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Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse

In seinem “ziemlich autobiografischen“ mehr als 250.000mal verkauften Bestseller Fleisch ist mein Gemüse erzählt Heinz Strunk (Fleckenteufel, Jürgen) von seiner eher trüben Jugend im eher öden Hamburger Vorort Harburg. Geplagt von Hautausschlägen, die fast das ganze Gesicht verbergen, lebt er mit seiner immer wieder von Wahnvorstellungen geplagten Mutter in einem klitzekleinen Reihenhaus. Die Zustände ändern sich jedoch als Heinz Mitglied in der Showkapelle Tiffany´s wird und den Mut findet sich als Musikproduzent zu versuchen…

Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse

Die Szenen in denen Heinz Strunk höchstpersönlich gemeinsam mit einem an der Wand hängenden Hirschkopf das Filmgeschehen kommentiert, sowie ein etwas eruptiv in den Film geschnittener Exkurs über Freud und Leid der Onanie sind ganz sicher keine Sternstunden der Filmkunst. Doch ansonsten gelang Christian Görlitz mit Fleisch ist mein Gemüse eine meisterliche Gradwanderung zwischen Komödie und Tragödie. Jene Momente, in denen gezeigt wird, wie sich der von Maxim Mehmet sehr sensibel verkörperte Strunk um seine gemütskranke Mutter (ganz großartig: Susanne Lothar) oder um die vereinsamte dicke Nachbarin Rosi kümmert, gehen richtig zu Herzen.

Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse

Sehr intensiv ausgespielt und äußerst faszinierend sind die lebensnah nachgestellten 70er-Jahre-Dorffeste. Ich habe damals selbst – nicht immer zu meiner Freude – miterlebt, wie in knallbunte Festgewänder gezwängte Menschen stundenlang zu Musik geschwoft haben, die sie sich ansonsten niemals freiwillig angehört hätten. Der Zoten reißende Bandleader Gurki (unglaublich: Andreas Schmidt) und seine Tiffany´s verstehen sich daher auch in keinster Weise als Musiker, sondern sie sehen sich als “Mucker“, die einen oft mehr als fünf Stunden andauernden Liveauftritt “abzuliefern“ haben.

Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse

Fleisch ist mein Gemüse ist eine mit allerlei unvergesslichen Dingen – wie den sich beim Limbo das Brusthaartoupet verbrennenden Showgiganten Oliver Bendt, der unglaublich intensiven Gesangsstimme von Anna Fischer oder den zahllosen Hackfleisch-Gerichten mit denen Heinz seine Muse verwöhnt – gefüllte Filmwundertüte. Der Spaß setzt sich auf der DVD fort, die u. a. in allerlei nicht verwendeten Szenen noch einige zusätzliche faszinierende Strunk-Momente präsentiert.

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Willkommen bei den Hartmanns

Der Titel deutet schon in etwa an, wohin der Hase hier laufen soll. Doch es ist weniger die Erfolgskomödie Willkommen bei den Sch’tis, die hier Pate stand, sondern vielmehr der in Deutschland auch sehr gut gelaufene Hit aus Frankreich Monsieur Claude und seine Töchter. Angestrebt wurde ebenfalls eine locker-leichte Komödie über Ausländer-Hass. In seinen besten Momente gelang es Monsieur Claude… tatsächlich recht treffend das (französische) Spießertum zu veralbern, und der Film versuchte zudem noch aufzuzeigen, dass integrierte Ausländer auch nicht immun gegen Rassismus sind.

Willkommen bei den Hartmanns

Willkommen bei den Hartmanns erzählt von einer deutschen Familie, die einen nigerianischen Asylanten aufnimmt. Dies wurde von der Mutter (Senta Berger) angeleiert und findet nicht die Zustimmung des Vaters (Heiner Lauterbach). Auch die Kinder sind entweder pro oder kontra. Das ist natürlich durchaus Stoff für allerlei heitere Konflikte und gelegentlich zündet ein Gag schon einmal, zumal ja auch Elyas M’Barek mit von der Partie ist.

Willkommen bei den Hartmanns

Doch so richtig aus dem Leben gegriffen wirkt Willkommen bei den Hartmanns mit seiner gut situierten Wohlstandsfamilie leider nicht. Die kurz auftauchenden Rechtsradikalen und auch der keine große Rolle spielende Islamist wirken arg harmlos. Eine Love Story zwischen Spießer-Tochter und Asylant verkneift sich der Film, stattdessen wimmelt es von altbekannten Comedy-Elementen, die immer wieder vom Thema “Flüchtlingskrise“ ablenken. Doch die Rechnung ging auf und 3 Millionen Menschen ins Kino. Also wurde wohl alles richtig gemacht?

Willkommen bei den Hartmanns

Die Blu-ray von Warner enthält neben dem 116 minütigen Hauptfilm (inklusive Hörfilmfassung) noch ein Making Of (24:22 min), Deleted Scenes (7:30 min), Outtakes (4:00), 3 Featurettes (2:41 min + 2:46 min + 2:48 min), Bericht von der Premiere in München (3:35 min), Press Reaction Clip (1:00), Sonderscreeninig in Berlin (3:00) und den Trailer (2:18 min)

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Die Schöne und das Biest (2017)

Bereits drei Jahre nach dem der Disney-Zeichentrickfilm Die Schöne und das Biest 1991 zu einen großen Erfolg an der Kinokasse wurde, erlebte ein gleichnamiges Broadway-Musical seine Premiere. Dies geschah am Palast Theatre direkt am Broadway, unweit des Time Square, und war ein wichtiger Beitrag dazu, diese einst verrufene Gegend immer familienfreundlicher zu machen.

Die Schöne und das Biest (2017)

Das Musical wurde zu einem weltweiten Erfolg und lief in Deutschland in Stuttgart, Oberhausen und Berlin. Daher ist es kein Wunder, das nach dem Erfolg der auf Disney-Zeichenklassikern basierenden Realverfilmungen Maleficent – Die Dunkle Fee  und Cinderella auch Die Schöne und das Biest noch einmal mit “richtigen“ Darstellern in Szene gesetzt wurde.

Die Schöne und das Biest (2017)

Für die Hauptrolle konnte Harry-Potter-Star Emma Watson gewonnen werden. Die Darstellerin versicherte glaubhaft, dass Belle ihre liebste Disney-Figur. Auf alle Fälle hat sie für die Rolle der “Schönen“ die richtige Ausstrahlung und Sangeskraft.

Die Schöne und das Biest (2017)

Versteckt unter einer nicht immer wirklich überzeugenden  Maske ist der Brite aus Downton Abbey bekannte Brite Dan Stevens ein nur bedingt furchterregendes Biest.

Die Schöne und das Biest (2017)

Richtig Vollgas gibt Luke Evans (Immer Drama um Tamara) als Belles selbstsüchtiger Verehrer Gaston. Dessen von Josh Gad verkörperter Sidekick LeFou sorgte als erste offen schwule Figur in einem Disney-Film für einiges Aufsehen.

Die Schöne und das Biest (2017)

Für das in Haushaltsgeräte und Mobiliar verwandelte Personal des Schlosses konnten mit Emma Thompson als Teekanne Mrs. Potts, Ewan McGregor als Kerzenhalter Lumière und Ian McKellen als Standuhr Cogsworth prominente britische Darsteller gewonnen werden. Diese sind allerdings erst in den letzten Minuten nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.

Die Schöne und das Biest (2017)

Für den Soundtrack war wieder Alan Menken  zuständig, der nicht auf sein für das Broadway-Musical neu komponiertes Material, wie den Song Human Again zurückgegriffen hatte. Er schrieb neue Lieder geschrieben, die jedoch nur recht kurz zu hören sind, doch Titel wie Days in the Sun oder How does a Moment last forever könnten durchaus Ohrwürmer werden.

Die Schöne und das Biest (2017)

Tricktechnisch kann der Film nur bedingt überzeugen und sieht oft kitschiger aus, als die Zeichentrick-Vorlage. Die Darsteller reißen jedoch einiges raus, was insbesondere für die menschlich sehr anrührenden Szenen mit Emma Watson und ihren von Kevin Kline verkörperten Vater  Maurice sowie Luke Evans mitreißende Darbietung des Gassenhauers Gaston gilt.

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Filme der 2000er – Bibliotheca Universalis

2012 erschien beim Taschen Verlag das neunte voluminöse Buch der Reihe “Filme des Jahrzehnts“, 5 Jahre später erfolgt innerhalb von Taschens “Bibliotheca Universalis“ eine kompakte, nicht einmal halb so große, aber ungekürzte Neuausgabe in deutscher Sprache.

Filme der 2000er - Bibliotheca Universalis

Das Buch beschäftigt sich mit 120 ausgewählten Filmen, die zwischen 2001 und 2010 in die Kinos kamen. Genau wie in den vorherigen Bänden der Reihe werden in der Einleitung die Besonderheiten des letzten Kino-Jahrzehnt mit einem vom Herausgeber, dem Kunsthistoriker Jürgen Müller, als besonders “typisch“ empfundenen Film verknüpft. Dass es sich hierbei mit “No Country for Old Men“ von den Coen Brothers um einen nicht von jedermann geliebten Film handelt, belegt nicht nur die Fixierung der Buchreihe auf das Hollywood-Kino sondern auch die erfrischende Subjektivität bei der Zusammenstellung des Jahrzehnt-Kanons.

Filme der 2000er - Bibliotheca Universalis

So fehlen weder kommerzielle Highlights wie James Camerons “Avatar“ (der Film zierte das Titelbild der Erstauflage), wie auch die jeweils komplett besprochenen Filmreihen “Der Herr der Ringe“ („Frodo“ Elijah Wood ist auf dem Cover der Neuauflage zu sehen) und “Harry Potter“, während von der “Bourne“-Trilogie nur der dritte Teil “Das Bourne Ultimatum“ als besonders herausragend empfunden wird.

Filme der 2000er - Bibliotheca Universalis

Auch von Kritikern oft ignorierte Genres wie James Bond (“Casino Royale“), Superhelden (“The Dark Knight“, “Iron Man“, “Spider-Man“) oder Trickfilm (“Ice Age“, “Persepolis“, “Waltz with Bashir“, mit besonderer Würdigung von Pixar: “Findet Nemo“, “Die Unglaublichen“, “Wall-E“, “Oben“), wird reichlich Platz im Buch eingeräumt. Eine besondere Liebe scheinen die Macher des Buches für brachiale Komödien wie “Hangover“ und “Stichtag“ oder den seltsamen Komiker Will Ferrell (“Anchorman“, “Ricky Bobby“) zu empfinden.

Filme der 2000er - Bibliotheca Universalis

Erfreulich ist auch, dass sich mit “Good Bye, Lenin“, “Das Leben der Anderen“, “Gegen die Wand“, “Yella“, “Der Baader Meinhof Komplex“ und “Das weiße Band“ auch einige auf höchst unterschiedliche Art gelungene deutsche Kinofilme platzieren konnten, die in der Tat auf Augenhöhe mit Hollywood-Highlights stehen. Einmal mehr überzeugt auch das Konzept des Buchs, die einzelnen Filme mit kurzen aber kenntnisreichen Texten und Biographien sowie sehr gut ausgewählten Bildern vorzustellen werden. Dabei werden konsequenterweise nur Plakate und Aufnahmen von markanten Szenen aus den Filmen, aber kein Fotos von den Dreharbeiten, verwendet.

Filme der 2000er - Bibliotheca Universalis

Da Jürgen Müller auf diese Art mittlerweile mehr als ein Jahrhundert Filmgeschichte abgehandelt hat, wird es wohl frühestens 2021 das nächste Buch der schönen Reihe erscheinen.

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Kong: Skull Island

Wer den 1933 entstandenen Monsterfilm “King Kong und die weiße Frau“ in seiner Jugend sah, wird Zeit seines Lebens die ebenso alptraumhafte wie romantische Story nicht mehr vergessen. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Geschichte vom Riesenaffen und seiner Heimat Skull Island immer wieder neu erzählt wird.

Kong: Skull Island

Bereits ebenfalls 1933 kam mit “Son of Kong“ eine etwas hastig zusammengebastelte Fortsetzung in die Kinos. 1945 arbeitete der spätere Stop-Motion-Guru Ray Harryhausen mit King-Kong-Tricktechniker Willis O`Brien bei “Mighty Joe Young“ (“Panik um King Kong“) zusammen. 1962 konfrontierte der Japaner Inshiro Honda in “Die Rückkehr des King Kong“ die US-Kultfigur mit seiner Schöpfung Godzilla. Fünf Jahre später ließ Honda in „King Kong – Frankensteins Sohn“ den riesigen Affen gegen einen nicht minder großen Roboter antreten.

Kong: Skull Island

1976 roduzierte Dino De Laurentiis ein erstes Remake, das in der damaligen Gegenwart spielte. Im Finale bestieg King Kong in New York nicht das Empire State Building, sondern das World Trade Center. Quasi als Abfallverwertung schob De Laurentiis zehn Jahre später auch noch die sehr viel grottigere Fortsetzung “King Kong lebt“ nach.  Den Geist des Originals fing deutlich besser Peter Jackson ein, dessen Neuverfilmung von 2005 herrlich nostalgisch in den 30er Jahren angesiedelt war.

Kong: Skull Island

Mit “Kong: Skull Island“ ist ein Film entstanden, der versucht einen eigenen Zugang zum Mythos zu finden. Ein kurzer Prolog spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Ein japanischer und ein US-Pilot werden abgeschossen und landen auf Skull Island. Als sie hier ihre kriegerische Auseinandersetzung weiter austragen wollen, werden sie dabei gestört von, na ratet mal von wem…

Kong: Skull Island

Der dann folgende Vorspann fungiert als eine Art Zeitreise und endet im Jahre 1972 in Washington. Hier kämpft sich William Randa, der von John Goodman gespielte Chef einer mysteriösen Regierungsorganisation, durch eine Gruppe von Demonstranten. Randa schüttelt den Kopf und meint, dass es wohl nie wieder so schlimme Zustände in der US-Hauptstadt geben wird.

Kong: Skull Island

Randa gelingt es eine US-Militär-Einheit, die aus Vietnam abgezogen wurde, für die Erforschung von Skull Island zu verpflichten. Deren Kommandant Colonel Packard (Samuel L. Jackson) sieht hier eine Möglichkeit, den abgebrochenen Krieg weiter auszutragen. Mit auf die Reise kommt neben dem desillusionierten britischen Soldaten James Conrad (Tom Hiddleston) auch die Fotografin und Friedensaktivistin Mason Weaver (Brie Larson), die sich einige Wortgefechte mit Colonel Packard liefert.

Kong: Skull Island

Der Auftakt von “Kong: Skull Island“ bemüht sich der Geschichte einen politischen Background mit einer Prise „Apocalypse Now“ zu geben. Doch jeglicher Realismus geht von Bord, sobald Skull Island erreicht wird. Das fängt schon damit an, dass aus den fünf oder sechs Hubschraubern, die zuvor auf dem Transportschiff der Expedition zu sehen waren, plötzlich Dutzende geworden sind. Diese bringt King Kong dann innerhalb kürzester Zeit alle zum Absturz.

Kong: Skull Island

Im Gegensatz zu den sonstigen Bewohnern der geheimnisvollen Insel wirkt der diesmal noch um einiges größere Riesenaffe halbwegs glaubhaft. Der Regisseur Jordan Vogt-Roberts, der mit “Kong: Skull Island“ sein Spielfilm-Debüt abliefert, fand Inspiration bei den Filmen des Studio Ghibli, insbesondere bei „Prinzessin Mononoke„. Anstatt Dinosaurier (von denen jedoch Schädel zu sehen sind) gibt es diesmal seltsam modifizierte Riesen-Versionen von Spinnen, Kraken, Echsen aber auch Wasserbüffeln , sowie lustig bemalte Eingeborene.

Kong: Skull Island

Nahtlos in dieses Konzept, wenn es denn eins ist, fügt sich John C. Reilly als zotteliger US-Soldat, der jahrelang auf Skull Island lebte und keine Ahnung hat, wie der Zweite Weltkrieg ausgegangen ist. “Kong: Skull Island“ ist ein Film mit phänomenalen Momenten, Spezialeffekten und Darstellern, sowie vielen originellen Ansätzen (man denke nur an die wirklich ergreifende Schlussszene). Doch als Gesamtkunstwerk überzeugt das bunte Sammelsurium (bzw. die Startrampe zu „King Kong vs. Godzila“) nur bedingt.

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King Kong (2005)

Wer den 1933 entstandenen Monsterfilm “King Kong und die weiße Frau“ in seiner Jugend sah, wird von der ebenso alptraumhaften wie romantischen Story Zeit seines Lebens nicht mehr los kommen.

King Kong (2005)

Daher ist es absolut nachvollziehbar, dass der neuseeländische Filmemacher Peter Jackson nach dem nicht sonderlich gut gelungenen Remake von Dino De Laurentiis alles dransetzte um eine Neuverfilmung inszenieren zu dürfen. Ende der 90erJahre war es fast so weit, doch erst nach dem Erfolg seiner “Der Herr der Ringe“-Trilogie durfte Peter Jackson endlich sein Traumprojekt realisieren.

King Kong (2005)

Der Regisseur hatte jetzt alle Freiheiten und das bekommt dem Film im ersten Drittel nicht allzu gut. Es entsteht hier eher der Eindruck eines um unnötige Szenen ergänzten “Director´s Cut“ Immerhin gelingt es Peter Jackson in kurzen Szenen die Stimmung im depressions-erschütterten New York der frühen 30erJahre zu zeigen. Doch ansonsten schildert er viel zu langatmig das Zusammenkommen jener Expedition, die schließlich (nach über einer Stunde!) auf einer mysteriösen Insel auf den Riesenaffen King Kong und diverses Urzeit-Getier trifft.

King Kong (2005)
Doch von da an gibt es ordentlich was auf die Augen. Schon die Brontosaurier-Stampede bietet mehr Dinosaurier-Action als “Jurassic Park“ und wird durch Kino Kongs schwindelerregenden Lianen-Kampf mit gleich drei T-Rexs noch getoppt.

King Kong (2005)

Ein kleiner Fremdkörper ist eine Ekelszene mit Rieseninsekten, die auf einem verschollenen Outtake der 33-er Version basiert. Diese sogenannte „Spider Pit“-Sequenz hat Jackson zeitgleich gemeinsam mit seinen Weta-Technikern für die (leider nur in den USA erhältliche) DVD-Veröffentlichung des Ur-King-Kongs sogar im klassischen Stop-Motion-Stil rekonstruiert.

King Kong (2005)

Überhaupt ist Jacksons Film so werkgetreu wie möglich. Daher  wird, nachdem King Kong betäubt wurde, ebenfalls sehr rasant von Skull Island nach New York gewechselt. Dort sind während der Präsentation des Riesenaffen in einem Theater Teile aus Max Steiners Original-Soundtrack zu hören.

King Kong (2005)

Spätestens bei King Kongs Flucht durch New York zeigt sich, dass die von Naomi Watts verkörperte Ann Darrow aus einem anderen Holz geschnitzt ist als ihre meist nur herumschreiende Vorgängerin Fay Wray. Die deutlich aktivere Hauptdarstellerin begibt sich diesmal freiwillig in die Hände Kongs (wodurch die berühmte Szene mit der Riesenpranke im Hotelzimmer leider fehlt) um dessen Amoklauf zu stoppen.

King Kong (2005)

Die dann folgende romantische Rutschpartie auf einem zugefrorenen See im Central Park ist hingegen eine eher bescheuerte Modernisierung, die aber locker vom bombastischen Finale auf dem Empire State Building neutralisiert wird. Abgesehen vom etwas lahmen Auftakt gelang Peter Jackson somit ein Film voller gewaltiger Schauwerte, der auch dadurch dem Original voll gerecht wird.

King Kong (2005)

Wie nicht wirklich anders zu erwarten, brachte Peter Jackson – genau wie bei seinen Trilogien  “Der Herr der Ringe“ und “Der Hobbit“ – auch zu “King Kong“ ein Jahr nach Kino-Start (und ein halbes Jahr nach der ersten DVD-Veröffentlichung) eine verlängerte Fassung des Filmes heraus. Eine Edition mit beigepackter Skulptur wie zu den Tolkien-Filmen ist hingegen nicht erschienen.

King Kong (2005)

Auf den ersten Blick dürfte etwa enttäuschen, dass Jackson seinen Film diesmal lediglich um 12 ½ Minuten (durch drei neue und fünf ergänzte Szenen) gestreckt hat. Doch die zusätzlichen Momente haben es in sich und spielen sich fast alle auf Skull Island ab. So gibt es einen temporeichen Styracosaurier-Angriff, der als Hommage an jene Szene aus dem Ur-King-Kong zu verstehen ist, als die Expedition erstmals auf prähistorische Tiere traf. Damals war es allerdings ein Stegosaurier.

King Kong (2005)

Auch für die tödliche Floßfahrt aus der 33er-Version gibt es jetzt eine atemberaubend getrickste Entsprechung in Form einer unheimlichen Begegnung mit einem von den Weta-Experten frei erfundenen Seeungetüm. Außerdem wurde die drastische Spider-Pit-Sequenz mit den Rieseninsekten noch etwas ausgebaut. Monster-Freunde kommen bei der Extended Edition also voll auf ihre Kosten.

King Kong (2005)
Attraktion in den Universal Studios

Zusätzlich werden aber auch noch als separates Extra über 40 Minuten nicht verwendete Szenen geboten. Diese spielen sich meist während der schon im Kino etwas langatmig anmutenden Schiffsreise zur Insel von King Kong ab, sind für sich betrachtet aber durchaus interessant. Sehr stimmungsvoll ist z. B. die im Film nur kurz gezeigte Tanzszene an Bord mit Naomi Watts, die in der vollständigen Fassung allerdings etwas zu stark an die ausgelassene Feier auf dem Unterdeck von James Camerons “Titanic“ erinnert. Insgesamt ist einzusehen, dass Jackson diese zusätzlichen Momente nicht auch noch in seine erweiterte Version schneiden wollte, um den Einstieg nicht noch schwerfälliger zu machen. Doch sehenswert sind diese Szenen allemal.

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King Kong (1976)

1976 packte den italienischen Produzenten Dino De Laurentiis der schiere Größenwahn und er produzierte eine Neuverfilmung des Klassikers „King Kong und die weiße Frau„. Leider machte De Laurentiis seinem Vornamen keine Ehre und der Film kam ganz ohne die beliebten Dino-Saurier des Originals aus. Lediglich gegen eine popelige Riesen-Schlange musste King Kong auf seiner Heimatinsel Skull Island antreten.

King Kong (1976)

Zwar wurde für den Film  von Carlo Rambaldi ein “lebensgroßer“ King Kong gebaut, doch der war nahezu unbeweglich. Daher wurde der Riesenaffen meistens durch einen Menschen (in diesem Fall den „American Werewolf“-Maskenbildner Rick Baker) in einem Kostüm verkörpert, was das 24 Millionen Dollar teuren Remake in die Nähe der Godzilla-Reihe rückte.

King Kong (1976)

Ein paar Qualitäten hat der Film dennoch, wie z. B. den Soundtrack vom James-Bond-Komponisten John Barry. Auch der Auftakt ist recht spannend. Hier ist die Modernisierung wirklich gelungen, wenn diesmal kein abenteuer-lustiges Film-Team, sondern profit-orientierte Öl-Sucher, auf King Kongs nebeliger Insel landen.

King Kong (1976)

Die Hauptrollen sind sehr sympathisch besetzt, Jessica Lange machte anschließend mit „Tootsie“ Karriere und Jeff Bridges machte  danach noch manchen weiteren halbgaren phantastischen Film wie „Tron“ oder „Starman“ einigermaßen erträglich.

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Besonders pikant aus heutiger Sicht mutet es natürlich an, wenn King Kong zum großen Finale nicht wie Anno 33 das Empire State Building, sondern das World Trade Center besteigt und auch noch Hubschrauber in das Gebäude krachen lässt. Hier wirkt der Film dann wieder genauso naiv wie sein Vorgänger.

King Kong (1976)

Quasi als Abfallverwertung produzierte Dino De Laurentiis zehn Jahre später die noch sehr viel grottigere Fortsetzung “King Kong lebt“. Hier gründet der Riesenaffe eine Familie. In der weiblichen Hauptrolle war die zwei Jahre zuvor durch “Terminator“ zum Star gewordene Linda Hamilton zu sehen. Der 18 Million Dollar teure Film spielte nur knapp 5 Millionen ein.

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King Kong und die weiße Frau

Eigentlich ist „King Kong und die weiße Frau“ ja ein hirnrissig naiver Monsterfilm um einen verliebten Riesenaffen, der erst im Dschungel gegen Saurier und dann in New York gegen Doppeldecker-Flugzeuge kämpft.

King Kong (1933)

Die mühsam vom Trick-Pionier Willis O`Brien per Hand ausgeführten Spezialeffekte und die phantasievolle Story mit dem Finale auf dem Empire State Building wurden jedoch so liebevoll realisiert, dass dieser 1933 entstandene Klassiker auch heute kein bisschen von seinem Charme eingebüßt hat.

King Kong (1933)

Ebenfalls 1933 kam mit “Son of Kong“ eine etwas hastig zusammengebastelte Fortsetzung in die Kinos. 1945 arbeitete der spätere Stop-Motion-Guru Ray Harryhausen mit Willis O`Brien bei “Mighty Joe Young“ (“Panik um King Kong“) zusammen. 1962 konfrontierte der Japaner Inshiro Honda in “Die Rückkehr des King Kong“ die US-Kultfigur mit seiner Schöpfung Godzilla. Fünf Jahre später ließ Honda in „King Kong – Frankensteins Sohn“ den riesigen Affen gegen einen nicht minder großen Roboter antreten.

King Kong 1933

1976 roduzierte Dino De Laurentiis ein erstes Remake, das in der damaligen Gegenwart spielte. Im Finale bestieg King Kong in New York nicht das Empire State Building, sondern das World Trade Center. Quasi als Abfallverwertung schob De Laurentiis zehn Jahre später auch noch die sehr viel grottigere Fortsetzung “King Kong lebt“ nach. Im Vergleich zu diesen nicht sonderlich gelungenen, aber sehr aufwendigen Filmen wird die inhaltliche und formale Qualität des unter primitivsten Bedingungen entstandenen Klassikers von 1933 erst richtig deutlich.

King Kong (1933)

Den Geist des Originals fing sehr viel besser Peter Jackson ein, dessen Neuverfilmung von 2005 herrlich nostalgisch in den 30er Jahren angesiedelt war. Der Film bietet reichlich Dinosaurier-Action und wirkte seinerzeit genauso spektakulär, wie der Klassiker von 1933  zum Zeitpunkt seines Entstehens. Auf die 2017 entstandene Neu-Interpretation “Kong: Skull Island“ hat tricktechnisch einiges zu bieten.

King Kong und die weiße Frau

Abschließend sei noch angemerkt, dass es eine cineastische Schande ist, dass der Ur-Kong von 1933 bei uns immer noch nicht auf Blu-ray erschienen ist!

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Der dritte Mann

Wien, 1948: Der amerikanische Schriftsteller Holly Martins (Joseph Cotton) will in der besetzten Stadt seinen alten Freund Harry Lime besuchen. Er kommt gerade noch rechtzeitig zu dessen Beerdigung. Seine Nachforschungen führen ihn zu Limes Geliebter, der Schauspielerin Anna Schmidt, die aus dem russischen Sektor geflohen ist und ihm bei seinen Ermittlungen hilft. Martins Suche nach der Wahrheit zieht ihn immer tiefer in einen gefährlichen Teufelskreis aus Betrug, Korruption und Mord…

Der dritte Mann

1949 drehte der britische Regisseur Carol Reed nach einem Drehbuch von Graham Greene das gelegentlich durchaus komische Nachkriegsdrama “Der dritte Mann“. Die in leichter Kamera-Schieflage eingefangenen Originalaufnahmen vom zerbombten Wien, die sehr nah an der damaligen Realität angesiedelte Geschichte, die internationale Besetzung mit Orson Welles als mysteriöser Harry Lime und die Zither-Musik von Anton Karas summieren sich zu einem unvergesslicher Filmklassiker.

Der dritte Mann

Bevor Graham Greene das Drehbuch verfasste, schrieb er die im Film erzählte Geschichte zunächst als Erzählung nieder. Diese veröffentlichte er jedoch erst ein Jahr nachdem “Der dritte Mann“ im Kino angelaufen war. Das in Abstimmung mit Carol Reed und durch Input von Orson Welles (Stichwort “Kuckucksuhr“) entstandene schließlich verfilmte Drehbuch unterscheidet sich nicht unerheblich von Greenes Erzählung. So war bei Greene die Hauptfigur zunächst Brite und hieß Rollo Martins, und das Ende der Geschichte ist eher happy.

Der dritte MannDie Edition Büchergilde hat Greenes Erzählung von Nikolaus Stingl neu übersetzen lassen. Die 1984 in der Nähe von Hamburg geborene freischaffende Künstlerin Annika Siems hat zudem noch stimmungsvolle Illustrationen zum Buch beigesteuert. Inspiration fand sie im Wiener Dritte-Mann-Museum. Das Problem, dass jeder Leser sofort die Bilder aus dem Film im Kopf hat, war Annika Siems bewusst und ihr gelang mit Sepia-Tusche eine recht eigenständige Bebilderung.

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Silence

Nachdem das Christentum im Japan im Windschatten des portugiesischen Kolonialismus sich zunächst ungehindert verbreitete, änderte sich dies ab circa 1630. Um die Einflussnahme fremder Mächte auf die eigene Kultur zu verhindern, wurde mit teilweise drastischen Methoden gegen Japaner vorgegangen, die den christlichen Glauben angenommen hatten.

Silence

Dieses Themas nahm sich der japanische Autor Shūsaku Endō an, dessen 1966 erschienener Roman “Schweigen“ zum Bestseller wurde. Erzählt wird von zwei jungen Jesuiten, die 1639 nach Japan aufbrechen, um ihren Mentoren Pater Cristóvão Ferreira zu suchen, der angeblich zum Buddhismus übergetreten ist und eine Japanerin geheiratet hat.

Silence

Bereits 1971 verfilmte der Japaner Masahiro Shinoda das Buch. Auch der katholisch erzogene Martin Scorsese war von der in “Schweigen“ geschilderten Thematik fasziniert und versuchte seit den 90er Jahren aus dem Buch einen Film zu machen. Seine Version schildert zwar die große Brutalität mit der japanische Feudalherren gegen ihre christlichen Landsleute vorgehen. Es wird gezeigt wie Bauern mit heißem Quellwasser gefoltert oder in der tosenden Meeresbrandung gekreuzigt werden.

Silence

Doch vom selbstzweckhaften Märtyrer-Folter-Horror, den Mel Gibson in “Die Passion Christ“ zelebrierte, ist “Silence“ weit entfernt. Martin Scorsese zeigt sich stärker an subtileren Methoden der Entchristianisierung interessiert. So wurden christliche Bürger gezwungen auf ein Bildnis Christi zu treten und durften danach ihrer Wege gehen.

Silence

Mit 161 Minuten ist “Silence“ nicht eben kurz und es hätte nicht geschadet, wenn Scorsese den Mittelteil etwas gestrafft hätte. Doch wenn am Ende des Film Andy Garfield (“The Amazing Spider-Man“) als junger Jesuit Sebastião (endlich!) auf den von Liam Neeson gespielten ehemaligen Pater Ferreira trifft, dann ist das großes Kino. Dieser Moment lässt das an die Begegnung von Martin Sheen und Marlon Brando im Finale von “Apocalypse Now“ denken.

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