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Unter den Brücken

Nachdem er bereits in Große Freiheit Nr. 7 die nationalsozialistische und kriegsbedingte Realität völlig ignorierte, gelang Helmut Käutner dies auch mit Unter den Brücken.

Unter den Brücken

Angesiedelt auf den (vor Bombenangriffen halbwegs sicheren) Binnengewässern rund um Berlin, erzählte er die simple aber nie banale Geschichte von zwei Binnenschippern. Hendrik und Willy sind gleichberechtigte Besitzer des Schleppkahns Liese-Lotte. Nachdem sie sich in dieselbe Frau verliebt haben, fürchten sie um das Fortbestehen ihrer Freund- und Partnerschaft.

Unter den Brücken

Wer mag, kann das Entsetzten des von Carl Raddatz gespielten Binnenschiffers, als dieser gefragt wird, ob er bei der Marine sei, als Kritik am Zeitgeschehen deuten. Doch insgesamt ist Unter den Brücken ganz großes Kleine-Leute-Kino, wie es in Deutschland so selbstverständlich und unverkitscht erzählt leider viel zu selten zu sehen ist.

Unter den Brücken

Diese DVD präsentiert den Film in sehr gut restaurierter Bildqualität. Der Ton hingegen ist manchmal schwer verständlich und lädt gelegentlich gar dazu ein zu den (leider nur) englischen Untertiteln zu greifen. Das Bonusmaterial geht relativ wenig auf den Film ein, sondern besteht hauptsächlich aus einer durchaus interessanten einstündige Doku über das Frühwerk von Hildegard Knef. Diese hat am Anfang des Filmes einen Kurzauftritt, der zugleich ihr Spielfilmdebüt darstellte.

Unter den Brücken

Extras der DVD: Dokumentation „Knef – Die frühen Jahre“ (59:16 min); Bio- und Filmografien zu Carl Raddatz, Gustav Knuth, Hannelore Schroth, Hildegard Knef und Helmut Käutner; Texttafeln mit Produktionsdaten; Bildergalerie (4:55 min)

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Des Teufels General

Ernst Udet war ein erfolgreicher Jagdflieger des Ersten Weltkriegs und ließ sich von den Nationalsozialisten für die Luftwaffe anwerben. Er war für die technische Ausrüstung zuständig und nahm sich 1941 das Leben, nachdem er für das Scheitern der Luftangriffe auf England verantwortlich gemacht werden sollte. Udet bekam ein Staatsbegräbnis und es wurde behauptet, er wäre bei der Erprobung einer neuen Waffe den Heldentod gestorben.

Des Teufels General

Als der Schriftsteller Carl Zuckmayer, der vor den Nazis in die USA flüchtete, vom Tode seines Freundes Udet erfuhr, inspirierte ihn dies zu einem Theaterstück. Des Teufels General erlebte nach dem Krieg mit Gustav Knuth in der Hauptrolle seine Premiere 1946 in Zürich. Es wurde zu einem der am häufigsten gespielten Stücke der Nachkriegszeit. In der Titelrolle waren Carl Raddatz, Hans-Joachim Kulenkampff, aber auch Corinna Harfouch zu sehen.

Des Teufels General

Hans Albers hätte gerne im Kino Des Teufels General gespielt, doch Regisseur Helmut Käutner, der vier Filme nach Vorlagen von Carl Zuckmayer drehte,  besetzte 1955 den damals noch eher unbekannten Curd Jürgens als General Harras. Dieser machte seine Sache sehr gut und er überzeugte als begeisterter Flieger, der nichts vom Nationalsozialismus, aber viel von Soldatentugenden hält. Nicht minder gut besetzt war Harras`Gegenspieler SS-Gruppenführer Schmidt-Lausitz, den Viktor de Kowa als raffiniert taktierenden Karrieristen verkörperte.

Des Teufels General

Das Resultat wurde zu einem großen Erfolg und einem Klassiker des westdeutschen Kinos. Wer möchte, kann das Soldaten als verführbare Menschen zeigende Werk als “Rehabilitationsfilm“ (Lexikon des internationalen Films) interpretieren. Des Teufels General ist ganz sicher kein konsequenter Anti-Kriegsfilm wie Bernhard Wickis Die Brücke, doch möglicherweise der beste Filme über das Innenleben des deutschen Militärs während des Zweiten Weltkrieg.

Des Teufels General

Die Blu-ray von Filmjuwelen enthält den häufig in gekürzter Fassung gezeigten Film in voller 120-minütiger Länge sowie den Trailer (3:26 min). Ein 16-seitiges Booklet enthält interessante Texte von Dominik Starck.

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