Schlagwort-Archive: Dolph Lundgren

The Punisher (2004)

Nach einer ganzen Serie mit erfolgreichen Marvel-Superhelden-Verfilmungen wie Blade, X-Men, Spider-Man, Daredevil und Hulk kam 2004 auch der Punisher auf die Leinwand. Diese Figur wurde bereits 1989 in einem nicht sonderlich erfolgreichen Film von Dolph Lundgren verkörpert. Die neue Film-Version des Punisher steht diesem kleinen dreckigen Film aber trotzdem näher als den danach entstandenen durchgestylten Marvel-Blockbustern. Jonathan Hensleigh schrieb und drehte seinen Punisher eher in der Tradition von Action-Filmen der siebziger und achtziger wie Dirty Harry oder Ein Mann sieht rot.

The Punisher (2004)

Im Film ist Frank Castle (Thomas Jane) ein FBI-Agent, der bei einem Undercover-Einsatz in Tampa, Florida den Tod des Sohnes des Unterwelt-Bosses Howard Saint (war schon mal hinterhältiger: John Travolta) mit zu verantworten hat. Aus Rache lässt Saint bei einem Familientreffen in Puerto Rica alle Verwandten von Frank Castle umbringen. Doch Castle überlebt das Massaker, zieht jenes Totenkopf-T-Shirt an, das ihm zuvor sein Sohn geschenkt hat, und schwört bittere Rache an Saint.

The Punisher (2004)

Dieser Update der im Comic eher in New York angesiedelten Vorgeschichte des Punishers ist etwas langatmig und überraschungsarm inszeniert. Zudem wird auch noch Roy Scheider in der Rolle als Castle Senior ziemlich schnell verheizt. Doch zum Glück bedient sich Jonathan Hensleigh im weiteren Verlauf des Filmes ausgiebig bei den grimmigen Comic-Geschichten, durch die Garth Ennis den Punisher seinerzeit wieder sehr populär machte. Der verbitterte Frank Castle zieht in ein heruntergekommenes Wohnhaus mit kaputten Charakteren und erfährt Solidarität als er von einem bulligen russischen Auftragskiller attackiert wird.

The Punisher (2004)

Insgesamt kann The Punisher, der mittlerweile auch ungekürzt und in einer verlängerten Fassung auf Blu-ray vorliegt, durch seine eher nüchterne Inszenierung durchaus punkten und ist eine mehr als passable Alternative zu den meisten überinszenierten Action-Spektakeln.

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The Punisher (1989)

Ein interessanter Marvel-Film-Klassiker kann mittlerweile problemlos im Heimkino bewundert werden. Dolph Lundgren spielte Anno 1989 den Punisher in einem nicht unbrutalen Film, der seinerzeit bei uns auf dem Index landete. Koch Media veröffentlicht die ungekürzte Version mit FSK-16-Freigabe in einer schönen Steelbook-Edition.

The Punisher (1989)

Doch lange bevor 2004 Thomas Jane und 2008 Ray Stevenson als Punisher zu sehen waren, spielte der Schwede Dolph Lundgren den Marvel-Rächer in einem seiner besten Kinofilme. Der Film überzeugte durch eine spannende Geschichte, harte Action-Szenen und gute Nebendarsteller. Als Gegenspieler des Punishers ist der Holländer Jeroen Krabbè (James Bond – Der Hauch des Todes ) zu sehen, während der Oscar-Preisträger Louis Gosset junior (Ein Offizier und Gentleman) als tougher Polizist Jake Berkowitz für rauen aber herzlichen Humor sorgt.

The Punisher (1989)

Ein interessantes Extra ist ein exklusiv für diese Edition produzierter Audiokommentar vom Regisseur Mark Goldblatt, der sich nicht gerade als Comic-Experte outet. Er behauptet, dass der Punisher erstmals in einem Comic mit Daredevil aufgetreten ist (in Wirklichkeit debütierte er 1974 im Heft Amazing Spider-Man # 129) und in einer Stadt agiert, deren Namen nicht genannt wird (die Punisher-Geschichten spielen jedoch meist in New York). Interessant ist, dass Goldblatt zugibt, dass es ein Fehler war Dolph Lundgren als Punisher ohne den markanten Totenkopf auf der Brust auftreten zu lassen. Seinerzeit wollte man sich abgrenzen von den billig wirkenden Spandex-Kostümen, die Superhelden im TV trugen. Goldblatt hält es für eine gute Idee, den Film noch einmal zu überarbeiten und mit CGI-Effekten das Totenkopf-Emblem auf Lundgrens Brust zu platzieren.

The Punisher (1989)

Die Steelbook-Edition von Koch Media enthält auf einer Blu-ray den Film wahlweise in der Unrated-Version (89:22 min) und in der Kinofassung (89:05 min). Als Extras gibt es eine wirklich witzige Gagreel untermalt mit “Psycho Killer“ von den Talking Heads (6:11 min), den deutschen Trailer (1:40 min), den US-Trailer (1:39 min), sowie eine Galerie mit 98 Fotos, Plakaten, Werberatschlägen etc. Zusätzlich liegt noch eine DVD bei, die eine etwas längere englischsprachige Workprint-Version (93:34 min) in mäßiger Bildqualität und wahlweise mit deutschen Untertiteln enthält.  

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He-Man and the Masters of the Universe

Es war nicht wirklich ein Zufall, dass die Spielzeug-Firma Mattel die ersten Actionfiguren der Reihe Masters of the Universe im selben Jahr herausbrachte, in dem auch der erste Film über den Barbaren Conan mit Arnold Schwarzenegger in die Kinos kam. Mattel hatte 1982 auch erwogen eine Conan-Variante ihrer seinerzeit populären Big-Jim-Figur zu produzieren, doch entschied sich dann für etwas Eigenes.

He-Man and the Masters of the Universe

Die Spielfiguren mit der Gruppe rund um den Barbaren He-Man namens Masters of the Universe wurden ein großer Erfolg. Den Figuren lagen auch kleine Comic-Hefte bei. Ab 1983 folgte dann eine 130-teilige TV-Zeichentrickserie, durch die der Verkauf der Spielfiguren zu einem gewaltigen Geschäft wurde. Hauptfigur der Trickfilme war der schmächtige Prinz Adam, der sich durch ein Zauberschwert in den mächtigen He-Man verwandelt. DC half zunächst Mattel bei der Produktion weiterer Beilage-Comic-Heftchen. Doch es erschienen auch eigene Masters of the Universe-Comics und hier kam es sogar zu Begegnungen zwischen Superman und He-Man.

He-Man and the Masters of the Universe

1985 übernahm Marvels Label Star Comics  das Veröffentlichen der namens Masters of the Universe-Comics. Im selben Jahr wurde das Fantasy-Universum um weitere Figuren und 92 Trickfilmfolgen mit He-Mans Zwillingsschwester She-Ra – Princess of Power erweitert. In Deutschland brachte Europa insgesamt 37 Hörspielplatten zu He-Man und She-Ra heraus und ein Zusammenschnitt der recht schlicht animiertem TV-Zeichentrickserien wurde unter dem Titel Das Geheimnis des Zauberschwertes zu einem Kinoerfolg.

He-Man and the Masters of the Universe

Auch daher entstand 1987 ein Masters of the Universe-Realfilm mit Dolph Lundgren, Dieser entfernte sich recht weit von der Vorlage und spielte zu einem Großteil in den USA des Jahres 1987. Sicherlich auch daher floppte der Kinofilm und auch für die zugehörigen Action-Figuren liefen nicht gut. In Italien erschienen  danach ein paar letzte Actionfiguren. Bei uns gab es noch bis 1992 He-Man-Comics, die teilweise deutsche Eigenproduktionen waren und von Michael Goetze gezeichnet wurden.

He-Man and the Masters of the Universe

Doch 2001 wurde in den USA eine limitierte Neuauflage der klassischen Masters-Actionfiguren zu einem gewaltigen Erfolg. Ein Jahr später erschien eine neu gestaltete Spielzeugserie und eine deutlich aufwändiger animierte Trickfilmserie. Kurz darauf folgten neue Comics zu Masters of the Universe, diesmal bei Image (Spawn). Mittlerweile ist jedoch wieder DC der Comic-Verleger und einen neuen Kinofilm wird es in absehbarer Zeit auch geben.

He-Man and the Masters of the Universe

In Zusammenarbeit mit Mattel hat der amerikanische Verlag Dark Horse eine umfassende Chronik der Masters geschaffen, die alle künstlerischen Aspekte der Saga beleuchtet.

He-Man and the Masters of the Universe

Panini präsentiert die deutsche Ausgabe dieses voluminösen, reich und farbig bebilderen Buch über jene Serie, die „die Popkultur für immer verändert hat“.

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Electric Boogalou

Was heute die Weinstein Brüder sind (oder noch vor einigen Jahren waren), praktizierten einst die Cousins Menahem Golan und Yoram Globus. Die Erfolgsstory des filmverrückten Menahem und des geschäftstüchtige Yoram startete in den 70er-Jahren in ihrer Heimat Israel. Die dort gedrehte bis Ende 80er Jahre auf acht Filme angewachsene Reihe Eis am Stiel war auch in unserer Kinos ein Hit.

Electric Boogalou
1979 übernahmen Golan und Globus die US-Produktionsfirma Cannon Films und feierten große Erfolge indem sie mit Charles Bronson u. a. Fortsetzungen zu dessen umstrittenen Selbstjustiz-Blockbuster Ein Mann sieht rot drehten. Ein weiteres Standbein wurden Action-Filme mit Chuck Norris, wie die in Vietnam angesiedelte Reihe Missing in Action. Hinzu kamen Tanzfilme wie Breakin`, Fantasy mit Hercules, Erotik mit Sylvia Kristel, das Eis am Stiel-Remake Die letzte amerikanische Jungfrau oder aufwändige Science Fiction wie Lifeforce. Auch wenn der einzig wirklich bemerkenswerte Film aus dieser Zeit Andrej Konchalovskys Runaway Train sein dürfte und Menahems Oscar-Wunsch unerfüllt blieb, lief es finanziell recht gut für die Go-Go Boys.

Superman 4
© DC / Warner Bros. Entertainment

Doch Ende der 80er Jahre wurde das Duo größenwahnsinnig und produzierte neben dem von Jean-Luc Godard inszenierten King Lear drei kapitale Flops. In Over the Top blamierte sich der für eine gewaltige Gage verpflichtete Sylvester Stallone zu Musik von Giorgio Moroder beim Armedrücken. Superman 4 – Die Welt am Abgrund hatte zwar die Stars der erfolgreichen Comic-Filmreihe zu bieten, aber nur peinliche Spezialeffekte. Äußerst albern war auch der großteils in der damaligen Gegenwart angesiedelte Auftritt von Dolph Lundgren als He-Man in Masters of the Universe. Die Cousins trennten sich danach und arbeiteten an zwei konkurrierenden Filmprojekten zum Modetanz Lambada.

Electric Boogalou

Die australische Dokumentation Electric Boogalou (so lautet der Untertitel von Breakin`2) ruft mit viel Liebe zum Detail den ganzen Cannon-Wahnsinn noch einmal in Erinnerung. Zu Wort kommen neben allerlei weniger bekannten Weggefährten auch Richard Chamberlain, Sybil Danning, Bo Derek, Michael Dudikoff, Robert Forster, Elliott Gould, Tobe Hooper, Dolph Lundgren, Franco Nero, Molly Ringwald, Marina Sirtis oder Franco Zeffirelli. Wem danach nicht nach etwas gepflegten Trash ist, ist selbst schuld.

Electric Boogalou

Extras: Die Blu-ray von Ascot Elite enthält neben dem 106-minütigen Film noch den deutschen Trailer (3:06 min), den US-Trailer (3:04 min), Deleted & Extended Sequences (13:15 min, wie alle übrigen Extras ohne deutsche Untertitel), Menahem Golan Imitationen (0:50 min), Marks T-Shirt Kollektion (0:41 min), Roy & John lesen aus ihrer Lieblingskritik (1:31 min), Trailershow, eine umfangreiche Cannon Films Trailersammlung (51:41 min) sowie als Easter Egg (bei “Extras“ nach unten gehen): „American Film Market“ VHS Promo Reel von 1986 (14:47 min), hier gibt es u.a. den Trailer zu einem damals geplanten Film mit Spider-Man!

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