Schlagwort-Archive: enthält: Enthält: “US- Catwoman vol. 4” #1 – #6 (November 2011 bis April 2012); Text: Judd Winick

Catwoman # 1

Zu den 52 neu gestarteten DC-Serien gehörte auch “Catwoman”. In ihren 72 Jahren, in denen sie – Catwoman/Selina Kyle – nun untrennbar zum DC-Universum gehört und ganz besonders zum Batman-Universum hat der Charakter schon viele Wandlungen durchgemacht. Bei ihrem ersten Auftritt in US-BATMAN #1 vom Frühling 1940 war sie eine gewöhnliche Diebin, Frank Miller machte 1987 in “Batman: Year One“ eine Hure aus ihr. Mindy Newell entwickelte ihre Origin zwei Jahre später weiter und führte Selinas Schwester Magdalene ein. Um sie (Magdalene) vor ihrem (Selinas) Zuhälter Stan zu retten macht sie (die Autorin Mindy Newell) sie (Selina) zur Mörderin.

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Normalausgabe

Mittlerweile hatte es nie eine Schwester gegeben (demnach auch keinen Mord) – Jeph Loeb deutet in seinen drei Meisterwerken (“Batman: The Long Halloween”, “Batman: Dark Victory” und “Catwoman: When in Rome”) an, dass Selina die Tochter vom Mafiaboss Carmine Falcone sein könnte – freilich ohne es zu „beweisen“, beziehungsweise zu widerlegen.

Selina hattte sexuelle Kontakte zu Slam Bradley und zu dessen Sohn Slam Bradley Jr.. Von Slam Bradley Jr. hat sie ein Kind: Helena Kyle. Ihre Schwester Maggie taucht doch wieder auf und diesmal wird Selina (wieder?) zur Mörderin: Black Mask treibt es zu weit und der einzige Ausweg scheint eine Kugel zwischen seine Augen. Selina erfährt, dass die von Zatanna gebrainwashed wurde – dies gilt fortan als Erklärung für ihre Wandlung von böse nach gut.

Und zwischendurch immer wieder Batman! Ihre Beziehung durchlebt alle Höhen und Tiefen. Schon damals hatte es bei ihrem ersten Aufeinandertreffen zwischen Batman und Catwoman ordentlich gefunkt. Ihre Beziehung erfährt in der Storyline “Hush“ eine ungekannte Tiefe und danach ebenso in der Fortsetzung “Heart of Hush“. In den Comics wird es zur Selbstverständlichkeit, dass Bruce bei Selina übernachtet. Sogar schließt er für einen Moment nicht aus, dass er der Vater von Selinas Kind sein könnte.

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Variant

Man sieht – erstens – Figuren durchleben viele Wandlungen und – zweitens – diese Wandlngen brauchen keinen Bestand zu haben und – drittens – für eine gute Story gehen die Autoren mitunter sehr weit. Wobei die Feststellung erlaubt sei, dass “gut“ oft mit kommerziellem Erfolg gleichgesetzt wird. Dass die vorliegende Comicgeschichte einen finanziellen Erfolg für DC-Comics darstellt, ist nicht von der Hand zu weisen. Ebenso, dass sie für viel Aufsehen und Diskussionsstoff in Amerika sorgte. Was ist geschehen?

Judd Winick beschreibt Selina sehr (scheinbar) neu und anders, aber letzlich doch nicht, sondern “nur“ expliziter, drastischer.und extremer. Sie ist, und sie war es immer schon, eine attraktive Frau, eine Diebin und Kriminelle und fühlt sich zu Batman hingezogen und er zu ihr ebenfalls. Und gleich im ersten Heft haben sie und Batman einen ziemlich heftigen sexuellen Kontakt im Hotelzimmer. Keine Angst – es bleibt jugendfrei in der künstlerischen Umsetzung, denn wie der Titel der Story schon sagt, “…and most of the costumes stay on….”.

Starke Parallelen zu Millers Zusammentreffen von Batman und Black Canary in “All Star Batman“ sind unverkennbar. Hier geht es genauso heftig und eindeutig zu und auch hier blieb ein Großteil der Kostüme an. Überhaupt scheint es Winick immer und in jeder Situation darauf anzulegen, Selina und ihr Leben völlig drastisch und übertrieben darzustellen: Immer auf der Flucht, immer in Gefahr, von einem Extrem ins andere sich begebend, Leben am Anschlag. Das gelingt ihm sehr gut, keine Frage; es liest sich schnell und flüssig. Da spritzt Blut durchs Panel, da beißt Selina einer Gegnerin ein Ohr ab, zerlegt auch andere Körperteile und pult mit ihren Krallen einem Mafiosi ein Auge aus. Winick charakterisiert seine Catwoman – er wertet ihr Leben nicht. Ihr Verhalten kann man extrem clever finden, oder sehr oberflächlich. Ist sie nur leichtsinnig oder schlicht unbeschwert waghalsig? Aber immer wieder schafft sie es, sich aus den Situationen zu retten, in die sie sich selbst hineinmanövriert. Wie sie ist und ob es einem gefällt, soll jeder für sich entscheiden. Neu ist auf jeden Fall, dass in dieser Deutlichkeit in einem monatlichen Mainsteam-Comic all dies (bei DC) so klar, drastisch und eindeutig dargestellt wird. Die Frage, warum es so ist, kann auch jeder für sich selbst entscheiden. Ist es tarantinoesk? Billig? Anbiedernd? Gute Popcorn-Unterhaltung? Ehrlich? Überfällig?

Auf jeden Fall liefert der sehr sympathische, 1979 auf Mallorca geborene Zeichner Guillem March ordentliche Arbeit ab! Seine Mimik und Gestik, die er den Figuren verpasst, stimmt und überzeugen. Die Körpersprache ist brillant. Hier zeigt der Künstler, der seine ersten Arbeiten für den spanischen Playboy ablieferte, all sein Können bezüglich Anatomie – besonders weiblicher. Dies ist also der Beginn einer ganz neuen Catwoman…….. bis zum nächsten Reboot……..

Norbert Elbers


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Desierto – Tödliche Hetzjagd

Ein Transporter, der 14 Menschen in die USA schmuggeln soll, hat In den Weiten der mexikanischen Sonora-Wüste einen Motorschaden. Die Migranten überwinden die US-Grenze zu Fuß und geraten direkt ins Zielfernrohr des selbst ernannten Ordnungshüters Sam. Dieser hat die Gruppe innerhalb kürzester Zeit bis auf zwei Mexikaner dezimiert, doch Moises und Adela erweisen sich als zäh und wehrhaft…

Desierto - Tödliche Hetzjagd

Jeffrey Dean Morgan, der bereits in der Verfilmung des Comic-Klassikers “Watchmen“ in der Rolle des eher als Vigilant denn als Superheld tätigen Comedians überzeugte, spielt auch den Sam mit großer (selbst-)zerstörerischer Energie. Jonás Cuarón, der Sohn des gefeierten mexikanischen Filmemachers Alfonso Cuarón („Gravity“)“, erweist sich als eigenständiger Regisseur. Er verwendet kaum Zeit darauf die Personen zu charakterisieren, sondern schickt sie ohne große Vorgeschichte mitten hinein in die Bleiwüste. Auf eine nur scheinbar simple und sehr direkte Art baut Cuarón sofort große Spannung auf.

Desierto - Tödliche Hetzjagd

Eine kurze Szene am Anfang des Films, in der Sam auf einen rechtschaffenden US-Streifenpolizisten trifft, stellt den Scharfschützen als auf eigene Faust handelnden Einzeltäter dar, der sich nur mit seinem Hund gut versteht. Doch wer mag kann die mexikanisch-französische Co-Produktion auch als Kritik an der US-Einwanderungspolitik und den laschen Waffen-Kontrollgesetzen interpretieren. Dass „Desierto“ ein derart packender Film geworden ist, kann natürlich tatsächlich auch daran liegen, dass die Geschichte alles andere als wirklichkeitsfern ist.

Desierto - Tödliche Hetzjagd

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