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Der Foltergarten des Dr. Diabolo

Die britische Firma Amicus war der größte Konkurrent der legendären Horror-Schmiede Hammer Film Productions. Die Spezialität von Amicus waren so genannte Omnibus-Film wie Die Todeskarten des Dr. Schreck, Asylum – Irrgarten des Schreckens oder Totentanz der Vampire. Hier wurden mehrere grausige Kurzgeschichten erzählt, die lose zusammenhingen und mit einer grausigen Schlusspointe endeten. Da aufgrund der episodenhaften Handlung für die Schauspieler jeweils nur wenige Drehtage erforderlich waren, konnten recht preiswert bekannte Darsteller verpflichtet werden.

Der Foltergarten des Dr. Diabolo

Mein persönlicher Favorit ist Der Foltergarten des Dr. Diabolo, der zweite Film der Reihe, weil hier nicht nur die vier Episoden gelungen sind, sondern auch die Rahmenhandlung. Dafür wurde der grandiose Burgess Meredith verpflichtet, der sowohl als Mickey Goldmill, der Trainer von Rocky, überzeugte, als auch in der Batman-Serie mit Adam West als ebenso schurkischer wie schrulliger Pinguin überzeugte. Meredith spielt in Torture Garden einen schillernden Jahrmarkt-Schausteller, der die Besucher seines Kuriositäten-Kabinetts mit grausigen Dingen konfrontiert, die ihnen möglicherweise in naher Zukunft zustoßen könnten…

Der Foltergarten des Dr. Diabolo

Das Drehbuch stammt vom erfahrenen Horror-Autor Robert Bloch (Psycho) einem Idol von Stephen King. Der Film mündet in einer Episode über den – diesmal om wahrsten Sinne des Wortes – unsterblichen Edgar Allan Poe. Diese hat nicht nur die beste Pointe sondern mit der Western-Legende Jack Palance (City Slickers) und dem britischen Horror-Meister Peter Cushing (Van Helsing in den Dracula-Filmen mit Christopher Lee) auch die glanzvollste Besetzung. Vorlage für diese Episoden-Filme waren auch die EC-Comics, die Amicus in den 70er-Jahren drehte Amicus mit Tales from the Crypt und Vault of Horror auch offiziell adaptierte.

Der Foltergarten des Dr. DiaboloBei uns ist „Der Foltergarten des Dr. Diabolo“ auf einer schon lange vergriffenen mittlerweile auch gehandelten DVD erschienen. In Großbritannien liegt der Film mittlerweile in einer bemerkenswerten Blu-ray-Edition vor, die eine längere TV-Fassung sowie viele Extras enthält, wie ein ausführliches Gespräch mit Regisseur Freddie Francis.   

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Tales From The Crypt

In den 50er Jahren erfreute MAD-Herausgeber William M. Gaines die US-Jugend in EC-Comics wie Tales from the Crypt oder The Vault of Horror mit schrecklich schönen Short Stories. Der Erfolg war so groß, dass der in Nürnberg geborene Dr. Fredric Wertham in seinem Machwerk Seduction of the Innocent anhand von zahlreichen Illustrationen aus den EC-Heften nachzuweisen versuchte, dass Comics junge Menschen verderben. Der „Erfolg“ des Buches war so groß, dass prompt Comic-Verbrennungen organisiert wurden und Gaines alle seine Horror-Reihen einstellen musste. Doch in Film und Fernsehen leben die Geschichten aus der Gruft weiter…

Geschichten aus der Gruft Tales From The Crypt

Den Reigen eröffnete 1972 mit Tales from the Crypt die britische Film-Company AMICUS. Die Spezialität des Studios waren sogenannte Omnibus-Film wie Die Todeskarten des Dr. Schreck, Der Foltergarten des Dr. Diabolo, Asylum – Irrgarten des Schreckens oder Totentanz der Vampire, die im Gegensatz zum plüschigen Klassik-Horror von Hammer Film Productions meist in der damaligen Gegenwart spielten. Hier wurden mehrere grausige Kurzgeschichten (die oft aus der Feder von Robert Bloch (Psycho) stammten) durch eine Rahmenhandlung verbunden, die mit einer grausigen Schlusspointe endete. Die Horror-Kurzgeschichten aus dem Hause EC waren natürlich die ideale Vorlage für einen Episodenfilm und von daher sind Tales from the Crypt und der ein Jahr später entstandene Nachfolgefilm Vault of Horror auch Highlights des Genres.

Geschichten aus der Gruft Tales From The Crypt

Tales from the Crypt kann zudem auch mit einer exzellenten Besetzung aufwarten. Als eigentlich skelettdünner Cryptkeeper, den in der später entstandenen HBO-TV-Serie eine Puppe mimte, brilliert der eher füllige Shakespeare-Mime Ralph Richardson, die Diva Joan Collins (Der Denver-Clan) spielt auch hier eine herzlose Bitch und Horror-Legende Peter Cushing überrascht einmal mehr in einer ungewöhnlichen Rolle. Er spielt einen traurigen alten Witwer, der von seinen Nachbarn terrorisiert und in den Selbstmord getrieben wird, sich danach aber noch bitter rächt…

Geschichten aus der Gruft Tales From The Crypt

Das Mediabook mit Blu-ray, DVD und einem 20-seitigen Booklet ist nicht eben billig aber sein Geld wert. Die Bildqualität der (auch einzeln erhältlichen) Blu-ray ist sehr gut, doch Freunde von Bonusmaterial dürften sich vor allem über die beiliegende DVD freuen, denn diese enthält neben einer zweiten deutschen fürs TV produzierten Synchronisation auch noch einen hochinteressanten Audiokommentar vom Horror-Regisseur Mick Garris (The Stand).

Geschichten aus der Gruft Tales From The Crypt

Bonusmaterial des Mediabooks:  Ein sehr interessanter Audiokommentar von US-Regisseur Mick Garris und Ivo Scheloske, wahlweise mit deutschen Untertiteln, englischer Trailer (1:53 min), Bildergalerie (2:41 min), 20-seitiges Booklet mit einem fundierten Text von Uwe Sommerlad

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