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Es lebe die Freiheit! Traute Lafrenz und die Weiße Rose

Literatur um die Münchener Studenten, die sich während im Dritten Reichs Widerstand leisteten und sich als Die weiße Rose formierten, gibt es reichlich. Doch meist stehen die Geschwister Scholl oder allenfalls noch Alexander Schmorrell, Willi Graf und Professor Kurt Huber im Zentrum. Sie sind für ihre Überzeugungen von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden und haben alle Aufmerksamkeit der Welt verdient.

Es lebe die Freiheit!: Traute Lafrenz und die Weiße Rose

Dass die Gruppe jedoch sehr viel größer war, zeigte schon der sehr empfehlenswerte Dokumentarfilm Die Widerständigen von Katrin Seybold. Hierin kamen Überlebende der Weißen Rose wie Birgit Weiß-Huber, die Tochter von Kurt Huber, Marie-Louise Schulze-Jahn oder Hans Hirzel zu Wort. Auch Traute Lafrenz-Page wurde interviewt. Sie war kurzzeitig die Freundin von Hans Scholl und lebt heute in den USA.

Es lebe die Freiheit!: Traute Lafrenz und die Weiße Rose

Der norwegische Journalist Peter Normann Waage hat auf den Wunsch von Traute Lafrenz ein Buch über deren Zeit bei der Weißen Rose zu Papier gebracht. Lafrenz lernte bereits in Hamburg Alexander Schmorrell kennen und über diesen dann in München Hans Scholl. Sie beteiligte sich an der nicht ungefährlichen logistischen Abwicklung beim Drucken und der Verteilung von Flugblättern.

Es lebe die Freiheit!: Traute Lafrenz und die Weiße Rose

Nachdem Sophie und Hans Scholl nur wenige Stunden nach der Urteilsverkündigung hingerichtet wurden, war sie auf deren Beerdigung der einzige nicht zur Familie Scholl gehörende Trauergast. Zusammen mit Alexander Schmorrell, Willi Graf und Professor Huber saß sie im zweiten Prozess gegen die Weiße Rose auf der Anklagebank und wurde wegen “Mitwisserschaft“ zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Es lebe die Freiheit!: Traute Lafrenz und die Weiße Rose

Peter Normann Waage verknüpft seine Schilderung des Lebens von Traute Lafrenz mit der ebenso spannenden wie plastischen Beschreibung der Zeitumstände und den Biografien der weiteren Mitglieder der Weißen Rose. Interessant ist auch die Beschreibung der Schulzeit, wobei die Lehrerin Erna Stahl ein wichtiger Einfluss war. Nachdem die Pädagogin wegen ihrer politischer Einstellung nicht mehr als Lehrerin arbeiten durfte, unterrichtete ihre Schüler bei sich daheim. Sie unternahm aber auch Exkursionen etwa um die Ausstellung “Entartete Kunst“ zu nutzen um ihren Schülern beeindruckende Gemälde von Franz Marc oder Emil Nolde zu zeigen.

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100 Seiten

Mit gleich 10 Bänden startete der Reclam Verlag seine Reihe 100 Seiten. Der Name ist natürlich Programm, denn diese Taschenbücher hören tatsächlich mit Seite 100 auf (und – was ungewöhnlich ist – sie beginnen tatsächlich mit Seite 1). Unter dem Motto “persönlich geschrieben“ und “modern gestaltet“ werden hier Themen wie Jane Austen, Ötzi, Menschenrechte, Ovid,  Twin Peaks, JFK. aber auch Asterix oder Superhelden, “unterhaltsam präsentiert“. Mittlerweile liegen weitere Bände vor.

100 Seiten

Der Leipziger Kritiker und Übersetzer Joachim Kalka beschäftigt sich mit der legendären Comicserie peanuts von Charles M. Schulz. Dem Buch ist deutlich anzumerken, wie sehr der Autor Charlie Brown, Linus, Snoopy und die ganze Bande liebt. In Kapiteln wie “Weltmeister des Tagtraums“, “Erklär mir die Liebe!“ oder “Vom Glück des Unabänderlichen“ beschreibt er herausragende Comic-Strips. Dabei ist es ein wenig schade, dass diese nicht zum Abdruck kommen. Doch die schlichte (copyrightfreie) Bebilderung der Bücher gehört zum Konzept der Reihe.

100 Seiten

Dies stört weniger in dem 100-seitigen Buch sgt. pepper, denn hier geht es hauptsächlich um Musik der Beatles. Natürlich spielt das einflussreiche Cover von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band auch eine gewisse Rolle, doch der Musikjournalist Peter Kemper beschreibt in erster Linie faktenreich aber auch mitreißend, wie die 13 Titel des ersten Konzeptalbums der Popgeschichte 1967 entstanden sind. Das Buch lädt dazu ein sich einmal wieder – und dann vielleicht mit etwas anderen Ohren – Lucy in the Sky with Diamonds oder A Day in the Life anzuhören.

100 Seiten

Die Vielfältigkeit der Reihe belegt der Titel die weiße rose. Der Historiker Wolfgang Benz beschreibt im Eröffnungskapitel Diktatur und Krieg ebenso knapp wie präzise die Mechanismen des deutschen Nationalsozialismus. Anschließend schildert er das Wirken und die Aburteilung der studentischen Widerstandskämpfer um zum Abschluss die Frage “Ist die Weiße Rose gescheitert?“ mit Nein zu beantworten.

Doch das ist noch längst nicht alles. Auch zu Sex, Bud Spencer, Jini Hendrix, Trash-TV oder Deutsche Sprache liegen 100-seitige Bücher vor. Ein Ende der Reihe ist zum Glück nicht abzusehen.

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Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

In Frankreich ist es durchaus üblich, dass mehrere Zeichner gleichzeitig an einer Serie arbeiten, um einen raschen Veröffentlichungstakt zu ermöglichen. Man denke nur an die von Frank Giroud getextete und von zehn Zeichnern realisierte Reihe “Zehn Gebote“. Ähnlich funktioniert auch die von 2013 bis 2016 zunächst in vier Alben bei Castermann veröffentlichte Serie “Femmes en Résistance“, die nach einem Konzept von Emmanuelle Polack von den Autoren Régis Hautière und Francis Laboutique verfasst wurde.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

Im Zentrum des Geschehens stehen vier Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gegen den Faschismus ihr Leben gelassen haben. Für den Zusammenhalt der Geschichte sorgen gleich zwei fiktive Rahmenhandlungen, sich über alle vier Alben erstrecken. Die Erste spielt in der Gegenwart und erzählt von einer jungen Frau, die im Nachlass ihrer verstorbenen Tante eine Schatulle mit Dokumenten vorfindet. Diese stammen von Anna Schaerer, einer geheimnisvollen Frau, die vorgab Journalisten zu sein, doch zugleich aber auch ab 1937 als Spionin tätig war. In einer zweiten Rahmenhandlung ist diese immer wieder auftauchende Dame das Bindeglied zwischen den vier Frauen des Widerstands.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

Das erste Album wurde von Pierre Wachs (“Das geheime Dreieck“) gezeichnet und handelt von der in den 30er Jahren sehr populären englischen Fliegerin Amy Johnson. Dieser gelang damals ein Alleinflug von Großbritannien nach Australien. Trotz ihrer Erfahrung lehnte es die RAF ab, sie im Zweiten Weltkriegs als Kampfpilotin einzusetzen. Stattdessen flog sie für eine Organisation, die auch weibliche Piloten einsetzte, um fertiggestellte Kampfflugzeuge an die Front zu überstellen. Bei einem Einsatz im Januar 1941 starb Amy Johnson unter nicht mehr genau zu klärenden Umständen. Der manchmal etwas umständlich erzählte Comic beschäftigt sich auch mit dem komplizierten Liebesleben der Flugpionierin.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

Der zweite Band der Reihe “Femmes en Résistance“ dürfte der Hauptgrund für das Erscheinen einer Gesamtausgabe der französischen Serie in Deutschland sein, denn im Zentrum steht hier die Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Erwähnenswert dürfte sein, dass dieses Album in Frankreich bei AMAZON bereits vergriffen ist und gebraucht schon recht hoch gehandelt wird. Die oftmals recht detaillierten Zeichnungen stammen von Marc Weber und die Story macht auch hier wieder einige komplizierte Verrenkungen, um das spannende Leben der Mitglieder der Weißen Rose an den Leser zu bringen.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

In der Comic-Geschichte wird Anna Schaerer von Admiral Canaris, dem den Nazis sehr skeptisch gegenüberstehenden Leiter des deutschen Militär-Geheimdienstes, nach München geschickt, um herauszufinden, wer dort antifaschistische Flugblätter verteilt. (Canaris sieht im Comic übrigens genauso aus wie O. E. Hasse im gleichnamigen deutschen Kinofilm von 1954.) In der damaligen „Hauptstadt der Bewegung“ lernt Anna Schaerer die junge Sophie Scholl kennen und freundet sich mit dieser an. Anna kann jedoch nicht verhindern, dass Sophie und ihr Bruder Hans verhaftet und durch die Guillotine hingerichtet werden.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

Die Mischung aus fiktiven und tatsächlichen Handlungselementen ist nur bedingt gelungen, denn das Leben von Sophie Scholl und den Mitgliedern der Weißen Rose verlief sehr viel interessanter und spannender als im Comic.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

Band 3 wurde von Johann Leroux alias Ullcer gezeichnet und beschäftigt sich mit dem Leben der 1893 in Marseille geborenen Berty Albrecht. Diese engagierte sich europaweit für Menschenrechte und die Gleichstellung der Frau. Ab 1933 half sie Menschen, die aus Nazi-Deutschland geflohen waren, und während der deutsche Besatzungszeit veröffentlichte sie Untergrund-Zeitungen. 1943 wurde Berty Albrecht von der Gestapo verhaftet und gefoltert, kurz darauf erhängte sie sich. Natürlich wird auch in dieser Comic-Geschichte das Schicksal der historischen Figur mit dem Leben der mysteriösen Anna Schaerer verknüpft.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

Die “Wahrheit“ über diese fiktive Figur enthüllt schließlich der vierte und letzte Band der Reihe. Im Zentrum steht diesmal Mila Racine, eine 1921 in Moskau geborene Jüden, die sich im antifaschistischen Widerstand engagierte und 1945 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet wurde. Die Zeichnungen stammen von Olivier Frasier, dessen Bilder weniger in der Tradition der manchmal etwas steril wirkenden “realistischen“ frankobelgischen Comic-Alben stehen, sondern – thematisch passend – oft roh und hart wirken. Optisch ist dies Album ganz sicher der Höhepunkt der vierteiligen Serie.

Sterben für die Freiheit – Sophie Scholl und Frauen des Widerstands

Noch bevor in Frankreich eine Gesamtausgabe der „Femmes en résistance“ erschienen ist, hat Panini Comics Deutschland die Serie im etwas kleineren “Graphic-Novel-Format“ gebunden, gebündelt und garniert mit interessanten Hintergrundinfos zum günstigen Preis von 24,99 Euro veröffentlicht.

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