Schlagwort-Archive: Dave Gibbons

Batman/Flash: Der Button

Anfang der 1980er Jahre ging es mit dem Verkauf von Comics stark bergab. In USA verkauften sich die Hefte schlechter als seinerzeit die Superman/Batman-Hefte bei Ehapa. So schlecht sogar, dass der Redakteur bei DC Comics, Julie Schwartz auf die Idee kam, extra eigene Geschichte für den deutschen Markt zu schaffen, der immer noch nicht gesättigt schien. Einige wurde davon später in USA veröffentlicht, einige gar nicht. In Amerika ist diese Tatsache und sind die Geschichten weitestgehend unbekannt.

Batman/Flash: Der Button

Um den negativen Trend der Verkaufszahlen – eine Krise im wörtlichen Sinne – herumzureißen, erdachte man sich eine gewaltige Story, die alles wieder in Ordung bringen sollte und neue Käuferschichten zu generieren: Crisis on Infinite Earths (1985/1986).

Batman/Flash: Der Button

Die Rechnung ging auf: Danach kam für Superman das Byrne’sche Totalneuanfang (The Man of Steel; 1986) und die Geschichten wurden realistischer (was immer das sein mag) und vor allem dunkler. Zeitgleich erschien Frank Millers The Dark Knight Returns (1986) und von September 1986 – Oktober 1987 Watchmen von Alan Moore und Dave Gibbons.

Batman/Flash: Der Button

Comics waren wieder in Mode. Immer mehr Autoren versuchten den Ton von Moore zu kopieren und es wurde immer dunkler. Es scheint im wörtlichen Sinne ziemlich clever zu sein, Dr. Manhattan verantwortlich für diese Verschiebung zu machen. Er ist ein Metawesen mit gottähnlichen Fähigkeiten. Andererseits ist WATCHMEN ein solch wichtiges und außergewöhnliches Werk, dass eine Fortsetzung die Gefahr birgt, dass diese dessen Platz in der Comic-Geschichte mindert.

Batman/Flash: Der Button

Am Ende von DC Universe: Rebirth #1 (2016) fand Batman in seiner Höhle einen sehr bekannten und ikonenhaften Button: Den Smiley-Button auf dem sich das Blut des Comedian von den Watchmen befindet. Hier erfahren wir, wie es weitergeht: Alles beginnt, als durch Zufall der Button mit der Medusamaske des Psycho-Piraten reagiert und der totgeglaubte Reverse-Flash (Eobard Thawne) in der Höhle steht. Als dieser den Button berührt, verschwindet er in einem Blitz, um wenig später wieder zurück zu sein, noch um schnell “Ich sah Gott..!“ zu sagen und dann abermals zu sterben. Und so machen sich der weltgrößte Detektiv Batman und der Forensiker Flash auf, das Geheimnis zu lüften. Eine furiose Reise durch Zeit und unendliche Realitäten und Universen. Es gibt ein rührendes Wiedersehen zwischen Batman/Bruce Wayne und seinem toten Vater Dr. Thomas Wayne aus der Flashpoint-Continuity, in welcher er Batman ist.

Batman/Flash: Der Button

In der Story bekommen wir auch die Bestätigung, dass Dr. Manhattan die DC-Geschichte verändert hat und zum Beispiel eine ganze Generation von DC-Helden (Jay Garrick und die JSA) aus der Existenz entfernte. Seit den ersten Andeutungen, dass die beiden Universen DC/Watchmen in Verbindung stehen könnten, ist dies nun der vierteilige Storybogen, der als Prelude zu dem noch größeren 12-monatigen Event Doomsday Clock zu verstehen ist.

Norbert Elbers

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Wednesday Comics

2009 gab es in den USA bei DC ein interessantes Experiment. An zehn aufeinanderfolgenden Mittwochen (oder heißt es Mittwochs) erschienen die Wednesday Comics mit The World´s Greatest Heroes und The World´s Greatest Comics, was doppeldeutig gemeint ist.

Wednesday Comics

Bei den auf das Format eines normalen Comicheftes zusammengefalteten Ausgaben handelte es sich um Zeitungen, die auf 35 x 50 cm großen Seiten in Fortsetzungen jeweils Abenteuer von 15 Helden aus dem Hause DC erzählten, die von bekannten Autoren und Zeichnern wie Neil Gaiman, Dave Gibbons, Kyle Baker, Eduardo Rizzo, Mike Allred oder Adam Kubert gestaltet wurden.

Wednesday Comics

Dies ist schon deshalb interessant, weil es mehr oder weniger die Superhelden waren, die das Comic-Heft populär machten. Zuvor erschienen in den USA Comics fast ausschließlich in Zeitungen, wobei wochentags Strips mit drei oder vier Bildern veröffentlicht wurden und die Sonntagsausgaben riesige prachtvolle Farbseiten mit den Erlebnissen von Little Nemo, Tarzan, Flash Gordon oder Prinz Eisenherz enthielten. Heute tummeln sich in den Sonntagsbeilagen der US-Zeitungen zwar immer noch Unmengen von farbigen Comics, hierbei handelt es sich jedoch fast ausschließlich um kleinformatig abgedruckte Gag-Strips. Die großen Abenteurer sind fast ganz verschwunden.

Wednesday Comics

Von Ausnahmen wie dem immer noch erscheinenden Spider-Man-Tagesstrip abgesehen, wurden die Superhelden in den Zeitungen nie richtig heimisch. Das ist schade, denn die Wednesday Comics beweisen, dass im Großformat auf höchst unterschiedliche Arten optisch aber auch inhaltlich sehr aufregende Geschichten erzählt werden können.

Wednesday Comics

Da die zehn Ausgaben der Wednesday Comics schon lange vergriffen sind und es auch etwas mühselig war hinter den einzelnen Geschichten herzublättern, ist es erfreulich, dass auch bei uns im geringfügig kleineren Format (29 x 45 cm) ein sehr schön aufgemachter auf 999 Exemplaren limitierter Band alle Stories und noch etwas Bonusmaterial erschienen ist.

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The Boys – Gnadenlos-Edition 2

Garth Ennis, der den Punisher einst das komplette Marvel-Universum liquidieren ließ, hat sich mit The Boys eine tolle Spielwiese geschaffen auf der er, gemeinsam mit dem Zeichner Darick Robertson, ungeniert seine Hassliebe zu Superhelden und sein Faible für Provokationen aller Art ausleben kann. Mit diesem Band setzt Panini seine Hardcover-Gesamtausgabe im leichten Überformat (19 x 29 cm) von The Boys fort. Da der zweite Band dieser Gnadenlos-Edition 16 Hefte der Serie enthält, ist diese Veröffentlichung sogar noch günstiger als die teilweise schon vergriffene Softcover-Ausgabe.

The Boys - Gnadenlos-Edition 2

Unaufhaltsam und ohne Rücksicht auf Verluste machen “Boss“ Billy Butcher, Mother´s Milk, der Frenchman, das Weibchen und Neuzugang Wee Hughie den Superhelden das Leben schwer. Nachdem die Frau von Billie und die Freundin von Wee durch kostümierte Irre starben, wachen The Boys darüber, dass es die Übermenschen in Unterwäsche nicht übertreiben.

The Boys - Gnadenlos-Edition 2
Variant-Cover von Garry Leach

Im Zentrum der Storyline Streicheleinheiten steht Blarney Cock, jenes Mitglied der Superhelden-Nachwuchs-Truppe Teenage Kix das Wee zuvor versehentlich umgebracht hat, wieder von den Toten auf. Blarney ist allerdings völlig matschig im Hirn und will unbedingt seinen Hamster wiederhaben, der sich jetzt im Besitz von Wee befindet. In Stunde der Wahrheit erzählt The Legend, ein Comic-Schöpfer der etwas an Stan Lee erinnert, wie sich die Waffenfirma Vought nach einigen vermurksten Rüstungsaufträgen, die unzählige Todesfälle verursachten, darauf spezialisiert hat Superhelden zu produzieren. Auch hier ist mit einigen Totalausfällen zu rechnen…

The Boys - Gnadenlos-Edition 2
Variant-Cover von Dave Gibbons

Zum Abschluss dieses Bands geht es um ein Schmutziges Geheimnis. Erzählt wird, wie ein Gründungsmitglied der legendären G-Men spektakulär Selbstmord beging und es danach den zahlreichen Superhelden-Gruppen, die ein G im Namen tragen, an den Kragen geht. Doch diesmal sind es nicht nur Billy Butcher und seine Boys sowie das Weibchen, die gegen allzu selbstgerechte Kostümträger vorgehen. Auch der Multikonzern Vought mischt eifrig mit und greift dabei zu noch drastischeren Methoden als die Boys…

The Boys - Gnadenlos-Edition 2
Variant-Cover von Carlos Ezquerra

Kaum verschlüsselt veralbert Ennis hier äußerst treffsicher X-Men, X-Force und was es so noch an X-beliebigen Superhelden-Teams gibt. So hat z. B. Critter, das G-Men-Äquivalent zu Wolverine, anscheinend Flöhe und trägt daher einen dieser hohen Wauwau-Kegelkragen.

The Boys - Gnadenlos-Edition 2
Variant-Cover von John Cassaday

Ähnlich wie schon in Ennis‘ Meisterwerk Preacher sind es auch bei The Boys nicht nur die ruppigen und satirischen Elemente, die faszinieren. Auch diese Serie lässt sich immer wieder Zeit für ruhige zwischenmenschliche Passagen und erzählt von Wees Freundschaft zu Billy und seiner aufkeimenden Liebe zu Annie January. Hier ahnt der gute Wee allerdings nicht, dass diese ein Mitglied des Superhelden-Teams The Seven ist…

The Boys - Gnadenlos-Edition 2
Variant-Cover von David Lloyd

Einmal mehr vermischt Ennis äußerst mitreißend bissige (gelegentlich aber auch leicht sentimentale und oftmals dezent antiamerikanische) Dialoge mit drastischen Gewaltszenen, die aber immer im Dienste der guten Sache bzw. Story stehen. Gleichzeitig enthüllt er immer mehr Details über die dreckigen Machenschaften hinter den eher gemeingefährlichen als hilfreichen Superhelden.

The Boys - Gnadenlos-Edition 2
Variant-Cover von Jim Lee

Abgerundet wird dieser Band der Gnadenlos-Edition durch den Abdruck von Variant-Titelbilder, die prominente Comic-Künstler wie John Cassaday, Howard Chaykin, Carlos Ezquerra, Garry Leach, Steve Dillon, Dave Gibbons, David Lloyd und Jim Lee zur Serie beigesteuert haben.

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Star Wars Comic-Kollektion # 14: Chewbacca

In Star Wars – Das Erwachen der Macht wurde er zwar nicht mehr vom Briten Peter Mayhew, sondern von finnischen Basketball-Nationalspieler Joonas Suotamo verkörpert. Doch am Leben war Chewbacca zweifelsohne, was nicht immer der Fall war. 1999 ließ der Autor R. A. Salvatore in Vector Prime,  dem ersten Band seiner Roman-Reihe  The New Jedi Order (deutsche Ausgabe erschienen als  Das Erbe der Jedi-Ritter 1. Die Abtrünnigen) den Heldentot sterben, um Han Solos jüngsten Sohn Anakin zu retten.

Star Wars Comic-Kollektion # 14: Chewbacca

Eine vom Kroaten Darko Macan geschriebene vierteilige Comic-Reihe leistete 2001 Trauerarbeit. In zehn von verschiedenen Zeichnern, darunter Dave Gibbons (Watchmen), wird erzählt wie R2-D2 und C-3PO nach dem Tod des Wookie wichtige Weggefährten von Chewbacca aufsuchen. Neben Han, Luke und Leia sind auch Chewbaccas Frau Mallatobuck oder dessen Vater Attichitcuk darunter.

Star Wars Comic-Kollektion # 14: Chewbacca

Im Gegensatz zu den aktuell erscheinende Comics und Büchern aus dem Star-Wars-Universum gehört alles was vor Beginn der Disney-Ära veröffentlicht wurde ins Reich der Legenden. Daher ist der Inhalt von R. A. Salvatores Roman und somit auch das Comic-Requiem auf den Wookie nicht mehr Teil der offiziellen Star-Wars-Saga. Doch eingestampft werden die alten Comics aus dem Hause Dark Horse deshalb noch lange nicht.

Star Wars Comic-Kollektion # 14: Chewbacca

Alle zwei Wochen bringt Panini Deutschland in Eigenregie einen Hardcover-Band mit Star Wars Legends Comics heraus. Enthalten sind sowohl klassische als auch moderne Comics, sowie Adaptionen der Filme. Nebeneinander positioniert bildet sich auf den Buchrücken ein durchgehendes “galaktisches Panorama-Motiv“.

Star Wars Comic-Kollektion # 14: Chewbacca

Die Miniserie Chewbacca ist bereits 2000 auf Deutsch bei Dino erschienen. Band 14 der Star Wars Comic-Kollektion enthält nicht nur die vier Hefte der Serie, sondern als Zugabe noch den zweiteiligen Comic Die Narrenreihe (Idiot‘s Army) sowie die Short Story Geister von Hoth. Obwohl diese Geschichten 2003 und 2004 erschienen sind, erfreut sich Chewbacca in ihnen bester Gesundheit.

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Superman: Was wurde aus dem Mann von Morgen?

1986 war es für DC an der Zeit Superman behutsam zu modernisieren. Diese Aufgabe übernahm der Zeichner und Autor John Byrne. In der sechsteiligen Reihe „Superman – The Man of Steel“ eliminierte er allerlei Dinge, die sich im Laufe der Jahrzehnte rund um den Mann aus Stahl formiert hatten, wie den Superhund Krypto oder den als Superboy tätigen jugendlichen Clark Kent. Ferner machte Byrne aus dem meist als verrückter Wissenschaftler auftretenden Schurken Lex Luthor einen Konzernchef, der dadurch noch sehr viel mehr Möglichkeiten hatte Böses zu tun.

SUPERMAN Was wurde aus dem Mann von Morgen
Softcover-Cover

Kurz bevor Byrnes Superman-Relaunch in die Comicshops kam, wurde in den US-Heften “Superman # 23“ und “Action Comics # 583“ die Geschichte des “alten“ Supermans zu Ende erzählt. Für diese Aufgabe war eigentlich Superman-Erfinder Jerry Siegel vorgesehen. Als sich dies zerschlug kam Alan Moore zum Zuge. Der Schöpfer der “Watchmen“, der heute gar nicht mehr gut auf DC zu sprechen ist, ist ein glühender Fan von Superman und er erledigte – unterstützt vom Zeichner Curt Swain – die Aufgabe mit Bravour. Obwohl in seiner zweiteiligen Story “Superman: Was wurde aus dem Mann von Morgen?“ allerlei liebgewonnene Figuren zu Tode kamen, gibt es für Clark Kent dennoch ein Happy End, schon dadurch, dass er sich komplett ins Privatleben zurückziehen kann.

SUPERMAN Was wurde aus dem Mann von Morgen
Hardcover-Cover

Panini veröffentlicht „Superman: Was wurde aus dem Mann von Morgen?“ in einem schön aufgemachten Sammelband, der mit “Die Grenze des Dschungels“ (hier trifft der Stählerne auf Swamp Thing) und “Das Geschenk“ (von “Watchmen“-Zeichner Dave Gibbons) noch zwei weitere von Alan Moore geschriebene Superman-Storys enthält.

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Batman: Was wurde aus dem Dunklen Ritter?

1986 war es für DC an der Zeit Superman behutsam zu modernisieren. Diese Aufgabe übernahm der Zeichner und Autor John Byrne. In der sechsteiligen Reihe „Superman – The Man of Steel“ eliminierte er allerlei Dinge, die sich im Laufe der Jahrzehnte rund um den Mann aus Stahl formiert hatten, wie den Superhund Krypto oder den als Superboy tätigen jugendlichen Clark Kent. Ferner machte Byrne aus dem meist als verrückter Wissenschaftler auftretenden Schurken Lex Luthor einen Konzernchef, der dadurch noch sehr viel mehr Möglichkeiten hatte Böses zu tun.

SUPERMAN Was wurde aus dem Mann von Morgen
Softcover-Cover

Kurz bevor Byrnes Superman-Relaunch in die Comicshops kam, wurde in den US-Heften “Superman # 23“ und “Action Comics # 583“ die Geschichte des “alten“ Supermans zu Ende erzählt. Für diese Aufgabe war eigentlich Superman-Erfinder Jerry Siegel vorgesehen. Als sich dies zerschlug kam Alan Moore zum Zuge. Der Schöpfer der “Watchmen“, der heute gar nicht mehr gut auf DC zu sprechen ist, ist ein glühender Fan von Superman und er erledigte – unterstützt vom Zeichner Curt Swain – die Aufgabe mit Bravour. Obwohl in seiner zweiteiligen Story “Superman: Was wurde aus dem Mann von Morgen?“ allerlei liebgewonnene Figuren zu Tode kamen, gibt es für Clark Kent dennoch ein Happy End, schon dadurch, dass er sich komplett ins Privatleben zurückziehen kann.

SUPERMAN Was wurde aus dem Mann von Morgen
Hardcover-Cover

Panini veröffentlicht „Superman: Was wurde aus dem Mann von Morgen?“ in einem schön aufgemachten Sammelband, der mit “Die Grenze des Dschungels“ (hier trifft der Stählerne auf Swamp Thing) und “Das Geschenk“ (von “Watchmen“-Zeichner Dave Gibbons) noch zwei weitere von Alan Moore geschriebene Superman-Storys enthält.

Batman: Was wurde aus dem Dunklen Ritter?
Softcover-Cover

Auch bei Batman standen (mal wieder) allerlei Veränderungen an und zum neuen Mann unter der Fledermaus-Maske wurde Ende 2009 der alte Robin. Dieser Unfug wird sicher nicht von Dauer sein, doch war immerhin ein prima Vorwand um – genau wie einst 1986 den Briten Alan Moore . nun dessen Landsmann Neil Gaiman zu bitten eine finale Geschichte zum DC-Heroen zu erzählen.

Batman: Was wurde aus dem Dunklen Ritter?
Hardcover-Cover

Der Autor, der sich weitestgehend als Comictexter verabschiedet hat, konnte nicht widerstehen, denn er war schon immer ein glühender Fan von Batman. Gaiman erzählt in „Was wurde aus dem Dunklen Ritter?“ gleich ein knappes Dutzend völlig verschiedene Geschichten von Batmans Tod. Egal ob Catwoman, Robin, Superman, der Joker oder der Butler Alfred (der enthüllt, dass er eigentlich der Joker ist), alle erzählen ureigene sich widersprechende Geschichten von Batmans Tod.

Passend dazu variiert der Zeichner Andy Kubert auch die äußere Erscheinung von Batman. Dieser sieht mal wie einst bei Bob Kane aus und kurz danach wie bei Neal Adams, Frank Miller oder Kelley Jones.

Batman: Was wurde aus dem Dunklen Ritter?

Das Ende von Neil Gaimans Geschichte ist zugleich auch wieder ein Anfang, was gut dazu passt, dass jede Änderung am Batman-Mythos unweigerlich dazu führen wird, dass danach der Status Quo wieder hergestellt wird.

Batman: Was wurde aus dem Dunklen Ritter?

Auch die Veröffentlichung von „Batman: Was wurde aus dem Dunklen Ritter?“ hat Panini noch um weitere thematisch passende Geschichten vom selben Autor ergänzt. Besonders schön ist “Eine schwarzweiße Welt“ in der Gaiman und der Zeichner Simon Bisley eine Backstage-Welt zeigen in der Batman und der Joker sich hinter der Comic-Bühne in der Garderobe darüber streiten wer die besseren Auftritte und Texte hat.


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Aliens

Lange bevor im zweiten Predator-Film ein Schädel des Monsters aus Alien zu sehen war und sehr, sehr lange bevor in Alien vs. Predator die beiden populären Kino-Ungeheuer schließlich auch auf der Leinwand aufeinander trafen, waren derartige Begegnungen in den Comic aus dem Hause Dark Horse bereits etwas Alltägliches. Sogar auf die DC-Heroen Superman und Batman trafen die einst von H. R. Giger entworfenen Aliens.

Aliens

Seit 1988 erscheinen bei Dark Horse mit großem Erfolg Alien-Comics. Da hier nicht jeder Zeichenstrich mit dem Lizenzgeber abgestimmt werden muss – wie dies bei den ebenfalls bei Dark Horse erscheinenden Star Wars-Comics der Fall ist – arbeiteten auch prominente Comickünstler gerne für die Reihe.

Aliens

Cross Cult präsentiert in der bewährten kleinformatigen Hardcover-Aufmachung vier schwarzweiße Alien-Highlights aus den Neunziger Jahren, die von bekannten Zeichnern und Autoren wie David Lloyd (V wie Vendetta), John Byrne (Superman), Dave Gibbons (Watchmen) und Mike Mignola (Hellboy) stammen.

Aliens

Abgerundet wird der Band durch Texte von Peter Osteried, die sich kurz aber äußerst fundiert mit den Filmen und Comics beschäftigen. Insgesamt macht der Band Appetit auf weitere ähnlich gelungene Comicvarianten zu beliebten Filmen.


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Comics zum 11. September

Die US-Ausgabe von Amazing Spider-Man # 36 hat alles andere als ein erstaunliches Titelbild. Lediglich ein weißer Schriftzug auf schlichtem schwarzem Grund ziert das Cover. „Babylon 5“-Schöpfer J. Michael Straczynski, der die Serie ab der dreißigsten Ausgabe übernommen hatte, schont seinen Zeichner John Romita Jr. auch noch auf der ersten Comicseite.

Comics zum 11. September

Diese ist ebenfalls ausschließlich in schlichtem Schwarz gehalten. Hier ist dann zu lesen: „Wir unterbrechen unser reguläres Programm für die folgende Sonderausgabe.“ Dann hat es sich aber auch schon mit schlicht und es folgt eine aufwendig gezeichnete und kolorierte Doppelseite mit dem zusammengestürzten Twin Towers.

Comics zum 11. September
Im Vordergrund ist ein verzweifelter Spider-Man zu sehen, der ein „…god…“ murmelt. Natürlich wird er kurz darauf von zwei verzweifelten Passanten angesprochen, die wissen wollen, wie er so etwas zulassen konnte. Auch hier fehlen unserem Helden die Worte.

Comics zum 11. September

Leider ist dies nicht so bei Straczynski, denn dieser treibt es noch dicker, wenn er kurz darauf auch noch die Superschurken Dr. Doom und Kingpin auftreten läßt. Der düstere Doom vergießt dann sogar noch ein paar Tränen hinter seiner eisernen Maske. Wenn es im Marvel-Universum mit rechten Dingen zugehen würde Dooms Vasallenstaat Latvaria aufgrund der New Yorker Katastrophe ganz gehörig jubeln.

Comics zum 11. September

Das restliche Heft zeigt dann Superhelden ganz bescheiden beim Aufräumen der Trümmer und präsentiert die wahren Helden im Vordergrund: Die Polizisten und Feuerwehrmänner.

Comics zum 11. September

Diese Tendenz setzt sich bei den weiteren Veröffentlichungen aus dem Hause Marvel fort. Da gibt es neben dem Band „Heroes“, der Kitschbilder von den Rettern enthält, noch den ganz ohne Worte auskommenden Comic „A Moment of Silence“, der in vier Geschichten relativ unspektakulär schildert, wie Durchschnittsbürger die Katastrophe vom 11. September erlebten. Die Geschichten kommen dabei auch noch fast ohne Worte aus. Insgesamt ein Comic ohne allzu viel üblen patriotischen Beigeschmack.

Comics zum 11. September

Dann hätten wir da noch das „I love N. Y. – Benefit Book“ des Good Girl-Artisten Joseph Michael Linsner, der ins selbe Horn stößt, auf vollbusige Babes wie Dawn verzichtet und einen auf kunstvoll und bedenklich macht.

Comics zum 11. September

Sehr viel abwechslungsreicher sind da schon die drei voluminösen Bände der Reihe 9-11. Den Beitrag aus dem Hause DC ziert ein furchtbar kitschiges Titelbild von Alex Ross (Marvels, Kingdom Come) auf dem Superman (und sein Hund Krypto!) über die heroischen Polizisten und Feuerwehrmänner staunt.

Comics zum 11. September

Der Band enthält neben einer durchgeknallt pathetischen Arbeit von Dave Gibbons, bei der Superman zusammen mit einigen Multi-Kulti-Kindern zwei Türme aus Bauklötzen baut, auch interessantere und differenziertere Arbeiten.

Comics zum 11. September

So zeigt Tim Sale einen kleinen Jungen mit Superman-T-Shirt, der in einer Telefonzelle verschwindet und ein Hemd der New Yorker Feuerwehr anzieht. Ein weiteres Album zum Thema brachten mehrere Mainstream-Verlage (Dark Horse, Image, etc) heraus und dann gibt es noch eine schwarzweiße 9-11-Zusammenstellung von Alternative Comics.

Comics zum 11. September

Recht interessant ist in diesem Zusammenhang auch noch die Comic-Adaption von „The 9/11 Report„.


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MADs Meisterwerke: Superhelden

MAD startete 1952 als Comicheft. Die ersten 23 Ausgaben textete Harvey Kurtzman im Alleingang, während die Zeichnungen von Jack Davis, Will Elder und Wally Wood stammten.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Bereits die vierte Ausgabe von MAD schrieb Satire-Geschichte. Hierfür zeichnete Wally Wood in beeindruckenden Wimmelbildern unter dem Titel “Superduperman!“ die erste direkte Parodie auf eine populäre Comic-Reihe (wenn die Tarzan-Verarsche “Melvin!“ aus Heft 2 ignoriert wird).

MADs Meisterwerke: Superhelden

Der MAD-Herausgeber William M. Gaines war zunächst skeptisch, denn er beschäftigte für seine Rechtsangelegenheiten den selben Anwalt wie DC, der Verlag bei dem Superman erscheint. Daher riet der Jurist Gaines in MAD auf eindeutige Parodien populärer Figuren zu verzichten, um sich dadurch lästige Schadensersatzklagen vom Hals zu halten. Kurtzman blieb jedoch stur, denn ohne die Möglichkeit sich über andere Comic-Reihen lustig machen zu dürfen, sah er keine Zukunft für MAD. Er fand einen Anwalt, der empfahl ganz einfach mit dem Parodieren weiterzumachen. Zum Glück für die gesamte westliche Kulturlandschaft hat sich Gaines im Sinne von Kurtzman entschieden und MAD verulkte zukünftig alles was populär war.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Dieser Sammelband von Panini enthält Superhelden-Parodien, die zwischen 1953 und 2004 in MAD erschienen sind und startet logischerweise mit “Superduperman!“ Dieser Comic liegt hiermit zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vor. Das gebundene Buch orientiert sich zwar an der US-Edition “Mad about Superheroes“, wurde jedoch um Beiträge deutscher Zeichner wie I. Astalos, Matthias Kringe oder Guido Neukamm ergänzt. Außerdem ist die deutsche Edition gebunden, streng chronologisch geordnet, sowie großformatiger, farbiger und mit 276 Seiten sehr viel umfangreicher als die US-Ausgabe.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Das Vorwort stammt von keinem Geringeren als von Adam West, der in den sechziger Jahren im TV als Batman zu sehen war. Für West war es eine große Ehre, dass seine Serie 1966 im mittlerweile als schwarzweißes Magazin erscheinenden MAD gekonnt veralbert wurde. Die Zeichnungen voller treffsicherer Karikaturen stammten von Mort Drucker, MADs Experten für Filmparodien, der sich natürlich auch an Kinofilmen mit Superhelden abgearbeitet hat. Druckers Verarschungen der Superman- und Batman-Filme der siebziger, achtziger und neunziger Jahre sind alle enthalten (mit Ausnahme von “Buttman Verschlugginer“, der auch in “Mad about Superheroes“ fehlenden Parodie zu “Batman Forever“ aus dem US-MAD # 337) . Auch TV-Serien wie “Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark“ oder “Smallville“ bekamen dabei natürlich ihr Fett ab.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Hinzu kommen Beiträge von “echten“ Superhelden-Zeichnern wie Frank Miller („The Dark Knight Returns„), Jim Lee, Dave Gibbons („Watchmen„) oder John Romita Jr., sowie natürlich von MAD-Veteranen wie Sergio Aragones, Al Jaffee oder Don Martin.

MADs Meisterwerke: Superhelden

„MADs Meisterwerke: Superhelden“ lädt ein zu einer Zeitreise durch fünf Jahrzehnte und zeigt, wie präsent die Strumpfhosenträger in allen Medien sind. Diese vergnügliche Exkursion wird in einem zweiten Band bis in die Gegenwart fortgeführt.

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Before Watchmen

So richtig erfreut war wohl kaum ein Comicfreund als zu erfahren war, dass DC ganz ohne Beteiligung von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons eine Prequel-Reihe zu “Watchmen“ in Auftrag gab. Darf man das, nur weil man die Rechte an DEM Comicklassiker der 80er Jahre hat?

Before Watchmen

Alan Moore meinte eher nicht, denn schließlich gibt es ja auch keine literarische Fortsetzung zu Melvilles “Moby Dick“ (jedoch zu “Doktor Schiwago“ und zu “Vom Winde verweht“). Peter Osteried hingegen meinte in Alfonz – Der Comic-Reporter, dass sich Alan Moore nicht so anstellen solle, da er in “Liga der extraordinären Gentlemen“ und in “Lost Girls“ auch recht ungeniert eigene Geschichten mit von anderen Autoren geschaffenen Figuren erzählte.

Before Watchmen

Dennoch waren die Erwartungen nicht allzu hoch, auch wenn bei den insgesamt zehn “Before Watchmen“-Miniserien eine ganze Reihe von prominenten – abgesehen vom argentinischen Zeichner Eduardo Risso (“100 Bullets“) – allesamt aus den USA stammenden – Kreativkräften eingesetzt wurden. Bei uns erscheinen diese Serien bei Panini gebündelt in insgesamt acht Sammelbänden, die es wahlweise als Softcover- oder limitierte Hardcover-Edition gibt. Den Anfang bilden die vierteilige Miniserie “Rorschach“ von Brian Azzarello und Lee Bermejo, die eine halbwegs spannende Crime-Story mit dem wohl beliebtesten Watchman sowie einem Gastauftritt von Taxidriver Travis Bickle alias Robert De Niro erzählt, sowie Darwyn Cookes überraschend gut gelungene Geschichte der “Minutemen“.

Before Watchmen
In seinem feinen klaren Retro-Stil erzählt der auch als Autor fungierende Cooke („Parker“, “Neue Horizonte“, “The Spirit“) vom komplizierten Beziehungsgeflecht der Vorgänger der Watchmen. Die Minutemen formierten sich aus den unterschiedlichsten Motiven Ende der 30er Jahre in New York. Sie bildeten eine nur bedingt funktionierende hauptsächlich aus kommerziellen Gründen zusammengeschweißte Heldentruppe, die langsam aber sicher auseinander bricht. Hauptfigur der Geschichte ist Hollis Mason, die erste Nite Owl, der von seiner vergeblichen Liebe zu Ursula Zendt alias Silhouette aber auch vom wohl wohl seltsamsten Minuteman dem finsteren Hooded Justice erzählt.

Before WatchmenCooke ist weniger daran interessiert erzählerische Lücken zu schließen, wie dies z. B. Don Rosa bei seinen Versionen von Carl Barks’ Enten-Comics recht penetrant praktizierte. Vielmehr nutzt Cooke respektvoll das von Alan Moore geschaffene faszinierend detailfreudig ausgestaltete Watchmen-Universum um darin einzutauchen und eine eigene Geschichte zu erzählen.

Before Watchmen

Cooke trifft den Geist des Originals findet aber auch durch den sehr eigenständigen Zeichenstil einen interessanten Zugang zum Comic-Meilenstein. In diesem Stile wäre auch eine Fortsetzung zu “Moby Dick“ wünschenswert.

Before Watchmen

Insgesamt muss festgestellt werden, dass das Niveau dieser Reihe in Sachen Optik aber auch Inhalt sehr viel höher ausgefallen ist als zu erwarten war. Mir persönlich hat eigentlich nur die OZYMANDIAS-Reihe von Len Wein und Jae Lee überhaupt nicht gefallen.

Before Watchmen

Im Zentrum von „Crimson Cosair“, dem letzten Band der Serie stehen zwar nicht die Superhelden aus WATCHMEN, dennoch enthält er einige Perlen, wobei die Titelstory nicht gerade das absolute Highlight ist. In der Originalserie WATCHMEN spielten Piraten-Comics eine große Rolle, weil Alan Moore der Meinung war, dass in einer Welt in der Superhelden tatsächlich existieren, Comics über maskierte Räche nicht der Hit wären. Daher entschieden sich er und Gibbons dafür, dass im Watchmen-Universum Piraten-Comics sehr beliebt sind und ließen immer wieder kleine Häppchen aus dem Freibeuter-Comic “Tales of the Black Freighter“ in ihre Geschichte mit einfließen.

Before Watchmen

Auch die meisten Hefte der BEFORE WATCHMEN Reihe enthielten am Ende als Zugabe zwei Seiten des Piratencomics THE CURSE OF THE CRIMSON CORSAIR. Diese wurden von John Higgins gezeichnet und gemeinsam mit Len Wein erdacht. Higgins fungierte seinerzeit bei WATCHMEN als Kolorist. Die atmosphärisch gestaltete Seiten mit der Piraten-Geschichte mag in kleinen Häppchen zum Erzeugen von einem gewissen WATCHMEN-Feeling in den Heften vielleicht noch ganz gut funktionieren. Geballt gelesen ergibt sich jedoch kein Piraten-Epos sondern allenfalls eine Schatztruhe voller “Fluch der Karibik“-Klischees.

Before Watchmen
Sehr viel interessanter sind die ebenfalls in diesem Band enthaltenen Geschichten über zwei absolute WATCHMEN-Nebenfiguren. Während sich J. Michael Stracynski und der begnadete argentinische Zeichner Eduardo Risso in zwei US-Heften dem tragischen Leben des schurkischen Magiers MOLOCH widmen, brauchen Len Wein und Steve Rude noch weniger Seiten um die ebenfalls recht traurige Geschichte des “Minuteman“ Story DOLLAR BILL zu erzählen. Wie alle Panini-Bände, die es auch als limitierte und mittlerweile schon hoch gehandelte Hardcover-Ausgaben gibt, enthält auch dieses Buch neben knappen aber sehr informativen Texten noch alle Variantcover zu CRIMSON CORSAIR, MOLOCH und DOLLAR BILL.

Before Watchmen THE BUTTON

In Doomsday Clock kommt es zu einer Art Crossover zwischen den WATCHMEN und dem “regulären“ DC-Universum. In den US-Heften 21 und 22 der Reihen BATMAN und THE FLASH wird der Vierteiler THE BUTTON erzählt. Es bleibt abzuwarten, ob dies eine gute Idee ist.

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