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Die Bertinis

Ralph Giordano überlebte zusammen mit seinen Eltern und den beiden Brüdern die letzten Tage des Dritten Reichs im Keller eines zerstörten Hamburger Hauses. Die Nazis definierten die Beziehung zwischen Giordanos italienischstämmigen Vater und seiner jüdischen Mutter als “privilegierte Mischehe“. Daher wurde die Familie nicht deportiert, musste sich aber nach entwürdigenden und sich willkürlich ändernden Gesetzen richten.

Die Bertinis

Bei der Familie handelte es sich um Christen, und Giordano wurde – wie er später sagte – erst “durch die Nazis zum Juden geprügelt“. 1941 im Alter von 18 Jahren beschloss er sein Leben genau zu protokollieren, um dies als Grundlage für einen Roman zu verwenden. Es sollte über 40 Jahre dauern, bis schließlich sein Buch Die Bertinis erschien und zu einem großen Erfolg wurde.

Die Bertinis

1988 produzierte das ZDF eine fünfteilige aufwändige Verfilmung. Regie und Drehbuch stammten von Egon Monk, der sein Handwerk unter Bertold Brecht beim Berliner Ensemble gelernt hatte. Für Die Bertinis kehrte Monk in die damalige DDR zurück und drehte mit DEFA-Personal in Babelsberg, aber auch in Prag , weil am es am Originalschauplatz Hamburg kaum noch Altbau-Bestände gab.

Die Bertinis

Der Auftakt der Serie ist etwas seltsam. Die erste Episode beginnt 1882 und erzählt nahezu dialogfrei von Ralph Giordanos Großvater, der Sizilien in Richtung Deutschland verlässt. Den jungen Opa spielt Nino de Angelo die reifere Version Drafi Deutscher, höchstwahrscheinlich weil beide mit demselben Song (Jenseits von Eden alias Guardian Angel) zuvor einen Hit gelandet hatten.

Die Bertinis

Doch die erste Episode erzählt auch von der Zeit nach der “Machtergreifung“ und hat ein Ende mit Schrecken. Erstmals – und noch ohne Ledermantel – tritt der Gestapo-Mann “Melone“ in Erscheinung, indem er die gutbürgerliche Familie Bertini im scharfzüngigen Befehlston unangemeldet in ihrer eigenen Wohnung terrorisiert. Gert Haucke (älteren Zuhörern vielleicht noch bekannt aus der Radio-Sendung Papa, Charly hat gesagt…) spielt mit erschreckender Intensivität einen sich in seiner Machfülle suhlenden Nazi-Schergen.

Die Bertinis

Im weiteren Verlauf der Serie wird gezeigt, wie langsam aber stetig die Daumenschrauben der Nazis angezogen werden. Die Einhaltung unmenschlicher Regeln wird von Amtspersonen überwacht, die sich hinter ihren Vorschriften verschanzen und bestenfalls “korrekt“ verhalten. Dabei gibt es schmerzhafte Einblicke in menschliche Abgründe, die auch nicht dadurch relativiert werden, dass die Familie Bertini alias Giardano das zwölf Jahre andauernde Grauen gerade so eben überlebt hat.

Die Bertinis

Die DVD-Edition von Die Bertinis überzeugt zwar nicht gerade durch ihre Bildqualität, aber immerhin durch das Bounsmaterial, allen voran ein beeindruckender 55-minütiger Monolog  von Ralph Giordano. Hinzu kommen die TV-Berichte „Im Gespräch mit Egon Monk“ (11:50 min), „Heute Journal: Dreharbeiten“ (3:30 min) und „Aus dem Ateliers“ (10:03 min).

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Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Zwischen 1965 (Schüsse aus dem Geigenkasten) und 1969 (Todesschüsse am Broadway) entstandenen insgesamt acht Filmen nach den deutschen Heftromanen um Jerry Cotton (2010 folgte eine Parodie mir Christian Tramitz und Christian Ulmen). In den 60er Jahren spielte den FBI-Agenten der US-Amerikaner George Nader, der 1955 für seine Rolle in Die Nacht der Rache mit den Golden Globe als bester Nachwuchsdarsteller erhielt. Wohl auch weil er sich als Homosexueller geoutet hatte, erhielt er keine Angebote mehr in Hollywood und ging nach Europa.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Die Regie bei Der Tod im roten Jaguar führte Harald Reinl (Der Schatz im Silbersee), der Meister des deutschen Trivial-Films. Er hatte die drei letzten in Farbe gedrehten vielleicht besten Cotton-Filme in Szene gesetzt. An der Seite von Jerry Cotton ist als dessen Sidekick Phil Decker wieder der spätere Traumschiff-Kapitän Heinz Weiss zu sehen. Für kleinere Rollen konnten prominente Darsteller wie Grit Boettcher, Friedrich Schütter, Gert Haucke, Robert Fuller (Am Fuß der blauen Berge), sowie Ilse Steppat (Im Geheimdienst ihrer Majestät) verpflichtet werden.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Im Gegensatz zur Edgar-Wallace-Reihe herrschte bei den Jerry-Cotton-Filmen absolutes Humor-Verbot. Daher musste sich das Publikum die Stellen selbst suchen, an denen es lachen konnte. Daran herrschte jedoch kein Mangel, denn die in Berlin oder Hamburg gedrehten Filme versuchten vorzugaukeln, die Handlung würde sich in New York abspielen.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Neben George Naders gradliniger Verkörperung des G-Man war es vor allem der beschwingte jazzige Soundtrack von Peter Thomas (Raumpatrouille Orion) der die Filme sehenswert machte. Nachdem die ersten sechs Jerry-Cotton-Filme bereits auf DVD vorlagen, hat sich das Label Filmjuwelen der beiden letzten gedrehten Titel der Reihe angenommen und diese als liebevoll präsentierte Editionen auch auf Blu-ray veröffentlicht.

Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar

Die Blu-ray der Reihe Filmjuwelen enthält neben dem 91-minütigen, noch Drehberichte zu diversen Jerry-Cotton-Filmen (insgesamt 4:26 min), den deutsche Trailer (3:21 min), sowie ein 16-seitiges Booklet mit Texten von Oliver Bayan.

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