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The Happy Prince

1997 trat Stephen Fry in Oscar Wilde als der gleichnamige englische Schriftsteller auf. Der Film erzählte von der großen Popularität des begnadeten Autors und schildert seinen tiefen Fall. Wilde, der relativ offen schwul lebte, wurde 1895 wegen “homosexueller Unzucht“, die damals auch als “Sodomie“ bezeichnet wurde, zu zwei Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt. Völlig verarmt und schwer geschwächt durch die Strapazen der Haft verstarb Wilde 1900 im Alter von 46 Jahren.

The Happy Prince

Die letzte drei Jahre von Oscar Wilde schildert ein weiteres Biopic, in dem Rupert Everett (Die Hochzeit meines besten Freundes) nicht nur die Hauptrolle übernahm, sondern den Film auch inszenierte. Ein Großteil der Dreharbeiten fand in Bayern statt und die dortigen Örtlichkeiten doubelten Londoner oder Pariser Schauplätze. Für Everett ist sein Regie-Debüt  The Happy Prince – so lautet der Titel einer Märchen-Anthologie von Wilde  – auch ein Road Movie, denn in seinen letzten Lebensjahren reiste Wild quer durch Europa.

The Happy Prince

Everett konnte für Nebenrollen prominente Kollegen wie Emily Watson, Colin Firth und Tom Wilkinson verpflichten. Besondern ergreifend gelangen Everett zwei Szenen, in denen der ohnehin schon verzweifelte Wilde von Mitmenschen wegen seiner Homosexualität gedemütigt wird. In kunstvoll finsteren Bildern, die nur von kurzen Rückblenden auf lange zurückliegende Erfolge unterbrochen werden, gelang Everett das beeindruckende Porträt eines Mannes, der verzweifelt versucht aus seinen letzten Tagen das Beste zu machen.

The Happy Prince

Die DVD von Concorde enthält neben dem 101-minütigen Hauptfilm eine sehr kurze Featurette (1:38 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), zahlreiche Interviews mit Cast & Crew (insgesamt 19:38 min),  eine B-Roll (9:02 min) und den deutschen Trailer (1:39 min)

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Mary Poppins’ Rückkehr

Ab 18. April auf DVD und Blu-ray

Dass Walt Disneys Mary Poppins 1964 zu einem Welterfolg wurde, hatte drei Gründe: Die Trickeffekte – vor allem die Kombination der Darsteller mit Zeichentrickfiguren – beeindruckt noch heute, die Songs der Sherman-Brother wurden zu Evergreens und Julie Andrews hat nicht nur eine grandiose Stimme, sondern ist als durchaus autoritäres Kindermädchen gnadenlos sympathisch.

Mary Poppins’ Rückkehr
© 2019 Disney

Bei einer Neuverfilmung aus dem Hause Disney muss man sich um die Qualität der Spezialeffekte wenig Sorgen machen, wobei es sehr erfreulich ist, dass in einer ausgedehnten Sequenz auf klassische 2D-Animation zurückgegriffen wurde (und dafür auf eine 3D-Version verzichtet wurde) .

Mary Poppins’ Rückkehr
© 2019 Disney

Die neuen Songs stammen aus der Feder von Marc Shaiman, der bereits den South-Park-Kinofilm mit einigen durchaus erinnerungswürdigen Gesangsnummern garniert hat. Während ich das hier gerade schreibe, läuft gerade Shaimans Soundtrack zu Mary Poppins Retuns im Hintergrund und die Songs gefallen mir immer besser.

Mary Poppins’ Rückkehr
© 2019 Disney

Die neue Mary Poppins ist Emily Blunt, die bisher nicht als Sängerin oder Tänzerin aufgefallen ist, doch sich in beiden Disziplinen gut behauptet. Es war aber ein guter Schachzug ihr ein interessantes Ensemble an die Seite zu stellen. Herausragend ist der Broadway-Star Lin-Manuel Miranda als Laternenanzünder Jack, dessen Berufskollegen die Schornsteinfeger aus dem ersten Film als fröhlich durch London hüpfende Cockney-Bande abgelöst haben.

Mary Poppins’ Rückkehr
© 2019 Disney

Die Geschichte spielt 1930 und ist wieder ein Sammelsurium aus mehr oder weniger gelungenen Sequenzen. Die Kinder der Familie Banks sind erwachsen geworden. Emily Mortimer verkörpert Tochter Jane, die ähnlich sozial engagiert ist, wie es einst ihre Mutter war. Sie wohnt immer noch zusammen mit ihrem Bruder Michael in ihrem Elternhaus. Michael Banks hat selbst Kinder, ist Witwer und hat erhebliche finanzielle Probleme. Ben Whishaw (Q aus den aktuellen 007-Filmen) spielt Michael und blamiert sich auch nicht bei dem eher als Sprechgesang vorgetragenen Song A Conservation.

Mary Poppins’ Rückkehr
© 2019 Disney

Colin Firth macht sich als aalglatter schurkischer Banker auch ganz gut, während Meryl Streeps Auftritt als Mary Poppins exzentrische Cousine Topsy sich sehr viel besser als nicht verwendete Szene im DVD-Bonusmaterial gemacht hätte. Doch insgesamt gelang dem Team vom Chicago-Regisseur Rob Marshall eine offensiv auf Nostalgie setzende Neuinterpretation, die dem Original keine Schande macht.

Mary Poppins’ Rückkehr
© 2019 Disney

Neben dem 130-minütigen Hauptfilm enthält die Blu-ray noch diese Extras: Zurück im Kirschbaumweg (1:57 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln); Pannen vom Dreh (1:57 min); Zwei zusätzliche Szenen (1:43 min);  Berichte zu vier Lieder aus Mary Poppins’ Rückkehr  (insgesamt 18:05 min); Version mit Liedtexten; Making-of Mary Poppins’ Rückkehr (23:38 min);  Zusätzliches Lied: „Der Anthropomorphische Zoo“ (5:04 min)

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Fever Pitch

In Rückblenden wird geschildert, wie der spätere Lehrer Paul (Colin Firth) seinen Vater erstmals zu einem Fußballspiel begleitet und schließlich ein sehr viel größerer Fanatiker als dieser wird. Später verliebt sich Paul in seine Kollegin Sarah, die seine Vorliebe für den Ballsport weder teilt noch versteht. Nach vielem Hin und Her finden die beiden vor dem Hintergrund einer packenden Fußballpartie doch noch zusammen.

Fever Pitch

Aus Nick Hornbys ersten Roman Fever Pitch einen abendfüllenden Spielfilm zu machen, scheint ein ziemlich unmögliches Unterfangen zu sein. Das Buch beschreibt alle möglichen Formen der (Hass-) Liebe, die der Autor für den Fußballverein Arsenal London empfindet und verkneift sich dabei einen roten Faden, der als Filmplot taugen könnte.

Fever Pitch

Doch Hornby selbst lieferte 1997 bei seinem Fever Pitch-Drehbuch noch eine Liebesgeschichte nach. Dadurch erzählt er genau wie in seinen später entstandenen Romanen High Fidelity und About a Boy von einem ausgewachsenen Kindskopf, der partout nicht erwachsen werden will, doch durch die Liebe zu einer Frau dazu gezwungen wird. Acht Jahre später folgte dann eine gar nicht einmal so schlechte US-Version des selben Stoffes.

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Mamma Mia! Here We Go Again

1999 erlebte das Musical Mamma Mia! seine Premiere in London. Die mit Musikstücken aus dem Fundus der schwedischen Band ABBA bestückte Story um Donna, die nicht weiß, welcher ihrer Ex-Lover der Vater ihrer Tochter Sophia ist, wurde zu einem Welterfolg, der sich knapp 10 Jahre auf der Leinwand wiederholte.

Mamma Mia! Here We Go Again

Die Hauptdarsteller Meryl Streep, Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgard trampelten (um es mit den Worten der Kanzlerin auszudrücken) ziemlich auf den Musikstücken von Benny Andersson und Björn Ulvaeus herum. Doch dies an Karaoke im Urlaub erinnernde Klang-Erlebnis, sowie die teilweise recht unbeholfene Choreographie vor wunderschönen griechischen Naturkulissen, ließen den Film frisch und spontan wirken.

Mamma Mia! Here We Go Again

Da Mamma Mia! in den Kinos 600 Millionen Dollar einspielte, folgte 10 Jahre später die Fortsetzung. Hierzu wurde nicht nur die gesamte Besetzung wieder zusammengetrommelt, sondern sogar ein recht origineller neuer Ansatz gefunden. Richard Curtis, der erfahrene Autor und Regisseur von meisterlichen romantischen Komödien wie Notting Hill oder Tatsächlich… Liebe, hörte auf seine Tochter, als diese meinte, sie würde am liebsten sehen, wie die junge Donna kurz nacheinander die drei “Väter“ von Sophia kennenlernte.

Mamma Mia! Here We Go Again

Die junge Donna wird jetzt recht temperamentvoll von Lily James (Cinderella) gespielt, während Meryl Streep lediglich am Ende des Films einen kurzen Gastauftritt absolviert (sehr viel mehr hat die in der Werbung groß herausgestellt Cher auch nicht zu tun). Anfangs macht das Drehbuch einige Verrenkungen um mehr oder weniger geschickt ABBA-Songs in die Handlung einzubauen, die noch nicht im ersten Film zu hören waren, .

Mamma Mia! Here We Go Again

In Oxford auf Donnas Abschlussfeier singt Donna mit ihren Freundinnen Tanja und Rosie When I Kissed The Teacher. Weiter geht es nach Paris in ein Napoleon-Themen-Restaurant, um dort – richtig geraten – den European-Song-Contest-Erfolg Waterloo schmettern zu können. Doch ganz so blöd geht es dann zum Glück doch nicht weiter.

Mamma Mia! Here We Go Again

Richtig rührend wird es, wenn Lily James die griechische Insel Kalokairi erreicht und dort jenes malerische Haus sieht, aus dem einmal Donnas Traumhotel werden soll. Wenn sich die junge Frau ausmalt, was sie aus dem verfallenen Gebäude machen will, dann passt hierzu recht gut der ABBA-Hit I Have A Dream. Schön auch, dass im Film weniger bekannte Songs wie Andante, Andante zum Zuge kommen, die zeigen, was für ein beeindruckendes Werk das schwedische Quartett in seiner nur 8 Jahre andauernden Karriere hinterlassen hat.

Mamma Mia! Here We Go Again

ABBA-Songs galten immer ein wenig als plumpe Trash-Musik. Doch wer in den 70er und 80er Jahren groß geworden ist, kam um die Hits der Gruppe nicht herum, und hat auch sehr viel Schlimmeres hören müssen. Mir hat durch diesen Film eine Wiederbegegnung mit irgendwie doch guten Songs wie Fernando, The Name Of The Game, Dancing Queen oder natürlich Mamma Mia! viel Spaß gemacht.

Mamma Mia! Here We Go Again

Die Blu-ray von Universal enthält neben dem 114-minütigen Hauptfilm, wahlweise mit Audiokommentaren von Regisseur Ol Parker und von Produzentin Judy Craymer (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln) noch dieses Bonusmaterial: Unveröffentlichte Szenen und verlängerte Szenen, darunter der Song “I Wonder“ (insgesamt 10:34 min, wahlweise mit Audiokommentar); Ausgelassenheit (1:09 min); Verbesserte Sing-Alongs mit Text im Bild (46:37 min); Die Story (5:33 min); Mamma Mia! Wiedervereint (3:33 min); Donna spielen (2:28 min); Sophies Geschichte; Cher wird vorgestellt (3:34 min); Kostüme und The Dynamos (4:59 min); Die Choreographie von Mamma Mia! (7:25 min); Die Darsteller treffen einander (6:25 min); Letzter Vorhang (3:59 min); Dancing Queen: Aufbau einer Szene (3:26 min); Geplauder mit der Besetzung (5:01 min); Für Legenden auftreten (2:46 min); Abschlussklasse 79 (3:48 min)

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Tatsächlich… Liebe

Der neu angetretene britische Premierminister (Hugh Grant) verliebt sich in die Frau, die ihm immer Tee und Kekse bringt, während seine Schwester (Emma Thompson) sich der Treue ihres Mannes (Alan Rickman) nicht mehr sicher ist.

Tatsächlich... Liebe

Ein Schriftsteller (Colin Firth) kann sich in Frankreich mit seiner portugiesischen Haushaltshilfe zwar überhaupt nicht verständigen, diese nach seiner Rückkehr ins kalte London jedoch nicht mehr vergessen.

Tatsächlich... Liebe

Ein Mann liebt die Braut (Keira Knightley) seines besten Freundes und eine Frau (Laura Linney) verbringt endlich die Nacht mit der Liebe ihres Lebens, erhält aber immer wieder Anrufe von ihrem hilfsbedürftigen behinderten Bruder…

Tatsächlich... Liebe

Richard Curtis hat schon die Dehbücher zu Vier Hochzeiten und ein Todesfall und Notting Hill geschrieben. Beide Filme glänzten durch liebevoll gestaltete Nebenfiguren. Beim Ensemblefilm Tatsächlich… Liebe führte Curtis erstmals Regie.

Tatsächlich... Liebe

Das Resultat kann sich mehr als sehen lassen und ist trotz Weihnachtsstimmung und vielfachen Happy Ends weder kitschig, noch verbissen böse. Unzählige Geschichten, die alle Stoff für einen eigenen Film abgegeben hätten, werden scheinbar mühelos und ohne jegliche cineastische Schwerstarbeit verzahnt.

Tatsächlich... Liebe

Der betont britische Film – abgesehen von kurzen Zwischenspielen in Frankreich und den USA, spielt das gesamte Geschehen komplett in London – jongliert auch noch mit den ganz speziellen US-britischen Beziehungen. Klar die Boxoffice-Ergebnisse jenseits des Atlantiks sind wichtig, daher gibt es anfangs ein paar liebe Worte zu den Opfern des 11. Septembers und auch die „All American Girls“ werden gefeiert. Doch zwischendrin kriegt der US-Präsident (hier und auch anderswo gibt es überraschende Gaststarauftritte) schon einmal angemessen die Meinung gegeigt, auch wenn der Auslöser hierzu die Verliebtheit und Eifersucht des britischen Premierministers ist.

Tatsächlich... Liebe

Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir hier nicht den ultimativen Weihnachts-Erfolgsfilm mit dem Zeug zum unverwüstlichen Klassiker hätten.

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Mamma Mia!

Auf der idyllischen griechischen Insel Kalokairi bereitete die etwas gluckenhafte alleinerziehende Mutter Donna (Meryl Streep) die Hochzeit ihrer Tochter Sophie (Amanda Seyfried) vor. Doch diese möchte endlich erfahren, wer eigentlich ihr Vater und daher lädt sie die drei dafür in Frage kommenden Herren (Pierce Brosnan, Colin Firth, Stellan Skarsgard) ohne Wissen ihrer Mutter zu den Feierlichkeiten ein.

Mamma Mia!

Das ist ein durchaus solides Grundgerüst für eine turbulente romantische Komödie, doch speziell in der ersten Hälfte des Filmes wird Turbulenz leider ziemlich häufig mit Hysterie verwechselt. Andauernd rennen Menschen wild kreischend aufeinander zu und brüllen sich zu, wie sehr sie sich freuen sich endlich wieder zu sehen. Vielleicht soll dieser „Kunstgriff“ dem Zuschauer helfen zu verstehen, dass jemand der so drauf ist auch jederzeit völlig grundlos mit dem Absingen von ABBA-Liedern beginnen kann.

Mamma Mia!

Dass es durchaus klappen kann, wenn versucht wird möglichst viele Songs einer Erfolgsband in eine Handlung zu quetschen, hat kürzlich die Beatles-Revue Across the Universe bewiesen. Doch da war die begnadete Julie Taymor (Frida) am Werk, die Geschmack und Rhythmus hat. Bei Mamma Mia! hingegen hüpft meistens – im Stile von deutschen 70er-Jahre Schlagerfilmen wie Musik, Musik, da wackelt die Penne – eine Laienspielschar völlig alleingelassen vom Choreografen durch hübsche Naturkulissen.

Mamma Mia!

Okay, wir wollen nicht nur gemein sein, denn am Film waren ja auch jene Menschen beteiligt, die dafür sorgten, dass das 1999 in London gestartete Bühnenmusical Mamma Mia! zu einem weltweiten Erfolg wurde. Durch bisher mehr als 30 Millionen Besucher ist die Show für Benny Andersson und Björn Ulvaeus mittlerweile sogar lukrativer als die immer noch sehr üppigen ABBA-Tantiemen. Will sagen, wenn soviel Fliegen bzw. Mücken zusammenkommen, muss ja wohl irgendwas dran sein.

Mamma Mia!

Dies ist auch so, denn wer die erste Hälfte des Filmes schadensfrei überstanden hat, bekommt doch noch ein paar hübsche Sachen zu sehen. So setzt Julie Walters ihre nicht vorhandene Gesangsstimme sehr gefällig in Szene und nachdem die nicht mehr ganz junge Christine Baranski einen Haufen sehr männlicher Teenies am Strand zu Does Your Mother Know um den Verstand getanzt hat, hätte ich daheim wohl auf die Repeat-Taste gedrückt.

Mamma Mia!

Auch das Finale vorm Altar ist auf seine rührende Art zwar routiniert, aber immerhin routiniert. Muriels Wedding bleibt weiterhin der definitive ABBA-Film, doch spätestens, wenn im Abspann die Hauptdarsteller entfesselt in Glitzerklamotten performen macht auch Mamma Mia! Bock auf Schweden-Rock.

Mamma Mia! Here We Go Again

10 Jahre später folgte die Fortsetzung Mamma Mia! Here We Go Again. Hierzu wurde nicht nur die gesamte Besetzung wieder zusammengetrommelt, sondern sogar ein recht origineller Ansatz gefunden. Erzählt wird wie die junge Donna kurz nacheinander die drei “Väter“ von Sophia kennenlernte.

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The King’s Speech

Der englische König George V. hatte das Glück, dass er über eine sonore selbstsichere Stimme verfügte und damit wohlklingende Reden im Radio halten konnte. Er war der erste Monarch, der – wie er (zumindest in diesem Film) erklärte- mehr im Angebot haben musste als die Fähigkeit nicht vom Pferd zu fallen. Sein ältester Sohn Edward war ebenfalls ein guter Selbstdarsteller, hatte sich aber leider in eine bereits zweimal geschiedene Amerikanerin verliebt. Als er diese heiratete, musste er als König abdanken und die Krone an seinen Bruder Albert (dem Vater von Königin Elisabeth II.) übergeben, der jedoch an einer schlimmen Sprachbehinderung litt.

The King’s Speech

Trotzdem gelang Albert als König George VI. 1939 eine mitreißende Radioansprache, in der er seine Untertanen dazu aufrief nicht mit dem Dritten Reich zu sympathisieren, sondern den Nazis Paroli zu bieten. Bei dieser und allen weiteren wichtigen Ansprachen stand dem Monarchen der australischer Sprachtrainer Lionel Logue zur Seite, mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Dem australisch-englischen Autor David Seidler gelang es Details über den Heilungsprozess von König George VI. in Erfahrung zu bringen. Durch Vermittlung von Queen Mum, der er versprechen musste erst nach deren Tod damit an die Öffentlichkeit zu gehen, bekam er Einblick in die privaten Aufzeichnungen von Lionel Logue, die er so wahrheitsgemäß wie filmdramaturgisch möglich aufbereitete.

The King’s Speech

Der Film ist eine mitreißende und dabei oft äußerst humorvolle Mischung aus Krankheitsgeschichte und Historiendrama. Geoffrey Rush hat anscheinend sehr genau gewusst, warum er sich bei diesem Film auch als Produzent mit einbrachte. Seine Darstellung des australischen Sprachtherapeuten legt er in einem mitreißenden Balanceakt wechselweise als mitfühlend-unorthodoxer Heiler und prahlerischer Selbstdarsteller an.

The King’s Speech

Doch der auch hier etwas zu Overacting neigende Rush überstrahlt den Film nicht, denn Colin Firth liefert als sprachbehinderter aber ansonsten sehr kompetenter Monarch eine zu Recht oscar-prämierte Leistung ab, während Helena Bonham Carter als dessen liebevolle Gattin zeigt, dass sie immer noch mehr im Angebot hat als augenrollende Tim-Burton-Zottelweiber.

The King’s Speech

Es tut gut talentierte Darsteller wie Michael Gambon (als George V.) oder Timothy Spall (als Winston Churchill) auch einmal außerhalb des Harry-Potter-Kosmos zu erleben und festzustellen, dass nicht nur Frau Rowling sondern auch das Leben verdammt gute Geschichten schreibt.

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Bridget Jones‘ Baby

Lange bevor die zweite Fortsetzung des britischen Kinoerfolgs in die Kinos kommt, hat Helen Fielding mit  “Bridget Jones – Verrückt nach ihm“ bereits einen dritten Roman um ihre beständig gegen Übergewicht und Beziehungsfrust kämpfende Hauptfigur veröffentlicht. Im Buch ist der im Kino von Colin Firth so herrlich steif verkörperte Mr. Darcy gestorben, und Bridget ist weiterhin den Anmach-Versuchen des von Hugh Grant gespielten leichtlebigen Daniel Cleaver ausgesetzt.

Bridget Jones's Baby

Im Kino hingegen ist es genau umgekehrt, denn hier verstarb Daniel, da Hugh Grant kein großes Interesse daran hatte im dritten Bridget Jones Film mitzuwirken. Doch während sich die “literarische“ Bridget zudem noch mit einem sehr jungen Mann einlässt, hat Renée Zellweger als Kino-Bridget ganz andere Probleme. Nachdem die mittlerweile 43-Jährige eine Weile wieder ein frustrierter Single war, erlebt sie innerhalb von kürzester Zeit zu gleich zwei aufregende Nächte.

Bridget Jones's Baby

Auf einem Rock-Festival landet sie im Bett des Internet-Beziehungs-Gurus Jack Quant (Patrick Dempsey) und wenige Tage später kommt es zu einer Art Versöhnungssex mit Mr. Darcy. Kurz darauf muss Bridget feststellen, dass sie schwanger ist. Da sie von einer Untersuchung absieht, um das Baby nicht zu gefährden, bleibt bis zu dessen Geburt unklar, ob Jack oder Mr. Darcy der Vater ist. Dies führt erwartungsgemäß zu allerlei Verwicklungen, die – hauptsächlich weil Emma Thompson (die auch mit am Drehbuch schrieb) in der Rolle von Bridgets Ärztin zu sehen ist – eher wirklich amüsant als albern geraten sind.

Bridget Jones's Baby
Sarah Solemani und Renée Zellweger

Fast noch interessanter als der Plot um die Vaterschaft sind die immer wieder eingestreuten Einblicke um Bridgets Erlebnisse als Sendeleiterin bei einem immer mehr nur noch auf die Quoten schielenden TV-Sender. Während sie sich mit der jungen Moderatorin Miranda (attraktiv und sympathisch: Sarah Solemani) bestens versteht, kommt sie mit ihrer neuen Hipster-Vorgesetzten Alice (Kate O’Flynn liefert eine herrliche Karikatur ab) überhaupt nicht klar. Renee Zellweger hat hier großartige Momente als chaotische – aber auch um ein faires Miteinander kämpfende – Heldin des Alltags.

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Kate O’Flynn

Da auch noch fast alle der sympathischen Nebenfiguren der beiden ersten Filme wieder dabei sind und London die ideale Kulisse für eine mehr oder weniger romantische Komödie ist, darf sich auf eine dritte Fortsetzung gefreut werden, die sich auch durch einen  kleinen Gag am Ende andeutet.

Bridget Jones' Baby

Übrigens hat Helen Fielding nun auch noch einen weiteren Roman namens „Bridget Jones‘ Baby“ verfasst, der nach dem Filmstart erscheint.

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Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Nachdem das gleichnamige Buch der britischen Journalistin Helen Fielding zum großen Bestseller wurde, war es nur noch eine Frage der Zeit bis der Film folgen sollte. Die Besetzung der Hauptrolle mit einer Texanerin sorgte für einige Debatten in England, aber Renée Zellweger füllt die Rolle des immer mit Gewichtsproblemen kämpfenden Singles perfekt aus. Hugh Grant als ihr ebenso zynischer wie begehrenswerter Chef, sowie Colin Firth als edler Anwalt, ergänzen sie perfekt.

Bridget Jones - Schokolade zum FrühstückDer Auftakt des Filmes mit der frustrierenden Weihnachtsfeier bei Bridgets Eltern, trifft dann auch genau die richtige Stimmung. Doch danach beschränkt sich der Film nicht darauf das Buch zu raffen, sondern es werden reichlich Ergänzungen vorgenommen. Manches davon ist okay, etwa wenn Bridgets Freunde deutlich mehr Profil bekommen. Auch Bridgets peinlichen Auftritt auf einer „Flittchen und Pfarrer-Party“ (ihr ist so ziemlich als einzige nicht mitgeteilt worden, dass die Gäste sich doch nicht verkleiden müssen) werden noch einige sehr hübsche zusätzliche Gags abgewonnen.

Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

Etwas weniger gelungen ist, dass die von Hugh Grant gespielte Figur hier noch sehr viel negativer als im Buch gezeichnet wird und sogar einen Faustkampf zu absolvieren hat. Auch wirkt die Bridget Jones des Buchs insgesamt selbstbewusster und stärker als die sehr viel häufiger in peinliche Situationen tappsende Renée Zellweger des Filmes.

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Kingsman: The Secret Service

Um es gleich vorweg zu nehmen, diese vergnügliche Verfilmung des 007-Hommage  Comic von Mark Millar und Dave Gibbons hat wenig mehr als lediglich eine gute Idee der (aus)gezeichneten Vorlage verschenkt.

Kingsman: The Secret Service

Der von Samuel L. Jackson gespielte nerdige Superschurke Richmond Valentine will zwar auch im Kino die Welt zu zerstören, doch diesmal versucht er nicht gleichzeitig das Leben seiner Lieblings-Stars aus Science-Fiction-Filmen zu retten. Mark Hamill ist im Kinofilm dennoch dabei, doch leider spielt er nicht sich selbst sondern einen Wissenschaftler. Daher kommt sein Kino-Tod sehr viel weniger überraschend als das Ableben des Luke Skywalker Darstellers im grandiosen Auftakt des Comics .

Unbenannt

Doch ansonsten gelang es Kick-Ass Regisseur Matthew Vaughn, der auch Co-Autor bei der Comicserie war, im Kino fast immer noch einen drauf zu setzen. Recht geschickt hat Vaughn das Verhältnis des Schüler-Mentor-Duos bestehend aus dem Super-Agenten Harry Hart (Colin Firth) und Eggsy Unwin (Taron Egerton), dem Nachwuchs-Spion aus der Unterschicht, noch um eine gemeinsame tragische Vergangenheit bereichert. Natürlich ist im Kino auch das Finale deutlich knalliger ausgefallen als im Comic, auch wenn es manchmal mehr wie bei Austin Powers und weniger wie bei James Bond zugeht. Deutlich splattriger kommt hingegen eine schier endlose in langen durchgehenden Einstellungen in Szene gesetzte Kampfszene in einer spießigen US-Kirche rüber. Dieses grandiose Gemetzel inszenierte Vaughn ungeheuer unterhaltsam in einem Stil irgendwo zwischen Robert Rodriguez und Edgar Wright, während sich Colin Firth dabei bestens als Action-Held bewährt.

Kingsman: The Secret Service

Auch der übrige Cast ist großartig. Die vielleicht undankbarste Rolle hat wohl Michael Caine, doch dessen legendären Auftritte als als bebrillter britischer Agent Harry Palmer im britischen Kino der Sechziger Jahre haben ohne Zweifel viele der elegant-intelligenten Szenen mit Firth oder Egerton inspiriert. Eine Augenweide ist die algerische Tänzerin Sofia Boutella, trotz der mörderischen Metall-Unterschenkel, die sie als Killer-Mietze tragen muss. Die größte Überraschung dürfte jedoch der ansonsten auf Schurken abonnierte Mark Strong sein, der Merlin, eine Art Gegenstück zu James Bonds Q, unvergleichlich cool auf die Leinwand zaubert.

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