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Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Michael Rush erregt die Aufmerksamkeit des zwielichtigen Professor Magor, als er 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal im Zehnkampf siegt. Rush wird ganz rasch gekidnappt und in einen 2.000 Jahre dauernden Tiefschlaf versetzt.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Dort findet er eine Nachricht des ziemlich wahnsinnigen Magors vor. Dieser nennt Rush jetzt Andrax und begrüßt ihn in einer “besseren Zukunft“. Doch da irrt der ungute Professor gewaltig, denn Andrax scheint eher weit in die Vergangenheit gereist zu sein und muss sich mit Barbaren und Sauriern herumschlagen…

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Mit dem Comic-Magazin “Primo“ versuchte der “Fix & Foxi“-Schöpfer Rolf Kauka (noch bevor der Springer Verlag sein ähnlich gelagertes ZACK startetet) eine etwas ältere Leserschaft zu erreichen. Lange vor “YPS mit Gimmick“ gab es in “Primo“ jene verkaufsfördernde Beilage, die heute Standart bei Kiosk-Comicheften ist und damals “Schnick-Schnack“ hieß. In “Primo“ wurden neben Funny-Serien wie den “Pichelsteinern“ oder “Jojo“ (alias “Gaston“) auch realistisch gezeichnete Abenteuer-Comics wie etwa “Prinz Eisenherz“ veröffentlicht.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Nachdem schlechte Erfahrungen mit einer in Spanien eingekauften Barbaren-Reihe namens “Kronan“ gemacht wurden, entwickelte Peter Wiechmann für Kauka ein eigenes Konzept. In Zusammenarbeit mit dem spanischen Studio Bardon entstand die Serie “Andrax“, die ab 1973 in “Primo“ (und später auch kurz in “Zack“) erschien. Die Vorzeichnungen zur Serie stammen teilweise vom Kauka-Zeichner Ludwig Fischer.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Gezeichnet und co-konzipiert wurde “Andrax“ vom heute recht prominenten Zeichner Jordi Bernet, dessen Serie “Torpedo“ der Verlag Cross Cult in einer fünfbändigen Gesamtausgabe veröffentlicht. In der selben Aufmachung erscheint dort auch eine kleinformatige Hardcover-Ausgabe, die 90 % aller “Andrax“-Geschichten enthalten soll, darunter auch deutsche Erstveröffentlichungen.

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Die Geschichten wurden textlich von Peter Wiechmann überarbeitet und nicht wie in “Primo“ koloriert veröffentlicht. Wiechmann schreibt dazu im Nachwort: “Mich stören die Farben. Sie nehmen viel von der genialen Harmonie der Komposition … erzeugen Schwere, verwischen die Klarheit.“ Dies trifft zwar auf die späteren – ziemlich offensichtlich unter Zeitdruck entstandenen – “Andrax“-Geschichten nicht immer zu. Doch vor allem die Origin, also die Entstehungsgeschichte von Andrax, überzeugt durch Bernets schwarzweißes Artwork, das in dieser Neuauflage bestens zur Geltung kommt.


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Der Ritter und das Einhorn

August 1346: Der Kreuzritter Juan Fernandez de Heredia verhält sich inmitten eines blutigen Schlachtengetümmels tatsächlich ritterlich. Als das Pferd des französischen Königs Philipp VI. durch einen englischen Pfeil getötet wird und zusammenbricht, überlässt Juam dem Monarchen sein Ross. Als Fußsoldat tritt er gegen einen übermächtigen Feind an und schlägt sich tapfer. Als er von einem feindlichen Schwert aufgespießt wird, hat eine Vision.

Der Ritter und das Einhorn

Juan erscheint ein Einhorn, das ihn aufgespießt hat. Vor seinen Augen zieht noch einmal sein bisheriges Leben vorbei, doch danach stirbt er nicht. Blutend aber fast unverletzt kann er als einziger Überlebender vom Schlachtfeld fliehen, gerät jedoch kurz darauf in englische Gefangenschaft. Doch aus seiner Zelle heraus, sieht er wieder das Einhorn, das sein weiteres Schicksal bestimmen wird. Jean entflieht der Gefangenschaft. Dem Fabelwesen folgend bricht er zu einer Odyssee durch die erschreckende Welt des Mittelalters auf…

Der Ritter und das Einhorn

Anhand der Erlebnisse des Kreuzritters gelingt es dem französischen Autor Stéphane Piatzszek dem Leser einen vielschichtigen Einblick in die Lebensumstände einer Welt voller Brutalitäten und Ungerechtigkeiten zu vermitteln. Das Einhorn ist hier das einzige Fantasy-Element, es hat dafür gesorgt, dass die Hauptfigur nicht länger auf der Seite der Herrschenden, sondern der Opfer steht. Doch dadurch hat das Einhorn – wie Jean von einem weisen Mann erklärt wird – auch verhindert, dass der Ritter zum “Monster“ wird.

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Fast noch interessanter als die vielschichtige Erzählung sind jedoch die Bilder von Guillermo C. Escalada, die meist ganz ohne Dialoge oder erklärende Texte auskommen. Dem spanischen Zeichner gelingt das Kunststück das großteils tragische Schicksal der Hauptfigur und sein Trauma nach der Schlacht in opulenten Bildern einzufangen, die zwar faszinieren, aber das mittelalterliche Elend dennoch nicht beschönigen. Erfreulich ist auch, dass die auf 54 Seiten erzählte Geschichte in sich abgeschlossen und nicht Teil einer sich über etliche Alben ziehenden Fortsetzungsreihe ist.

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Bran

Dieser Fantasy-Comic beschwört die Welt der Insel Errance, deren Zentrum von Wesen mit Zauberkräften bevölkert wird. Die Menschen hassen und bekämpfen diese Kreaturen. Besonders eifrig ist hierbei der jung und arrogante Prinz Bran. Doch dieser wird mit einem Fluch belegt und in einen Raben verwandelt.

Bran

Soweit, so vertraut, Gebrüder Grimm und Ottfried Preußler, wir hören Euch trapsen. Doch (Achtung Spoiler!) originell wird “Bran“ dadurch, dass in Flora Grimaldis Geschichte der Titelheld nach seiner Verzauberung nicht nur tagsüber ein sprechender Rabe ist, sondern nachts zum krächzenden Prinz wird. Auch Brans Beziehung zur attraktiven Magierin Macha, die sich u. a. in einen Fuchs verwandeln kann, dürfte sich im weiteren Verlauf der Serie noch interessant entwickeln.

Bran

Magisch sind auch die in leuchtenden Farben sehr plastisch kolorierten Bilder der jungen deutschen Zeichnerin Maike Plenzke. Bemerkenswert ist, dass ihr Comic-Debüt “Bran“ nicht zuerst bei Carlsen Comics erschienen ist, sondern bereits ein Jahr zuvor beim französischen Verlag Glénat veröffentlicht wurde. Es darf sich auf weitere Bände dieser zauberhaften Reihe gefreut werden.

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Ork-Saga

Michael Peinkofers Fantasy-Welt mit ihren Zwergen, den noch etwas unterentwickelten Menschen, sowie den Elfen und Dunkelelfen, dürfte jedem der schon einmal einen “Herr der Ringe“- oder “Hobbit“-Film gesehen hat, recht vertraut vorkommen.

Ork-Saga

Doch in (bisher) fünf seiner Romane bricht der Autor eine Lanze für Kreaturen, die in den Büchern von J. R. R. Tolkiens – und vielleicht noch stärker in den Filmen von Peter Jackson – ganz, ganz schlecht wegkommen.

Ork-Saga

Zentrale Figuren dieser Reihe von Peinkofer sind mit den Brüdern Balbok und Rammar zwei Vertreter des in Horden auftretenden Volkes der Orks. Während Rammar ein für seine Spezies typischer Raufbold ist, sticht Balbok durch eine gewisse Intelligenz hervor. So ist er etwa in der Lage zu zählen, was ihn für ein Himmelfahrtskommando als Späher qualifiziert, das er sehr zu dessen Ärger gemeinsam mit seinem Bruder antreten muss…

Ork-SagaDiese Figurenkonstellation ist keine schlechte Ausgangslage für eine Comic-Adaption. Dem Verlag Cross Cult gelang es den routinierten dänischen Zeichner Peter Snejbjerg als Zeichner zu gewinnen. Dieser war bereits innerhalb der von Neil Gaiman gestarteten Serie “The Books of Magic“ künstlerisch tätig. Der Start, der eher auf Humor als auf Magie setzenden Fantasy-Reihe, sieht recht vielversprechend aus, auch weil Balbok und Rammar bei Snejbjerg – thematisch durchaus passend – ein wenig wie Laurel & Hardy aussehen.

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Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

So ziemlich jeder kennt das verrückte Zeichentrick-Fußballspiel der Tiere, das immer wieder gerne zur Auflockerung von Sportsendungen hergenommen wird. Längst nicht jeder weiß jedoch, dass es aus dem Film „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ stammt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

In einer Mischung aus Real- und Zeichentrick-Film wird hier eine zauberhafte Geschichte über drei englische Kinder erzählt. Als London im Zweiten Weltkrieg Bomben auf London fielen, wurde das Trio aufs Land geschickt und landeten bei Hexe, die von Angela Lansbury sehr schrullig verkörpert wurde. Eglantine Price befand sich noch in Ausbildung, doch im großen Finale setzt sie ihre Kräfte erfolgreich gegen deutsche Invasions-Truppen ein.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Als sich Walt Disney Anfang der sechziger Jahre daran machte „Mary Poppins“ zu verfilmen, war er nicht sicher ob er auch die Genehmigung der Autorin P. L. Travers bekommen würde (siehe auch “Saving Mr. Banks“). Daher erarbeitete Disney mit dem selben Team ein Alternativ-Projekt. Dieses wurde, nachdem es doch grünes Licht für „Mary Poppins“ gab, erst einmal beiseite gelegt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett
10 Jahre später, nach dem Tod von Walt Disney, wurde dann mit großem Ehrgeiz versucht den Erfolg von „Mary Poppins“ zu wiederholen. Leider enttäuschte „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ an der Kinokasse. Ich persönlich schätze den phantasievoll gestalteten Film, sowie die zugehörigen Songs der Gebrüder Richard M. und Robert B. Sherman wie “Portobello Road“ oder „The Age of Not Believing“, weit mehr als die stilistisch und musikalisch recht ähnliche Gouvernanten-Schnulze “Mary Poppins“, mit ihren viel zu vielen Löffeln voller Zucker.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Dass „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ nicht zum großen Erfolg wurde, lag mit Sicherheit daran, dass nur eine gekürzte Version des zunächst fast 3-stündigen Films in die Kinos gelangte. Bei Wiederaufführungen und für die Videoveröffentlichung wurde der Film sogar noch weiter verstümmelt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett
Diese DVD enthält die Langfassung

Während bei uns auf DVD nur eine 89-minütige oft ziemlich plump gekürzte Fassung veröffentlicht wurde, liegt in den USA zum Glück eine sorgsam restaurierte 148-minütige Version auf DVD vor, die jedoch nicht auf die danach erschienene Blu-ray übernommen wurde! Diese Langfassung zeigt, dass sich der Film nicht hinter „Mary Poppins“ verstecken muss. Auch „Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett“ hat mitreißende Songs, tolle Tricks und eine Geschichte mit viel Herz.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Extras der deutschen DVD: “Music Magic“, eine sehr informative Dokumentation über die Dreharbeiten (11:27 min, mit eingesprochenen deutschem Kommentar); “A Step In The Right Direction“, ein nicht verwendeter Song mit Fotos von den Dreharbeiten  (3:48 min, mit eingesprochenen deutschem Kommentar); Galerie mit 38 sehr schönen Fotos und Entwürfen; Die Zeichentrick-Kurzfilme “Magican Mickey“ (Mickey, Donald und Goofy, 1936) und “Trick or Treat“ (Donald Duck, 1942)

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Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Dieser Film stammt aus den finsteren Jahren nach Walt Disneys Tod als sich seine Erben eher halbherzig in allen möglichen Richtungen versuchten und sich dabei immer fragten: „Wie hätte es Walt gemacht?“ Die Antwort lautete dann meist: „So jedenfalls nicht!“ Taran ist ein blasser Held, sein Mission (ein Schweinchen vor dem bösen Hornkönig zu schützen) ist eher unsinnig und die Späße des ach so lustigen plüschigen Maskottchen Gurki sind eher nervig.

Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Immerhin gibt es tricktechnisch wenig an diesem Fantasy-Zeichentrickfilm wenig auszusetzen. Animation und Hintergrundzeichnung sind auf einem Niveau, das mit den besten klassischen Disney-Zeichentrickfilmen mithalten kann. Auch der Soundtrack von Elmer Bernstein (“Die glorreichen Sieben“) ist imposant. Doch leider ist die Story für junge Erwachsene zu unsinnig und für kleine Kinder zu erschreckend. „Taran und der Zauberkessel“ ist kein echter Klassiker, doch in jede Disney-Sammlung gehört der Film natürlich trotzdem.

Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Doch leider liegt der Zeichentrickfilm bisher leider nur als höchst unbefriedigend fürs Heimkino-Edition vor. In der zum 25. Jubiläum des Films erschienenen Neuauflage ist der Film auf DVD immerhin endlich anamorph abgetastet im 1 : 2,35 Widescreen-Format zu sehen, doch verbesserte eine Neuauflage auch auf Blu-ray wäre schon lange fällig!

Walt Disney: Taran und der Zauberkessel

Extras der DVD: Kurzfilm „Donald, Geister und Gespenster“ (“Trick or Treat“, 1942, 7:56 min); Galerie mit 104 sehr schönen Entwurfszeichnungen, darunter auch 5 schräge Zeichnungen, die der damals für Disney tätige Tim Burton anfertigte und einige Zeichnungen und Fotos von der “Taran“-Attraction aus dem Disneyland Tokio; Interaktives Abenteuerspiel „Die Suche nach dem Zauberkessel“

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Alex Alice: Das Schloss in den Sternen

Die Hauptfigur dieses Comics ist der junge Séraphin Dulac. Dessen Mutter stürzte 1868 mit einem Ballon ab, als sie versuchte in großer Höhe die mysteriöse Substanz “Äther“ zu erforschen.

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen

Eine wichtige Rolle im weiteren Verlauf der Geschichte spielt der bayrische Märchenkönig Ludwig II, der bereits in einer Manga-Serie und dem gar nicht so lustigen deutschen Funny-Comic “King Kini“ auftrat. Der bayrische Monarch lädt Séraphin Vater, den französischen Erfinder Professor Dulac nach Neuschwanstein ein, denn dort wurde das Logbuch seiner verunglückten Frau gefunden. Ludwig II arbeitet an einem gewaltigen Fluggerät, das mit der Kraft des Äthers das Weltall erforschen soll. Obwohl sein Vater zunächst dagegen ist, begleitet ihn Séraphin nach Bayern und erlebt das Abenteuer seines Lebens…

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen
Alex Alice, der “Das Schloss in den Sternen“ (genau wie seine ebenfalls bei Splitter erschienene Serie „Siegfried„) im Alleingang realisierte, beschwört eine Welt, in der Technik und Kultur enge Verbündete sind. Schon das Cover des Comics zeigt, was hier die Hauptinspirationsquelle war. Das Layout erinnert an die Titelbilder der von Pierre-Jules Hetzel verlegten prachtvoll illustrierten Bücher von Jules Verne. Die Geschichte ist ebenso solide erzählt und voller sensationeller Schauwerte, wie die besten Romane von Verne. Die Bilder und die Figuren hingegen lassen an Zeichentrick-Meisterwerke aus den Studio Ghibli denken, wie etwa “Das Schloss im Himmel“. Wenn innerhalb der Geschichte jedoch die Kaiserin von Österreich auftaucht, dann sieht diese selbstverständlich genauso aus wie Romy Schneider in den “Sissi“-Filmen.

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen

In Frankreich wurde “Le Château des étoiles“ zunächst in Form von sechs 24-seitigen Journalen zum Preis von je 2,95 Euro veröffentlicht. In diesem 29 x 42 cm großen “Comic-Zeitungen“ kommen die wunderschönen farbenfrohen Zeichnungen von Alex Alice noch besser zur Geltung als in den beiden nur halb so großen gebundenen Comic-Alben.

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen
Fantasy-Comics, die toll aussehen gibt es zuhauf. Fantasy-Comics, die sich wirklich lesen lassen gibt es schon weniger. Doch an einen Fantasy-Comic, der mich durchgehend zum Staunen bringt, daran glaubte ich nicht mehr. Doch dann habe ich “Das Schloss in den Sternen“ gelesen…

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Alex Alice: Siegfried

Die Siegfried-Saga existiert in verschiedenen Versionen sowie in der wohl bekanntesten, sehr freien Bearbeitung des nordischen Sagenkreises durch Richard Wagner. Der Franzose Alex Alice (“Das Schloss in den Sternen“) ließ sich von allen inspirieren und schuf, fast verborgen unter seinem spektakulären Glanz, ein überraschend archaisches Werk.glaubt bevor ich .

Alex Alice: SiegfriedWir sehen die vielschichtigen Facetten der Figuren glitzern, lernen ihre Beweggründe kennen und ihr Tun zu verstehen. Der Zeichner findet neue Wege, um sattsam bekannte Archetypen, wie etwa die Walküren, überzeugend ins dritte Jahrtausend zu retten. Alice stellt die wichtigen Fragen und gibt nicht nur visuell beeindruckende Antworten – wenngleich sein plakatives Artwork fast sein erzählerisches Talent verdeckt.

Alex Alice: Siegfried

Da hat jemand in die Mottenkiste gegriffen, alte Schätze geborgen, neu poliert und modern aufgepeppt, um sie intelligent und spannend auf seine Art zu interpretieren. Der Schluss dieses ersten Teils ist ein wunderbarer Cliffhanger, der den Leser voller Erwartung auf den zweiten Band des Dreiteilers zurücklässt. Einfach nur schön. Und dann noch der Preis von 15,80 € für satte 80 Seiten insgesamt! Für so was hätte ich in meiner Jugend … ähm, bezahlt natürlich.

Rainer Schneider

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Paul Jenkins, Humberto Ramos: Fairy Quest

Der 1973 in Mexiko geborene Humberto Ramos ist einer der ganz wenigen Zeichner von US-Heften (eigentlich gibt es da sonst nur noch John Romita Jr.), der über einen wirklich eigenen Stil verfügt. Es ist äußerst spannend zu verfolgen wie er z. B. allgemein bekannten Figuren wie Peter Parker oder J. J. Jameson bei “Spider-Man“ seinen unverkennbar knuffigen Look verpasst.

Paul Jenkins, Humberto Ramos: Fairy Quest

Doch Ramos ist nicht nur im Superhelden-Genre tätig, sondern hat auch allerlei eigene Serien am Start. Recht erfolgreich war seine Vampir-Serie “Crimson“, während er sich bei “Out There“ an Horror-Unterhaltung im Stile von Stephen King versuchte. Bei beiden Comic-Reihen arbeitete Ramos mit Brian Augustyn zusammen, während die Texte der sechsteiligen Mystery-Serie “Offenbarungen“ vom Briten Paul Jenkins (“Wolverine – Origin„) stammten. Dieser orientierte sich dabei ganz offensichtlich an den Thrillern von Dan Brown (“Sakrileg“). Auch bei “Fairy Quest“ fungiert Jenkins als Autor.

Paul Jenkins, Humberto Ramos: Fairy Quest

Die Comic-Serie spielt in einer Welt, die mit Märchenfiguren bevölkert ist. Doch märchenhaft geht es dort nicht zu, denn Herr Grimm passt auf, dass seine Kreaturen jeden Tag streng nach seinen Vorgaben agieren. Dies istt Rotkäppchen überhaupt nicht recht, denn sie hat sich mit dem gar nicht so bösen Wolf angefreundet. Als Rotkäppchen deshalb Gehirnwäsche durch Grimms Gedankenpolizei droht, flüchtet sie zusammen mit dem Wolf. Dabei trifft sie auf einen gewissen Peter, der zusammen mit einigen wilden Jungs und einer kleinen Fee im Sumpf lebt…

Paul Jenkins, Humberto Ramos: Fairy Quest
Fairy Quest Pin-up von J. Scott Campbell

Die Geschichte von Paul Jenkins ist nicht wirklich originell oder gar konsequent erzählt. Einige der Figuren, wie etwa eine alte Frau, die in einem großen Schuh wohnt, kommt bei den Brüdern Grimm nicht vor, dennoch leben sie in der Märchenwelt von “Fairy Quest“. Doch immerhin taugt die Story dazu Humberto Ramos einmal mehr zu graphischen Höchstleistungen anzuspornen. Unterstützt durch die schöne Kolorierung von Leonardo Olea, sind die Bilder des Comics ein Augenschmaus und kommen sehr gut in der Hardcover-Edition von Popcom zur Geltung. Diese wird noch abgerundet durch Variant-Cover von Ramos und beeindruckende Pin-ups der Märchenfiguren von Zeichnern wie J. Scott Campbell oder Skottie Young.

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ElfQuest – Abenteuer in der Elfenwelt

Fast genauso interessant wie die nahezu unendliche Fantasy-Geschichte des auf Wölfen reitenden und in Feindschaft mit Steinzeit-Menschen lebenden Elfenvolks ist die Story hinter den Stories. Richard Pini lernte seine Wendy durch die Leserbriefseite von Marvels “Silver Surfer“-Comics kennen. Man schrieb sich, telefonierte und heiratete. Zunächst wollten die Beiden Comics herausbringen, die auf Ralph Bakshis Zeichentrickfilm “Die Welt in 20 Millionen Jahren“ basieren. Die Pinis entschieden sich dann jedoch für eine eigene Serie, die von Wendy gezeichnet und von ihr gemeinsam mit Richard konzipiert wurde.

ElfQuest - Abenteuer in der Elfenwelt

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten erreichten die in den USA seit 1978 zunächst in Schwarzweiß und im Selbstverlag später dann bei Marvel und DC erscheinenden “ElfQuest“-Hefte schon bald eine Auflage von über 100.000 Exemplaren. Bei uns brachte ab 1984 der Bastei Verlag die Fantasy-Reihe in Farbe unter dem Titel “Abenteuer in der Elfenwelt“ an die Kioske. Parallel zu den Bastei-Comics erschien bei Goldmann auch eine sehr empfehlenswerte Romanversion in der der Auftakt des Epos nacherzählt wird. Gerade dieser Teil in dem geschildert wird wie der etwas rustikale Wolfsreiter Schnitter langsam das Herz der feinfühligen Leetah erobert, ist eine der schönsten Liebesgeschichten überhaupt.

ElfQuest - Abenteuer in der Elfenwelt

Ab 1997 veröffentlichte Carlsen die Serie erneut chronologisch aber ergänzt um einige später entstandene Seiten und gelegentliche redaktionelle Beiträge. Während Carlsen die Serie teilweise extra für die deutsche Ausgabe kolorierte, wird die neue bei Popcom (gehört zu Tokyopop) erscheinende Gesamtausgabe in schwarzweiß veröffentlicht. Im ersten Band ist im sehr informativen Vorwort von Andreas C. Knigge ist zu erfahren, dass Wendy Pini die schwarzweiße Ur-Version ihrer Comics bevorzugt, zumal Mangas eine sehr wichtige Inspirationsquelle für “ElfQuest“ waren. Die deutsche Popcom-Ausgabe erfolgt in voluminösen Hardcover-Bänden mit mehr als 300 Seiten und im Anhang sind die farbigen Titelillustrationen der deutschen Bastei-Ausgabe abgedruckt.

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