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Once Upon a Time in Hollywood

Vorab war wenig mehr zu erfahren, als dass sich der neunte Spielfilm von Quentin Tarantino mit dem brutalen Mord beschäftigten wird, den Mitgliedern der Sekte von Charles Manson 1969 an der Schauspielerin Sharon Tate begangen hatten. Es starben dabei auch  Tates ungeborenes Kind und vier weiteren Menschen, die sich zufällig in ihrem Haus am Cielo Drive in  Los Angeles aufhielten.

Once Upon a Time in Hollywood

Tarantinos Film versucht so detailreich wie möglich und mit viel Freude an Skurrilität, das damalige Hollywood zu rekonstruieren. Auch diesmal wird jener Zuschauer den meisten Spaß am neuen Tarantino haben, der so wenig wie möglich über die Handlung weiß. Der Titel des Films Once Upon a Time in Hollywood ist dabei sowohl eine Anspielung auf die Filme von Sergio Leone (Spiel mir das Lied vom Tod trägt in den USA den Titel Once Upon a Time in the West) als auch der dezente Hinweis darauf, dass uns hier vielleicht ein Märchen aufgetischt wird.

Once Upon a Time in Hollywood

Hauptfiguren sind keinesfalls die gewaltbereiten Hippies um Charles Manson. Sehr viel präsenter ist die recht aufregend von Margot Robbie (Suicide Squad, I, Tonya) verkörperte Sharon Tate, der in einer erinnerungswürdigen Szene dabei zugesehen werden kann, wie sie im Kino einen ihrer Filme (Rollkommando mit Dean Martin) genießt und sich dabei auch an den Karate-Unterricht mit Bruce Lee erinnert.

Once Upon a Time in Hollywood

Doch im Zentrum der Geschichte stehen zwei fiktive Charaktere, die dem Filmfreak Tarantino die Möglichkeit geben, tief in die damaligen Produktionsmethoden von Film und Fernsehen einzutauchen.

Once Upon a Time in Hollywood

Recht großartig ist Leonardo DiCaprio als einstiger Western-Serienheld Rick Dalton, dessen Karriere sich auf dem Weg nach unten befindet. Als Ausweg empfieht ihm Al Pacino in einem großartigen Gastauftritt als Produzent in Europa Italo-Western zu drehen, womit wir bei Sergio Leone wären.

Once Upon a Time in Hollywood

So gut Leonardo DiCaprio auch ist – z. B. in einer Szene in der sein schon fast komplett dem Alkohol verfallene Rick Dalton entdeckt, dass doch ein begabter Schauspieler in ihm steckt – die besten Momente hat ohne Zweifel Brad Pitt. Dieser spielt Cliff Booth, den ehemaligen Stuntman von Dalton, der wegen seiner kompromisslosen Art in Hollywood keinen Job mehr findet. Stattdessen steht er im Sold von Rick Dalton als Mischung aus Chauffeur, Saufkumpan und Hausmeister für dessen Villa am  Cielo Drive.

Once Upon a Time in Hollywood

Ein Höhepunkte des Films ist, ein Besuch von Booth auf der Farm seines alten Kumpels George Spahn (Bruce Dern ist in dieser eigentlich für den verstorbenen Burt Reynolds vorgesehenen Rolle zu sehen). Diese einst als Drehort für Westernfilme verwendete Location wurde seinerzeit tatsächlich von der Manson-Sekte vereinnahmt. Booth legt sich mit einigen Sekten-Mitgliedern an und wittert Unrat. Die ganze Sequenz ist unglaublich spannend in Szene gesetzt, lebt aber auch von der geballten Star-Power Pitts, der in Once Upon a Time in Hollywood seine vielleicht beste Rolle spielt.

Once Upon a Time in Hollywood

Wer mag kann jetzt herummäkeln, dass das Gesamtresultat längst nicht so gut ist, wie die einzelnen Sequenzen. Doch bei mir kamen solche Überlegungen – zu denen auch die Frage nach dem Sinn des Ganzen gehört – erst nach dem Abspann auf. Wahrscheinlich ist es auch diesmal wieder die große Lässigkeit und scheinbare Planlosigkeit mit der Tarantino seine Geschichten erzählt, durch die auch Once Upon a Time in Hollywood zu einer knapp dreistündigen Wundertüte voller großartiger Momente geworden ist!

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Küss mich, Dummkopf

Der berühmte Las Vegas Entertainer Dino (spielt sich selbst: Dean Martin) will in dem kleinen Wüstenkaff Climax eigentlich nur Benzin fassen. Doch der dortige Tankwart Barney Millsap ist zugleich auch Songtexter. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Musiklehrer Orville J. Spooner, versucht er Dino festzuhalten um ihm ihre gemeinsamen Kompositionen unterzujubeln. Dabei ist ihnen kein Trick zu faul. So ekelt Orville seine eifersüchtig geliebte Ehefrau Zelda hinaus und Barney heuert als Ersatz-Ehefrau und Appetithäppchen für Dino die verruchte Pistolen-Polly (Kim Novak aus Hitchcocks Vertigo) an.

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Doch alles läuft nicht so ganz nach Plan, denn Dino macht sich derart unverschämt an die Pistolen-Polly heran, dass Orville der Kragen platzt und er den Weltstar einfach aus seinem Haus wirft. Während Polly anschließend eine Nacht lang Orvilles Ehefrau sein darf, landet Dino im Bett von Zelda. Doch diese singt ihm nur die ganze Nacht die von ihrem Mann komponierte Schnulze Sophia vor. So setzt sich wahres Talent schließlich doch noch durch als Dino das Lied in seiner nächsten TV-Sendung präsentiert…

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

In diesem 1964 entstandenen schwarzweißen Spätwerk von Billy Wilder (Manche mögen´s heiß) sollte eigentlich Peter Sellers (Inspektor Clouseau) die Rolle des Orville spielen. Doch da sich dieser nicht mit dem Regisseur verstand, kam der unscheinbare Ray Walston zum Einsatz und war auch keine schlechte Wahl. Der nur auf dem ersten Blick unmoralische Film war kein großer Erfolg und allen darauffolgenden Filmen Wilders sollte es ähnlich ergehen. Doch eigentlich ist Küss mich, Dummkopf auch dank des ohne jegliche Eitelkeit aufspielenden Dean Martins ein einziges Vergnügen und zugleich eine zynische Fabel auf das Streben nach Erfolg um jeden Preis.

Küss mich, Dummkopf

Bonusmaterial der DVD: Gelöschte Szene (5:10 min), ohne deutsche Untertitel

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Der Agentenschreck

Rick Todd (Dean Martin) versucht sich als Maler in New York über Wasser zu halten. Gemeinsam mit seinem Freund Eugene (Jerry Lewis) landen sie einen Erfolgstitel in der Welt der Comics zu landen.

Der Agentenschreck

Eugene erlebt in seinen Träumen Geschichten von Superhelden, die Rick aufschreibt und illustriert. Und über Nacht werden die beiden zur Sensation! Unglücklicherweise erregen sie nicht nur die Aufmerksamkeit von mehreren Damen, sondern ebenso die des US Secret Service und einer Gruppe russischer Spione.

Der Agentenschreck

Nachdem zuvor bereits einige der Solofilme von Jerry Lewis wie “Der verrückte Professor“ oder “Das Familienjuwel“ auf DVD erschienen sind, folgte auch eins jener Frühwerke, das den Grimassenkönig an der Seite von Dean Martin zeigt. “Der Agentenschreck“ ist möglicherweise sogar das beste Team-Up von Lewis und Martin, was auch daran liegen kann das an ihrer Seite Shirley MacLaine (in ihrem – nach Hitchcocks “Immer Ärger mit Harry“ – erst zweiten Leinwandauftritt) agierte und der Regisseur Frank Tashlin („The Girl Can’t Help It“) seine Erfahrung als “Looney Tunes“-Trickfilmregisseur voll mit einbrachte.

Der Agentenschreck

Jene köstliche Szene in der zunächst Dean Martin die Schnulze “Innamorta“ in seiner unvergesslichen Art schmettert, Shirley MacLaine das Lied aufgreift und Jerry Lewis damit so heftig anbalzt, dass dieser immer wieder (und immer spektakulärer) die Treppe herunterfällt, ist tatsächlich in Cartoon-Manier inszeniert.

Der Agentenschreck

Doch auch ansonsten hat der farbenprächtige Film etliche Höhepunkte zu bieten und veralbert sehr treffsicher Superhelden-Comics und Hollywood-Klischees. Es ist zu hoffen, dass die weiteren Lewis-Martin-Filme recht bald auch auf DVD veröffentlicht werden.

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Dean Martin: Everybody Loves Somebody – The Reprise Years 1962 – 1966

Im verschlafenen Wüstenkaff Climax legt plötzlich ein bekannter Sänger einen kurzen Zwischenstopp ein. Dies ist für einen Hobby-Komponisten die ganz große Change. Kurz entschlossen jagt er seine Frau aus dem Haus und heuert eine Prostituierte an. Von dieser behauptet er sie wäre seine Ehefrau und während diese sich Auftrags gemäß an den berühmten Sänger ranmacht, sitzt unser Hobby-Komponist scheinbar ahnungslos am Klavier und spielt die ganze Zeit seinen Schlager Sophia um diesen an den Mann zu bringen.

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Doch der Sänger ist bei seinen Annäherungsversuchen so plump und arrogant, dass unserem Hobby-Komponisten der Kragen platzt. Er wirft den Weltstar aus dem Haus und verbringt die Nacht mit der Prostituierten. Der Sänger hingegen landet unter seltsamen Umständen im Bett der vertriebenen Ehefrau und auch diese singt ihm die ganze Nacht das Lied Sophia vor. Dadurch wird auch der Sänger die Melodie nicht mehr los und der Schlager schließlich zum Hit.

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Diese Geschichte (und noch so einiges mehr) erzählt Billy Wilder 1964 in seinem ebenso gnadenlos gefloppten wie genialen Film Küss mich, Dummkopf. Der Sänger im Film heißt Dino und wird von Dean Martin gespielt. Wer ein so entspanntes Verhältnis zum eigenen Image hat, dass er eine derart lässige Selbstdemontage hinlegt, verdient es wirklich ein Weltstar zu sein. Doch wo ist eigentlich dieser Hit Sophia geblieben? Wer den Film einmal gesehen hat, den lässt die Melodie nicht mehr los.

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Die Antwort bietet das mit viel Liebe bebilderte Begleitbuch zu einer Dean Martin-Prachtbox mit 168 Songs auf 5 CDs. Am 3. November 1964 nahm Dean Martin zwischen 20 Uhr und 23 Uhr 30 vier Songs auf, darunter auch Sophia, doch diese Aufnahme wurde nur zur Promotion an Radiosender verschickt, ist jedoch zum Glück auf dieser Zusammenstellung in aller Pracht und Schönheit enthalten. Dankeschön!

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Auch ansonsten bleibt kaum ein Wusch offen. Wer schon immer einmal die Aufnahmen hören wollte, die unbekannte Sänger für Dino zu Orientierungszwecken in italienisch, spanisch, französisch oder japanisch einspielten, wird hier bestens bedient. Als besonderes Extra gibt es neben den sechs CDs auch noch eine DVD mit 20 Trailer und Berichten zu den Filmen mit Dean Martin. Was will man mehr?

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