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Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 05. Februar 2017 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

Okin Cznupolowsky eröffnete die Veranstaltung wieder mit der Erkennungsmelodie vom Comic Café.

Comicfestival in Angoulême

Rainer Schneider zeigte Impressionen vom größten europäischen Comic-Festival,  das zum 44. Mal in Frankreich stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

COMIC CAFÉ

Hermann war Präsident der Veranstaltung.

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COMIC CAFÉ
Loisel signierte seine Micky Maus Comics
COMIC CAFÉ
Alex Alice beeindruckte mit Neuschwanstein-Fantasy.
COMIC CAFÉ
Die ersten Aliens aus Luc Bessons VALERIAN UND VERONIQUE Verfilmung waren zu sehen.

Trickfilme!

Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

Matthias Schäfer hat wieder ausgewählte und besonders lustige Trickfilm-Klassiker vorstellen und sachkundig kommentiert.

COMIC CAFÉ

Außerdem zeigte er seine neuste Eigenproduktion!

Comics lesen!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht. Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal waren Rainer Schneider (Comicaze) und der Comiczeichner Rolf Boyke (alias boy) zu Gast.

Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

Diese Comics standen zur Debatte:

Altmeister Dany lässt die meist recht spärlich bekleidete LUDIVINE (Splitter)  durch die Zeit reisen.

Dany: Ludivine

Hier die Wertung:

Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

Im Zentrum von ASH (Cross Cult) stehen AUSTRIAN SUPERHEROES wie Lady Heumarkt, Captain Austria Jr. und der Bürokrat!

ASH: Austrian Superheroes

Hier die Wertung:

Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

Erkennen Sie die MELODIE!?

Zusammen mit Okin Cznupolowsky an der Trompete präsentieren wir wieder unser beliebtes Musik-Quiz ERKENNEN SIE DIE MELODIE.

Bilder vom Comic Café vom 05.02.2017

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Das nächste Comic Café ist am Sonntag den 19. März 2017 um 18 Uhr.

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43. Comicfestival in Angoulême

2015 Jahr fühlte sich das größte europäische Comicfestival durch den Anschlag auf “Charlie Hebdo“ herausgefordert und stellte in Windeseile eine beeindruckende aber auch schwer bewachte Werkschau über die Geschichte des rotzfrechen Satiremagazins zusammen. Dieses Jahr war die Comicszene im französischen Angoulême beim 43ten “Festival international de la Bande dessinée“ wieder hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt.

43. Comicfestival in Angoulême

Im Vorfeld der Veranstaltung gab es einen Skandal im Zusammenhang mit der Verleihung des Grand Prix. Wer diese Auszeichnung bekommt, kann zugleich auch als Präsident die Ausrichtung des Festivals im nächsten Jahr mitbestimmen. Als eine Liste mit 30 Kandidaten bekanntgegeben wurde, gab es viel Entrüstung darüber, dass sich kein einziger weiblicher Comickünstler darunter befand, obwohl sich Marjane Satrapi, durch ihr Meisterwerk “Persepolis“ über ihre Jugendzeit im Iran, förmlich aufgedrängt hätte. Um den Druck aus der Veranstaltung zu nehmen, wurde der Preisträger bereits vorzeitig bekannt gegeben. Der Belgier Hermann Huppen fügte sich dann bestens in die eher rückwärtsgewandte Ausrichtung des Festivals. Bei moderaten und pragmatischen Einlasskontrollen wurden drei schon etwas betagte, aber noch erstaunlich rüstige, Comic-Meilensteine gefeiert.

43. Comicfestival in Angoulême

Die viele kleineren Ausstellungen wurden überstrahlt von der großen Werkschau “L ’ Art de Morris“. Die Western-Parodie “Lucky Luke“ des als Morris bekannten Belgiers Maurice de Bevere (1923 – 2001) ist auch nach 70 Jahren dank ihrer gekonnt karikierten Typen frischer denn je. Was bei seinem Konkurrenten “Spirou“ schon lange üblich ist, passiert gerade auch dem Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten. Neben der aktuell von Hervé Darmenton alias Achdé im klassischen Look sehr werkgetreu weitergeführten Serie, versucht sich auch Matthieu Bonhomme an Lucky Luke.

Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Dessen eher realistischer Zeichenstil scheint auf den ersten Blick so gar nicht zur stark karikierenden Darstellung des Wilden Westen zu passen, die ihren Höhepunkt feierte als der große René Goscinny neben Asterix auch noch Lucky Luke textete. Bonhomme hat zuvor mit der bei uns bei Salleck erschienenen und von Lewis Trondheim geschriebenen Western-Serie “Texas Cowboys“ bewiesen, dass realistische Zeichnungen und skurriler Humor kein Widerspruch sind. Im April erscheint der von Bonhomme realisierte Comic “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ der vom Tod der eigentlich unsterblichen Figur handelt. Die auf dem Festival gezeigten ersten Seiten sehen sehr vielversprechend aus.

43. Comicfestival in Angoulême

Doch wichtiger war die im “Cité internationale de la bande dessinée“ gezeigte Ausstellung mit weit über 100 thematisch gegliederten Originalzeichnungen von Morris. Hier überraschte immer wieder die Dynamik der Zeichnungen des immer etwas im Schatten seiner Kollegen André Franquin und Albert Uderzo stehenden Comickünstlers. Ein dicker zur Ausstellung erschienener Katalog, der mittlerweile unter dem Titel „Auf den Spuren von Lucky Luke“ auch auf deutsch  vorliegt, zeigt durch vergrößerte Abbildungen, dass die Wirkung einzelner Panels von Morris der immer wieder gerne gefeierten “klaren Linie“ von Hergés “Tim und Struppi“ in nichts nachsteht.

43. Comicfestival in Angoulême

Ein weiteres großes Thema des Festivals ist “Corto Maltese“, der melancholische Seemann, den der Italiener Hugo Pratt erstmals 1967 zu Papier brachte. Diese Figur ist in Angoulême ohnehin omnipräsent. Sehr viele Hausfassaden wurden mit dem hageren Mann mit der weißen Kapitänsmütze bemalt und auf der Holzbrücke, die die beiden großen Comic-Museen der Stadt verbindet, befindet sich eine überlebensgroße Bronzestatue von Corto Maltese.

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Die in Angoulême gezeigte Ausstellung macht noch einmal deutlich, dass es weniger die oft etwas kompliziert erzählten Geschichten sind, die den Reiz der Comic-Reihe ausmachen, sondern vielmehr die Meisterschaft des bildenden Künstlers Hugo Pratts. Dieser ist ein Virtuose der schwarzweißen Zeichenkunst. Er ist dort am besten, wo auf den ersten Blick nur wenige Linien zu sehen sind, die sich dann aber zu kleinen Geschichten innerhalb der epischen Erzählungen zusammenfügen. Doch auch als Aquarellkünstler ist Pratt einzigartig. Viele seiner ausgestellten Bilder brauchen keine Konturen, denn die wild angeordneten Farbflächen fügen sich scheinbar wie von selbst zu abenteuerlichen Welten zusammen

Corto Maltese: Unter der Mitternachtssonne

Doch die Hugo Pratt Ausstellung war keine reine Retrospektive, sondern ist zugleich auch brandaktuell. Obwohl Hugo Pratt 1995 verstorben ist, lebt seine bekannteste Schöpfung weiter. Mit „Unter der Mitternachtssonne“ ist ein neuer Comic mit “Corto Maltese“ erschienen, der von zwei Spaniern realisiert wurde. Die Geschichte stammt von Juan Diaz Canales (“Blacksad“) und die auch in Angoulême ausgestellten Zeichnungen von Ruben Pellejero (“Dieter Lumpen“).

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Katsuhiro Otomo

Das dritte große Thema des Festivals war der Japaner Katsuhiro Otomo, der im letzten Jahr zum Festival-Präsidenten gekürt wurde. Otomo war persönlich anwesend und stieg auch gerne auf das markante rote futuristische Motorrad seiner 1982 gestarteten Erfolgsserie “Akira“. Flankiert von einem aufwändigen Zeichentrickfilm, machte dieser Comic seinerzeit den Manga im Westen salonfähig. Anders als es heute bei der Veröffentlichung japanischer Comics üblich ist, wurde damals die epische futuristische Geschichte in die westliche Leserichtung ummontiert und zudem noch aufwändig per Computer koloriert.

43. Comicfestival in Angoulême

Ähnlich wie bei Pratt, ist es auch bei Otomo die Optik, die fesselt. Davon zeugt die in Angoulême gezeigte Ausstellung “Tribute to Otomo“, für die internationale Comic-Künstler wie Matthieu Bonhomme, Manuele Fior, Liberatore, Stan Sakai oder Jiro Taniguchi markante Momente aus “Akira“ nachstellten. Etwas schade ist, dass Katsuhiro Otomo zur Ausstellung nur ein Motiv beisteuerte und als Festival-Präsident nicht wie sonst üblich mit einer Werkschau geehrt wurde. Doch sein an klassische japanische Tuschmalerei erinnerndes Plakatmotiv, mit einer Berglandschaft voller bekannter Comicfiguren, konnte durchaus gefallen.

43. Comicfestival in Angoulême

Sicher nicht so spektakulär wie Katsuhiro Otomo oder vorherige Preisträger wie Bill Watterson (“Calvin & Hobbes“) und Art Spiegelman (“Maus“) ist der 1938 geborene Zeichner Hermann Huppen als Festival-Präsident fürs nächste Jahr. Doch verdient hat es der seit Mitte der sechziger Jahre als “Hermann“ zeichnende Belgier allemal. Seine kunstvolle Inszenierung bei Abenteuer-Comicserien wie “Andy Morgan“, “Comanche“ oder “Jeremiah“ ist meist sehr viel spannender als die klischeehaften Geschichten. Auch das deutsche Kino hat er beeinflusst, denn der von Jean Van Hamme geschriebene und von Hermann gezeichnete Comic “Die Bluthochzeit“ wurde 2005 mit Armin Rohde und Uwe Ochsenknecht verfilmt.

Ms Marvel

Außerdem gab es in Angoulême noch einen Preis für den zuvor bereits auf dem Münchner Comicfestival prämierten Comic “Hier“ des US-Amerikaners Richard McGuire (deutsche Ausgabe bei Dumont). Mit der Prämierung von “Ms. Marvel“ als beste Serie wurde dann doch noch ein Beitrag zur Gleichberechtigung geleistet. Die Superhelden-Reihe aus dem Hause Marvel  schrieb die an der Universität zum Islam konvertierte US-Autorin G. Willow Wilson. Sie handeln von einem kleinen muslemischen Mädchen, dass sich immer mal wieder in ein langbeiniges blondes All-American-Modell mit Superkräften verwandelt. Bemerkenswert ist auch, dass der “Prix du patrimoine“ an die beim französischen Verlag “Vraoum Editions“ erschienene Gesamtausgabe des deutschen Klassikers “Vater und Sohn“ von e. o. plauen ging. Dies passt sehr gut zur zunehmend internationalen Ausrichtung des Festivals, das schon seit einiger Zeit nicht ausschließlich den französischen Comic feiert.

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