl als Freundschaftsdienst gedacht war, entpuppt sich als fürchterlicher Irrtum: Die aus der Flasche befreiten Kandorianer erweisen sich als eine Gruppe von religiösen Fanatikern. Alle Kandorianer, die nicht ihrem geistigen Führer Quar folgen, werden ermordet und den Rest von Kandor verdampft Quar mit seinem neu gewonnenen Hitzeblick. Er will die Menschheit unterdrücken: Bei seinen Fähigkeiten wohl ein leichtes Spiel. Wenn da nicht Batman wäre. Der echte, der einzig wahre Batman: Bruce Wayne. Es gilt also, eine Legion von Supermännern zu besiegen. Unterstützung findet er bei Flash/Barry Allen, Green Lantern/Hal Jordan und Aquaman. Seine größe Hilfe aber ist Carrie.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Der heranwachsende Teenager Lara sucht indessen ihren Platz in der Welt. Sie fühlt sich zu den Kandorianern hingezogen, sieht sich aber auch als Amazone. Sie ist verführt von der Stärke ihres Heimatplaneten Krypton, doch als Quar ihren kleinen Bruder Jonathan bedroht, bezieht sie klar Stellung.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Andy Kubert zaubert in allerbestem Millerismus-Stil eigene Bilder aufs Papier. Keine Kopien, sondern grandiose Kompositionen, die Millers Design aufnehmen und interpretieren. Janson gibt den Zeichnungen Schärfe und Tiefe. Der Kolorist Brad Anderson taucht alles in eine grandiose Ästhetik. Alle beteiligten Kreativen beweisen, dass sie echte Meister in ihrem jeweiligen Metier sind und zweifelsohne die richtige Wahl für die Fortsetzung: Ausnahmekünstler Eduardo Risso.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Die Story ist spannend und liefert neue Facetten für alte Charaktere. Batman ist – wie immer – kompromisslos und allen anderen in der Planung voraus.

Norbert Elbers

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Der Band enthält: The Dark Knight III: The Master Race  #1 – #9, November 2015 bis Juni 2017; Text: Brian Azzarello, Frank Miller; Zeichnungen: Andy Kubert, Frank Miller, Eduardo Risso (nur Minicomic #2); Tusche: Klaus Janson, Eduardo Risso (nur Minicomic #2); Kolorierung: Brad Anderson; aus dem Amerikanischen von Bernd Kronsbein; Prestige; Softcover: € 34,00; lim Hardcover: € 39,00; 380 Seiten; farbig; Panini/DC Comics; Cover von Andy Kubert und Frank Miller (HC und SC)

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Batman: Superschwer

Seit nunmehr 1939 ist Bruce Wayne Batman und Batman ist Bruce Wayne. Mit einigen Unterbrechungen: Für einige Zeit war Dick Grayson als Caped Crusader unterwegs und nach Knightfall 1993/1994 war Jean-Paul Valley Batman. Und in der Zukunft ist Terry McGinnis Batman von Bruce Waynes Gnaden.

Batman: Superschwer

Nach dem scheinbaren Tod von Batman und Joker in US-Batman #40 ist die Stelle des Batman vakant. Nun haben die Autoren als Nachfolger jemanden erkoren, von dem man es als letztes erwartet hätte: Jim Gordon. Hört sich komisch an, es funktioniert aber erstaunlich gut.

Batman: Superschwer

Die Großindustrielle Geri Powers von Powers Industries ist der Meinung, dass Gotham City einen Batman braucht. Ihre Firma hat einen High-Tech-Anzug entwickelt und sie möchte, dass James Gordon in ihm den Platz von Batman einnimmt. Parallelen zu Marvels Iron Man sind sicherlich gewollt. Ebenso hat Powers verschiedene Kampfrüstungen entwickelt. Hier wird ziemlich offensichtlich das Konzept von Tony Starks Anzügen kopiert.

Batman: Superschwer

Obwohl in dem Anzug jetzt jemand anderes steckt und jeder in der Stadt weiß, wer es ist, wird sehr viel über das Wesen von Batman gesprochen und diskutiert. Ein neuer und sehr mächtiger Gegner sorgt in Gotham City für Tod und Zerstörung: Mr. Bloom.

Batman: Superschwer

Gleichzeitig taucht unter nicht geklärten Umständen auch Bruce Wayne wieder auf. Er leidet unter Gedächtnisschwund und kann sich an seine Zeit als Batman nicht erinnern. Alfred klärt ihn zwar über vieles auf, den Tod seiner Eltern, aber lässt aus, dass er durch dieses Trauma zu Batman wurde. Gleichzeitig findet Bruce an seiner neuen Rolle Gefallen und spielt sogar mit dem Gedanken, Julia Madinson zu heiraten. Obwohl er weiß, dass ihr Vater Mallroy dem Kleinkriminellen Joe Chill die 45er verkaufte, mit der dieser Martha und Thomas Wayne erschoss.

Batman: Superschwer

Auch wenn man den Gedanken befremdlich findet mag, dass ausgerechnet der ehemalige Commissioner nun in die Rolle von Batman schlüpft und dem Leser auch klar sein dürfte, dass dies wieder nur ein kurzes Intermezzo sein wird, bis Bruce als Batman wiederkommt, so ist die vorliegende Story durchaus sehr spannend und überzeugend: Man kann dabei sein, wenn zur Batman-Historie ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Norbert Elbers

Batman Paperback #8: Superschwer, enthält: Divergence FCBD (2015), Juni 2015; Batman vol.2 #41 bis , August 2015; Batman Annual #4, Text: Scott Snyder, Brian Azzarello, James Tynion IV; Zeichnungen: Greg Capullo, Mark Simpson [als Jock]; Tusche: Danny Miki, Roge Antonio, Mark Simpson [als Jock]; Farben: FCO Plascencia, Lee Loughridge; aus dem Amerikanischen von Steve Kups und Ralpg Kruhm; Prestige; Softcover: € 17,99; Hardcover: € 29,00; 220 Seiten; farbig; Februar 2017; Panini/DC Comics

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Batman/Superman: Anbetung

In dem vorliegenden Sonderband sind zwei in sich geschlossene Story (von Altmeister Paul Levitz) und gleich 11(!) Ein- bis Zwei-Seiter aus dem amerikanischen Jubiläumsheft Superman/Batman #75. Es ist eine alte Tradition, dass besondere Nummern auch immer einen besonderen Inhalt haben. Dieses Mal haben verschiedene Autoren (Steven T. Seagle, Billy Tucci, Adam Hughes, Jeffrey T. Krul,  J.T.‘, Jill Thompson, Michael Green, Mike Johnson, Duncan Rouleau, Brian Azzarello, David Finch, Peter J. Tomasi) und namhafte Künstler (Teddy H. Kristiansen, Billy Tucci, Adam Hughes, Francis Manapul, Jill Thompson, Rafael Albuquerque, Shane Davis, Sandra Hope, Duncan Rouleau, Lee Bermejo, David Finch, Scott Williams, Gene Ha) ihre Beiträge geliefert. Die Inhalte sind spannend, unerwartet und unterschiedlicher, wie sie es anders kaum sein könnten.

Batman/Superman Sonderband 6: Anbetung

Wir erleben ein Wiedersehen mit der Mini-Liga (aus Batman/Superman Sonderband #1: Überväter). Damals schien es so, dass der kleine Superman starb – aber das Konzept der “Lil‘ Leaguers“ kam zu gut an, als dass man hier so grausam hätte bleiben können. Wir blicken mit David Finch in die (mögliche) Zukunft von Damian Wayne als Batman, wie wir sie in US-BATMAN #666 kennen gelernt haben. Wir lösen die Frage, welcher Hund – Supermans Krypto oder Batmans Ace – wohl der bessere beste Freund ist und vieles andere mehr: Geschichten von Menschlichkeit und voller Poesie!

Batman/Superman: Anbetung

Die beiden Hauptgeschichten sind von Routinier und Altmeister Levitz („75 Jahre DC Comics: The Art of Modern Mythmaking„). Die erste Geschichte spielt kurz nach IDENTITY CRISIS – die Ereignisse dort werden auch kurz angesprochen: Sie sind der Grund dafür, dass Lois Lane mit einem Signalgeber ausgerüstet ist, mit dem sie u.a. auch Batman erreicht.

Batman/Superman: Anbetung

Und das ist auch von Nöten, wird sie doch von einer Gruppe wahnsinniger Fanatiker entführt. Sie wollen sie verbrennen, weil sie einen Menschen – Clark Kent – geheiratet hat und nicht Superman! So muss Batman ihr zur Hilfe eilen – während der Stählerne tief im Weltall unterwegs ist. Er zerstört einen Kometen – und einige der Trümmer landen auf einem Planeten. Leider zertrümmern diese beim Aufprall einige Gebäude, worüber die Bewohner gar nicht erfreut sind.

All dies beobachtet von der Erde aus kein geringerer als Superman-Erzbösewicht Lex Luthor mit seinem Quanten Spoinage-Satelliten. Er ist hocherfreut und möchte die ablehnende Haltung der Bewohner gegenüber Superman weiter fördern, unterstützen und für seine eigenen Ziele missbrauchen. Er nennt den Planeten Lexor und sein Plan ist es, Superman dort als böse Bedrohung zu etablieren und sich selbst als Retter und Gott.

Er schickt den Bewohner – mittels Wurmloch-Technologie – Raketen mit Hilfsmitteln und technischen Geräten um deren Entwicklung zu beschleunigen und in seinem Sinne zu beeinflussen. Er betrachtet die Evolution dort als riesiges soziologisches Experiment zu seinen Gunsten. Es stellt sich ebenso heraus, dass der fanatische Kult, der Superman vergöttert und Lois töten möchte, von Lex unterstützt wird um Erkenntnisse zu sammeln, wie man Menschen derart beeinflussen kann, dass sie bestimmte Dinge tun.

In der zweiten Geschichte gibt es ein Wiedersehen mit der Legion der Superhelden – jenem Team, mit dem sich Levitz bestens auskennt. Hat er doch seit 1981 maßgeblich zu dem Erfolg dieses Superhelden-Teams beigetragen – auch ist er der augenblickliche Schreiber der neuen Abenteuer der Legion, die im Mai 2010 neu starteten.

Norbert Elbers


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Batman: Schwarz und Weiss 3

Nun liegt der dritte Band innerhalb der Serie Batman: Schwarz und Weiss bei Panini vor.  Wieder mal könnte sich ein Unbedarfter fragen, wo kommen all diese Storys her? Lohnt sich ein Kauf? Sind das nicht die Geschichten, die damals schon bei Carlsen veröffentlicht wurden? Die Erklärung ist folgende: Bei Carlsen erschien im Mai 1997 als Band 30 der Album-Serie Batman eine komplette Veröffentlichung der US-Mini-Serie Batman: Black & White #1 bis #4 aus dem Jahre 1996. Mit so illustren Künstlern wie Bruce Timm, Ted McKeever, Joe Kubert, Richard Corben, Barry Windsor-Smith, Klaus Janson, Matt Wagner, Bill Sienkiewicz, Teddy Kristiansen u.v.a.m.

Batman: Schwarz und Weiss 3

Bei Panini kommen jetzt die Batman: Black & White-Back-Ups zum Abdruck, die in der damals in den USA im März 2000 innerhalb der neu gestarteten Serie Gotham Knights begannen. Diese sind jeweils Eight-Pager und in jedem Panini-Band werden immer zwölf Geschichten gesammelt. Jetzt im dritten Band kommen also die Geschichten aus den US-Nummern #26 bis #37 zum Abdruck. Aus drucktechnischen Gründen wurde #21 ausgelassen.

Batman: Schwarz und Weiss 3

Diesmal ist die Bandbreite der vertretenen Künstler und Autoren nicht ganz so hochkarätig, wie in den beiden vorangegangenen Bänden, aber immer noch sehr spannend und überraschend. Die wohl überraschendste Geschichte ist zweifelsohne Der Wahn des Alfred Pennyworth (Autor: Danielle Dwyer, Künstler: Scott Morse). Hier taucht Jason Todd auf! Zwar nur als Geist, aber er greift dennoch in die Handlung ein und hilft Batman bei seiner Jagd nach Verbrechern. Und ab und zu trifft er sich sogar mit Alfred zum Teetrinken. Wenn das nicht ein Omen ist?

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Auch die anderen elf Geschichten sind wieder einmal ein Beweis dafür, dass mit Batman so ziemlich alles möglich ist. Die Stile reichen von animated bis realistisch. Wieder einmal können wir erleben, was man mit Batman so alles machen kann. Dieser Charakter ist so vielseitig verwendbar und die zwölf Kurzgeschichten aus den Federn von alten und bekannten Autoren, wie z.B.: Dwayne McDuffie, Paul Kupperberg, Darwyn Cooke, Brian Azzarello oder Mike Mignola (leider nur als Autor) untermauern voll und ganz diese Behauptung. Diese s/w Back-Ups liefen in USA bis zum Heft #49, ab der Nummer #50 wurden sie eingestellt. Es bleibt also zu hoffen, dass in einem vierten Band noch die Nummern #38 bis #49 gedruckt werden. Lohnen würde es sich auf jeden Fall!

Norbert Elbers

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Brian Azzarello & Eduardo Risso: Batman – Kaputte Stadt

Größer konnte damals der Bruch nicht sein: Nach dem Ende der vielbeachteten Storyline “Hush“ (sie endete mit US-Batman-Heft #619) von Jeph Loeb und Jim Lee übernahmen Brian Azzarello und Eduardo Risso die monatliche Heftserie. War Hush noch ganz geprägt von bunten Farben und einer grandiosen Detektivgeschichte, so bietet das Team Azzarello/Risso zwar auch eine Detektivgeschichte, aber in einer Stadt, die die dunkelste vorstellbare zu sein scheint. Menschliche Abgründe und einen Batman, der sich stark von seinen bisherigen künstlerischen Interpretationen unterscheidet.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: Batman – Kaputte Stadt

Azzarellos bitterböse Sicht auf alles: Mensch, Stadt, Gefühle, Schicksal – das Leben schlechthin! “Broken City“ wird von Panini nun schon zum dritten Mal publiziert – nicht ohne Grund! Sind die beiden alten Veröffentlichungen doch längst vergriffen.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: Batman – Kaputte Stadt

Das mit vielen Preisen überschüttete „100 Bullets„-Team Azzarello/Risso schildert uns in dieser Noir-Story einen Mordfall, der scheinbar aussieht wie ein gewöhnlicher Routine-Fall: Elisabeth Lupo wurde auf grausame Art und Weise ermordet und vieles deutet auf den (kannibalischen) Killer Croc hin. Aber der scheint es nicht gewesen zu sein – vielmehr deutet mehr auf Angel Lupo (Elisabeths Bruder) hin, einen Kleinganoven. Dieser hat eine ebenso äußerst attraktive wie undurchsichtige Freundin: Margo Farr.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: Batman – Kaputte Stadt

Nun passiert ein Doppelmord, der starke Parallelen zu dem Mord an Bruce Waynes Eltern aufweist: Ein kleiner Junge wird Vollwaise! Ein Grund für Batman mehr, sich mächtig ins Zeug zu legen und den wahren Mörder zu jagen! Dieser sinnlose Mord lässt Batman ein wenig zu sehr Eifer an den Tag legen, sodass er Gefahren und Zusammenhänge droht zu übersehen.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: Batman – Kaputte Stadt

Azzarello versteht es bestens, auch andere klassische Batman-Gegner wie den Penguin und den Ventriloquist einzubauen und ihnen wichtige Schlüsselrollen zukommen zu lassen. Nebenbei integriert Azzarello noch zwei neue japanische Super-Schurken-Mutanten (Fat Man und Little Boy – wieder bitterböse: Dies sind die Decknamen der über Nagasaki und Hiroshima abgeworfenen Atombomben).

Brian Azzarello & Eduardo Risso: Batman – Kaputte Stadt

Zu guter Letzt kommt dem Joker – der die ganze Zeit im Arkham Asylum einsitzt – noch eine wichtige Funktion bei der Auflösung der vielen Rätsel zu, die selbst Batman tief erschüttert.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: Batman – Kaputte Stadt

Risso setzt diese dunkle Geschichte perfekt um – große Schattenflächen huschen die Häuserwände entlang, seine Perspektive erzeugt schwarze Tiefe und hoffnungslose Verlassenheit.

Norbert Elbers


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Batman: Joker

Aus nicht näher erläuterten Gründen wird der Joker aus der Irrenanstalt Arkham Asylum entlassen. Ein gewisser Jonny Frost erhält aus Unterwelt-Kreisen den Auftrag den irren Superschurken abzuholen.

Batman: Joker

Doch allzu froh ist der Joker über seine neu gewonnene Freiheit nicht, denn allerlei kriminelles Gesinde hat Gotham neu unter sich aufgeteilt. Frost muss miterleben wie der unberechenbare Killerclown auf blutige Art und Weise eine neue Unordnung nach seinen Vorstellungen schafft…

Batman: Joker

Wohl stärker noch als Jack Nicholson in Tim Burtons ersten Batman-Film hat Heath Ledger der Figur des Jokers einen eigenen Stempel aufgedrückt und ihn wirklich furchterregend dargestellt. Daher hat auch in dieser Geschichte der mörderische Clown die aus dem Film The Dark Knight bekannten nur notdürftig rot überschminkten nach oben hin aufgeschnittenen Mundwinkel. Ob es hingegen sonderlich geschmackvoll ist ihn zudem auch noch als tablettensüchtig darzustellen, erscheint angesichts des durch einen unheilvollen Pillen-Cocktails verstorbenen Heath Ledgers etwas fraglich.

Batman: Joker

Recht gut zündet hingegen die Idee des Autors Brian Azzarello (100 Bullets, Batman: Noël, Dark Knight III) die unberechenbaren Aktivitäten des Jokers aus der oftmals fassungslosen Froschperspektive seines Assistenten Jonny Frost zu schildern. Als wenn dieser interessante Ansatz nicht schon alleine tragen würde, platziert Azzarello noch allerlei Gastauftritte von Co-Schurken wie Two-Face, den Pinguin, Killer Croc oder den Riddler während sich Batman seltsamerweise erstaunlich rar macht. Die Zeichnungen sind bei Lee Bermejo (Before Watchmen) in den besten Händen und die zwischen flächig und plastisch wechselnde Farbgebung von Patricia Mulvihill ist fast so unberechenbar wie der Joker.

Batman: Joker

Insgesamt gelang hier eine gute wenn auch nicht überragende Batman-Story, die manchen Fan des Kinoerfolgs The Dark Knight zum Comiclesen bringen könnte. Panini hat mittlerweile auch eine überformatige Deluxe Edition von Batman: Joker herausgebracht, die noch allerlei schönes Bonusmaterial enthält.


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Brian Azzarello & Richard Corben: Banner

Während der Startexter Garth Ennis den etwas abgetakelten Geheimdienst-Chef Nick Fury mehr als erfolgreich wiederbelebte, holte er sich beim grünen Koloss Hulk eine blutige Nase. Sein vom Hitman-Zeichner John McCrea gezeichneter Comic liegt auch bei uns komplett als Hulk kämpft vor und bietet wenig mehr als ein Kriegsgeschichte, bei der ein Haufen hilfloser US-Soldaten in der Wüste von Nevada mit dem Hulk konfrontiert wird. Doch zur Ehrenrettung von Ennis muss gesagt werden, dass auch Stan Lee und Jack Kirby 1962 zunächst nicht allzu viel mit dem anfangs noch grauen Hulk anfangen konnten und die Serie nach nur sechs Heften erst einmal einstellt wurde.

Brian Azzarello & Richard Corben: Banner

Da ist es schon ziemlich überraschend, dass es ausgerechnet Richard Corben gelingt mit Marvels Wüterich einen interessanten Comic zu gestalten. Corbens größter Erfolg Den stammt noch aus den siebziger Jahren und dürfte auch aus dem Heavy Metal-Film bekannt sein. 100 Bullets Texter Brian Azzarello schildert in Banner den wütenden Hulk als amoklaufendes Monster im Stile von Godzilla. Richard Corben setzte Azzarellos Zerstörungsorgien dann in Bilder voller roher Gewalt um. Hier ist die Wucht direkt spürbar, die immer dann zum Ausbruch kommt, wenn der freundliche Wissenschaftler Dr. Bruce Banner zum unkontrollierbaren Hulk wird.

Brian Azzarello & Richard Corben: Banner

Sogar die Computercolorierung kann überzeugen, denn es gelingt dem Studio F. so gut die plastische Farbgebung Corbens am Rechner zu erzeugen, dass Banner wirklich keinen Grund zum wütend werden ist.


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