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The Walking Dead – Die Cover

Die handliche deutsche Ausgabe von Cross Cult des mittlerweile auch erfolgreich als Serie fürs Fernsehen verfilmten Zombie-Epos The Walking Dead ist eigentlich optimal. Einen Schönheitsfehler gibt es jedoch, denn es fehlen die schaurig schönen Titelbilder der einzelnen Hefte. Ein großformatiges reich bebildertes Buch schafft hier Abhilfe.

The Walking Dead - Die Cover

Das Buch The Walking Dead – Die Cover beschränkt sich jedoch nicht darauf, die farbigen Titelbilder der ersten 50 US-Hefte abzudrucken. Ähnlich wie es zuvor schon Garth Ennis und Glenn Fabry in Dead or Alive, einem Sammelband mit den herrlichen Cover-Gemälden der Serie Preacher machten, kommen auch hier Autor und Künstler zu Wort.

The Walking Dead - Die Cover

Der Texter Robert Kirkman und seine Zeichner Tony Moore, mit dem er zuvor schon bei der Serie Battle Pope zusammenarbeitete, sowie Charlie Adlard, der die Serie ab Heft 7 übernahm (aber erst ab Ausgabe 25 auch die Titelbilder zeichnen durfte), liefern knappe aber sehr informative Kommentare zu jedem einzelnen Motiv ab. Zusätzlich gibt es auch noch Skizzen, alternative Entwürfe und die Cover der diversen Sammelbände der Serie zu bestaunen.

The Walking Dead - Die Cover

Insgesamt ist dies nicht nur ein hübsch gruseliger Bildband, sondern auch ein hochinteressanter Einblick in die kreativen Prozesse bei einer Erfolgsserie. Da es nicht mehr allzu lange dauern dürfte bis in den USA das 200. Heft von Band von The Walking Dead erscheint, ist ein zweiter Band mit den zugehörigen Covern schon lange überfällig!

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Marvel Zombies

Nicht nur der Auftakt dieser Geschichte ist ein ziemlicher Schlag in die Magengrube von jedem aufrechten Marvel-Superhelden-Fanboy. Einzig der ansonsten höchst schurkische Magneto bietet einer Horde zerlumpter, aber bunt kostümierter Zombies die Stirn.

Marvel Zombies

Es handelt sich dabei um Spider-Man, der seine geliebte Mary Jane verspeisen wird, Captain America, dem schon recht bald die Schädeldecke fehlen wird. Auch Thor, Hulk & Co grinsen nur irre und verspeisen schließlich den verzweifelt kämpfenden Magneto. Dies macht Iron Man ziemlich wütend, doch nur weil er keinen Bissen abbekommen hat…

Marvel Zombies

Das Konzept der in den USA und auch bei uns irre erfolgreichen Reihe Marvel Zombies basiert auf einer Storyline, die Mark Millar 2005 in den Heften 21 bis 23 der Serie Ultimate Fantastic Four erzählte. Hier konnte das Helden-Quartett den Zombies, die eine Parallelerde komplett erobert hatten, gerade noch entkommen. Marvel-Redakteur Ralph Macchio gefiel diese Idee noch im selben Jahr setzte er den zum Starautor aufgestiegenen Robert Kirkman (Marvel Team-Up) darauf an. Dieser hatte sich hierfür durch seine endlose Zombie-Serie The Walking Dead mehr als qualifiziert.

Marvel Zombies

Kirkman beschloss fast alle Marvel-Superhelden (Ausnahmen sind Black Panther und Silver Surfer) in Zombies zu verwandeln. Dies führte zu allerlei herrlich kranken Ideen, wie etwa einen Zombie-Großangriff auf den gigantischen und dadurch sehr sättigenden Weltenverschlinger Galactus.

Marvel Zombies

Das Salz in dieser blutigen Suppe sind die völlig durchgeknallten Cover. Arthur Suydam hat sich allgemein bekannte klassische Marvel-Titelbilder wie z. B. die Hochzeit von Spider-Man vorgenommen und diese dann “zombiefiziert“.

Marvel Zombies

Robert Kirkman schrieb 2007 noch das Prequel Dead Days sowie das Sequel Marvel Zombies 2. In einer weiteren Fortsetzungen namens Marvel Zombies vs. Army of Darkness kam es zu einem Crossover mit dem aus der Evil Dead-Filmtrilogie von Spider-Man-Regisseur Sam Raimi bekannten Ash Williams, den Bruce Campbell so herrlich grimmig-trottelig verkörpert hat.

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Klaus Voorman: birth of an icon – REVOLVER 50

An einem Herbstabend des Jahres 1960 ging der 22-jährige Grafikstudent Klaus Voormann ziellos durch die Straßen Hamburgs. Aus einem Kellerlokal auf der Reeperbahn hörte er “diese Musik, die mein Leben wurde“. Er nahm allen Mut zusammen und betrat die Spelunke (Arne Bellstorf hat diesen Moment sehr gut in seinem Comic “Baby’s in Black“ eingefangen). Im “Kaiserkeller“ erlebte Voormann, wie John sich “seinen Lebensfrust aus dem Leib schrie“, und Paul “wie ein Gummiball“ herumhüpfte.

Klaus Voorman: birth of an icon - REVOLVER 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Klaus Voormann und seinen Freunden gefiel “diese lebensbejahende Energie und Fröhlichkeit“. Sie trafen sich regelmäßig im “Kaiserkeller“. Eines Tages fasste Klaus Voormann Mut und nahm Kontakt zu den Beatles auf. Er ging direkt auf John Lennon zu und zeigte ihm eine Illustration, die er für ein Plattencover zu “Walk Don’t Run“ von den Ventures angefertigt hatte. Lennon befand die Zeichnung als “not bad“, verwies Voormann jedoch an seinen Kumpel Stu Sutcliffe, da dieser “der Kunstheini“ der Band war. Sechs Jahre später sollte es dann John Lennon sein, der sich wegen eines LP-Covers an Voormann wandte.

Klaus Voorman: birth of an icon - Revolver 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Voormann hielt in den nächsten Jahren Kontakt zu den Beatles, was dadurch erleichtert wurde, dass er 1964 nach London zog, wo er sich für eine Weile eine Wohnung mit George und Ringo teilte. Nachdem er als Grafiker gearbeitet hatte, spielte er als Bassist bei Manfred Mann. Auch für Lou Reed, Carly Simon, James Taylor, Harry Nilsson und Solo-Projekte von John, George und Ringo spielte er den Bass. 1966, nachdem er sich eigentlich schon von seiner Tätigkeit als Graphiker verabschiedet hatte, erhielt Klaus Voormann urplötzlich einen Anruf von John Lennon. Dieser fragte ihn ganz direkt: “Hey Klaus, hast Du eine Idee für unser neues Album-Cover?“

Klaus Voorman: birth of an icon - Revolver 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Klaus hatte – nachdem sich die erste Aufregung legte – und schrieb bzw. zeichnete mit seiner Grammy-prämierten Collage auf dem Cover von “Revolver“ ein Stück Rock-Geschichte. Das lag ganz sicher auch daran, dass sich sein schwarzweißes Motiv von den damals vorherrschenden knallbunten psychedelischen Farben abhob.

Klaus Voorman: birth of an icon - Revolver 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Nachdem Voormann bereits 2003 die Entstehungsgeschichte des Covers zu einem als Druck erhältlichen Kurzcomic verarbeitet hatte, folgt zum 50. Jubiläum des legendären Beatles-Albums unter dem Titel “birth of an icon“ eine 32-seitige Comic-Erzählung.

Klaus Voorman: birth of an icon - Revolver 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Es dauert lange, bis der in vielen verschiedenen Stilen zeichnende Voormann den richtigen Look für seine Comic-Erzählung gefunden hatte. Eine große Hilfe war der Comiczeichner Thomas von Kummant (“Die Chronik der Unsterblichen“, “Gung Ho“), der vorschlug den Comic im Stile eines Storyboards zu zeichnen. Voormann verwarf daraufhin einige bereits in einem detaillierteren Stil erstellte Seiten und brachte die Geschichte in eher skizzenhaften Bildern zu Papier.

Klaus Voorman: birth of an icon - REVOLVER 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Innerhalb der Erzählung entsteht dadurch ein interessanter Effekt. Voormann erzählt zunächst in eher simpel aufgebauten, aber klaren Bildern erzählt, wie er 1966 in den von Fans umlagerten EMI-Studios in der Abbey Road ankam, auf die Beatles traf und sich auf den Stuhl des Produzenten George Martin setzen durfte, um erstmals die Musik des neuen Albums zu hören. Plötzlich tauchte Voormann “ein in eine surreale Tonwelt“ und befürchtete für einen Moment, dass ihm “jemand LSD in den Kaffee geschmuggelt hatte“. Im Comic stellt Voormann sein damaliges Hörerlebnis  auf einer beeindruckend komponierten, detailreich ausgeführten sich vom Rest der Erzählung abhebenden Doppelseite dar. Sich selbst zeigt er, wie er im Produzenten-Stuhl abhebt und durch eine Traumlandschaft schwebt.

Klaus Voorman: birth of an icon - REVOLVER 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Doch auch den nach der Auftragsvergabe herrschenden, bzw. zunächst ausbleibenden, Schöpfungsprozess schildert Voormann in seinem Comic ebenso spannend wie faktenreich. Nach vielen nicht wirklich guten Ideen fiel ihm morgens beim Kämmen ein, dass “Haare“ ja das Wahrzeichen der Beatles sind. Daher zeichnete er die hauptsächlich aus Haaren bestehenden Köpfe von John, Paul, George und Ringo. Die Illustration garnierte er mit Foto-Elementen, wie den Augen von George oder exklusiven Fotos der Beatles (aber auch von sich selbst).

Klaus Voorman: birth of an icon - Revolver 50
Copyright © by Christina and Klaus Voormann

Als Voormann sein Cover präsentierte waren die Beatles begeistert, doch Voormann musste eine kleine Collage entfernen, die Paul auf dem Klo zeigte, und auch Brian Epstein, mit einem Pisspott auf dem Kopf, schaffte es nicht aufs endgültige Cover. Doch der Comic zeigt, wie diese Collage-Elemente aussahen.

Klaus Voorman: birth of an icon - REVOLVER 50
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Veröffentlicht wird die Graphic Novel als Kernstück eines gebundenen 148-seitigen Buchs im LP-Format, das mit Texten in deutscher und in englischer Sprache erscheint. So gibt es Vorworte von Paul und Ringo, viele thematisch passende Illustrationen, sowie Abdrucke einer Collage im Stile von “Revolver“, die Voormann 1966 mit Twiggy für die englische Ausgabe von Vogue anfertigte.

“birth of an icon – REVOLVER 50“ dürfte allen Freunden der Beatles viel Freude bereiten. Mit 59,- Euro ist das von Christina und Klaus Voormann im Eigenverlag verlegte Buch nicht ganz billig. Doch wer es online auf voormann.com bestellt oder 2017 auf dem Comicfestival München erwirbt, kann es sich von Voorman mit einer persönlichen Widmung signieren lassen.

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Jack Ketchum: Jagdtrip

Seit ich seinen verstörenden Roman “Evil“ gelesen habe, folge ich Jack Ketchum überall hin und wurde nie enttäuscht. Den Schriftsteller als Horror-Autor zu klassifizieren greift viel zu kurz. Vielmehr beschäftigt sich Ketchum in seinen schnörkellos zu Papier gebrachten Geschichten mit menschlichen Abgründen. Was in unseren Köpfen lauert, ist sehr viel erschreckender, als jeder Vampir, Werwolf oder Zombie.

Jack Ketchum: Jagdtrip

Bevor Ketchum 1987 sein drittes Buch “Cover“ (der deutsche Titel “Jagdtrip“ passt diesmal ganz gut) verfasste, recherchierte er ausführlich im Umfeld von Vietnam-Veteranen. Das – wenn man es so nennen will – “Monster“ des Buchs ist der Soldat Lee Moravian, der sich nach seinem Einsatz in Vietnam nicht mehr im bürgerlichen Leben der USA zurechtfindet. In einem abgelegenen Waldgebiet baut er Marihuana an, weniger um damit Handel zu treiben, sondern vielmehr um einen Grund dafür zu haben um seine Mitmenschen zu meiden. Ausgerechnet in diese Gegend, also in “Lees Revier“, verschlägt es den Star-Schriftsteller Bernhard Kelsey. Zusammen mit seinem Hofstaat, zu dem auch die Noch-Ehefrau und die aktuelle von ihm schwangere Geliebte gehören, will Kelsey einen Jagdtrip durchführen…

Jack Ketchum: Jagdtrip

Natürlich eskaliert die Situation und Kelseys Gruppe wird immer stärker dezimiert. Doch Jack Ketchum gelingt das Kunststück, weder aus dem Soldaten Lee eine seelenlose Killermaschine zu machen noch die Gruppe um den Schriftsteller als blöde Großstadt-Fuzzis, die nichts in der Natur verloren haben, darzustellen. Auch das Finale wirkt in seiner Konsequenz noch lange nach und es ist sehr erfreulich, dass bei “Heyne Hardcore“ nach und nach das Gesamtwerk von Ketchum erscheint.

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