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Green Lantern: Erde Eins

Im Earth-One-Universum werden bekannte Figuren in einen neuen Kontext gestellt, wie zum Beispiel Batman, Superman und Wonder Woman. Und nicht nur das, auch wird den Figuren durch die bekanntesten Kreativen aus dem Comicbereich neues Leben eingehaucht. Nun also folgt Green Lantern/Hal Jordan.

Green Lantern: Erde Eins

Dieser ist in einer nicht näher beschriebenen Zukunft Mitarbeiter bei Ferris Galactic und zusammen mit einer Crew durchsuchen sie das Weltall nach Rohstoffen, die sie bergen können. Auf einem Asteroiden entdecken sie ein gestrandetes Raumschiff mit einem toten Außerirdischen und einen deaktivierten Roboter.

Green Lantern: Erde Eins

Außerdem befindet sich in dem Raumschiff noch eine Green-Lantern-Batterie und ein Ring. Als Hal den Ring an sich nimmt, nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Er erkennt die unglaubliche Energie, die von dem Ring ausgeht und leider wird gleichzeitig der vermeintlich kaputte Roboter – ein Manhunter – aktiviert und greift Hal sofort an. Aber dank des Ringes kann Hal die Maschine zerstören, wird aber auf das Schwerste verletzt.

Green Lantern: Erde Eins

Wieder erwacht, findet er sich auf einem fernen Planeten wieder und macht die Bekanntschaft mit Kilowog, der ihn gerettet hat. Von ihm erfährt er auch die Geschichte des Ringes, wer ihn gemacht hat und was es mit den Martian Manhunters auf sich hat. Es beginnt eine Suche nach weiteren Green Lanterns um die Manhunter aufzuhalten, deren einziger Sinn es ist, alle Ringträger zu töten.

Green Lantern: Erde Eins

Gabriel Hardman und Corinna Bechko präsentieren eine andere Sicht auf das Wesen der Ringe: Wählt in der klassischen Continuity der Ring seinen Träger selbst, so kann hier jeder den Ring benutzen, eben wie eine Waffe oder Werkzeug. Das bringt natürlich andere Probleme mit sich, die neu sind.

Green Lantern: Erde Eins

Hardman/Bechko stellen die Green-Lantern-Geschichte in einen wirklichen Science-Fiction Kontext. Von dem Ehepaar sind noch diverse andere Abenteuer die in diesem Genre angesiedelt sind (Star War, Planet der Affen).

Norbert Elbers

Green Lantern: Earth One; enthält: Green Lantern: Earth One (2018); Text: Gabriel Hardman und Corinna Bechko; Zeichnungen: Gabriel Hardman; Farben: Jordan Boyd; aus dem Amerikanischen von Christian Heiß; Prestige; Softcover: € 16,99, Hardcover limitiert 222 Stück: € 23,00; 148 Seiten; farbig; Panini/DC Comics; beide Cover von Gabriel Hardman

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Shazam!

1940, ein Jahr nach Superman, debütierte ein gewisser Captain Thunder, der schon bald in Captain Marvel umbenannt wurde. Eigentlich war er ein simpler Rundfunkreporter namens Billy Batson. Doch vom ägyptischen Hexenmeister Shazam (der Name wurde zusammengesetzt aus Salomon, Herkules, Atlas, Zeus, Achilles und Merkur) erhielt er übernatürliche Kräfte. Immer wenn Batson Shazam! ruft, verwandelt er sich in einen rot bekleideten Superhelden mit einem gelben Blitz auf der Brust.

Shazam!

Trotz seines Namens ist Captain Marvel jedoch keineswegs beim Superhelden-Verlag Marvel beheimatet (wo es eine gleichnamige Figur gibt), sondern beim Konkurrenten DC. Dort schufen Starzeichner wie Jeff Smith (Bone) oder Alex Ross (Marvels, Kingdom Come) interessante Versionen von Captain Marvel, der nach einem Rechtsstreit mit dem Marvel Verlag keine eigene Serie haben bzw. als Hauptfigur nur in Heften mit dem Titel Shazam auftreten durfte.

Shazam!

Im Rahmen des New 52-Relaunch gehörte Captain Marvel nicht zu den Figuren, denen ab 2011 ein Neustart spendiert wurde. Doch in Heft 7 der neuen Justice League-Reihe gab es eine Zweitserie mit dem Captain, die Panini jetzt gebündelt veröffentlicht. Geschrieben wurde die Geschichte wie viele der neuen Serien von DCs Chief Creative Director Geoff Jones. Als Zeichner fungierte Cary Frank, der bereits Erfahrung mit der Figur hatte, denn 2001 zeichnete er innerhalb der Reihe Just Imagine eine von Stan Lee geschaffene alternative Version von Captain Marvel, die nicht von ungefähr an eine rote Variante des Unglaublichen Hulks erinnerte.

Shazam!

Geoff Jones und Cary Frank arbeiteten bereits bei Batman: Erde Eins zusammen. Der Neustart von Captain Marvel funktioniert bestens, weil die Geschichte fest in der Realität verankert ist. Billy Batson ist hier ein respektloser Rotzlöffel von einem Waisenknaben, den aus gutem Grund keine Pflegefamilie dauerhaft aufnimmt. Doch da ihn auch seine Sozialarbeiterin endlich von der Backe haben möchte, landet er bei einem idealistischen Ehepaar, das bereits fünf Pflegekinder bei sich aufgenommen hat.

Shazam!

Diese Umgebung, in der sich Billy nach und nach widerwillig daheim fühlt, schildert Geoff Jones sehr einfühlsam. Dabei wird er bestens unterstützt von den sehr realistisch und detailreich ausgeführten Zeichnungen Cary Franks. Auch ohne die ganzen Fantasy- und Superhelden-Einlagen, die nach und nach immer stärker die Handlung dominieren, wird hier eine spannende mitreißende Geschichte erzählt, der es bestens gelingt dem Captain eine neue Heimat in unserer Gegenwart zu geben.

Shazam!

Bezeichnenderweise spielt die Erzählung nicht wie ansonsten bei DC üblich in Phantasie-Städten wie Metropolis oder Gotham City sondern im heutigen Philadelphia.

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Kingdom Come

Nachdem er 1994 in Marvels die Comicfans mit seinen plastisch dargestellten “realistischen“ Superheldengemälden von Spider-Man & Co. begeisterte, nahm sich Alex Ross zwei Jahre später die kostümierten Helden aus dem Hause DC vor.

Kingdom Come

Während die von Kurt Busiek (Astro City) geschriebene Miniserie Marvels noch eine recht interessante Angelegenheit war, die der Frage nachging, wie es sich aus der Froschperspektive eines normalen Bürgers “anfühlen“ würde, wenn es tatsächlich Superhelden gäbe, drohte Kingdom Come an der überambitionierten Story von Mark Waid zu ersticken.

Kingdom Come

Erzählt wird, wie sich Superman und seine Heldenkollegen vom Welten-Retten zurückgezogen haben und dem Nachwuchs eine Chance geben. Lediglich der schon leicht angegreiste Batman kann nicht loslassen. Er hat den Playboy-Smoking von Bruce Wayne komplett an den Nagel gehängt und kontrolliert Gotham City mit Erschreckungs-Robotern. Zugleich arbeitet er auch noch daran, dieses Konzept zu exportieren. Die neue junge Helden-Generation hingegen verrichtet ihre Tätigkeit so rücksichtslos, dass sich die alten Recken wieder in ihre (leicht modifizierten) Kostüme zwängen und einmal mehr für Recht und Ordnung (und den “American Way“) sorgen.

Kingdom Come

Doch Alex Ross übererfüllte in Kingdom Come die in ihn gesetzten Erwartungen und bietet eine Unmenge von detailverliebten Wimmelbildern. Besonders gelungen ist das Superhelden-Themenrestaurant Planet Krypton. Diesen Schauplatz hat Ross so liebevoll ausgestaltet (“Ich nehme amerikanische Werte mit Mayo“), dass es verwundert, dass Warner-DC diese Vision noch nicht verwirklicht hat.

Kingdom Come

Insgesamt jedoch richtet sich Waids unnötig kompliziert erzählte Geschichte eher an Insider und erst bei seinen späteren Team-Ups mit Paul Dini wie wie Batman – Krieg dem Verbrechen oder JLA – Freiheit und Gerechtigkeit schuf Alex Ross Superhelden-Comics die auch Menschen ohne DC-Abitur verstehen.

Kingdom Come

Ein Comic-Meilenstein ist Kingdom Come trotz aller inhaltlicher Schwächen aber allemal und daher ist eine Neuauflage dieses Klassikers, der 1997 erstmals mit dem Untertitel Die Apocalypse bei Carlsen erschien, immer willkommen. Vor allem wenn diese Ausgabe neben den vier zusätzlichen Comicseiten, die Ross und Waid nachträglich eingefügt haben, auch noch “über 130 Seiten mit unveröffentlichten Bonus-Material“ enthält (und auf das entbehrliche Vorwort von Elliot S. Maggin verzichtet, der eine Romanversion zu Kingdom Come schrieb und durch die Hintertür Mitautorenschaft am Comic anmeldet).

Kingdom Come

In der fetten Neuausgabe von Panini erklärt Alex Ross nicht nur noch ausführlicher die Modifizierungen, die er an DC-Ikonen wie Superman, Batman oder Wonder Woman vorgenommen hat, sondern liefert auch Informationen zu weniger bekannten Figuren wie Bloodlust, Demon Damsel oder Black Mongul. Außerdem bietet ein Index noch zusätzliche Anmerkungen zu Anspielungen auf Momente aus der reichhaltigen DC-Historie, die Waid und Ross auf fast jeder Seite von Kingdom Come platziert haben.

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Wednesday Comics

2009 gab es in den USA bei DC ein interessantes Experiment. An zehn aufeinanderfolgenden Mittwochen (oder heißt es Mittwochs) erschienen die Wednesday Comics mit The World´s Greatest Heroes und The World´s Greatest Comics, was doppeldeutig gemeint ist.

Wednesday Comics

Bei den auf das Format eines normalen Comicheftes zusammengefalteten Ausgaben handelte es sich um Zeitungen, die auf 35 x 50 cm großen Seiten in Fortsetzungen jeweils Abenteuer von 15 Helden aus dem Hause DC erzählten, die von bekannten Autoren und Zeichnern wie Neil Gaiman, Dave Gibbons, Kyle Baker, Eduardo Rizzo, Mike Allred oder Adam Kubert gestaltet wurden.

Wednesday Comics

Dies ist schon deshalb interessant, weil es mehr oder weniger die Superhelden waren, die das Comic-Heft populär machten. Zuvor erschienen in den USA Comics fast ausschließlich in Zeitungen, wobei wochentags Strips mit drei oder vier Bildern veröffentlicht wurden und die Sonntagsausgaben riesige prachtvolle Farbseiten mit den Erlebnissen von Little Nemo, Tarzan, Flash Gordon oder Prinz Eisenherz enthielten. Heute tummeln sich in den Sonntagsbeilagen der US-Zeitungen zwar immer noch Unmengen von farbigen Comics, hierbei handelt es sich jedoch fast ausschließlich um kleinformatig abgedruckte Gag-Strips. Die großen Abenteurer sind fast ganz verschwunden.

Wednesday Comics

Von Ausnahmen wie dem immer noch erscheinenden Spider-Man-Tagesstrip abgesehen, wurden die Superhelden in den Zeitungen nie richtig heimisch. Das ist schade, denn die Wednesday Comics beweisen, dass im Großformat auf höchst unterschiedliche Arten optisch aber auch inhaltlich sehr aufregende Geschichten erzählt werden können.

Wednesday Comics

Da die zehn Ausgaben der Wednesday Comics schon lange vergriffen sind und es auch etwas mühselig war hinter den einzelnen Geschichten herzublättern, ist es erfreulich, dass auch bei uns im geringfügig kleineren Format (29 x 45 cm) ein sehr schön aufgemachter auf 999 Exemplaren limitierter Band alle Stories und noch etwas Bonusmaterial erschienen ist.

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DC und die Looney Tunes

Bereits 2000 kam es mit der vierteiligen Miniserie Superman / Bugs Bunny zu einem Crossover zwischen den DC-Superhelden und den Charakteren aus den Looney-Tunes-Trickfilmen. Damals schrieb Mark Evanier (Groo the Wanderer) eine ziemlich witzige durchgehende Geschichte, die im konventionellen, doch recht gut zu den Animations-Figuren passenden, Retro-Stil gezeichnet wurde.

DC und die Looney Tunes

Nachdem Ende 2015 bei DC fünfundzwanzig Variant-Cover für reguläre Superhelden-Hefte produziert wurden, auf denen Catwoman auf Tweety traf oder Flash mit Speedy Gonzales und dem Road Runner um die Wette lief, folgte zwei Jahre später eine Reihe mit Cross-Over-Geschichten. Das absolute Highlight ist dabei ganz gewiss die Begegnung zwischen Batman und Elmer Fudd, dem lispelnden Erzfeind von Bugs Bunny und Daffy Duck.

DC und die Looney Tunes

Die vom hochgelobten Autor Tom King (The Vision, Sheriff of Babylon) geschriebene Geschichte Pray for me (Bete für mich) wäre nur die halbe Miete, wenn der erfahrene Daredevil-Zeichner Lee Weeks sie nicht souverän als Film noir in Szene gesetzt hatte. Die Story erzählt wie Batman versucht zu verhindern, dass Elmer Fudd, der sich mal wieder auf Hasenjagd befindet, Bugs Bunny erledigt. Einer der Clous der Story ist, dass Bugs durch einen Menschen verkörpert wird, dessen Aussehen etwas an dessen Sprecher Mel Blanc erinnert.

DC und die Looney Tunes

Pray for me ist optisch und inhaltlich das absolute Highlight dieses Sammelbands, der noch fünf weitere Crossover zwischen Superhelden und Trickfilm-Figuren enthält. Hübsch anzusehen sind alle diese Geschichten und auch die Paarungen wurden originell ausgewählt. So trifft Wonder Women auf den Tasmanischen Teufel, die Legion of Superheroes muss sich mit Bugs Bunny auseinandersetzten, während mit Jonah Hex und Yosemite Sam zwei hart gesottene Burschen aufeinandertreffen. Fast schon ein Zungenbrecher ist der Titel des außerirdischen Begegnungs-Hefts Martian Manhunter / Marvin the Martian.

DC und die Looney Tunes

Potential gehabt hätte auch die Sache mit Lobo und dem Road Runner zumal mit dem neuen MAD-Chefredakteur Bill Morrison (The Simpsons) ein versierter Autor am Werke war. Doch die Geschichte plätschert eher dahin, doch es bleibt immerhin die Freude am Betrachten der herrlich morbiden Bilder von Batman-Ikone Kelley Jones. Es ist schade, dass das Niveau der meisten Geschichten und auch der jeweiligen im Animations-Look gestalteten Zweit-Storys nicht beim teilweise wirklich spektakulären Comic-Artwork mithalten kann.

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Superman / Bugs Bunny

Durch eine Verkettung seltsamster Umstände und einer Verschwörung der eher niedlichen Schurken Mr. Mxyzptlk und dem letzten Dodo vermischen sich die Warner-Zeichentrickfiguren Looney Tunes um Bugs Bunny und Daffy Duck mit (dem ebenfalls zu Warner gehörenden) Universum der DC-Superhelden wie Superman und Batman. Plötzlich muss Flash, der schnellste Mensch der Welt, mit Speedy Gonzales und dem Roadrunner um die Wette laufen, Plastic Man wird zum Objekt der Begierde des Stinktiers Pepe und der „Dunkle Erpel“ Daffy kehrt zurück.

Superman / Bugs Bunny

Diese abgefahrene vierteilige Miniserie erschien in den USA im Jahre 2000. Bei uns hingegen wurde sie in einem auf 1.000 Exemplare limitierten Sammelband veröffentlicht, der anlässlich der „Comic Action 2004“ in Essen erschien ist. Der Autor Mark Evanier, der mit MAD-Zeichner Sergio Aragonés nicht nur an der Conan-Parodie Groo the Wanderer arbeitete, sondern mit ihm auch das DC- und das Marvel-Universum vernichtete, erweist sich als echter Glücksfall.

Superman / Bugs Bunny

Evaniers nicht wirklich spannende und zum Ende hin nur noch unübersichtliche Geschichte steht voll in der Tradition von großen Superhelden-Mega-Crossovers wie Avengers vs. X-Men, die langsam aber sicher in gepflegter Langeweile enden. Doch hier bietet die Story genügend Anlass zu haufenweise skurrilen Situationen und Begegnungen, die oft wirklich den anarchistischen Charme der Warner-Cartoons aus den 40er Jahren haben.

DC und die Looney Tunes

Nachdem Ende 2015 bei DC fünfundzwanzig Variant-Cover für reguläre Superhelden-Hefte produziert wurden, auf denen Catwoman auf Tweety traf oder Flash mit Speedy Gonzales und dem Road Runner um die Wette lief, folgte zwei Jahre später mit DC und die Looney Tunes eine Reihe mit Cross-Over-Geschichten. Das absolute Highlight ist dabei ganz  Pray for me, eine Geschichte über eine Begegnung zwischen Batman und Elmer Fudd, dem lispelnden Erzfeind von Bugs Bunny und Daffy Duck.

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Batman: Ninja

Japanische Versionen von Batman sind nichts Neues. Parallel zur TV-Serie mit Adam West zeichnete Jiro Kuwata bereits 1966 eine Manga-Version des damals noch gar nicht so dunklen Ritters. Deutlich finsterer ging es 2008 zu, als mit Batman: Gotham Knight unter japanischer Regie eine Zusammenstellung von sechs Anime-Kurzfilmen auf DVD und Blu-ray erschien. Diese Kompilation war der dritte Beitrag zur Reihe DC Universe Animated Original Movies.

Batman: Ninja

Batman Ninja entstand außerhalb dieses Labels und erzählt eine durchgehende Geschichte über Batman, der sich gemeinsam mit einigen Verbündeten und Gegnern plötzlich im mittelalterlichen Japan befindet. Dort haben sich Joker, Penguin, Two-Face, Poison Ivy und Deathstroke bereits als mächtige Kriegsherren etabliert. Batman und sein Team nehmen den Kampf auf…

Batman: Ninja

Das Design zu Batman Ninja stammt von Takashi Okazaki (Afro Samurai) und ist erstaunlich vielfältig. Der Film beginnt als detailverliebter Animationsfilm voller verrückter Bilder und überrascht mittendrin durch einen krassen Stilwechsel. In einen simplen an japanische Holzschnitte und Aquarelle erinnernden Stil wird davon erzählt, wie der Joker und Harley Quinn versuchen als schlichte Bauern zu leben.

Batman: Ninja

Das Finale ist dann wieder bombastischer animiert und mündet in eine fast schon klischeehafte Schlacht zwischen Riesenrobotern, während der Nachspann eine Nippon-Version von Gotham City präsentiert. Notdürftig zusammengehalten durch eine oft etwas seltsame Geschichte entstand ein farbenfrohes Spektakel voller durchgeknallter Kulissen, Kostüme und Action-Sequenzen.

Batman Ninja

Die Blu-ray von “Batman Ninja“ enthält neben dem 85-minütigen Hauptfilm noch die Dokumentationen “East West Batman“ (17:33 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertitel), “Batman: Made in Japan“ (14:03 min) und “Präsentation auf dem New York Comic Con“ (49:02 min)

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Suicide Squad: Hell To Pay

Die Reihe DC Universe Animated Original Movies widmete sich der Suicide Squad mit Assault on Arkham bereits zwei Jahre bevor die Schurken-Spezialeinheit im Zentrum eines gar nicht so guten Kinofilms stand. Hell To Pay ist eine Art Fortsetzung.

Suicide Squad: Hell To Pay

Auch bei Hell To Pay ist Publikumsliebling Harley Quinn dabei. Da diese sich im Comic von ihrem Ex-Freund freigeschwommen hat, wurde diesmal auf eine Mitwirkung des Jokers verzichtet. Stärker noch im Zentrum der Handlung steht jedoch der Söldner Deadshot, den Will Smith im Kino verkörperte und dem Christian Slater in der Originalfassung des Animationsfilms seine Stimme leiht.

Suicide Squad: Hell To Pay

Deadshot ist auch hier ein skrupelloser Killer mit Familiensinn und Führungsqualitäten. Im Auftrag von Amanda Waller muss er die nur aus zweifelhaften Gestalten bestehende Task Force X leiten. Stärker noch als mit Widersachern bei der Jagd nach mystischen Artefakten muss er sich mit seinen Team-Mitgliedern Harley Quinn, Captain Boomerang, Copperhead, Bronze Tiger und Killer Frost herumstreiten.

Suicide Squad: Hell To Pay

Das ist alles recht spannend, amüsant, kurzweilig und gelegentlich auch recht blutig (daher FSK 16) in Szene gesetzt. Doch der in einer Vorankündigung versprochene dreckig-trashige Grindhouse-Look ist nur in einigen Rückblenden, sowie im Vor- und Nachspann spürbar. Hauptsächlich wird solide Trickfilmaction mit zweifelhaften Helden geboten.

Suicide Squad - Hell to Pay

Die Blu-ray von “Suicide Squad: Hell To Pay“ enthält neben dem 86-minütigen Hauptfilm noch einen Audiokommentar von Produzent Produzent James Tucker und Drehbuch-Autor Alan Burnett (leider ohne Untertitel), die Dokumentationen “Der Schurke aus dem Outback: Captain Boomerang“ (5:14 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertitel), “Der Beste Scharfschütze im DC Universe“ (5:36 min), “Der Einfluss von Stilmitteln, MacGuffins und Red Herrings“ (10:30 min); “Aus dem DC-Comics-Archiv“, Zwei thematisch passende Cartoons: “Beware the Batman: Instinct“ und “Young Justice: Terrors“; sowie eine Vorschau auf den nächsten Animationsfilm aus dem DC-Universum: “The Death of Superman“ (7:06 min)

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Warlord

1980 eröffnete Mike Grells Warlord bei Ehapa die 58-bändige Kiosk-Reihe Die großen Phantastic-Comics, in der auch Brian Bollands Camelot 3000 erschienen ist.

Warlord

Doch gegen Don Lawrences unter demselben Label erscheinende hyperrealistisch gezeichnete Serie Storm sahen die schlicht kolorierten und auf Albumformat aufgeblasenen Reprints von US-Heften eher blass aus. Doch immerhin erschienen seinerzeit insgesamt 15 Warlord-Alben, so dass die Serie eine gewisse Popularität hat und Cross Cult eine Neuauflage wagen konnte.

Warlord

In den USA debütierte Warlord 1975 bei DC in Heft 8 der Reihe 1st Issue Special, die dazu diente neue Comic-Konzepte zu testen. Mike Grell, der zuvor für DC an Superboy gearbeitet hat, stellt hier seinen neuen Helden Travis Morgan vor, der als Pilot der US Air Force bei einer Spionage-Mission über Russland angeschossen wird. In der Nähe des Nordpols muss er per Fallschirm abspringen und landet seltsamerweise in einer Welt unterhalb der Erdoberfläche, die von Sauriern und Barbaren bevölkert wurde.

Warlord

Das an den Barbaren Conan und die Romane von Edgar Rice Burroughs erinnernde Konzept ging voll auf. Im Gegensatz zu vielen in 1st Issue Special vorgestellten Comics ging Warlord tatsächlich in Serie. Bis 1989 erschienen 133 Hefte und 2009 gab es einen kurzlebigen Neustart. Bei Cross Cult erscheinen in einem schönen Sammelband neben dem Debüt aus 1st Issue Special die ersten zehn Hefte der Serie im Original-US-Format. Das Nachwort liefert interessante Fakten über Mike Grell, der viel von sich selbst in die Figur des Warlords einbrachte und dessen detailfreudigen Zeichnungen jetzt in schwarzweiß viel besser zur Wirkung kommen.

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Batman: Gotham By Gaslight

1989 erschien mit Gotham by Gaslight der erste DC-Comic, der als Elseworlds-Story bezeichnet wurde. Brian Augustyns Geschichte spielt in einer Welt, die nicht das bekannte DC-Universum ist. Erzählt wird von einem Batman, der bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts versucht seine Heimatstadt Gotham vor Übeltäter zu schützen. Dabei bekommt er es mit Jack the Ripper zu tun…

Batman: Gotham By Gaslight

Als 30. Film der Reihe der Reihe DC Universe Animated Original Movies entstand ein Film, der weniger eine Adaption des Comics ist, sondern vielmehr eine völlig neue Geschichte mit der selben Grundidee erzählt. Begründet wird dies von Produzent Bruce Timm (Batman: The Animated Series) damit, dass der 48-seitige Comic für einen knapp 80-minütigen Film etwas zu wenig Handlung hat. Doch anstatt, wie bei der Verfilmung des Comic-Klassikers Batman: The Killing Joke die Vorlage um einen Prolog und einen Epilog zu ergänzen, entstand etwas Neues.

Batman: Gotham By Gaslight

Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass Gotham by Gaslight nicht der ganz große Batman-Klassiker ist, wie die ebenfalls innerhalb der Reihe als Animationsfilme umgesetzten Frank-Miller-Comics Year One oder The Dark Knight Returns. Möglicherweise waren die markanten, viele schwarze Flächen einsetzenden Bilder von Mike Mignola (Hellboy) der Hauptgrund für den Erfolg von Gotham by Gaslight. Doch die Story von Brian Augustyn, die 1869 in Wien beginnt und Bruce Wayne als Studenten von Sigmund Freud zeigt, ist auch nicht ohne und hätte es verdient werkgetreu verfilmt zu werden.

Batman: Gotham By Gaslight

Die Adaption des Comics lässt zusätzlich Elemente von Brian Augustyns Gotham by Gaslight-Fortsetzung Master of the Future (diesmal zeichnete nicht Mignola, sondern Eduardo Barreto) mit in die Geschichte einfließen. Daher geht es auch um eine Weltausstellung, die inklusive eines Zeppelins nach Gotham kommt. Während der Mörder aus der Comic-Vorlage nur kurz im  Hintergrund zu sehen ist, gibt es Auftritte von allerlei vertrauten Figuren wie Selina Kyle alias Catwoman, den Polizisten Harvey Bullock, Poison Ivy, Dr. Leslie Thompkins, sowie gleich drei Robins, die in der Vorlage gar nicht vorkommen. Optisch hingegen orientiert sich der Film, so gut wie es das Budget zulässt, an den Bilderwelten von Mike Mignola und kann insgesamt durchaus gefallen.

Batman: Gotham By Gaslight

Die Blu-ray von “Batman: Gotham by Gaslight“ enthält neben dem 77-minütigen Hauptfilm noch einen Audiokommentar von Produzent Bruce Timm, Drehbuch-Autor Jim Krieg und Regisseur Sam Liu (leider ohne Untertitel), die Dokumentation “Caped Fear: The First Elseworld“ (20:45 min, wahlweise mit deutschen Untertitel); “Aus dem DC-Comics-Archiv“: Zwei thematisch passende Cartoons, einmal der klassischen Batman-Trickfilmserie: “Harley and Ivy“ und aus Batman: The Brave and the Bold “Showdown“ (beide Filme , wahlweise mit deutschen Untertitel); sowie eine Vorschau auf den nächsten Animationsfilm aus dem DC-Universum: “Suicide Squad: Hell to Pay“ (8:33 min, ohne Untertitel)

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