Schlagwort-Archive: Fantasy

Ork-Saga

Michael Peinkofers Fantasy-Welt mit ihren Zwergen, den noch etwas unterentwickelten Menschen, sowie den Elfen und Dunkelelfen, dürfte jedem der schon einmal einen “Herr der Ringe“- oder “Hobbit“-Film gesehen hat, recht vertraut vorkommen.

Ork-Saga

Doch in (bisher) fünf seiner Romane bricht der Autor eine Lanze für Kreaturen, die in den Büchern von J. R. R. Tolkiens – und vielleicht noch stärker in den Filmen von Peter Jackson – ganz, ganz schlecht wegkommen.

Ork-Saga

Zentrale Figuren dieser Reihe von Peinkofer sind mit den Brüdern Balbok und Rammar zwei Vertreter des in Horden auftretenden Volkes der Orks. Während Rammar ein für seine Spezies typischer Raufbold ist, sticht Balbok durch eine gewisse Intelligenz hervor. So ist er etwa in der Lage zu zählen, was ihn für ein Himmelfahrtskommando als Späher qualifiziert, das er sehr zu dessen Ärger gemeinsam mit seinem Bruder antreten muss…

Ork-SagaDiese Figurenkonstellation ist keine schlechte Ausgangslage für eine Comic-Adaption. Dem Verlag Cross Cult gelang es den routinierten dänischen Zeichner Peter Snejbjerg als Zeichner zu gewinnen. Dieser war bereits innerhalb der von Neil Gaiman gestarteten Serie “The Books of Magic“ künstlerisch tätig. Der Start, der eher auf Humor als auf Magie setzenden Fantasy-Reihe, sieht recht vielversprechend aus, auch weil Balbok und Rammar bei Snejbjerg – thematisch durchaus passend – ein wenig wie Laurel & Hardy aussehen.

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Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

So ziemlich jeder kennt das verrückte Zeichentrick-Fußballspiel der Tiere, das immer wieder gerne zur Auflockerung von Sportsendungen hergenommen wird. Längst nicht jeder weiß jedoch, dass es aus dem Film „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ stammt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

In einer Mischung aus Real- und Zeichentrick-Film wird hier eine zauberhafte Geschichte über drei englische Kinder erzählt. Als London im Zweiten Weltkrieg Bomben auf London fielen, wurde das Trio aufs Land geschickt und landeten bei Hexe, die von Angela Lansbury sehr schrullig verkörpert wurde. Eglantine Price befand sich noch in Ausbildung, doch im großen Finale setzt sie ihre Kräfte erfolgreich gegen deutsche Invasions-Truppen ein.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Als sich Walt Disney Anfang der sechziger Jahre daran machte „Mary Poppins“ zu verfilmen, war er nicht sicher ob er auch die Genehmigung der Autorin P. L. Travers bekommen würde (siehe auch “Saving Mr. Banks“). Daher erarbeitete Disney mit dem selben Team ein Alternativ-Projekt. Dieses wurde, nachdem es doch grünes Licht für „Mary Poppins“ gab, erst einmal beiseite gelegt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett
10 Jahre später, nach dem Tod von Walt Disney, wurde dann mit großem Ehrgeiz versucht den Erfolg von „Mary Poppins“ zu wiederholen. Leider enttäuschte „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ an der Kinokasse. Ich persönlich schätze den phantasievoll gestalteten Film, sowie die zugehörigen Songs der Gebrüder Richard M. und Robert B. Sherman wie “Portobello Road“ oder „The Age of Not Believing“, weit mehr als die stilistisch und musikalisch recht ähnliche Gouvernanten-Schnulze “Mary Poppins“, mit ihren viel zu vielen Löffeln voller Zucker.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Dass „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ nicht zum großen Erfolg wurde, lag mit Sicherheit daran, dass nur eine gekürzte Version des zunächst fast 3-stündigen Films in die Kinos gelangte. Bei Wiederaufführungen und für die Videoveröffentlichung wurde der Film sogar noch weiter verstümmelt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett
Diese DVD enthält die Langfassung

Während bei uns auf DVD nur eine 89-minütige oft ziemlich plump gekürzte Fassung veröffentlicht wurde, liegt in den USA zum Glück eine sorgsam restaurierte 148-minütige Version auf DVD vor, die jedoch nicht auf die danach erschienene Blu-ray übernommen wurde! Diese Langfassung zeigt, dass sich der Film nicht hinter „Mary Poppins“ verstecken muss. Auch „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ hat mitreißende Songs, tolle Tricks und eine Geschichte mit viel Herz.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Extras der deutschen DVD: “Music Magic“, eine sehr informative Dokumentation über die Dreharbeiten (11:27 min, mit eingesprochenen deutschem Kommentar); “A Step In The Right Direction“, ein nicht verwendeter Song mit Fotos von den Dreharbeiten  (3:48 min, mit eingesprochenen deutschem Kommentar); Galerie mit 38 sehr schönen Fotos und Entwürfen; Die Zeichentrick-Kurzfilme “Magican Mickey“ (Mickey, Donald und Goofy, 1936) und “Trick or Treat“ (Donald Duck, 1942)

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Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Dieser Film stammt aus den finsteren Jahren nach Walt Disneys Tod als sich seine Erben eher halbherzig in allen möglichen Richtungen versuchten und sich dabei immer fragten: „Wie hätte es Walt gemacht?“ Die Antwort lautete dann meist: „So jedenfalls nicht!“ Taran ist ein blasser Held, sein Mission (ein Schweinchen vor dem bösen Hornkönig zu schützen) ist eher unsinnig und die Späße des ach so lustigen plüschigen Maskottchen Gurki sind eher nervig.

Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Immerhin gibt es tricktechnisch wenig an diesem Fantasy-Zeichentrickfilm wenig auszusetzen. Animation und Hintergrundzeichnung sind auf einem Niveau, das mit den besten klassischen Disney-Zeichentrickfilmen mithalten kann. Auch der Soundtrack von Elmer Bernstein (“Die glorreichen Sieben“) ist imposant. Doch leider ist die Story für junge Erwachsene zu unsinnig und für kleine Kinder zu erschreckend. „Taran und der Zauberkessel“ ist kein echter Klassiker, doch in jede Disney-Sammlung gehört der Film natürlich trotzdem.

Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Doch leider liegt der Zeichentrickfilm bisher leider nur als höchst unbefriedigend fürs Heimkino-Edition vor. In der zum 25. Jubiläum des Films erschienenen Neuauflage ist der Film auf DVD immerhin endlich anamorph abgetastet im 1 : 2,35 Widescreen-Format zu sehen, doch verbesserte eine Neuauflage auch auf Blu-ray wäre schon lange fällig!

Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Extras der DVD: Kurzfilm „Donald, Geister und Gespenster“ (“Trick or Treat“, 1942, 7:56 min); Galerie mit 104 sehr schönen Entwurfszeichnungen, darunter auch 5 schräge Zeichnungen, die der damals für Disney tätige Tim Burton anfertigte und einige Zeichnungen und Fotos von der “Taran“-Attraction aus dem Disneyland Tokio; Interaktives Abenteuerspiel „Die Suche nach dem Zauberkessel“

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Alex Alice: Das Schloss in den Sternen

Die Hauptfigur dieses Comics ist der junge Séraphin Dulac. Dessen Mutter stürzte 1868 mit einem Ballon ab, als sie versuchte in großer Höhe die mysteriöse Substanz “Äther“ zu erforschen.

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen

Eine wichtige Rolle im weiteren Verlauf der Geschichte spielt der bayrische Märchenkönig Ludwig II, der bereits in einer Manga-Serie und dem gar nicht so lustigen deutschen Funny-Comic “King Kini“ auftrat. Der bayrische Monarch lädt Séraphin Vater, den französischen Erfinder Professor Dulac nach Neuschwanstein ein, denn dort wurde das Logbuch seiner verunglückten Frau gefunden. Ludwig II arbeitet an einem gewaltigen Fluggerät, das mit der Kraft des Äthers das Weltall erforschen soll. Obwohl sein Vater zunächst dagegen ist, begleitet ihn Séraphin nach Bayern und erlebt das Abenteuer seines Lebens…

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen
Alex Alice, der “Das Schloss in den Sternen“ (genau wie seine ebenfalls bei Splitter erschienene Serie „Siegfried„) im Alleingang realisierte, beschwört eine Welt, in der Technik und Kultur enge Verbündete sind. Schon das Cover des Comics zeigt, was hier die Hauptinspirationsquelle war. Das Layout erinnert an die Titelbilder der von Pierre-Jules Hetzel verlegten prachtvoll illustrierten Bücher von Jules Verne. Die Geschichte ist ebenso solide erzählt und voller sensationeller Schauwerte, wie die besten Romane von Verne. Die Bilder und die Figuren hingegen lassen an Zeichentrick-Meisterwerke aus den Studio Ghibli denken, wie etwa “Das Schloss im Himmel“. Wenn innerhalb der Geschichte jedoch die Kaiserin von Österreich auftaucht, dann sieht diese selbstverständlich genauso aus wie Romy Schneider in den “Sissi“-Filmen.

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen

In Frankreich wurde “Le Château des étoiles“ zunächst in Form von sechs 24-seitigen Journalen zum Preis von je 2,95 Euro veröffentlicht. In diesem 29 x 42 cm großen “Comic-Zeitungen“ kommen die wunderschönen farbenfrohen Zeichnungen von Alex Alice noch besser zur Geltung als in den beiden nur halb so großen gebundenen Comic-Alben.

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen
Fantasy-Comics, die toll aussehen gibt es zuhauf. Fantasy-Comics, die sich wirklich lesen lassen gibt es schon weniger. Doch an einen Fantasy-Comic, der mich durchgehend zum Staunen bringt, daran glaubte ich nicht mehr. Doch dann habe ich “Das Schloss in den Sternen“ gelesen…

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Alex Alice: Siegfried

Die Siegfried-Saga existiert in verschiedenen Versionen sowie in der wohl bekanntesten, sehr freien Bearbeitung des nordischen Sagenkreises durch Richard Wagner. Der Franzose Alex Alice (“Das Schloss in den Sternen“) ließ sich von allen inspirieren und schuf, fast verborgen unter seinem spektakulären Glanz, ein überraschend archaisches Werk.glaubt bevor ich .

Alex Alice: SiegfriedWir sehen die vielschichtigen Facetten der Figuren glitzern, lernen ihre Beweggründe kennen und ihr Tun zu verstehen. Der Zeichner findet neue Wege, um sattsam bekannte Archetypen, wie etwa die Walküren, überzeugend ins dritte Jahrtausend zu retten. Alice stellt die wichtigen Fragen und gibt nicht nur visuell beeindruckende Antworten – wenngleich sein plakatives Artwork fast sein erzählerisches Talent verdeckt.

Alex Alice: Siegfried

Da hat jemand in die Mottenkiste gegriffen, alte Schätze geborgen, neu poliert und modern aufgepeppt, um sie intelligent und spannend auf seine Art zu interpretieren. Der Schluss dieses ersten Teils ist ein wunderbarer Cliffhanger, der den Leser voller Erwartung auf den zweiten Band des Dreiteilers zurücklässt. Einfach nur schön. Und dann noch der Preis von 15,80 € für satte 80 Seiten insgesamt! Für so was hätte ich in meiner Jugend … ähm, bezahlt natürlich.

Rainer Schneider

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ElfQuest – Abenteuer in der Elfenwelt

Fast genauso interessant wie die nahezu unendliche Fantasy-Geschichte des auf Wölfen reitenden und in Feindschaft mit Steinzeit-Menschen lebenden Elfenvolks ist die Story hinter den Stories. Richard Pini lernte seine Wendy durch die Leserbriefseite von Marvels “Silver Surfer“-Comics kennen. Man schrieb sich, telefonierte und heiratete. Zunächst wollten die Beiden Comics herausbringen, die auf Ralph Bakshis Zeichentrickfilm “Die Welt in 20 Millionen Jahren“ basieren. Die Pinis entschieden sich dann jedoch für eine eigene Serie, die von Wendy gezeichnet und von ihr gemeinsam mit Richard konzipiert wurde.

ElfQuest - Abenteuer in der Elfenwelt

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten erreichten die in den USA seit 1978 zunächst in Schwarzweiß und im Selbstverlag später dann bei Marvel und DC erscheinenden “ElfQuest“-Hefte schon bald eine Auflage von über 100.000 Exemplaren. Bei uns brachte ab 1984 der Bastei Verlag die Fantasy-Reihe in Farbe unter dem Titel “Abenteuer in der Elfenwelt“ an die Kioske. Parallel zu den Bastei-Comics erschien bei Goldmann auch eine sehr empfehlenswerte Romanversion in der der Auftakt des Epos nacherzählt wird. Gerade dieser Teil in dem geschildert wird wie der etwas rustikale Wolfsreiter Schnitter langsam das Herz der feinfühligen Leetah erobert, ist eine der schönsten Liebesgeschichten überhaupt.

ElfQuest - Abenteuer in der Elfenwelt

Ab 1997 veröffentlichte Carlsen die Serie erneut chronologisch aber ergänzt um einige später entstandene Seiten und gelegentliche redaktionelle Beiträge. Während Carlsen die Serie teilweise extra für die deutsche Ausgabe kolorierte, wird die neue bei Popcom (gehört zu Tokyopop) erscheinende Gesamtausgabe in schwarzweiß veröffentlicht. Im ersten Band ist im sehr informativen Vorwort von Andreas C. Knigge ist zu erfahren, dass Wendy Pini die schwarzweiße Ur-Version ihrer Comics bevorzugt, zumal Mangas eine sehr wichtige Inspirationsquelle für “ElfQuest“ waren. Die deutsche Popcom-Ausgabe erfolgt in voluminösen Hardcover-Bänden mit mehr als 300 Seiten und im Anhang sind die farbigen Titelillustrationen der deutschen Bastei-Ausgabe abgedruckt.

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Daniel Lieske: Die Wormworld Saga

Viele Zeichner träumen davon ein eigenes Comicalbum zu veröffentlichen. Für Daniel Lieske ist es eher eine Nebensache, dass Tokyopop die ersten drei Kapitel seiner “Wormworld Saga“ in Form eines sehr schönen Hardcoveralbum veröffentlicht, wobei für das schillernde Prägemotiv auf dem Titelbild gleich drei (!) Druckereien zum Einsatz kamen. Als das Buch erschien, hatte Lieske bereits das vierte Kapitel seiner Fantasy-Saga online gestellt.

0000Auf www.wormworldsaga.com ist es möglich “Die Wormworld Saga“ in mehr als 20 Sprachen gratis zu lesen. Wobei der Leser hierzu den Bildschirm-Inhalt einfach herunterscrollen muss und die Geschichte dabei kapitelweise von oben nach unten lesen kann. Da die Story gleichzeitig auch gratis im Netz zu beziehen ist, erschien „Die Wormworld Saga“ für viele Verlage ein riskantes Geschäft zu sein. Doch Tokyopop ging das Wagnis ein, wobei der unermüdlich seine Saga weitererzählende Daniel Lieske nicht die Zeit fand sich um das Layout des Buches zu kümmern.

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Doch auch in gedruckter Form funktioniert die Geschichte vom kleinen Jonas, der auf dem Dachboden seiner Großmutter Zugang zu einer Fantasy-Welt findet, allerbestens. Gleich zu Beginn seiner Erzählung verrät Lieske dem Leser zwei seiner Inspirationsquellen: Jonas besucht die Michael-Ende-Grundschule und seine Lehrerin heißt Frau Rubens. Daniel Lieskes scheinbar handgemalte farbenfrohe Bilder sind sehr sinnlich ausgefallen und die verträumte Hauptfigur wird äußerst sensibel eingeführt. Auch dass am Anfang der Geschichte Lieskes etwas arg vertraut wirkende Fantasywelt weniger interessant ausfällt, als seine einfühlsame Schilderung von Alltäglichkeiten lässt an “Narnia“ von C. S. Lewis oder “Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende denken.

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Thorgal

Obwohl der Carlsen Verlag wacker durchgehalten hat und noch 2010 den 31. Band der zumindest im französischen Sprachraum sehr erfolgreichen Serie Thorgal herausbrachte, hat Splitter auch diese Traditions-Serie übernommen.

Thorgal

Die sehr schön editierte Hardcover-Reihe startet natürlich mit dem ersten Band “Die Rache der Zauberin“ (hieß einst bei CarlsenDer Sohn der Sterne„) und erleichtert durch einen interessant zusammengestellten Anhang neuen Leser den Einstieg in die Serie. Hier gibt es neben einer Übersicht der verschiedenen Alben und Zyklen der mittelalterlichen Fantasy-Reihe auch ein sehr interessantes Interview mit dem aus Polen stammenden Zeichner Grzegorz Rosinski, der es nicht nachvollziehen kann, dass viele Kollegen ihre Bilder am Computer erzeugen.  

Dass Rosinski nicht nur ein guter Zeichner sondern auch ein ausdrucksstarker Maler ist, beweisen nicht nur seine plastischen Thorgal-Covers sondern auch der zeitgleich mit der Neuauflage des ersten Bandes erschienene aktuelle Serientitel “Die Schlacht von Asgard“. Ein Blick ins 32. Thorgal-Album zeigt, wie stark sich der Zeichner weiterentwickelt hat. Während er Ende der Siebziger Jahre noch recht traditionell flächig kolorierte, setzt er aktuell eine plastische direkte Farbgebung ein und verzichtet oft ganz auf Konturen.

Doch nicht nur zeichnerisch hat sich Rosinski freigeschwommen. Nachdem 2006 der vielbeschäftigte Autor Jean van Hamme („Largo Winch„, „XIII„) nach Band 29 die Serie verließ, kann Rosinski alleine über die Geschicke von Thorgal entscheiden. Die Nachfolge van Hammes trat der Belgier Yves Sente an, der unter der Oberaufsicht von Rosinski auch die neue Reihe “Die Welten von Thorgal“ betreut.

Die Welten von Thorgal

Als Künstler ist Rosinski hier nur noch für die Titelbilder zuständig und überrascht mit einem – zumindest für Thorgal-Verhältnisse – recht drastischen Cover. Im Mittelpunkt der zweiteiligen Miniserie Albums steht die zwar nicht eben “gute“ aber dennoch sehr beliebte – optisch etwas an die Marvel-Superheldin Elektra erinnernde – Söldnerin Kriss De Valnor. In zwei Bänden wird erzählt, was passierte bevor sie schließlich in Band 9 “Das Volk der Pfeile“ auf Thorgal traf. Yves Sentes teilweise recht drastische Schilderung von Kriss’ freudloser Kindheit ist auch ohne Thorgal-Vorkenntnisse problemlos goutierbar und macht gespannt auf den weiteren Verlauf. In Szene gesetzt hat die Geschichte der Italiener Giulio De Vita, dessen Zeichnungen durchaus an den frühen Rosinski erinnern.

Splitter veröffentlicht auch den ersten Band von “Die Welten von Thorgal“ in einem schönen Hardcoverband mit interessanten Bonusmaterial und weckt schon Vorfreude auf die vom Russen Roman Surzhenko in Szene gesetzten Abenteuer von Thorgals Tochter Louve. Mitlerweile liegt bei Splitter auch eine schöne Gesamtausgabe von Rosinskis und Van Hammes Klassiker „Die große Macht des kleinen Schninkel“ vor.

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Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär

1999 bewies Walter Moers mit diesem reich bebilderten Roman (und in einem etwas geringeren Maße mit „Käpt’n Blaubär – Der Film„), dass er nicht nur überzeugt, wenn er (wie etwa beim „Kleinen Arschloch“ oder bei „Adolf„) hart und gemein ist. Mindestens genauso lesenswert ist er als Erzähler planvoll durchgeknallter Fantasy-Geschichten. Mit diesem Buch wollte Moers, dem die gewaltige Präsens seiner Figur (etwa in der „Sendung mit der Maus“ oder als Werbeträger der Post) langsam schon etwas unheimlich wurde, seinen Käpt’n Blaubär zurückerobern und neu erfinden.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Dies gelang ihm aufs vortrefflichste und „Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär“ wurde auch international ein Erfolg. Im deutschsprachigen Raum ist das Buch wohl das phantasievollste Werk seit langer, langer Zeit und lässt sogar Michael Endes ähnlich fabulierfreudige „Unendliche Geschichte“ ganz schön alt aussehen. Dies liegt sicherlich hauptsächlich daran, dass Moers kein hochmoralisches Gleichnis auftischt, sondern uns einfach teilhaben lässt an seiner unberechenbaren Phantasie mit der er die Welt von Zamonien mit immer neuen Bewohnern und Örtlichkeiten garniert. Mit „Ensel und Krete“ und „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“ startete danach ein ganzer Reigen weiterer zamonischer Werke.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Aktuell arbeitet Walter Moers gemeinsam mit dem Illustrator Florian Biege an einer Comic-Version von „Die Stadt der Träumenden Bücher„. Da die Rechte an „Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär“ an ihn zurückgefallen sind, beschloss er beim Albrecht Knaus Verlag eine von Florian Biege kolorierte Neuauflage herauszubringen. Neben der jetzt viel detaillierteren Zamonien-Landkarte am Anfang des Buches wurde lediglich eine Illustration der später durch ein eigenes Buch zu Ruhm gekommenen Nebenfigur Rumo neu erstellt. Ansonsten hat Moers jeglichen Versuchungen nachzubessern wiederstanden, weil er mit der ursprünglichen Fassung „immer noch sehr zufrieden“ ist. Mir persönlich gefällt die farbige Neuausgabe noch besser!

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Maleficent – Die Dunkle Fee

Am Ende dieses Märchenfilms singt Lana Del Rey eine herrliche Version von „Once Upon a Dream“, dieses fürs Ballett von Peter Iljitsch Tschaikowski komponierte Musikstück wurde bereits 1958 für den Disney-Zeichentrickfilm „Dornröschen“ mit einem Text versehen. Das ist eine mehr als nette Zugabe, doch wenn der Abspann abrollt, sind ohnehin bereits alle Erwartungen übertroffen. Zu bestaunen war sehr viel mehr als ein trendiger starbesetzter Realfilm nach einem Kinderfilm-Klassiker. „Maleficent – Die Dunkle Fee“ ist als Fantasy-Film sehr viel überzeugender als Tim Burtons „Alice im Wunderland„, ja insgesamt sogar noch schöner als Disneys „Die fantastische Welt von Oz“.

Maleficent - Die Dunkle Fee

Dies liegt natürlich an der sagenhaften Angelina Jolie, sowie an der tollen Ausstattung und den unglaublichen Effekten auf Peter-Jackson-Niveau, die auch in 2D sehr plastisch wirken. Es liegt aber auch daran, dass hier nicht nur eine leicht finstere Realfilm-Version von einem der wohl optisch schönsten Disney-Zeichentrickfilmen entstanden ist, sondern etwas ganz eigenes. „Maleficent“ nimmt sich sehr viele Freiheiten und orientiert sich eigentlich nur in der Szene, in der die dunkle Fee das gerade neugeborene Dornröschen verflucht, sehr nah am Zeichentrickfilm. Es wird nicht nur eine Erklärung nachgeliefert, wieso Maleficent „böse“ geworden ist, sondern die Geschichte wird komplett neu aufgerollt.

Maleficent - Die Dunkle Fee

Dazu gehört auch, dass der Vater von Dornröschen hier ein echter Fiesling ist, den der auf seltsame Charaktere spezialisierte Südafrikaner Sharlto Copley („Distict 9„, „Elysium„) mit viel Spielfreude ansprechgend bedrohlich auf die Leinwand zaubert. Interessant ist auch der von Sam Riley („Das finstere Tal„) gespielte zum Menschen gewordene Rabe Diaval, der eine interessante Ergänzung zu Angelina Jolie ist. Etwas blass bleibt hingegen Elle Fanning als Dornröschen, während Imelda Staunton, Juno Temple und Lesley Manville als nervige Feen gottseidank nur sehr selten zu sehen sind. Überhaupt ist dies kein reiner Kinderfilm und die Blu-ray enthält zum Glück die etwas längere FSK12-Version sowie schönes Bonusmaterial.

Maleficent - Die Dunkle Fee

Bonusmaterial der Blu-ray: „Vom Märchen zum Kinofilm“ (8:13 min), wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, Eine epische Schlacht (5:48 min), Maleficents Stil (1:34 min), Hinter den Kulissen von „Maleficent – Die Dunkle Fee“ (4:45 min), Aurora: Wie sie zur Schönheit wird (4:53 min), zusätzliche Szenen (6:41 min), Trailershow

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