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Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg

Anlässlich einer bis März 2017 im „Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“ in Hannover gezeigten Ausstellung erscheint mit “Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg“ ein großformatiger (24 x 34 cm) und reich bebilderter (132 farbige Seiten) Katalog. Dieser feiert auch den 100. Geburtstag des am 9. April 1917 in Sachsen geborenen Comic-Produzenten.

Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg

„Mach‘ anderen eine Freude, dann hast Du deinen Spaß“. Das war das Lebensmotto von Rolf Kauka, und 1953 setzte er es in die Tat um, als er sein erstes Comicheft herausbrachte. Er nannte es „Till Eulenspiegel“ und dort traten Figuren wie Isegrim Wolf oder Reineke Fuchs auf. Aus diesen Fabelwesen formte Kauka die bekanntesten (west-)deutschen Comicfiguren: Der Wolf wurde zu Lupo und der Fuchs verdoppelte sich. Diese beiden schlauen Füchse übernahmen schließlich das „Till Eulenspiegel“-Heft komplett und es trug künftig ihren Namen: „Fix & Foxi“.

Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg

Herausgeber des Ausstellungs-Katalogs ist Volker Hamann, der sich bereits vier Jahre zuvor in der mittlerweile vergriffenen 56. Ausgabe seines Fachmagazins Reddition mit dem “Dossier Rolf Kauka“ beschäftigte. Seinerzeit war dieses Magazin dem gerade verstorbenen Autor Roland Mietz gewidmet. Dessen kenntnisreichen Texte über die verschiedenen Schaffensphasen Kaukas wurden in den Katalog übernommen.

Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg

Für das Buch sprechen aber auch die großformatigen Abbildungen, die zeigen was für großartige Künstler seinerzeit für Kauka arbeiteten. Zu Dorul van der Heide, Walter Neugebauer, Werner Hierl, Ludwig Fischer, Branimir Karabajic (“Pauli“), Vlado Magdic (“Tom und Biber“), Kurt Ludwig Schmidt alias Kasch (“Mischa“) Giulio Chierchini, Helmuth Huth, Kurt Italiaander, Florian Julino („Diabolino“) und Riccardo Rinaldi (“Die Pichelsteiner“) kommen neben beeindruckenden Kostproben ihrer Kunst auch kurze aber aussagekräftige Biografien zum Abdruck.

Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg

Ein besonderes Schmankerl ist die fast komplett in Form von schwarzweißen Originalseiten abgedruckte Geschichte “Fix führt durch das Studio“ von 1956. Hier besucht der kleine Fritz die Kauka-Studios, wo er auch die „Witz-Annahme“ zu sehen bekommt. Hier werden Witze kiloweise angekauft und deren Bärte dann gestutzt, damit sie “fast wie neu“ sind.

Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg

Der Katalog kann (und will) nicht das schon sehr lange ausstehende definitive Buch über die Comic-Produktion von Rolf Kauka sein, überzeugt aber durch die interessanten Texte und die Bebilderung!

Zu bestellen unter: www.edition-alfonz.de

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Maria d’Oro und Bello Blue

Der Witwer Herr Pulle lebte mit seiner schönen Tochter Maria und ihrem Hund Bello Blue glücklich zusammen. Doch dann heiratet Herr Pulle eine bitterböse Frau, die eine noch eine hinterhältige Tochter namens Marie Lu hat. Eines Tages lernte Maria im Wald einen Jäger kennen, der ihr einen wunderschönen Zauberstein schenkte. Bald stellte sich heraus, dass der Jäger ein Prinz war, der Maria gerne zur Frau nähme. Doch ihre Stiefschwester versuchte, dies zu verhindern. Sie stiehlt den Zauberstein…

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Obwohl dieser Film des “Fix & Foxi“-Schöpfers Rolf Kauka ein (wenn auch nicht allzu erfolgreicher) deutscher Trickfilmklassiker ist, war es unmöglich ihn in den Mediamärkten von München (dessen Vorort Grünwald immerhin Kaukas Wirkungsstätte war) käuflich zu erwerben. Doch zum Glück ist das Werk bei Amazon unter dem irreführenden Titel “Der Zauberstein“ problemlos zu erhalten. Rolf Kauka, der es ungern hörte wenn er mit Walt Disney verglichen wurde, versuchte 1973 zweifelsohne diesem auf dem Gebiet des abendfüllenden Trickfilms Konkurrenz zu machen.

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Das Resultat ist inhaltlich eine wilde bis wirre Mischung aus deutschen Märchenmotiven (wobei Frau Holle sogar persönlich mitwirkt, während das blaue Hündchen Bello Blue auch als bester Freund von “Bussi Bär“ bekannt ist). Formal stiehlt „Maria d’Oro“ ziemlich dreist die Brunnenszene aus Disneys “Schneewittchen und die sieben Zwerge“, erinnert aber auch an das poppige Design von “Yellow Submarine“ und ziemlich oft an die “Signor Rossi“-Cartoon von Bruno Bozzetto, was nicht weiter verwundert, denn die Animation wurde in Italien durchgeführt.

Maria d’Oro und Bello Blue

Komplett nervig ist, das die Figuren (wenn sie nicht gerade singen) meist in (großteils auch noch recht mäßigen) Reimen sprechen, wie etwa: “Jetzt sitz ich in der Tinte, wie sag ich´s meinem Kinde?“ Doch für alle Freunde von “Fix & Foxi“ lohnt sich die Anschaffung der DVD (auch wenn es nicht immer leicht ist den nicht allzu langen Hauptfilm durchzustehen), denn im Bonusmaterial sind echte Kuriositäten enthalten.

Maria d’Oro und Bello Blue

Bonusmaterial der DVD: „Fix & Foxi“ Zeichentrickfilm „Sinfonie in Müll“ von 1973, der damals im Vorprogramm von „Maria d´Oro“ lief (11:37 min), ein „Isetta“-Zeichentrick-Werbespot, den Rolf Kauka 1957 für BMW produzierte (3:18 min), 12 Texttafel mit einer Kauka-Biografie, seltsamerweise noch einmal einen 2-minütigen Ausschnitt aus dem Hauptfilm

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Reddition 56: Dossier Rolf Kauka

Die 56. Ausgabe des sich auf Themenschwerpunkte konzentrierenden Comicfachmagazins Reddition beschäftigt sich mit Rolf Kauka, dem Schöpfer von Fix & Foxi und seinem Verlag. Das Heft ist erstmals komplett in Farbe gedruckt und das ist äußerst erfreulich in Anbetracht der zahlreichen – häufig leider nur sehr kleinformatigen – Abbildungen.

Reddition 56: Dossier Rolf Kauka

Im Vorwort ist zu erfahren, dass diese Ausgabe der Reddition mit Unterstützung von Kaukas Witwe Alexandra und Kauka Promedia entstand. Dort wurde anscheinend etwas umgedacht. 2007 musste auf dem Comicfestival München bei einer Kauka-Austellung unter jedes Exponat dieser Hinweis platziert werden: World Copyright: © Rolf Kauka 1953/2000 & Kauka Promedia, Inc. 2001/2007. Alle Rechte vorbehalten! Kauka Licensing by: Andromeda ccm gmbh. Mittlerweile genügt anscheinend ein relativ schlichtes © Rolf Kauka / Promedia Inc.

0001Auch inhaltlich scheint es keine Einflussnahme aus Richtung Kauka gegeben zu haben, denn auch finstere Kapitel im Leben Rolf Kaukas, wie sein alles andere als fairer Umgang mit seinen Zeichnern oder fremden Comic-Material (am schlimmsten: seine deutschnationale Übersetzung von Asterix), werden thematisiert. Die ebenso sachkundigen wie lesenswerten Texte stammen zumeist vom im Juli 2011 verstorbenen Roland Mietz, der ein spannendes Stück deutsche Comicgeschichte am Leser vorbeiziehen lässt.

Reddition 56: Dossier Rolf KaukaDiese Ausgabe der Reddition ist bereits vergriffen und wird gebraucht hoch gehandelt. Doch mittlerweile hat Volker Hamann unter dem Titel “Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg“ einen großformatigen reich bebilderten Ausstellungskatalog herausgebracht, der nicht minder informativ ausgefallen ist.

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Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Michael Rush erregt die Aufmerksamkeit des zwielichtigen Professor Magor, als er 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal im Zehnkampf siegt. Rush wird ganz rasch gekidnappt und in einen 2.000 Jahre dauernden Tiefschlaf versetzt.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Dort findet er eine Nachricht des ziemlich wahnsinnigen Magors vor. Dieser nennt Rush jetzt Andrax und begrüßt ihn in einer “besseren Zukunft“. Doch da irrt der ungute Professor gewaltig, denn Andrax scheint eher weit in die Vergangenheit gereist zu sein und muss sich mit Barbaren und Sauriern herumschlagen…

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Mit dem Comic-Magazin “Primo“ versuchte der “Fix & Foxi“-Schöpfer Rolf Kauka (noch bevor der Springer Verlag sein ähnlich gelagertes ZACK startetet) eine etwas ältere Leserschaft zu erreichen. Lange vor “YPS mit Gimmick“ gab es in “Primo“ jene verkaufsfördernde Beilage, die heute Standart bei Kiosk-Comicheften ist und damals “Schnick-Schnack“ hieß. In “Primo“ wurden neben Funny-Serien wie den “Pichelsteinern“ oder “Jojo“ (alias “Gaston“) auch realistisch gezeichnete Abenteuer-Comics wie etwa “Prinz Eisenherz“ veröffentlicht.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Nachdem schlechte Erfahrungen mit einer in Spanien eingekauften Barbaren-Reihe namens “Kronan“ gemacht wurden, entwickelte Peter Wiechmann für Kauka ein eigenes Konzept. In Zusammenarbeit mit dem spanischen Studio Bardon entstand die Serie “Andrax“, die ab 1973 in “Primo“ (und später auch kurz in “Zack“) erschien. Die Vorzeichnungen zur Serie stammen teilweise vom Kauka-Zeichner Ludwig Fischer.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Gezeichnet und co-konzipiert wurde “Andrax“ vom heute recht prominenten Zeichner Jordi Bernet, dessen Serie “Torpedo“ der Verlag Cross Cult in einer fünfbändigen Gesamtausgabe veröffentlicht. In der selben Aufmachung erscheint dort auch eine kleinformatige Hardcover-Ausgabe, die 90 % aller “Andrax“-Geschichten enthalten soll, darunter auch deutsche Erstveröffentlichungen.

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Die Geschichten wurden textlich von Peter Wiechmann überarbeitet und nicht wie in “Primo“ koloriert veröffentlicht. Wiechmann schreibt dazu im Nachwort: “Mich stören die Farben. Sie nehmen viel von der genialen Harmonie der Komposition … erzeugen Schwere, verwischen die Klarheit.“ Dies trifft zwar auf die späteren – ziemlich offensichtlich unter Zeitdruck entstandenen – “Andrax“-Geschichten nicht immer zu. Doch vor allem die Origin, also die Entstehungsgeschichte von Andrax, überzeugt durch Bernets schwarzweißes Artwork, das in dieser Neuauflage bestens zur Geltung kommt.


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