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Toy Story of Terror!

In letzter Zeit war es nicht mehr unbedingt ein zusätzliches Gütesiegel, wenn einer der zahlreichen fast schon im Wochentakt in die Kinos kommenden Trickfilme aus dem Hause Pixar stammte. Umso überraschender ist es, dass in Anbetracht der nicht wirklich gelungenen Fortsetzungen von “Cars“ und “Monster AG“, sich mit den Figuren aus Pixars ersten Langfilm “Toy Story“ immer noch interessante Geschichten erzählen lassen.

Toy Story of Terror!
© 2015 Disney/Pixar

Eine leider nur auf DVD vorliegende Zusammenstellung enthält zwei 22-minütige Kurzfilme mit Woody, Buz & Co, die ihre Premiere 2013 und 2014 auf dem US-Sender ABC erlebten.

Toy Story of Terror!
© 2015 Disney/Pixar

“Toy Story of Terror!“ ist eine durchaus gruselige Halloween-Episode, die stylisch mit einem liebevoll auf trashig getrimmten schwarzweißen Dracula-Film beginnt, den sich die Toys in einem unheimlichen Motel ansehen. Dort bricht dann tatsächlich der Terror aus, denn der Manager des zweifelhaften Hauses setzt seinen Leguan ein, um liegen gelassenes Spielzeug einzusammeln, damit er es im Internet versteigern kann. Woody kommt dort auch recht schnell für 2000,- Dollar unter dem Hammer. Als die restliche Toys versuchen zu verhindern, dass Woody an den Käufer ausgeliefert wird, erhalten sie Unterstützung von der zackig agierenden Action-Figur Combat Carl, die im Original von Carl Weathers alias Apollo Creed aus “Rocky“ gesprochen wird. Als Bonus-Material zu diesem köstlichen Kurzfilm enthält die DVD neben einem 11-minütigen Making Of noch drei sehr witzige auf Nostalgie getrimmte gefakte Werbeclips zu den neu eingeführten Toys Combat Carl, Old Timer und Transitron.

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© 2015 Disney/Pixar

Noch eine Spur gelungener ist der zweite Kurzfilm “Toy Story that Time forgot“ (Deutscher Titel “Toy Story – Mögen die Spiele beginnen“). Hier wird erzählt, wie die kleine Bonnie mit ihren Toys kurz nach Weihnachten ihren Freund Mason besucht. Sie widmet sich sofort einem neuen Video Game und verfrachtet ihre Toys in Masons überdimensional großes Kinderzimmer. Dort entdecken Woody, Buzz & Co, dass sich bei Mason eine Unmenge von Figuren und Zubehör aus der Fantasy- und Saurier-Spielzeugreihe „The Battlesaurs“ angesammelt hat. Die Begegnung mit den irgendwo zwischen „John Carter vom Mars“ und „Masters of the Universe“ angesiedelten pathetisch agierenden Action-Figuren amüsiert Woody und seine Freunde zunächst ein wenig. Doch als schließlich spürbar wird, dass Reptillus Maximus und seinen zu gefährlichen Ritualen neigenden Stammes-Genossen nicht bewusst ist, dass sie kein barbarisches Völkchen sondern Spielzeug sind, ist es plötzlich nicht mehr so lustig. “Toy Story that Time forgot“ ist sehr spannend erzählt und es gibt ulkige Anspielungen, aber auch großartige Momente. Meisterhaft inszeniert ist etwa der Augenblick, wenn der sich pompös aufführende Fantasy-Krieger Repitillus Maximus plötzlich erkennen muss, dass er “nur“ eine Action-Figur aus einer Papp-Verpackung ist.

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Reptillus Maximus © 2015 Disney/Pixar

Einmal mehr wird hier unaufdringlich die der ganzen “Toy Story“-Reihe zugrunde liegende Botschaft vermittelt, dass Spielzeuge vielleicht so etwas wie ein eigenes Leben führen können, aber in erster Linie zum Spielen da sein sollten.

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Condorman in “Small Fry“ © 2015 Disney/Pixar

Abgerundet wird die DVD durch die drei 5- bis 7-minütigen „Toy Story“-Kurzfilme „Hawaiian Vacation“ (2011), „Small Fry“ (2011) und „Partysaurus Rex“ (2012), die im Vorprogramm von “Cars 2“, „Die Muppets“ und der 3D-Version von „Findet Nemo“ zu sehen waren.

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