Schlagwort-Archive: Donald Duck

Will Eisner: PS Magazine

Anfang der 40er Jahre startete der Zeichner und Autor Eisner seine Serie mit dem maskierten Detektiv The Spirit. Auf oft meisterlich gestalteten Seiten überraschte er mit spannenden, komischen aber auch tragischen Kurzgeschichten. Vierzig Jahre später erlebte Eisner mit Ein Vertrag mit Gott ein grandioses Comeback. Um diese Storysammlung auch außerhalb der Comicszene vermarkten zu können, erfand er den auch bei uns immer gängiger werdenden Begriff Graphic Novel. Dass Eisner zwischen Spirit und Vertrag mit Gott für die US-Army arbeitete war nie ein Geheimnis, doch erst jetzt werden ausgewählte Beispiele seiner Militärcomics veröffentlicht.

Will Eisner: PS Magazine

Nachdem Will Eisner 1942 eingezogen, arbeitete er zunächst für Militär-Magazine wie Firepower oder Army Motors. Aus letzterem ging zur Zeit des Koreakrieges das PS Magazine hervor, eine monatlich erscheinende handliche Broschüre. Eisner war damals bereits wieder Zivilist und die Geschäfte seines Studios mit Zeitungscomics liefen nicht besonders. Daher stellte er seine künstlerischen Talente erneut in den Dienst der Armee.

Will Eisner: PS Magazine

Eisner konnte die Militärs davon überzeugte, dass Comics sich bestens dazu eignen Soldaten anzuleiten, sorgsam mit ihrem Material umzugehen. Es konnte für die G.I.s lebensgefährlich und für die Army sehr teuer werden, wenn unachtsam mit Ausrüstung umgegangen wird. Eisner griff auf seine während seiner Militärzeit entwickelte komische Figur des Gefreiten Joe Dope zurück. Dieser sorgte in “PS“ für Slapstick und diente als abschreckendes Beispiel.

Will Eisner: PS Magazine

Um sich der Aufmerksamkeit der Truppe auch wirklich sicher zu sein, stellte Eisner ihm die wohlproportionierte Soldatin Connie Rodd zur Seite. Das Konzept ging auf und Eisner fand die richtige lässige und manchmal auch etwas zotige Tonart um trockene Informationen zu vermitteln. Seine lehrreich-witzigen Comics erfreuten sich bei der Truppe sehr viel größerer Beliebtheit als Betriebsanleitungen und Handbücher.

Will Eisner: PS Magazine
Eisner suchte im Rahmen dieser Tätigkeit immer wieder den direkten Kontakt zu den Soldaten. Seine Recherchen trieben ihn bis nach Korea und Vietnam, wobei er seine Gattin Ann über diese nicht eben ungefährlichen Trips erst im Nachhinein informierte. Eisner war kein Befürworter des Vietnamkriegs, jedoch fest davon überzeugt, dass er den meist nicht freiwillig kämpfenden Soldaten durch seine Comics half den Krieg unbeschadet zu überstehen. Für ihn war es eine wichtige Erfahrung erstmals mit Comics mehr machen zu können als zu unterhalten. Er war stolz darauf den “Spielraum“ und den “Wirkungsgrad der sequenziellen Kunst“ zu erweitern.

Will Eisner: PS Magazine

Zur intensiveren Beschäftigung mit diesem Thema sei die Will Eisner gewidmete 53. Ausgabe der Comicfachzeitschrift Reddition oder ein leider nur in englischer Sprache erschienener Sammelband mit den PS-Comics empfohlen. Zusammengestellt und eingeleitet wurde das schön aufgemachte Büchlein vom schottischen Zeichner Eddie Campbell, der am bekanntesten durch seinen von Alan Moore getexteten und mit Johnny Depp verfilmten Jack the Ripper Comic From Hell sein dürfte.

Will Eisner: PS Magazine

Die aus 227 PS-Ausgaben ausgewählten Comics enthalten auch Gastauftritte von populären Figuren wie Donald Duck oder Popeye und belegen, dass der Comic-Pionier Eisner auch bei seinen Arbeiten für das Militär voll bei der Sache war. In einer im Städtchen “Schnitzleburg“ spielenden Geschichte füllte Eisner die Sprechblasen der in Deutsch redenden Nebenfiguren mit Buchstaben in Frakturschrift, lange bevor René Goscinny und Albert Uderzo in Asterix als Legionär diesen Kunstgriff verwendeten.

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Drachenritter

Onkel Dagobert, Donald und seine drei Neffen haben sich zu einem gemütlichen Picknick ins Grüne begeben. Plötzlich öffnet sich das Tor in eine andere Dimension und die Ducks werden von grausamen Morgs auf Kampfdrachen entführt und in deren mittelalterlicher Fantasy-Welt zu Sklavendiensten gezwungen. Doch Tick, Trick und Track gelingt die Flucht mit Hilfe von drei Drachenbabys und sie schließen sich den Widerstandskämpfern um den Krieger Brendon an.

Drachenritter

Auf über 160 Seiten, unterteilt in 12 Kapiteln, erzählen Byron Erickson, der Kreativdirektor von Egmont, und der italienische Starzeichner Giorgio Cavazzano (Spider-Man in Venedig), ein Schüler von Romano Scarpa, eine für Disney-Verhältnisse sehr ungewöhnliche Fantasy-Geschichte. Erinnerungen werden wach an Arzach von Moebius oder an Bone von Jeff Smith und natürlich an Der Herr der Ringe. Doch das sehr eigenständige Artwork und Seitenlayout von Cavazzano macht Drachenritter zu sehr viel mehr als einem Versuch auf der populären Fantasy-Welle zu surfen.

Drachenritter

Ursprünglich war die Geschichte als Fortsetzungsserie zur Revitalisierung der ins Straucheln geraten Micky Maus-Comichefte geplant. Die Drachenritter landeten jedoch schließlich in Die tollsten Geschichten von Donald Duck, sehr zum Missvergnügen einiger dogmatischer Barksisten. Die Gesamtausgabe ist optimal gestaltet und präsentiert die komplette Saga in einem etwas kleineren, besser zum Zeichenstil passenden, Format. Als Ergänzung gibt es noch einige sehr schöne Cavazzano-Skizzen und aufschlussreiche Interviews, die Wolfgang J. Fuchs mit den Schöpfern der Serie führte.

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Die besten Geschichten von Giorgio Cavazzano

Nachdem Ehapas sehr interessant zusammengestellte Comicreihen Disneys Hall of Fame und Disneys heimliche Helden nach 20 bzw. 10 Bänden leider eingestellt wurden, schickte sich eine neue Edition an, diese Lücke zu schließen. Dieses Buch ist der sechste Band der Serie “Die besten Geschichten von…“. Nach den Niederländern Bas Heymans, May Heymans und Daan Jippes, dem Amerikaner Floyd Gottfredson und dem Finnen Kari Korhonen erscheinen die besten Geschichten eines Zeichners aus dem Land in dem die meisten Disney-Comics gezeichnet und gelesen werden.

Die besten Geschichten von Giorgio Cavazzano

Der 1947 in Venedig geborene Italiener Giorgio Cavazzano war bereits als 12-Jähriger professionell in der Comic-Branche tätig! Er tusche zunächst die Zeichnungen seines auch für Disney tätigen Cousins Luciano Capitanio und wurde dann Mitarbeiter von Romano Scarpa (Der fliegende Schotte), dem wohl einflussreichsten italienischen Disney-Zeichner. Bereits mit 19 Jahren realisierte Cavazzano eigene Comicgeschichten für Disney Italien. Er arbeitet meistens mit Textern zusammen, wie etwa bei der viel beachteten Fantasy-Serie Drachenritter mit Egmonts Disney-Chefredakteur Byron Erickson. Doch Cavazzano kann nicht nur Disney, wie seine Geschichte Spider-Man in Venedig belegt, und ist auch ein talentierter Autor, wie seine bei uns in der Lustiges Taschenbuch Jubiläumsedition Nr. 3 und im Band Entenhausener Filmklassiker veröffentlichte Parodie des Kultfilms Casablanca beweist.

Die besten Geschichten von Giorgio Cavazzano

Diese ist leider nicht in diesem Band enthalten, doch dafür fünf gut ausgewählte Geschichten. Die ersten beiden Stories, die in Deutschland zuvor noch nicht veröffentlicht wurden, sind besonders interessant. Hier stehen mit Inspektor Issel und dem Schwarzen Phantom zwei Nebencharaktere im Zentrum von pfiffig konstruierten angenehm alltäglichen Geschichten. Während Micky Maus nur Gastauftritte absolviert, zeigen Kommissar Hunters Assistent und ein immer etwas im Schatten von Kater Karlo stehender Schurke echte Starqualitäten. Die gelegentlich ganz schön detailverliebten und immer sehr strichsicheren Zeichnungen von Cavazzano kommen in diesem mit interessanten Hintergrundinformationen garnierten Band noch besser zur Geltung als in den kleinformatigeren Lustigen Taschenbüchern!

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Bilder vom Comic Café vom 20.08.2017

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 20. August 2017 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 20.08.2017

Spanisches Comicfestival in A Coruña

“Viñetas desde o Atlántico” findet seit 1998 jährlich im Heimatstadt des Festivalleiters Miguelanxo Prado (Ardalén, Der tägliche Wahn) statt. Wahrzeichen des Orts und des Festivals ist der Herkulesturm, ein aus der Römerzeit stammender Leuchtturm, der im Laufe der Jahrzehnte bereits von etlichen Comic-Künstlern in Szene gesetzt wurde.

COMIC CAFÉ

Zum 20. Jubiläum wurden mehr Künstler denn je zum Festival eingeladen. Eduardo Risso (100 Bullets, Batman) kam aus Argentinien, Dave McKean (Batman – Arkham Asylum, Cages) aus Großbritannien, Cameron Steward (Fight Club 2) aus Kanada und Nob (Dad) aus Frankreich. Doch auch die einheimische Comic-Szene präsentierte sich in beeindruckenden Ausstellungen.

Bilder vom Comic Café vom 20.08.2017

Wir zeigten Impressionen vom möglicherweise schönsten, aber ganz gewiss entspanntesten Comicfestival der Welt.

Die beeindruckenden Sammlungen von Don Rosa und Denis Kitchen   

COMIC CAFÉ

DON ROSA ist einer der beliebtesten Comiczeichner der Welt. Mehr als 20 Jahre lang hat er mit seinen Geschichten um Onkel Dagobert, Donald Duck oder die Panzerknacker den Entenkosmos seines Idols Carl Barks fortgeschrieben. Für seine detailverliebten Duck-Abenteuer wird er vergöttert, mit Onkel Dagoberts Biografie Sein Leben, seine Milliarden hat er sich unsterblich gemacht und einen Eisner-Award gewonnen, den wichtigsten Comicpreis der Welt.

COMIC CAFÉ

Der prachtvolle Bildband I STILL GET CHILLS der Edition Lammerhuber zeigt wie sich der Zeichner in seinem traumhaft abgeschiedenen Anwesen inmitten der weiten Landschaft Kentuckys eingerichtet hat. Rosa lebt inmitten einer der größten Comic-Sammlungen Nordamerikas, White-Castle-Fast-Food-Devotionalien, erstaunlichen Buch-, Film- und CD-Bibliotheken, zahllosen Riesenbildschirmen, exquisiten Vintage Cars und einer Flipper-Sammlung, die neidisch macht.

COMIC CAFÉ

Auch auf dem abgelegenen Anwesen des Underground-Zeichner, Herausgeber, Experten und Agenten DENIS KITCHEN gibt es drinnen wie draußen allerlei zu sehen. Davon konnte ich mich persönlich überzeugen. Neben zahlreichen Originalen von Comic-Legenden wie Will Eisner, Robert Crumb oder Harvey Kurtzman, hortet Kitchen auch Postkarten aus den 20er Jahren, auf denen besoffene Frauen abgebildet sind, betätigt sich als Chauffeur eines Oldtimer-Leichenwagens und versucht sich als skurriler Landschaftsarchitekt.

COMIC CAFÉ

Wir begaben uns auf eine Reise in wahre Comic-Wunderwelten!

Rainer Schneider präsentierte einen seiner Lieblings-Comics

In TORPEDO 1972 erzählt Autor Enrique Sánchez Abulí ein weiteres Kapitel des Killers Luca Torelli, alias „Torpedo“.

COMIC CAFÉ
Abulí & Schneider

Als Zeichner trat hier nun Eduardo Risso (100 Bullets, Batman) in die Fußstapfen von Jodi Bernet. Das Team wird übrigens auch 2019 zum Comicfestival München kommen!

COMIC CAFÉRainer stelle dem Publikum den demnächst bei uns bei Cross Cult erscheinenden Comic Torpedo 1972 vor.

Bilder vom Comic Café vom 20.08.2017

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

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Disney´s heimliche Helden # 9: Donalds 313

Nach “Supergoof“, “Phantomias“, „Gundel Gaukeley“, „Gamma“, „Kater Karlo“, „Daisy Duck“ und „Gustav Gans“ bekommt jetzt – wie zuvor schon „Onkel Dagoberts Geldspeicher“ – ein Gegenstand den Status „Disney´s heimliche Helden“ verliehen. Jenes markante rotblaue fast schon wie ein Lebewesen anmutende Auto von Donald mit dem Kennzeichen “313“ steht im Zentrum des interessant und liebevoll zusammengestellten Hardcoverbuchs.

Disney´s heimliche Helden # 9: Donalds 313

Am 22. Februar 1940 tauchte erstmals in einen von Al Taliaferro gezeichneten und von Bob Karp getexteten (und in diesem Band enthaltenen) Zeitungsstrip das Nummernschild „313“ auf, das möglicherweise für “dreimal Pech“ oder für die amerikanische Schreibweise von Donalds Geburtstag den 13.3 steht. Das zugehörige Auto war jedoch bereits zuvor zu sehen. In seinem Vorwort vermutet Wolfgang J. Fuchs gar, dass es sich um jenes Vehikel handelt dass Micky Maus bereits 1930 im schwarzweißen Zeichentrickfilm “The Picnic“ fuhr. Ziemlich sicher ist sich Fuchs jedoch, dass es sich um jenes Auto aus dem 1937er Cartoon “Don Donald“ (enthalten auf der DVD “Donald Duck im Wandel der Zeit # 1“) handelt, das im Austausch gegen einen störrischen Esel seinen Besitzer wechselt.

Doch derartige Spekulationen sind in Comic- (und speziell in Donaldisten-) Kreisen höchst umstritten, denn hier zählt als Referenz nur das gedruckte und nicht das gefilmte Werk. Etwas lockerer gehen es hingegen die Italiener an. Die in diesem Band enthaltene Geschichte “Das Geheimnis des 313“ geht sehr ausführlich auf die Geschehnisse im “Don Donald“-Cartoon ein. Recht witzig ist auch die Tatsache, dass in den italienischen “Phantomias“-Comics das Auto Farbe (von rotblau auf blaurot) und Kennzeichen (von “313“ auf “X“) wechselt, wenn sich Donald in einen Superhelden verwandelt. Als nächster “heimlicher Held“ ist übrigens Onkel Dagoberts Rivale “Klaas Klever“ angekündigt.


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Das Schlaue Buch: Die Geheimnisse des Fähnlein Fieselschweif

Ein wichtiger Bestandteil des Mythos um die Famile Duck aus Entenhausen ist das Schlaue Buch von Donalds Neffen Ticki, Trick und Track. Ausnahmsweise war es nicht der große Zeichner und Erzähler Carl Barks, der dieses ebenso handliche wie allumfassende Pfadfinder-Handbuch in einer Comicgeschichte auftauchen ließ. Vielmehr waren es der Autor Carl Fallberg und der Zeichner Jack Bradbury, in deren Geschichte “Die Silbermine von Schwindolar Schwan“ 1953 das sagenhafte “Junior Woodchuck Handbook“ erstmals zu sehen war.

Das Schlaue Buch: Die Geheimnisse des Fähnlein FieselschweifCarl Barks übernahm das Buch schließlich ein Jahr später in seine Geschichte “Der verlorene Zehner“. Die legendäre Übersetzerin Erika Fuchs deutschte die kleine Pfadfinder-Enzyklopädie zunächst als „Handbuch“, “ Erdkundebuch“ oder gar „Führer“ ein, bevor die treffende Bezeichnung “Das Schlaue Buch“ gefunden wurde.

Das Schlaue Buch: Die Geheimnisse des Fähnlein Fieselschweif
“Die Silbermine von Schwindolar Schwan“

Ein gar nicht so kleiner 230-seitiger Hardcoverband aus dem Hause Egmont trägt ebenfalls den Titel “Das Schlaue Buch“. Doch enthalten sind nicht nur informative Texte, sondern auch 27 Comicgeschichten, in denen das Pfadfinder-Handbuch des Fähnlein Fieselschweif eine wichtige Rolle spielt.

Das Schlaue Buch: Die Geheimnisse des Fähnlein Fieselschweif
“Der verlorene Zehner“

Die Auswahl der Comics ist interessant, denn vertreten sind Geschichten die von u. a. Vicar, Mau Heymans, Daan Jippes, Marco Rota, Tony Strobl, Kari Korhonen, Giorgio Cavazzano und Romano Scarpa gezeichnet wurden. Carls Barks‘ “Der verlorene Zehner“ ist nicht enthalten, doch dafür kamen seine Geschichten “Die sieben Städte von Chibola“, “Test am Graupelpass“, “Orden und Ehrenzeichen“, “Die braven Brückenbauer“ und “Das Ungeheuer vom Schwefelsee“ zum Abdruck.

Das Schlaue Buch: Die Geheimnisse des Fähnlein Fieselschweif
“Die sieben Städte von Chibola“

Der Auftakt des Buchs ist jedoch der Comic „Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek“. Hier konstruiert der studierte Bauingenieur Don Rosa einen Zusammenhang zwischen dem Schlauen Buch und der Bibliothek von Alexandria, die alles Wissen des ersten Jahrtausends der Menschheit beherbergte.

Das Schlaue Buch
„Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek“

Leider ist diese Comic-Anthologie etwas unübersichtlich gegliedert, Die Geschichten sind nicht chronologisch, sondern willkürlich aneinandergereiht und zudem auch nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt, sondern nur im Anhang des Buchs und dort auch noch ohne die Seitenzahlen aufgelistet. In diesem Band würden Tick, Trick und Track nicht so schnell fündig geworden, wie in ihrem Schlauen Buch.

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Volker Reiche: Kiesgrubennacht

Der sechste Beitrag zu Suhrkamps Comicreihe ist zur Abwechslung einmal keine Adaption einer literarischen Vorlage sondern eine autobiographische Geschichte. Volker Reiche (Snirks Café) arbeitet das äußerst problematische Verhältnis zu seinem Vater auf, den er bereits 1973 wegen dessen Nazi-Vergangenheit und einer ominösen nächtlichen Erschießungsaktion in einer Kiesgrube zur Rede stellen wollte. Der 40 Jahre danach entstandene Comic zeigt auch wie ihm dies damals total misslang und zugleich auch endgültig von seinem Vater entfremdet hat.

Volker Reiche: Kiesgrubennacht

Reiches Vater war während des Zweiten Weltkrieges Kriegsberichterstatter. Obwohl er das Grauen an den Fronten erlebte, versuchte er sich als “Dichter des Führers“ und produzierte Nazi-Lyrik. Das Kernstück des Comics sind Volker Reiches Erinnerungen an seine Jugend in der Nachkriegszeit. Der Vater war ein unberechenbarer Familientyrann, der die Mutter mit Faustschlägen züchtigte und in den Alkoholismus trieb. Als die Ehe schließlich in die Brüche ging, waren Reiche und dessen vier Geschwister nicht unglücklich darüber, dass der Vater aus ihrem Leben verschwand. Später erfuhr Reiche, dass er danach viele weitere Frauen unglücklich gemacht hatte.

Volker Reiche: Kiesgrubennacht

Doch Reiches Jugend war nicht nur freudlos, ein absoluter Lichtblick waren die Micky-Maus-Hefte mit den grandiosen Entengeschichten aus der Feder von Carl Barks. Dies Lesevergügen führte dazu, dass Volker Reiche auch Donald-Duck-Comics zeichnete. Mit Kiesgrubennacht gelang ihm ein unglaublich vielschichtiger Comic, der nicht nur markante Kapitel aus Reiches Jugend nacherzählt, sondern diese auch noch auf eine recht originelle Art interpretiert. Hierzu setzt Volker Reiche das Bestiarium aus seinem Comic-Strip Strizz ein. Er zeigt auch, wie er seine zu Papier gebrachten Erinnerungen mit dem selbstsüchtigen Kater Herrn Paul sowie den sehr viel einfühlsameren Hunden Tassilo und Müller diskutiert. Diese Einschübe befremden zunächst ein wenig, geben dem Werk jedoch eine zusätzliche Tiefe und machen die Geschichte dreidimensional.

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Die Ducks in den Alpen

Die in der am 24. August 2012 erschienenen Ausgabe der Micky Maus gestartete 8-teilige Serie “Die Ducks in Deutschland“ entwickelte sich zu einem kapitalen Erfolg. Die Auflage des Traditionsmagazins stieg an, die Preise der bei ebay angebotenen Micky Maus Hefte mit den vom ZeichnerJan Gulbransson und Autor Michael Kompa konzipierten Episoden hoben ab und der 2013 erschienene Sammelband mit der kompletten exklusiv für die deutschsprachige Micky Maus produzierten Geschichte sowie interessanten Bonusmaterial verkaufte sich ebenfalls sehr gut.

Die Ducks in den Alpen
Softcover-Cover

Jetzt folgt der zweite Streich. Obwohl bei “Die Ducks in den Alpen“ mit der Schweiz und Österreich gleich zwei Länder bereist werden, ist die Serie diesmal nur vierteilig und erscheint 2013 in den Micky Maus Heften 45 bis 48. Im April 2014 folgt dann der Sammelband. Der Aufhänger der Geschichte ist ein Elefant, der direkt aus jenem Geschlecht stammt, das einst mit Hannibal die Alpen überquerte und auf beiden Seiten ein sternförmiges Muttermal trägt. Aufgrund einer komplizierten sich dem Leser nicht wirklich erschließenden Rechtslage entscheidet der Besitz eines der Nachfahren dieses Dickhäuters darüber, wem das Vermögen von Dagobert Duck gehört. Dieser und Klaas Klever sind beide Nachfahren von Hannibal bzw. von dessen Halbbruder Hasdrubal und wer zuerst einen sternförmig gemusterten Elefanten findet, dem gehört der Inhalt von Dagoberts Geldspeicher.

Die Ducks in den Alpen
Hardcover-Cover

Diese etwas arg konstruierte Vorgeschichte ist dann der Vorwand um Dagobert, Donald und die Neffen durch die Alpenregion zu jagen. Dabei treffen sie in Städten wie Basel, Zürich, Genf, Bern, Innsbruck, Graz, Salzburg oder Wien auf Promis wie Emil Steinberger, Bruno Ganz, Nicki Lauda, DJ Ötzi, Senta Berger, „Mörtel“ Lugner aber auch auf Sissi. Eine Menge Holz für eine 44-seitige Geschichte, was sich in teilweise ganz schön überladenen Comicseiten niederschlägt. Doch dem Münchner Zeichner Jan Gulbransson und dem spanischen Inker Ferran Rodriguez gelangen Bilder im allerbesten am legendären Carl Barks orientierten Disney-Stil, die durch die akkurat abgebildeten europäischen Schauplätze zusätzlich an Reiz gewinnen. Es ist zu hoffen, dass die Micky Maus auch weiterhin selbst produzierte Geschichten wagt.

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Die Ducks in Deutschland

Auch die am 24. August 2012 erschienene Ausgabe der “Micky Maus“ verzichtete nicht auf einen Gimmick und dem diesmal etwas dickeren Comicheft wurde (nicht zum ersten Mal) eine ziemlich wuchtige “elektrische Soundmaschine“ beigelegt. Die Hauptattraktion dürfte jedoch ausnahmsweise mal nicht das beigepackte Spielzeug, sondern “Eine Comic-Reise in 8 Teilen“ sein. In den nächsten Wochen reisten die Ducks durch Deutschland und Teile der vom Zeichner Jan Gulbransson und dem Autor Michael Kompa konzipierten Geschichten wurden auch samstags in der Bild-Zeitung veröffentlicht.

Die Ducks in Deutschland
Hardcover-Cover

Die Ducks in Deutschland“ ist kein Lizenzmaterial sondern wurde eigens für die deutsche „Micky Maus“ produziert.  Als Zeichner fungierte Jan Gulbransson, der bereits in Ehapas leider eingestellter Reihe “Disneys Hall of Fame“ mit einem Band geehrt wurde, das Inking stammt vom Spanier Ferran Rodriguez. Die Geschichte erzählt davon, dass sich Onkel Dagobert und Klaas Klever im Milliardärsclub darüber streiten, wer der bessere Schatzsucher ist. Um dies herauszufinden versuchen sie den sagenhaften Schatz der Gräfin Tusnelda von Tarn und Tuxis zu finden. Die erste Spur führt nach Berlin…

Die Ducks in Deutschland
Softcover-Cover

In den nächsten Wochen verschlug es die Ducks nach Hamburg, ins Ruhrgebiet, nach München, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Dresden. Bemerkenswert sind die Geschichten, nicht nur dadurch, dass hier altvertraute Disney-Charaktere in der deutschen Gegenwart agieren, sondern auch durch die Beigabe von allerlei Lokalkolorit. So hat Donald mit einer extrem scharfen Currywurst zu kämpfen, während Klaas Klever perfekt berlinert. Knorke!

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Mittlerweile liegen “Die Ducks in Deutschland” auch in einem Buch als Gesamtausgabe vor. Enthalten sind neben der kompletten Geschichte die entsprechenden Seiten aus dem Enten-Kurier und der BILD-Zeitung sowie ein Interview mit Jan Gulbransson. 2013 folgte in den Micky Maus Heften 45 bis 48 mit “Die Ducks in den Alpen“ der zweite Streich.

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Die Kunst des Comic-Sammelns

Das sehr schlichte Cover, auf dem wenig mehr als eine Unterschrift des legendären Enten-Zeichners und Onkel-Dagobert-Erfinders Carl Barks zu sehen ist, stimmt nicht wirklich auf die Pracht ein, die dann zwischen den beiden Buchdeckeln enthalten ist.

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Beim ersten Blättern sind es die großformatigen aber auch großartigen Fotos von Sandra Mann, die sofort zu gefallen wissen. Zu sehen sind Porträts von Menschen, die jedem der schon einmal eine größere Comicveranstaltung besucht hat, bekannt vorkommen dürften. Umgeben sind diese Sammler von ihren Schätzen, also von Comics, von Originalzeichnungen, von Figuren und sonstigen Merchandise-Objekten. Sandra Mann fängt diese Menschen und ihre Beuteobjekte aus interessanten Perspektiven ein. Dabei arbeitet sie mit Unschärfen und Detailvergrößerungen. Sie schreckt aber auch vor schrillen Farbkontrasten nicht zurück.

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Heinz Fürst von Sayn-Wittgenstein und Gattin fotografiert von Sandra Mann

Doch auch die Texte von Alex Jakubowski sprechen für diesen Prachtband. Der Autor und Comic-Freund hat 15 verschiedene Menschen ausgewählt, die sich auf unterschiedliche Art überdurchschnittlich für Comics interessieren und deren Wohnungen oder Lagerräume regelrechte Museen sind. Herausragend ist dabei sicherlich Heinz Fürst von Sayn-Wittgenstein, der in einem Palast auf Mallorca residiert und dort seine Vorliebe für Gold, Onkel Dagobert und Original-Kunstwerken von Carl Barks ausleben kann. Der Adlige plant für seine etwas kitschig präsentierte Sammlung sogar ein öffentliches Museum irgendwo auf dem Kontinent, natürlich in Form eines Geldspeichers.

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Günther Polland fotografiert von Sandra Mann

Bemerkenswert sind aber auch Michael Gref und Günther Polland. Es gibt nur wenige namhafte Comickünstler von denen diese beiden Sammler nicht mindestens eine Originalzeichnung besitzen.

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Heiner Jahnke fotografiert von Sandra Mann

Nicht fehlen, darf in diesem Buch natürlich Deutschlands Comicsammler Nummer Eins. Der hünenhafte Zottel Heiner Jahnke hortet seit fast 50 Jahren nicht nur Comics, sondern auch Sammelalben, Filmprogramme oder Adventskalender. Er stand zwar für ein umfangreiches Interview, aber – im Gegensatz zu den anderen in diesem Buch präsentierten Sammlern – nicht für eine Fotosession inmitten seiner Schätze, zur Verfügung. Da Jahnke Unmengen von Sammelobjekte zusammengetragen hat, war in seiner Wohnung kein Platz mehr um Jakubowski und Mann zu empfangen…

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