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Judge Dredd

Eine ganze Weile bestand Unklarheit darüber, ob Schwarzenegger oder Stallone die Rolle des Judge Dredd bekommen würde. Mit Schwarzenegger wäre sicherlich etwas mehr von der schwarzhumorigen Selbstironie der seit 1977 erscheinenden englischen Comic-Vorlage in den Film hinein gerettet worden.

Judge Dredd

Doch nachdem Sylvester Stallone als Komödiant ganz bitter (und ganz im Gegensatz zu Schwarzenegger) auf die Schnauze gefallen war, versteift er sich auf die Verkörperung von (bestenfalls tragisch gebrochenen) Helden-Figuren. Trotzdem funktionierte Stallones vorheriges Werk, der phantasievoll ausgestattete Zukunfts-Thriller Demolition Man auch als Satire auf übertriebene Political Correctness.

Judge Dredd

Stallones Film-Version des britischen Comics von 1995 hingegen nimmt Judge Dredd erschreckend ernst. Der Film präsentiert eine Horde militanter Gesetzeshüter, die gleich vor Ort vollstrecken dürfen, ziemlich bierernst als brauchbare Lösung zur Verbrechens-Bekämpfung. Damit es nicht allzu peinlich wird, gibt es mit Judge Hershey (Diane Lane) eine leicht kritische Kollegin und den Kleinkriminellen Fergee (Rob Schneider) als sprücheklopfenden Sidekick.

Judge Dredd

Außerdem darf Stallone als Dredd etwas menschlicher werden (und im Gegensatz zum Comic auch sehr häufig ohne den nur noch das Kinn freilassenden Helm herumlaufen), nachdem er fälschlicherweise für einen Mord verurteilt wird.

Judge Dredd
Abgesehen von Armande Assante, der Dredds Zwillings-Klone wirklich sehr düster und bedrohlich verkörpert, hat der Film eigentlich nur seine manchmal wirklich überwältigende Ausstattung zu bieten. Vor allem bei den viel zu raren Außenaufnahmen und den Schwenks durch den gut bevölkerten Luftraum von Mega City reicht der Film an die urbanen Phantasien von “Metropolis“, “Blade Runner“ und “Brasil“ heran. Schade dass die phantastischen Kulissen fast ausschließlich von Pappkameraden bewohnt werden und der Film nicht mehr als soliden Mainstream bietet.

Judge Dredd

2012 kam mit Dredd eine sehr viel gelungenere deutlich werkgetreuere Verfilmung der britischen Comicserie in die Kinos.

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Dredd

In Großbritannien ist der 1977 vom Autor John Wagner und dem Zeichner Carlos Ezquerra erfundene Judge Dredd die populärste Comicfigur überhaupt. Dessen Abenteuer erschienen seit der zweiten Ausgabe regelmäßig im britischen Comic-Magazin 2000 AD. Die Geschichten spielen in der US-Zukunfts-Metropole Mega City One, die 400 Millionen Einwohner beherbergt und nur noch durch eine Elite-Einheit der Polizei zu beherrschen ist. Diese Mega-Cops sind zugleich auch Richter und vollstrecken ihre (Todes-) Urteile meistens gleich am Tatort.

Dredd

Die Comic-Geschichten bieten temporeiche Action, sind zugleich aber auch Satire auf übersteigerte Law and Order-Mentalität. Judge Dredd ist sowohl Held, der für das Gesetz eintritt, als auch Schurke, der zu äußerst drastischen Methoden greift. So steht die kritische Grundhaltung der oftmals äußerst opulent bebilderten spannenden Geschichten durchaus in der Tradition britischer Anti-Utopien wie George Orwells 1984 oder Aldous Huxleys Schöne Neuer Welt.

Dredd

1995 entstand eine sehr aufwändige Verfilmung von Judge Dredd mit Sylvester Stallone, die alles andere als werkgetreu geraten ist. Zwar spielt die Geschichte zunächst durchaus in der düsteren Comic-Welt von Mega City One und beeindruckt durch erstklassiges Set Design sowie ein erlesenes Darsteller-Ensemble. Doch plötzlich macht Judge Dredd Dinge, die er im Comic niemals tun würde. Er nimmt seinen Helm ab und – schlimmer noch! – beginnt an seiner brachialen rechtschaffenen Lebensphilosophie zu zweifeln. Schließlich mutiert Judge Dredd gar noch zum Gutmenschen.

Dredd

Es sollte 17 Jahre dauern, bis diese Scharte ausgewetzt wurde. Für den recht preiswert von Pete Travis in Südafrika in Szene gesetzten britischen Film Dredd wurde sogar John Wagner, der Schöpfer der Comicfigur, zu Rate gezogen, der von der 1995er Verfilmung bitter enttäuscht war. Der Drehbuchautor Aley Garland (The Beach, 28 Days Later) überzeugte Wagner dadurch, dass er den Film nicht mit Versatzstücken aus der Comicserie vollstopfte, sondern einen ganz normalen Arbeitstag aus dem Leben von Judge Dredd schilderte. Dieser hatte lediglich ein von Kriminellen besetztes gewaltiges Hochhaus zu stürmen, wobei er feststellen musste, dass seine schwerbewaffneten Gegner “nicht sonderlich kooperativ“ waren.

Dredd

Mit dem Neuseeländer Karl Urban (Star Trek, R. E. D. – Älter. Härter. Besser) wurde ein uneitler Hauptdarsteller gefunden, der kein Problem damit hatte, einen Großteil seines Gesichts hinter einem Helm zu verstecken.

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Für einen echten Männerfilm gibt es erstaunlich viele tragende weibliche Rollen. Olivia Thirlby (Juno) überzeugt als mental höchst begabte Judge-Rekrutin Cassandra Anderson und trägt zum Glück keinen fast alles verbergenden Helm. Lea Headey (300) hingegen geht voll auf in der Rolle der gemeingefährlichen Drogenbaronin Ma-Ma und (Vorsicht, Spoiler!) stirbt extrem langsam.

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Dredd ist ein niemals blöder, knallharter, wirklich mitreißender Actionfilm, der besonders gut in der 3D-Fassung funktioniert.

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