Schlagwort-Archive: Frank Miller

Hard Boiled

1990, nach The Dark Knight Returns und vor Sin City und 300, erzählte Frank Miller in der dreiteiligen Miniserie Hard Boiled vom Versicherungsdetektiv Carl Seltz. Dieser führt ein beschauliches Leben mit Frau und Kindern in der Vorstadt, verwandelt sich jedoch auf Bedarf in den gnadenlosen Steuereintreiber Nixon, der bei seinen Einsätzen im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht und nicht ahnt, dass er in Wirklichkeit ein künstlicher Mensch ist.

Hard Boiled

Inspiriert wurde Miller zu Hard Boiled durch Philip K. Dicks Kurzgeschichte The Electric Ant. Die spektakuläre Geschichte sollte zunächst von David Fincher mit Nicolas Cage oder von Frank Miller höchstpersönlich verfilmt werden, doch daraus wurde nichts. Doch auch mit heutiger Technik erscheint es unmöglich ähnlich beeindruckende Kinobilder zu schaffen, wie sie im Comic zu sehen sind.

Hard Boiled
Alte Kolorierung

In Szene gesetzt wurde Hard Boiled von Geof Darrow, der sich durch seine detailverliebten oft sehr gewalttätigen Wimmelbilder (bei denen, als die Zeit knapp wurde, der deutsche Zeichner Franz Stummer aushalf) als “Conceptual Designer“ für die Matrix-Filme der Gebrüder Wachowski qualifizierte.

Hard Boiled
Neue Kolorierung

Nachdem der Comic Anfang der 90er Jahre beim Alpha Verlag unter dem Label Schwermetall präsentiert in zwei Bänden erschien und schon lange vergriffen war, legt Cross Cult 2008 eine neu übersetzte sehr schön gestaltete Hardcover-Gesamtausgabe vor. Doch das ist noch gar nichts gegen die aktuelle – ebenfalls bei Cross Cult erschienene Neuedition, die nicht nur durch Großformat (24 x 32 cm) punkten kann.

Hard Boiled

Eine Klasse für sich – also der Bedeutung des Comics angemessen – ist die neue Kolorierung von Dave Stewart (Hellboy), die diesen satirisch überzeichneten Gewalttrip mit einem erschreckenden Hauch von Realismus garniert!

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Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Im Jahr 1986 setzten Frank Miller und Klaus Janson mit The Dark Knight Returns einen Meilenstein in der grafischen Erzählweise von Superhelden-Comics und machten sich damit zu Weltstars. Fünfzehn Jahre (2001/2002) später lieferte Miller im Alleingang die erste Fortsetzung, die aber seine Leserschaft spaltete: DK2; gleichermaßen geliebt wie gehasst. Nun kommt DKIII und dieses Mal hat er künstlerische Unterstützung von Brian Azzarello (Autor) und Andy Kubert (Zeichner) und noch einmal Klaus Janson (Inker) erhalten.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Die Story spielt drei Jahre nach DK2: Lex Luthor ist tot und Batman wurde seitdem nicht mehr gesehen. Doch nun wurde er wieder gesichtet, wie er ein Polizeiauto angreift. Das Ganze wurde von einem Jugendlichen gefilmt und ins Netzt gestellt. Ein junger Schwarzer wird von der Polizei verfolgt; kurz bevor ihn die Polizisten rücklings niederschießen, greift Batman ein. Viel von der Stimmung, die DKR ausmachte, wird hier übernommen: Aktuelle politische Themen, die Allgegenwart von Nachrichten, neue Medien und virale Videos.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Wonder Woman hat einen epischen Auftritt bei den Amazonen; in einem Tragekorb einen Säugling auf ihrem Rücken: Jonathan. Nachdem sie einen gigantischen Minotaurus erschlagen hat, gibt sie ihrem Sohn die Brust. Ihre (und Supermans) Tochter Lara hat die Amazonen verlassen und ist derweil auf der Suche nach ihrem Vater in der Festung der Einsamkeit. Dort findet sie ihn auch – eingefroren in Eis.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Commissioner Ellen Yindel gelingt es inzwischen, Batman eine Falle zu stellen und ihn zu demaskieren. Aber unter der Maske ist Carrie Kelly – Robin aus DKR, bzw. Catgirl aus DK2,  die sagt, dass Bruce Wayne tot sei. Mit der Flaschenstadt Kandor unter dem Arm verlässt Lara die Festung und fragt Ray Palmer/Atom, ob er die Bewohner wieder auf die alte Größe bringen könnte.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Was wohl als Freundschaftsdienst gedacht war, entpuppt sich als fürchterlicher Irrtum: Die aus der Flasche befreiten Kandorianer erweisen sich als eine Gruppe von religiösen Fanatikern. Alle Kandorianer, die nicht ihrem geistigen Führer Quar folgen, werden ermordet und den Rest von Kandor verdampft Quar mit seinem neu gewonnenen Hitzeblick. Er will die Menschheit unterdrücken: Bei seinen Fähigkeiten wohl ein leichtes Spiel. Wenn da nicht Batman wäre. Der echte, der einzig wahre Batman: Bruce Wayne. Es gilt also, eine Legion von Supermännern zu besiegen. Unterstützung findet er bei Flash/Barry Allen, Green Lantern/Hal Jordan und Aquaman. Seine größe Hilfe aber ist Carrie.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Der heranwachsende Teenager Lara sucht indessen ihren Platz in der Welt. Sie fühlt sich zu den Kandorianern hingezogen, sieht sich aber auch als Amazone. Sie ist verführt von der Stärke ihres Heimatplaneten Krypton, doch als Quar ihren kleinen Bruder Jonathan bedroht, bezieht sie klar Stellung.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Andy Kubert zaubert in allerbestem Millerismus-Stil eigene Bilder aufs Papier. Keine Kopien, sondern grandiose Kompositionen, die Millers Design aufnehmen und interpretieren. Janson gibt den Zeichnungen Schärfe und Tiefe. Der Kolorist Brad Anderson taucht alles in eine grandiose Ästhetik. Alle beteiligten Kreativen beweisen, dass sie echte Meister in ihrem jeweiligen Metier sind und zweifelsohne die richtige Wahl für die Fortsetzung. Ausnahmekünstler Eduardo Risso hat für das nächst Jahr sein Kommen zum Comicfestival nach München angekündigt.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Die Story ist spannend und liefert neue Facetten für alte Charaktere. Batman ist – wie immer – kompromisslos und allen anderen in der Planung voraus.

Batman Dark Knight III: Die Übermenschen

Der Band enthält: The Dark Knight III: The Master Race  #1 – #9, November 2015 bis Juni 2017; Text: Brian Azzarello, Frank Miller; Zeichnungen: Andy Kubert, Frank Miller, Eduardo Risso (nur Minicomic #2); Tusche: Klaus Janson, Eduardo Risso (nur Minicomic #2); Kolorierung: Brad Anderson; aus dem Amerikanischen von Bernd Kronsbein; Prestige; Softcover: € 34,00; lim Hardcover: € 39,00; 380 Seiten; farbig; Panini/DC Comics; Cover von Andy Kubert und Frank Miller (HC und SC)

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Sekundär-Literatur zu Batman

Die 67. Ausgabe der “Zeitschrift für Graphische Literatur“ Reddition beschäftigt sich auf bewährte Weise mit einem Schwerpunkt-Thema. Im Zentrum des 80-seitigen durchgehend farbig bebilderten Magazins steht diesmal Batman. In siebzehn Artikeln beschreiben 13 Autoren wichtige Personen oder Phänomene aus der knapp 80-jährigen Geschichte des maskierten Rächers.

Sekundär-Literatur zu Batman

Porträtiert werden herausragende Autoren oder Zeichner wie Dennis O’Neil, Frank Miller, David Mazzucchelli, Steve Englehart, Jeph Loeb, David Mazzucchelli, Jim Aparo, Tom King und Grant Morrison. Dabei wird auch auf Werke eingegangen, die nicht im Zusammenhang mit Batman stehen. Zudem wird Appetit gemacht auf den demnächst anstehenden Batman-Comic von Enrico Marini (Die Adler Roms), der als Co-Produktion von DC und Dargaud-Lombard entstanden ist.

Sekundär-Literatur zu Batman

Auch auf die Filme sowie die animierte TV-Serie wird eingegangen. Natürlich gibt es mit “Batman: Ein amerikanischer Mythos“ von Peter Schimkat und “Batman und seine Zeiten“ von Heiko Langhans auch Versuche, den sich immer wieder neu definierenden Helden im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Strömungen zu interpretieren.

Sekundär-Literatur zu Batman

Doch in dieser Disziplin dürfte so schnell keiner bei Lars Banhold mithalten können. Dieser verfasste bereits 2008 unter dem Titel Batman: Konstruktion eines Helden ein 100-seitiges Büchlein, das er zehn Jahre später komplett überarbeitet und aktualisiert hat. Dass es auf den 250 mit sehr kleinen Lettern bedruckten Seiten des Hardcover-Bands jetzt um die “Re-Konstruktion eines Helden“ geht, hängt natürlich damit zusammen, dass in den Batman-Comics immer mal wieder versucht wird, etwas völlig Neues zu machen, bevor dann mit mindestens ebenso großem Getöse der gute alte Dunkle Ritter zurückkehrt.

Sekundär-Literatur zu Batman Fazit des Buchs: “Batman ist als Figur, obwohl diegerisch vollkommen statisch, als kulturelles Men geradezu die Verkörperung von Entwicklung, Dialektik, Affirmation und Subversion.“ Wie man hier sieht, haut Banhold manchmal ähnlich wild Fremdwörter heraus, wie Batman die Gadgets aus seinem Wundergürtel. Doch Banhold gelang ein unerhört kluges Buch, das aus einer fundierten und faktenreichen Analyse heraus, interessante Fragen stellt.

Sekundär-Literatur zu Batman

Warum etwa ist jemand ein Held, der “körperlich und psychisch Versehrte mit grober Gewalt bestraft“? Hat der von Heath Ledger gespielte Joker in Christopher Nolans Blockbuster The Dark Knight vielleicht doch recht, wenn er versucht mit brutalen Methoden zu beweisen, dass die (in Gotham City) herrschende Gesellschaftsform aus “Wahrheit, Ordnung und Moral eine Illusion ist“. Fast möchte ich das ganze Buch zitieren um zu belegen, wie genial es ist.

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Batman – Der dunkle Ritter schlägt zurück

Im Jahre 1986 eroberte eine 4-teilige Miniserie die Comic-Welt im Sturm und revolutionierte für immer die Art und Weise, wie Menschen das Medium Comic betrachteten und betrachten. Für viele ist es der Comic schlechthin: THE DARK KNIGHT RETURNS. Und von diesem Meisterwerk gibt es eine Fortsetzung vom selben Autor und Zeichner: Frank Miller und für die Farbgebung ist wieder seine Frau Lynn Varley verantwortlich ist. Von vielen Fans wurde dieser Comic sehnsüchtig erwartet, aber auch kritisch gesehen. Kann es von solch einem Werk überhaupt eine Fortsetzung geben? Die Erwartungen sind sehr sehr hoch, aber nun ist es soweit.

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Die Fortsetzung spielt drei Jahre später nach den Ereignissen aus Die Rückkehr des Dunklen Ritters. Alles ist ruhig und die Welt scheint perfekt. An der Oberfläche sieht es zumindest so aus. Brave New World! Where are our heroes?

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Die Superhelden von einst sind nun Gefangene und durch Druck zu Marionetten verkommen: Sie trauen sich nichts mehr – kein Widerstand aus Angst um gefangene Geiseln, die jederzeit gegen sie ausgespielt werden können. Beraubt ihrer Fähigkeiten und Kräfte, nackt und bloßgestellt, eingeschlossen und weggeschlossen. Aus Angst um seine Frau Iris ließ sich wohl Barry Allen fangen und aus Angst um die Flaschenstadt Kandor – in der auch seine Cousine Kara gefangen gehalten wird – ist der einst mächtigste Superheld der Erde – Superman – nur noch ein Befehlsempfänger der Obrigkeit.

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Aber wer ist diese Obrigkeit, die alle Fäden in der Hand hält? Was ist die Wirklichkeit und wer suggeriert sie? Der Präsident der Vereinigten Staaten ist nur noch eine Computersimulation und die Nachrichten im Fernsehen werden von nackten Frauen vorgetragen. Die Welt ist nur noch eine einzige Lüge. Geglaubt wird, was geglaubt werden darf. Es scheint nur noch einen einzigen freien Mann zu geben. This wasn’t the deal!

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Und so ist es für ihn Zeit aufzustehen und anzugehen gegen die falsche Obrigkeit. Nicht länger kann er mehr die Situation ertragen. Nur dieser eine wagt es und er hat gut ausgebildete Verbündete: An erster Stelle Catgirl (Caroline Keene Kelly – im ersten Band noch als Robin unterwegs). Ihr zur Seite stehen die Batboys. Ihre Aufgabe: Die Befreiung der Helden. Als erstes Atom – Ray Palmer.

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Er ist auf atomare Größe geschrumpft und in einer Petrischale gefangen. Nackt muss er gegen riesige Monster kämpfen aber er gibt nicht auf. Doch „Gott hat Erbarmen“ und schickt Hilfe in Form von Catgirl. Sie gibt ihm das Gerät wieder mit dem Auslöser für das Zwergsternfragment aus dem er seine Kräfte bezieht und sofort kann er wieder seine Größe kontrollieren und sich selbst befreien. Just like in old times? …………… No, it’s a whole new ballgame!

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Spätestens nach der Befreiung von Barry Allen ist allen klar, wer dahinter stecken muss und so bekommt Superman den Befehl ihn zu stoppen. Er dringt in seine Höhle ein – aber der Hausherr ist gut vorbereitet: Eine Computersimulation des Tyrannosaurus Rex lenkt ihn ab und Green Arrow schießt seine Trickpfeile mit Kryptonit-Napalm auf ich ab. Geschwächt und außer Gefecht gesetzt steckt er noch eine ordentliche Tracht Prügel ein.

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Ein starkes Stück Comic, der von Heldentum und Mut erzählt, von Altruismus, wie ihn nur wenige kennen. Nur ein Einziger steht auf und bietet die Stirn: Schon zu lange hat er sich das alles angeschaut und nun ist es Zeit zu handeln. Er tut, was getan werden muss – es ist sicherlich keine leichte oder schöne Aufgabe, aber am Ende wird er siegen. Die Wege der Befreiung werden großartig in Szene gesetzt. Allein die Befreiungsszene in der Atom aus seiner Gefangenschaft in der Petrischale erlöst wird und die anschließende Flucht, ist sechzehn starke Seiten lang.

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Exemplarisch und sehr detailliert wird die Situation beschrieben, in der sich die Helden befinden. Die Leserschaft ist ganz klar jene, die mit der pre-Crisis comicmäßig sozialisiert wurde. Kara Zor-El ist Supergirl und Flash ist Barry Allen. Die Flaschenstadt Kandor existiert in ihrer ursprünglichen Version. Ein Comic, der genial und Szene gesetzt ist, der Spaß macht und der auch sehr glaubwürdig eine Story erzählt. Humor kommt dabei nicht zu kurz: Auf der Flucht versteckt Catgirl Atom im Mund und schluckt ihn versehentlich runter – das war nicht professionell. Die Kommentare sind witzig und pointiert: „Das ist typisch für ihn – er schickt ein Kind!“

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Ein Comic, der mit ein wenig Hintergrundwissen richtig Laune macht – aber auch ohne sehr gut auskommt. Was wäre die Höhle ohne den bekannten Tyrannosaurus Rex? Jetzt nicht mehr ausgestopft, sondern computersimuliert. Miller schöpft wieder aus seiner ganzen Erfahrung und es fällt auch nicht schwer Anleihen aus seinen anderen Werken zu entdecken: Wonder Woman sieht wie eine Kriegerin aus 300 aus. Die Situation erinnert an Sin City.

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Doch trotz aller Leichtigkeit und rasanter Inszenierung ist die Botschaft hier ganz klar: Töten wird auf keinen Fall geduldet – unter keinen Umständen. Bei der Befreiung von Barry Allen wird von den Batboys ein Wächter erschossen. Die Strafe und Maßregelung folgt auf den Fuß. Frank Miller hat hier wieder ein Werk abgeliefert, das Maßstäbe setzt. Er ist und bleibt ein Glücksfall für das Medium Comic. Frank Miller hat einmal beschrieben, wie er als kleiner Junge in einem Comic mit dem Dunklen Ritter versunken ist und bis heute nicht mehr so ganz aufgetaucht ist. Das nimmt man ihm wieder einmal ein Stück mehr ab!

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Seine Geschichten regen zum Nachdenken und Handeln an: Wie sieht unsere Realität aus und wo sind da Missstände, gegen die man angehen müsste. Wer hat den Mut? Ein sehr viel versprechender Anfang ist gemacht. Viele Fragen müssen noch geklärt werden. Wie kam es dazu? Wer genau außer Lex Luthor und Brainiac sind die Hintermänner? Was alles ist in den drei Jahren vorgefallen? Und vor allem: Wie wird die Situation am Ende sein? Wie wird es weitergehen?

Batman - Der dunkle Ritter schlägt zurück

Und in mir kommt die Vermutung auf, dass dies erst der Startschuss zu einer ongoing Serie sein kann. Es würde sicherlich sehr gut in die augenblickliche Strömung passen, dass immer mehr versucht wird, gezielt Erwachsene (mature readers) anzusprechen. Und was würde sich da besser eignen, als ein von Frank Miller konzipierter und gemachter Batman?

Norbert Elbers


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Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Frank Millers “Der Dunkle Ritter kehrt zurück“ ist unbestritten ein Meilenstein der Comicgeschichte und die Hauptinspirationsquelle für Tim Burtons ersten “Batman“-Film. Jim Lees detailverliebten und dynamischen Zeichnungen, mit denen er Jeph Loebs manchmal etwas arg konstruierte Batman-Geschichte “Hush“ bebilderte, sorgten für einen der größten Comic-Bestseller der letzten Jahre. Wenn Miller und Lee bei “Batman & Robin – The Boy Wonder“ ihr beträchtliches Kreativpotential bündeln ist die Erwartung natürlich gewaltig.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Dies schlägt sich schon darin nieder, dass die Ausgabe der Startnummer mit dem Batman-Cover am Erscheinungstag auf dem Comic Con in San Diego mit bis zu 7 Dollar gehandelt wurde, während das alternative Titelbild mit Robin zum Coverpreis von 2,99 Dollar erhältlich war.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

In seiner Geschichte leugnet Miller die heutige Realität des DC-Universums (oder reist ganz weit in der Zeit zurück). Die Reporterin Vicki Vale spielt wieder eine große Rolle im Leben von Bruce Wayne und wir werden Zeuge wie Dick Graysons Eltern ermordet werden. Diesmal stürzen die Trapezartisten allerdings nicht aus der Zirkuskuppel sondern werden ganz schlicht erschossen. Bruce Wayne hatte jedoch schon vor diesem tragischen Mord ein Auge auf den talentierten jungen Artisten geworfen und nimmt sich am Ende des ersten Heftes des jungen Dick an.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Nach “Hush“ ist es nicht mehr so prickelnd Jim Lees Batman-Visualisierung, bei der er wieder mit dem Inker Scott Williams und dem Koloristen Alex Sinclair zusammenarbeitete, zu betrachten und nach “Der Dunkle Ritter kehrt zurück“ ist es etwas enttäuschend, wenn Frank Miller wenig mehr als eine geringfügig modifizierte Robin-Origin mit einem leicht unberechenbaren Batman erzählt. Es bleibt zu hoffen, dass der weitere Verlauf der Serie zumindest die jetzt doch arg gebremsten Erwartungen erfüllen kann.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Die US-Hefte 3 und 4 bieten inhaltlich eher wenig. Am Anfang gibt es eine ausgiebige Kneipenschlägerei mit “Black Canary“, dann einige Witzchen über Superman und zum Schluss bekommt Batman noch Krach mit Alfred. Optisch ist der Comic aber ein echter Leckerbissen, denn er enthält ein über sechs Seiten gehendes ausklappbares Panorama-Poster der Bathöhle, dass recht treffend Robins Erstaunen visualisiert als er erstmals Batmans Geheimquartier betritt.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Die Rückseite des Posters, das in der Gesamtausgabe leider nicht ausklappbar ist, zieren die äußerst gelungenen “All Star Batman“-Alternativcover von Frank Miller! Bereits 17 Monate später folgte dann die Fortsetzung!


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Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Wenn es zwei Künstler gibt, die das Erscheinungsbild des Dunklen Ritters im (aktuellen) Bewusstsein der Öffentlichkeit entscheidend geprägt haben, dann sicherlich Frank Miller mit seiner Version in „The Dark Knight Returns“ (1986) und “Batman: Year One“ (1987) und Jim Lee in „Hush“ (2002/03).

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Beide Künstler sind einzigartig und so durfte man zu Recht gespannt sein, was sie abliefern, wenn beide in „All-Star Batman“ zum ersten Mal zusammenarbeiten. Miller wird nicht müde zu betonen, wie sehr er diesen Charakter liebt. Lee ist sich immer bewusst, welchen millionenschweren Marktwert Batman darstellt. Lee liebt die Herausforderung – Miller liebt die Provokation, eine gute Mischung und die besten Vorraussetzungen für wahrlich explosive Momente. Sicherlich hätte Miller alles zum Thema machen können/dürfen. Aber Miller greift sich wohl das heraus, wo es die vermeintlich meisten Angriffspunkte gibt: Der Erwachsene Bruce Wayne, der sich als Batman verkleidet und der kleine Junge Dick Grayson, den er unter seine Fittiche nimmt.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Neu an der Sicht von Miller ist, dass Bruce Wayne an dem besagten Abend des Endes der FLYING GRAYSONS nicht zum ersten Mal in diesem Zirkus sitzt um sich die Artistenfamilie – insbesondere das Kind! – anzuschauen. Nein, er war schon einige Male vor Ort um sich genau diesen Jungen anzuschauen! Kaum sind die Eltern ermordet, wird der kleine Dick von korrupten Polizisten entführt. Batman heftet sich sofort an deren Fersen und stellt die vier Cops – ob sie überleben, geht nicht ganz klar hervor. Hat Lee mitunter nur etwas zu spektakulär alles in Szene gesetzt, oder wird diese Brutalität und deren Folgen bewusst realistisch dargestellt? Hier haben wir es schließlich mit dem Pre-Robin-Batman zu tun und wir wissen aus den ersten DETECTIVE COMICS, dass THE BATMAN gar nicht zimperlich mit seinen Gegnern umging.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Die Sprache ist typisch Miller – hart, kurz, klar. Er spricht nichts aus, stellt nur Fallen für die Hintergedanken der Leser. Es kommt einem so vor, als ob Miller Batman diesmal in SIN CITY ansiedelt: Parallelen sind unverkennbar. Die gottverdammte Stadt Gotham City („goddam city“) ist eine Stadt voll von Korruption und die Polizisten scheinen alle gekauft.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Batman jedenfalls beruft den kleinen, athletischen Jungen vom Fleck weg für seinen Krieg ein gegen das Böse – der Junge wird überhaupt nicht gefragt. Und hier macht sich Batman wohl schuldig an dem kleinen Jungen: Er lässt ihm keine Zeit für eine vernünftige Trauerarbeit, sondern rekrutiert ihn sofort zu einem Soldaten für seinen Krieg. Keine Trauer, sondern nur Hass und Wut! Was soll aus diesem Kind mal werden!? Das heißt dann bei Miller: „Ohne diesen Druck findet er Zeit zum Trauern. Und das darf er nicht. Trauer ist der Feind. Keine Zeit für Trauer. Trauer wird zur Billigung. Vergebung.“

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Rückblick: Gotham City vor sechs Monaten. In einer heruntergekommenen Gegend in Gotham City kellnert eine junge und überaus attraktive Dame im „Black Canary“ und muss alle Pöbeleien ihrer Gäste über sich ergehen lassen. Ein immer wiederkehrendes Motiv bei Miller: Unterdrückung, bis schließlich der Druck auf die Betroffenen zu groß wird und sich in einer Explosion (Revolution) entlädt. So auch bei dieser „Black Canary“, die in dieser miesen Kneipe kellnert – eben bis zu dem Zeitpunkt, wo es nicht mehr geht. Mit voller Wucht und viel Gewalt entflieht sie ihrer Situation; nicht zuletzt inspiriert durch Batman! Ebenso folgt eine andere weibliche Person dem Vorbild des Batman und kauft sich von ihrem Taschengeld ein Kostüm – sie heißt Barbara, sie ist bei Miller 15 Jahre alt und ihr Vater ist bei der Polizei in Gotham und heißt Gordon.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Typisch Miller: Das Handeln eines Einzelnen beeinflusst das Handeln anderer (und damit evtl. die Gesellschaft), ohne dass er weiß wo, aber weiß, dass es so ist. Batman wird zum Vorbild für andere. Er besitzt Fähigkeiten, die nur in wenigen Menschen ausgeprägt sind. Bei Miller gilt es nun zu beobachten, was passiert, wenn dieser Mensch diese Gaben einsetzt: Was passiert mit der Gesellschaft, der Welt? Und was würde passieren, wenn er sich diesen Talenten verweigert (siehe Superman).

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Jetzt: Batman und der gerade von ihm entführte kleine Junge sitzen immer noch im Batmobil. Mächtig stolz ist Batman auf seine Autos, seine technischen Spielzeuge und seine Höhle. Und völlig davon überzeugt, dass das Kind ebenso davon fasziniert sein muss, reizt er seine Vorstellung des fliegenden Tauch-Schwimm-Batmobiles auch aus. Aber der zwölfjährige Artistensohn findet das Auto nur „tuntig“ und die Höhle eher unbeeindruckend und sagt es auch.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

Batmans einzige Reaktion darauf ist, dass er denkt, was der Junge doch für ein „Arsch“ ist. Als Pädagoge ist Batman höchst ungeeignet: So wird erzählt/angedeutet, dass Batman wohl in der Höhle als Kind „gelebt“(?) hat und dort sich von Ratten ernährt hat. Genauso soll es jetzt Dick ihm gleichtun – als Teil der Ausbildung.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

In Metropolis muss ein ahnungsloser Clark Kent auf seiner Milchtüte (ein in USA übliches Vorgehen bei der Suche nach Vermissten) lesen, dass Dick Grayson in Gotham City verschwunden ist, um gleich noch auf der Titelseite des Daily Planet zu lesen, dass er entführt wurde. Sogleich ist ihm aber klar, wer nur dahinter stehen kann: Batman! (Hier ist wohl leider ein Fehler bei Miller, Lee und deren Editoren unterlaufen…!?? Batman und das Kind sitzen noch im Auto, aber auf Milchtüten wird schon von dessen Entführung berichtet…?).

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

In Metropolis treffen sich Wonder Woman, Superman, Green Lantern und Plastic Man, um zu beratschlagen, wie man gegen Batman gemeinschaftlich vorgehen sollte. Miller charakterisiert die vier Helden auf seine ganz spezielle Art und Weise: Wonder Woman ganz Amazone (mit Touch: Hure aus Sin City), Superman als unparteiisch und Plas als völlig durchgeknallt. Die vier “Helden“ streiten sich mehr, als dass sie miteinander reden.

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Miller Neuinterpretation der DC-Figuren ist zwar neu – und drastisch. “Sein“ Batman ist völlig überzogen. Der “GODDAM BATMAN“ ist zu einem geflügelten Wort geworden. Das ALL STAR-Konzept sah vor, dass die renommiertesten Künstler des Comic-Business frei vom Ballast der Continuity Geschichten erzählen. Den Anfang machten Frank Miller und Jim Lee bei BATMAN. Es folgten Grant Morrison und Frank Quitely mit ALL STAR SUPERMAN; weitere Titel waren in Planung, wurden aber nie realisiert. Bis auf den sehr gelungenen und auch fertig gestellten Run bei Superman, kann man das “ALL-STAR“-Konzept für gescheitert erklären.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman

In den drei Jahren (2005 – 2008) schafften es Miller/Lee nur, diese zehn Ausgaben fertig zu stellen. In 2010 wurde zwar hochoffiziell und im Brustton tiefster Überzeugung verkündet, dass die Serie unter dem Titel: “Dark Knight: Boy Wonder“ zu Ende geführt werden sollte – was aber leider bis zum heutigen Tag nicht geschehen ist. So bleibt die Story nur Stückwerk und zu viele Fragen offen.

Norbert Elbers


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Frank Miller & Simon Bisley: Bad Boy

Die Bad Boys der Comicbranche Frank Miller und Simon Bisley taten sich im Jahre 1997 zusammen und schufen die Geschichte von Jason. Er ist ein kleiner Junge und lebt mit seinen Eltern in einer Welt, von der er weiß, dass er nicht dahin gehört. Auch seine Eltern sind nicht seine Eltern – das ahnt er in solchen Maßen, dass er es weiß. Er will fliehen, aber das wird ihm in dieser Scheinwelt verwehrt. Er will nur fliehen, immer nur fliehen und er will eine Kippe und ein Bier. Jedes Risiko geht er dafür ein – und am Ende gelingt ihm das schier unmögliche. Er ist entflohen, weiß zwar nicht, wo er ist – ist aber auch egal: Ihm wird Nikotin gegeben!

Frank Miller & Simon Bisley: Bad Boy

In Deutschland erschien das Album schon einmal – bei Schreiber & Leser im Jahr 2000 – für 24,80 DM. In dieser neu übersetzten Neuauflage von Panini sind noch ein paar zusätzliche Seiten Artwork von Bisley. Die vorliegende Ausgabe orientiert sich an der im Juli 2008 veröffentlichten Hardcoverausgabe von Dynamite Entertainment. Editor vor zwölf Jahren bei Oni-Press war damals Bob Schreck. Bob Schreck war vorher bei Dark Horse und gründete 1997 Oni-Press, bevor er schließlich zu DC wechselte und dort lange Batman-Titel betreute, u.a. auch „All-Star Batman & Robin, the Boy Wonder“. Im Januar 2009 wurde er von DC vor die Tür gesetzt.

Frank Miller & Simon Bisley: Bad Boy

Der Comic st also mittlerweile fast 12 jahre alt – liest sich aber immer noch wie ein guter Underground-Comic. Zeitlos eben. Von Frank Miller eben, der der Welt so wunderbare Sachen wie „Sin City“ und „300“ beschert hat. Wer dieses Werk von ihm noch nicht kennt, der sollte jetzt die Gelegenheit dazu nutzen.

Norbert Elbers


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Astro City: Der gefallene Engel

In seiner Serie „Astro City“ stellt sich Autor Kurt Busiek, genau wie schon bei seiner Serie „Marvels“ die Frage, wie unsere Welt wohl aussehen würde, wenn es tatsächlich Superhelden gäbe. Seine Geschichten sind oft aus der „Froschperspektive“ der Bürger von Astro City beschrieben, die über keine Superkräfte haben. Busiek findet dabei immer wieder einen neuen Zugang zu seiner Thematik.

Astro City: Der gefallene Engel

Eine der beste „Astro City“-Geschichten ist gleich im ersten Heft enthalten. Hier wird aus der Sicht eines stark an Superman angelehnten Heldens namens „Samaritan“ erzählt. Dieser fliegt für sein Leben gern, ist jedoch so stark damit beschäftigt Leben zu retten, dass ihm auch an einem guten Tage nur 56 Sekunden bleiben in dem er sich zwischen den Einsätzen dem Vergnügen des Fliegens hingeben kann. Daher fliegt er zumindest in seinen Träumen.

Astro City: Der gefallene Engel

„Astro City“ erschien zunächst bei Speed und wird nun bei Panini fortgeführt. Den Auftakt des Neustarts macht die Storyline “Der gefallene Engel“, die sich durch sieben US-Hefte (14 – 20) zog. Panini druckt im Sammelband zum Glück auch sämtliche Cover von Alex Ross (Marvels, Kingdom Come) in Originalgröße ab. Diesmal stehen die Schurken des “Astro City“-Universums im Mittelpunkt der Geschichte und auch hier findet Busiek einen originellen Blickwinkel.

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Die wenig erfolgreichen Vertreter der Gattung Superbösewicht fristen ein trostloses Dasein im Stadtteil Kiefer Square und dort geht zudem auch noch ein Mörder um. Der frisch aus dem Knast entlassene nahezu rostfreie Steeljack versucht der Sache auf den Grund zu gehen und entdeckt schlimme Dinge. Im Vorwort zu “Der gefallene Engel“ schreibt Frank Miller völlig zu Recht: “Eine sehr gute Gangster-Story. Und eine noch viel bessere Superhelden-Story.“


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Frank Miller: 300

Im Jahre 480 v. Chr. zitterte ganz Griechenland vor dem gewaltigen einmarschierenden Heer des persischen König Xerxes und will sich ergeben. Ganz Griechenland? Nein, ein kleiner 300-köpfiger Haufen Spartaner unter dem König Leonidas leistete den 40.000-fach überlegenden Persern im engen Thermophylen-Gebirgspass so erbittert Widerstand, dass sich schließlich auch das restliche Griechenland erhob und die Eindringlinge vertrieb.

Frank Miller: 300

Diese von Herodot überlieferte Geschichte spornte Frank Miller (Sin City) 1998 zu einer fünfteiligen Miniserie an. Er bemühte sich hierbei um eine möglichst exakte Darstellung des historischen Spartas, doch seine gewählte Optik ist ganz eindeutig Hollywood. Bei historischen Epen kommt unweigerlich der Gedanke an das Breitwand-Format auf und Miller erzählt seine Geschichte daher auch fast ausschließlich in Bildkompositionen, die sich über eine komplette Doppelseite hinziehen.

Frank Miller: 300

Während solche Splash-Pages ansonsten im US-Comic eher pointiert eingesetzt werden, macht Miller (unterstützt von der erdigen Kolorierung seiner damaligen Ehefrau Lynn Varley) auch ohne detailverliebte Wimmelbilder sein wuchtiges Historien-Epos zu einem optischen Dauerfeuerwerk und vermittelt ganz nebenbei auch noch die historischen Hintergründe.

Frank Miller: 300

1999 erschien bei Schreiber & Leser eine sehr schöne und längst vergriffene Ausgabe von 300 im Querformat. Hier konnten Frank Millers kühn konstruierte Doppelseiten ohne den störenden Knick in der Mitte der Heftausgaben bewundert werden. Als  2007 eine Verfilmung des Stoffes von Zack Snyder (Batman V Superman), in die Kinos kam, legte Cross Cult (dort erscheint auch eine sehr schöne Neuausgabe von Frank Millers Sin City) eine geringfügig kleinformatigere neu übersetzte Ausgabe dieses Comic-Meilensteins vor. 2018 erschien mit Xerxes eine Art Fortsetzung.


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Brian Azzarello & Eduardo Risso: 100 Bullets

Nachdem Garth Ennis‘ Kultserie „Preacher“ nach 66 US-Heften planmäßig beendet wurde, erhofften sich in den USA das DC-Label Vertigo, bzw. bei uns zunächst Speed und danach  Panini von „100 Bullets“ einen ähnlichen Erfolg. Wenn es nach dem auf Seite 3 verteilten Vorschußlorbeeren geht, dann handelt es sich um einen massiven Knaller. Neben Ennis („100 Bullets trifft jedes Mal ins Schwarze.“) loben u. a. Alex Ross (Marvels, Kingdom Come), Paul Dini (Dark Knight: Eine wahre Batman-Geschichte) und Jim Steranko „100 Bullets“ über den grünen Klee und Warren Ellis („Transmetropolitan“) behauptet sogar die Serie zu kaufen!

Brian Azzarello & Eduardo Risso: 100 Bullets

Ein Blick in den ersten Sammelband kann danach nur ernüchternd sein. Im Gegensatz zu den tollen Covern von Dave Johnson ist das Artwork etwas enttäuschend. Eduardo Risso geht zwar sehr großzügig mit kühnen Layouts und Schwarzflächen um, kann aber nicht immer vertuschen, dass seine höchst konventionell colorierten Zeichnungen oft eher ungelenk und grob wirken.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: 100 Bullets

Auch die Story von Brian Azzarello („The Dark Knight III: The Master Race„) will (noch?) nicht restlos begeistern: Eine gewisse Dizzy wird aus dem Knast entlassen und erhält von dem Vertreter einer obskuren Regierungsorganisation nicht nur Informationen über die Mörder ihres Mannes und ihres Sohnes, sondern auch noch ein sehr verlockende Angebot.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: 100 Bullets

Sollte sie die Mörder ihrer Familie umbringen, wird sie gänzlich straffrei ausgehen. So weit so (halbwegs) originell, doch die darauf folgenden familiären Verwickelungen der armen Dizzy und der erste Showdown sind noch nicht so ganz das Gelbe vom Ei. Naja, immerhin hat der Mann von der Regierung am Ende des Comics noch einiges mit Dizzy zu besprechen, was vielleicht Anlass zu Hoffnung gibt.

Brian Azzarello & Eduardo Risso: 100 Bullets


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