Schlagwort-Archive: Daredevil

Spider-Man & Friends – Marvel Team-Up

Wolverine ist sauer auf Spider-Man, doch zum Glück helfen die Fantastischen Vier und Doctor Strange. Aus irgendeinem Grund befindet sich Iron Man unter der Maske von Dr. Doom, während Nick Fury einen Auftrag für Captain America hat. Nahezu zeitgleich müssen der Punisher und Blade gegen Mafia-Killer und Vampire antreten während Daredevil und Luke Cage ebenfalls zusammenarbeiten.

Spider-Man & Friends - Marvel Team-Up

Diese Inhaltsangabe klingt eher nach einem von jenen alljährlichen höchst dramatischen Mega-Events, die sich durch nahezu alle Superhelden-Serien eines Comic-Verlags ziehen ohne irgendetwas dauerhaft zu verändern. Doch die Marvel Monster Edition 11 enthält eher eine notdürftig durch eine Story verknüpfte Aneinanderreihung von so genannten Team-Ups bei denen sich Superhelden bekämpfen, vertragen und verbünden, ohne dass den Fans verraten wird wer denn nun stärker, schneller oder cleverer ist.

Spider-Man & Friends - Marvel Team-Up

Robert Kirkman (Marvel Zombies) erzählte schon in seiner Erfolgsserie The Walking Dead einen Zombie-Film, der niemals endet. Ähnlich verfährt er (sich) bei der Reihe Marvel Team-Up und zaubert immer wieder einen weiteren Superhelden aus dem Hut. Der rote Faden ist zwar nur wirr bis dünn, doch Spaß macht die Sache schon. Dies liegt am gelungenen Artwork von  Scott Kolins (das auf dem rauen Papier der deutschen Ausgabe nicht seine volle Wirkung entfaltet) und an vielen kleinen netten Marvel-Momenten.

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Marvel´s Luke Cage

Am 30. September 2016 stellte Netflix mit Luke Cage seine nach Daredevil und Jessica Jones dritte Marvel-Serie online. Im Zentrum steht ein seit 1972 unter dem Motto “Hero for Hire“ im Marvel Universum, und dort zumeist im New Yorker Stadtteil Harlem, tätiges ehemaliges Gang-Mitglied, das – nachdem es im Knast Experimenten unterzogen wurde- nahezu unzerstörbar ist.

Marvel´s Luke Cage
© 2017 Marvel & ABC Studios

Genau wie schon in Jessica Jones wird Luke Cage auch diesmal vom charismatischen Mike Colter verkörpert und Rosario Dawson ist als Krankenschwester Claire Temple wieder ein Bindeglied zwischen den Netflix-Serien mit Marvel-Charakteren.

Marvel´s Luke Cage
© 2017 Marvel & ABC Studios

Im Gegensatz zu den Superhelden-Kinofilmen sind die Netflix-Serien weniger an spektakulären Effekten interessiert (die es jedoch auch gibt), sondern an den Charakteren und an halbwegs realistischen Schauplätzen. So ist es jederzeit spürbar, dass hier tatsächlich vor Ort in Harlem gedreht wurde. Dort ist Luke Cage nicht damit beschäftigt die Welt zu retten, sondern er versucht zu verhindern, dass sein Viertel in die Hände von Spekulanten und anderen Gangstern fällt.

Marvel´s Luke Cage
© 2017 Marvel & ABC Studios

Die Blu-ray-Edition von ABC Studios enthält die 13 Episoden der ersten Staffel auf vier Scheiben, sowie die interessante 23-minütige Doku “Offstage im Harlem’s Paradise“ in der Cast und Crew ausführlich zu Wort kommen.

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Marvel’s Daredevil – Staffel 2

Noch bevor Netflix seine Marvel-Serien Luke Cage und Iron Fist, sowie das Mega-Crossover The Defenders, startete, ging Daredevil am 18.3.2016 in die zweite Runde bzw. Staffel.

Marvel's Daredevil - Staffel 2

Jessica Jones hatte zuvor in Sachen intelligentes Comic-TV die Latte auf Netflix ganz schön hoch gehängt. Zudem geht die Serie um den Teufel aus Hells Kitchen scheinbar geschwächt in die Verlängerung. Die erste Daredevil-Staffel überstrahlte der charismatische Vincent D’Onofrio (Jurassic World) als bulliger Gangsterboss Wilson Fisk alias Kingpin. Doch dieser sitzt erst einmal im Knast.

 Marvel's Daredevil - Staffel 2

Trotzdem kann sich Matt Murdock (Charlie Cox) nicht auf seine Tätigkeit als Anwalt konzentrieren. Er muss er an mehreren Fronten kämpfen. In einigen New Yorker Unterwelt-Gangs gibt es haufenweise Todesfälle, denn The Punisher comes to Town. Jon Bernthal aus The Walking Dead tritt als Bestrafer gar nicht einmal so schlecht in die Springerstiefel-Stapfen von Dolph Lundgren, Thomas Jane und Ray Stevenson.

 Marvel's Daredevil - Staffel 2

Doch nicht nur Action-Freunde kommen voll auf ihre Kosten, auch für Romantiker hat die zweite Season ein Herz. Sehr zum Missvergnügen seines Partners Foggy Nelson (Elden Henson spielt wieder den heimlichen Helden der Serie) kommen sich Matt Murdock und Karen Page (Deborah Ann Woll) langsam näher.

 Marvel's Daredevil - Staffel 2

Alles könnte so schön sein, wenn nicht eine alte Flamme von Matt wieder auftauchen würde. Elektra Natchios (Élodie Yung) zwingt Matt zu Dates, auf denen sie in trauter Zweisamkeit die New Yorker Yakuza mit Fußtritten bekämpfen können.

Marvel's Daredevil - Staffel 2

Erwähnenswert ist auch noch der Gastauftritt von Rosario Dawson (Sin City) als Krankenschwester Claire Temple. Sie war nicht nur in der ersten Season von Daredevil sondern auch bei Jessica Jones dabei und ist anscheinend ein wichtiges Bindeglied im interessant wuchernden Marvel-Universum von Netflix.

Marvel's Daredevil - Staffel 2

Eineinhalb Jahre nach der Netflix-Premiere erscheint die zweite Staffel von Daredevil endlich auf DVD und Blu-ray, allerdings ohne Bonusmaterial.

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Luke Cage

Am 30. September 2016 stellte Netflix mit “Luke Cage“ seine nach „Daredevil“ und „Jessica Jones“ dritte Marvel-Serie online. Im Zentrum steht ein seit 1972 unter dem Motto “Hero for Hire“ im Marvel Universum, und dort zumeist im New Yorker Stadtteil Harlem, tätiges ehemaliges Gang-Mitglied, das – nachdem es im Knast Experimenten unterzogen wurde- nahezu unzerstörbar ist.

Luke Cage

Genau wie schon in Netflix‘ Jessica Jones wird Luke Cage auch diesmal wieder vom charismatischen Mike Colter verkörpert und Rosario Dawson ist als Krankenschwester Claire Temple auch hier wieder ein Bindeglied der TV-Serien mit Marvel-Charakteren. Panini hat es sich auch diesmal nicht nehmen lassen, rechtzeitig zum Start der Serie einen Comic-Klassiker mit der Hauptfigur herauszubringen bzw. neu aufzulegen.

Luke Cage
Softcover-Cover

Die fünfteilige Miniserie “Cage“ erschien 2002 im Marvel-Label MAX, mit dem der Superhelden-Verlag versuchte durch Aufdrucke auf den Heften, wie „Parental Advisory Explict Content“, ein erwachseneres Publikum neugierig zu machen. Marko Djurdjevic‘ am TV-Erscheinungsbild von Mike Colter angelehntes Motiv auf dem Cover der Neuauflage täuscht ein wenig, denn inhaltlich geht es zumindest von der Optik her in eine andere Richtung.

Luke Cage

Die eher konventionelle Geschichte stammt vom viel beschäftigten Autor Brian Azzarello („100 Bullets„, „Batman: Dark Knight III„), während die Zeichnungen von der Underground- und Fantasy-Legende Richard Corben stammen. Zwar leidet das Artwork ein wenig darunter, dass der auch für seine knalligen Farben bekannte Corben hier nicht selbst kolorierte.

Luke Cage

Doch Corbens ulkig proportionierten Gestalten sind auch heute noch eine angenehme Abwechslung, im ansonsten das Superhelden-Genre dominierenden Pseudo-Realismus.

Luke Cage
Hardcover-Cover

Sehr erfreulich ist, dass der Panini-Sammelband zudem noch alle „Cage“-Cover von Richard Corben, sowohl in der schwarzweißen, als auch in der von José Villarrubia kolorierten Version, enthält. Eins davon ziert die auf 222 Exemplare limitierte Hardcover-Version des Comics.

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The Punisher (1989)

Ein interessanter Marvel-Film-Klassiker kann mittlerweile problemlos im Heimkino bewundert werden. Dolph Lundgren spielte Anno 1989 den Punisher in einem nicht unbrutalen Film, der seinerzeit bei uns auf dem Index landete. Koch Media veröffentlicht die ungekürzte Version mit FSK-16-Freigabe in einer schönen Steelbook-Edition. Übrigens wird in absehbarer Zeit der Punisher im Zentrum einer Netflix-Serie stehen. Genau wie in der 2. Staffel von Daredevil wird wieder Jon Bernthal den Bestrafer spielen.

The Punisher (1989)

Doch lange bevor 2004 Thomas Jane und 2008 Ray Stevenson als Punisher zu sehen waren, spielte der Schwede Dolph Lundgren den Marvel-Rächer in einem seiner besten Kinofilme. Der Film überzeugte durch eine spannende Geschichte, harte Action-Szenen und gute Nebendarsteller. Als Gegenspieler des Punishers ist der Holländer Jeroen Krabbè (James Bond – Der Hauch des Todes ) zu sehen, während der Oscar-Preisträger Louis Gosset junior (Ein Offizier und Gentleman) als tougher Polizist Jake Berkowitz für rauen aber herzlichen Humor sorgt.

The Punisher (1989)

Ein interessantes Extra ist ein exklusiv für diese Edition produzierter Audiokommentar vom Regisseur Mark Goldblatt, der sich nicht gerade als Comic-Experte outet. Er behauptet, dass der Punisher erstmals in einem Comic mit Daredevil aufgetreten ist (in Wirklichkeit debütierte er 1974 im Heft Amazing Spider-Man # 129) und in einer Stadt agiert, deren Namen nicht genannt wird (die Punisher-Geschichten spielen jedoch meist in New York). Interessant ist, dass Goldblatt zugibt, dass es ein Fehler war Dolph Lundgren als Punisher ohne den markanten Totenkopf auf der Brust auftreten zu lassen. Seinerzeit wollte man sich abgrenzen von den billig wirkenden Spandex-Kostümen, die Superhelden im TV trugen. Goldblatt hält es für eine gute Idee, den Film noch einmal zu überarbeiten und mit CGI-Effekten das Totenkopf-Emblem auf Lundgrens Brust zu platzieren.

The Punisher (1989)

Die Steelbook-Edition von Koch Media enthält auf einer Blu-ray den Film wahlweise in der Unrated-Version (89:22 min) und in der Kinofassung (89:05 min). Als Extras gibt es eine wirklich witzige Gagreel untermalt mit “Psycho Killer“ von den Talking Heads (6:11 min), den deutschen Trailer (1:40 min), den US-Trailer (1:39 min), sowie eine Galerie mit 98 Fotos, Plakaten, Werberatschlägen etc. Zusätzlich liegt noch eine DVD bei, die eine etwas längere englischsprachige Workprint-Version (93:34 min) in mäßiger Bildqualität und wahlweise mit deutschen Untertiteln enthält.  

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Jessica Jones

Am 20. November 2015 stellte Netflix mit “Jessica Jones“ nach Daredevil seine zweite Marvel-Serie online. Diese besteht aus 13 Episoden, die eine durchgehende, unerhört spannende Geschichte erzählen. Im Zentrum steht eine Privatdetektivin, die zwar über Superkräfte verfügt, diese jedoch eher spärlich einsetzt.

Jessica Jones - Alias

Krysten Ritter (Breaking Bad) überzeugt als ebenso taffe wie verletzliche Jessica Jones,  die einen scheinbar übermächtigen Gegner zu bekämpfen hat. Kilgrave wird angemessen diabolisch vom zehnten Doctor Who David Tennant gespielt und kann jeden Menschen zu einer willenlosen Marionette machen. Einst hatte er auch Jessica in seiner Gewalt, und diese ist davon immer noch traumatisiert.

Jessica Jones - Alias

Jessica Jones ist fest im Marvel Cinematic Universe verwurzelt, es wird Bezug genommen auf die Avengers-Kinofilme und die Daredevil-Serie. Es sind jedoch weniger die gelungenen Spezialeffekte oder die rasanten Action-Szenen, die faszinieren, sondern richtig spannend wird Jessica Jones dadurch, dass sich das Beziehungsgeflecht der Hauptfiguren ständig verändert. Eine wichtige Rolle spielt zudem noch Luke Cage (Mike Colter), der auf Netflix ebenfalls eine eigene Serie bekommt.

Jessica Jones

Ein Jahr nach dem Start auf Netflix erscheint Jessica Jones auf DVD und Blu-ray. Die erste Staffel steckt zwar in einem hübschen Schuber (wobei der FSK16-Vermerk nicht zu entfernen ist), doch auf Bonusmaterial wurde leider komplett verzichtet.

Jessica Jones - Alias

Der Erfolg der durchgehend positiv rezensierten Serie kommt nicht von ungefähr. Bereits 2001, schon lange vor der TV-Serie, führte der Autor Brian Michael Bendis (“Powers“) Jessica Jones ins Marvel-Universum ein. In der 28-teiligen Serie “Alias“ ließ er sie  erstmals auftreten.

Jessica Jones - Alias

Jessica war zuvor bereits als Superheldin Jewel im Umfeld der Avengers tätig. Dies tat sie allerdings so unauffällig, dass sie vor 2001 in keinem einzigen Marvel-Comicheft zu sehen war. Jessica wurde der Superhelden-Tätigkeit jedoch schnell müde und versuchte sich in New York als Privatdetektivin durchzuschlagen.

Jessica Jones - Alias

In den Geschichten, die Bendis mit Jessica Jones erzählt, tauchen zwar Superhelden wie Captain America, Daredevil oder Ant Man auf. Doch Actionsequenzen sind Mangelware, denn in erster Linie geht es um das Schicksal ganz normaler Menschen. Da die Serie in Marvels Label MAX für reifere Leser erschienen ist, gab es in den Comics kaum Tabus.

Jessica Jones - Alias

Sehr gelungen ist etwa die in den Alias-Heften 11 bis 14 erzählte Geschichte eines plötzlich verschwundenen Kleinstadt-Mädchens. Bei ihren Ermittlungen findet Jessica heraus, dass die hochtalentierte Rebecca für eine Mutantin gehalten wurde und daher von ihren Mitschülern ausgestoßen wurde. Mit Unterstützung des nüchternen Artworks von Michael Gayos beschwört Bendis eine anfangs idyllische Welt unter deren Oberfläche Abgründe von religiösen Wahnsinn und Intoleranz lauern.

Jessica Jones - Alias

Die Bilder von Michael Gayos mögen auf ihre grobe Art etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch sie gewinnen durch das originelle oft über zwei Seiten gehende Layout und eignen sich bestens um zähflüssige Verhöre oder unangenehme Gespräche in Szene zu setzen. Wer es gerne etwas dekorativer mag, dem hat die Serie mit ihren kunstvollen Covern von David Mack, sowie einigen ganzseitigen Illustrationen vom Maler-Meistern Bill Sienkiewicz, ebenfalls einiges zu bieten.

Jessica Jones - Alias

Panini veröffentlicht den ersten Run von “Jessica Jones“ in zwei fetten Tradepaperbacks, inklusive der Cover und einigen zusätzlichen Illustrationen von Gayos. Wer die Netflix-Serie mochte, sollte hier unbedingt zuschlagen!

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Daredevil: Der Mann ohne Furcht

„Von Zeit zu Zeit schlägt ein neuer großartiger Zeichner bei Marvel wie eine Bombe ein. Wir versprechen hoch und heilig, dass Frank Miller so ein Zeichner ist.“ Dies meinten 1979 einige Kreativkräfte des Marvel-Verlags wie etwa Chefredakteur Jim Shouter oder Inker Klaus Janson. Platziert wurde dieses Statement in eine schreiend gelbe Blase auf der ersten Seite von Heft 158 der laufenden Reihe „Daredevil – The Man without Fear“.

Daredevil: Der Mann ohne Furcht
Softcover-Cover

Hier hatte Miller einen seiner ersten Auftritte als professioneller Zeichner. Miller war seinerzeit zunächst gezwungen die eher konventionellen Geschichten von Roger McKenzie um den blinden Anwalt Matt Murdock alias „Daredevil“ in eher konventionelle Zeichnungen umzusetzen, denen dann auch noch der Inker Janson seinen Stempel aufdrückte. Doch so nach und nach nahm Miller auch Einfluss auf die Erzählung und übernahm schließlich auch komplett das Schreiben der Geschichten.

Softcover-Cover

Frank Miller sollte die in ihn gesetzten Erwartungen übererfüllen, auch wenn er seinen größten (kommerziellen) Triumph 1986 bei Marvels Konkurrenten DC mit „Batman: The Dark Knight Returns“ (und ein Jahr später als Autor bei “Batman: Year One“) haben sollte. Es folgten dann Höhenflüge wie „Sin City“ und „300„, in denen Miller unglaubliche Dinge mit dem Medium Comic anstellte und zudem auch noch ganz ohne Superhelden auskam. Doch Miller kehrte als Autor auch zu Daredevils zurück. Bei “Daredevil: Born Again“ arbeitete Miller genau wie bei “Batman: Year One“ 1986 mit dem Zeichner David Mazzucchelli zusammen. Millers letzte Daredevil-Story sollte 1993 in fünf Heften sehr ausführlich erzählen, wie Matt Murdock zu Daredevil wurde.

Softcover-Cover
Hardcover-Cover

“Daredevil: Der Mann ohne Furcht“ zeichnete mit John Romita Jr. (“Superman – The Men of Tomorrow“) einer der talentiertesten Superhelden-Künstler, dessen Artwork dank des Inkings von Al Williamson („Star Wars„) besonders gut zur Geltung kommt. Der Comic erschien bei uns bereits 1998 als Band 5 der Reihe “Marvel Exklusiv“ in einer schönen Hardcoverausgabe. Dennoch lohnt sich die Anschaffung von Paninis Neuveröffentlichung, die auch als limitierte Hardcover-Ausgabe vorliegt. Hier sind neben den Titelbildern der US-Hefte auch noch einige nicht verwendete Comicseiten enthalten, sowie die (höchstwahrscheinlich satirisch überspitzte) Niederschrift einiger Telefonate von John Romita Jr., die einen interessanten und sehr amüsanten Einblick in die Entstehungsgeschichte dieses Comic-Klassikers bieten.

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Marvel Origins – Die Sechziger Jahre

Als treuer Abonnent der “Offiziellen Marvel-Comic-Sammlung“ kam ich mir schon ein kleines bisschen veralbert vor, als abstelle des vorvorletzten Bandes von Hachettes Buchreihe ein Hardcoverband mit der Rückennummer “Classic 1“ ins Haus geliefert wurde.

Marvel Origins

Gestartet wurde die Reihe als ein angeblich 60-bändiger Querschnitt durch Marvels Superhelden-Universum. Ein Anreiz für den Sammler war das durchgehende sehr plastisch kolorierte Buchrücken-Bild des italienischen Comic-Künstlers Gabriele Dell´Otto, auf dem Marvel-Heroen wie Hulk, Spider-Man oder Wolverine zu sehen sind.

Buchruecken

Jetzt wird nicht nur die Reihe, sondern auch Dell´Ottos Gemälde in beide Richtungen fortgeführt. Auf der rechten Seite der Edition muss (bzw. müßte) im Bücherregal Platz geschaffen werden, für 20 Bücher mit neueren Marvel-Titeln wie die gerade zu Kino-Ehren kommende Geschichte “Avengers – Die Geburt von Ultron“ sowie der Buchrücken-Abbildung des Silver Surfers. Auf der linken Seite kommt es mit 40 Marvel Classic Bänden und Gabriele Dell´Otto The Thing sogar noch dicker, genau genommen doppelt so dick! Jeder Abonnent muss selbst entscheiden, ob er sich weitere knapp 3 Jahre monatlich mit 2 Bänden der “Offiziellen Marvel-Comic-Sammlung“ beglücken bzw. beliefern lassen möchte.

Fantastic Four 1

Unabhängig davon dürfte der Band “Classic #1 “ historisch interessierten Freunden der Marvel Comics viel Freude bereiten. Denn „Marvel Origins – Die Sechziger Jahre“ enthält mit Titelbildern, kompletten Heften und Auszügen aus Marvel-Serien, die ersten Auftritte von einigen noch heute sehr aktiven Superhelden. Chronologisch angeordnet handelt es sich dabei um “Fantastic Four # 1” (November 1961, Beginn des modernen Marvel-Zeitalters), “Tales to Astonish # 27“ (Januar 1962, erster Auftritt von Ant-Man), “The Incredible Hulk # 1“ (Juni 1962, der grüne Gigant war zuerst grau, die Serie wurde nach sechs Ausgaben erst einmal eingestellt), “Amazing Fantasy # 15“ (August 1962, Premiere von Spider-Man), “Tales of Suspense # 39“ (März 1963, auch Iron Man war zuerst grau), “Tales to Astonish # 27“ (Juni 1963, Ant-Man hat eine Freundin: The Wasp), “X-Men # 1“ (September 1963, auch diese Serie schlug zunächst nicht ein und wurde 1970 nach 66 Ausgaben erst einmal eingestellt), “The Avengers # 1“ (September 1963, die Rächer sammeln sich), “The Avengers # 4“ (März 1964, Captain America taut auf und wird Avenger) sowie “Daredevil # 1“ (April 1964). Fast alle dieser legendären Comics stammen von Team Stan Lee und Jack Kirby.

Marvel Origins - Die Sechziger Jahre

Im Vorwort des Buches weist Herausgeber Marco M. Lupol vorsorglich darauf hin, dass die ersten Auftritte von Thor (April 1962 in “Journey into Mystery # 88) und Doctor Strange (Juli 1963 in “Stranges Tales # 110) “keineswegs vergessen“ wurde, sondern “in zukünftigen Bänden dieser Reihe“ erscheinen werden. Um diese Bücher wird wohl kaum ein deutscher Marvel-Fan herumkommen.

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