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Comic! Jahrbuch

Im Gegensatz zu französischen oder amerikanischen Fachpublikationen sind zeitgenössische einheimische Comiczeichner in deutschen Sekundär-Magazinen und –Büchern leider immer noch deutlich unterrepräsentiert. Diese Lücke schließt seit nunmehr 20 Jahren das Comic! Jahrbuch, das besonders die enorme Vielseitigkeit deutscher Künstler in den Mittelpunkt stellt.

Comic! Jahrbuch

Aber auch die internationalen Märkte und Trend werden keinesfalls vernachlässigt. Die zwanzigste Ausgabe des Jahrbuchs beschäftigte sich ausführlich mit Ralf König, Franzisko Becker und Robert Crumb, deren Comics plötzlich im Zentrum von erhitzen Debatten stehen. Passend dazu gab es ein 28-seitiges Interview mit Crumb. Das Gespräch führte Christoph Mueller, der ein Variantcover zum Comic! Jahrbuch 2020 zeichnete.

Comic! Jahrbuch

Als schwacher Ersatz ist stattdessen ein 48-seitiges Heft erschienen, das sich hauptsächlich mit Hannes Stummvoll, Lukas Kummer und Adrian Richter, den Gewinnern des ICOM Independent Comic-Preis, beschäftigt. Zudem gibt es noch einen Bericht über den Vereins Comicmuseum Erlangen e.V, sowie zwei Artikel, die es 2013 und 2015 nicht in die Jahrbücher schafften.

Comic! Jahrbuch

Als Ausgleich hat der ICOM zu seinem 40-jährigen Jubiläum einen Komplettschuber mit allen bisher erschienenen COMIC!-Jahrbüchern produziert. Das gute Stück ist auf 40 nummerierte Exemplare limitiert, die von Martin Frei signiert wurden, vom auch das schöne Backcover stammt. Die 21 Jahrbücher mit Schuber können hier zum “Jubiläumspreis“ von 111,- Euro bestellt werden.

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Creepshow – Die Serie

Nach einem Drehbuch von Stephen King gelang George A. Romero (Night of the Living DeadZombie) 1982 mit Creepshow eine kultige Horror-Hommage an die EC-Comics im Stile von Amicus-Episodenfilmen wie Die Todeskarten des Dr. Schreck oder Tales from the Crypt. 1987 und 2006 entstanden zwei Fortsetzungen, die weder stilistisch noch inhaltlich beim Original mithalten konnten.

Creepshow - Die Serie

Daher war zu befürchten, dass eine 2019 auf dem Horror-Kanal Shudder gestartete Creepshow-Serie bestenfalls das Niveau der Fortsetzungen erreichen würde. Doch schon die erste Geschichte macht Hoffnung. Gray Matter basiert auf Stephen Kings fast schon klassischer Kurzgeschichte Graue Masse von 1973, die in seiner ersten Story-Sammlung Nachtschicht enthalten ist.

Creepshow - Die Serie

Einige Einwohner haben sich vor dem aufziehenden Orkan in einen Kleinstadt-Laden geflüchtet. Die Gruppe horcht auf, als der kleine Timmy, der eine Kiste der Billigbier-Marke Harrow’s Supreme Lager kaufen will, erzählt, dass sein Vater sich in letzter Zeit extrem verändert hat. Als eine kleine Gruppe Kleinstädter daraufhin Timmys Vater aufsucht, erlebt sie eine böse Überraschung…

Creepshow - Die Serie

Gray Matter ist großartig besetzt mit Tobin Bell (Saw), Giancarlo Esposito (Breaking Bad) und Adrienne Barbeau (The Fog – Nebel des Grauens), die bereits 1982 beim ersten Creepshow-Film dabei war. Regie führt der Horror-Makeup-Guru Greg Nicotero (The Walking Dead), der 1982 als Jugendlicher bei den Dreharbeiten von Creepshow dabei war, danach an den Effekten von Creepshow 2 mitarbeitete und einer der Produzenten der TV-Serie ist.

Creepshow - Die Serie

Neben Gray Matter enthält die erste Episode der Creepshow-Serie auch noch die Puppenhaus-Horror-Story The House of the Head. Beide Geschichten werden dadurch verknüpft, dass sie scheinbar in einer Ausgabe fiktiven Comic-Serie Creepshow enthalten sind, die “Tales of Suspense and Horror“ präsentiert .

Creepshow - Die Serie

Hierzu wurden eigens sehr stilvoll gestaltete Comic-Seiten angefertigt, die gelegentlich auch mitten in den Episoden anstelle von aufwändigen Kulissen oder Spezialeffekten – effizient aber wirkungsvoll – zum Einsatz kommen. Liebevoll nachgestellt wurden auch die Anzeigen für ominöse Artikel wie Sea-Monkeys, Röntgen-Brillen, Mini-Atom-U-Booten oder Muskelaufbau-Präperate, die seinerzeit in den Comic-Heften zum Abdruck kamen.

The House of the Head

The House of the Head erinnert an den von Stephen Kings Sohn Joe Hill produzierten Comic Das Puppenhaus. Hill ist in der Serie Creepshow mit zwei Episoden vertreten. In The Finger erfüllt ein abgetrenntes Körperteil tödliche Wünsche

By the Silver Waters of Lake Champlain

Joe Hills zweiter Beitrag By the Silver Waters of Lake Champlain hingegen wurde zuvor bereits 2014 für die IDW-Reihe Shadow Show als Comic  adaptiert.

Creepshow - Die Serie

Die Verfilmung  der gelungene Miniatur eines Films über prähistorische Monster bildet den Abchluss der ersten Staffel von Creepshow. Die Geschichte wurde stimmungsvoll in Szene gesetzt von Tom Savini, einem weiteren Horror-Makeup-Guru.

All Hallows Eve

Ein weiterer Höhepunkt ist die Episode All Hallows Eve. In dieser sehr subtil erzählten Geschichte geht es um fünf Jugendliche, die alljährlich zu Halloween sehr viel mehr Schrecken verbreiten als ihre Mitbewerber. Nach und nach erfährt der Zuschauer, dass die kleine Gruppe aus gutem Grund auf einem Rachefeldzug ist…

Creepshow - Die Serie

Bemerkenswerte an dieser an die Werke von Ray Bradbury erinnernden Geschichte ist, dass sie tatsächlich auf einer Comic-Vorlage basiert. Bruce Jones schrieb die Story 1982 für die erste Ausgabe seiner Horror-Anthologie Twisted Tales und Tim Conrad brachte sie auf 6 Seiten zu Papier. Fast 40 Jahre später adaptierte Jones seinen Comic für Creepshow.

Creepshow - Die Serie
Aus Twisted Tales # 1

Zwar ist nicht jede Episode ein Höhepunkt (nicht sehr originell ist etwa Night of the Paw, ein Update der 1902 entstandenen Kurzgeschichte Die Affenpfote von William Wymark Jacobs), doch manche Stories hätten auch als Vorlage für einen Spielfilm getaugt. Genau wie die Filmvorlage präsentiert Creepshow sehr stimmungsvoll ein breites Spektrum von höchst unterschiedlichen Horror-Geschichten.

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Ghost World

In seinem 1997 erstmals komplett veröffentlichten Comic Ghost World erzählt Daniel Clowes (Mister Wonderful, Wilson) von den Freundinnen Enid und Becky. Diese haben gerade die High School abgeschlossen und wissen nicht so recht, wie es weitergeht. Etwaige Ängste davor, dass irgendwann der Ernst des Lebens beginnt, versuchen die Mädchen mit Sarkasmus zu bekämpfen.

Ghost World

Mit Sensibilität und viel schrägen Humor schildert Clowes die Ängste aber auch Freuden im Leben von jungen noch nicht ganz erwachsenen Menschen. 2001 entstand eine Verfilmung mit Thora Birch und Scarlett Johansson als Enid & Becky. , die zwar die Stimmung des Comics sehr gut trifft.

Ghost World

Da der Comic mit 72 Seiten zu kurz war, um einem abendfüllenden Film als Vorlage zu dienen, ergänzte Regisseur Terry Zwigoff (Crumb, Bad Santa) in Zusammenarbeit mit Clowes die Geschichte um zusätzliche Figuren und Sequenzen ergänzt.

Ghost World

Markantester und auch bester Neuzugang war der von Steve Buscemi verkörperte verschrobene Plattensammler Seymore.

Ghost World
Bob Skeetes

Dieser Character war quasi die Summe aus dem nur kurz im Comic auftretenden Astrologen Bob Skeetes und einer namenlosen Figur, der Enid und Becky einen üblen Streich spielen. Im Film will Enid den sehr viel älteren Seymore zunächst nur veralbern, doch mit der Zeit verfällt sie doch dem schrägen Charme dieser Type.

Ghost World
Thora Birch ist großartig als Enid und feuert ihre sarkastischen Oneliner mit absoluter Treffsicherheit ab. Bestens unterstützt wird von der jungen Scarlett Johansson als Becky.

Ghost World

Dank der auch in Nebenrollen sehr guten Besetzung gelang Zwigoff und Clowes ein subversiver Blick auf den US-amerikanischen Alltag. Etwas mainstreaminger aber ebenfalls sehr sympathisch geriet Art School Confidential, die nächste Zusammenarbeit zwischen Zwigoff und Clowes.

Ghost World

Extras der DVD: Nicht untertitelte Interviews mit Thora Birch (2:10 min), Steve Buscemi (3:02 min), Scarlett Johansson (2:38 min), Illena Douglas (2:27 min) und Terry Zwigoff (3:04 min), sowie ein recht lustiges Gespräch mit Teri Garr und Bob Balaban, die im Film die Eltern von Enid spielen und während des Gesprächs auch in Daniel Clowes Comicheften herumblättern und sich seine nicht gerade vorteilhaften Zeichnungen, der von ihnen verkörperten Charaktere angucken (2:59 min, ohne Untertitel), Behind the Scenes – unkommentierte Bilder vom Set (9:54 min) und der deutscher Kinotrailer (2:12 min)

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Deutsche Comicforschung 2021

Auch der 17. Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe Deutsche Comicforschung bietet wieder die gewohnte Qualität. Zehn chronologisch angeordnete Artikel laden ein, zu einer reich bebilderten Zeitreise durch sechs Jahrhunderte deutsche Comicgeschichte.

Deutsche Comicforschung 2021

Im ersten Beitrag beschreibt Herausgeber Eckart Sackmann den Anfang des 15. Jahrhundert entstandenen Schneiderbalken im Kölner Dom, der die Basis von 5 Kerzenständern ist. Auf dem Balken befindet sich ein langes Gemälde, das in elf in einander übergehenden Bildern die Passionsgeschichte Christi erzählt und durchaus als Comic ohne Sprechblasen gedeutet werden kann.

Deutsche Comicforschung 2021

Unter dem Motto “Zwischen Mythos und Vergessen“ beschäftigt sich Tomas Prokupek sehr ausführlich mit dem böhmischen Multitalent Karel Václav Klíč. Dieser arbeitete im 18. Jahrhundert nicht nur daran, die Drucktechnik zu optimieren, sondern zeichnete auch politische Karikaturen und Bildgeschichten.

Deutsche Comicforschung 2021

Abgesehen vom letzten Beitrag “Emanzipation und Berufung“ über Comiczeichnerinnen, beschäftigen sich die restlichen sieben Artikel mit Comic-Aktivitäten aus dem letzten Jahrhundert.. Dabei geht es um die bunten “Wichtel-Welten“ von Fritz Baumgarten, einen die Kolonialpolitik anprangernden Bildroman von Adolf Uzarski, den österreichischen Zeitungscomic Herr Adabei, den ab 1937 in der Romanzeitschrift Blütenregen veröffentlichten Strip Onkel Tapps auf der Weltreise und die Automobil-Comics von Jonny Reinisch.

Deutsche Comicforschung 2021

Bemerkenswert ist auch Sackmanns akribische Rekonstruktion der Entstehungs- und Publikationsgeschichte des Sachbuchs Comics. Anatomie eines Massenmediums, das in zahlreichen verschiedenen Editionen und in hohen Auflagen auch im Ausland erschienen ist. Nicht zu Unrecht wird hier bemängelt, dass sich Reinhold Reitberger und Wolfgang J. Fuchs stark auf die USA konzentrierten und die Entwicklung der Comics in Europa vernachlässigten.

Deutsche Comicforschung 2021

Sehr gelungen ist auch der Beitrag von Andreas Dierks, der sich mit den Comics von Bernd Pfarr (Sondermann) beschäftigt. Obwohl dieser in seinem viel zu kurzen Leben über 700 Comicseiten gezeichnet hat, ist er heute fast ausschließlich für seine schrägen Cartoons und Gemälde bekannt.

Deutsche Comicforschung 2021

Einmal mehr gelang es dem Team von Sackmann zu belegen, wie vielfältig die deutsche Comiclandschaft war und ist.

Cefischer: Oskar

Bei einem Luftangriff verlor Carl Ernst Fischer 1944 beide Arme. Der mit Cefischer signierende vielbeschäftigte Illustrator brachte sich bei, mit dem Mund zu zeichnen. Dabei entwickelte er eine erstaunliche Virtuosität, die seine 1952 in der Frankfurter Illustrierten gestartete Serie Oskar zu einem der wenigen deutschen Comic-Klassiker machte.

Cefischer: Oskar

Seinen ersten Auftritt hatte Oskar in der letzten Folge der von Cefischer gezeichneten, wenig populären, Serie Simsala Bimbo – Der Zauberlehrling. Hier gelingt es dem Kater seine komplette Familie per Zauberstab aus einem Zylinder kriechen zu lassen. Zugleich wurde darauf hingewiesen, das in der nächsten Ausgabe der Frankfurter Illustrierten “unsere neue heitere Bilderfolge beginnt.”

Cefischer: Oskar

Oskar ist der fünffache Vater von drei Jungs und zwei Mädchen. Obwohl Oskar ein Kater ist, schlägt er sich mit allzu menschlichen Problemen herum, die der Nachkriegs-Generation nicht fremd waren. Wenn seine Frau ein neues Kleid möchte,  droht Oskar der finanzielle Ruin, während alle Versuche seine Kinder zu erziehen oder auch nur zu bändigen nach hinten losgehen. Daher versucht er immer wieder verzweifelt und meist vergeblich, vor dem chaotischen Familienleben in die nächste Kneipe zu flüchten.

Cefischer: Oskar

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Zweckentfremdung von Alltags-Gegenständen. Aus Reifenschläuchen werden Boote, das Holz aus einem Lattenzaun verwandelt sich in Skier und mit Hilfe der eigentlich für die Kinder vorgesehenen Wippe kann Oskar immer wieder einen Blick auf die schöne Nachbarin erhaschen.

Cefischer: Oskar

Nicht jeder Gag ist ein Schenkelklopfer, doch es macht immer wieder Spaß Cefischers Katzenfamilie zu besuchen. Diese lebt ganz selbstverständlich, voll bekleidet in einer von Menschen bevölkerten Welt, doch gelegentlich jagt sie auch Mäuse.

Cefischer: Oskar

Cefischer erzählt seine Geschichten abwechselnd als Cartoons oder  auch in Form von aus zwei bis fünf Panels bestehenden Comics mit sparsam eingesetzten Sprechblasen. Gelegentlich setzen sich die einzelnen Gags zu längere Geschichten zusammen, die etwa über eine Erbschaft oder eine Kreuzfahrt mit Schiffsbruch erzählen.

Cefischer: Oskar

Der Erfolg dieser mit kräftigen Grautönen und der Schmuckfarbe Rot in Szene gesetzten Serie schlug sich in der Veröffentlichung von zahlreichen Oskar-Sammelbänden nieder. Doch eine schön aufgemachte Gesamtausgabe mit Hintergrundinfos steht noch aus.

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Chaplin: Ein Leben für den Film

Bereits 1915 gab es einen täglichen Comic-Strip mit Charlie Chaplin an dem auch E. C. Segar als Zeichner beteiligt war, der später mit seinem Popeye große Erfolge feiern sollte. Weitere Comic-Auftritte folgten, so wurden bei uns Anfang der 70er-Jahre 15 Hefte zum “kleinen Mann mit dem großen Herzen“ an die Kioske gebracht. Doch erst jetzt wird unter dem Motto “Ein Leben für den Film“ eine Comic-Biografie über Chaplin veröffentlicht.

Chaplin: Ein Leben für den Film

In Belgien und Frankreich erschien dieser Comic 2019 bei Dupuis (daher gibt es einen Gastauftritt von Spirou) als Band 1 der Reihe Les étoiles de l’histoire. Es folgten ebenfalls von Bernard Swysen geschriebene Biografien zu Marylin Monroe und Brigitte Bardot. Dem erfahrenen Autor gelingt es, auf 70 Seiten alle wichtigen Momente im Leben des Kino-Pioniers zu berücksichtigen. Zugleich gelang es ihm auch zu vermeiden, eine Art Comic-Adaption von Richard Attenboroughs opulenter Film-Biografie Chaplin mit Robert Downey Jr. abzuliefern.

Chaplin: Ein Leben für den Film

Sehr viel ausführlicher als der Film schildert der Comic die Jugend von Charles Chaplin in ärmlichsten Verhältnissen. Zu fast jedem wichtigen Film (sogar zu Die Gräfin von Hongkong) gibt es Impressionen von den Dreharbeiten. Natürlich sind auch Chaplins zahlreiche selten glücklich endende Affären und Beziehungen ein wichtiges Thema. Passend dazu ist das Artwork von Bruno Bazile (Les aventures de Sarkozix), dem gute Promi-Karikaturen gelangen, sehr detailfreudig ausgefallen.

Chaplin: Ein Leben für den Film

Das Vorwort des französischen Regisseurs Claude Chabrol (Die Fantome des Hutmachers), der Chaplin persönlich getroffen hatte, bleibt weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Der Anhang mit einer kompletten Filmografie, inklusive der von Chaplin gespielten Rollen, hingegen ist eine sinnvolle Ergänzung dieser schönen Edition.

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The History of EC Comics

Dieser großformatige Band über ein wichtiges Kapitel der Comic-Geschichte ist optisch eine Wucht, was bei einer Publikation von Taschen fast schon selbstverständlich ist. Doch mit dem auch als Musiker tätigen Grant Geissman wurde ein Autor gefunden, der – natürlich unterstützt durch die grandiose Bebilderung – die Geschichte der EC-Comics äußerst lebendig am Auge des Betrachters vorbeiziehen lässt.

The History of EC Comics

Dabei wird mit viel Liebe zum Detail auch die Frühgeschichte gewürdigt. Bevor Max Gaines seinen eigenen Verlag Educational Comics (also “Erzieherische Comics“) gründete, trug er in den 30er-Jahren maßgeblich dazu bei, dass Comics in den USA nicht nur in Zeitungen zum Abdruck kamen, sondern auch in Heft-Form an Kiosken verkauft wurden. Auch Superhelden wie Flash oder Wonder Woman ebnete Max Gaines den Weg.

The History of EC Comics

Sehr erfolgreich verlegte er bei EC Comics Geschichten aus der Bibel in Comicform. Als Gaines 1947 bei einem Bootsunfall ums Leben kam, verfügte seine Witwe, dass der 25-jährige Sohn William das Geschäft übernehmen soll. Dieser plante eine Zukunft als Lehrer und hatte mit Comics nichts am Hut. Wie er nach einigen Anfangsschwierigkeiten dennoch zum engagierten Verleger und Comic-Schöpfer wurde, das erzählt Grant Geissman so spannend wie einen Thriller.

The History of EC Comics

Die zweite Hauptrolle im Buch spielt Al Feldstein, der drei Jahre jünger als William Gaines war und von diesem wegen seines Zeichentalents bei EC einen Job bekam. Die Männer freundeten sich an, auch weil beide fasziniert von Radio-Hörspielen und Pulp-Romanen waren. Sie entwickelten Crime-Geschichten, die sich nicht nur an junge Leser richten und meist mit einer überraschenden Schlusspointe enden.

The History of EC Comics

1950 versuchten sich Gaines und Feldstein an zwei Horror-Comics namens The Crypt of Terror und The Vault of Horror, die von einem gewissen modrigen Crypt-Keeper bzw. seinem Kumpel dem Vault-Keeper anmoderiert wurden. Diese Stories wurden zunächst in zwei Ausgaben der EC-Serien Crime Patrol und War Against Crime versteckt.

The History of EC Comics

Nachdem sie feststellten, dass sich die Krimi-Hefte durch die Horror-Beilage besser verkauften, starteten Gaines und Feldstein die Serien The Crypt of Terror (später umbenannt in Tales from the Crypt) und The Vault of Horror. Künstler wie Jack Davies, Graham Ingels, Bernie Krigstein oder Wally Wood schufen beeindruckend gezeichnete, gruselige Geschichten, deren Brutalitäten fast immer mit einem Augenzwinkern serviert wurden.

The History of EC Comics

Bill Gaines änderte den Verlagsnamen in Entertaining Comics und mit Harvey Kurtzman betrat ein weiterer wichtiger Protagonist die EC-Bühne. Dieser hatte mit Horror-Geschichten nur wenig am Hut. Doch er entwickelte eine Meisterschaft im Erzählen und Inszenieren von realistischen Kriegs-Comics. Die von Kurtzman herausgegebenen Heft-Serien namens Two-Fisted Tales und Frontline Combat boten gut recherchierte Stories und glorifizierten den Krieg kein bisschen. Dies kam bei ehemaligen oder aktiven Soldaten gut an, die die Authentizität der Comics lobten, während Regierungsstellen wie J. Edgar Hoovers FBI gerade deswegen fürchteten, dass die realistische Brutalität der Geschichten die Moral der US-Truppen untergraben könne.

The History of EC Comics

Nachdem Kurtzman in seinen Kriegs-Comics ernsthafte dramatische Geschichten erzählte, ging sein nächsten Projekt für EC in eine komplett andere Richtung. Mit MAD veralberte er zunächst die Comics aus dem Hause EC. Richtig erfolgreich wurde das Comicheft erst, als sich Kurtzman zusammen mit den Zeichnern Jack Davis, Wally Wood, John Severin und Bill Elder an Ikonen wie Superman, Prinz Eisenherz, Flash Gordon oder Micky Maus abarbeitete.

The History of EC Comics

MAD wurde zum größten Erfolg von EC und überlebte als einzige Publication des Verlags den Kahlschlag, der 1954 durch einige Zeitungsartikel und vor allem durch Fredric Werthams Buch Seduction of the Innocent ausgelöst wurde. Comics ohne das Siegel Comics Code, das die neu formierte Comics Magazine Association of America (CMAA) vergab wurden, von den meisten Händlern nicht mehr verkauft.

The History of EC Comics

Auch dies traurige Kapitel beschreibt Grant Geissman detailreich und ausführlich, genau wie die immer noch andauernden Einflüsse der EC-Comics auf die Popkultur. Doch in erster Linie feiert dieses knapp 600-seitige (leider nur in englischer Sprache erhältliche)  Buch, in dem sämtliche Cover der EC-Hefte zum Abdruck kommen, eine Zeit als einige talentierte und hochmotivierte Individualisten durch Geschichten Geschichte schrieben.

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Tank Girl

In Großbritannien feierte das Comic-Magazin 2000 AD mit seinen wilden Science-Fiction- und Fantasy-Helden große Erfolge. Daher starteten in England einige andere ähnlich gelagerte Magazine. Doch weder das an eine jüngere Leserschaft gerichtete Starblazer noch Warrior, hier veröffentlichte immerhin Alan Moore und David Lloyd ihr V for Vendetta, konnten sich lange halten.

Tank Girl

Deutlich erfolgreicher war ab 1988 das Magazin Deadline. Was Judge Dredd für 2000 AD war, stellte Tank Girl von Jamie Hewlett (Gorillaz) und Alan Martin für Deadline dar. Hierbei handelt es sich die punkige Göre Rebecca Buck mit dem teilrasierten Schädel, die in ihrem Panzer die von Meteoriteneinschlägen zerstörte australische Wüste durchquert. Tank Girls bester Kumpel ist das mutierte Känguru Booga.

Tank Girl

Die Comic-Serie wurde zu einem Erfolg und Tank Girl zur Mode-Ikone, da konnte eine Verfilmung nicht ausbleiben. Rachel Talalay, die als Produzentin und Regisseurin an der Film-Reihe Nightmare on Elm Street beteiligt war, erwarb die Filmrechte. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelang ihr 1995 eine nicht durchaus werkgetreue Verfilmung, die vielleicht gerade dadurch nicht das große Publikum erreichte.

Tank Girl

Noch heute wirkt der auch Comic-Panels von James Hewlett und Zeichentrick-Sequenzen einsetzende Film erstaunlich frisch. Das liegt sich an der energiegeladenen Darstellung am Rande der Albernheit der Titelrolle durch Lori Petty (Gefährliche Brandung), aber auch an Malcolm McDowell (Uhrwerk Orange), der als schurkischer Konzernchef Kesslee ebenfalls gut aufdreht.

Tank Girl

Genau wie die eine Dekade zuvor ebenfalls grandios an der Kinokasse gescheiterte Marvel-Comic-Verfilmung Howard the Duck ist auch Tank Girl ein Film, der gut gealtert ist und im Laufe der Jahre immer mehr Fans gewonnen hat. Dies schlägt sich auch im schön aufgemachten Mediabook nieder, das von Koch Media veröffentlicht wurde. Es bleibt abzuwarten, ob wir demnächst Harley Quinn Margot Robbie, die die Filmrechte am Comic erworben hat, als Tank Girl erleben werden.

Tank Girl

Das Mediabook von Koch Media enthält den 104-minütigen Film auf Blu-ray und DVD. Hinzu kommen: Audiokommentar von Lori Petty und Rachel Talalay (ohne Untertitel),  Interview mit Lori Petty (22:39 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Interview mit Rachel Talalay (23:55 min), Interview mit der Designerin Catherine Hardwicke (18:10 min), Making Of (5:05 min), Deutscher Trailer (2:06 min), Zwei US-Trailer (1:38 min + 1:39 min), Galerie mit 76 interessant ausgewählten Bildern, 20-seitiges Booklet mit Fotos und einem Text von Peter Osteried

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40 Jahre Taschen

Benedict Taschen betrieb bereits als Jugendlicher einen schwunghaften Handel mit Comics. 1980 gründete er in Köln einen Verlag und eröffnete einen Laden. Zunächst konzentrierte er sich auf das Verkaufen und Verlegen mit Comics. Doch nach einigen Jahren stellte er fest, dass es lukrativer war, sich auf Kunstbücher und Bildbände zu konzentrieren.

40 Jahre Taschen

Seitdemn ist viel geschehen. Sonderauflagen von Norman Mailers Reportage-Bildband MoonFire: The Epic Journey of Apollo 11 und des BILD-Buchs lagen echte Mondsteine bei. Immer noch im Angebot zum Preis von 4.000 Euro ist das 2004 erschienene 33 Kilo schwere Buch GOAT – Greatest Of All Times über Muhammad Ali. Doch Taschen verlegt nicht nur riesige Bücher zu entsprechenden Preisen, die auch als Spekulationsobjekt taugen. So erscheint fast jedes Buch des Verlags nach einer Weile als erschwingliche aber ebenfalls sehr geschmackssicher aufgemachte Neu-Edition.

40 Jahre Taschen

Das 40. Verlagsjubiläum von Taschen wird mit der Veröffentlichung von 40 Büchern zum Preis von jeweils 20 Euro gefeiert. Die Hardcover-Bände im Format von 15,6 x 21,7 cm bieten mehr als 500 Seiten mit deutschen, englischen und  französischen Texten und sorgfältig ausgewählter Bebilderung. Dabei handelt es sich meistens um  Neuausgaben von zuvor veröffentlichten, relativ hochpreisigen Büchern. Die Jubiläumsbände können hier direkt beim Verlag bestellt werden.

40 Jahre Taschen

Neben kleinformatigen Editionen von Peter Lindberghs Fotoband On Fashion erscheinen neben der LP-History Rock Covers auch Bücher zu Leben und Werk von Jean-Michel Basquiat, Egon Schiele oder Gaudí.40 Jahre Taschen

Hinzu kommt ein umfassender Überblick zu den Verpackungsaktionen von Christo und Jeanne-Claude. Hierin findet bereits die noch gar nicht realisierte Verhüllung des Pariser Arc de Triomphe Berücksichtigung.

40 Jahre Taschen

Doch Benedict Taschen fühlt sich auch weiterhin den Comics verbunden. Daher stehen auch Neuauflagen von Roy Thomas‘ The Marvel Age of Comics an und von Walt Disney’s Mickey Mouse: Die ultimative Chronik an.

40 Jahre Taschen

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Neuauflage des Bildbands zu Jamie Hewlett (Tank Girl, Gorillaz). Dank eines neuen Layouts und des von 424 auf 512 Seiten erweiterten Umfangs kommen trotz des kleineren Formats einige der Abbildungen sogar größer zum Abdruck. Wichtiger noch ist, dass knapp 30 weitere sehr sehenswerte Werke von Hewlett enthalten sind.

40 Jahre Taschen

Erschienen ist auch eine Neuausgabe von Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968. Doch leider fehlen bei der preiswerten von 620 auf 510 Seiten eingedampften Neuausgabe einige wichtige Kapitel. Somit bleibt die hochpreisige Archiv-Erstausgabe weiterhin unverzichtbar, wenn sich umfassend über Walt Disneys Animationsfilme informiert werden soll.

Walt Disney Filmarchiv - 40th Anniversary Edition

Ein Bildband von Noel Daniel ist märchenhaft von hinten und vorne,  denn wer das Buch aufschlägt findet die Werke der Gebrüder Grimm vor und wer es umdreht, kann in einer Hans-Christian-Andersen-Anthologie blättern.

40 Jahre Taschen

Wir werden an dieser Stelle über weitere Bücher dieser bemerkenswerten Reihe informieren, denn es sind auch preiswerte Neueditionen von The Star Wars Archives und  dem Walt Disney Filmarchiv erschienen.

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„The Marvel Age of Comics“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

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Spider-Man Newspaper Comics Collection

Abenteuerliche Fortsetzungs-Comics hatten eine Weile in den US-Newspapers ihren festen Platz, man denke nur an Tarzan, Prinz Eisenherz oder Flash Gordon. Doch Superhelden konnten als Zeitungs-Comics kaum punkten, obwohl dort 1936 mit The Phantom der Ur-Vater des Genres debütierte, zwei Jahre bevor Superman seine Premiere im Heft Action Comics # 1 hatte.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Genau wie sein DC-Kollege Batman konnte sich Superman jedoch als Zeitungs-Strip nie dauerhaft durchsetzen, ganz im Gegensatz zu Marvels populärster Figur Spider-Man. Anfang 1977 startete der freundliche Netzschwinger in diversen Zeitungen. Die täglichen Fortsetzungen wurden bis 1981 von John Romita Sr. gezeichnet und bis zu seinem Tode von Stan Lee (zuletzt mit Roy Thomas als Ghostwriter) getextet.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Romita Sr. und Lee kreierten zehn Jahre zuvor die wohl interessantesten Spider-Man-Hefte, was vor allem an aufregenden weiblichen Hauptfiguren wie Mary Jane Watson oder Gwen Stacy lag. Dies setzt sich auch in den Zeitungsstrips fort. Hier kämpfte Peter Parker nicht nur gegen die Doktoren Doom und Octopus, sondern auch mit seinen Gefühlen für das andere Geschlecht. Interessant ist bereits der Auftakt des Strips, der erzählt wie der schurkische Dr. Doom von der UN eingeladen wird, um Vorschläge zur Terrorbekämpfung zu machen. Dabei trifft der Mann mit der eisernen Maske auf Jassir Arafat, Indira Ghandi, Henry Kissinger und Idi Amin.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Zeitungscomics stellen ganz besondere formale Anforderungen an ihre Schöpfer. So erlebt Spider-Man seine fortlaufenden Abenteuer wochentags meist auf jeweils drei bis vier Panels. Sonntags hingegen wurde ihm dreimal so viel Raum eingeräumt. Es war dabei jedoch darauf zu achten, dass die umfangreicheren sonntäglichen Farb-Comics inhaltlich eher entbehrlich ausfielen, damit die “alltäglichen“ Leser trotzdem dem Fluss der Erzählung folgen konnten.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Der Comic-Meister Will Eisner (The Spirit, Ein Vertrag mit Gott) meinte einmal: „Ich hätte mir mich niemals dabei vorstellen können, einen täglichen Strip zu zeichnen. Diese Vorstellung allein, dieselbe kleine Figur in vier kleinen Bildern tagtäglich zeichnen zu müssen, verschafft mir Platzangst! Das ist etwa so, als wolle man versuchen, ein Symphonieorchester in einer Telefonzelle zu dirigieren.“

Spider-Man Newspaper Comics Collection
Sonntagsseite vom 26. Februar 1978 in der alten Panini-Ausgabe

Unter Berücksichtigung dieser formalen Einschränkungen überrascht, wie gut sich die Spider-Man-Strips in einem Rutsch lesen lassen. Daher ist es sehr erfreulich, dass nicht nur Funny-Strips wie die Peanuts oder Garfield in Form von Werkausgaben lückenlos verlegt werden, sondern auch die hierzulande völlig unbekannten und äußerst lesenswerten Spider-Man-Zeitungsstrips ansprechend aufgemacht erscheinen.

Spider-Man Newspaper Comics Collection
Sonntagsseite vom 26. Februar 1978 in der neuen Panini-Ausgabe

Panini hat bereits 2007 die von John Romita Sr. gezeichneten Strips in zwei querformatigern Bänden veröffentlicht. Seinerzeit kamen jedoch die Sonntagsseiten nicht in Farbe zum Abdruck. Die in einem größeren Format veröffentlichte Neuausgabe basiert auf der US-Edition, die IDW innerhalb der Reihe The Library of American Comics veröffentlicht und enthält auch die sehr ansprechend in Farbe gestalteten sonntäglichen Abenteuer von The Amazing Spider-Man. inklusive der in der alten Ausgabe fehlenden Kopfzeile.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Der erste Band präsentiert die vom 3. Januar 1977 bis zum 28. Januar 1979 veröffentlichten Zeitungscomics. Mit Band 3 startet die Veröffentlichung der von Fred Kida gezeichneten Strips und es ist zu hoffen, dass auch noch die Arbeiten von Stan Lees Bruder Larry Lieber und von Alex Saviuk  in dieser optimalen Form erscheinen!

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