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Für das Imperium

Bastien Vivès wurde 2009 für sein Album Der Geschmack von Chlor auf dem Comic Salon als bester Newcomer prämiert. Seitdem ist er hauptsächlich für Geschichten, die – wie Polina oder Die Liebe – sensibel unseren Alltag reflektieren. Doch er kann auch ganz anders, wie dieser wuchtige Sammelband mit allen drei Alben seines nach Texten von Merwan Chabane entstandenen Epos Für das Imperium belegt.

Für das Imperium

Wenn im ersten Band Ehre der erfolgreiche Feldherr Glorim Cortis im Auftrag des Kaisers eine Elitetruppe zusammenstellt, um neue Welten zu entdecken, dann lässt diese Zurschaustellung militärischer Stärke und Disziplin an Frank Millers Sparta-Epos 300 denken. Unterstrichen wird dieser erste Eindruck auch noch durch die Arbeit der Koloristin Sandra Desmazières, die mit ihren erdigen Farben voller Patina, ähnlich wie Lynn Varley in 300, die Zeichnungen zu Aufzeichnungen aus einer ebenso vergangenen wie fremden Welt macht.

Für das Imperium

Der erste Eindruck, bzw. das erste Album täuscht und daher sollte die Serie in einem Stück gelesen werden. Im zweiten Band Frauen beginnt die Demontage der Super-Soldaten. Die Legionäre treffen auf ein Amazonen-Volk und ihnen wird sehr schmerzhaft klargemacht, dass es hier nicht die Männer sind, die sexuell den Ton angeben.

Für das Imperium

Im dritten Band Schicksal schließlich, wird klar, dass es sich bei Für das Imperium weniger um ein Historien- als vielmehr um ein Fantasy-Epos handelt. Die geschilderten Zweifel daran, ob das Ziel schon erreicht und eine Rückkehr überhaupt möglich ist, machen den Comic zudem zu einem zeitlosen Gleichnis.

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Katja Klengel: Girlsplaining

In sieben Kapitel beschäftigt sich Katja Klengel (Blattonisch, Als ich so alt war) damit, was es bedeutet eine Frau zu werden und zu sein. Das für das Buch die Schmuckfarbe rosa gewählt wurde, ist sicher auch ironisch gemeint, denn im Kapitel “Die Spielzeugfalle“ geht es darum, dass Spielsachen immer noch geschlechtsspezifisch und für Mädchen oft “ziemlich pink“ produziert werden.

Katja Klengel: Girlsplaining

Frei nach Charles Dickens fragt Katja Klengel sich (und die Leser) in einer Kurzgeschichte, warum sie sich immer für ihre Körperbehaarung geschämt und zeitweise sogar für einen haarigen Zirkusfreak gehalten hat. Abhilfe schafft schließlich “Der Geist der verrosteten Rasierklingen“, der gemeinsam mit der Autorin noch einmal besonders traumatische Momente aus ihrer Jugend aufsucht. Die Moral von der Geschicht’ ist, dass es hilfreich ist, sich nicht ständig durch die Augen Anderer zu betrachten.

Katja Klengel: GirlsplainingKatja Klengel beschäftigt sich in Girlsplaining mit ernsten Themen, wie den Mangel an weiblichen Heldenfiguren in der populären Kultur, die Dominanz männlicher Autoren im Schulunterricht oder der Frage, warum aus weiblichen Geschlechtsorganen immer noch “etwas Unaussprechliches gemacht wird“.

Katja Klengel: GirlsplainingIhre Beobachtungen, Erlebnisse und Überlegungen bringt Klengel sehr locker zu Papier und verknüpft sie unterhaltsam mit Trivialmythen wie Sailor Moon, Star Trek oder Sex and the City. Sie erzählt dabei weniger durchgehende Geschichten, sondern präsentiert Cartoons, die sich nacheinander gelesen zu intelligenten Reflexionen über brisante Themen formieren.

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