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Am Tag als Bobby Ewing starb

1986 zieht der 15-jährige Niels mit seiner Mutter Hanne vom relativ großstädtischen Bremen in die Wilster Marsch in eine Landkommune in der Nähe einer AKW-Baustelle. Während die frisch geschiedene Hanne dies als neue Change sieht und sehr schnell mit ihrem Jugendfreund Peter anbändelt, braucht Niels eine Weile um sich mit den “Müsli-Fressern“ zu arrangieren. Er findet jedoch Hilfe beim gleichaltrigen ebenso durchgeknallten wie schlichtgestrickten “Rakete“ und vor allem bei Martina, der netten Tochter des Bürgermeisters.

Am Tag als Bobby Ewing starb
Diese Komödie ist nicht nur eine sanfte Satire über alternative Wohngemeinschaften (mit einer Paraderolle für Peter Lohmeyer als antiautoritäres Alphamännchen) sondern zugleich auch noch die sensibel erzählte Geschichte der Selbstfindung eines Jugendlichen, der mit völlig neuen Lebensumständen und –formen konfrontiert wird.

Am Tag als Bobby Ewing starb

Bei aller Nostalgie wird dem nicht mehr ganz jungen Betrachter plötzlich klar, dass er sich fast noch besser an Schlüsselszenen aus Dallas (siehe den Filmtitel) als an die zeitgleich stattgefundene Reaktorkatastrophe in Tschernobyl erinnern kann. Die Zeit heilt also nicht alle Wunden, sondern verkleistert sie mit haufenweise trivialem Zeug.

Am Tag als Bobby Ewing starb

Bonusmaterial der DVD: Audiokommentar mit Frau Mueller-Stahl (Vorbild für die Rolle „Hanna“), George Pauly (Vorbild für die Rolle „Peter“) und dem Regisseur Lars Jessen;   Deutscher Kinotrailer (1:44 min, 16 : 9, anamorph, Stereo 2.0); Fünf nicht verwendete Szenen (insgesamt 6:44 min); „Rakete – King of Brokdorf“, drei ganz lustige kurze je knapp einminütige Clips zu den Themen „Wurst“, „Frauenfussball“ und „Krötenwanderung“ mit Jens Münchow, dem Darsteller von Rakete

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Frau Müller muss weg

Die Eltern einiger Schüler machen sich Sorgen ob ihre eine Dresdner Grundschule besuchenden Kinder es aufs Gymnasium schaffen. Schuld daran soll die Lehrerin Frau Müller sein, die daher weg muss. Unterschriften werden gesammelt und eine dann doch gar nicht so große Gruppe von fünf besorgen Eltern macht sich auf in die Juri-Gagarin-Grundschule um die Lehrerin ihres Amtes zu entheben. Doch so einfach ist das auch wieder nicht…

Frau Müller muss weg

Sönke Wortmann (“Der bewegte Mann“, “Das Wunder von Bern“, „Charité„) hatte Lutz Hübners Theaterstück “Frau Müller muss weg“ bereits 2012 am Berliner Grips Theater inszeniert. Auch der zwei Jahre später entstandene Kinofilm ist einem Kammerspiel näher als die ebenfalls im Schul-Milieu angesiedelte Erfolgskomödie “Fack Ju Göhte“. Wortmann verarbeitet in seinem Film die Tatsache, dass Eltern heute sehr viel schneller aktiv werden, wenn ihre Kinder schlechte Noten bekommen, als dies zu seiner eigenen Schulzeit der Fall war. Es klingt auch an, dass es lange Zeit nach der Wende immer noch Ossies und Wessies gibt.

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Gabriela Maria Schmeide © Constantin Film

Wortmanns Sympathien sind eher bei der gemütlichen Lehrerin Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide), die versucht den schulischen Leistungsdruck durch Bastelarbeiten etwas zu lindern. Die Eltern sind manchmal etwas arg karikiert ausgefallen, auch wenn Anke Engelke als überforderte Karriere-Frau beachtlich gut schauspielert. Der nicht eben lange Film endet mit einer originellen Schlusspointe und lädt zum Nachdenken darüber ein, ob es tatsächlich sinnvoll und überhaupt möglich ist, das Leben seiner Kinder in allen Belangen zu steuern.

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Die besorgten Eltern © Constantin Film

Die DVD enthält neben dem 84-minütigen Hauptfilm (wahlweise auch mit Hörfilmfassung) noch Interviews (15:43 min), Featurette (2:31 min), Behind the Scenes (2:01 min), Trailer (1:55 min)

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