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Der Fall E. P. Jacobs

Bei Carlsen erschien bereits – in immer neuen erweiterten Auflagen – die Comic-Biographie “Die Abenteuer von Hergé“ von Jose-Luis Bocquet, Jean-Luc Fromental und Stanislas. Obwohl es sich dabei um alles andere als eine unkritische Bejubelung des Schöpfers von „Tim und Struppi“ handelt, verlegte sie dessen deutscher Hausverlag. Eine gar nicht so kleine Rolle in dieser Comic-Biographie spielte – genau wie auch im Leben von Hergé – ein gewisser Edgar Pierre Jacobs, dessen Serie “Blake und Mortimer“ ebenfalls von Carlsen herausgebracht wird.

Der Fall E. P. Jacobs

Auch daher liegt dort jetzt eine gezeichnete Biographie von E. P. Jacobs vor, in der natürlich auch Hergé auftritt. Dieser setzte den vielseitig begabten Jacobs in den Vierziger Jahren gerne als Mitarbeiten bei “Tim und Struppi“ ein, verweigerte ihm jedoch die eigentlich berechtigte Nennung als Ko-Autor. Daraufhin widmete sich Jakobs ausschließlich eigenen Projekten und feierte große Erfolge mit seiner Serie “Blake und Mortimer“, die – im Gegensatz zu “Tim und Struppi“ – auch nach dem Tode ihres Schöpfes noch heute von wechselnden Teams fortgeführt wird.

Der Fall E. P. Jacobs

Dennoch erscheint “Ein Leben für den Comic“ als Untertitel eines Buches über jemanden der nicht nur als Zeichner sondern auch als Opernsänger Beachtliches geleistet hat als nicht ganz passend gewählt. Auf dem Cover der französischen Originalausgabe heißt es “Une vie en Bande Dessinée“, was vielleicht treffender mit “Ein Leben im Comic“ übersetzt worden wäre.

Der Fall E. P. Jacobs

Noch stärker als Stanislas in “Die Abenteuer von Hergé“ orientiert sich Louis Alloing (“In der Sekte: Mein Leben in Scientology“) bei seiner Bebilderung an dem Stil des porträtierten Zeichners. In seinen oft sehr großen Panels trifft Alloing recht gut Jacobs‘ Mischung aus Ligne Claire und detailfixierten Realismus. Der Autor Rodolphe (“Kenya“) hingegen folgt in seinem Erzählstil (zum Glück) nur bedingt den Vorgaben von Jacobs, denn er fülllt die Sprechblasen nicht bis zum Bersten mit Texten. Abgerundet wird diese gelungene Comic-Biographie noch durch ein Gespräch mit Rodolphe und Skizzen von Louis Alloing.

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Marvel Classics

Unter dem Titel “Marvel Classics“ veröffentlich Koch Media drei Comic-Verfilmungen, die aus einer Zeit stammen als die Superhelden aus dem “Haus der Ideen“ noch nicht die Vorlage für Big-Budget-Blockbuster sondern eher im Fernsehen beheimatet waren. In einem Pappschuber mit problemos abstecken in schmalen Plastikhüllen mit bedingt stilsicheren Comic-Covern drei recht spaßige Comic-Filme, wobei zwei davon Neuauflagen von bereits erschienenen DVDs sind.

MARVEL CLASSICS

DER UNGLAUBLICHE HULK (1977)

Während 1977 nahezu zeitgleich eine “Spider-Man“-TV-Serie nach nur 13 Episoden eingestellt wurde, gelang es dem Produzenten und Regisseur Kenneth Johnson (“V – Die Außerirdischen kommen“, “Alien Nation“) die Marvel-Comicfigur Hulk in den Mittelpunkt einer 82-teiligen Erfolgsserie zu stellen. Johnson, der 1997 auch einen Film mit dem DC-Superhelden Steel drehte, nahm einige Veränderungen bzw. Vereinfachungen an der Figur vor, wozu auch das Umtaufen von Hulks menschlichem Alter Ego Bruce Banner in David Banner gehörte. Wichtiger war jedoch noch, dass die TV-Serie nicht im von Superhelden bevölkerten Marvel-Universum spielte, sondern fest in der Realität verankert war (erst in einigen später entstandenen Hulk-Specials gab es Gastauftritte von Daredevil und Thor).

MARVEL CLASSICS Hulk

Die “Marvel Classics“ Edition enthält den Pilotfilm, der erzählt wie Dr. David Banner durch ein wissenschaftliches Experiment (im Comic war es eine Atombombe) radioaktiv verstrahlt wird. Dadurch verwandelt er sich immer wenn er wütend wird in ein grünes Monster. Die Rolle von David Banner übernahm der sympathische Bill Bixby (“Mein Onkel vom Mars“, „Der Magier„) und der Bodybuilder Lou Ferrigno bekam den Part des Hulks für den auch Arnold Schwarzenegger (zu klein) und Bond-Beisser Richard Kiel (nicht muskulös genug) in Erwägung gezogen wurden. Interessant ist dieser immer noch äußerst sehenswerte TV-Klassiker auch im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Kinofilm mit Edward Norton, der sich nicht nur beim Vorspann an der Serie orientiert hat.

MARVEL CLASSICS Hulk

Die “Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 91-minütigen Pilot-Film im Vollbild-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), wahlweise mit einem nicht deutsch untertitelten Audiokommentar von Regisseur und Produzent Kenneth Johnson, eine Einführung von Lou Ferrigno (3:53 min), eine alternative deutsche Synchronfassung, einen Trailer für die deutsche Kinoauswertung (2:34 min), eine Super-8-Fassung (31:53 min) sowie eine schön zusammengestellte Bildergalerie mit 80 Plakaten und Aushangfotos.

CAPTAIN AMERICA (1979)

Vor dem aufwändigen Kinofilm von 2011 gab es einige weitere Versuche Captain America ins Kino oder auf die Bildröhre zu bringen. So entstand bereits 1944 ein 15-teiliges “Captain America“-Serial, das dem Publikum in den US-Kinos stückchenweise vor dem jeweiligen Hauptfilm gezeigt wurde und bei uns auf DVD bei intergroove erschienen ist. 1990 sollte der 50. Geburtstag von Captain America mit einem halbwegs werkgetreuen Kinofilm von Albert Pyun gefeiert werden, der dann jedoch nur auf Video veröffentlicht wurde. Bei uns ist das zwar trashige aber gar nicht so schlechte Werk mittlerweile bei Ascot Elite auch auf Blu-ray erschienen.

MARVEL CLASSICS Captain America

Zwischen dem Serial und dem Möchtegern-Kinofilm wurde auch noch versucht Captain America zum Helden einer TV-Serie zu machen. 1979 entstand ein Pilotfilm mit dem nicht völlig unsympathischen Footballer Reb Brown in der Titelrolle. Der Film vereinfachte die Entstehungsgeschichte stark und verlegte sie komplett in die damalige Gegenwart. Die Figur ist hier wenig mehr als ein naher Verwandter des damals im TV populären Sechs-Millionen-Dollar-Mann, der auf einem schnittigen Motorrad durch die Gegend braust. Für Marvel-Fans ist es dennoch sehr erfreulich, dass dieser Film als deutsche DVD-Premiere der “Marvel Classics“-Box beiliegt. Im selben Jahr entstand unter dem Titel „Captain America II: Death Too Soon“ noch ein zweiter und letzter Marvel-Film mit Reb Brown in dem Christopher Lee in der Schurkenrolle als Terrorist zu sehen war.

MARVEL CLASSICS Captain America

Die „Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 93-minütigen Film im Vollbild-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), sowie eine Galerie mit 28 Bildern.

HOWARD THE DUCK (1986)

Überraschenderweise war eine Ente die erste Marvel-Comicfigur, die im Mittelpunkt eines aufwändigen Film-Spektakels stand. 1986 produzierte George Lucas – der sich persönlich dafür einsetzte dass die Comicversion zu “Star Wars“ bei Marvel erschien – eine als Blockbuster geplante Verfilmung der Serie “Howard the Duck“.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Der Film basiert auf einer eher Insidern bekannten Comicfigur, die seit 1973 sporadisch im Marvel-Universum herumkaspert. Erzählt wird wie Howard von seinem Enten-Planeten plötzlich per Energiestrahl auf die Erde geschickt wird. Er lernt dort Beverly Switzler (Lea Thompson aus „Zurück in die Zukunft“ spielte einige Jahre später auch die Mutter des Comic-Lausbuben „Dennis the Menace“) und ihre New-Wave-Frauenband kennen. Außerdem rettet er schließlich auch noch die Erde vor einer außerirdischen Bedrohung.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Sein Budget von 37 Millionen Dollar spielte der Film nicht wieder ein, was auch nicht weiter verwunderte. Das Enten-Kostüm in dem ein Liliputaner steckte und die nicht allzu bewegliche Gesichtsmaske sind eher albern (genau wie viele der Gags), Spaß macht “Howard the Duck“ trotzdem. So gibt es neben einem hemmungslos herumkaspernden Tim Robbins und einen abgedreht bedrohlichen Jeffrey Jones im großen Finale noch ein richtig gutes Stop-Motion-Monster irgendwo zwischen Ray Harryhausen und Lovecraft.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Die „Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 106-minütigen Film im 16:9-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), zwei US-Kinotrailer (1:32 + 0:58 min) in mäßiger Bildqualität sowie eine kurze „Teaser-Duckumentary“ (1:48 min)in der auch George Lucas zu sehen ist.

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Milo Manara Werkausgabe # 13: X-Men – Frauen auf der Flucht

Um X-Men – wie auf dem Cover zu lesen – geht es in diesem Comic überhaupt nicht. Weder Wolverine noch Cyclops oder Professor Xavier spielen eine Rolle. Stattdessen stehen bzw. posieren die weiblichen Teammitglieder Rogue, Storm, Psylocke, Emma Frost und Kitty Pryde, die sich auf die Suche nach dem entführten Marvel Girl machen, im Zentrum des ziemlich textilfreien Geschehens.

Milo Manara Werkausgabe # 13: X-Men - Frauen auf der Flucht

Diese (nun ja) Geschichte stammt zwar von Comic-Urgestein Chris Claremont, der ab 1976 die zuvor sehr schlecht laufende Serie X-Men (und zahlreiche X-Ableger) zu den ganz großen Hits von Marvel machte. Doch Claremonts Story, die die X-Mädels mit einem exotischen Volk von Flugzeuge als Götter anbetenden so genannten Cargo-Cultisten konfrontiert, ist wenig mehr als ein schwacher Vorwand um leicht bis kaum bekleidete Damen in Aktion zu zeigen.

Milo Manara Werkausgabe # 13: X-Men - Frauen auf der Flucht
Die ganze Sache wäre kaum der Rede wert, wenn nicht der italienische Meister des Erotik-Comics Milo Manara den Griffel geschwungen hätte. Daher wird die (nach schwarzweißer Erstveröffentlichung in Italien) in den USA eher unscheinbar in einem Comicheftchen präsentierte X-Lady-Chose bei uns durch Panini als Hardcover veröffentlicht. Die etwas zu knallige Kolorierung ist dem US-Geschmack geschuldet, die Story ist Schrott, an den zahlreichen Mädels kann man(n) sich jedoch durchaus erfreuen.

Milo Manara Werkausgabe # 13: X-Men - Frauen auf der Flucht
Als Zweitveröffentlichung wurde “X-Men: Frauen auf der Flucht“ in Paninis Manara-Werkausgabe mit aufgenommen. Diese neue Edition erfreut durch allerlei schönes Bonusmaterial. So gibt es ein kurzes Interview mit Manara sowie ein Portfolio mit 12 Titelbildern, die der italienische Zeichner für diverse Marvel-Serien anfertigte. Am schönsten ist jedoch, dass der komplette Comic in dieser Ausgabe zweimal abgedruckt wurde. Einmal in der etwas sterilen US-Kolorierung, sowie zusätzlich noch in schwarzweiß und ohne störende Sprechblasen mit nichtssagenden Texten. Hier zeigt sich was für ein meisterlicher Zeichner Manara immer noch ist.

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