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Green Lantern: Rebirth

Die dereinst angesehenste Green Lantern unter den vielen Tausend war einmal Hal Jordan. Er war das Vorbild aller Mitglieder in diesem riesigen Green Lantern Corps. Hal Jordan war der Mann ohne Furcht.

Green Lantern: Rebirth

Doch dann kam der Tag, an dem Mongul Coast City vom Erdboden ausradierte. Alles, was Hal Jordan in seinem Leben lieb und teuer war, existierte nicht mehr. Er versuchte dieses Unglück rückgängig zu machen. Er tötete die Wächter des Universums in EMERALD TWILIGHT. Er war der Grund für die ZERO HOUR – er wurde zu Parallax, aber opferte sich in FINAL NIGHT und wurde schließlich in “DAY OF JUDGMENT“ zum Spectre – dem personifizierten Zorn Gottes.

Green Lantern: Rebirth

Seit diesen Ereignissen sind er und Bruce Wayne nicht die allerbesten Freunde. Und wie es der Titel vermuten lässt, so steht eben genau die Wiedergeburt von Hal Jordan als Green Lantern nun an. Und dass so etwas, wenn es denn mal beschlossene Sache ist, auch passiert, das steht außer Zweifel. Die Frage ist nur, wie spannend und glaubwürdig es dem Autor gelingt.

Green Lantern: Rebirth

Ortswechsel – Kyle Rayner hatte nach diversen Zwischenfällen die Erde verlassen und war ins All geflohen. Am Rande des Universums findet er ein Volk, und bei ihnen ist eine Legende lebendig. Eine Geschichte über ein Wesen, das am Anfang allen Lebens geboren wurde. Ein gelbes Wesen, das aus lebender Furcht besteht. Und diese Kreatur nannte sich Parallax. Und dieser Parallax drohte, das gesamte Universum zu verzehren. Es wollte jedes lebende Wesen mit seiner Furcht infizieren. Furcht würde zu Gewalt führen und Gewalt zu Furcht. Ein endloser Zirkel des Todes und der Vernichtung, der Parallax nähren sollte.

Green Lantern: Rebirth

Aber da gibt es noch die Wächter von Oa, und sie wussten, dass Parallax aufgehalten werden musste. Als sie die zentrale Energiebatterie auf Oa schufen, schufen sie die Möglichkeit, dass diese gegensätzlichen Energien sich aufhoben. Parallax wurde in der Batterie gefangen – in einem Zustand, aus dem es nie mehr erwachen sollte. Die Zeit verging, und Parallax war schließlich nur noch als “Gelbe Unreinheit“ bekannt. Seine Legende wurde absichtlich vergessen, damit ihn nie jemand zu befreien versuchte. Darum hatten die Ringe immer Probleme mit der Farbe Gelb.

Green Lantern: Rebirth

So wie die Zentralbatterie auf Oa gespeist wird von der reinen Willenskraft aller Lebewesen, so saugt Parallax die Furcht auf und nährt sich davon. Aber nicht nur mit diesem Wissen kommt Kyle Rayner von seinem Weltraumausflug zurück – ebenfalls im Gepäck hat er den Leichnam von Hal Jordan/Parallax. Kyle hat ihn aus der Mitte der Sonne geholt!

Green Lantern: Rebirth

Geoff Johns hat sich eine schlüssige Story um die vielen schon erzählten Geschichten ausgedacht – er erklärt u.a. auch, wieso die Schläfen von Hal mit der Zeit grau geworden waren, warum Kyle Rayners Ring keine Schwäche gegen gelb hat und vieles andere mehr. Auch schafft er es nachvollziehbar die Rückkehr des tot geglaubten Sinestro zu etablieren. Ebenso wird das gespannte Verhältnis zwischen Hal und Bruce pointiert dargestellt: Bruce und Hal können wohl deshalb nicht so gut, weil Batman eben eine Kreatur der Nacht und der Angst ist. Zu seinem Wesen gehört es, Angst in die Herzen der Menschen zu senden – eine Masche, die bei einem Menschen, der absolut keine Angst und Furcht kennt, eben nicht zieht.

Green Lantern: Rebirth

Johns erzählt ein wahres Epos: Eine unglaubliche Heldengeschichte im positiven Sinne – eine Geschichte von Mut, phantastischen Begegnungen, Zufällen, vom Schicksal und Gestalten, die seit Urzeiten das Böse personifizieren. Aber ebenso von mutigen Männern, die sich allem Bösen widersetzen und ohne Furcht für das Gute alles riskieren. Dem versierten Autor Geoff Johns gelingt es, eine solide und packende Story hinzulegen, die nachvollziehbar ist und ohne Logikfehler daherkommt. Johns kennt seine Figuren, die komplizierte Continuity ist ihm vertraut, er macht keine Fehler.

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Johns ist jemand, der die einzelnen Akteure meisterhaft zu charakterisieren versteht. Seine Personen erweckt er zum Leben, und es macht Spaß sie zu begleiten und zu beobachten. Und wieder gelingt es ihm, das gute alte Silver Age ein Stück zurück zu bringen. Hal Jordan steht am Anfang des Silver Age, und nun ist der verloren gegangene Held rehabilitiert.

Green Lantern: Rebirth

Wie in jeder wichtigen Geschichte um Green Lantern seit HARD TRAVELING HEROES spielt auch Green Arrow eine Schlüsselrolle. Ihm obliegt es, als erster von Kyle Rayner die wahre Geschichte über Parallax zu erfahren. Johns orchestriert ein Auftreten vieler Helden (JSA, JLA, TEEN TITANS) und vieler Green Lanterns. Er schafft es, die vielen Green Lanterns der Erde zu vereinen und zurückzubringen, neben Hal Jordan auch Guy Gardner. Am Ende ist der alte Status Quo wiederhergestellt. Batman ist noch etwas misstrauisch gegenüber Hal Jordan – aber dennoch froh, ein wenig mehr Licht im Universum zu haben.

Norbert Elbers

Green Lantern: Rebirth

Enthält: Green Lantern Secret Files and Origins #1 Juni 2005 und Green Lantern: Rebirth #1 – #6; Dezember 2005 – Mai 2005; Text: Geoff Johns; Zeichnungen: Ethan Van Sciver; Tusche: Prentis Rollins, Mick Gray, Ethan Van Sciver, Marlo Alquiza; Farben: Moose Baumann; aus dem Amerikanischen von Christian Heiß; Prestige; Softcover: € 16,99; 168 Seiten; farbig; Februar 2017; Panini/DC Comics

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Batman: Erde Eins

Thomas Wayne – ein Mitglied der Oberschicht von Gotham City – steckt mitten im Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters. In allen Umfragen führt er deutlich und es zeichnet sich ab, dass er problemlos gewinnen wird. Da er sich bedroht fühlt, engagiert er einen ehemaligen Soldaten der Royal Marines, der ihn und seine Familie beschützen soll. Sein Name ist Alfred Pennyworth. Er soll seine Arbeit sofort nach der gewonnenen Wahl antreten – aber leider kommt es nicht mehr dazu: Thomas Wayne und seine Frau Martha Arkham-Wayne werden auf der Straße erschossen. Zurück bleibt ein 8-jähriger Waise, der den Mord ansehen musste: Bruce Wayne.

Batman: Erde Eins

Alfred wird stattdessen der Vormund von Bruce und es folgt der Schwur, des Kindes den Mörder zu finden. Aber das allein reicht nicht, um sein Ziel zu erreichen: Bruce ist unerfahren, unbeherrscht und ziemlich einfältig. Sich einfach ein dunkles Kostüm anzuziehen reicht nicht, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Schließlich gewinnt er Alfred, ihn im Zweikampf und anderen Kampftechniken zu trainieren. Sein erster Verdacht, wer für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist, fällt auf den augenblicklichen Bürgermeister Oswald Cobblepot. In dessen Diensten steht ein ehemaliger Polizist, der im Besitz des Feuerzeuges von Thomas Wayne ist. Wie man aufgrund des Geburtsnamens der Mutter (Martha Arkham) vermuten kann, birgt das Elternhaus von Martha ein dunkles Geheimnis.

Batman: Erde Eins

Was diese “Erde Eins“ ist und wo genau sie lokalisiert werden muss, wird nicht geklärt – sie soll eine Möglichkeit bieten, altbekannte Themen neu zu interpretieren. Batmans Origin ist gleichzeitig sowohl ziemlich einzigartig, als auch einfach und klassisch. Sie durch neue Aspekte in einem etwas anderen Licht erscheinen zu lassen, scheint vielleicht eine reizvolle Herausforderung zu sein, braucht aber nicht immer zu gelingen. Nur weil ein Gedanke neu ist, muss er originell sein. Zwar liest sich Batman: Earth One recht flüssig, die Bilder von Gary Frank sind beeindruckend, aber stellt sicherlich nicht eine geniale Erneuerung oder Bereicherung des Batman-Universums dar.

Batman: Erde Eins

Vieles wirkt den Lesern, die mit der Figur und seiner Geschichte vertraut sind, bekannt – aber ob Neu-Leser aufgrund dieser Geschichte gefesselt sind, darf bezweifelt werden. Batman – der reinste Kämpfer mit der gleichzeitig plausibelsten aber auch unglaublichsten Origin – so zu verwässern, tut dem Mythos nicht gut.

Norbert Elbers


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Suicide Squad

Batman v Superman: Dawn of Justice“ spielte weltweit zwar 870 Millionen ein, doch Warner war enttäuscht, dass die Marke von einer Milliarde Dollar nicht geknackt wurde und auch die Kritiken enttäuschend ausfielen. Daher wurde der beliebte Comicautor Geoff Jones (Flashpoint) verpflichtet, der sicherstellen soll, dass zukünftige DC-Superhelden-Filme den Comicvorlagen gerecht werden und im Kino erfolgreich ein “DC Extended Universe“ etabliert werden kann.

Suicide Squad

Wie groß der Einfluss von Geoff Jones bei “Suicide Squad“ war, ist schwer abzuschätzen. In der ersten Hälfte wirkt auch dieser Film wieder wie ein typisches Produkt von “Batman v Superman“-Regisseur Zack Snyder, der als Produzent fungierte. Manchmal scheint Snyders nicht sonderlich gelungenes Werk “Sucker Punch“ stärker als die DC-Comics als Vorlage gedient zu haben. Viele Szenen wurden penetrant musikalisch untermalt und sind knallig bunt, plump und nervig in Szene gesetzt. Doch nach und nach findet Regisseur und Drehbuchautor David Ayer (“Herz aus Stahl“) doch einen eigenen Stil und gegen Ende kann er mit guten Charakter-Momenten, zynischem Humor und einem fesselnden Finale punkten.

Suicide Squad

Die Story um eine Truppe von besonders begabten Knastinsassen, die nach dem Tod von Superman die Erde beschützen sollen, wirkt nicht sonderlich gut durchdacht. Doch zum Glück reißt der Cast eine ganze Menge raus. Will Smith hat als Deadshot zwar ein paar der besten Szenen und Sprüche, dominiert den Ensemble-Film jedoch keineswegs. Eine Traumbesetzung ist Margot Robbie (“Legend of Tarzan“) als Jokers durchgeknallte Freundin Harley Quinn und auch die weiteren weiblichen Hauptrollen sind in sehr guten Händen. Cara Delevingne ist als Enchantess ebenso attraktiv wie bedrohlich, während Viola Davis (“The Help“) als “Suicide Squad“–Chefin Amanda Waller nur so vor Autorität strotzt.

Suicide Squad

Sehr viel wenig bleibenden Eindruck als erwartet, hinterlässt ausgerechnet jener Charakter auf den sich die Webemaschinerie am meisten eingeschossen hat. Jared Leto sieht als androgyner Joker zwar recht cool aus, agiert jedoch eher am Rande der Handlung da er kein Mitglied der “Suicide Squad“ ist. Zum Ausgleich gibt es jedoch einige zwar kurze, aber nicht ganz unwichtige Gastauftritte von Ben Affleck als Batman und Ezra Miller als Flash, die Hoffnung darauf machen, dass irgendwann vielleicht doch noch einmal richtig gute DC-Spielfilme ins Kino kommen.

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Batman: Erde Eins

Es ist ganz gewiss nicht so, dass ein Mangel an Comic-Geschichten mit Batman herrscht. Richtig gute Stories werden über DCs Dunklen Ritter jedoch eher selten erzählt. In den laufenden Comicheft-Serien wird versucht zu überraschen, wenn unter großem Getöse Ex-Robin Dick Grayson oder Kommissar Gordon ins Fledermaus-Kostüm gesteckt wird, nur um wenig später (unter nicht minder großem Getöse) wieder Bruce Wayne als Batman zurückkehren zu lassen.

Batman: Erde Eins

Einen sehr viel interessanteren Weg beschritt 2012 Geoff Jones mit “Batman: Earth One“, indem er die Geschichte von Batman einfach neu erzählte und dabei einige kleine aber feine Änderungen vornahm. Diese betreffen weniger Bruce Wayne, der auch hier, nachdem er miterleben musste, wie seine Eltern ermordet wurden, zum maskierten Rächer wird. Der Butler Alfred Pennyworth hingegen ist bei Jones kein zur Mäßigung mahnender Sidekick, sondern ein knallharter Ex-Militär, der Bruce Wayne dazu ermutigt mit den Kriminellen in Gotham City sehr viel ruppiger umzuspringen. Am Ende des ersten Bandes von “Batman: Earth One“ bringt Pennyworth gar höchstpersönlich den Pinguin alias Oswald Copplepot um. Interessant ist auch der Polizist Harvey Bullock, der bei Geoff Jones als kalifornischer Sonnyboy nach Gotham City kommt und durch die dortigen kriminellen Verhältnisse sehr schnell zum schweren Frust-Säufer wird.

Batman: Erde Eins

Im Zentrum des lange erwarteten Fortsetzung von „Earth One“ steht eine interessante Variante von Batmans traditionellem Gegner Two Face, der diesmal tatsächlich zwei Gesichter hat. Neben dem Staatsanwalt Harvey Dent gibt es noch dessen Zwillingsschwester Jessica, die zur Bürgermeisterin von Gotham gewählt wurde und sich immer noch sehr zu Bruce Wayne hingezogen fühlt. Letzteres ist Harvey ein Dorn im Auge und das komplizierte Dreiecksverhältnis löst Geoff Jones hochdramatisch auf, ohne zu vergessen weitere Versatzstücke des Batman- Mythos zu variieren.

Batman: Erde Eins

Richtig zur Geltung kommt die brillant erzählte Geschichte aber erst durch die detailreichen höchst realistisch anmutenden Zeichnungen von Gary Frank. Der Brite ist nicht nur, wie viele seiner Kollegen, begnadet beim in Szene setzen von spektakulärer Action, sondern ihm gelingt es die Figuren durch Mimik und Gestik zum Leben zu erwecken. So spannend wie “Earth One“ wurde seit “Year One“ von Frank Miller und David Mazzucchelli kein anderer Batman-Comic erzählt! So gut wie “Earth One“ hat seit “The Killing Joke“ von Alan Moore und Brian Bolland kein anderer Batman-Comic ausgesehen!!

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