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Constantine: Der Funke und die Flamme

Im Rahmen des im September 2011 erfolgten “New 52“-Relaunch startete DC gleichzeitig 52 Comic-Serien neu und feierte dies mit Ausgaben, die alle die Nummer 1 auf dem Cover trugen. Hierzu musste teilweise ganz schön tief in die Mottenkiste gegriffen werden und Serientitel wie “Mister Terrific“, “Captain Atom“, “Blue Beetle“ oder “Resurrection Man“ wurden mittlerweile schon längst wieder eingestellt.

Constantine

Immer noch am Laufen (und auch bei Panini auf Deutsch lieferbar) ist die von Peter Milligan getextete Serie “Justice League Dark“. Hier formierten sich “düstere“ DC-Figuren mit einem Hang zu Zauberei und Magie wie Madame Xanadu, Deadman, Shade, the Changing Man, Zatanna aber auch Frankenstein zu einem Team. Mit dabei ist natürlich auch der britische Mystery-Detektiv John Constantin, der sich zuvor innerhalb der Serie “Hellblazer“ eher bei der für erwachsenere Comic-Geschichten zuständigen DC-Tochter Vertigo herumtrieb.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Nachdem “Hellblazer“ kurz zuvor mit Ausgaben 300 eingestellt wurde, bekam John Contantine ab Anfang 2013 eine eigene Serie im DC-Universum. “Constantine“ startete mit der vierten Welle der “New 52“-Comics und wird von den beiden auch als Zeichner tätigen Kanadiern Jeff Lemire (“Essex Country“, “Sweet Tooth“) und Ray Fawkes getextet. Beide haben auch schon für “Justice League Dark“ geschrieben. Ihr John Constantine reist innerhalb der fünfteiligen Eröffnungs-Serie “Der Funke und die Flame“, die Panini gebündelt veröffentlicht, über Norwegen und Myanmar (alias Birma oder Burma) zwar auch in seine Heimatstadt London, doch sein Hauptwohnsitz ist jetzt New York.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Gezeichnet wurden die Miniserie, in der es um einen magischen Kompass geht, recht ansprechend von den Brasilianern Renato Guedes und Fabiano Newes. Zwar fehlt der Geschichte ein wenig der gesellschaftskritische gegenwartsbezogene Touch den Autoren wie Garth Ennis immer wieder bei “Hellblazer“ einbrachten, doch als Mystery-Serie funktioniert „Constantine“ bestens.

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ASTERIX: DIE GROSSE ÜBERFAHRT – UTIMATIVE EDITION

Mit “Die große Überfahrt“ traten Asterix und Obelix im Jahre 1977 n. Chr. ihre vielleicht spektakulärste Reise an. Schuld daran war der Fischhändler Verleihnix, der seine verderbliche Ware lieber aus dem fernen Lutetia kommen lässt, anstatt im nahen Meere zu fischen. Doch ein “einigermaßen frisches Stück Fisch“ ist eine unverzichtbare Zutat des Zaubertrankes und daher stechen unsere beiden Gallier in See.

ASTERIX: DIE GROSSE ÜBERFAHRT - UTIMATIVE EDITION

Dass Obelix auf Befehl von Asterix mitten im stärksten Sturm ordnungsgemäß das Netz auswirft ohne es jedoch zuvor am Boot zu vertäuen ist, noch das geringste Problem bei dieser Reise. Nach einer stürmischen Seefahrt bei der sie natürlich auf die Piraten treffen und eine merkwürdige nächtliche Begegnung haben (auf zwei Seiten dieses Comics ist wegen Nacht und Nebel gar nicht zu erkennen), landen sie auf einer seltsamen Insel. Hier treffen sie auf Truthähne, einen Bären und Eingeborene mit Federschmuck, die Obelix für getarnte Römer hält…

ASTERIX: DIE GROSSE ÜBERFAHRT - UTIMATIVE EDITION
“Die große Überfahrt“ ist zwar erschreckend schnell durchgelesen, da viele Sequenzen ohne große Worte auskommen, doch optisch ganz gewiß eins der schönsten Alben der Reihe. Goscinny und Uderzo versuchen so viele US-amerikanische Nationalsymbole wie möglich in ihrer Geschichte unterzubringen. So stellt sich Asterix als menschlicher Leuchtturm in der selben Pose (und möglicherweise sogar an der selben Stelle) wie später die Freiheitsstatue auf. Ein zu Boden gehender Indianer sieht weiße Sterne auf blauen Grund genau wie auf der US-Flagge und nachdem die Gallier die Neue Welt verlassen haben, werden sie durch einen wunderschönen Marterpfahl verewigt.

Asterix: Gallien in Gefahr

In der Ultimativen Edition kommt die Pracht von Uderzos Bildern erst richtig zur Geltung und langsam aber sicher liegen zum Glück alle Bände der Reihe in dieser optimalen Form vor.

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Moebius & Stan Lee: Silver Surfer – Parabel

Ende der Achtziger Jahre kam es zu einer höchst merkwürdigen Zusammenarbeit. Als sich Stan Lee und der französische Star-Zeichner Jean Giraud alias Moebius („Sternwanderer„) in den USA trafen, tauschten sie zunächst Komplimente aus, kamen jedoch schon recht bald auf ein gemeinsames Projekt zu sprechen. Nachdem Moebius erwähnte, dass er die Figur des Silver Surfers besonders schätzt, beschloss Stan Lee eine “poetische und philosophische“ Geschichte zu schreiben. Die 1966 erstmals innerhalb der Serie “Fantastic Four“ auftauchende Figur des Silver Surfers neigt zu Grübeleien und ist alles andere als begeistert davon wie die menschliche Zivilisation funktioniert bzw. nicht funktioniert.

Moebius & Stan Lee: Silver Surfer - Parabel

In der 1988 bei Marvels Label Epic erschienenen zweiteiligen Heftserie “The Silver Surfer“, die später denn Titel “Parabel“ bekam, kehrt der riesige Weltenverschlinger Galactus auf die Erde zurück und wird von der Menschheit als Gott verehrt. Doch dem Silver Surfer, der Galactus einst dienen mußte, ist sofort klar, dass der Planetenfresser nichts anderes im Sinn hat als seinen Hunger zu stillen…

Moebius & Stan Lee: Silver Surfer - Parabel
Stan Lees Geschichte handelt davon wie schnell Menschen bereits sind falschen Propheten zu folgen. Moebius liefert dazu höchst eigenständige Bilder der Marvel-Figuren Silver Surfer und Galactus. Das Umfeld in dem die Geschichte spielt erinnert dabei aber keineswegs an die realistisch dargestellte Erde des Marvel-Universums, sondern es scheint sich eher um die Welt des Incals oder der Hermetischen Garage zu handeln.

Moebius & Stan Lee: Silver Surfer - Parabel
“Silver Surfer – Parabel“ bekam 1989 einen Eisner Award als beste Miniserie. Bei uns erschien der Comic zunächst 1989 bei als Hardcover-Band bei Splitter und zwei Jahre später bei Carlsen als viertes Album innerhalb der Moebius-Reihe “Universum der Wunder“. Die neue Panini-Ausgabe ist zwar etwas kleinformatiger als die Splitter-Edition, hat aber sehr viel mehr Bonusmaterial zu bieten. Neben den bereits bekannten Vor- und Nachworten gibt es noch es noch Abbildungen von diversen Titelbildern der Miniserie sowie die Marvel Press Poster von Moebius, die ungewöhnliche Versionen von Figuren wie Wolverine, Iron Man oder dem Punisher zeigen.

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Obelix GmbH & Co. KG – Ultimative Edition

Fast möchte man meinen René Goscinny wurde zu diesem Asterix-Album von Heinrich Bölls “Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ inspiriert, genau wie Émile Bravo zu seinem Comic-Bilderbuch “Der kluge Fischer“. Böll erzählt in seiner Kurzgeschichte von einem Touristen, der einem Fischer, der in seinem Boot vor sich hin döst, eine Lektion in Sachen Geschäftstüchtigkeit erteilen möchte. Doch dem Fischer leuchtet nicht ein, warum er eine große Fischerei-Firma gründen soll, obwohl er ist ja bereits genau dort wo er sein möchte und frei über seine Arbeitszeit verfügen kann.

OBELIX GMBH & CO. KG - UTIMATIVE EDITION

Im 23. Asterix-Album, das 1976 in Frankreich erschien (und erst zwei Jahre danach bei uns), schmieden die Römer einen besonders perfiden Plan um das militärisch nicht zu bezwingende kleine gallische Dörfchen doch noch zu unterjochen. Ein junger Römer namens Technokratus greift mit den Gesetzten der angeblich freien Marktwirtschaft an. Ausgestattet mit unbegrenzten finanziellen Mitteln kauft er Obelix zu ständig steigende Preisen seine Hinkelsteine ab. Daraufhin beginnt fast das ganze Dorf mit der Produktion von Hinkelsteinen und durch den plötzlichen Reichtum breitet sich frühgallische Dekadenz aus…

Erstmals schafft es Obelix in diesem Album zum Titelhelden zu werden und er ist die zentrale Figur dieser köstlichen Parodie auf kapitalistische Mechanismen. Bis heute weiß kein Mensch wozu Hinkelsteine eigentlich gut waren, doch durch eine ausgeklügelte Werbekampagne von Technokratus möchte für eine kurze Weile jeder Römer mindestens einen besitzen, bevor schließlich die Preise purzeln, es beim Kauf eines Sklaven zwei Hinkelsteine gratis gibt und der nächste Quatsch auf den Markt kommt.

OBELIX GMBH & CO. KG - UTIMATIVE EDITION

Auch in dieser Ausgabe der Ultimativen Edition kommt die Pracht von Uderzos Bildern besonders gut zur Geltung und jetzt liegen zum Glück nahezu alle Asterix-Bände der Reihe in dieser optimalen Form vor.

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Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro

Nun hat es schon wieder eine Disney-Reihe erwischt. Nachdem Egmonts sehr interessant zusammengestellte Comicreihen “Disneys Hall of Fame“ und “Disneys heimliche Helden“ nach 20 bzw. 10 Bänden beendet wurden, wird auch die danach gestartete Serie “Die besten Geschichten von…“ mit diesem 10. Band nach einer zweijährigen Laufzeit leider eingestellt. Präsentiert wurden sehr schön editierte Sammelbände von aktuellen Disney-Zeichnern wie den holländischen Brüdern Bas und Mau Heymans, aber auch von Klassikern wie Floyd Gottfredson oder Romano Scarpa.

Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro
© 2014 Disney Enterprises, Inc.

Nachdem der neunten Band der Reihe inhaltlich wie stilistisch sehr traditionsbewusste Enten-Geschichten vom Norweger Arild Midthun präsentierte, wird mit zum Abschluss der Serie ein Altmeister geehrt. Al Taliaferro ist als Zeichner der Duck-Familie längst nicht so bekannt wie Don Rosa oder Carl Barks (der bevor er selbst Comiczeichner wurde, bereits Gags für Taliaferros Zeitungsstrips schrieb). Doch er war es, der Walt Disney 1937 davon überzeugte, dass ein täglicher Comic mit Donald garantiert ein Hit werden würde. Im Gegensatz zu Floyd Gottfredson der – oftmals von Taliaferro getuschte – epische Fortsetzungsgeschichten mit Micky Maus in Szene setzte, war Taliaferro ein Mann der kurzen ohne viel Worte auskommenden Slapstick-Gags. Seine zeitlos komischen Onepager werden auch heute noch sehr gerne in Disney-Comicheften veröffentlichtt.

Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro
© 2014 Disney Enterprises, Inc.

Bei Taliaferro trug Donalds seine Matrosenbluse erstmals in schwarz, wie die danach im Comic üblich. In Taliaferros Strips hatten Donalds Neffen Tick, Trick und Track sowie Oma Duck ihre ersten Auftritte. Das Buch “Die besten Geschichten von Al Taliaferro“ enthält chronologisch geordnet markante und teilweise auch kommentierte Donald-Comics aus den mehr als drei Jahrzehnten, in denen der Zeichner für Disney arbeitete. Darunter befinden sich als deutsche Erstveröffentlichung auch Silly Symphony Comics mit Bucky Bug und den drei kleinen Schweinchen. Abgerundet wird der Band noch durch eine Biographie und ein Interview mit Taliaferro.

Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro
© 2014 Disney Enterprises, Inc.

Es ist sehr schade, dass hierzulande jemand wie Stefan-Raab-Sidekick Elton herangeholt werden muss, um ein Buch zum 80. Geburtstag von Donald Duck an den Leser zu bringen, weil anscheinend kein Interesse an bibliophil aufgemachten und inhaltlich anspruchsvollen Sammelbänden mit Disney-Comics wie “Die besten Geschichten von…“ besteht.

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Karl der Kleine bei den Karolingern

Viel ist passiert, seit Neufred alias Alfred Neuwald („Die Weltenbummler„) seine Comicfigur “Karl der Kleine“ erfunden hat. Die wirklich lustigen Gagstrips, die sich oft mit historischen aber auch aktuellen Ereignissen in Aachen beschäftigen, sind ein Hit auf Facebook, werden in lokalen Zeitungen veröffentlicht und es liegt unter dem Titel “Karl der Kleine – Die Stadt der Printen“ auch ein erster gebundener Sammelband im Querformat mit ausgewählten Strips vor.

KARL DER KLEINE

Doch damit nicht genug. Der Aachener Karnevalsverein hat zwar bereits ein Maskottchen namens Barki, wollte aber trotzdem nicht auf eine Zusammenarbeit mit Karl dem Kleinen verzichten. Das Resultat ist ein farbiges Comicalbum im klassischen 48-Seiten-Format in dem Barki gemeinsam mit Karl den Kleinen auf eine Zeitreise durch die Aachener Geschichte geschickt werden. Ausgelöst hat diesen Zeitsprung eine allzu gut funktionierende App, die Karl und Barki fragt, “ob sie wirklich mehr Informationen“ zu einem Fresko im Krönungssaal des Aachener Rathaus möchten. Ein Klick und das Duo erfährt mehr über die ehemalige Kaiserstadt als es je wissen wollte, denn es landet im Jahre 772.

KARL DER KLEINE BEI DEN KAROLINGERN

Dabei kommt es zu einem Zeitparadoxon, denn der eher freundliche Karl der Kleine trifft auf seinen etwas zweifelhafteren Namensvetter Karl der Große. Dieser machtbewusste Herrscher setzte sich einerseits “mit aller Kraft für Reformen zum Wohle seines Volkes ein“, doch andererseits klaut er Karl und Barki ihre letzte Printe. Ganz langsam und soweit es die Energie ihres Tablets erlaubt, arbeitet sich das Duo in der Zeit vor und der Leser wird mit weiteren bemerkenswerten Ereignissen aus der Aachener Geschichte konfrontiert.

Das Konzept des Comics humorvoll mit historischen Ereignissen zu spielen, funktioniert bestens und trägt erstaunlich Blüten. Am 1. April 2014 wurde in Aachen bei Ausgrabungen gar eine alte Münze mit dem Konterfei von Karl dem Kleinen gefunden. Außerdem konnte Alfred Neuwald auf dem Aachener Festival Comiciade bei seinen Signieraktionen alle von ihm angebotenen Ausgaben von “Karl der Kleine bei den Karolingern“ an die begeisterten Fans der Figur bringen, was kein Aprilscherz ist!

KARL DER KLEINE

Mittlerweile liegt “Karl der Kleine bei den Karolingern“ auch als Hörspiel-CD mit viel Musik vor und ein zweites (bzw. drittes) Comicalbum liegt auch schon vor. In “Karl der Kleine und der Talisman“ wird wieder von einer Zeitreise erzählt. Diesmal reisen Karl der Kleine und Barki ins Jahr 1804. Dort kommt es u. a. zu einer Begegnung mit Napoleon Bonaparte.

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Umpah-Pah Gesamtausgabe

Acht Jahre bevor sie ihre Erfolgserie “Asterix“ starteten, erzählten René Goscinny und Albert Uderzo von einem anderen unbeugsamen Helden. “Oompah Pah – The Indian“ erlebte seine ersten Abenteuer in Strip-Form. Die Geschichte spielte in den damaligen Vereinigten Staaten und sollte auch dort erscheinen.

UMPAH-PAH GESAMTAUSGABE

Goscinny gelang es durch seine guten Comic-Kontakte zur New Yorker MAD-Redaktion die englisch übersetzten Texte vom Letterer von Milton Caniff (“Terry and the Pirates“) in Uderzos Zeichnungen platzieren zu lassen (Diese Version ist auch in diesem Sammelband enthalten). Doch leider wollte niemand die Serie veröffentlichen. Erst als Goscinny und Uderzo die weiteren Abenteuer von Oumpah-Pah le Peau-Rouge oder Umpah-Pah (wie er in Deutschland genannt wurde) ins späte 18. Jahrhundert verlegten und der muskelbepackten Rothaut den dürren und tollpatschigen Hubert de la Pâte Feuilletée (auf deutsch: Hubert von Täne oder auch Hubert von Kremfresch) zur Seite stellten, kamen schließlich ab 1958 fünf albenlange Geschichten im Comicmagazin Tintin zum Abdruck.

UMPAH-PAH GESAMTAUSGABE
Doch nachdem Asterix zu einem gewaltigen Erfolg wurde, verloren Goscinny und Uderzo das Interesse an der zwar mit einem ähnlichen Humor gesegneten aber längst nicht so populären Serie. Bei uns erschient Umpah-Pah zunächst in Zack, danach als Umpah-Pah und Doppelskalp in Rolf Kaukas Lupo und seine Freunde, dann bei Comicplus+ und schließlich bei Ehapa, der verlegerischen Heimat von Asterix. Dort gab es zunächst eine Gesamtausgabe in drei Bänden. Hierfür schuf Uderzo neue Titelbilder. Diese und auch die ursprünglichen Cover fehlen jetzt leider in dieser Gesamtausgabe, die in einer zweiten noch um einige Seiten mit interessanten Hintergrundinformationen ergänzten Auflage vorliegt.

UMPAH-PAH GESAMTAUSGABE

Wer “Umpah-Pah“ in den Siebziger oder Achtziger Jahren gelesen hat, wird mit der neueren Übersetzung, die erstmals bei der Gesamtausgabe von Comicplus+ zum Einsatz kam, etwas fremdeln, doch ansonsten ist diese Edition äußerst gelungen.

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ASTERIX: DAS GESCHENK CÄSARS – ULTIMATIVE EDITION

Die 1974 zuerst in der französischen Zeitung Le Monde als Fortsetzung vorabgedruckte 21. Asterix-Geschichte spielt fast ausschließlich in der näheren Umgebung des kleinen Dörfchens. Dieses hat Cäsar dem nicht sonderlich diensteifrigen Legionär Keinentschluss zu seiner Pensionierung “geschenkt“, doch dieser besäuft sich gleich nach der Entlassung aus der römischen Legion und bezahlt die Zeche mit dem gallischen Dorf.

Asterix Das Geschenk Cäsars

Der Gastwirt Orthopädix bricht daher mit Gattin Gelatine und Tochter Zechine nach Gallien auf, um sein Besitztum zu übernehmen. Doch bei den Bewohnern des Dorfes erntet er nur Gelächter als er mit seiner in Stein gemeißelten und von Cäsar unterschriebenen Besitzurkunde herumfuchtelt. Häuptling Majestix meint nur: “Man kann gar nicht verschenken, was einem nicht gehört! Julius Cäsar ist im Besitz ganz Galliens mit Ausnahme dieses Dorfes!“.

Dennoch bietet Majestix dem Gastronomen an sich niederzulassen, da es im Dorf noch keine Taverne gibt. Das Haus, das Orthopädix mit seiner Familie bezieht, liegt neben der Hütte des Fischhändlers Verleihnix und daher riecht es dort etwas streng. Dies aber auch das arrogante Verhalten der Häuptlingsgattin Gutemine bewirkt bei Gelatine, dass sie ihren Gatten Orthopädix bedrängt doch Häuptling anstelle des Häuptlings zu werden. Bei dem daraus resultierenden Wahlkampf-Getümmel wird fast übersehen, dass die Römer sich mit neuen Kriegsgeräten zum Angriff auf das Dorf rüsten…

Rene Goscinny schickt unsere Gallier hier nicht auf eine Reise sondern erzählt die an allen Ecken humorvoll menschelnde Geschichte eines gut nachvollziehbaren Konfliktes, der gegen Ende (nicht völlig unerwartet) in eine turbulente Prügelei und ein großes Festbankett unter freiem Himmel mündet. Uderzos detailreich ausgeführten Bilder kommen in der großformatigen prachtvoll neu kolorierten Ultimativen Edition bestens zur Geltung. Diese nun fast komplett vorliegende Asterix-Gesamtausgabe ist ideal zur Erst- oder Wiederbegegnung mit dem Comic-Klassiker.

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Der Fall E. P. Jacobs

Bei Carlsen erschien bereits – in immer neuen erweiterten Auflagen – die Comic-Biographie “Die Abenteuer von Hergé“ von Jose-Luis Bocquet, Jean-Luc Fromental und Stanislas. Obwohl es sich dabei um alles andere als eine unkritische Bejubelung des Schöpfers von „Tim und Struppi“ handelt, verlegte sie dessen deutscher Hausverlag. Eine gar nicht so kleine Rolle in dieser Comic-Biographie spielte – genau wie auch im Leben von Hergé – ein gewisser Edgar Pierre Jacobs, dessen Serie “Blake und Mortimer“ ebenfalls von Carlsen herausgebracht wird.

Der Fall E. P. Jacobs

Auch daher liegt dort jetzt eine gezeichnete Biographie von E. P. Jacobs vor, in der natürlich auch Hergé auftritt. Dieser setzte den vielseitig begabten Jacobs in den Vierziger Jahren gerne als Mitarbeiten bei “Tim und Struppi“ ein, verweigerte ihm jedoch die eigentlich berechtigte Nennung als Ko-Autor. Daraufhin widmete sich Jakobs ausschließlich eigenen Projekten und feierte große Erfolge mit seiner Serie “Blake und Mortimer“, die – im Gegensatz zu “Tim und Struppi“ – auch nach dem Tode ihres Schöpfes noch heute von wechselnden Teams fortgeführt wird.

Der Fall E. P. Jacobs

Dennoch erscheint “Ein Leben für den Comic“ als Untertitel eines Buches über jemanden der nicht nur als Zeichner sondern auch als Opernsänger Beachtliches geleistet hat als nicht ganz passend gewählt. Auf dem Cover der französischen Originalausgabe heißt es “Une vie en Bande Dessinée“, was vielleicht treffender mit “Ein Leben im Comic“ übersetzt worden wäre.

Der Fall E. P. Jacobs

Noch stärker als Stanislas in “Die Abenteuer von Hergé“ orientiert sich Louis Alloing (“In der Sekte: Mein Leben in Scientology“) bei seiner Bebilderung an dem Stil des porträtierten Zeichners. In seinen oft sehr großen Panels trifft Alloing recht gut Jacobs‘ Mischung aus Ligne Claire und detailfixierten Realismus. Der Autor Rodolphe (“Kenya“) hingegen folgt in seinem Erzählstil (zum Glück) nur bedingt den Vorgaben von Jacobs, denn er fülllt die Sprechblasen nicht bis zum Bersten mit Texten. Abgerundet wird diese gelungene Comic-Biographie noch durch ein Gespräch mit Rodolphe und Skizzen von Louis Alloing.

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Marvel Classics

Unter dem Titel “Marvel Classics“ veröffentlich Koch Media drei Comic-Verfilmungen, die aus einer Zeit stammen als die Superhelden aus dem “Haus der Ideen“ noch nicht die Vorlage für Big-Budget-Blockbuster sondern eher im Fernsehen beheimatet waren. In einem Pappschuber mit problemos abstecken in schmalen Plastikhüllen mit bedingt stilsicheren Comic-Covern drei recht spaßige Comic-Filme, wobei zwei davon Neuauflagen von bereits erschienenen DVDs sind.

MARVEL CLASSICS

DER UNGLAUBLICHE HULK (1977)

Während 1977 nahezu zeitgleich eine “Spider-Man“-TV-Serie nach nur 13 Episoden eingestellt wurde, gelang es dem Produzenten und Regisseur Kenneth Johnson (“V – Die Außerirdischen kommen“, “Alien Nation“) die Marvel-Comicfigur Hulk in den Mittelpunkt einer 82-teiligen Erfolgsserie zu stellen. Johnson, der 1997 auch einen Film mit dem DC-Superhelden Steel drehte, nahm einige Veränderungen bzw. Vereinfachungen an der Figur vor, wozu auch das Umtaufen von Hulks menschlichem Alter Ego Bruce Banner in David Banner gehörte. Wichtiger war jedoch noch, dass die TV-Serie nicht im von Superhelden bevölkerten Marvel-Universum spielte, sondern fest in der Realität verankert war (erst in einigen später entstandenen Hulk-Specials gab es Gastauftritte von Daredevil und Thor).

MARVEL CLASSICS Hulk

Die “Marvel Classics“ Edition enthält den Pilotfilm, der erzählt wie Dr. David Banner durch ein wissenschaftliches Experiment (im Comic war es eine Atombombe) radioaktiv verstrahlt wird. Dadurch verwandelt er sich immer wenn er wütend wird in ein grünes Monster. Die Rolle von David Banner übernahm der sympathische Bill Bixby (“Mein Onkel vom Mars“, „Der Magier„) und der Bodybuilder Lou Ferrigno bekam den Part des Hulks für den auch Arnold Schwarzenegger (zu klein) und Bond-Beisser Richard Kiel (nicht muskulös genug) in Erwägung gezogen wurden. Interessant ist dieser immer noch äußerst sehenswerte TV-Klassiker auch im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Kinofilm mit Edward Norton, der sich nicht nur beim Vorspann an der Serie orientiert hat.

MARVEL CLASSICS Hulk

Die “Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 91-minütigen Pilot-Film im Vollbild-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), wahlweise mit einem nicht deutsch untertitelten Audiokommentar von Regisseur und Produzent Kenneth Johnson, eine Einführung von Lou Ferrigno (3:53 min), eine alternative deutsche Synchronfassung, einen Trailer für die deutsche Kinoauswertung (2:34 min), eine Super-8-Fassung (31:53 min) sowie eine schön zusammengestellte Bildergalerie mit 80 Plakaten und Aushangfotos.

CAPTAIN AMERICA (1979)

Vor dem aufwändigen Kinofilm von 2011 gab es einige weitere Versuche Captain America ins Kino oder auf die Bildröhre zu bringen. So entstand bereits 1944 ein 15-teiliges “Captain America“-Serial, das dem Publikum in den US-Kinos stückchenweise vor dem jeweiligen Hauptfilm gezeigt wurde und bei uns auf DVD bei intergroove erschienen ist. 1990 sollte der 50. Geburtstag von Captain America mit einem halbwegs werkgetreuen Kinofilm von Albert Pyun gefeiert werden, der dann jedoch nur auf Video veröffentlicht wurde. Bei uns ist das zwar trashige aber gar nicht so schlechte Werk mittlerweile bei Ascot Elite auch auf Blu-ray erschienen.

MARVEL CLASSICS Captain America

Zwischen dem Serial und dem Möchtegern-Kinofilm wurde auch noch versucht Captain America zum Helden einer TV-Serie zu machen. 1979 entstand ein Pilotfilm mit dem nicht völlig unsympathischen Footballer Reb Brown in der Titelrolle. Der Film vereinfachte die Entstehungsgeschichte stark und verlegte sie komplett in die damalige Gegenwart. Die Figur ist hier wenig mehr als ein naher Verwandter des damals im TV populären Sechs-Millionen-Dollar-Mann, der auf einem schnittigen Motorrad durch die Gegend braust. Für Marvel-Fans ist es dennoch sehr erfreulich, dass dieser Film als deutsche DVD-Premiere der “Marvel Classics“-Box beiliegt. Im selben Jahr entstand unter dem Titel „Captain America II: Death Too Soon“ noch ein zweiter und letzter Marvel-Film mit Reb Brown in dem Christopher Lee in der Schurkenrolle als Terrorist zu sehen war.

MARVEL CLASSICS Captain America

Die „Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 93-minütigen Film im Vollbild-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), sowie eine Galerie mit 28 Bildern.

HOWARD THE DUCK (1986)

Überraschenderweise war eine Ente die erste Marvel-Comicfigur, die im Mittelpunkt eines aufwändigen Film-Spektakels stand. 1986 produzierte George Lucas – der sich persönlich dafür einsetzte dass die Comicversion zu “Star Wars“ bei Marvel erschien – eine als Blockbuster geplante Verfilmung der Serie “Howard the Duck“.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Der Film basiert auf einer eher Insidern bekannten Comicfigur, die seit 1973 sporadisch im Marvel-Universum herumkaspert. Erzählt wird wie Howard von seinem Enten-Planeten plötzlich per Energiestrahl auf die Erde geschickt wird. Er lernt dort Beverly Switzler (Lea Thompson aus „Zurück in die Zukunft“ spielte einige Jahre später auch die Mutter des Comic-Lausbuben „Dennis the Menace“) und ihre New-Wave-Frauenband kennen. Außerdem rettet er schließlich auch noch die Erde vor einer außerirdischen Bedrohung.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Sein Budget von 37 Millionen Dollar spielte der Film nicht wieder ein, was auch nicht weiter verwunderte. Das Enten-Kostüm in dem ein Liliputaner steckte und die nicht allzu bewegliche Gesichtsmaske sind eher albern (genau wie viele der Gags), Spaß macht “Howard the Duck“ trotzdem. So gibt es neben einem hemmungslos herumkaspernden Tim Robbins und einen abgedreht bedrohlichen Jeffrey Jones im großen Finale noch ein richtig gutes Stop-Motion-Monster irgendwo zwischen Ray Harryhausen und Lovecraft.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Die „Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 106-minütigen Film im 16:9-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), zwei US-Kinotrailer (1:32 + 0:58 min) in mäßiger Bildqualität sowie eine kurze „Teaser-Duckumentary“ (1:48 min)in der auch George Lucas zu sehen ist.

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