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Amicus Chronicles

In dem exquisit bebilderten Prachtband The Hammer Chronicles beschäftigt sich Peter Osteried (Die Filme des Ray Harryhausen) sehr ausführlich mit jenem englischen Filmstudio, das in den Fünfziger und Sechzigen Jahren mit charismatischen Darstellern wie Peter Cushing oder Christopher Lee wegweisende Horrorfilme wie Frankensteins Fluch und Dracula drehte. In einem nahezu identisch aufgemachten Bildband widmete sich Osteried aber auch der britischen Firma Amicus, die zeitgleich ebenfalls einige Horror-Klassiker drehte, aber auch den langlebigen britischen TV-Heroen Doctor Who ins Kino brachte.

Amicus Chronicles

Die Spezialität des Studios waren so genannte Omnibus-Film wie Die Todeskarten des Dr. Schreck, Asylum – Irrgarten des Schreckens oder Totentanz der Vampire, die im Gegensatz zum plüschigen Klassik-Horror von Hammer meist in der damaligen Gegenwart spielten. Hier wurden mehrere grausige Kurzgeschichten (die oft aus der Feder von Robert Bloch stammten, manchmal lieferten aber auch legendäre EC-Comicserien wie Tales from the Crypt die Vorlagen) durch eine Rahmenhandlung verbunden, die mit einer grausigen Schlusspointe endete. Da aufgrund der episodenhaften Handlung für die Schauspieler jeweils nur wenige Drehtage erforderlich waren, konnten neben Newcomern wie Donald Sutherland recht preiswert bekannte Darsteller wie Hammer-Star Peter Cushing, Bond-Girl Britt Ekland oder auch Curd Jürgens verpflichtet werden.

Amicus Chronicles
Kurz bevor die Firma aufgrund von Streitigkeiten zwischen den beiden Gründer Milton Subotsky und Max J. Rosenberg in den Siebziger Jahren dicht machte, entstanden mit Caprona: Das vergessene Land und Der sechste Kontinent noch spaßige Verfilmungen von utopischen Roman des Tarzan-Schöpfers Edgar Rice Burroughs. Noch ausführlicher als in den Hammer Chronicles beschäftigt sich Peter Osteried mit den einzelnen Filmen, erzählt ausführlich von ihrer Entstehung und meldet auch Kritik an, ohne dabei jedoch den charmanten Unterhaltungswert dieser oftmals leicht trashigen und selten wirklich gruseligen Filme zu vernachlässigen.

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Der sechste Kontinent

Nach dem Erfolg von Caprona: Das vergessene Land verfilmte Kevin Connor 1975 einem weiteren fantastischen Roman des Tarzan-Schöpfers Edgar Rice Burroughs. Diesmal geht es um die Irrfahrt der zweiköpfigen Besatzung einer Bohrrakete, die eigentlich zu einem Wettrennen durch einen Berg angetreten ist, doch stattdessen im Erdinnern ein prähistorisches Völkchen und allerlei grausige Monster vorfindet.

Der sechste Kontinent

Die Hauptrolle spielt genau wie in Caprona wieder Doug McClure, der damals durch die Western-Serie Die Leute von der Shilo-Ranch recht populär war und in Europa einige B-Pictures drehte. Ihm zur Seite steht Peter Cushing, der in Horror-Klassikern der britischen Firma Hammer als Draculas Gegner Professor Van Helsing brillierte oder als Frankenstein diverse Monster zusammenbastelte.

Der sechste Kontinent

Unvergessen auch sein Auftritt als eiskalter Schurke Grand Moff Tarkin im ersten Star-Wars-Film. In Der sechste  Kontinent kann Peter Cushing sein beachtliches komödiantisches Talent voll ausspielen. Sein Dr. Abner Perry nimmt schon einiges von dem vorweg, was Sean Connery 13 Jahre später im dritten Indiana-Jones-Film an liebenswerter Trotteligkeit veranstalten sollte.

Der sechste Kontinent

Insgesamt ist der Film – nach einem hübschen nostalgischen Auftakt – ein billiges Spektakel mit Akteuren, die in ganz schlechten Monsterkostümen durch Pappkulissen taumeln. Doch dank des Humors, den Cushing und auch der sehr locker aufspielende Doug McClure verbreiten, sowie der ebenso sympathischen wie  attraktiven Caroline Munro (Der Spion, der mich liebte, Star Crash) kommt jedoch keine Langeweile auf.

Der sechste Kontinent

Die Blu-ray von Koch Media enthält neben dem 87-minütigen Hauptfilm (wahlweise mit Audiokommentar von Kevin Connor, leider ohne deutsche Untertitel) noch Interviews mit Kevin Connor (21:09 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln) und Caroline Munro (27:32 min), “A Special Art: Monster“, eine sehr interessante Kurz-Dokumentation über die Dreharbeiten (5:43 min, leider in mäßiger Bild-Qualität), eine deutsche und eine englische Super-8-Fassung von Marketing Film (je 14:29 min, in sehr mäßiger Bildqualität), den Trailer in drei Versionen (deutsch, englisch und mit sarkastischer Kommentierung), sowie eine interessante Galerie mit 91 Plakaten, Aushangfotos und Werbematerialien.

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