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Im Juli

Zum Glück haben Filmproduzenten manchmal einen besseren Geschmack als das Publikum. Kurz und schmerzlos, das Erstlingswerk von Fatih Akin (Der goldene Handschuh, Aus dem Nichts) erreichte 1998 nur 62.000 Kinobesucher. Der Film erzählt vor dem Hintergrund von Hamburgs Multikulti-Stadtteil Altona eine oft recht drastische Geschichte über die problematische Freundschaft zwischen einem Türken, einen Griechen und einem Serben. Gute Kritiken gab es jedoch zuhauf und daher durfte Akin weiterfilmen.

Im Juli

Nun war eigentlich ein weiterer harter Krimi zu erwarten. Doch Akin erzählt diesmal eine sommerliche Liebesgeschichte, die sich zu einem Roadmovie quer durch das östliche Europa entwickelt. Der schüchterne und unbeholfene Referendar Daniel (Moritz Bleibtreu) verliebt sich in die schöne Melek (Idil Üner) und reist ihr von Hamburg bis nach Istanbul hinterher. Dabei wird er durch seltsame Verwicklungen von der Schmuckverkäuferin Juli (Christiane Paul) begleitet, die unsterblich in ihn verschossen ist. Durch zahllose Abenteuer mit Grenzern, Drogen und gestohlenen Autos kommen sich Daniel und Juli immer näher, das Reiseziel bleibt aber Istanbul…

Im Juli

Fernab von den Klischees des neudeutschen Komödienkinos erzählt Akin seine Geschichte mal versonnen poetisch (etwa bei Daniels ersten Drogenrausch), mal melancholisch und versetzt das Ganze immer wieder mit Actionszenen. Trotzdem handelt es sich um keinen Episodenfilm, sondern Im Juli bildet ein geschlossenes Ganzes. Die auf dieser DVD enthaltenen Outtakes und Alternativversionen, die für sich betrachtet sehr gelungen sind, hätten den Film möglicherweise aus dem Gleichgewicht gebracht und zeigen gerade durch ihre Nichtverwendung wie sorgfältig Akin seine Geschichte zusammengestellt hat.

Im Juli

Extras der DVD von 2000: Hinter den Kulissen (insgesamt 2:37 min); 6 Outtakes und alternative Szenen (insgesamt 4:13 min, 1 : 1,85, anamorph, Stereo 2.0); 16 verpatzte Szenen (insgesamt 8:42 min, 1 : 1,85, anamorph, Stereo 2.0); Extratonspur mit Kommentar vom Regisseur; Interviews mit Moritz Bleibtreu (1:02 min), Christiane Paul (2:52 min) und Faith Akin (2:08 min); Je eine Texttafel mit Bio- und Filmographie zu Moritz Bleibtreu, Christiane Paul, Mehmet Kurtulus, Idil Üner, Bramka Katic, Selim Özdogan und Faith Akin; Geburtstage von Moritz Bleibtreu, Idil Üner und Faith Akin: Die Crew singt mitten während der Dreharbeiten “Happy Birthday“ (insgesamt 2:20 min, 1 : 1,85, anamorph, Stereo 2.0); Unbearbeitete Green Screen-Szene von der Szene mit Daniels ersten Joint, etwas witzlos, da ohne Ton (4:03 min); Storyboard – Filmvergleich von der großen Autoverfolgungsjagd (2:18 min); DVD Rom-Extras: Links, Interviews als Text, Auszüge aus dem Roman, der Soundtrack 

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Jerry Cotton (2010)

Die Regisseure & Drehbuchautoren Cyril Boss und Philipp Stennert beteuerten 2010 zwar, dass sie diesmal nicht wie bei ihrem Erstlingswerk Neues vom Wixxer eine Parodie drehen wollten, auch weil dazu die acht Filme aus den 60er Jahren mit George Nader wie Tod im roten Jaguar  “einfach zu unbekannt sind.“ Vielmehr schwebte ihnen ein komödiantisches Buddy-Movie um den gradlinigen G-Man Jerry Cotton und seinen neuen etwas durchgeknallten Partner Phil Decker vor.

Jerry Cotton (2010)

Doch “Jerry Cotton“ ist insgesamt eher ein alberner als ein spannend-lustiger Film geworden. Wer damit leben kann, wird seinen Spaß haben. Die Schauwerte sind beträchtlich und bereitet Vergnügen, wenn – genau wie in den alten Filmen – Hamburg oder Berlin auf New York getrimmt wurde. Der unvergessliche Jerry-Cotton-Marsch vom Raumpatrouille Orion-Komponisten Peter Thomas hingegen wird leider spärlicher als der legendäre rote Jaguar des Titelhelden eingesetzt.

Jerry Cotton (2010)

Christian Tramitz spielt Jerry Cotton als gradlinigen etwas tumben Action-Man, der wenig Schlaf findet. Christian Ulmens Verkörperung von Phil Decker ist hingegen weniger an der (sagen wir mal) literarischen Vorlage angelehnt, sondern eine Mischung aus seinem Dr. Psycho (nerviges Gequatsche) und Peter Sellers´ Inspector Clouseau (Vorliebe für unsinnige Verkleidungen).

Jerry Cotton (2010)

Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt durchaus und verführt hier und da zum Schmunzeln. Auch Herbert Knaup als schnöseliger Vorgesetzter Mr. High und Heino Ferch als schwäbisch sprechender Gangster sind für einige Lacher gut. Richtig klasse hingegen ist eigentlich nur Christiane Paul als wirklich bedrohliches Flintenweib.

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