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Justice League: The New Frontier

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren Superhelden-Comics in den USA erst einmal abgemeldet. Realistischere Geschichten, wie z. B. die EC-Comics aber auch Love-Storys, waren stärker gefragt. Zwar behaupteten sich die bekannten DC-Superhelden Superman, Batman und Wonder Woman, doch Green Lantern oder The Flash pausierten, bis sie schließlich Ende der 50er Jahre in einem völlig neuen Outfit zurückkehrten. Diese DC-Serien läuteten noch vor den ersten Auftritten von Marvels Spider-Man oder den Fantastic Four das so genannte “Silver Age“ ein.

Justice League: The New Frontier
© DC / Warner Bros. Entertainment

Der Comiczeichner und Autor Darwyn Cooke (Catwoman- Selinas großer Coup, The Spirit) hatte die nicht uninteressante Idee dieses Verschwinden und Wiederauftauchen der zahllosen Superhelden aus der zweiten Reihe mit tatsächlichen historischen Begebenheiten während des Kalten Krieges zu vermengen und daraus ein großes Epos zu formen. Das Vorbild ist unzweifelhaft einmal mehr Alan Moores Meilenstein Watchmen und so gibt es auch bei Cookes Mini-Serie The New Frontier (die bei uns als Neue Horizonte bei Panini in zwei Teilen erschien) neben einigen treffenden Seitenhieben gegen die damalige (und heutige) US-Außenpolitik, sowie gegen die Hexenjagd von Senator McCarthy, auch noch zusätzlich ergänzend eingeflochtene Zeitungsartikel, die den Background der Geschichte vertiefen sollen.

Justice League: The New Frontier
© DC / Warner Bros. Entertainment

Zuvor wurde bereits unter der Leitung von Bruce Timm (Batman: The Animated Series) die Geschichte um den Tod von Superman, zum Zeichentrickfilm Superman: Doomsday verarbeitet, der direkt für den DVD-Markt produziert wurde und lediglich in den USA erschien. Als zweiter Beitrag der sich ganz bewusst nicht nur an ein jugendliches Publikum richtenden Reihe DC Universe Animated Original Movies erschien 2008  Justice League: The New Frontier. In enger Zusammenarbeit mit Cooke, der zuvor bereits an den Batman Beyond-Trickfilmen mitarbeitete, entstand eine inhaltlich zwar eingedampfte, aber dennoch (und auch optisch!) sehr werkgetreue, Bearbeitung des Comics. Dieser Trickfilm beweist – stärker noch als die meisten Realverfilmungen –, dass Superhelden-Geschichten nicht nur für Kinder interessant sein können.

Justice League: The New Frontier

Extras: „Superheroes United – The Complete Justice League History“ (41:02 min), hier wird umfassend über die Geschichte der JLA berichtet; Vorschau auf  „Batman: Gotham Knight“ (10:09 min); Diverse Trailer; Außerdem gibt es noch eine „2-disc Special Edition“, die u. a. noch zusätzlich noch 3 Episoden der Serie „Justice League Unlimited“ (The Dark Heart, Task Force X, Another Shore) enthält

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Spider-Man – Die spannende Welt des Superhelden

Bereits 2007 brachte der Panini Verlag als Lizenzprodukt unter dem Titel “The Amazing Spider-Man – Die Welt des Netzschwingers“ einen Vorläufer dieses Buches heraus. Es war in der Originalausgabe bei Dorling Kindersley dem Spezialisten für opulente Bildbände erschienen. Parallel zu einer Neuauflage von “Batman – Die Welt des dunklen Ritters“ präsentiert Dorling Kindersley eine komplett überarbeitete Ausgabe des Spider-Man-Buches.

Spider-Man - Die spannende Welt des SuperheldenDies hängt ganz sicher auch mit dem Kinofilm “The Amazing Spider-Man“ zusammen, auch wenn das Buch sich ausschließlich mit den Comics beschäftigt. Geblieben ist in der Neuauflage das grenzwertige Vorwort von Marvel-Legende Stan Lee. „Nun, bevor ich die Idee zu dem beliebten Netzakrobaten hatte, waren bereits Die Fantastischen Vier und Hulk meiner Feder entsprungen. Kaum war Spidey fertig, schenkten Marvel und ich dem dankbaren Publikum weitere Charaktere wie die X-Men, Daredevil, Iron Man, die Rächer...“ Hier wären einige klärende Worte angebracht, denn Stan Lees Beitrage zur Entstehungsgeschichte dieser Superhelden des Marvel Verlages ist höchst umstritten und war garantiert kein Alleingang.

Spider-Man - Die spannende Welt des Superhelden
Doch ansonsten ist die etwas kleinere, etwas dickere und preiswertere Neuauflage eine deutliche Verbesserung. Auf 200 mit ebenso viel Sachverstand wie Liebe zum Detail layouteten Seiten werden dem Leser bzw. Blätterer die wichtigsten Stationen, Krisen, Schicksalsschläge und Schurken präsentiert, mit denen der Spinnen-Mensch in den ersten 50 Jahren seiner Existenz konfrontiert wurde. Dabei werden auch wichtige Einzelhefte vorgestellt und gelegentlich wird hinter die Kulissen des Marvel Verlags geblickt. Besonders schön ist eine Doppelseite, mit 21 teilweise sehr witzigen Varianten des Covers von Amazing Fantasy # 15, jenes Heftes in dem Spider-Man im August 1962 debütierte.

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Before Watchmen

So richtig erfreut war wohl kaum ein Comicfreund als zu erfahren war, dass DC ganz ohne Beteiligung von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons eine Prequel-Reihe zu “Watchmen“ in Auftrag gab. Darf man das, nur weil man die Rechte an DEM Comicklassiker der 80er Jahre hat?

Before Watchmen

Alan Moore meinte eher nicht, denn schließlich gibt es ja auch keine literarische Fortsetzung zu Melvilles “Moby Dick“ (jedoch zu “Doktor Schiwago“ und zu “Vom Winde verweht“). Peter Osteried hingegen meinte in Alfonz – Der Comic-Reporter, dass sich Alan Moore nicht so anstellen solle, da er in “Liga der extraordinären Gentlemen“ und in “Lost Girls“ auch recht ungeniert eigene Geschichten mit von anderen Autoren geschaffenen Figuren erzählte.

Before Watchmen

Dennoch waren die Erwartungen nicht allzu hoch, auch wenn bei den insgesamt zehn “Before Watchmen“-Miniserien eine ganze Reihe von prominenten – abgesehen vom argentinischen Zeichner Eduardo Risso (“100 Bullets“) – allesamt aus den USA stammenden – Kreativkräften eingesetzt wurden. Bei uns erscheinen diese Serien bei Panini gebündelt in insgesamt acht Sammelbänden, die es wahlweise als Softcover- oder limitierte Hardcover-Edition gibt. Den Anfang bilden die vierteilige Miniserie “Rorschach“ von Brian Azzarello und Lee Bermejo, die eine halbwegs spannende Crime-Story mit dem wohl beliebtesten Watchman sowie einem Gastauftritt von Taxidriver Travis Bickle alias Robert De Niro erzählt, sowie Darwyn Cookes überraschend gut gelungene Geschichte der “Minutemen“.

Before Watchmen
In seinem feinen klaren Retro-Stil erzählt der auch als Autor fungierende Cooke („Parker“, “Neue Horizonte“, “The Spirit“) vom komplizierten Beziehungsgeflecht der Vorgänger der Watchmen. Die Minutemen formierten sich aus den unterschiedlichsten Motiven Ende der 30er Jahre in New York. Sie bildeten eine nur bedingt funktionierende hauptsächlich aus kommerziellen Gründen zusammengeschweißte Heldentruppe, die langsam aber sicher auseinander bricht. Hauptfigur der Geschichte ist Hollis Mason, die erste Nite Owl, der von seiner vergeblichen Liebe zu Ursula Zendt alias Silhouette aber auch vom wohl wohl seltsamsten Minuteman dem finsteren Hooded Justice erzählt.

Before WatchmenCooke ist weniger daran interessiert erzählerische Lücken zu schließen, wie dies z. B. Don Rosa bei seinen Versionen von Carl Barks’ Enten-Comics recht penetrant praktizierte. Vielmehr nutzt Cooke respektvoll das von Alan Moore geschaffene faszinierend detailfreudig ausgestaltete Watchmen-Universum um darin einzutauchen und eine eigene Geschichte zu erzählen.

Before Watchmen

Cooke trifft den Geist des Originals findet aber auch durch den sehr eigenständigen Zeichenstil einen interessanten Zugang zum Comic-Meilenstein. In diesem Stile wäre auch eine Fortsetzung zu “Moby Dick“ wünschenswert.

Before Watchmen

Insgesamt muss festgestellt werden, dass das Niveau dieser Reihe in Sachen Optik aber auch Inhalt sehr viel höher ausgefallen ist als zu erwarten war. Mir persönlich hat eigentlich nur die OZYMANDIAS-Reihe von Len Wein und Jae Lee überhaupt nicht gefallen.

Before Watchmen

Im Zentrum von „Crimson Cosair“, dem letzten Band der Serie stehen zwar nicht die Superhelden aus WATCHMEN, dennoch enthält er einige Perlen, wobei die Titelstory nicht gerade das absolute Highlight ist. In der Originalserie WATCHMEN spielten Piraten-Comics eine große Rolle, weil Alan Moore der Meinung war, dass in einer Welt in der Superhelden tatsächlich existieren, Comics über maskierte Räche nicht der Hit wären. Daher entschieden sich er und Gibbons dafür, dass im Watchmen-Universum Piraten-Comics sehr beliebt sind und ließen immer wieder kleine Häppchen aus dem Freibeuter-Comic “Tales of the Black Freighter“ in ihre Geschichte mit einfließen.

Before Watchmen

Auch die meisten Hefte der BEFORE WATCHMEN Reihe enthielten am Ende als Zugabe zwei Seiten des Piratencomics THE CURSE OF THE CRIMSON CORSAIR. Diese wurden von John Higgins gezeichnet und gemeinsam mit Len Wein erdacht. Higgins fungierte seinerzeit bei WATCHMEN als Kolorist. Die atmosphärisch gestaltete Seiten mit der Piraten-Geschichte mag in kleinen Häppchen zum Erzeugen von einem gewissen WATCHMEN-Feeling in den Heften vielleicht noch ganz gut funktionieren. Geballt gelesen ergibt sich jedoch kein Piraten-Epos sondern allenfalls eine Schatztruhe voller “Fluch der Karibik“-Klischees.

Before Watchmen
Sehr viel interessanter sind die ebenfalls in diesem Band enthaltenen Geschichten über zwei absolute WATCHMEN-Nebenfiguren. Während sich J. Michael Stracynski und der begnadete argentinische Zeichner Eduardo Risso in zwei US-Heften dem tragischen Leben des schurkischen Magiers MOLOCH widmen, brauchen Len Wein und Steve Rude noch weniger Seiten um die ebenfalls recht traurige Geschichte des “Minuteman“ Story DOLLAR BILL zu erzählen. Wie alle Panini-Bände, die es auch als limitierte und mittlerweile schon hoch gehandelte Hardcover-Ausgaben gibt, enthält auch dieses Buch neben knappen aber sehr informativen Texten noch alle Variantcover zu CRIMSON CORSAIR, MOLOCH und DOLLAR BILL.

Before Watchmen THE BUTTON

Demnächst soll es zu einer Art Crossover zwischen den WATCHMEN und dem “regulären“ DC-Universum kommen. In den US-Heften 21 und 22 der Reihen BATMAN und THE FLASH wird der Vierteiler THE BUTTON erzählt. Es bleibt abzuwarten, ob dies eine gute Idee ist.

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Watchmen

Ende der Achtziger Jahre revolutionierte Frank Miller mit seiner Batman-Version „Der dunkle Ritter kehrt zurück„, die er auch eigenhändig zeichnete, die (US-) Comicwelt. Doch ein noch größeres Meisterwerk schuf der Engländer Alan Moore („From Hell„,  „V wie Vendetta„) mit seinem Superhelden-Epos um die Watchmen.

Watchmen

Alan Moore stellt in seiner 12-teiligen Miniserie die berechtigte Frage, wer denn die Wächter überwacht und die noch berechtigtere Frage, ob unsere Welt tatsächlich besser wäre, wenn es Superhelden gäbe. Die Antwort ist ernüchternd, denn Moores kostümierte Helden, die eigens für diese Serie erfunden wurden und ansonsten niemals wieder auftauchten, scheitern auf mannigfaltige Art. Die teilweise wirklich berührenden Einzelschicksale schildert Moore unglaublich filigran verzahnt und liefert auch immer wieder Dokumente über die Hintergründe seiner sorgfältig durchdachten Parallelwelt. Moore gelang ein Meisterwerk, das immer wieder mit Gewinn gelesen werden kann und sollte!

Watchmen
Während Frank Millers „Der dunkle Ritter kehrt zurück“ seinerzeit im US-Heftformat als deutsches Tradepaperback sogar die „Spiegel“-Bestsellerliste erklomm, wurde „Watchmen“ gleichzeitig bei Carlsen in sechs viel zu großen Comicalben unter dem Titel „Die Wächter“ veröffentlicht. Diese waren auch noch mit den bonbonbunten Covern versehen, die für die französische Ausgabe entstanden sind und so gar nichts mit Dave Gibbons ansonsten verlässlich präzisen Zeichnungen gemein hatten.

WatchmenDoch Schwamm drüber, danach gab es bei Carlsen zum Glück einen angemessenen gestalteten Hardcoverband, der das gesamte Epos enthielt und mittlerweile vergriffen ist. Noch eine Ecke gelungener ist die neu übersetzte Ausgabe von Panini. Hier sind in einem 20-seitigen Anhang auch noch zusätzlich diverse Cover (auch jene bonbonfarbenen) abgebildet und ferner gibt es zu jedem Kapitel noch einmal einige recht aufschlussreiche Anmerkungen.

Watchmen Absolute Edition
Watchmen Absolute Edition

Pünktlich zum Start von Zack Snyders erstaunlich werkgetreuer “Watchmen“-Verfilmung legt Panini noch einmal kräftig nach. Neben dem atemberaubend schönen Artbook “Watching The Watchmen: Entstehung einer Graphic Novel“ erscheint auch noch eine “Watchmen Absolute Edition“ als überformatige (33 x 22 cm) 468-seitige Hardcover-Edition im Schuber. Jede Seite des Comics wurde vom damaligen Koloristen John Higgins digital und in Abstimmung mit Dave Gibbons noch einmal neu koloriert. Außerdem sind Skizzen, Entwürfe und Auszüge aus Alan Moores Originalskript enthalten.

2013 erschien unter dem Titel “Before Watchmen“ eine umstrittene Prequel-Serie zum Klassiker.

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The Silver Age of DC Comics

Große Freude kam bei mir auf, als zu erfahren war, dass der Taschen Verlag seinem riesigen Prachtband “75 Jahre DC Comics: The Art of Modern Mythmaking“ nicht – wie sonst oft üblich – eine kleinformatigere preiswerte Softcover-Ausgabe folgen ließ. Mit „The Golden Age of DC Comic“ wurde eine fünfbändige DC-Enzyklopädie gestartet, die sich noch ausführlicher mit jenem Comic-Verlag beschäftigt, der durch Helden wie Superman oder Batman das Comicheft salonfähig machte.

The Silver Age of DC ComicsZuvor erschienen in den USA Comics fast ausschließlich in den Zeitungen, doch nach dem riesigen Erfolg von Action Comics # 1 im Juni 1938 mit dem ersten Auftritt von Superman, war klar dass Comics mehr als nur eine Zeitungs-Beigabe sind. Comichefte wurden zu einem riesigen Geschäft.

The Silver Age of DC ComicsDie Superhelden zogen in ihren Abenteuern auch mit in den Zweiten Weltkrieg, oftmals noch bevor die Amerikanischen Streitkräfte in der Realität in Europa oder Asien aktiv wurden. Nach Ende des Krieges erlahmte das Interesse an den kostümierten Helden und das sogenannte “Golden Age“ ging zu Ende. Andere Comic-Genres wie die Funny Animals, hier speziell die Entengeschichten von Carls Barks, oder die auch an erwachsene Leser adressierten Kriegs- und Horror-Hefte aus dem Hause EC weckten größeres Interesse. Letztere riefen Jugendschützer auf den Plan und der Comics Code, eine Art freiwillige Selbstzensur der Verlage, sorgte dafür, dass die Comics wieder kindischer (aber gelegentlich auch – wie im Falle des MAD-Magazines – satirischer) wurden.

The Silver Age of DC ComicsMitte der Fünfziger Jahre starteten die DC-Superhelden wieder durch. In den Heften Showcase # 4 und # 22 erschienen modernisierte Version von Flash, dem schnellsten Menschen der Welt, und vom allmächtigen Helden Green Lantern, der jetzt durch eine zivile Tätigkeit als Testpilot etwas geerdet wurde. Helden-Truppen wie die Justice League of America wurden so beliebt, dass DCs Konkurrent Marvel seine Fantastic Four startete. Den größten Popularitätsschub bekam allerdings Batman. Eine in den Sechziger Jahren ungemein populäre TV-Serie mit Adam West zeigte den Fledermaus-Mann nicht als Dark Knight sondern als knallbunte Pop-Art-Figur, deren Abenteuer allenfalls sehr kleine Kinder spannend und die restlichen Zuschauer höchst amüsant fanden. Durch diese TV-Serie wurden auch viele DC-Comics knallbunt und infantil. Erst durch die realitätsnahen Geschichten von Denny O’Neil und Neal Adams, die das “Bronze Age“ einläuteten, erholten sich die DC-Helden von dieser Entwicklung.

The Silver Age of DC ComicsIn “The Silver Age of DC Comics” dokumentiert Paul Levitz, der von 2002 bis 2009 Chef bei DC war, auf 400 reich bebilderten Seiten dieses hochinteressante Comic-Zeitalter. Der Band ist gegenüber dem schwergewichtigen Werk “75 Jahre DC Comics“ sehr viel lesefreundlicher. Dies liegt zum einen daran, dass er komplett auf Deutsch übersetzt wurde, aber auch am etwas kleineren Format. Zudem sind zahlreiche neue Abbildungen, Texte sowie ein Interview mit Neal Adams enthalten. Es darf sich schon auf die drei weiteren DC-Bände zum Bronze-, Dark- und Modern-Age gefreut werden.

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75 Years of DC Comics

Es war das größte Paket, das ich je erhalten hatte. Der Paketbote hatte ganz schön zu schleppen und schon die Verpackung war spektakulär. Das gewaltige 30 x 40 cm große 720-seitige Werk steckte in einem Schuber, der zugleich auch ein Koffer war. Doch auch der Inhalt konnte begeistern.

75 Years of DC ComicsDer Comicautor Paul Levitz, der von 2002 bis 2009 Präsident von DC war, fasst die 75-jährige Geschichte der Superhelden-Schmiede zusammen. Im Buch ist dieser Text in Englisch enthalten, doch ein knapp hundertseitiges ebenfalls farbig bebildertes Büchlein enthält die deutsche Übersetzung (allerdings leider nicht zu den meist ebenfalls sehr interessanten Kommentaren zur reichhaltigen Bebilderung).

75 Years of DC ComicsLevitz konzentriert sich in seinen Texten auf das Wesentliche, wobei er die selbst bei DC erlebte Zeit natürlich deutlich lebendiger zu Papier bringt als etwa das Eröffnungskapitel “The Stone Age“ (“Die Steinzeit“), das recht knapp jene Zeit vor dem ersten Auftritt Supermans in “Action Comics # 1“ schildert.

75 Years of DC ComicsSehr viel schwärmerischer wird das danach anbrechende “Golden Age“ geschildert, das den Siegeszug der Comichefte einläutete und Superman schon recht bald weitere Helden wie Batman, Wonder Woman oder den schnellen Flash an die Seite stellte. Dass die Superman-Schöpfer Jerry Siegel und Joe Shuster 1938 mit einem Taschengeld abgespeist und erst sehr viel später namentlich in den Comics genannt wurden und Tantiemen erhielten wird immerhin nicht völlig verschwiegen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem die Superhelden schon langen vor den US-Truppen gegen die Achsenmächte kämpften, erlebten die Helden eher alberne Abenteuer an der Heimatfront, bevor 1956 schließlich das “Silver Age“ eingeläutet wurde. Das DC-Heft “Showcase“ präsentierte modernisierte Versionen von angestaubten Helden wie Flash oder Green Lantern. Das lief so gut, dass auch die Konkurrenz Marvel auf den Geschmack kam und DC mit stärker in der US-Realität verankerten Helden wie Fantastic Four oder Spider-Man recht bald den Rang ablief.

75 Years of DC Comics
Foto: Promo

Doch eine bewusst trashige TV-Serie mit Adam West machte Batman Ende der Sechziger Jahre zum Millionen-Seller und DC fit für das 1970 beginnende “Bronze Age“. Hier war der Verlag mit einer von Denny O´Neil getexteten und von Neal Adams gezeichneten Serie in der Green Lantern und Green Arrow nicht nur mit Rassenhass und Drogenmissbrauch konfrontiert – sondern auch in ihrer Heldenfunktion hinterfragt wurden – voll auf der Höhe der Zeit.

75 Years of DC ComicsAuch im – nicht von allen Comichistorikern anerkannten – “Dark Age“ hatte DC ab 1984 die Nase vorn und veröffentlichte bahnbrechende düstere Meisterwerke wie Frank Millers “The Dark Knight Returns“ oder “Watchmen“ von Alan Moore und Dave Gibbons, was auch Hollywood nicht verborgen blieb. Das “Modern Age“ lässt Levitz schließlich im Jahre 1998 beginnen und setzt aktuell auch weiterhin große Hoffnungen auf den Marvel-Flüchling Jim Lee, der für DC erfolgreiche Serien mit Batman und Superman zeichnete. Ein eher nichtsagender Ausblick auf das “Digital Age“ schließt das im Anhang noch mit interessanten Kurzbiografien zu wichtigen DC-Persönlichkeiten ergänzte Buch ab.

75 Years of DC ComicsJedes Kapitel wird mit dicken glänzenden goldenen, silbernen oder bronzenen Pappseiten eingeleitet und enthält außerdem zu jedem “Zeitalter“ noch eine Klappseite mit tabellarischer Übersicht. Zusätzlich gibt es außerdem jeweils noch unglaublich reich bebilderte Anhänge, die sich vertiefend mit einzelnen Superhelden aber auch Künstlern wie Bob Kane, Neal Adams oder Frank Miller des jeweiligen Zeitraums beschäftigen.

75 Years of DC ComicsDie im Buch reproduzierten Comiccover gewinnen durch das Riesenformat aber auch dadurch, dass hier meist Hefte mit leichten Gebrauchsspuren abgebildet wurden.  Aufmachung, Gliederung und Bebilderung machen “75 Jahre DC Comics“ zu einem einzigartigen Buch, das seinem Riesenformat voll gerecht wird.

75 Years of DC Comics
Taschen präsentiert außerdem eine fünfbändige ergänzte Neuauflage von “75 Jahre DC Comics“. Die kleinformatigeren Bücher zum “Golden Age“, “Silver Age“, “Bronze Age“, “Dark Age“ und zum “Modern Age“ enthalten Interviews mit den in den jeweiligen Zeitaltern besonders aktiven Comicschaffenden Joe Kubert, Neal Adams, Denny O’ Neil, Jeanette Kahn und Jim Lee sowie über 1000 zusätzliche Abbildungen!

75 Years of DC Comics

Doch natürlich ist 150 Euro für den Prachtband eine Menge Holz. Daher hat Taschen noch vor Abschluss der fünfbändigen Ausgabe eine deutlich preiswertere Ausgabe von “75 Years of DC Comics“ herausgebracht. Dieses ist mit 25 x 34 cm zwar etwas kleiner, enthält jedoch alle 720 Seiten der Originalausgabe und der Preis mit knapp 50 Euro beträgt nur ein Drittel der Erstausgabe.

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Star Wars Classic Comics

Der erste Comic zu Star Wars erschien bei uns 1978 beim Williams Verlag noch unter dem damaligen Filmtitel Krieg der Sterne. und war eine Adaption jenes Filmes, der heute den Titel Episode IV – Eine neue Hoffnung trägt. Dieser Comics entstand bei Marvel und wurde gezeichnet und veröffentlicht bevor der Film in die Kinos kam. Dem Autor Roy Thomas (75 Years of Marvel Comics) diente das Drehbuch von George Lucas als Vorlage, da der Film noch gar nicht in den Kinos lief, als er bereits an der Comic-Adaption arbeitete. Daher ließ Thomas den Zeichner Howard Chaykin Situationen in Szene setzen, die im Film gar nicht zu sehen sind (obwohl sie teilweise gedreht wurden).

Star Wars Classic Comics

So gab es im Comic (aber auch im Roman zum Film) einige zusätzliche Szenen in denen Luke Skywalker mit seinem Jugendfreund Biggs zusammentrifft, der ebenfalls als Kampfpilot dabei war als der Todesstern angegriffen wurde, dies aber nicht überlebte. Howard Chaykin war für den Comic-Fan George Lucas der Wunschkandidat für die Comic-Adaption von Star Wars. Der Zeichner fertigte 1976 für den San Diego Comic Con auch ein Plakat an, das neugierig auf den Film machen sollte (und machte!).

Star Wars Classic Comics

Als George Lucas 1997 eine überarbeitete Version von Star Wars- Episode IV in die Kinos brachte, entstand auch eine neue Comicversion des Filmes. Hier war der begnadete Al Williamson als Tuscher beteiligt, der die definitiven Comicversionen zu Episode V und Episode VI aber auch zu Dino de Laurentiis´ Flash Gordon zeichnete. Diese neue Adaption wirkt sehr viel glatter, geleckter und gleichgeschalteter als die wild und frei anmutende 70er-Version von Chaykin, der es danach noch doller treiben durfte als Star Wars bei Marvel  einfach frisch, fröhlich und ohne Oberaufsicht von George Lucas fortgesetzt wurde. Was Luke, Han und Leia hier erleben hat nichts mit den Ereignissen aus Das Imperium schlägt zurück oder Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu tun“. Es wird z. B. eine galaktische Variante zum Westernklassiker Die glorreichen Sieben erzählt, in der Han Solo an der Seite eines 1,80 m großen grünen Hasen namens Jaxxon kämpft.

Star Wars Classics, Bd. 1: Doomsworld
Band 1 von Paninis Reihe Star Wars Classics enthält die ersten 10 Star Wars-Comichefte (und somit sämtliche Arbeiten von Howard Chaykin für diese Reihe), wobei in Band 1 bis 6 die bekannte Filmstory erzählt wird. Da im Gegensatz zu den frühren Ausgaben bei Carlsen und Ehapa diesmal auch noch alle sehr schön gestalteten Cover enthalten sind, ist dieser Sammelband unverzichtbar für alle Fans der klassischen Star Wars-Filme.

Star Wars: The Original Marvel Years Omnibus

In den USA hat durch den Deal des Mutter-Konzerns Disney, der Episode VII Das Erwachen der Macht in die Kinos brachte, mittlerweile Marvel wieder die Rechte an den Star Wars Comics und veröffentlicht die klassischen Ausgaben in voluminösen Omnibus-Editionen. Es ist erstaunlich wie viele verschiedene Comic-Versionen bereits zu Star Wars erschienen sind!

Star Wars Comic-Kollektion

Im zweiten Band der Star Wars Comic-Kollektion von Panini ist eine von Chris Sotomayo neu kolorierte Version von Howard Chaykins klassischem Comic enthalten.

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Tex – Der letzte Rebell

Seit 1948 werden in Italien monatlich Comics mit dem Texas-Ranger Tex Wille veröffentlicht. Obwohl die Hefte in schwarzweiß erscheinen, wird durch die Titelbilder klar, dass eins der markantesten Merkmale des Helden sein strahlend gelbes Hemd ist. Bei uns ist es nie gelungen die Serie dauerhaft zu etablieren, doch in Italien ist Tex heute so erfolgreich wie eh und je. 1985 entstand mit “Tex und das Geheimnis der Todesgrotten“ eine TV-Verfilmung mit Guiliano Gemma (“Auch die Engel essen Bohnen“) in der Titelrolle.

Tex - Der letzte Rebell

Neben den schwarzweißen Heftchen erscheint zusätzlich eine farbige und großformatige Reihe namens “Tex Albo Speciale“, in der international bekannte Comickünstler wie Paolo Serpieri, die Spanier Jordi Bernet („Andrax„) und Manfred Sommer oder der US-Amerikaner Joe Kubert zum Zuge kommen (Kuberts Tex-Comic erschien bei uns in vier Alben unter dem Titel “Die gnadenlosen Vier“ bei Kult Editionen). Für den 14. Band dieser Serie konnte 2000 der Neuseeländer Colin Wilson („Tag X“,Wonderball„) gewonnen werden. Dies war eine sehr gute Wahl, denn Wilson zeichnete von 1985 bis 1994 insgesamt sechs Comic-Album, in denen die Jugend-Abenteuer des von Jean-Michel Charlier und Jean “Mœbius” Giraud geschaffenen legendären Westernhelden Blueberry erzählt wurden.

Tex - Der letzte Rebell
Diese Illustration fertigte Colin Wilson für die hölländische „Tex“-Ausgabe an.

Die künstlerischen Qualitäten, die Wilson bei “Blueberry“ einbrachte, sind auch bei seinem “Tex“ spürbar. Ganz so akribisch sind seine Zeichnungen hier zwar meist nicht ausgearbeitet, was aber auch daran liegt, dass bei “Tex” pro Seite nicht vier sondern nur drei Panel-Reihen zu zeichnen hatte und die großformatigen Bilder etwas gröber ausgefallen sind. Die Geschichte „Der letzte Rebell“ vom vielbeschäftigten italienischen Autor Claudio Nizzi hat Schwung und erzählt von einer Bande ehemaliger Südstaatler, die nach dem Sezessionskrieg brutale Verbrechen im großen Stil begehen. Tex soll im Gefängnis als angeblicher Häftling das Vertrauen eines dort eingesperrten Bandenmitglieds gewinnen und nach einem Ausbruch das Versteck der Bande finden…

Tex - Der letzte Rebell
Bluebery pokert gegen Tex

Mit diesem 230-seitigen Western-Abenteuer hat Panini eine gute Wahl für sein neu gestartetes Album-Programm getroffen. Abgerundet wird dasr schön aufgemachte großformatige Hardcoverbuch durch ein kenntnisreiches Vorwort von Tito Faraci, das in die klassische Serie einführt, ein hochinteressantes Interview, das Alexander Bubenheimer exklusiv für dieses Buch mit Colin Wilson über dessen gesamte Karriere führte, sowie einige zusätzliche Illustrationen, auf denen u. a. Tex gegen Blueberry pokert. Hinzu kommen einige der Lieblingsseiten des Zeichners aus seinem Tex-Comic, die in schwarzweiß abgedruckt wurden und dadurch noch beeindruckender wirken als im manchmal etwas sterilen kolorierten Comic.

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Will Eisner: Ich bin Fagin

In seinem letzten Comic “Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion“ beschäftigte sich Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott“) kurz vor seinem Tod 2005 sehr ausführlich mit Antisemitismus und einem gefälschten Dokument, das die angebliche jüdische Weltverschwörung belegen soll. Bereits zwei Jahre zuvor hat Eisner ein ähnliches Thema behandelt.

Will Eisner: Ich bin Fagin

In Charles Dickens Roman “Oliver Twist“ gibt es einen nicht eben sympathisch gezeichnete jüdischen Straßenganoven namens Fagin, der eine ganze Kinderschar zu Straftaten anstachelt. Einige von Dickens‘ Zeitgenossen empfanden diese Figur als eine unangenehme rassistische Karikatur. Dies wurde noch durch George Cruikshanks Illustrationen zum Roman unterstrichen, in denen Fagin hässlich mit Zottelbart und Hakennase dargestellt wurde. Der Autor eliminierte in späteren Auflagen etliche Stellen in denen er Fagin einfach nur als “Der Jude“ bezeichnet hatte. Doch das Klischee vom diebischen und hinterhältigen Juden überlebte. So legte sich z. B. Alec Guinness 1948 bei einer “Oliver Twist“-Verfilmung von David Lean bei seiner Darstellung des Fagin dermaßen stark in die (rassistische) Kurve, dass viele seiner Szenen in den USA und bei uns herausgeschnitten wurden.

Oliver Twist George Cruikshanks
Illustration zu Oliver Twist von George Cruikshanks

Ungefähr zur selben Zeit ließ Eisner neben seinem maskierten Comic-Detektiv “The Spirit“ einen kleinen dunkelhäutigen Helfer namens Ebony agieren, den Brian Michael Bendis nicht grundlos im Vorwort zu diesem Buch als “offen gesagt ziemlich rassistische Karikatur“ bezeichnet. In späteren Jahren, als sich Eisner in seinen Comics wie in “Zum Herzen des Sturms“ (enthalten im Sammelband “Lebensbilder“) mit seiner jüdischen Herkunft beschäftigte, war ihm dieser Ebony etwas peinlich.

Will Eisner: Ich bin Fagin

Dies könnte einer der Gründe sein warum Eisner sich mit Dickens‘ markanter Nebenfigur Fagin beschäftigte. In seinem 2003 entstandenen Comic “Fagin the Jew“ (der deutsche Titel des Buch ist mit “Ich bin Fagin“ alle andere als werkgetreu) erhält der Schurke eine tragische Vorgeschichte an. Nah orientiert an historischen Tatsachen erzählt Eisner, was es bedeutete im London des 19. Jahrhunderts als jüdisches Kind aufzuwachsen. Der schon früh seinen Vater verlierende Fagin wird am Anfang des Comics gar zu einer Art jüdischen Oliver Twist. Eisners Bestreben historische Zusammenhänge zu vermitteln, lassen diesen Teil der Geschichte manchmal etwas arg konstruiert wirken. In der zweiten Hälfte seines Comics erzählt Eisner, der auch “Moby Dick“ und “Don Quichotte“ als Comic adaptierte, die aus Dickens‘ “Oliver Twist“ bekannte Geschichte noch einmal neu. Dabei lässt er Fagin allerdings deutlich sympathischer erscheinen.

Will Eisner: Ich bin Fagin
Cover der Originalausgabe

Abgerundet wird dieses sehr schön editierte Buch durch hochinteressante Vor- und Nachworte von Eisner und dem Journalisten Jeet Heer. Der Comicautor Brian Michael Bendis (“Ultimate Spider-Man“) schreibt in seinem Vorwort recht treffend zu “Fagin the Jew“: “Ich finde, einen wahren Meister erkennt man daran, dass auch eins seiner kleinen Werke ein wichtiges Werk ist.“

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Will Eisner: Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion

1864 verfasste Maurice Joly in Paris das Buch “Gespräche in der Unterwelt zwischen Machiavelli und Montesquieu“ mit dem er die diktatorischen Herrschaftsmethoden von Napoleon III anprangern wollte. Dieses Buch missbrauchte der russische Fälscher Matwej Golowinski als er es im Auftrag einiger intriganter russischer Adliger in die “Protokolle der Weisen von Zion“ umschrieb und als Niederschrift eines 1897 in Basel durchgeführten zionistischen Nationalkongresses ausgab.

Will Eisner: Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion

Diese gefälschten Protokolle dienen immer wieder und immer noch als “Beweis“ einer jüdischen Weltverschwörung. Beständig wurden schlagende aber nie endgültige Gegenbeweise angeführt, doch die Protokolle erleben weiterhin weltweit auch heute noch zahlreiche Neuauflagen. Will Eisner (“The Spirit“, „Ein Vertrag mit Gott„), der Vater der anspruchsvollen Comicerzählung, hat zu diesem Thema ausführlich recherchiert. Sehr klar gegliedert und mit all seiner Zeichenkunst vermittelt er die Entstehung der “Protokolle“ und deren Missbrauch.

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“Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion“ war für Will Eisner eine Herzensangelegenheit. Im Vorwort des Buches ist zu lesen, dass er in seiner Jugend “schmerzvolle Zwischenfälle und Ungerechtigkeiten erlebte, die Juden damals in der amerikanischen Gesellschaft erdulden mussten“. “Das Komplott“ wurde zur letzten Graphic Novel des im Januar 2005 verstorbenen Will Eisners. Das sorgfältig editierte und mit einigen informativen Vor- und Nachworten (u. a. von Umberto Eco) versehene Buch belegt schlüssig, dass es sehr viel leichter ist ein Gerücht in die Welt zu setzen als es danach wieder aus der Welt zu schaffen.

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