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Spiel mir das Lied vom Tod

Drei Cowboys in langen Staubmänteln warten an einer Bahnstation. In langen Einstellungen wird diese Maxi-Version einer ähnlichen Szene aus High Noon genüsslich ausgekostet. Musik gibt es keine (obwohl Ennio Morricone etwas hierzu Passendes komponiert hatte). Als der Zug dann schließlich einfährt, ertönt eine unverwechselbare Mundharmonikamelodie und ein unübertroffen cooler Charles Bronson ist zu sehen. Er ist keinesfalls der Meinung, dass hier ein Pferd zu wenig, sondern vielmehr zwei Pferde zu viel sind…

Spiel mir das Lied vom Tod

Diese unvergessliche Sequenz eröffnet Sergio Leones besten Western. Die staubigen Cowboys sollten eigentlich von Clint Eastwood, Lee Van Cleef und Eli Wallach gespielt werden, den „Helden“ aus Leones zuvor gedrehten Dollar-Western. Doch der Film hat auch ohne diesen leider nicht zustande gekommenen Gastauftritt einen ungewöhnlichen Besetzungs-Coup zu bieten. Den Schurken spielt die ansonsten fast immer als Held auftretende Henry Fonda. Auch Claudia Cardinale und Jason Robards waren nur selten so gut wie in diesem Film.

Spiel mir das Lied vom Tod

Leone musste dazu gezwungen werden Spiel mir das Lied vom Tod (diesen Titel und das zugehörige Filmzitat gibt es nur in der deutschen Fassung) zu drehen. Eigentlich war er die Western leid und wollte endlich mit Es war einmal in Amerika beginnen, der später dann gemeinsam mit Todesmelodie und Spiel mir das Lied vom Tod eine Art Trilogie bildete. Doch US-amerikanische Finanziers bestanden auf einem weiteren Western, den sie dann später radikal zusammenkürzten. Im Rest der Welt trat der Film in voller Länge einen unvergleichlichen Siegeszug an und entfaltet, bei allem Respekt vor dieser hervorragenden Blu-ray-Edition, seine volle Wirkung erst in der Dunkelheit des Kinos.

Spiel mir das Lied vom Tod

Die DVD enthält dieses Bonusmaterial: Audiokommentar mit Beiträgen von den Regisseuren John Carpenter, John Milius & Alex Cox, den Filmhistorikern Sir Christopher Frayling & Dr. Sheldon Hall sowie Besetzung & Crew, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Sehr informative 60-minütige Dokumentation unnötigerweise verteilt auf drei Filme namens “Oper der Gewalt“, “Der Lohn der Stunde“ und “Die Verbindung mit dem Tod“; Schwarzweiße Fotogalerie (5:16 min); Location-Galerie (4:28 min); Eisenbahndokumentation (6:21 min); US-Kinotrailer (2:52 min, 1 : 2,35, anamorph, Stereo 2.0); Bio-und Filmographie zu Charles Bronson, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Jason Robards und Gabriele Ferzetti

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House of Wax

1933 erzählte der aus Ungarn stammende Regisseur Michael Curtiz (“Casablanca“, „Chicago“) in “Mystery of the Wax Museum“ (“Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“) vom begnadeten Bildhauer Ivan Igor (Lionel Atwill), der bei einem Brand seine künstlerischen Fähigkeiten verliert und künftig mit Leichen modelliert.

House of Wax

Der lange verschollene Film war auch bemerkenswert, weil es sich um einen der ersten farbigen Spielfilme handelte. Es kam allerdings nur ein rot-blaues Zwei-Farben-Technicolor-Verfahren zum Einsatz.

House of Wax

Die 20 Jahre später entstandene Neuverfilmung “House of Wax“ (“Das Kabinett des Professor Bondi“) mit Vincent Price (und Charles Bronson) hatte ebenfalls einen Gimmick zu bieten: Der Film wurde in 3D gedreht. Regie führte der ebenfalls aus Ungarn stammende André De Toth. Dieser ist der denkbar ungünstigste Regisseur für einen 3D-Film, da er nur mit einem Auge (und somit nicht plastisch) sehen konnte.

House of Wax
Mittlerweile liegt “House of Wax“ als 3D-Blu-ray vor und es kann sich davon überzeugt werden, dass De Toth einen guten Job gemacht hat. “House of Wax“ ist gemeinsam mit Jack Arnolds “Der Schrecken vom Amazonas“ und Alfred Hitchcocks „Bei Anruf Mord“, die beide ebenfalls als 3D-Blu-rays vorliegen, einer der ganz großen Klassiker des frühen plastischen Kinos.

House of Wax

Die dritte Verfilmung des Stoffs entstand 2005 und wurde nicht in 3D gedreht, hat aber als zusätzlichen Anreiz einen Auftritt der Society-Trulla Paris Hilton. Der Slogan “See Paris Die“ wurde erfolgreich auf T-Shirts vermarktet. Fairerweise muss gesagt werden, dass, ganz im Gegensatz zu den sterbenden Gaststars von Wes Cravens “Scream“-Filmen, Frau Hilton sogar (gar nicht einmal so schlecht) eine tragende Rolle spielt und es eine ganze Weile dauert, bis ihre Sterbeszene dann reichlich genüsslich zelebriert wird.

House of Wax

Doch der Film hat auch ansonsten eine ganze Menge zu bieten, z. B. Elisha Cuthbert aus “24“ als zupackende Heldin, eine komplette Stadt mit Wachsbevölkerung sowie ein “House of Wax“, das seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich komplett aus Wachs gebaut wurde (was sich im Finale recht gut macht). Produziert hat nach den meist etwas plüschigen Horrorshockern “The House on Haunted Hill“, “Thirteen Ghosts“, “Ghost Ship“ und “Gothica“ einmal mehr die Firma “Dark Castle“ von Joel Silver und Robert Zemeckis, der erstmals ein wirklich spannender Film gelang.

House of Wax

Die Blu-ray zu “House of Wax“ von 1953 enthält den Film in 2D und 3D, wahlweise mit einem Audiokommentar von David Del Valle und Constantine Nasr, ohne deutsche Untertitel. Hinzu kommt noch ein sehr interessantes Making Of (48:23 min), in dem u. a. Marty Scorsese und Joe Dante zu Wort kommen. Außerdem gibt es neben dem US-Trailer (2:16 min) noch Aufnahmen von einer „Round-the-Clock“-Premiere des Filmes von 1953. zu der “Dracula“ Bela Lugosi mit einem Gorilla kam (2:15 min). Ebenfalls enthalten ist der frühe Technicolor-Film “Mystery of the Wax Museum“ von 1933 in Originalfassung (74 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln.

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