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Elvis Presley: Cowboy Melodie

Frank Sinatras Gesangskarriere kam durch seinen oscar-prämierten Auftritt im Film “Verdammt in alle Ewigkeit“ erst wieder richtig in Gang. Auch Elvis Presley hatte Rollenangebote für Filme wie “Die Katze auf dem heißen Blechdach“, die ihn auch schauspielerisch gefordert hätten. Doch er, bzw. sein Manager Colonel Tom Parker, lehnten dies ab und in seinen 31 Kinofilmen spielte Elvis immer nur sich selbst. Es ging sogar soweit, dass er in den sechziger Jahren mit den Filmen und den zugehörigen Soundtrack-Aufnahmen so beschäftigt (und finanziell versorgt) war, dass er zwischen 1961 und 1969 keine Konzerte gab und auch für TV-Auftritte nicht zur Verfügung statt.

Elvis Presley: Cowboy Melodie

Die Kinofilme mit Elvis waren zwar Dutzendware, aber zumeist unterhaltsam. Die Handlung war wenig mehr als ein Vorwand um möglichst viele Songs in den Film zu schmuggeln und durch die Soundtrack-Alben noch zusätzlich abzusahnen. Charismatische Co-Stars wie etwa Ann-Margrei in “Viva Las Vegas“ waren Mangelware. In diesem Umfeld ist “Cowboy Melodie“ (“Tickle Me“) guter Durchschnitt. Das 1965 entstandene 18. Elvis-Filmchen erzählt vom Rodeo-Reiter Lonnie Beale, der auf einer Beauty-Farm als Animateur anheuert. Die Chefin und alle weiblichen Gäste sind ganz hingerissen von ihm, doch Stress gibt es mit seinen männlichen Kollegen…

Elvis Presley: Cowboy Melodie

Anders als in den übrigen Elvis-Filmen wurden die Songs diesmal nicht exklusiv für “Cowboy Melodie“ komponiert, sondern stammten aus dem Fundus. Der DVD von Koch Media liegt ein schönes Booklet bei, das akribisch über die Herkunft der neun Songs informiert. Der Film ist zwar bereits 2007 bei Warner auf DVD erschienen, doch damals ohne die deutsche Tonspur. Jetzt endlich kommen wir auch hier in den Genuss Elvis mit der deutschen Stimme von Rainer Brandt (“Die Zwei“) zu erleben und Jack Mullaney, der Jerry Lewis zum verwechseln ähnlich sah, spricht jetzt natürlich mit der Stimme von dessen Stammsprecher Horst Gentzen.

Elvis Presley: Cowboy Melodie
DVD-Booklet

Neben dem 16-seitigen Booklet enthält die DVD noch den US-Trailer (2:40 min), den deutschen Trailer (2:35 min) sowie zwei Bildergalerien (4:16 min + 2:22 min) und Direktzugriff zu den Songs. Viel schöner kann ein Klassiker nicht auf DVD herausgebracht werden.

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Liberty – Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft – Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten

Ähnlich wie er es bereits mit Laurel & Hardy in seinem “Das Dick und Doof Buch“ machte, wollte Norbert Aping anschließend schildern in welcher Form Charlie Chaplin in Deutschland in die Kinos kam und in der Presse besprochen wurde. Doch ein derartiges Projekt würde nicht zwischen zwei Buchdeckel passen, denn Aping musste feststellen, dass “nur noch über die Bibel mehr geschrieben worden ist, als über diesen weltbekannten Künstler.“ Daher schränkte er das Spektrum des Buches ein und konzentrierte sich darauf, wie die Nationalsozialisten in Deutschland auf die Werke Chaplins reagierten, wobei natürlich ein besonderes Augenmerk auf dessen Hitler-Satire “Der große Diktator“ gerichtet wurde.

Liberty - Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft - Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten
Norbert Aping hat auf 400 eng bedruckten und mit zahlreichen Fußnoten versehenden Seiten eine unglaubliche Materialfülle zu diesem Thema zusammengetragen. Er belegt, dass Chaplin den Nazi von Anfang an ein Dorn im Auge war, schon durch den Stummfilm “Shoulder Arms“ von 1918 in dem der Tramp als Soldat des Ersten Weltkrieges den Deutschen Kaiser gefangen nimmt. In einem Land in dem später rechtsradikale Pöbelhorden versuchten die Aufführung des Antikriegsfilms “Im Westen nichts Neues“ zu verhindern, war ein angeblicher “antideutscher Hetzfilm“ bzw. eine Satire über das (nicht nur deutsche) Soldaten in konservativen Kreisen unerwünscht.

Liberty - Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft - Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten

Später wurde versucht durch Drohungen und politischen Druck die Produktion von “Der große Diktator“ zu verhindern. Anschließend wurde tunlich vermieden, zu vermelden dass Chaplin in diesem Film den nur vier Tage jüngeren Adolf Hitler, der ihm seinen Schnurrbart nachahmte, parodistisch nachahmte (und entlarvte).

Liberty - Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft - Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten

Die Nationalsozialisten pflegten nach “Shoulder Arms“ in ihren Presseorganen die Feindschaft zu Chaplin und nahmen dabei wenig Rücksicht auf Realitäten. So wurde der große Erfolg seiner Filme totgeschwiegen und der Komiker als “verhimmelter nigger-groteskhafter Galizier“, “hebräischer Wüstling“ oder “abgetakelten Filmjude“ bezeichnet, obwohl er keine jüdischen Wurzeln hatte. Aping hat eigens einen Anhang mit “Nationalsozialistischen Chaplin-Verunglimpfungen“ angefügt.

Liberty - Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft - Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten
Sein Buch funktioniert auf mindestens zwei Ebenen. Zum einen zeigt Aping wie in der von den Nazis gesteuerten Presse Tatsachen verdreht oder einfach nur erfunden wurden um Stimmung gegen unliebsame Zeitgenossen zu machen. Außerdem macht das Buch ganz nebenbei Appetit darauf sich einmal wieder einen Chaplin-Klassiker anzusehen um festzustellen wie zeitlos diese ebenso komischen wie menschlichen und gesellschaftskritischen Werke doch sind.

Liberty - Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft - Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten
Mittlerweile hat Aping mit „Charlie Chaplin in Deutschland: 1915-1924: Der Tramp kommt ins Kino“ noch ein weiteres höchst empfehlenswertes Buch zu Thema fertig gestellt.

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Django Unchained

Schon wieder ein Tarantino-Film mit Christoph Waltz, war mein erster Gedanke zu “Django Unchained“. Doch der gebürtige Wiener Waltz, der bereits für seine Rolle in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ einen Oscar erhielt, ist das absolute Highlight der lange erwarteten Italowestern-Blaxploitation-Hommage des Kultregisseurs. Waltz, der für seine angebliche “Nebenrolle“ noch einen Oscar bekam, spielt einen gewissen Doktor King Schultz, der vorgibt Zahnarzt zu sein, aber in Wirklichkeit höchst erfolgreich mit seinem Pferd Fritz als Kopfgeldjäger durch den Wilden Westen reist.

Django Unchained

Aus rein geschäftlichen Gründen befreit Schultz den Sklaven Django, denn nur dieser kann drei seiner ehemaligen Aufseher identifizieren, auf die ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist. Die Zusammenarbeit zwischen Schultz und Django funktioniert so gut, dass sie eine Weile als Team auftreten, bevor der Doktor seinem Schützling dabei helfen will, dessen Ehefrau Broomhilda von Shaft aus “Candyland“, der berüchtigten Plantage von Calvin Candie, zu befreien.

Django Unchained

Leonardo DiCaprio versucht ähnlich wie Waltz seine Schurkenrolle “larger than life“ anzulegen, wirkt gegenüber dem coolen Österreicher jedoch wie ein billiger Schmierenkomödiant. Das passt zwar recht gut zu DiCaprios Rolle, doch mit weniger Leonardo und noch mehr Waltz wäre der nicht eben kurze “Django Unchained“ noch kurzweiliger. Jamie Foxx hingegen macht als Django (“Das D bleibt stumm!“) eine gute Figur, während Samuel L. Jackson als schurkischer Haussklave hinter seinem Make Up kaum zu erkennen ist.

Django Unchained

“Django Unchained“ (über)erfüllt alle an einen Tarantino-Film gerichteten Erwartungen. Es wimmelt nur so von Anspielungen, musikalischen Zitaten, Gastauftritten (natürlich auch vom Regisseur himself sowie vom Ur-Django Franco Nero) sowie dem Wort Nigger in den Dialogen. Der Auftakt des Filmes ist grandios, im Mittelteil nervt Leonardo etwas und das Ende versöhnt alle Freunde sinnloser Gewalt mit dem ansonsten eher auf clevere Dialoge setzenden Film.

Django Unchained

Mittlerweile liegt übrigens auch eine sehr schöne Comic-Adaption von “Django Unchained“ vor.

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Inglourious Basterds

Äußerst lose angelehnt an “Ein Haufen verwegener Hunde“, einen kleinen dreckigen italienischen Kriegsfilm von 1978, der in den USA unter dem Titel “Inglorious Bastards“ lief, erzählt Quentin Tarantino in fünf Kapiteln Geschichten aus dem von Deutschen besetzten Frankreich. Anders als die Trailer vermuten ließen, geht es weniger um eine großteils aus Juden bestehende US-Spezialeinheit, die möglichst brutal Nazis tötet, sondern stärker noch um ein Attentat, das in einem Pariser Kino auf die nahezu komplette NS-Führungsriege verübt werden soll.

Inglourious Basterds

Obwohl er hier ein von ihm bisher noch nicht genutztes Genre beackert, setzt Quentin Tarantino wieder auf die vertrauten Mätzchen. Der Soundtrack wurde erneut fröhlich zusammengeklaut, wechselt von Morricone zu Bowie und will – ähnlich wie die wackelnde Videokamera in Michael Manns “Public Enemies“ – nicht so recht zur in den 40erJahren des letzten Jahrhunderts spielenden Handlung passen. Endlose (aber dennoch äußerst kurzweilige) Dialogszenen enden meist mit plötzlichen (aber diesmal eher lustlos in Szene gesetzten) Gewaltexzessen, denen zuvor sorgfältig eingeführte Figuren oftmals scheinbar wahllos zum Opfer fallen.

Inglourious Basterds
Dass es hier nicht um historische Akkuratesse geht, beweist spätestens das Ende des Filmes (aber eigentlich auch schon der Titel des ersten Kapitels (“Es war einmal… in einem von Nazis besetzten Frankreich“). Es erscheint am sinnvollsten “Inglourious Basterds“ einmal mehr als eine filmische Tarantino-Wundertüte zu betrachten, die diesmal zwar erstaunlich viel unnützes Zeug (wie etwas Mike Myers knallchargigen Gastauftritt oder “Stolz der Nation“, Eli Roths ohne jegliches Gespür für die 40er Jahre inszenierten Propagandafilm im Film) enthält, aber auch etliche überraschende Momente, die wieder in die Filmgeschichte eingehen dürften. Dazu gehören ganz sicher die unglaublich intensiv ausgespielten Nazi-Schurkenrollen vom (in Cannes prämierten) Christoph Waltz, aber auch von August Diehl und Daniel Brühl.

Inglourious Basterds

“Inglourious Basterds“ ist ganz gewiss kein perfekter Film, enthält jedoch viele unvergessliche Szenen, die schon beim ersten Mal Vorfreude auf das erneute Sichten erwecken.

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Planet Terror

Einen Monat nach Quentin Tarantinos “Death Proof“ kommt mit “Planet Terror“ der Beitrag von Robert Rodriguez zum gemeinsamen “Grindhouse“-Projekt in einer verlängerten Fassung in unsere Kinos. In den USA liefen beide Filme als Double Feature und im Mittelteil wurden noch einige gefakte Trailer gereicht, die es jetzt vor “Planet Terror“ zu sehen gibt. Der große Erfolg blieb aus und manche US-Zuschauer verließen bereits nach “Death Proof“ die Kinos und warteten gar nicht mehr auf Tarantinos Beitrag. Dies ist durchaus nachvollziehbar, denn Rodriguez gelang trotz rasanter Inszenierung, zahlloser Ekel-Effekte und mitreißendem Soundtrack kein zweiter “From Dusk Till Dawn“.

Planet Terror
Robert Rodriguez erzählt einmal mehr von einem fehlgeschlagenen Experiment, das Menschen in willenlose Zombies verwandelt und von einem Haufen wilder Individualisten, die sich der Bedrohung stellen. Das Hauptproblem bei “Planet Terror“ ist, dass sich Robert Rodriguez etwas zu viel Mühe gegeben hat seinen Film mit möglichst vielen kranken Typen zu bevölkern. Diese sind auch nachdem die Zombie-Armee angreift stärker mit ihren eigenen Macken (Wie finde ich die beste Barbecue-Sauce? Bin ich Stripperin oder Komikerin?) beschäftigt als damit sich dem Horror zu stellen. Dies ist zwar eine Weile ganz interessant, fängt jedoch langsam aber sicher an zu nerven und ist vor allem nur sehr selten wirklich witzig. Dies trifft auch auf viele der reichlich übertrieben in Szene gesetzten oft eher lächerlichen Actionmomente zu, etwa wenn Freddy Rodriguez auf einem Kindermotorrad gegen Zombies kämpft oder Rose McGowan ihre Maschinengewehr-Protese als Raketenantrieb einsetzt.

Planet Terror

Während Tarantino in “Death Proof“ phantasievoll damit spielt dem Zuschauer die scheinbar arg ramponierte Kopie eines 70er-Jahre-Schundfilms vorzuführen, nutzt Rodriguez dies zwar ebenfalls recht einfallsreich zum Kaschieren von allzu harten Splatterszenen aber auch schon einmal rotzfrech dazu um einen Teil seiner Geschichte einfach nicht erzählen zu müssen. Wer sich allerdings mit gebremster Vorfreude (und abgeschaltetem Gehirn) auf “Planet Terror“ einlässt (und kein cleveres Klischee-Jonglieren wie in “Death Proof“ erwartet) dürfte dennoch seinen Spaß haben.

Planet Terror

Als DVD erscheinen zunächst zwei schön aufgemachte Editionen. Bezüglich der Extras war jedoch schade, dass hier nicht einmal der auch im Kino gezeigte gefakte Trailer “Machete“ von Robert Rodriguez (mit Danny Trejo ist mittlerweile tatsächlich eine Verfilmung entstanden) enthalten war. Doch dieser und die drei weiteren in den USA zwischen “Death Proof“ und “Planet Terror“ gezeigten getürkten Vorschauen „Werewolf Women of the SS“ von Rob Zombie (mit Nicholas Cage als Fu Manchu), „Don’t“ vom vielfältig begabten Edgar Wright („Shawn of the Dead“, „Hot Fuzz“, „Scott Pilgrim“) und „Thanksgiving“ von Eli Roth (“Hostel“) wurden erst einige Jahre später in der bestens aufgemachten DVD- und Blu-ray-Box “Grindhouse: Death Proof & Planet Terror“ nachgereicht.

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Death Proof

Nachdem er zuvor seinen Film “Kill Bill“ in zwei Teilen in die Kinos brachte, kommt nun (zumindest weltweit außerhalb der USA) mit “Death Proof“ ein neues Werk von Quentin Tarantino in die Kinos, das eigentlich nur die Hälfte einer Gemeinschaftsarbeit darstellt, die der Kultregisseur mit seinem Kumpel Robert Rodriguez unter dem Titel “Grindhouse“ in die US-Kinos brachte. Dort lief das Double Feature, das zudem im Mittelteil noch einige gefakte Trailer enthält, nur recht moderat und manche Zuschauer verließen bereits nach Robert Rodriguezs “Planet Terror“ die Kinos und warteten gar nicht mehr auf Tarantinos Beitrag.

Death Proof
Um als eigenständiger Kinofilm bestehen zu können, wurde “Death Proof“ noch um 30 Minuten gestreckt, was etwas seltsam anmutet bei einem Film, der kunstvoll mit abgehackten Übergängen und kurzen scheinbar fehlenden Szenen spielt. Tarantino hat sich nicht nur inhaltlich an Autojagd-Filmen wie “Fluchtpunkt St. Franzisko“ oder “Mad Max“ orientiert.

Death Proof

„Death Proof“ wirkt durch vermeidlich schlechtes Filmmaterial und verwaschene Farben tatsächlich so als wenn ein 70er-Jahre-Vorstadtkino die abgenudelte Kopie (eine Spule enthält anscheinend sogar nur schwarzweißes Filmmaterial) eines billigen Actionfilms zeigt. Vor allem in der ersten Hälfte ist “Death Proof“ äußerst dialoglastig, wobei sich Tarantino etwas zu ausführlich – aber sehr eifrig – darum bemüht, zu zeigen, dass Mädels genauso vulgär wie Kerle sein können.

Death Proof
Doch urplötzlich entwickelt das Ding ein irrsinniges Tempo und die Geschichte vom Serial-Straßen-Killer Stuntman Mike (Paraderolle für Kurt Russell), der an einige taffe Chicks gerät mit denen nicht zu spaßen ist, legt tüchtig (je beinahe ultimativ) an Fahrt zu. Tarantino drehte die abschließende Auto-Action-Jagd ganz ohne Tricks und hatte die glänzende Idee der auch schauspielerisch talentierten neuseeländischen Stuntfrau Zoë Bell die Rolle der neuseeländischen Stuntfrau Zoë zu geben, was sich in einigen atemberaubenden Szenen niederschlägt. Der abrupte aber konsequente Schluss macht diese Trash-Hommage zu einer runden Sache bei der es rund geht.

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Jackie Brown

Mit Schwarzgeld wird Jackie Brown am Flughafen gestellt. Das FBI wittert die große Chance, durch Jackies Aussage einen Schmuggler-Ring auszuheben. Die Cops sind bereit, Jackie laufen zu lassen, wenn sie den Namen ihres Auftraggebers preisgibt. Die Entscheidung fällt ihr schwer, denn Ordell Robbie, ihr Boss und Drahtzieher der dubiosen Waffen-Schmuggel-Geschäfte, würde sie umbringen, wenn er Wind von einem Deal mit dem FBI bekäme. Bevor sie sich entscheiden kann, kommt alles ganz anders: Sie lernt den Kautionsvermittler Max Cherry kennen. Die beiden schmieden einen Plan, und plötzlich hat Jackie die Idee, wie es ihr gelingen könnte, Ordell gegen die Polizei auszuspielen…

Jackie Brown
Die Einflüsse von „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und auch von „From Dusk Till Dawn“ auf alle möglichen Bereiche der Kultur sind ja immer noch nicht voll abzuschätzen, man denke nur an Comics wie „Stray Bullets“ oder „Preacher„. Entsprechend hoch waren seinerzeit natürlich die Erwartungen an Quentin Tarantinos dritten Film „Jackie Brown“. Doch hier konnte Entwarnung gegeben werden. Nur einige beinharte Tarantino-Jünger werden diesem zweieinhalbstündigen Werk das Prädikat „Kult“ umhängen.

Jackie Brown

In erster Linie ist das Ding eine ziemliche Quassel-Orgie (immerhin hat sich Tarantino von Spike Lee doch nicht den Gebrauch des Wortes „Nigger“ ausreden lassen) mit nur wenigen lichten Momenten (so z. b. dem hübschen offenen Ausklang mit der coolen Pam Grier und dem melancholischen Robert Forster) und Brechungen (wie z. B. den halbherzigen Spielereien mit der Erzählzeit am Ende des Filmes). Schmerzhaft fällt auch auf, dass Robert De Niro an der Seite von Samuel L. Jackson nur ein schwacher Ersatz für John Travolta ist und dass Tarantino durchaus in der Lage ist, auch ultraschlechte Musik aus den siebziger Jahren auszuwählen.

Jackie Brown

Ich muss allerdings zugeben, dass bei einer erneuten Sichtung des Films neun Jahre nach dessen Entstehung, so ganz ohne allzu hohe Erwartungen, „Jackie Brown“ recht entspannt rüber kommt. Insgesamt wirkt der Film sogar reifer und erwachsener als alle anderen Werke von Tarantino.

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Suite française

60 Jahre hat es  gedauert bis die zwei Romane “Sturm im Juni“ und “Dolce“ der französischen Bestsellerautorin Autorin Irène Némirovsky nach ihrer Niederschrift endlich erschienen sind. Die jüdische Schriftstellerin wurde 1942 von der Polizei im von Deutschen besetzten Frankreich verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Einen Monat später starb sie dort an Typhus. Denise und Elisabeth Némirovsky bewahrten 50 Jahre lang einen Koffer ihrer Mutter auf, in dem sich ein in Leder gebundenes Buch befand. Sie trauten sich lange Zeit nicht das vermeintliche Tagebuch zu lesen und waren erstaunt, als sie in der Kladde stattdessen die Niederschrift von zwei Romanen vorfanden.

Suite française
Irène Némirovsky

2004 schließlich erschienen die beiden Bücher – Némirovsky plante einen aus fünf Romanen bestehenden Zyklus – gemeinsam unter dem Titel “Suite française“ und wurden zum Weltbestseller. Mittlerweile ist bei btb eine schöne, preiswerte, kleinformatige, in Leinen gebundene Edition mit Leseband erschienen, die als Anhang eine umfangreiche Dokumentation mit Hintergrundinformationen enthält.

Suite française

Némirovsky beschrieb in “Suite française“ detailreich und fast schon dokumentarisch den Zusammenbruch der französischen Gesellschaft während und nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht. Dabei ist es angesichts des großen Ensembles nicht immer leicht den Überblick zu behalten, doch wer sich auf die Lektüre einlässt, wird als Leser reich belohnt und zum Zeitzeugen eines düsteren Stücks europäischer Geschichte.

Suite française

Ein guter Einstieg in das Werk sind zwei gelungene Adaptionen. Beim Verlagshaus Jacoby & Steward ist eine Comic-Version von Némirovskys ersten “Suite française“-Roman “Sturm im Juni“ erschienen. Diese stammt von Emmanuel Moynot, dessen Zeichenstil an den großen Jaques Tardi (“Elender Krieg 1914 – 1919“, “Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB“) erinnert, weswegen dieser ihn auch zu seinem Nachfolger bei den Comic-Adaptionen von Léo Malets Kriminalromanen um den Detektiv Nestor Burma (“120, Rue de la Gare“) kürte.

Suite française

Bei seinem Comic “Sturm im Juni“ arbeitet Emmanuel Moynot mit klaren oft sehr lässig hingehauenen Zeichnungen, die durch die Grautöne von Chantal Quillec wie Standbilder aus einem Schwarzweiß-Film der vierziger Jahre wirken. Das schafft die richtige Atmosphäre für die breitangelegte Darstellung des Schicksals von drei französischen Familien, die 1940 versuchen der heranrückenden Wehrmacht zu entkommen. Am Anfang des Comic-Buchs befindet sich eine Übersicht über die Hauptfiguren, was den Einstieg in die vielschichtige Geschichte erleichtert.

Suite française

Irène Némirovskys zweiter “Suite française“-Roman “Dolce“ diente als Vorlage für den großteils in Belgien gedrehten britisch-französisch-kanadischen Kinofilm “Suite française – Melodie der Liebe“. Diese Schilderung der deutschen Besetzung eines französischen Dorfs ist u. a. mit Kristin Scott Thomas, Tom Schilling, Sam Riley und Heino Ferch großartig besetzt. Der Film konzentriert sich hauptsächlich auf die problematische Liebesgeschichte zwischen der jungen unglücklich verheirateten Lucile Angellier (Michelle Williams) und dem musisch veranlagten Wehrmachts-Offizier Bruno von Falk (Matthias Schoenaerts), der im Zivilleben Komponist war.

Suite française
Michelle Williams und Matthias Schoenaerts

Vor dem Hintergrund dieser Love Story vernachlässigt der britische Regisseur Saul Dibb (“Die Herzogin“) keineswegs den zeitgeschichtlichen Hintergrund. Sein Film erzählt auch vom fragilen alles andere als sozial gerechten Machtgefüge im Dorfe, das durch die deutschen Besatzer erheblich ins Schwanken gerät. Film und Comic sind eine gute Grundlage um danach zu Irène Némirovskys großartiger Prosa zu greifen und noch tiefer in die Materie einzudringen.

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Walt Disney: Bambi

In einem zwischen Vermenschlichung und realistischer Naturdarstellung schwankenden Stil schildert der Film das Schicksal des Hirschkalbs Bambi, dessen Mutter von Jägern getötet wird. Doch die Waldgemeinschaft hält zusammen. Bambi wächst zum kapitalen Vielender heran und erobert die schmucke Feline.

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Nach den auf unterschiedliche Art sehr gelungenen Zeichentrickfilmen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, “Pinocchio“, “Fantasia“ und “Dumbo“, kam 1942 “Bambi“ in die Kinos. Manche Kritiker halten den Film für Disneys letztes Meisterwerk, ein Höhepunkt des Trickfilms ist “Bambi“ auf alle Fälle.

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Der renommierte Drehbuchautor William Goldman (“Der Marathon-Mann“, “Die Unbestechlichen“) singt in seinem Buch “Das Hollywood-Geschäft“ ein Loblied auf “Bambi“: “Wenn die Duschszene in “Pyscho“ der Schocker der sechziger Jahre war, dann war das Äquivalent der vierziger Jahre, die Szene, als Bambis Mutter starb. Und dann der Satz “Der Mensch hat den Wald betreten.“ Und das Feuer und die ungeheuer starken Appelle für Gewaltlosigkeit (…) Der Film strahlte damals und strahlt auch heute noch ein beängstigendes Gefühl von Realität aus, und das hat nichts mit der Realität zu tun, wie wir sie gern hätten.“

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Die teilweise etwas zu kitschige Darstellung der großäugigen Tierfiguren wird in “Bambi“ ausgeglichen durch meisterhaft inszenierte Szenen, wie die Ermordung von Bambis Mutter, der Kampf zweier Hirsche sowie ein bedrohlicher Waldbrand. Für die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung wurde der knapp 70 Jahre alte Film sorgfältig restauriert und die Farben wurden an die noch vorhandenen Originalzeichnungen aus den Disney-Archiven angeglichen. Die Diamond Edition von 2016 ist – abgesehen vom neuen Cover – identisch mit der zwei Jahre zuvor erschienenen Blu-ray.

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Die Blu-ray enthält neben dem 69-minütigen Hauptfilm noch: „Im Kreativ-Meeting mit Walt Disney“: Der komplette Film mit Kommentaren von Walt Disney und seinen Mitarbeitern und mit eingeblendeten Entwurfszeichnungen, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Einführung von Diane Disney Miller (1:06 min); Ein Prinz ist geboren – ein 54-minütiges sehr ausführliches Making Of; Vier zusätzliche Szenen (1:56 min + 3:07 min + 0:36 min + 2:31 min); Zusätzliches Lied: „Frühlingsgefühle“ (1:53 min); Umfangreiche interaktive Galerien; Kurzfilm aus der Reihe “Silly Symphonies“: “The Old Mill“ (1937, 8:58 min); Geheimnisse des Zeichentricks mit Walt Disney, Ausschnitt aus einer TV-Sendung von 1957 (7:18 min); In den Disney-Archiven mit Zeichner Andreas Deja (8:39 min); Kinotrailer von 1942 (2:12 min); Disneys großes Wissensbuch: Bambi Edition; Wenn Disney View angewählt wird, können auf 16:9-Geräten im rechten und linken Bereich anstelle der schwarzen Balken neben dem 4:3-Bild sogenannte “Schmuckornamente“ eingeblendet werden.

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Walt Disney: Dumbo

1937 produzierte Walt Disney mit „Schneewittchen und die 7 Zwerge“ den ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm und hatte riesigen Erfolg damit. Es folgten der unglaublich detailliert ausgeführte (aber auch etwas düstere) „Pinocchio“ und „Fantasia“ , ein sehr ambitionierter Ausflug in Regionen der Hochkultur. Erst „Dumbo“ sollte dem Publikum wieder die Frische der kurzen Disney-Zeichentrickfilme zurückbringen.

Walt Disney: Dumbo
„Dumbo“ entstand unter großen finanziellen und auch menschlichen Problemen, denn Disney konnte durch den Zweiten Weltkrieg seine Filme nicht mehr weltweit starten und das Studio sperrte sich dagegen, dass die Zeichner einer Gewerkschaft beitraten, was zu einem Streik und zur Entlassung des Star-Zeichners Art Babbit führte.

Walt Disney: Dumbo

Diese Querelen sind dem fertigen Film nicht mehr anzumerken. Er ist in den leuchtenden Farben einer Zirkuswelt gehalten, die auf dieser DVD besonders schön zur Geltung kommen. Erzählt wird von einem kleinen Elefanten, der zunächst wegen seiner riesigen Ohren gehänselt wird, dann aber feststellt, dass er damit fliegen kann. Ein absolutes Meisterwerk ist dabei eine surreale Parade von rosa Elefanten, die Dumbo nach dem Genuss von Alkohol erlebt.

Walt Disney: Dumbo
Bonusmaterial: Ein Audiokommentar von Pete Docter, Paula Sigman und Andreas Deja, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Zusätzliche Sequenzen: „Die Geschichte der Maus“ (5:20 min) und das Lied „Are You A Man Or A Mouse?“ (3:53 min);“Dumbo – Ein Making Of zum Abheben“ (27:09 min); „Die Magie von Dumbo: Das Dumbo-Karussell in Disneyland“ (3:01 min); „Das Sound-Design“ – Ausschnitt aus „The Reluctant Dragon“ (5:43 min): Hier wird die “Casey Junior“-Sequenz mit dem Zirkuszug benutzt um zu erklären wie in den Disney-Studios die Geräusche gemacht wurden. Bemerkenswert ist, dass hier Trickfilmszenen zu sehen sind, die nicht in “Dumbo“ enthalten sind; Original TV-Einleitung von Walt Disney (0:59 min); Zwei US-Kinotrailer (2:07 min + 1:15 min); Zusätzlich auf Blu-ray: Cine-Explore-Kommentar, „Ein Meisterstück wird gefeiert“ (14:53 min), Kunstgalerien, Animierte Kurzfilme: „Elmer Elefant“ (8:31 min) und „Die fliegende Maus“ (9:21 min), „Disney View Einführung“ mit James Coleman (0:53 min), wenn Disney View angewählt wird, können auf 16:9-Geräten im rechten und linken Bereich anstelle der schwarzen Balken neben dem 4:3-Bild sogenannte “Schmuckornamente“ eingeblendet werden

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