Schlagwort-Archive: Dallas

Hatari!

Eine internationale Truppe rund um den raubeinigen Sean Mercer (John Wayne) arbeitet im Tansania als Tierfänger. Als die Fotografin Dallas (Ela Martinelli) zu dem eingeschworenen Haufen stößt, ist es vorbei mit der alkoholseligen und nikotingetränkten Mischung aus täglicher Action und abendlichen Gelagen. Die junge Dame setzt alles dran, um Sean den Kopf zu verdrehen und betätigt sich zudem auch noch als Pflegemutter für drei Elefantenbabys.

Hatari!

Mit Hatari! konnte der vielseitig talentierte Howard Hawks (Leoparden küsst man nicht, Red River, Das Ding aus einer anderen Welt) 1962 auf dem Höhepunkt seine Karriere noch einmal alle Register ziehen. Turbulente Aufnahmen von vor Ort in Afrika gedrehten rasanten motorisierten Tierjagden (bei denen oftmals die Schauspieler in voller Action zu sehen sind) wechseln sich ab mit ruhigen oder humorvollen Momenten.

Hatari!

So wird etwa eine Rakete zum Fangen von Affen eingesetzt und sehr dramatisch geht es bei der Jagd nach dem Nashorn zu. Unvergesslich ist auch Henri Mancins Soundtrack mit Ohrwürmern, wie den Baby Elephant Walk. Zur internationalen Besetzung gehört Red Buttons (Elliot, das Schmunzelmonster), der Franzose Gérard Blain (Der amerikanische Freund) und Hardy Krüger, der sich nach den Dreharbeiten eine Farm in Afrika zulegte.

Hatari!

Am Ende dieses wahrhaft entspannten Unterhaltungsfilms fällt es dem Zuschauer – selbst nach 2 ½ Stunden – nicht eben leicht dieses sympathische afrikanische Paralleluniversum zu verlassen.

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Am Tag als Bobby Ewing starb

1986 zieht der 15-jährige Niels mit seiner Mutter Hanne vom relativ großstädtischen Bremen in die Wilster Marsch in eine Landkommune in der Nähe einer AKW-Baustelle. Während die frisch geschiedene Hanne dies als neue Change sieht und sehr schnell mit ihrem Jugendfreund Peter anbändelt, braucht Niels eine Weile um sich mit den “Müsli-Fressern“ zu arrangieren. Er findet jedoch Hilfe beim gleichaltrigen ebenso durchgeknallten wie schlichtgestrickten “Rakete“ und vor allem bei Martina, der netten Tochter des Bürgermeisters.

Am Tag als Bobby Ewing starb
Diese Komödie ist nicht nur eine sanfte Satire über alternative Wohngemeinschaften (mit einer Paraderolle für Peter Lohmeyer als antiautoritäres Alphamännchen) sondern zugleich auch noch die sensibel erzählte Geschichte der Selbstfindung eines Jugendlichen, der mit völlig neuen Lebensumständen und –formen konfrontiert wird.

Am Tag als Bobby Ewing starb

Bei aller Nostalgie wird dem nicht mehr ganz jungen Betrachter plötzlich klar, dass er sich fast noch besser an Schlüsselszenen aus Dallas (siehe den Filmtitel) als an die zeitgleich stattgefundene Reaktorkatastrophe in Tschernobyl erinnern kann. Die Zeit heilt also nicht alle Wunden, sondern verkleistert sie mit haufenweise trivialem Zeug.

Am Tag als Bobby Ewing starb

Bonusmaterial der DVD: Audiokommentar mit Frau Mueller-Stahl (Vorbild für die Rolle „Hanna“), George Pauly (Vorbild für die Rolle „Peter“) und dem Regisseur Lars Jessen;   Deutscher Kinotrailer (1:44 min, 16 : 9, anamorph, Stereo 2.0); Fünf nicht verwendete Szenen (insgesamt 6:44 min); „Rakete – King of Brokdorf“, drei ganz lustige kurze je knapp einminütige Clips zu den Themen „Wurst“, „Frauenfussball“ und „Krötenwanderung“ mit Jens Münchow, dem Darsteller von Rakete

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Dallas

Der deutsche Kinofilm Am Tag als Bobby Ewing starb vermittelte schon etwas betagteren Zuschauern den Eindruck, dass Schlüsselszenen aus Dallas fast noch besser in Erinnerung blieben als die zeitgleich stattgefundene Weltgeschichte, wie etwa die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Eine Wiederbegegnung mit dieser US-Erfolgsserie, die dank DVD-Boxen geballt (und ungekürzt!) möglich ist, zeigt dass Dallas immer noch über einen erstaunlich hohen Suchtfaktor verfügt.

Dallas

Schon die ersten vier Folgen (die Bonus-DVD enthält noch eine nicht im deutschen TV gesendete fünfte Episode) der ersten Kurzstaffel, die auch als Miniserie funktioniert, ziehen den Betrachter sofort in den Bann. Gemeinsam mit der frisch angeheirateten Pamela lernt der Zuschauer die höchst unterschiedlich temperierten Mitglieder der Ölmagnaten-Dynastie Ewing kennen. Der Dauerglotzer stellt auch recht bald fest, dass der von Larry Hagman (Bezaubernde Jeannie) verkörperte charismatische J. R. nicht der einzige Schurke im Spiel ist, sondern dass es sein scheinbar so solider Vater Jock Ewing noch faustdicker hinter den Ohren hat.

Dallas

Überhaupt erscheint J. R. als Rollenvorbild für andere mit gelegentlichen Skrupeln geplagte überlebensgroße Schweinehunde wie Tony Soprano in Die Sopranos oder Vic Mackley in The Shield. Doch auch das Schicksal von Bobby, Miss Ellie oder Lucky lässt kaum jemanden kalt. Die Tatsache, dass seinerzeit das DDR-Fernsehen erwogen hat die Öl-Seifenoper ebenfalls auszustrahlen, da sie ja auch als Kapitalismus-Kritik gedeutet werden kann, spricht ebenfalls nicht gerade gegen die Serie, die es von 1978 bis 1991 auf eine unglaublich lange Laufzeit (14 Staffel mit 356 Episoden) brachte.

Dallas

Weniger erfolgreich war die 2012 gestartete Neuauflage der Serie, die es immerhin auf 3 Staffeln mit 40 Episoden brachte.

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Charles Berberian: Cinerama

Der 1959 in Bagdad geborene Zeichner und Autor Charles Berberian feiert gemeinsam mit Philippe Dupuy große Erfolge mit der Serie Monsieur Jean. Das Duo wurde 2008 auf dem Comicfestival in Angoulême mit dem Grand Prix geehrt. Doch Berberian ist auch als Solist unterwegs. In seiner Comic Playlist, der unter dem Titel Jukebox bei Reprodukt erschien, ließ Charles Berberian seiner Liebe zur Rock- und Popmusik der 80er Jahre freien Lauf. Er amüsiert sich aber auch über die dadurch ausgelösten Modetrends und schildert wie er sich manchmal lächerlich machte, wenn er in den entsprechenden Klamotten herumlief.

Charles Berberian: Cinerama

Auf eine ähnlich persönliche Art beschäftigt sich Berberian 2012 im Comic Cinerama  mit den “besten schlechten Filmen“, die ihn prägten. Die von ihm zusammengetragene Auswahl an Kinofilmen überrascht. Den Auftakt bildet eine “mehr oder weniger akkurate“ Nacherzählung des türkischen Trash-Films  Dünyayı Kurtaran Adam (Der Mann, der die Welt rettete). Wie im türkischen Kino üblich, wurden hier einfach Szenen aus US-Blockbuster hineingeschnitten. In diesen Fall kamen Trickaufnahmen aus Star Wars zur Verwendung. Obwohl die Geschichte auf fremden Planeten spielt, zeigt Berberian, wie die türkischen Helden von Armeniern angegriffen werden und diese belehren: “Es mag Sie vielleicht schockieren, aber einen armenischen Genozid gab es nicht.“

Charles Berberian: Cinerama

Im nächsten Kapitel erzählt Berberian davon, wie er in seiner Jugend in Bagdad sich zusammen mit seinem Kindermädchenfurchtbar kitschige Filme mit dem Sänger Farid el Atrache ansehen musste. Seinerzeit litt er Höllenqualen, heute schätzt er den pummligen Musiker. In den 80erJahren sah Berberian den französischen Film Duett zu dritt. Die hier erzählte nicht gut endende Liebesgeschichte zwischen Catherine Deneuve und Christopher Lambert, hängt für Berberian unmittelbar zusammen mit dem Aufstieg und Fall der linken Regierung in Frankreich.

Charles Berberian: Cinerama

Ein weiteres Kapitel ist Berberians Begeisterung für die Schauspielerin Edwige Fenech gewidmet. Er erzählt aber auch, wie er die Southfork Ranch aufsuchte, um seine nach der TV-Serie Dallas süchtige Mutter ins wirkliche Leben zurückzuholen. Später musste dann seine Tochter die Sopranos aufsuchen um ihren Vater abzuholen.

Charles Berberian: Cinerama

Den Abschluss des Comics bilden verrückte Nacherzählungen des skurrilen Monster-Films Frankensteins Tochter, sowie einer Episode der japanischen TV-Serie Ultraman. In diese Zusammenstellung seltsamer Filme lässt Charles Berberian immer wieder persönliche Erlebnisse und Beobachtungen einfließen. Der Gotlib, Alexis und MAD-Filmparodisten Mort Drucker gewidmete Comic fasziniert aber auch durch den lässigen Zeichenstil mit dem Berberian skurrile Momente der Filmgeschichte aufleben lässt.

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