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Punisher: Welcome Back, Frank

Für ihre 1998 gestartete Reihe Marvel Knights hatten sich Joe Quesada und Jimmy Palmiotti meist eher bodenständige Charaktere aus dem Fundus des US-Superhelden-Verlages Marvel ausgesucht. Hierzu zählt neben Black Widow und Daredevil natürlich auch unbedingt der schwer bewaffnete Rächer The Punisher. Diese Figur hatte ihren ersten Auftritt 1974 in einem Spider-Man-Heft.

Punisher: Welcome Back, Frank

Doch seltsamerweise machten die ersten Hefte innerhalb der ansonsten eher realistischen Marvel Knights-Reihe aus dem Punisher eine Art auf die Erde zurückgekehrten Zombie mit magischen Kräften. Zwar konnten die Zeichnungen von Pat Lee oder Bernie Wrightson überzeugen, doch richtig los mit dem Punisher ging es erst 2001. Nachdem der irische Autor Garth Ennis und der britische Zeichner Steve Dillon, die bereits innerhalb der Serie Hellblazer Beachtliches geleistet hatten, ihre mittlerweile auch als TV-Serie verfilmte Reihe Preacher nach 66 Heften beendet hatten, wurden sie von ihren guten Kumpels Quesada und Palmiotti (dessen Inking auch noch einiges aus Dillons ansonsten eher nüchternen Zeichnungen herausholte) dazu überredet sich unter dem Titel Welcome Back, Frank mit dem Bestrafer zu beschäftigen.

Punisher: Welcome Back, Frank

Die mit roher Gewalt operierende Figur liegt Garth Ennis und bereits 1995 gab es ein von ihm geschriebenes Sonderheft mit dem schönen Titel The Punisher kills the Marvel Universum in dem Ennis tatsächlich alle Superhelden des Verlages tötete. Die Geschichte von Ennis sind sehr gewalttätig und der Leser muss sich fragen, warum er so viel Vergnügen daran hat, dem Punisher dabei zuzusehen, wie er völlig rücksichtslos aufräumt. Eine mögliche Theorie wäre, dass der Ire Ennis sich jegliches US-amerikanische Pathos verkneift und Selbstjustiz nicht glorifiziert. Stattdessen sind seine Geschichten so pointiert übertrieben erzählt, dass ein übler Beigeschmack gar nicht erst aufkommt.

Punisher: Welcome Back, Frank

Auf den Punkt bringt es Mark Millar (Kick-Ass): “In den falschen Händen ist ein rechtsradikaler durchgeknallter Charakter wie der Punisher eine Katastrophe und bestätigt alle Vorurteile gegen das Medium Comic. Doch wenn ein Paar clevere Burschenwie Ennis und Dillon sich der Sache annehmen, landet Frank Castle an der Spitze aller Verkaufscharts und räumt alle Preise ab.“

Punisher: Welcome Back, Frank

Sehr viele Elemente aus Welcome Back, Frank waren  auch im Punisher-Kinofilm mit John Travolta und Thomas Jane wieder zu finden. Ende 2016 verstarb Steve Dillon, der kurz zuvor in Operation Condor noch ein letztes Mal den Punisher zeichnete.

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Punisher: Operation Condor

Sie waren ein Dream Team. Die Zusammenarbeit des irischen Autors Garth Ennis mit dem britischen Zeichner Steve Dillon bei Hellblazer und der eigenen mittlerweile auch fürs TV-verfilmten Serie Preacher gehörten zu den Höhepunkten des Medium Comics. Aktuell planten sie einen Batman-Comic, doch daraus wurde nichts, denn Dillon starb am 22. Oktober 2016 in New York im Alter von 54 Jahren an den Folgen einer Blinddarmentzündung.

Punisher: Operation Condor

Zuvor war er zu einer Marvel-Figur zurückgekehrt, der er – ebenfalls gemeinsam mit Ennis – erstaunlich interessante, aber auch sehr gewalttätige, Aspekte abgetrotzt hatte. Doch für die neue im Juli 2016 gestartete Punisher-Serie schrieb eine Frau die Texte. Becky Cloonan (Gotham Academy) ist auch als Zeichnerin tätig. In Operation Condor bekämpft Frank Castle alias The Punisher eine Söldner-Bande. Diese handelt mit Drogen, die spezielle Kräfte verleihen. Zur Organisation Condor gehört auch ein alter Kamerad, den Frank noch aus Armeezeiten kennt…

Punisher: Operation Condor

Über die selbe Wucht, wie die sich ab 2001 über 12 Hefte erstreckende Punisher-Storyline Welcome Back, Frank von Ennis und Dillon, verfügt Operation Condor nicht. Doch das trifft auch auf viele der zahlreichen Punisher-Geschichten zu, bei denen Ennis mit nicht mit Dillon zusammenarbeitete. Auf alle Fälle ist es einmal mehr beeindruckend, mit welcher Präzision Dillon gewalttätige Momente in Szene setzt, ohne sie zu verherrlichen.

Punisher: Operation Condor

Der Panini-Sammelband enthält die ersten sechs Hefte der Serie Operation Condor. Zum Abdruck kommen in voller Größe auch die gelungenen Titelbilder von Declan Shalvey. Steve Dillon zeichnete zudem noch das siebte Heft der Reihe. Nach seinem Tod sprang Laura Braga ein. Womit der Punisher erstmals komplett in Frauenhand war, allerdings nur für ein Hefte, denn danach übernahm Matt Horak die Zeichenarbeit.

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Demon Knight – Ritter der Dämonen

In den 50er Jahren erfreute MAD-Herausgeber William M. Gaines die US-Jugend in EC-Comic-Heften wie Tales from the Crypt oder The Vault of Horror mit schrecklich schönen Short Stories. Der Erfolg war so groß, dass der in Nürnberg geborene Dr. Fredric Wertham in seinem Machwerk Seduction of the Innocent anhand von zahlreichen Illustrationen aus den EC-Heften nachzuweisen versuchte, dass Comics junge Menschen verderben. Der „Erfolg“ des Buches war so groß, dass prompt Comic-Verbrennungen organisiert wurden und Gaines alle seine Horror-Reihen einstellen musste. Doch in Film und Fernsehen leben die Geschichten aus der Gruft weiter…

Demon Knight - Ritter der Dämonen

Den Reigen eröffnete in den 70er Jahren die britische Film-Company Amicus mit den Episoden-Filmen Tales from the Crypt und Vault of Horror. Danach war erst einmal Ruhe bis 1989. In jenem Jahr startete die TV-Serie Tales from the Crypt.  Als Produzenten fungierten u. a. die Hollywood-Regisseure Walter Hill, Richard Donner und Robert Zemeckis, die auch die ersten drei Episoden inszenierten. Die Serie lief bis 1996 und brachte es auf knapp 100 Episoden. Als Regisseure versuchten sich hier auch die Darsteller Tom Hanks, Bob Hoskins und Arnold Schwarzenegger.

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1995 und 1996 kamen mit Ritter der Dämonen und Bordello of Blood zwei Filme zur TV-Serie ins Kino. Doch abgesehen von der Titelsequenz mit der Musik von Danny Elfman und der etwas aufwändiger animierten Cryptkeeper-Puppe am Anfang haben die Filme, schon dadurch, dass hier jeweils durchgehende Geschichten erzählt werden, nur wenig mit der TV-Serie oder den Comic-Vorlagen gemein.

Demon Knight - Ritter der Dämonen

Das Drehbuch zu Ritter der Dämonen entstand völlig unabhängig von Tales from the Crypt und passt nicht wirklich zu den sarkastischen Kurzgeschichten mit ihren mehr oder weniger überraschenden Schlusspointen. Der Kinofilm bietet eine nicht uninteressante Mischung aus hartem Horror und versponnener Mystery. Mit William Sadler, Jada Pinkett, C. C. H. Pounder, Thomas Haden Church und dem Roger-Corman Ur-Gestein Dick Miller war zudem eine interessante Besetzung am Start. Als glatzköpfiger Ober-Dämon The Collector drehte zudem auch noch Billy Zane so auf, dass er sich dadurch für die Schurkenrolle in James Camerons Titanic qualifizierte.

Demon Knight - Ritter der Dämonen

Doch anstatt, wie ursprünglich geplant, eine direkte Fortsetzung zu Ritter der Dämonen zu drehen, wurde anschließend unter dem Label Tales from the Crypt eine Film-Idee umgesetzt, die Robert Zemeckis und Bob Gale hatten, lange bevor sie Zurück in die Zukunft schrieben. Die Dreharbeiten in Vancouver zu Bordello of Blood verliefen recht chaotisch, und das bewusst auf trashig getrimmte Resultat konnte nur einige wenige eingefleischte Horror-Fans wirklich begeistern.

Demon Knight - Ritter der Dämonen

2002 folgte noch der Film Das Ritual – Im Bann des Bösen, bei dem das anscheinend immer noch als Gütesiegel taugende Tales from the Crypt presents auf Plakat und Video-Cover gedruckt wurde. Bei dem mit Tim Curry, Jennifer Grey und Craig Sheffer recht gut besetzten Film handelt es sich um ein Remake von Jacques Tourneurs Ich folgte einem Zombie.

Demon Knight - Ritter der Dämonen

Ritter der Dämonen und Bordello of Blood wurden in Deutschland nur gekürzt veröffentlicht. Doch das ist mittlerweile Geschichte, denn bei Koch Media erscheinen beide Filme auf Blu-ray ungekürzt (und trotzdem ab freigegeben ab 16 Jahren) in schönen Steelbook-Editionen. Auch das Bonusmaterial kann sich sehen lassen. Auf beiden Blu-rays sind neu produzierte Dokus, in denen die Beteiligten kein Blatt vor dem Mund nehmen und offen über Probleme bei den Dreharbeiten plaudern. Besonders amüsant ist es, wenn Corey Feldman über seine Kollegen beim Dreh von Bordello of Blood ablästert.

Demon Knight - Ritter der Dämonen

Die Blu-ray zu “Ritter der Dämonen“ enthält neben dem 92-minütigen Hauptfilm noch eine neu produzierte Featurette (39:12 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Interview von 2014 mit Dick Miller, Rick Baker und Ernest R. Dickerson, dem Regisseur von “Demin Knight“ (9:46 min), Making Of von 1995 (8:15 min), Interviews von 1995 (17:03 min), Behind the Scenes (14:57 min), deutscher Trailer (2:09 min), US-Trailer (1:58 min) und eine Galerie mit 60 Bildern.

Demon Knight - Ritter der Dämonen

Die Blu-ray zu “Bordello of Blood“ enthält neben dem 87-minütigen Hauptfilm noch eine neu produzierte Featurette von 2015 (36:08 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Promo Video (3:12 min), Interviews von 1995 (4:56 min), Behind the Scenes (3:19 min), deutscher Trailer (1:35 min), US-Trailer (1:54 min) und eine Galerie mit 33 Bildern.

Zusammen mit KOCH MEDIA verlosen wir zwei Blu-rays von RITTER DER DÄMONEN: Schickt bitte ein Mail an verlosung@highlightzone.de

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Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. – Staffel 2

Mittlerweile ist es ja kein Geheimnis mehr, dass es sich bei Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. um eine Marvel-Serie ohne Superhelden handelt. Während in der ersten Staffel immerhin noch Samuel L. Jackson zwei mehr oder weniger kurze Gastauftritte als Nick Fury absolvierte, wird diesmal nur noch über ihn geredet. In Rückblenden ist zweimal Hayley Atwell als Agent Carter dabei, Cobie Smulder ist kurz auf einem Monitor als Maria Hill zu sehen und Thors Waffengefährtin Lady Sif (Jaimie Alexander) steht im Zentrum einer Episode, die mit der Haupthandlung wenig zu tun hat.

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. - Staffel 2

Das waren auch schon die Bezugspunkte zum Marvel Cinematic Universe, wenn vom eigentlich im ersten Avengers-Kinofilm verstorbenen S.H.I.E.L.D. – Agenten Phil Coulson (Clark Gregg) abgesehen wird. Dieser steht gemeinsam mit der ebenso coolen Ming-Na Wen als Agent Melinda May alias „Die Kavallerie“ im Zentrum der Serie. Um das Duo herum gruppiert sich ein ganzer Haufen deutlich jüngerer Agenten, die auch schon einmal überlegen, ob sie nicht lieber für eine der Gegenseiten arbeiten sollen.

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. - Staffel 2

Das Ganze ist dank interessanter Darsteller, besonders dominant ist diesmal Kyle MacLachlan aus Twin Peaks, guter aber wohl dosierter Spezialeffekte und sorgfältig choreographierter Action-Szenen (großartig ist es, wenn Ming-Na Wen gegen sich selbst kämpft) alles andere als öde. Da Buffy-Schöpfer Joss Whedon auch hier mit am Konzept geschraubt hat, passiert zwischenmenschlich so einiges.

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. - Staffel 2

Richtig zu Herzen gehen dabei die Szenen mit dem britischen Nerd-Duo Leo Fitz und Jemma Simmonds (ganz entzückend: Iain De Caestecker und Elizabeth Henstridge), die einfach nicht zusammenkommen wollen (oder sollen). Was anfangs nicht zu erwarten war, ist dann doch noch geschehen. Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. geht in die vierte Staffel und ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. - Staffel 2
© 2017 Marvel & ABC Studios

Die Blu-ray-Box von Touchstone enthält auf 5 Scheiben alle 22 Episoden der zweiten Staffel, der deutsche Ton ist in 5.1 und die englische Tonspur nur in 2.0. Es gibt mit einigen recht witzigen verpatzten Szenen (3:56 min) und 11 zusätzlichen oder verlängerten Szenen (10:11 min) weniger Bonusmaterial als bei der ersten Staffel.

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Swamp Thing

1971 erzählten der Autor Len Wein und der im März 2017 verstorbene Zeichner Bernie Wrightson die tragische Geschichte vom Biologen Alec Holland. Dieser wurde von einem eifersüchtigen Kollegen, der es auf dessen Frau abgesehen hatte, umgebracht. Anschließend wurde Alec “zum stinkenden Sumpf getragen und dort vergraben“. Doch Alec ging eine Metamorphose mit den wilden Sumpfblüten ein, wurde zum mächtigen Swamp Thing und rächte sich an seinem Mörder. Doch das entfremdete ihn von seiner Frau und traurig ging das Ding zurück in den Sumpf…

Swamp Thing

Diese auf nur acht Comic-Seiten im DC-Heft House of Secrets # 92 erzählte Geschichte wurde zu einem gewaltigen Erfolg. Nach anfänglichem Zögern machten sich Wein und Wrightson daran, aus Swamp Thing einen Serien-Helden zu machen. Sie ließen ihr tragisches Ungetüm auf das Monster von Frankenstein aber auch auf Batman treffen. Nach 10 Heften verließ Wrightson die Serie und drei Ausgaben später ging Len Wein von Bord. 1976 war dann erst einmal Schluss mit Swamp Thing.

Swamp Thing

1982 drehte Wes Craven eine gar nicht einmal so gute Verfilmung von Swamp Thing, der trotzdem sieben Jahre später eine etwas amüsantere Fortsetzung folgte. Ab 1993 entstand eine erstaunlich langlebige TV-Serie, die es auf 72 Episoden brachte. Dies alles belebte auch den Comic wieder, der zu einem Höhenflug ansetzte, als Alan Moore (Watchmen) 1983 als Autor einstieg und innerhalb der Serie ganz nebenbei auch noch den Detektiv und Magier John Constantine einführte.

Swamp Thing

Nach vielen weiteren Neustarts trat Len Wein 2016 wieder als Autor von Swamp Thing in Erscheinung. Die in sechs Heften erzählte Story hatte er bereits 30 Jahre zuvor gemeinsam mit Bernie Wrightson entwickelt. Doch als dieser plötzlich nicht mehr als Zeichner zur Verfügung stand, hatte DC kein Interesse an einer Veröffentlichung. Doch es gab ein Happy End, denn mit Kelley Jones wurde der optimale Zeichner gefunden.

Swamp Thing

Für Jones, der zu den interessantesten Batman-Zeichnern zählt, war Wrightson eine große Inspirationsquelle. Seine morbiden Bilder bilden den Hauptanreiz der Neu-Interpretation von Swamp Thing. Len Weins Story hingegen erscheint als ein eher schwacher Vorwand um Gastauftritte von Figuren wir Phantom Stranger, Zantana, Deadman, Spectre oder den von Jack Kirby erfundenen Dämonen Etrigan zu ermöglichen.

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Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 – 1945

Die Tarzan-Sonntagsseite vom 28.11.1945 endet mit einem breiten Panel, auf dem die Silhouette einer Karawane zu sehen ist. Darunter steht: “Gestärkt und zu Kräften gekommen, begab sich Tarzan mit seinen neuen Verbündeten bald darauf auf die weite Reise, um die Freiheit zu erkämpfen.“

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945

Dies klingt irgendwie passend dazu, dass Burne Hogarth mit dieser Zeichnung erst einmal seine Arbeit an den Tarzan-Comics einstellte. Bereits zwei Jahre später kehrte er zurück und erzählte bis 1950 auf prächtigen Sonntagsseiten in den US-Zeitungen vom Herrn des Dschungels. 1972 und 1975 folgten zwei Comic-Bücher, in denen Hogarth, sehr nah orientiert an den literarischen Vorgaben von Edgar Rice Burroughs, die Origin von Tarzan erzählte.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945

Bocola veröffentlicht im achten Band seiner Tarzan-Edition jene Sonntagsseiten die 1945 und 1946 erschienen sind. Ein sehr interessantes Vorwort von Uwe Baumann versucht zu rekonstruieren, warum Hogarth Ende 1945 aufhörte Tarzan zu zeichnen, obwohl er darin eine bis heute unerreichbare Meisterschaft erlangt hatte.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945
Tarzan Sonntagsseite von Burne Hogarth

Anscheinend forderte Hogarth eine zusätzliche Entlohnung dafür, dass seine Tarzan-Comics im Ausland in Buchform nachgedruckt wurden. Als ihm dies nicht gewährt wurde, kündigte er. In diesem Zusammenhang verwundert, dass aus dem Umfeld von Edgar Rice Burroughs Unzufriedenheit mit dem Stil von Hogarth geäußert wurde. Nicht nachvollziehbar erscheint es, wenn geäußert wird, dass Hogarth seinem Vorgänger Hal Foster (Prinz Eisenherz) “nie gleichgekommen ist“.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945
Tarzan Sonntagsseite von Ruben Moreira

Das Hogarth-Bashing geht sogar so weit, dass behauptet wurde, dessen Nachfolger, der Puerto-Ricaner Ruben Moreira, sei “der bessere Illustrator“. Wie absurd diese Aussage ist, beweist das Buch von Bocola. Wenn nach dem Karawanen-Bild auf Seite 55 umgeblättert wird, ist sofort klar, dass hier nicht mehr Hogarth, sondern ein deutlich weniger talentierter (aber auch nicht so erfahrener) Zeichner, am Werke war.

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Jene 46 Tarzan-Seiten hingegen, die Burne Hogarth 1945 zeichnete, gehören durchaus zu den Höhepunkten der Serie. Hier trägt der Herr des Dschungels zunächst seinen Teil zum Ausgang des Zweiten Weltkriegs bei und bekämpft den Nazi-Kommandanten Krieger. Anschließend tritt er gegen das an einen Saurier erinnende Fabelwesen Goru-Bongara an. Es ist sehr erfreulich, dass in dieser schönen großformatigen und gut dokumentierten Edition wohl schon recht bald der komplette Hogarth vorliegt!

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Harry und Platte: Gesamtausgabe 1949 – 1954

2011 startete Salleck Publicatons eine Gesamtausgabe der klassischen Comic-Serie Harry und Platte (Tif et Tondu) nicht am Anfang, sondern im Jahre 1956. Damals wurden die beiden nur bedingt individuell charakterisierten Hauptfiguren mit einen ungleich markanteren Gegner konfrontiert: Dem Schock! Dieser wurde populärer als die eigentlichen Helden und bekam – lange nachdem Harry und Platte eingestellt wurde – eine eigene Serie. Doch das ist eine andere Geschichte.

Harry und Platte: Gesamtausgabe 1949 - 1954

1938 erlebte Fernand Dineurs Serie Tif ihre Premiere in der allerersten Ausgabe des wöchentlich erscheinenden Magazins Spirou. Hauptfigur war ein Glatzkopf, der weltweit gagreiche Abenteuer erlebte und bereits nach fünf Wochen, bzw. Spirou-Ausgaben, auf den mit wilden Haar- und Bartwuchs gesegneten Tondu traf. Unter dem Titel Tif et Tondu erfreute sich die Reihe großer Popularität. Dem Spirou-Herausgeber Charles Dupuis gefielen die von Dineur in Windeseile hingeschluderten Comic-Geschichten jedoch immer weniger.

Harry und Platte: Gesamtausgabe 1949 - 1954

1949 schließlich – und hier setzt dieser neue Band von Sallecks Gesamtausgabe an – gelang es den Spirou-Herausgebern Fernand Dineurs davon zu überzeugen bei Harry und Platte nur noch als Autor tätig zu sein. Als Zeichner wurde Willy Maltaite alias Will verpflichtet. Genau wie André Franquin (Gaston) und Morris (Lucky Luke) absolvierte dieser eine Ausbildung beim belgischen Comic-Altmeister Joseph Gillain alias Jijé. Doch im Gegensatz zu seinen etwas älteren Kollegen, die bereits als talentierte Zeichner zu Jijé kamen, lernte Will im Hause Gillain das Zeichenhandwerk von der Pike auf.

Harry und Platte: Gesamtausgabe 1949 - 1954

Es war auch Jijé, der Charles Dupuis empfahl Will als Zeichner von Harry und Platte  einzusetzen. Fernand Dineur war wenig begeistert vom aufstrebenden Zeichner, der seinen Figuren ein gefälligeres Äußeres verpasste.

Harry und Platte: Gesamtausgabe 1949 - 1954

Nach einer Weile gab Dineur bei Harry und Platte auch das Texten auf. Ersatz wurde in Jijés Bruder Henri Gillain gefunden, der zuvor bereits zur Comic-Serie Spirou den Grafen von Rummelsdorf beigesteuert hatte. Doch Dupuis waren Gillains Geschichten zu abgefahren und als nächster Texter sprang unter dem Pseudonym Ben für eine kurze Zeit der Journalist Albert Desprechins ein.

Harry und Platte: Gesamtausgabe 1949 - 1954

Die Comics, die in dieser spannenden Zeit entstanden sind, mögen heute etwas antiquiert wirken. Doch da dieser hervorragend aufgemachte und reich bebilderte Band der Gesamtausgabe auch noch zahlreiche Hintergrundinformationen enthält, dürfte er allen Freunden des frankobelgischen Comics viel Freude bereiten.

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Nicolas Mahler: Engelmann

Dass der Wiener Nicolas Mahler (Flaschko, der Mann in der Heizdecke), der sich sonst doch eher bei „elitären“ Verlagen wie Reprodukt oder der Edition Moderne herumdrückt, plötzlich zum „Global Player“ Carlsen wechselt und dort auch noch Superhelden-Comics produziert, erscheint wie ein Witz. Und das ist es auch, allerdings ein verdammt guter!

Nicolas Mahler: Engelmann

Mahlers Superheld heißt ENGELMANN und er wurde von der Firma Konzern Publishing konzipiert um auch kleine Mädchen für maskierte Rächer zu begeistern. Daher hat der geflügelte Knirps mit auch ganz besondere Superkräfte: Er ist tolerant, ambivalent und kann gut zuhören. Tagsüber arbeitet er als Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift und nachts versucht er in der U-Bahn nicht beim Schwarzfahren erwischt zu werden, da eine Geldbörse sein rosarotes Kostüm ausbeulen würde.

Nicolas Mahler: Engelmann

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass ENGELMANN kein Riesenerfolg wurde. Daher bastelte das Story-Department von Konzern Publishing am Charakter des Helden herum und gab ihm ein Schwert, was allerdings die weibliche Leserschaft erschreckte. Auch der ENGELMANN-Kinofilm floppte überall (außer in Japan). Daher war es dem Carlsen Verlag möglich ganz billig die Rechte an ENGELMANN bei Konzern Publishing zu erwerben und eine “Art Sammelband“ mit den schönsten Momenten sowie wichtigen Hintergrundinfos zum “gefallenen Engel“ zu veröffentlichen.

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Flaschko, der Mann in der Heizdecke

Gleich am Anfang dieses wunderschönen gebundenen querformatigen Buches wird das „Flaschko-Universum“ vorgestellt. Das ist auch bitter nötig, denn wie leicht verliert der Leser hier den Überblick und diese Zutaten könnten verwechselt werden: Flaschko, Heizdecke, Sessel, Steckdose, Fernseher und Mutter.

Flaschko, der Mann in der Heizdecke

In den Flaschko-Comics von Nicolas Mahler (Alte Meister, Alice in Sussex, Engelmann) treten immer nur die ewige wohltemperierte Sessel-Kartoffel Flaschko und seine Mutter auf. Selten werden mehr als die Requisiten Heizdecke, Sessel, Steckdose und Fernseher verwendet. Auch Mahlers Zeichenstil vermeidet jegliche Experimente und wechselt niemals die Perspektive.

Flaschko, der Mann in der Heizdecke

Die mehr als 200 in diesem Band versammelten Strips nennt der Wiener Zeichner Sitzmelodramen. Er hat meist sechs bis neun davon zusammengefasst zu vielsagenden Themenkomplexen wie (achten Sie auf das Kleingedruckte) „ein mann, eine decke und deren wärme“, „kleiner tod frischluft“, “die lange sylvia-kristel-nacht“ oder „mein vater, der mann“.

Flaschko, der Mann in der Heizdecke

Für jede dieser tiefgreifenden Abhandlungen wählte Mahler auch noch eine andere Schmuckfarbe fürs Mobiliar. All dies wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht Seite für Seite die Gags stimmen würden. Dies ist der Fall und immer wieder trotzt Mahler seiner eigentlich arg eingeschränkten Ausgangssituation einen unglaublichen Haufen skuriller Einfälle ab.

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Sean Chuang: Meine 80er Jahre: Eine Jugend in Taiwan

Der taiwanesische Zeichner und Autor Sean Chuang feierte mit seinem autobiographischen Comic “Notizen eines Werbefilmers“ in seiner Heimat große Erfolge. Anschließend ging der 1968 als Zhuang Yongxi geborene Künstler noch etwas weiter in der eigenen Historie zurück und schilderte seine Jugend im Taiwan der 80er Jahre.

 Sean Chuang: Meine 80er Jahre: Eine Jugend in Taiwan

Unter dem Regime von Chiang Kai-shek sah sich Taiwan ab 1949 als einzige wahre Regierung von ganz China. Es herrschten Notstandsgesetzte und Kriegsrecht, denn demokratische Wahlen sollte es erst geben, wenn ganz China sich beteiligen würde. 1987 wurde das Kriegsrecht aufgehoben. Doch schon in den Jahren zuvor veränderte sich Taiwan. Neben zunehmendem Wohlstand hielten westliche, aber auch die japanische, Kultur, sowie das Hongkong-Kino Einzug.

 Sean Chuang: Meine 80er Jahre: Eine Jugend in Taiwan

Eins der prägenden Jugenderlebnisse von Sean Chuang betraf die phantasievollen Spielzeug-Roboter aus japanischer Produktion, die plötzlich in den Geschäften von Taiwan zu erwerben waren, obwohl die zugehörigen Mangas und Animes noch etliche Jahre unveröffentlicht blieben. Etwas später war es Bruce Lee, der Chuang und seine Mitschüler beeindruckte. Ganz besonders der 1972 entstandene Film Todesgrüsse aus Shanghai, in dem Bruce Lee gegen arrogante japanische Kolonisten kämpfte, traf den Nerv der Zeit. Als der asiatische Superstar schon ein Jahr später verstarb, war dies ein entscheidender Moment im Leben von Sean Chuang.

 Sean Chuang: Meine 80er Jahre: Eine Jugend in Taiwan

Wenn Sean Chuang seine Begeisterung für Spielzeug-Roboter, Kung-Fu-Filme, Motoräder, Breakdance oder das Schwänzen von Schulstunden in akribischen Zeichnungen zum Ausdruck bringt, dann scheint sich seine Jugend in Taiwan sich gar nicht so stark vom Leben in Westeuropa zu unterscheiden. Doch wenn Chuang aus der Schule plaudert, dann wird es exotisch. Alle vier Wochen wurde dort die Länge der Haare geprüft, da diese nicht länger als 5 mm sein durften, und auf wöchentlichen Versammlungen wurden Schüler dazu verdonnert öffentlich ihre Missetaten zu beichten.

 Sean Chuang: Meine 80er Jahre: Eine Jugend in Taiwan

In ihrer Mischung aus vertrauten aber auch fremdartigen Erlebnissen, faszinieren Sean Chuangs ebenso humorvollen wie scharf beobachteten Jugenderinnerungen. In der Ausgabe von Chinabooks kommt der Comic gleich zweimal zum Abdruck, einmal in der deutschen Übersetzung und einmal im chinesischen Original. Sean Chuang wird auf dem Comicfestival München zu Gast sein.

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