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Das Vermächtnis des Professor Bondi

Roger Corman hat sich in den 60er-Jahren mit seinen Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen auch Cineasten empfohlen. Doch zuvor produzierte und inszenierte er oft in Windeseile billige, aber durchaus erfolgreiche Filme. Am bekanntesten aus dieser Phase dürfte The Little Shop of Horrors sein, der einem erfolgreichen Bühnenmusical und einer aufwändigen Neuverfilmung als Vorlage diente.

Das Vermächtnis des Professor Bondi

Corman drehte The Little Shop of Horrors in nur zwei Tagen, weil die Kulissen seines vorherigen Films A Bucket of Blood noch so lange zur Verfügung standen. A Bucket of Blood ist nicht weniger skurril als The Little Shop of Horrors mit seiner “Feed Me!“-schreienden fleischfressenden Pflanze Audrey Jr. In der Hauptrolle des für 50.000 Dollar produzierten Films ist Cormans Stammschauspieler Dick Miller (Gremlins) zu sehen.

Das Vermächtnis des Professor Bondi

Dieser spielt den Kellner Walter Paisley, der im Yellow Door Cafe, kellnert und gerne so wäre, wie die dort herumlungernden Existenzialisten und Beatniks. Als er versehentlich die Katze seiner Vermieterin umbringt, überzieht er diese mit Ton und gibt sie als Kunstwerk aus. Die “Skulptur“ findet Anklang bei den Café-Besuchern. Walter setzt macht Karriere als angeblicher Künstler, indem er Menschen umbringt und lebensgroße menschliche Figuren aus deren Leichen anfertigt…

Das Vermächtnis des Professor Bondi

Fast noch seltsamer als diese Geschichte, ist was der deutsche Verleih mit Cormans Film anstellte. Da die Handlung etwas Ähnlichkeit mit dem erfolgreichen Vincent-Price-Film House of Wax und dieser den deutschen Titel Das Kabinett des Professor Bondi erhalten hatte, wurde Walter Paisley in Walter Bondi umbenannt.

Das Vermächtnis des Professor Bondi

Doch damit nicht genug, denn um den deutschen Titel Das Vermächtnis des Professor Bondi zu rechtfertigen und da Film mit Spieldauer von knapp einer Stunde ohnehin etwas kurz geraten war, wurde von der Synchronfirma Schongerfilm ein neunminütiger Prolog gedreht.

Das Vermächtnis des Professor Bondi

Hiermit wird versucht einen Bezug zu Professor Bondi (der im Original eigentlich Prof. Jarrod heißt) herzustellen. Zu sehen ist zunächst ein Friedhof und danach noch ein seltsamer buckeliger Kauz, der einer Schaufensterpuppe wirres Zeug erzählt.

Das Vermächtnis des Professor Bondi

Dies passt zwar nur bedingt zum restlichen Film, ist aber ziemlich erheiternd!

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House of Wax

1933 erzählte der aus Ungarn stammende Regisseur Michael Curtiz (Casablanca, Chicago) in Mystery of the Wax Museum (Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts) vom begnadeten Bildhauer Ivan Igor (Lionel Atwill), der bei einem Brand seine künstlerischen Fähigkeiten verliert und künftig mit Leichen modelliert.

House of Wax

Der lange verschollene Film war auch bemerkenswert, weil es sich um einen der ersten farbigen Spielfilme handelte. Es kam allerdings nur ein rot-blaues Zwei-Farben-Technicolor-Verfahren zum Einsatz.

House of Wax

Die 20 Jahre später entstandene Neuverfilmung House of Wax (Das Kabinett des Professor Bondi) mit Vincent Price (und Charles Bronson) hatte ebenfalls einen Gimmick zu bieten: Der Film wurde in 3D gedreht. Regie führte der ebenfalls aus Ungarn stammende André De Toth. Dieser ist der denkbar ungünstigste Regisseur für einen 3D-Film, da er nur mit einem Auge (und somit nicht plastisch) sehen konnte.

House of Wax
Mittlerweile liegt House of Wax als 3D-Blu-ray vor und es kann sich davon überzeugt werden, dass De Toth einen guten Job gemacht hat. House of Wax ist gemeinsam mit Jack Arnolds Der Schrecken vom Amazonas und Alfred Hitchcocks Bei Anruf Mord, die beide ebenfalls als 3D-Blu-rays vorliegen, einer der ganz großen Klassiker des frühen plastischen Kinos.

House of Wax

Übrigens ließ der deutsche Verleih 1959 Roger Cormans A Bucket of Blood zur Quasi-Fortsetzung  Das Vermächtnis des Professor Bondi umarbeiten, wozu von der Synchronfirma Schongerfilm sogar ein neunminütiger (ziemlich alberner) Prolog gedreht.

House of Wax

Die dritte Verfilmung von House of Wax entstand 2005 und wurde nicht in 3D gedreht, hat aber als zusätzlichen Anreiz einen Auftritt der Society-Trulla Paris Hilton. Der Slogan “See Paris Die“ wurde erfolgreich auf T-Shirts vermarktet. Fairerweise muss gesagt werden, dass, ganz im Gegensatz zu den sterbenden Gaststars von Wes Cravens Scream-Filmen, Frau Hilton sogar (gar nicht einmal so schlecht) eine tragende Rolle spielt und es eine ganze Weile dauert, bis ihre Sterbeszene dann reichlich genüsslich zelebriert wird.

House of Wax

Doch der Film hat auch ansonsten eine ganze Menge zu bieten, z. B. Elisha Cuthbert aus 24 als zupackende Heldin, eine komplette Stadt mit Wachsbevölkerung sowie ein House of Wax, das seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich komplett aus Wachs gebaut wurde (was sich im Finale recht gut macht). Produziert hat nach den meist etwas plüschigen Horrorshockern The House on Haunted Hill, Thirteen Ghosts, Ghost Ship und Gothica einmal mehr die Firma Dark Castle von Joel Silver und Robert Zemeckis, der erstmals ein wirklich spannender Film gelang.

House of Wax

Die Blu-ray zu “House of Wax“ von 1953 enthält den Film in 2D und 3D, wahlweise mit einem Audiokommentar von David Del Valle und Constantine Nasr, ohne deutsche Untertitel. Hinzu kommt noch ein sehr interessantes Making Of (48:23 min), in dem u. a. Marty Scorsese und Joe Dante zu Wort kommen. Außerdem gibt es neben dem US-Trailer (2:16 min) noch Aufnahmen von einer „Round-the-Clock“-Premiere des Filmes von 1953. zu der “Dracula“ Bela Lugosi mit einem Gorilla kam (2:15 min). Ebenfalls enthalten ist der frühe Technicolor-Film “Mystery of the Wax Museum“ von 1933 in Originalfassung (74 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln.

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