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Blake und Mortimer: Der letzte Pharao

In seiner Blake und Mortimer Bibliothek erfreut uns der Carlsen Verlag mit den bestens präsentierten Comic-Klassikern von Edgar P. Jacobs. Kurz nachdem hier in einem schönen Hardcover-Band der Zweiteiler Das Geheimnis der großen Pyramide zum Abdruck kam, erscheint im selben Format ein nagelneues Abenteuer mit dem Waliser Offizier Francis Percy Blake und dem schottischen Professor Philip Edgar Angus Mortimer, das ebenfalls im Zusammenhang mit dem alten Ägypten steht.

Blake und Mortimer: Der letzte Pharao

Als besonderer Coup konnte als Zeichner diesmal der Belgier François Schuiten gewonnen werden, der in diesem Comic – genau wie in seiner Serie um die “geheimnisvollen Städte“ – einmal mehr seine Liebe zur Architektur zum Ausdruck bringt. Einen kleinen Gastauftritt absolviert dabei aber auch die von ihm bereits in einem Comic verewigte letzte Lokomotive der Bauart Atlantic mit der Seriennummer 12.004.

Blake und Mortimer: Der letzte Pharao

Hauptschauplatz ist jedoch der gewaltige Brüsseler Justizpalast, den Joseph Poelaert im vorletzten Jahrhundert im Stil des Eklektizismus entworfen hatte und der daher auch über altägyptische Einflüsse verfügt. Auf dieser Grundlage hat sich Schuiten gemeinsam mit Thomas Gunzig und Jaco Van Dormeal eine abenteuerliche Geschichte mit apocalyptischen Tendenzen ausgedacht. Obwohl diese in unserer Gegenwart spielt, hat Schuiten sie in ebenso nostalgischen wie atmosphärischen Bildern umgesetzt, die zum Schönsten gehören, was bisher innerhalb der Traditionsserie zu sehen war.

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Mathieu: Die 2,333. Dimension

Marc-Antoine Mathieu (Gott höchstselbst) ist ganz sicher nicht der begnadetste Comiczeichner der Welt, doch seine Ideen sind einzigartig. Alles begann 1990 mit Der Ursprung. Hier erlebte Julius Corentin Acquefacques sein erstes surreales Abenteuer als kleiner Angestellter im Ministerium für Humor. Mathieu spielte schon hier gekonnt mit dem Medium Comic und konfrontierte seinen eher unscheinbaren Helden mit seiner eigenen Zukunft und Vergangenheit, die dieser in Form von Comicseiten zugeschickt bekam.

Mathieu: Die 2,333. Dimension

Noch extravaganter waren die nächsten Erlebnisse von J. C. Acquefacques. In Die vier F… (1991) setzte Mathieu am Ende des schwarzweißen Albums plötzlich Farbe ein. Der Anfang vom Ende hingegen lässt sich tatsächlich von vorne und von hinten lesen und Der Wirbel (1993) setzt Fotos und Stanzungen kunstvoll ein. 2003 schließlich setzte Mathieu seine Reihe endlich fort und die neue Geschichte mit Julius Corentin wimmelt nur so voller origineller Ideen.

Mathieu: Die 2,333. Dimension

In einem Traum kommt Acquefacques ein Fluchtpunkt abhanden und nach dem Aufwachen ist seine ganze Welt nahezu flach, denn er befindet sich in der 2,333. Dimension. Mittels einer Kanone wird Acquefacques in eine Zwischenwelt geschossen um den fehlenden Fluchtpunkt zu suchen. Er entdeckt Parallelwelten zu seinem Comic (die entsprechenden Zeichnungen stammen von Francois Schuiten und Lewis Trondheim). Nach einer kurzen Visite in der Welt der Entwürfe landet Acquefacques schließlich beim Direktor der Distribution diverser Dekors.

Mathieu: Die 2,333. Dimension

Hier wird das ganze Gerümpel gelagert, das übrigbleibt, wenn die Comicfiguren zum nächsten Panel gewechselt haben. Der Leser muss jetzt die beiliegende 3-D-Brille aufsetzen und der Wahnsinn geht plastisch und bunt flimmernd weiter. Wenn das Album dann ausgelesen und die Brille wieder abgesetzt ist, entsteht ein ähnliches Gefühl wie es Julius Corentin Acquefacques wohl auch hat, wenn er aus einem seiner abgefahrenen Träume erwacht.

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Francois Schuiten: Atlantic 12

In zahlreichen Comics, wie seiner Serie um “Die geheimnisvollen Städte“, hat Francois Schuiten (Blake und Mortimer: Der letzte Pharao) seine Faszination an der Architektur vergangener Zeitepochen durch detailverliebte zumeist schwarzweiße Zeichnungen zum Ausdruck gebracht. Nachdem er den Wettbewerb für die Gestaltung des Eisenbahn-Museums Train World in Schaarbek bei Brüssel gewann, entdeckte er eine weitere Leidenschaft, denn das Prunkstück der Ausstellung ist die letzte Lokomotive der Bauart Atlantic mit der Seriennummer 12.004.

Francois Schuiten: Atlantic 12

Diese sehr stromlinienförmig gestaltete belgische Dampflokomotive erreichte bei einem Zug mit fünf Wagen eine Spitzengeschwindigkeit von 165 km/h und gewann 1939 dafür das “Blaue Band“. Als das Modell Atlantic Type 12 nach 1962 ausgemustert wurde, entging eine Lokomotive der Verschrottung, angeblich weil einige sentimentale Eisenbahner sie in der hintersten Ecke eines Lokschuppens versteckten.

Francois Schuiten: Atlantic 12

Dies inspirierte Francois Schuiten zu einer Comic-Geschichte für die er in schwarzweißen Bildern die Atlantic Type 12 ebenso authentisch wie wunderschön zu Papier brachte. Bei der Welt in der sein Comic angesiedelt ist, handelt es sich jedoch nicht um unsere Vergangenheit, sondern um ein Paralleluniversum in der Seilbahnen die Dampflokomotiven verdrängt haben. Hauptfigur ist der Lokführer Leon Van Bel, der seiner Atlantic 12 hoffnungslos verfallen ist und sie gar als sein “Mädchen“ bezeichnet. Als die Lokomotive verschrottet werden soll, bricht Leon mit der schönen Diebin Elya zu einer Odyssee auf um dies zu verhindern…

Francois Schuiten: Atlantic 12

Menschlich diesmal vielleicht sogar ein weniger anrührender als sonst erzählt Francois Schuiten einmal mehr eine phantasievolle Geschichte, die in eine ebenso fremde wie vertraute Welt entführt. Als Bonus beinhaltet das sehr schön aufgemachte Comicalbum neben einem informativen Anhang auch noch den Schlüssel zu einer 3D Animation, die als “Augmented Reality“ über www.atlantic12.de aufgerufen werden kann .


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