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Daniel Lieske: Die Wormworld Saga

Viele Zeichner träumen davon ein eigenes Comicalbum zu veröffentlichen. Für Daniel Lieske ist es eher eine Nebensache, dass Tokyopop die ersten drei Kapitel seiner “Wormworld Saga“ in Form eines sehr schönen Hardcoveralbum veröffentlicht, wobei für das schillernde Prägemotiv auf dem Titelbild gleich drei (!) Druckereien zum Einsatz kamen. Als das Buch erschien, hatte Lieske bereits das vierte Kapitel seiner Fantasy-Saga online gestellt.

0000Auf www.wormworldsaga.com ist es möglich “Die Wormworld Saga“ in mehr als 20 Sprachen gratis zu lesen. Wobei der Leser hierzu den Bildschirm-Inhalt einfach herunterscrollen muss und die Geschichte dabei kapitelweise von oben nach unten lesen kann. Da die Story gleichzeitig auch gratis im Netz zu beziehen ist, erschien „Die Wormworld Saga“ für viele Verlage ein riskantes Geschäft zu sein. Doch Tokyopop ging das Wagnis ein, wobei der unermüdlich seine Saga weitererzählende Daniel Lieske nicht die Zeit fand sich um das Layout des Buches zu kümmern.

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Doch auch in gedruckter Form funktioniert die Geschichte vom kleinen Jonas, der auf dem Dachboden seiner Großmutter Zugang zu einer Fantasy-Welt findet, allerbestens. Gleich zu Beginn seiner Erzählung verrät Lieske dem Leser zwei seiner Inspirationsquellen: Jonas besucht die Michael-Ende-Grundschule und seine Lehrerin heißt Frau Rubens. Daniel Lieskes scheinbar handgemalte farbenfrohe Bilder sind sehr sinnlich ausgefallen und die verträumte Hauptfigur wird äußerst sensibel eingeführt. Auch dass am Anfang der Geschichte Lieskes etwas arg vertraut wirkende Fantasywelt weniger interessant ausfällt, als seine einfühlsame Schilderung von Alltäglichkeiten lässt an “Narnia“ von C. S. Lewis oder “Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende denken.

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Thorgal

Obwohl der Carlsen Verlag wacker durchgehalten hat und noch 2010 den 31. Band der zumindest im französischen Sprachraum sehr erfolgreichen Serie Thorgal herausbrachte, hat Splitter auch diese Traditions-Serie übernommen.

Thorgal

Die sehr schön editierte Hardcover-Reihe startet natürlich mit dem ersten Band “Die Rache der Zauberin“ (hieß einst bei CarlsenDer Sohn der Sterne„) und erleichtert durch einen interessant zusammengestellten Anhang neuen Leser den Einstieg in die Serie. Hier gibt es neben einer Übersicht der verschiedenen Alben und Zyklen der mittelalterlichen Fantasy-Reihe auch ein sehr interessantes Interview mit dem aus Polen stammenden Zeichner Grzegorz Rosinski, der es nicht nachvollziehen kann, dass viele Kollegen ihre Bilder am Computer erzeugen.  

Dass Rosinski nicht nur ein guter Zeichner sondern auch ein ausdrucksstarker Maler ist, beweisen nicht nur seine plastischen Thorgal-Covers sondern auch der zeitgleich mit der Neuauflage des ersten Bandes erschienene aktuelle Serientitel “Die Schlacht von Asgard“. Ein Blick ins 32. Thorgal-Album zeigt, wie stark sich der Zeichner weiterentwickelt hat. Während er Ende der Siebziger Jahre noch recht traditionell flächig kolorierte, setzt er aktuell eine plastische direkte Farbgebung ein und verzichtet oft ganz auf Konturen.

Doch nicht nur zeichnerisch hat sich Rosinski freigeschwommen. Nachdem 2006 der vielbeschäftigte Autor Jean van Hamme („Largo Winch„, „XIII„) nach Band 29 die Serie verließ, kann Rosinski alleine über die Geschicke von Thorgal entscheiden. Die Nachfolge van Hammes trat der Belgier Yves Sente an, der unter der Oberaufsicht von Rosinski auch die neue Reihe “Die Welten von Thorgal“ betreut.

Die Welten von Thorgal

Als Künstler ist Rosinski hier nur noch für die Titelbilder zuständig und überrascht mit einem – zumindest für Thorgal-Verhältnisse – recht drastischen Cover. Im Mittelpunkt der zweiteiligen Miniserie Albums steht die zwar nicht eben “gute“ aber dennoch sehr beliebte – optisch etwas an die Marvel-Superheldin Elektra erinnernde – Söldnerin Kriss De Valnor. In zwei Bänden wird erzählt, was passierte bevor sie schließlich in Band 9 “Das Volk der Pfeile“ auf Thorgal traf. Yves Sentes teilweise recht drastische Schilderung von Kriss’ freudloser Kindheit ist auch ohne Thorgal-Vorkenntnisse problemlos goutierbar und macht gespannt auf den weiteren Verlauf. In Szene gesetzt hat die Geschichte der Italiener Giulio De Vita, dessen Zeichnungen durchaus an den frühen Rosinski erinnern.

Splitter veröffentlicht auch den ersten Band von “Die Welten von Thorgal“ in einem schönen Hardcoverband mit interessanten Bonusmaterial und weckt schon Vorfreude auf die vom Russen Roman Surzhenko in Szene gesetzten Abenteuer von Thorgals Tochter Louve. Mitlerweile liegt bei Splitter auch eine schöne Gesamtausgabe von Rosinskis und Van Hammes Klassiker „Die große Macht des kleinen Schninkel“ vor.

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Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär

1999 bewies Walter Moers mit diesem reich bebilderten Roman (und in einem etwas geringeren Maße mit Käpt’n Blaubär – Der Film), dass er nicht nur überzeugt, wenn er (wie etwa bei Das kleine Arschloch oder bei Adolf) hart und gemein ist. Mindestens genauso lesenswert ist er als Erzähler planvoll durchgeknallter Fantasy-Geschichten. Mit diesem Buch wollte Moers, dem die gewaltige Präsens seiner Figur (etwa in der Sendung mit der Maus oder als Werbeträger der Post) langsam schon etwas unheimlich wurde, seinen Käpt’n Blaubär zurückerobern und neu erfinden.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Dies gelang ihm aufs vortrefflichste und Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär wurde auch international ein Erfolg. Im deutschsprachigen Raum ist das Buch wohl das phantasievollste Werk seit langer, langer Zeit und lässt sogar Michael Endes ähnlich fabulierfreudige Unendliche Geschichte ganz schön alt aussehen. Dies liegt sicherlich hauptsächlich daran, dass Moers kein hochmoralisches Gleichnis auftischt, sondern uns einfach teilhaben lässt an seiner unberechenbaren Phantasie mit der er die Welt von Zamonien mit immer neuen Bewohnern und Örtlichkeiten garniert. Mit Ensel und Krete und Rumo & Die Wunder im Dunkeln startete danach ein ganzer Reigen weiterer zamonischer Werke.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Aktuell realisierte Walter Moers gemeinsam mit dem Illustrator Florian Biege eine Comic-Version von Die Stadt der Träumenden Bücher.

Die Stadt der Träumenden Bücher

Da die Rechte von Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär an ihn zurückgefallen sind, beschloss Moers beim Knaus Verlag eine von Florian Biege kolorierte Neuauflage herauszubringen. Neben der jetzt viel detaillierteren Zamonien-Landkarte am Anfang des Buches wurde lediglich eine Illustration der später durch ein eigenes Buch zu Ruhm gekommenen Nebenfigur Rumo neu erstellt. Ansonsten hat Moers jeglichen Versuchungen nachzubessern wiederstanden, weil er mit der ursprünglichen Fassung „immer noch sehr zufrieden“ ist. Mir persönlich gefällt allerdings die farbige Neuausgabe noch besser!

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Maleficent – Die Dunkle Fee

Am Ende dieses Märchenfilms singt Lana Del Rey eine herrliche Version von „Once Upon a Dream“, dieses fürs Ballett von Peter Iljitsch Tschaikowski komponierte Musikstück wurde bereits 1958 für den Disney-Zeichentrickfilm „Dornröschen“ mit einem Text versehen. Das ist eine mehr als nette Zugabe, doch wenn der Abspann abrollt, sind ohnehin bereits alle Erwartungen übertroffen. Zu bestaunen war sehr viel mehr als ein trendiger starbesetzter Realfilm nach einem Kinderfilm-Klassiker. „Maleficent – Die Dunkle Fee“ ist als Fantasy-Film sehr viel überzeugender als Tim Burtons „Alice im Wunderland„, ja insgesamt sogar noch schöner als Disneys „Die fantastische Welt von Oz“.

Maleficent - Die Dunkle Fee

Dies liegt natürlich an der sagenhaften Angelina Jolie, sowie an der tollen Ausstattung und den unglaublichen Effekten auf Peter-Jackson-Niveau, die auch in 2D sehr plastisch wirken. Es liegt aber auch daran, dass hier nicht nur eine leicht finstere Realfilm-Version von einem der wohl optisch schönsten Disney-Zeichentrickfilmen entstanden ist, sondern etwas ganz eigenes. „Maleficent“ nimmt sich sehr viele Freiheiten und orientiert sich eigentlich nur in der Szene, in der die dunkle Fee das gerade neugeborene Dornröschen verflucht, sehr nah am Zeichentrickfilm. Es wird nicht nur eine Erklärung nachgeliefert, wieso Maleficent „böse“ geworden ist, sondern die Geschichte wird komplett neu aufgerollt.

Maleficent - Die Dunkle Fee

Dazu gehört auch, dass der Vater von Dornröschen hier ein echter Fiesling ist, den der auf seltsame Charaktere spezialisierte Südafrikaner Sharlto Copley („Distict 9„, „Elysium„) mit viel Spielfreude ansprechgend bedrohlich auf die Leinwand zaubert. Interessant ist auch der von Sam Riley („Das finstere Tal„) gespielte zum Menschen gewordene Rabe Diaval, der eine interessante Ergänzung zu Angelina Jolie ist. Etwas blass bleibt hingegen Elle Fanning als Dornröschen, während Imelda Staunton, Juno Temple und Lesley Manville als nervige Feen gottseidank nur sehr selten zu sehen sind. Überhaupt ist dies kein reiner Kinderfilm und die Blu-ray enthält zum Glück die etwas längere FSK12-Version sowie schönes Bonusmaterial.

Maleficent - Die Dunkle Fee

Bonusmaterial der Blu-ray: „Vom Märchen zum Kinofilm“ (8:13 min), wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, Eine epische Schlacht (5:48 min), Maleficents Stil (1:34 min), Hinter den Kulissen von „Maleficent – Die Dunkle Fee“ (4:45 min), Aurora: Wie sie zur Schönheit wird (4:53 min), zusätzliche Szenen (6:41 min), Trailershow

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