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Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Das doppelte Lottchen

Nach “Der 35. Mai“, “Pünktchen und Anton“ sowie “Emil und die Detektive“ legt Isabel Kreitz (“Die Entdeckung der Currywurst“, “Rohrkrepierer„) ihre vierte Comic-Adaption eines Jugendbuchs von Erich Kästner vor. Diesmal hat sie sich dessen möglicherweise erfolgreichstes Buch “Das doppelte Lottchen“ ausgesucht.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Das doppelte Lottchen

Kästner erzählt die Geschichte von zwei Zwillings-Schwestern, die sich zufällig in einem Ferienheim kennenlernen. Während Luise Palfy bei ihrem Vater in Wien lebt, wohnt Lotte Körner bei ihrer Mutter in München. Die Mädchen beschließen ihre Rollen zu tauschen. So lernt Luise erstmals ihre Mutter kennen und Lotte trifft auf ihren Vater. Die Zwillinge versuchen ihre Eltern wieder zu verkuppeln.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Das doppelte Lottchen

Während der Nazi-Zeit Kästner wollte aus der Geschichte ein Drehbuch machen, setzte sie nach Kriegsende jedoch in Romanform um. “Das doppelte Lottchen“ wurde häufiger verfilmt als alle anderen Bücher von Kästner. Bereits 1950 entstand eine deutsche Verfilmung und Walt Disney setzte den Stoff mehrmals um, wobei Geschichte und Ensemble “modernisiert“ wurden.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Das doppelte Lottchen

Im Comic von Isabel Kreitz ist jedoch jederzeit zu spüren, dass “Das doppelte Lottchen“ nicht in unserer Gegenwart spielt. Doch im Gegensatz zu ihren drei vorherigen Kästner-Adaptionen orientierte sich Kreitz diesmal etwas weniger an den Zeichnungen von Walter Trier, der das Titelbild und zahlreiche Innenillustrationen für “Das doppelte Lottchen“ anfertigte.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Das doppelte Lottchen
Buch-Illustration von Walter Trier

Kreitz greift zwar Elemente und Kompositionen der Illustrationen auf, setzt diese jedoch in einem weniger reduzierten Zeichenstil als Trier um.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Das doppelte Lottchen

Doch auch diesmal ist das Resultat die sehr erfreuliche Wieder- oder Erstbegegnung mit einem Kästner-Klassiker.

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Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Emil und die Detektive

Auf einer Bahnfahrt zu seiner Oma nach Berlin wird der zwölfjährige Provinzler Emil Tischbein vom rücksichtslosen Herrn Grundeis um 140 Mark beraubt. In der Reichshauptstadt angekommen, versucht Emil das Geld auf eigene Faust wieder zurückzubekommen. Unterstützung findet er bei einer Bande listiger und lustiger Berliner Gören, die unter dem Motto “Parole Emil!“ alles dransetzten um Grundeis zu überführen…

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Emil und die Detektive

1929 schrieb der Zeit seines Lebens kinderlos gebliebene, doch stark auf seine Mutter fixierte, Erich Kästner sein erstes Buch für junge Leser. “Emil und die Detektive“ wurde als Theaterstück und in vielen Kinofilmen ebenfalls zu einem gewaltigen Erfolg. Kästner startete anschließend auch als Kinderbuchautor durch, schuf mit “Das fliegende Klassenzimmer“ sein Meisterwerk in diesem Genre. Emil ließ Emil er noch einmal in “Emil und die drei Zwillinge“ auftreten.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Emil und die Detektive

Einige Filme wie die Disney-Version von 1964 oder die Neuverfilmung mit Jürgen Vogel als Herr Grundeis von 2001 haben versucht “Emil und die Detektive“ dem Zeitgeist anzupassen und die Geschichte der jeweiligen Gegenwart anzupassen. Doch Kästners Buch ist zwar zeitlos, atmet aber den Geist des Berlins der Weimarer Republik. Das bei aktuellen Neuauflagen zur Verwendung kommende simple aber schöne – mittlerweile auch auf Briefmarke – verewigte Titelbild ist dabei fester Bestandteil des Emil-Mythos.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Emil und die Detektive

Das Cover und die Innenillustrationen stammen von Walter Trier, der noch viele weitere Bücher von Kästner bebildert hat, darunter den nicht für jugendliche Leser bestimmten Roman “Der kleine Grenzverkehr“. Genau wie zuvor schon bei Kästners Kinderbüchern “Der 35. Mai“ und “Pünktchen und Anton“ hat Isabel Kreitz (“Die Entdeckung der Currywurst“, “Rohrkrepierer„) aus “Emil und die Detektive“ einen Comic gemacht, der hundertprozentig so wirkt als wenn Walter Trier ihn höchstpersönlich Anno 1929 gezeichnet hätte.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Emil und die Detektive

Dazu gehört natürlich auch, dass Erich Kästner Gastauftritte als Comicfigur absolviert. Isabel Kreitz adaptierte danach mit “Das doppelte Lottchen“ noch ein weiteres Kästner-Buch als Comic.

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Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Pünktchen und Anton

Pünktchen alias Luise Pogge ist ein Töchterchen aus besserem Hause. Dennoch schleicht sie sich immer wieder – gemeinsam mit ihrem Kindermädchen Frl. Andacht – aus der geräumigen Wohnung um im nächtlichen Berlin Streichhölzer zu verkaufen. Außerdem versucht sie ihrem Freund Anton zu helfen, der die Schule vernachlässigt um seine kranke Mutter zu pflegen. Als Frl. Andachts Verlobter Robert plant die Wohnung der Pogges auszuräubern versuchen Pünktchen und Anton dies mit vereinten Kräften zu verhindern…

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Pünktchen und Anton

Erich Kästners “Pünktchen und Anton“ erschien erstmals 1931. Anders als dessen Kinderbücher “Emil und die Detektive“, “Das doppelte Lottchen“ oder “Das fliegende Klassenzimmer“ ist dieses Werk (das zudem von Kästner auch noch mit moralisierenden “Nachdenkereien“ garniert wurde) sehr viel weniger zeitlos. Das zeigte sich auch in der bemühten aber nur bedingt funktionierenden Verfilmung von 1999, in der Caroline Link (“Nirgendwo in Afrika“) die Handlung in das München der Gegenwart verlegte. Ich hatte jedoch das Vergnügen “Pünktchen und Anton“ einst als Weihnachtsmärchen im Hamburger Schauspielhaus zu sehen. Hier wurde beim Bühnenbild mit großem Aufwand das Berlin der Dreißiger Jahre rekonstruiert und vor diesem Hintergrund funktionierte die Geschichte bestens.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Pünktchen und Anton

Dies scheint die Zeichnerin Isabel Kreitz (“Die Entdeckung der Currywurst“, “Rohrkrepierer„), die bereits aus Kästners “Der 35. Mai“ einen Comic machte, ähnlich zu sehen. Sie setzte auch “Pünktchen und Anton“ im flotten Stile von Kästners “Hausgrafiker“ Walter Trier in Szene und verwendet große Sorgfalt darauf die brodelnde Atmosphäre des nächtlichen Berlins der frühen 30er Jahre einzufangen. Dadurch wirkt Kästners in Prosaform etwas angestaubt erscheinender “Roman für Kinder“ so frisch wie zum Zeitpunkt seiner Erstveröffentlichung.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Pünktchen und Anton

Isabel Kreitz schuf danach mit “Emil und die Detektive“ und „Das doppelte Lottchen“ weitere Comic-Adaptionen von Kästner-Büchern.

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Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Der 35. Mai

Konrad ist in der Schule recht gut im Rechnen, aber mit der Fantasie hapert es etwas. Daher ist er leicht überfordert als er einen Aufsatz über die Südsee schreiben soll. Doch zum Glück ist gerade der 35. Mai und Konrads Onkel, der Apotheker Ringelhuth, hat Nachtdienst und daher Zeit für eine ausgedehnte Exkursion in die Südsee. Auf dem Rücken des Rollschuh fahrenden Zirkuspferdes Negro Kaballo treten sie die Reise an. Doch bevor sie schließlich auf die karierte Stammesprinzessin Petersilie treffen, stehen noch reichlich Abenteuer an, u. a. im Schlaraffenland (“Eintritt frei, Kinder die Hälfte“) und in einer komplett von Kindern regierten Welt.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Der 35. Mai

1931 schrieb Erich Kästner “Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ und das Buch liegt mittlerweile bereits in der 50. Auflage (!) vor. Während Kästners sonstige Kinderbuchklassiker wie “Emil und die Detektive“ oder “Das fliegende Klassenzimmer“ immer fest in der Realität verankert sind, überrascht er hier durch eine schier unerschöpfliche Fantasie und Fabulierfreude.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Der 35. Mai

Genau wie bei fast allen Kinderbüchern Kästners stammt auch bei “Der 35. Mai“ das Titelbild aus der unverwechselbaren Feder Walter Triers. Die schwarzweißen Innenillustrationen schuf jedoch Horst Lemke und sie sind zwar ganz hübsch, aber eben doch kein Trier (besonders empfehlenswert ist übrigens Kästners Buch “Der kleine Grenzverkehr“, das komplett und farbig von Trier bebildert wurde).

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Der 35. Mai

Die Frage, wie es ausgesehen hätte, wenn Walter Trier “Der 35. Mai“ komplett bebildert hätte, beantwortet jetzt die Comiczeichnerin Isabel Kreitz (“Die Entdeckung der Currywurst“, “Rohrkrepierer„). Sehr nahe an Kästners Geschichte sowie an Triers Zeichenstil und Farbgebung liefert sie eine gleich zweifach werkgetreue Comicadaption, deren Lektüre ebenso viel Vergnügen bereitet wie das Originalbuch. Dieses bemerkten auch die Juroren des 13. Internationalen Comic-Salons in Erlangen und sie kürten “Der 35. Mai“ zum “Besten Comic für Erwachsene“.

Isabel Kreitz nach Erich Kästner: Der 35. Mai

Isabel Kreitz schuf danach mit “Pünktchen und Anton“, “Emil und die Detektive“ sowie “Das doppelte Lottchen“ weitere Comic-Adaptionen von Kästner-Büchern.

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