Schlagwort-Archive: Christian Bale

Feinde – Hostiles

Der Western ist noch lange nicht tot! Dies beweist der Regisseur Scott Cooper, der sich zuvor– trotz Starbesetzung mit Johnny Depp, Benedict Cumberbatch und Kevin Bacon – eher erfolglos an einem Gangster-Film versuchte. Vielleicht konnte Black Mass auch deshalb nicht so überzeugen, weil sich die Geschichte an tatsächlichen Ereignissen – dem Leben des Bostoner Verbrechers “Whitey“ Bulger – orientierte.

Feinde – Hostiles

Feinde – Hostiles hingegen hat weniger die Realität, sondern eher Der mit dem Wolf tanzt zum Vorbild, denn auch hier entwickelt ein Soldat der US-Kavallerie nach und nach Verständnis für die Situation der US-amerikanischen Ureinwohner. Im Sommer 1892 soll U.S.-Army-Captain Joe Blocker (Christian Bale) den lange Jahre inhaftierten todkranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk (Wes Studi) zu seiner letzten Ruhestätte ins Land seiner Vorfahren eskortieren. Unterwegs nimmt sich der kleine Trupp der nach einem brutalen Überfall schwer verstörten Rosalee Quaid (Rosamund Pike) an und bekommt es anschließend mit kriegerischen Komantschen aber auch mit rücksichtslosen weißen Siedlern zu tun.

Feinde – Hostiles

Scott Coopers Film ist vielleicht noch besser gespielt als geschrieben. Feinde – Hostiles profitiert sehr stark von seiner bis in die kleinsten Rollen hervorragenden Besetzung. Ein Kabinettstückchen liefert gleich am Anfang der wie immer großartige Stephen Lang (Avatar), dem es als Colonel Biggs großes Vergnügen bereitet, den nicht gerade als Indianer-Freund bekannten Captain Blocker auf eine Mission zu schicken, die ihm völlig gegen den Strich geht.

Feinde – Hostiles

Christian Bale spielt die Wandlung von Captain Blocker sehr glaubhaft. Wenn das Drehbuch seiner Figur ein gutes Verhältnis zum ihm unterstellten schwarzen Soldaten Woodson (Jonathan Majors) andichtet, so könnte dies wie der Versuch wirken, einen angesagten Hollywood-Star nicht als totalen Rassisten, sondern “nur“ als Indianer-Hasser erscheinen zu lassen. Doch Bale und Majors, aber auch das restliche Ensemble, agieren so glaubhaft, dass “Klischee-Verdacht“ gar nicht erst aufkommt.

Feinde – Hostiles

Die DVD von Universum Film enthält neben dem 129-minütigen Kinofilm noch Interviews mit Christian Bale (5:24 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Rosamund Pike (3:09 min), Wes Studi (1:57 min) und Regisseur Scott Cooper (2;32 min), sowie den deutschen Kinotrailer (2:21 min)

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The Dark Knight Rises

Christopher Nolans zweiter Batman-Film hatte zwar den Titel The Dark Knight, war jedoch in erster Linie ein Joker-Film. Dies lag sicher in erster Linie daran, dass der Darsteller von Batmans populärsten Widersacher kurz nach Drehende verstorben war, was dazu führte, dass aus Pietät aber auch Kalkül fast alles, was mit Heath Ledger gefilmt wurde, im dadurch überlangen Film Verwendung fand. Das brachte den Film, in dem es auch noch um Batmans zweitbeliebtsten Gegenspieler Two-Face (Aron Eckart) ging, etwas aus dem Gleichgewicht und drängte Batman an den Rand des Geschehens. Doch die Rechnung ging auf und The Dark Knight spielte mit über einer Milliarde Dollar fast dreimal so viel ein, wie sein Vorgänger Batman Begins.

The Dark Knight Rises

Mit The Dark Knight Rises schickt sich Nolan nun an, seine Batman-Trilogie zu vollenden. Er greift zwar Motive aus den beiden vorherigen Filmen auf, doch das Resultat ist weniger der Abschluss eines zusammenhängenden Epos, wie etwa Star Wars, sondern ein in sich stimmiger Film. The Dark Knight Rises ist sogar noch einige Minuten länger als sein Vorgänger, am Anfang im Spannungsaufbau etwas langsam, mündet dann aber in ein wuchtiges actionreiches Finale und schließt mit einem überraschenden Ende, das durchaus Raum für einen interessanten Neubeginn einer weiteren Batman-Filmreihe bietet.

The Dark Knight Rises

Obwohl es sehr lange dauert, bis Christian Bale ins Batman-Kostüm schlüpft, steht der Fledermausmann und noch stärker Bruce Wayne, der Mann hinter der Maske, im Zentrum des Filmes. Tom Hardy ist als Bane – die Comicfigur wird recht frei interpretiert – ein angemessen bedrohlicher Schurke (wenn er und Batman sich mit ihren hochgezüchteten Macho-Stimmen anschreien, gehört dies zu den ganz wenigen lächerlichen Momenten in The Dark Knight Rises). Auch die mit großem körperlichen Einsatz als Catwoman auftretende Anne Hathaway bringt den Film nicht aus dem Gleichgewicht. Stärker noch als an der Faszination des Bösen zeigt sich Nolan diesmal an ganz normalen Menschen interessiert, die – ähnlich wie die 911-Feuerwehrmänner – versuchen zu retten was gerade noch zu retten ist. So steht der junge Polizist John Blake (Joseph Gordon-Levitt) fast so stark im Zentrum des Geschehens als sein wieder vom brillant-zurückhaltend agierenden Gary Oldman verkörperter Vorgesetzter Jim Gordon.

The Dark Knight Rises
Was diesen Film so besonders macht, ist der hohe Grad an “Realismus“. Nolan setzt auf Zelluloid und verzichtet auf 3D-Mätzchen. Er drehte die meisten Action-Szenen “in echt“, es ist zu sehen, dass die Darsteller selten gedoubelt wurden und die Kulissen wirklich in voller Größe gebaut und nicht digital ergänzt wurden. Daher ist es ihm zu verzeihen, dass er die Pracht seiner Inszenierung auch diesmal wieder etwas zu lange herzeigen möchte.

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The Dark Knight

Der Titel The Dark Knight bezieht sich zwar auf Batman (und die bahnbrechende Erfolgscomicserie von Frank Miller), doch im Mittelpunkt des Films steht ganz sicher nicht Batman (und Frank Millers The Dark Knight Returns diente nicht als Inspirationsquelle). Den Film überstrahlt ohne Zweifel Heath Ledger, der den Joker so verstörend und erschreckend spielt, dass dagegen Jack Nicholsons Darstellung in Tim Burtons Batman eher an Caesar Romeros Kaspereien aus der albernen Batman-TV-Serie mit Adam West erinnern.

The Dark Knight

Zwar bekommt Ledgers Leistung einen leicht morbiden Beigeschmack, durch dessen seltsamen viel zu frühen Tod, und der Regisseur Christopher Nolan (der gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan das Drehbuch schrieb und auch das Batmobil höchstpersönlich zusammenschraubte) packte den überlangen Film so voll, dass manche Komponenten (aber nicht Ledger!) sich zu neutralisieren drohen.

The Dark Knight

So ist Ledgers Joker längst nicht der einzige Schurke des Filmes, sehr ausführlich wird auch noch erzählt wie sich Aaron Eckhart als Staatsanwalt Harvey Dent in den janusköpfigen Two-Face verwandelt, Cillian Murphy hat einen überflüssigen Gastauftritt als Psycho-Vogelscheuche Scarecrow und die Idee mit den Batman-Nachahmern, die dem echten Fledermausmann das Leben schwer machen, spielt zumindest am Anfang des – wie gesagt überlangen – Filmes noch eine gewisse Rolle.

The Dark Knight

Ein schlechter Film ist The Dark Knight nun gewiss nicht (und ein erfolgloser ganz sicher auch nicht). Doch die Nolans packen das Ding so voll mit Nebenhandlungen, endlosen Verfolgungsjagden und ach so interessanten mühsam in den Film gequetschten Einfällen, dass zumindest ich mir gegen Ende des Filmes das Ende des Filmes sehnlichst herbeiwünschte. Doch all dies schmälert in keinster Weise Heath Ledgers beeindruckende Performance. Noch nie war ein Blockbuster-Schurke so spürbar bedrohlich.

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Batman Begins

Der junge Bruce Wayne (Christian Bale) wird nicht mit der Ermordung seiner Eltern fertig. Er verlässt seine Heimatstadt Gotham City und absolviert in aller Welt eine Ausbildung zum Kleinkriminellen. In Tibet macht er schließlich Bekanntschaft mit dem gebildeten Kampfausbilder Henri Ducard (Liam Neeson), der für den mysteriösen Ra’s al Ghul (Ken Watanabe aus Last Samurai) arbeitet. Nachdem Bruce dort Körper und Geist schult, soll er im Auftrag von Ghuls Schattenliga Gotham City zerstören. Bruce flieht und versucht seine Heimatstadt zu retten.

Batman Begins

Nach seiner Rückkehr nimmt Bruce den Kampf gegen Verbrecher wie den Gangsterboss Falcone (Tom Wilkinson aus Ganz oder gar nicht) oder den wahnsinnigen Jonathan Crane alias Scarecrow (Cillian Murphy aus 28 Days Later) auf. Doch auch die neue Firmenleitung von Wayne Enterprises unter der Führung von Richard Earle (Rutger Hauer) macht ihm erheblich zu schaffen. Verbündete findet Bruce alias Batman in seinem treuen Butler Alfred (Michael Caine), dem Polizisten Jim Gordon (Gary Oldman), dem innerhalb des Wayne Imperiums aufs Abstellgleis geschobenen Waffenspezialisten Lucius Fox (Morgan Freeman) und der jungen Staatsanwältin Rachel Dawes (Katie Holmes), die er noch aus seinen Kindertagen kennt.

Batman Begins

Die Version von Christopher Nolan (Memento, Insomnia) hat einen sehr viel realistischeren Ansatz als die vorherigen Filme Batman, Batmans Rückkehr, Batman Forever und Batman & Robin. Erstmals im Kino wird die Hauptfigur tatsächlich ernst genommen. Nur noch die mit schwarzer Schminke umrandeten Augen unter der harten Ledermaske erinnern etwas an die vorherigen Filme. Der Tod von Bruce Waynes Eltern ist meisterlich und wirklich ergreifend in Szene gesetzt. In der kleinen Rolle von Thomas Wayne ist Linus Roache (Die Vergessenen) zu sehen. Dieser spielt einen sehr verständnisvollen Vater und er verlässt gemeinsam mit seiner Frau eine Opernaufführung nachdem sein Sohn Angst vor einigen Darstellern in fledermausartigen Kostümen bekommt. Dadurch landet die Familie Wayne in einem düsteren Hinterhof wo der Mörder schon lauert. Klar, dass Bruce sich jetzt schuldig für das Ableben seiner Eltern fühlt. Auch eine Szene in der Tom Wilkinson mit roher Gewalt als Gangsterboss Falcone dem jungen Bruce Wayne klar macht, wer der wahre Machthaber von Gotham ist, wirkt ungewöhnlich realistisch und sogar leicht verstörend. Die Lehr- und Wanderjahre machen einige Anleihen bei der Highlander-Saga sind aber zügig in Szene gesetzt und insgesamt durchaus eine Bereicherung des Mythos.

Batman Begins
Richtig interessant wird es nachdem Bruce in seine Heimatstadt zurückkehrt. In Lucius Fox findet er so etwas wie sein Gegenstück zum Q aus der James Bond – Saga und als er eine Probefahrt mit einem sehr beweglichen Hochgeschwindigkeitspanzer absolviert hat, bleibt ihm nur die Frage: “Gibt´s den auch in schwarz?“ Michael Caine hat als Butler und Gewissen von Bruce Wayne einen deutlich größeren Part als dieser Figur in den vorherigen Filmen eingeräumt wurde. Dies gilt in einem noch größeren Maße für Gary Oldman. Dieser ansonsten eher zum Overacting neigende Schauspieler verschmilzt mit der Rolle des schlichten und ehrlichen Polizisten Jim Gordons und seine Darstellung ist sehr nahe an der Comicvorlage. Eine gute Ergänzung ist die von Katie Holmes verkörperte Staatsanwältin Rachel Dawes die Batman moralisch und Bruce Wayne menschlich hinterfragt und fordert.

Batman Begins
Wahrscheinlich hätte Batman Begins ohne Superschurken genauso gut (wenn nicht noch besser) funktioniert. Fast schon etwas überflüssig inmitten der an mehr Realismus orientierten Handlung wirken in dem leicht überlangen Film die eher kurzen Auftritte von Scarecrow und Ra’s al Ghul. Das Drehbuch zu Batman Begins schrieb David Goyer, der durch seinen Autorentätigkeit für die Serie JSA Comicerfahrung mitbrachte. Goyer schrieb auch das Drehbuch zu The Crow – City of Angels und war der Autor aller drei Blade-Filme und Regisseur von Blade Trinity. Zur Wahl der Superschurken meint Goyer: “Wenn man sich die Verbrecherkartei ansieht, waren Scarecrow und Ra’s al Ghul jene, die noch nicht benutzt wurden. Es erschien als die perfekte Gelegenheit, diese beiden Charaktere einzubringen.“ Goyer hat auch schon Ideen bezüglich der Zukunft der Batman-Filmreihe: “Nachdem wir die Ursprungsgeschichte, beendet haben, können wir dem Publikum die Schurken, die schon in den früheren Filmen zu sehen waren, nochmals präsentieren, allerdings dann auf eine neue Art.“ Das lässt hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, siehe The Dark Knight und The Dark Knight Rises.

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Terminator: Die Erlösung

Seltsamerweise steht gar nicht der mit Dark Knight Christian Bale zwar hochkarätig besetzte aber von diesem recht blass verkörperte Freiheitskämpfer John Connor im Zentrum des Filmes, sondern ein gewisser Marcus Wright. Diesen spielt der Australier Sam Worthington, der danach (zufälligerweise?) auch in der Hauptrolle von James Camerons Avatar zu sehen sein wird.

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© Sony Pictures Home Entertainment

Marcus Wright wurde 2003 zum Tode verurteilt, doch von Dr. Serena Kogan (Helena Bonham Carter) dazu überredet seinen Körper nach der Hinrichtung für wissenschaftliche Experimente zur Verfügung zu stellen. Im Jahre 2018 schließlich taucht Marcus urplötzlich wieder auf, nachdem John Connor und seine Männer im Kampf gegen die übermächtigen Maschinen eine Skynet-Basis angegriffen haben und ihn dabei zufällig befreiten. Marcus trifft zunächst auf Kyle Reese (Pavel Chekov Anton Yelchin) jenen Mann, der später John Connors Vater werden soll, aber (Achtung, Science Fiction!) zur Zeit noch sehr viel jünger als dieser ist, und danach auf die schlagkräftige Freiheitskämpferin Blair Williams. Diese wird mit viel Elan von der attraktiven Moon Bloodgood (Pathfinder) verkörpert. Die sich vorsichtig anbahnende Lovestory zwischen ihr und dem geheimnisvollen Marcus ist so ziemlich der einzige positive Aspekt im wirren Ganzen.

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© Sony Pictures Home Entertainment

Die Zutaten stimmen bei Terminator: Die Erlösung eigentlich fast alle: Optisch und austattungstechnisch wird der erwartete Overkill geboten, es wird der Spruch “I´ll be back“ gedroschen und auch die Besetzung ist nicht ohne (naja, Bryce Dallas Howard wird ziemlich verheizt und Michael Ironside ist als verknöcherter Militär langsam kaum noch zu ertragen, aber immerhin gibt es sogar einen Gastauftritt von … . ach lasst Euch überraschen), doch so richtig munden will die ganze Chose trotzdem nicht. Zum Teil dürfte es daran liegen, dass – ähnlich wie bei der nachgeschobenen zweiten Star Wars-Trilogie oder den beiden Matrix-Fortsetzungen – kein Mensch wirklich darauf gewartet hat, dass ihm die hier gebotene Geschichte erzählt wird. Doch die von der Grundidee ebenfalls eher unoriginelle TV-Serie Terminator – The Sarah Connor Chronicles hat bewiesen, dass in James Camerons düsterer Zukunftsvision auch nach drei Kinofilmen noch reichlich Erzählpotential steckt.

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© Sony Pictures Home Entertainment

Hauptproblem bei Terminator: Die Erlösung dürfte der Regisseur McG sein, der sich durch seine quietschbunt-albernen Drei Engel für Charlie-Filme nicht gerade als Spezialist für mitreißend in Szene gesetzte Actionfilme qualifizierte. Ohne Gespür für Timing reiht McG Höhepunkt an Höhepunkt und recht schnell verliert der Zuschauer das Interesse. Das Ende des Films ist dann eigentlich nur ein Anfang und es wäre Die Erlösung, wenn die wohl unvermeidlichen Fortsetzungen (Bale hat bereits für zwei weitere Filme unterschrieben) etwas inspirierter ausfallen würden.

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