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H. P. Lovecraft – Das Gesamtwerk im Schuber

Howard Phillips Lovecraft erzählte in seinen Geschichten immer wieder von bedrohlichen, uralten Göttern, die eigentlich beschreibbar waren. Dennoch gelang es Lovecraft eine Atmosphäre der permanenten Bedrohung aufzubauen. Seine Geschichten veröffentlichte er in Pulp-Magazine und nur seine längere Erzählung Schatten über Innsmouth erschien zu Lovecrafts Lebzeiten in Buchform.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Der Autor starb zwar 1937 im Alter von 46 Jahren, doch sein kultureller Einfluss ist beträchtlich und der Tentakelgott Cthulhu immer noch allgegenwärtig. Sam Raimis Filmreihe Tanz der Teufel verdankt dem von Lovecraft erschaffenen geheimnisvollen Buch Necronomicon mit den Prophezeiungen des wahnsinnigen Arabers Abdul Alhazred sehr viel.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Nachdem Alan Moore (Watchmen) sich nahezu komplett vom Comic-Texten verabschiedet hat, setzte er immer noch seine Serie Neonomicon fort. Das Aufzählen von weiteren Beispielen, wie etwa die geniale Serie Lovecraft Country oder die aktuell nahezu gleichzeitig erschienenen Adaptionen von Lovecrafts Die Farbe aus dem All als Film mit Nicolas Cage und Manga von Gou Tanabe würden den Rahmen der Rezension sprengen.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Anders als gelegentlich behauptet, ist Lovecrafts literarisches Werk erstaunlich umfangreich. Dies beweist eine sechsbändige Ausgabe des Festa Verlags, die auf knapp 3000 Seiten alle 102 Geschichten, darunter auch Schatten über Innsmouth, des laut Stephen King “größten Horrorautors des 20. Jahrhunderts“ enthält. Darunter befinden sich auch Stories, die in Zusammenarbeit mit anderen Autoren wie Robert Bloch (Psycho) oder Robert E. Howard (Conan) entstanden sind.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Einziges Manko der Edition, ist, dass sie – abgesehen von kurzen Angaben zu Originaltitel und Erscheinungsjahr – keine einführenden Texte oder Hintergrundinfos enthält. Doch dies wird durch die sensationell schöne Aufmachung der Edition mehr als ausgeglichen. Für die Gestaltung des Schubers, des durchgehenden Motivs auf den Buchrücken, den sechs Titelbildern, sowie diversen Illustration innerhalb der Bücher konnte Timo Wuerz gewonnen werden.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Der begnadete Illustrator und Zeichner von Comics wie Black Metal, Ghost Realm oder Land oft Giants gibt auch hier Vollgas und gestaltet ein rundum beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Dieses ist ähnlich unbeschreiblich wie Lovecrafts uralte Götter und eine Zierde für jeden Bücherschrank!

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Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Nahezu gleichzeitig mit dem Heimkinostart einer Verfilmung von H. P. Lovecrafts Kurzgeschichte Die Farbe aus dem All mit Nicolas Cage veröffentlicht Carlsen eine Manga-Version von Gou Tanabe. Im Gegensatz zu Richard Stanleys Film, der die Geschichte in die Gegenwart verlegte und gradlinig erzählte, hat Tanabe die Rückblenden-Struktur beibehalten und die Erzählung genau wie Lovecraft im vorletzten Jahrhundert angesiedelt.

Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Gou Tanabe hat bereits weitere Lovecraft-Storys adaptiert, einige davon wurde bei Carlsen unter dem Titel Der Hund und andere Geschichten veröffentlicht. Er zeichnet in einem auf Schraffuren setzenden Stil, der an alte Buchillustrationen erinnern soll. Dies passt recht gut zu Tanabes werkgetreuer Wiedergabe mit einem für Manga-Verhältnisse erstaunlich hohen Anteil an erläuternden Texten.

Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Die in japanischer Leserichtung veröffentlichte 180-seitige Erzählung wird Lovecrafts Vorlage auch dadurch gerecht, dass Tanabe das Grauen in eher diffusen Bildern wiedergibt und bei einem schwarzweißen Manga nicht in die Verlegenheit kommt, die mysteriöse Farbe aus dem All abbilden zu müssen.

Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Der schöne Band wird noch durch ein kenntnisreiches Nachwort von Thorsten Hanisch abgerundet, der völlig zurecht auch noch Alberto Breccias kunstvolle 13-seitige Adaption der selben Story aus dem Sammelband Lovecraft des Avant Verlags empfiehlt.

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Die Farbe aus dem All

Anfang der 90er-Jahre gelangen dem in Südafrika geborenen Regisseur Richard Stanley mit M.A.R.K. 13 – Hardware und Dust Devil zwei bemerkenswerte mit kleinem Budget produzierte Filme, die dem Genre des phantastischen Filmes zuzurechnen sind. Nachdem Stanley 1996 die Regie bei der völlig aus den Fugen geratenen Big-Budget-Produktion DNA – Die Insel des Dr. Moreau mit Marlon Brando entzogen wurde, zog er sich aus der Filmbranche zurück.

Die Farbe aus dem All

Doch jetzt kehrt er zurück. Er adaptierte  H. P.  Lovecrafts Kurzgeschichte Die Farbe aus dem All. Zustande kam das Projekt, weil Nicolas Cage, der ein großer Lovecraft-Fan ist, von Richard Stanleys Drehbuch gehört hatte. Der Name von Nicolas Cage, der zwischen seinen unzähligen schlechten Filmen mit Drive Angry oder Mandy auch immer wieder Erstaunliches drehte, war gut genug um eine 12-Millionen-Dollar-Produktion anzuschieben.

Die Farbe aus dem All

Die in die Gegenwart verlagerte Geschichte erzählt von einer vierköpfigen Familie, die dem Großstadtstress entkommen will und eine Farm auf dem Lande in Neuengland erwirbt. Doch nachdem ein Meteorit direkt neben ihrem neuen Wohnort einschlägt, häufen sich seltsame Ereignisse. Nachts erstrahlt der Himmel in einer undefinierbaren Farbe (bei Stanley ist es lila), während Vegetation und Fauna immer fremdartiger und bedrohlicher werden…

Die Farbe aus dem All

Der in Portugal gedrehte Film lässt sich Zeit eine bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, wobei es durchaus von Vorteil ist, dass die von guten Darstellern verkörperten Charaktere sehr viel menschlicher wirken als die Figuren in den Geschichten von H. P. Lovecraft. Gegen Ende dreht Richard Stanley vielleicht etwas stark an der Splatter-Schraube, doch insgesamt findet er doch einen eigenen Zugang zu Lovecrafts Universum.

Die Farbe aus dem All

Die DVD von Koch Media enthält neben dem 106-minütigen Hauptfilm noch entfallende und verlängerte Szenen (12:24 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), eine interessant zusammengestellte Galerie mit 82 Bildern. sowie den deutschen und englischsprachigen Trailer (je 2:12 min). Es gibt aber auch noch sehr viel besser ausgestattete Blu-ray- und 4K-Editionen als Mediabooks.

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