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The History of EC Comics

Dieser großformatige Band über ein wichtiges Kapitel der Comic-Geschichte ist optisch eine Wucht, was bei einer Publikation von Taschen fast schon selbstverständlich ist. Doch mit dem auch als Musiker tätigen Grant Geissman wurde ein Autor gefunden, der – natürlich unterstützt durch die grandiose Bebilderung – die Geschichte der EC-Comics äußerst lebendig am Auge des Betrachters vorbeiziehen lässt.

The History of EC Comics

Dabei wird mit viel Liebe zum Detail auch die Frühgeschichte gewürdigt. Bevor Max Gaines seinen eigenen Verlag Educational Comics (also “Erzieherische Comics“) gründete, trug er in den 30er-Jahren maßgeblich dazu bei, dass Comics in den USA nicht nur in Zeitungen zum Abdruck kamen, sondern auch in Heft-Form an Kiosken verkauft wurden. Auch Superhelden wie Flash oder Wonder Woman ebnete Max Gaines den Weg.

The History of EC Comics

Sehr erfolgreich verlegte er bei EC Comics Geschichten aus der Bibel in Comicform. Als Gaines 1947 bei einem Bootsunfall ums Leben kam, verfügte seine Witwe, dass der 25-jährige Sohn William das Geschäft übernehmen soll. Dieser plante eine Zukunft als Lehrer und hatte mit Comics nichts am Hut. Wie er nach einigen Anfangsschwierigkeiten dennoch zum engagierten Verleger und Comic-Schöpfer wurde, das erzählt Grant Geissman so spannend wie einen Thriller.

The History of EC Comics

Die zweite Hauptrolle im Buch spielt Al Feldstein, der drei Jahre jünger als William Gaines war und von diesem wegen seines Zeichentalents bei EC einen Job bekam. Die Männer freundeten sich an, auch weil beide fasziniert von Radio-Hörspielen und Pulp-Romanen waren. Sie entwickelten Crime-Geschichten, die sich nicht nur an junge Leser richten und meist mit einer überraschenden Schlusspointe enden.

The History of EC Comics

1950 versuchten sich Gaines und Feldstein an zwei Horror-Comics namens The Crypt of Terror und The Vault of Horror, die von einem gewissen modrigen Crypt-Keeper bzw. seinem Kumpel dem Vault-Keeper anmoderiert wurden. Diese Stories wurden zunächst in zwei Ausgaben der EC-Serien Crime Patrol und War Against Crime versteckt.

The History of EC Comics

Nachdem sie feststellten, dass sich die Krimi-Hefte durch die Horror-Beilage besser verkauften, starteten Gaines und Feldstein die Serien The Crypt of Terror (später umbenannt in Tales from the Crypt) und The Vault of Horror. Künstler wie Jack Davies, Graham Ingels, Bernie Krigstein oder Wally Wood schufen beeindruckend gezeichnete, gruselige Geschichten, deren Brutalitäten fast immer mit einem Augenzwinkern serviert wurden.

The History of EC Comics

Bill Gaines änderte den Verlagsnamen in Entertaining Comics und mit Harvey Kurtzman betrat ein weiterer wichtiger Protagonist die EC-Bühne. Dieser hatte mit Horror-Geschichten nur wenig am Hut. Doch er entwickelte eine Meisterschaft im Erzählen und Inszenieren von realistischen Kriegs-Comics. Die von Kurtzman herausgegebenen Heft-Serien namens Two-Fisted Tales und Frontline Combat boten gut recherchierte Stories und glorifizierten den Krieg kein bisschen. Dies kam bei ehemaligen oder aktiven Soldaten gut an, die die Authentizität der Comics lobten, während Regierungsstellen wie J. Edgar Hoovers FBI gerade deswegen fürchteten, dass die realistische Brutalität der Geschichten die Moral der US-Truppen untergraben könne.

The History of EC Comics

Nachdem Kurtzman in seinen Kriegs-Comics ernsthafte dramatische Geschichten erzählte, ging sein nächsten Projekt für EC in eine komplett andere Richtung. Mit MAD veralberte er zunächst die Comics aus dem Hause EC und richtig erfolgreich wurde das Comicheft erst, als sich Kurtzman zusammen mit den Zeichnern Jack Davis, Wally Wood und Bill Elder an Ikonen wie Superman, Prinz Eisenherz, Flash Gordon oder Micky Maus abarbeitete.

The History of EC Comics

MAD wurde zum größten Erfolg von EC und überlebte als einzige Publication des Verlags den Kahlschlag, der 1954 durch einige Zeitungsartikel und vor allem durch Fredric Werthams Buch Seduction of the Innocent ausgelöst wurde. Comics ohne das Siegel Comics Code, das die neu formierte Comics Magazine Association of America (CMAA) vergab wurden, von den meisten Händlern nicht mehr verkauft.

The History of EC Comics

Auch dies traurige Kapitel beschreibt Grant Geissman detailreich und ausführlich, genau wie die immer noch andauernden Einflüsse der EC-Comics auf die Popkultur. Doch in erster Linie feiert dieses knapp 600-seitige (leider nur in englischer Sprache erhältliche)  Buch, in dem sämtliche Cover der EC-Hefte zum Abdruck kommen, eine Zeit als einige talentierte und hochmotivierte Individualisten durch Geschichten Geschichte schrieben.

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Garth Ennis: A Walk through Hell

Einmal mehr ist es nicht nur äußerst interessant was Garth Ennis, sondern auch wie er es erzählt. A Walk through Hell handelt von einem mysteriösen Lagerhaus, in das zunächst zwei FBI-Agenten hineingehen, aber nicht wieder herauskommen. Daraufhin folgen ihnen zwei Kollegen. Die Handlung pendelt hin und her zwischen dem, was diese Agenten erlebten bevor und nachdem sie die Schwelle des geheimnisvollen Gebäudes überquert hatten.

Garth Ennis: A Walk through Hell

Während Agent McGregor noch halbwegs idealistisch an seine oft sehr frustrierende Arbeit herangeht, gibt sich seine Kollegin Shaw abgebrüht, wird aber von Alpträumen geplagt. Den Auftakt des Comics bildet ein höchstwahrscheinlich rassistisch motivierter Doppelmord, wobei die Hate-Kommentare auf Twitter auf ihre hämische Art fast ebenso schlimm wie die Tat sind. In diesem Zusammenhang lässt Ennis seine Protagonisten auch über den amtierenden US-Präsidenten reden.

Garth Ennis: A Walk through Hell

Vor diesem realistisch anmutenden Background erscheint die von Ennis erzählte Horror-Geschichte durchaus von dieser Welt zu sein. Zur starken Wirkung der Comic-Serie, deren erste fünf Hefte dieser Sammelband enthält, tragen auch die realistischen Bilder von Goran Sudžuka bei. Beeindruckend ist die Inszenierung des Auftakts, denn die einzelnen Hefte zeigen auf Cover und Seite 1 immer die selben markanten oft ganz schön schockierenden Motive, die einmal im Blaulicht und einmal im Rotlicht der Polizeisirene schimmern.

Garth Ennis: A Walk through Hell

Der in Zagreb geborene Sudžuka, der für DC und Marvel arbeitet, hat sich schon lange gewünscht mit Ennis zusammen zu arbeiten. Cross Cult bietet im Anhang des ersten Sammelbands von A Walk through Hell neben einigen Variantcovern auch einen Einblick in den Arbeitsprozess. Erstaunlich wie detailliert das fast schon in Romanform verfasste Szenario die Handlung beschreibt und wie Sudžuka dann gelegentlich doch noch etwas uminterpretiert. Solche Einblicke sind das Salz in der Suppe bei der Veröffentlichung von bemerkenswerten Comic-Geschichten.

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Mark Millar: Jupiter’s Circle

Im April 2013 startete Mark Millar seine Superhelden-Serie Jupiter’s Legacy und erzählte von einigen Menschen, die nachdem sie 1932 eine geheimnisvolle Insel besucht hatten, plötzlich über spezielle Fähigkeiten verfügten. Doch nicht nur die Intrigen zwischen den ihre Kräfte für unterschiedliche Zwecke einsetzenden frisch gebackenen Superhelden, die sich in der nächsten Generation fortsetzten, sorgten für Aufregung.

Mark Millar: Jupiter’s Circle

Da der Zeichner Frank Quitely (All-Star Superman) sehr detailreich arbeitete, herrschte auch große Spannung bezüglich des Erscheinungsdatums des nächsten Heftes. So vergingen insgesamt fast zwei Jahre bis endlich Anfang 2015 die fünfte den ersten Zyklus abschließende Ausgabe erschien. Bevor es dann im nächsten Jahr mit der Hauptserie weiterging, schob Mark Millar noch ein Prequel-Serie dazwischen.

Mark Millar: Jupiter’s Circle

Die erste Ausgabe von Jupiter’s Circle startete im April 2015 bei Image und das zwölfte Heft erschien pünktlich im Mai 2016, kurz bevor es dann mit Jupiter’s Legacy weiterging. Die recht rasche Erscheinungsweise war möglich, da diesmal neben Hauptzeichner Wilfredo Torres mit Davide Gianfelice, Chris Sprouse, Rick Burchett und Ty Templeton noch weitere Künstler am Werk waren, was manchmal zu leichten Stilbrüchen führte.

Mark Millar: Jupiter’s Circle

Die Story ist jedoch aus einem Stück und spielt Ende der 50er-Jahre. Gastauftritte absolviert neben dem FBI-Chef J. Edgar Hoover auch Katharine Hepburn. Der Look ist weit entfernt von Frank Quitelys akribischen Stil, sondern erinnert eher an quietschbunte Pop Art. Innerhalb der Geschichte kommt es zwar auch zu Superhelden-Action, doch diese scheint die Haupthandlung kaum zu tangieren.

Mark Millar: Jupiter’s Circle

Soap-Elemente dominieren die Geschichte und dieses “Wer mit wem?“ mutete trotz aller offen angesprochener Probleme (etwa bezüglich Homosexualität in den 50er-Jahren) eher freundlich und harmlos an. Doch wer dieses in gewohnter Millar-Qualität produzierte Vorspiel gelesen hat, dürfte beim zweiten Teil der sehr viel düstereren Hauptserie Jupiter’s Legacy nicht nur besser durchblicken, sondern auch emotional stärker eingebunden sein.

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Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Zwischen 1965 (Schüsse aus dem Geigenkasten) und 1969 (Todesschüsse am Broadway) entstandenen insgesamt acht Filmen nach den deutschen Heftromanen um Jerry Cotton (2010 folgte eine Parodie mir Christian Tramitz und Christian Ulmen). In den 60er Jahren spielte den FBI-Agenten der US-Amerikaner George Nader, der 1955 für seine Rolle in Die Nacht der Rache mit den Golden Globe als bester Nachwuchsdarsteller erhielt. Wohl auch weil er sich als Homosexueller geoutet hatte, erhielt er keine Angebote mehr in Hollywood und ging nach Europa.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Die Regie bei Der Tod im roten Jaguar führte Harald Reinl (Der Schatz im Silbersee), der Meister des deutschen Trivial-Films. Er hatte die drei letzten in Farbe gedrehten vielleicht besten Cotton-Filme in Szene gesetzt. An der Seite von Jerry Cotton ist als dessen Sidekick Phil Decker wieder der spätere Traumschiff-Kapitän Heinz Weiss zu sehen. Für kleinere Rollen konnten prominente Darsteller wie Grit Boettcher, Friedrich Schütter, Gert Haucke, Robert Fuller (Am Fuß der blauen Berge), sowie Ilse Steppat (Im Geheimdienst ihrer Majestät) verpflichtet werden.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Im Gegensatz zur Edgar-Wallace-Reihe herrschte bei den Jerry-Cotton-Filmen absolutes Humor-Verbot. Daher musste sich das Publikum die Stellen selbst suchen, an denen es lachen konnte. Daran herrschte jedoch kein Mangel, denn die in Berlin oder Hamburg gedrehten Filme versuchten vorzugaukeln, die Handlung würde sich in New York abspielen.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Neben George Naders gradliniger Verkörperung des G-Man war es vor allem der beschwingte jazzige Soundtrack von Peter Thomas (Raumpatrouille Orion) der die Filme sehenswert machte. Nachdem die ersten sechs Jerry-Cotton-Filme bereits auf DVD vorlagen, hat sich das Label Filmjuwelen der beiden letzten gedrehten Titel der Reihe angenommen und diese als liebevoll präsentierte Editionen auch auf Blu-ray veröffentlicht.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Die Blu-ray der Reihe Filmjuwelen enthält neben dem 91-minütigen, noch Drehberichte zu diversen Jerry-Cotton-Filmen (insgesamt 4:26 min), den deutsche Trailer (3:21 min), sowie ein 16-seitiges Booklet mit Texten von Oliver Bayan.

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