Schlagwort-Archive: Dinosaurier

Gwangis Rache

Ursprünglich war der Film ein Projekt des King Kong-Schöpfers und wurde ohne dessen Mitwirkung bereits schon einmal in den 50er Jahren unter dem Titel Der Fluch von Monte Bravo realisiert (mit entsprechend enttäuschenden Tricks). Ende der sechziger entschloss sich Ray Harryhausen schließlich, sich der Sache selbst noch einmal ernsthaft anzunehmen. Herausgekommen ist eine interessante, einzigartige Mischung aus Western und Dino-Horror, ein Film, der optisch irgendwo zwischen akribischem Realismus und zeitgemäßer, surrealistischer Popart-Farbgebung angesiedelt ist.

Gwangis Rache

Zur Story: In einem versteckten Tal irgendwo in Mexico wird ein Eohippus also ein Urpferd entdeckt. Es soll die Attraktion in einem Zirkus werden. Doch wo ein exotisches Tier, da ist sicher noch mehr. Daher begibt sich bald eine Expedition in das abgeschlossene Tal, wo nicht nur weitere Urpferde, sondern gleich ein ganzer Zoo von Sauriern auf ihre verblüfften Entdecker wartet. Gwangi, ein Allosaurier wird schließlich in einem langen ausgedehnten Lassokampf von den Entdeckern überwältigt, in einen Käfig gesteckt und in die Stadt gebracht. Dort soll er als Zirkusattraktion das Eohippus noch übertreffen. Doch während der Vorstellung gelingt es Gwangi, aus dem Zirkus auszubrechen. Es folgt ein Amoklauf durch die Stadt, der schließlich in einer Kirche endet. Gwangi wird dort von den Bürgern eingeschlossen, die Kirche brennt bis auf ihre Grundmauern ab und der Saurier stirbt einen furchtbaren Tod.

Gwangis Rache

Besonders die Lasso-Szene zählt zum komplexesten und eindrucksvollsten, was je im Bereich Stop Motion gemacht wurde. Nicht umsonst war dieser Film erste Wahl, als die Digitalkünstler von ILM Anfang der Neunziger Jahre begannen, für den Film Jurassic Park zu recherchieren.

Gwangis Rache
Fazit: Hat man alles schon einmal ähnlich gehabt, nämlich 1933 im Original King Kong allerdings mit einem Affen. Aber das Crossover zweier Genres und die liebevolle Detailgetreue der animierten Tiere machen diesen Film wohl zum besten Harryhausen- Film, den Willis O´Brien nie drehen durfte. Einzig überflüssig sind bei dieser DVD sind das trashige Cover und der deutsche Verleihtitel Die Rache der Dinosaurier.

Matthias Schäfer

Gwangis Rache

Extras: Dokumentation „Return to the Valley“ (8:04 min), Trailer (2:37 min), Trailer zu „Panik in New York“, „The Black Scorpion“ und „Kampf der Titanen“

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Eine Million Jahre vor unserer Zeit

Vor einer Million Jahre: Die Menschen leben in Form von primitiven Stämmen in einer rauen Welt mit feuerspeienden Vulkanen und allen Formen urzeitlicher Tiere. Tumak, der Probleme hat, sich gegen seinen Bruder durchzusetzen, wird während eines Streites fast umgebracht und überlebt nur durch ein Wunder. Von nun ist er heimatlos und streift durch eine prähistorische Welt, in der er sich gegen allerlei Monster zur Wehr setzen muss. Als er schließlich völlig entkräftet einem freundlicher gesinnten Stamm in die Hände fällt, beginnt für ihn ein neues Leben.

Eine Million Jahre vor unserer Zeit
Die Fülle der Saurier in diesem Film lässt wirklich jede Wundertüte vor Neid erblassen: Der kurzen Begegnung mit einem Brontosaurier folgt ein ausgedehnter Kampf mit einer Riesenschildkröte (Archelon). In einem kleinen Dorf sorgt ein Allosaurus für Wirbel. Ein Ceratosaurus und ein Triceratops nehmen sich gegenseitig auf die Hörner. Ein geflügelter Pterodaktylus pickt eine Stammesschönheit als Appetithappen für seine kleinen aus einem See, und, und, und…

Eine Million Jahre vor unserer Zeit
In die Stop-Motion-Geschichte eingegangen (wie einst der legendäre Showdown King Kongs auf dem Empire State Building dürfte auch die Pfahlsequenz in der ein Allosaurus von John Richardson auf einem Holzpflock aufgespießt wird (Stop-Motion-Kollege David Allen parodierte diese Sequenz in der Ringo-Starr-Steinzeit-Filmklamotte Caveman von 1982).

Eine Million Jahre vor unserer Zeit

Für Raquel Welch, die eine der Hauptrollen in dem Film spielt war der Film ein wichtiger Schritt in ihrer Karriere, wurde sie nach eher belanglosen Rollen wie in König der heißen Rhythmen an der Seite von Elvis Presley mit diesem Film zum Weltstar und Sexsymbol der sechziger und siebziger Jahre. Bemerkenswert ist auch ihr Auftritt im hautengen Tauchanzug in Die phantastische Reise.

Eine Million Jahre vor unserer Zeit

Eine Million Jahre vor unserer Zeit ist der erste große Dinosaurierfilm von Ray Harryhausen. Er enthält sehr viele Urtiere, dafür aber Grunzlaute statt Dialoge und ist wahrscheinlich DER Steinzeitfilm schlechthin. Es handelt sich hierbei um ein Remake von Tumak, der Herr des Urwalds aus dem Jahre 1940. Die Neuverfilmung entstand für die britischen Hammer-Studios, die anschließend noch Als Dinosaurier die Erde beherrschten folgen ließen. Hier sprang Jim Danforth ein und seine Animationen erreichten das Niveau und den Realismus von Harryhausens Arbeiten.

Matthias Schäfer

Eine Million Jahre vor unserer Zeit
Extras: Die schon lange vergriffene DVD enthält als Bonusmaterial nur einen englischsprachigen Trailer (2:59 min) und 5 Minuten mit “Restauration Comparison“-Filmausschnitten, die belegen sollen wie sorgfältig der Film 1996 für die Laser Disc restauriert wurde. Ganz nebenbei ist hier zu entdecken, wie stark für die 16:9-Fassung das Vollbildformat beschnitten wurde.

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Panik in New York

Während heute Spezialeffekte im Kino und TV kaum noch wahrzunehmen sind, üben die handgemachten (und Einzelbild für Einzelbild fast immer persönlich ausgeführten) Trickeffekte von Ray Harryhausen eine Faszination aus, die locker bei dem Besuch einer brillanten Ballettaufführung oder eines spannenden Fußballspiels mithalten kann.

Panik in New York

Harryhausens nach Panik um King Kong zweiter Film entstand 1953 und war  wahrscheinlich auch sein wichtigster. Panik in New York (The Beast From 20.000 Fathoms) basiert auf einer Erzählung seines Kumpels Ray Bradbury. Dieser erfuhr davon allerdings erst später durch Zufall, als er als Berater das Drehbuch des Films durchlas und feststellte, dass hier einige seiner Ideen aus einer Kurzgeschichte, die zuvor in der Saturday Evening Post erschien, geklaut wurden. Harryhausen erfand für den Film einen so genannten Rhedosaurier, der nach einem Atombombenversuch in der Antarktis aufgetaut wird und anschließend New York verwüstet.

Panik in New York

Anstatt kostspieliger Modellbauten wurden einfach Realaufnahmen von New York mit dem animierten Saurier gekoppelt. Daher – und sicher auch weil anstatt eines US-Stars der deutlich günstigere Schweizer Paul Hubschmidt (Die Züricher Verlobung) unter dem Pseudonym Paul Christian die Hauptrolle spielte – konnte der Film für 250.000 Dollar gedreht werden und spielte über fünf Millionen Dollar ein. Kurze Zeit später drehten die Japaner ihre eigene Version des Films unter dem Titel Godzilla. In Deutschland erschien Panik in New York in guter Bildqualität und mit einigen interessanten Extras bei Warner auf DVD, allerdings unter dem irreführenden Titel Dinosaurier in New York.

Panik in New YorkExtras: Making Of (6:08 min), ein öffentlicher Auftritt von Ray Harryhausen und Ray Bradbury (16:51 min), US-Trailer zu „Panik in New York“, „Gwangis Rache“, „Kampf der Titanen“ und dem Willis O`Brien Film „The Black Scorpion“.

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Jurassic World: Das gefallene Königreich

Der 2015 gestartete Film Jurassic World war sehr viel besser als die beiden zuvor entstandenen Fortsetzungen von Steven Spielbergs Dinosaurier-Blockbuster. Erstmals wurde hier gezeigt, was passieren würde, wenn die geklonten Urzeit-Tiere im sehr stark von Besuchern frequentierten Jurassic Park Amok laufen würden. Eine hübsche Zugabe war die nicht unkompliziert verlaufende Love Story zwischen Owen Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard).

Jurassic World: Das gefallene Königreich

Jurassic World: Das gefallene Königreich knüpft direkt an die Ereignisse des Vorgängers an. Claire wird von den Erben des verstorbenen Jurassic-Park-Gründers John Hammond angeheuert, um möglichst viele der von einem Vulkan-Ausbruch bedrohten Klon-Saurier von der Isla Nublar zu evakuieren. Besonderes Interesse besteht an dem hochtalentierten Raptoren Blue, den Owen aufgezogen und trainiert hat. Daher sieht sich Clair gezwungen nach einer längeren Beziehungspause wieder auf Owen zuzugehen…

Jurassic World: Das gefallene Königreich

So weit so gut, doch zum Glück ist der fünfte Jurassic-Park-Film sehr viel mehr als eine “Wir retten die Dinos vor dem Vulkanausbruch“-Story. Die Geschichte schlägt teilweise wahnwitzige Haken und wird noch spektakulärer, aber auch mit sehr viel mehr Humor erzählt, als dies im vorherigen Film der Fall war.

Jurassic World: Das gefallene Königreich

Die Inszenierung ist beim Spanier Antonio Bayona (Das Waisenhaus, Sieben Minuten nach Mitternacht) in den besten Händen. Dieser hat sehr gut kapiert, dass es 1993 nicht nur die spektakulären Spezialeffekte waren, sondern auch Spielbergs sorgfältig konzipierte Spannungs-Dramaturgie mit immer wieder aufblitzenden Wahnwitz war, die Jurassic Park zum vielzitierten Klassiker machten.

Jurassic World: Das gefallene Königreich

Wer möchte kann in der jetzt im Kino erzählten Geschichte auch Parallelen zur aktuellen Weltlage sehen, denn (Vorsicht Spoiler!) im die in ihrer Heimatwelt vom Aussterben bedrohten Klon-Saurier werden zu illegalen Immigranten.

Jurassic World: Das gefallene Königreich

Die Blu-ray von Universal enthält neben dem 123-minütigen Hauptfilm noch dieses Bonusmaterial: Am Set mit Chris & Bryce (2:58 min. wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln); Das Königreich entwickelt sich weiter (4:22 min); Insel-Action (5:47 min); Die Geburt des Indoraptors (4:00 min); Möge das Bieten beginnen! (3:11 min); Tod durch Dino (1:30 min); Monster in einer Villa (2:59 min); Showdown auf dem Dach (3:39 min); Malcoms Rückkehr (3:00 min); Visuelle Effekte (6:51 min); Chris Pratts Tagebücher (11:48 min)

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Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Schon seit sehr langer Zeit sind Kinder (und oft auch noch die daraus resultierenden Erwachsenen) fasziniert von Dinosauriern. Die war schon so, bevor Steven Spielberg seine Jurassic Park-Filme in die Kinos brachte.

Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Bereits im 19. Jahrhundert gab es Illustratoren, die den damaligen Stand der Saurier-Forschung hochrechneten und in ebenso farbige wie oft auch grausige Bilder verwandelten.

Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Der Taschen Verlag lädt ein zu einer Zeitreise durch die “Darstellungen der Urgeschichte“. Ein dem Thema angemessener UNGEHEUERer Band im DINO-Format (28 x 37,4 cm, 292 Seiten) präsentiert markante Beispiele der Dinosaurier-Malerei aus den letzten beiden Jahrhunderten.

Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Besonders erfreulich ist, dass hier auch einiges über die zugehörigen Illustratoren zu erfahren ist, die “wissenschaftliche Fakten mit zügelloser Fantasie“ zu unvergesslichen Kunstwerken vermengten.

Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Erinnerungen an die Kindheit werden wach, wenn in brillanter Druckqualität das perfekt hingepinselte Breiwand-Panorama The Age of Reptiles von Rudolph Zallinger (1919 – 1995) als Klappbild präsentiert wird. Zallingers Darstellung des T-Rex soll übrigens eine wichtige Inspirations-Quelle für das japanische Film-Monster Godzilla gewesen sein.

Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Mein Favorit ist jedoch der Tscheche Zdeněk Burian (1905 – 1981), dessen wild hingepinselte Dinosaurier-Werke ich seinerzeit in ansonsten eher nüchtern gestalteten Sachbüchern stundenlang bewundert habe. Es ist erfreulich, dass Taschens Bildband ein ganzes Kapitel der alles andere als reibungslos verlaufenden Karriere von Burian gewidmet hat.

Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Interessant ist auch, dass Burian nicht minder beeindruckend oft fast schon surreale Gemälde von Neandertalern oder Mammuts anfertigte.

Paläo-Art – Darstellungen der Urgeschichte

Da dieses Buch im Stile eines Kunstkatalogs daherkommt, müssen keine Ausreden gefunden werden, um einmal mehr (und immer wieder) in Welten abzutauchen, die bevölkert werden von Triceratops, Stegosauriern und T-Rexen .

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Jens Harder: ALPHA – directions

In seinem Standartwerk Comics richtig lesen schrieb Scott McCloud: “Die wenigen Zentimeter, die uns in einer Sequenz von einer Sekunde zur nächsten befördern, versetzen uns in einer anderen womöglich um Hundert Millionen Jahre.“ Während solche 2001: Odyssee im Weltraum-Momente (Knochen fliegt hoch, die nächste Einstellung zeigt ein Raumschiff) auch im Comic eher sparsam eingesetzt werden, sind sie bei Jens Harders ALPHA – directions fast schon der Regelfall.

Jens Harder: ALPHA - directions

Auf 336 Seiten wird hier die Geschichte der Evolution “vom Urknall bis zu den ersten Hominiden“. Hierzu hat Jens Harder (Gilgamesch) in vierjähriger Arbeit ungefähr 2.000 Zeichnungen erstellt, was bei einer sich über 14 Milliarden Jahre erstreckenden „Handlung“ “im Schnitt ein Bild alle 7 Millionen Jahre“ bedeutet.

Jens Harder: ALPHA - directions

Der 1970 in Weißwasser / Oberlausitz geborene Harder sieht sein voluminöses aber textarmes Buch zwar als eine Art Bilder-Bibel, doch er stellt keine Schöpfungsgeschichte im religiösen Sinne dar. Zwar tauchen immer wieder Querverweise zu den Weltreligionen auf, doch genauso baut er Zitate zu populärkulturellen Mythen wie King Kong oder Godzilla ein.

Jens Harder: ALPHA - directions

Harders Darstellung der Entwicklung des heutigen Universums sieht er als eine “mögliche Weltwerdung“, wobei er im Nachwort zugibt, dass bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Evolutionstheorien auch ein möglichst “hoher Grad an Visualisierbarkeit“ eine große Rolle spielt.

Jens Harder: ALPHA - directions

Harders kapitelweise mit immer nur einer einzigen Schmuckfarbe kolorierten sehr detailreichen Bilder fesseln. Die Faszination an Dinosauriern, die maßgeblich zur Entstehung des Buches beitrug, ist den entsprechenden Zeichnungen immer noch sehr deutlich anzumerken.

Jens Harder: ALPHA - directions

Bei schneller Lektüre wird ALPHA – directions zu einem beeindruckenden wild in alle Richtungen wuchernden Exkurs, der einen schier unglaublich langen Zeitraum zusammenrafft. Dank knapper aber sehr übersichtlicher Anhänge und Zeittafeln zu allen Kapiteln taugt ALPHA – directions aber auch als Nachschlagewerk.

Jens Harder: ALPHA - directions

Jens Harder – der durch seine langjährige Beschäftigung mit der Entstehung unserer Welt nur noch bedingt an Lebensplanung glaubt – hat bereits die Fortsetzung Beta …civilisations: Teil 1 seiner Serie über die Evolutionsgeschichte fertiggestelt.


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Versunkene Welt – The Lost World

Einmal mehr ist es sehr erfreulich, dass uns Koch Media einen kleinen Klassiker des phantastischen Films in sehr guter Bildqualität auf DVD und Blu-ray zugänglich macht. Diesmal handelt es sich um Irwin Allens Verfilmung von Sir Arthur Conan Doyles Roman “The Lost World“. Der Schöpfer von Sherlock Holmes erzählt hierin von einer Expedition, die das Team des zu Wutausbrüchen neigenden Professor Challenger in ein abgelegenes von Dinosauriern bevölkertes Tal führt.

Versunkene Welt – The Lost World

Der Film von 1960 lief bei uns unter den Titeln “Versunkene Welt“ und “Urupara – Die versnkene Welt“ in den Kinos. Claude Rains (“Casablanca“) als Challenger, sowie Michael Rennie (“Der Tag, an dem die Erde still stand“) und Jill St. John (“Diamantenfieber“) sind eine gute Besetzung.

Versunkene Welt – The Lost World

Doch was dem Film fehlt, sind glaubhafte Dinosaurier. Genau wie im 20 Jahre zuvor entstandenen Steinzeitmenschen-Klamauk “Tumak, der Herr des Urwalds“ kommen hier ins Riesenhafte vergrößerte Eidechsen zum Einsatz. Diese wurden mit Hörnern und Knochenkämmen beklebt, in eine Felsschlucht geworfen, ertränkt und (höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Elektroschocks) aufeinander losgelassen.

Versunkene Welt – The Lost World

Das es auch sehr viel stilvoller geht, beweist eine Verfilmung des selben Stoffs, die 1925 entstand und dankenswerterweise der Edition von Koch Media als Bonusmaterial beigelegt wurde. Der Stummfilm ist sehr viel atmosphärischer, da die Geschichte, genau wie die Romanvorlage und im Gegensatz zur in der damaligen Gegenwart angesiedelten Verfilmung von 1960, im viktorianischen Zeitalter angesiedelt ist. Wallace Beery ist ein wilderer und charismatischerer Professor Challenger als Claude Rains. Am wichtigsten sind jedoch die liebevoll per Stop-Motion-Technik animierten sehr viel glaubhafteren Dinosaurier.

Versunkene Welt – The Lost World

Hierfür war der Spezialeffekt-Experte Willis O’Brien verantwortlich, dem 1933 mit “King Kong und die weiße Frau“ sein Meisterwerk gelingen sollte. Für das große Finale dieses Klassikers, in dem ein Monster eine moderne Großstadt terrorisiert, konnte Willis O’Brien in “The Lost World“ bereits üben. Der Film von 1925 endet damit, dass ein von der Expedition mitgebrachter Brontosaurier in London Amok lief. Der geizige Irwin Allen verkniff sich dieses große Finale in seiner etwas sensationsarmen 1960er Farbfilmversion von “The Lost World“.

Versunkene Welt – The Lost World

Die Edition von Koch Media enthält den 92-minütigen Farbfilm von 1960 im 1:2,35-Breitwandformat. Als Specials gibt es noch eine kurze Doku (3:03 min), einen Bericht von der Premiere (1:07 min), zwei deutsche Trailer (3:03 min + 2:42 min), einen US-Trailer (3:03 min) sowie eine Galerie mit 92 Bildern und Werbematerialien. Eine zweite Scheibe enthält “The Lost World“ von 1925 in einer restaurierten 97-minütigen eingefärbten Version mit Musikuntermalung. Hinzu kommt noch eine stumme “Kodakscope Version“ des selben Fioms, die nur 64 Minuten lang ist, sowie ein stummer Trailer (1:15 min) und Spezialeffekt-Outtakes (9:11 min).

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Tumak, der Herr des Urwalds

Bereits 1927 drehte der Produzent Hal Roach mit Stan Laurel und Oliver Hardy einen Kurzfilm namens “Flying Elephants“, der in der Steinzeit spielte. 13 Jahre später kehrte Roach in diese Zeitepoche zurück und inszenierte zusammen mit seinem Sohn den Film “One Million B. C.“ über Menschen in Fellklamotten, der eigentlich ernst gemeint war.

Tumak, der Herr des Urwalds

Doch bereits der Prolog ist einigermaßen komisch. Hier sucht eine mit Lederhosen und Sepplhüten bekleidet Reisegruppe auf einer Bergtour in einer Höhle Unterschlupf und trifft dort auf einen zauseligen Wissenschaftler, der sofort zu einem Vortrag über das Leben in der Urzeit ansetzt.

Tumak, der Herr des Urwalds

Wenn dann von einer Horde Steinzeitmenschen erzählt wird, die sich nicht nur mit als Mammuts verkleideten Elefanten, sondern auch noch mit ins riesenhafte vergrößerten Eidechsen herumschlagen muss, dürfte kaum ein Auge trocken bleiben.

Tumak, der Herr des Urwalds

Einer der Höhepunkte ist, wenn der hünenhafte Darsteller Victor Mature (“Faustrecht der Prärie“) in seiner zweiten Kinorolle als Tumak im Faustkampf gegen einen gleichgroßen Mann antritt, der in einen T-Rex-Kostüm steckt.

Tumak, der Herr des Urwalds

Etwas weniger witzig ist die Unbekümmertheit mit der hier Eidechsen und Krokodilen nicht nur Hörner und Knochenkämme angeklebt werden, sondern diese angezündet, unter Felslawinen begraben und (höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Elektroschocks) aufeinander losgelassen werden. Zwanzig Jahre später setzte Irwin Allen die selbe „Technik“ bei seiner Verfilmung von Sir Arthur Conan Doyles Roman “The Lost World“ ein.

Tumak, der Herr des Urwalds

1966 drehten die legendären britischen Hammer Studios ein Remake von “One Million B. C.“ (Deutscher Titel. “Eine Million Jahre vor unserer Zeit“) in dem es Raquel Welch als Steinzeit-Schönheit mit Dinosauriern zu tun bekam, die liebevoll von Ray Harryhausen in Stop-Motion-Technik auf die Leinwand gezaubert wurden.

Tumak, der Herr des Urwalds

Der Film von 1940 entstand zunächst unter der Regie von Filmpionier D. W. Griffith (“The Birth of a Nation“), doch dieser wurde während der Dreharbeiten von den beiden Roachs abgelöst. Die Spezialeffekte wurden nicht nur für den Oscar nominiert, sondern fanden noch bis in die 60er Jahre hinein Verwendung in zahlreichen Billigfilmen, wofür sie teilweise sogar eingefärbt wurden.

Tumak, der Herr des Urwalds

Die DVD von Alive enthält den schwarzweißen Film in mittelprächtiger Qualität, das Bild ist oft etwas düster, Extras gibt es keine.

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Jurassic World

Schon beim Betrachten des Trailers zu diesem Film kam die Frage auf, warum nicht bereits eine der beiden nur noch bedingt gelungenen Fortsetzungen von Steven Spielbergs Jurassic Park davon erzählte, was passiert, wenn ein Dinosaurier-Disneyland tatsächlich seine Tore für ein großes Publikum öffnen würde.

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Mit viel Liebe zum Detail beschreibt der Film wie die Attraktionen eines von künstlich geklonten Urzeit-Giganten bevölkerten Vergnügungsparks aussehen könnten. Eingeflochten ist dabei eine etwas altbacken anmutende Geschichte um Mütter und Tanten, die sich zwischen Familiensinn und Karriere zu entscheiden haben. Da ist es umso erfreulicher, wenn schon recht bald die Dinos Amok laufen. Wobei es hier gute, weil authentisch geklont, sowie einen unerhört bösen, weil genetisch manipuliert geklonten, Indominus Rex gibt. Wer mag, kann hier einen windelweichen Aufruf zum verantwortungsvollen Umgang mit Gentechnologie vermuten.

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Als ganz große Dino-Show mit einer Flugsaurier-Hommage an Hitchcocks Die Vögel kann Jurassic World dank toller Bilder und Effekte voll überzeugen. Ein wenig auf der Strecke bleibt dabei der in Spielbergs Actionfilmen unverzichtbare Humor, obwohl Hauptdarsteller Chris Pratt bereits in Guardians oft the Galaxy bewiesen hat, was für ein schräger Action-Hero er sein kann. Wenn er in Jurassic World immer wieder im letzten Moment sich schließende Tore oder Gitter durchquert, wirkte er hingegen eher wie ein geklonter Indiana Jones.

Jurassic World: Das gefallene Königreich

2018 kam mit Jurassic World: Das gefallene Königreich eine direkte Fortsetzung dieses Films in die Kinos.

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Dinosaurier – Im Reich der Giganten

Ende der Neunziger Jahre war die dreistündige BBC-Serie “Walking with Dinosaurs – A Natural History“ ein großer Hit. Hierbei wurden genauso gelungen am Computer animierte Dinosaurier wie im Kinofilm „Jurassic Park“ (und sehr viel besser als nahezu gleichzeitig im Trickfilm „Disney´s Dinosaurier“) benutzt. Die Serie lehnte sich an herkömmliche Tier-Dokumentationen an und versuchte in sechs recht unterschiedlichen halbstündigen Episoden mit teilweise recht drastischen Szenen zu zeigen, wie das Leben der Dinosaurier möglicherweise stattgefunden hat.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN

Weitere weltweit erfolgreich vermarktete BBC-„Dokus“ wie „Die Erben der Saurier – Im Reich der Urzeit“ oder das Prequel „Walking with Monsters“ (“Die Ahnen der Saurier“) folgten und da war es naheliegend auch einen Kinofilm zu produzieren. Doch bei ihrem Bestreben diesen möglichst kindgerecht zu gestalten sind die Macher leider weit über das Ziel hinausgeschossen.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN
Die Handlung des Filmes wird von einem lustig gemeinten Urzeitvogel namens Alex erzählt und das in der deutschen Fassung auch noch mit der Stimme von Otto Waalkes, so dass der Titel “Walking with Dinosaurs“ besser gepasst hätte. Im Zentrum der Handlung steht der kleine Pachyrhinosaurus Patchi. Dieser hat wie alle Heranwachsenden ganz viele familiäre aber auch hormonelle Probleme, die er dem Publikum äußerst geschwätzig mitteilt. Das permanente Geplapper auf der Tonspur relativiert die durchaus beeindruckenden Trickaufnahmen. So richtig überzeugen kann diese Urzeit-Version von Disneys “Bambi“ trotz teilweise toller Bilder leider nicht.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN

Bonusmaterial: Making of in deutscher Sprache (10:17 min), Musikclip Dino-Rap (0:59 min), Blick hinter die Kulissen (2:17 min), Interviews (10:40 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, Spiel „Englisch mit den Dinos“, Deutscher Trailer (1:32 min), Englischer Trailer (1:20 min), Trailershow

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