Schlagwort-Archive: Goscinny

Die Dingodossiers

Wer René Goscinny ist, muss wohl niemandem erklärt werden. Marcel Gottlieb alias Gotlib hingegen ist in der deutschen Comiclandschaft leider sträflich unterrepräsentiert. Das war nicht immer so, denn einst gehörten seine verrückten Geschichten, genau wie Gilbert Sheltons “Freak Brothers“, zu den beliebtesten Beiträgen im Magazin U-Comix und Carlsen veröffentlichte seine Serie Rubrique à Brac unter dem Titel “Auf Fall und Knall“.

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Doch am Anfang seiner Karriere arbeitete er mit dem großen René Goscinny zusammen und beide versuchten in der regelmäßig im Comicmagazin Pilote erscheinenden Serie “Les Dingodossiers“ aus alltäglichen Situationen so viel chaotischen Humor wie möglich herauszuholen. Ihr großes Vorbild war das US-Satiremagazin MAD. Ab 1963 entstanden 169 Episoden, die zumeist aus zwei schwarzweißen Seiten bestanden.

Die Dingodossiers

Der Splitter Verlag hat sich diesem seltsamerweise bisher noch nie in Deutsch veröffentlichten Comicklassiker angenommen und veröffentlicht gleich eine Gesamtausgabe, die zudem auch noch ein sehr informatives reich bebildertes Vorwort, sowie einige “Dingodossiers“ enthält, die seinerzeit nicht in Pilote zum Abdruck kamen.

Die Dingodossiers

Wer Gotlib noch aus U-Comix kennt, wird sicher sofort den perfekten, aber dennoch sehr eigenen, Zeichenstil Gotlibs erkennen, sich vielleicht aber etwas über den harmlos-freundlichen Humor der Geschichten wundern. Nachdem sich Goscinny 1967 als Texter zurückzog, präsentierte Gottlib in seiner im Alleingang realisierten Serie “Rubrique à Brac“ sehr viel wildere und unberechenbarere Gags. Die danach in seinem eigenen Magazin Fluide Glacial entstandenen Comics waren dann alle andere als jugendfrei.

Die Dingodossiers

Es bleibt zu hoffen, dass Splitter auch diese einzigartigen Comics in ähnlich schönen Editionen veröffentlicht. Demnächst erscheint dort ein Band der Serie “Superdupont“ mit einer Geschichte, die Gotlib “nur“ getextet hat. Die Zeichnungen hingegen stammen von François Boucq, der ein ebenso begnadeter Comic-Künstler wie Gotlib ist.

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Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Die Western-Parodie „Lucky Luke“ des als Morris bekannten Belgiers Maurice de Bevere (1923-2001) wirkt auch nach 70 Jahren dank ihrer gekonnt karikierten Typen sehr frisch. Neben der aktuell von Hervé Darmenton alias Achdé im klassischen Look werkgetreu weitergeführten Serie versucht sich jetzt auch Matthieu Bonhomme an Lucky Luke.

Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Sein eher realistischer Zeichenstil scheint auf den ersten Blick nicht zur stark karikierenden Darstellung des Wilden Westen zu passen, die ihren Höhepunkt feierte, als der große René Goscinny neben Asterix auch noch „Lucky Luke“ textete. Bonhomme zeigte zuvor schon in der von Lewis Trondheim geschriebenen Western-Serie „Texas Cowboys„, dass realistische Zeichnungen und skurriler Humor kein Widerspruch sein müssen. Außerdem wurde bereits innerhalb der ebenfalls in Belgien entstandenen Traditions-Serie “Spirou“ bewiesen, dass es eine gute Idee ist, neben der regulären Reihe auch einmal Experimente mit weiteren Zeichnern und Autoren zu wagen.

Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Auch wenn “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ nicht wie einst bei Morris & Gosinny alle paar Panels einen Schenkelklopfer serviert, kann das Experiment, vor allem dank des interessanten Zeichenstils von Bonhomme, als gelungen betrachtet werden. Dessen Geschichte um das von drei undurchsichtigen Brüdern kontrollierte Städtchen Froggy Town hat leider nicht so viel schrägen Humor wie die „Texas Cowboys“ und ist eher spannend als lustig. Doch ganz nebenbei wird eine recht plausible Erklärung geliefert, warum Lucky Luke ab 1982 in den Comics aufgehört hat zu rauchen und fortan zum Strohhalm statt zur Zigarette griff.

Jolly Jumper antwortet nicht
Lucky Luke von Guillaume Bouzard

Zeitgleich entstand mit „Jolly Jumper antwortet nicht„, eine weitere Neuinterpretation von Lucky Luke, die Guillaume Bouzard sehr reduziert zu Papier gebracht hat.

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Reddition 64: Lucky Luke

Der 70. Geburtstag von Lucky Luke ist natürlich ein sehr dankbarer Anlass, um die spannende Geschichte des Cowboys, der schneller als sein Schatten zieht, zu erzählen.

Reddition 64: Lucky Luke

Ausstellungen zum Jubiläum in Angoulême und Erlangen zeigten, was für ein dynamischer Zeichner der Belgier Maurice de Bévère (1923-2001) alias Morris war, der zu Unrecht immer etwas im Schatten seiner Kollegen André Franquin und Albert Uderzo stand. Ein Ausstellungs-Katalog, der auch bei Egmont auf Deutsch erscheint, zeigte durch vergrößerte Abbildungen, dass die Wirkung einzelner Panels von Morris der immer wieder gerne gefeierten „klaren Linie“ von Hergés „Tim und Struppi“ in nichts nachsteht.

Reddition 64: Lucky Luke
© Morris / Lucky Luke Comics 2016

Die durchgehend farbig und sehr schön bebilderte 64. Ausgabe der “Reddition“ beschäftigt sich in neun Artikeln mit verschiedenen Teilaspekten rund um das zeitlose Phänomen Lucky Luke. Den Auftakt bildet ein Bericht von Volker Hamann über das Frühwerk, das Morris ab 1945 für die Illustrierte “Le Moustique“ (“Die Mücke“) schuf. Hier war ein vielfältig talentierter Zeichner auf der Suche nach einem eigenen Stil. Anschließend versucht Michael Hein “Die Kunst des Maurice de Bévère“ zu beschreiben und analysiert die parodistischen Aspekte der Serie.

Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016
Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016

Wichtig ist natürlich auch René Goscinny. Peter Nover porträtiert den großen Comic-Autor, der zunächst auch als Zeichner tätig war. Morris war heilfroh als dieser ihm ab 1955 das leidige Schreiben der Geschichten abnahm und er sich dadurch voll aufs Zeichnen konzentrieren konnte. Horst Berner, der auch die Texte zu Egmonts Lucky-Luke-Gesamtausgabe beisteuert, beschäftigt sich mit der wechselhaften und kuriosen Veröffentlichungsgeschichte der Serie in Deutschland. So blieb in den deutschen Fassungen zwar der Name von Lucky Luke unangetastet, doch dessen Pferd Jolly Jumper, hieß zuvor schon einmal Rosinante oder Rosa, und der Hund Rantanplan trug zunächst den Namen Sheriff.

Lucky Luke im Kino
© Morris / Lucky Luke Comics 2016

Da Morris seinen Cowboy eigentlich als animierte Figur geplant hatte, beschreibt Jens R. Nielsen faktenreich die Anfänge des belgischen Zeichentrickfilms. Auf die ab 1971 entstandenen Kinofilme mit Lucky Luke geht er leider nur recht kurz ein. Recht interessant ist auch Volker Hamanns Bericht über “Lucky Luke in den Niederlanden“. Wichtig ist natürlich auch der Zeichner Hervé Darmenton alias Achdé, der die Serie im klassischen Look werkgetreu weitergeführt und von Bernd Frenz porträtiert wird.

Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss
Lucky Luke von Matthieu Bonhomme © Morris / Lucky Luke Comics 2016

Bemerkenswert ist aber auch ein etwas anderer Lucky Luke, der gerade in einem neuen Comicalbum “erschossen“ wurde. Matthieu Bonhomme, der zuvor schon mit der von Lewis Trondheim geschriebenen Western-Serie „Texas Cowboys“ bewiesen hat, dass realistische Zeichnungen und skurriler Humor kein Widerspruch sein müssen, hat aktuell die Geschichte “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ veröffentlicht. Matthias Hofmann befasst sich mit diesem “alternativen“ Lucky Luke und mit einer weiteren Neuinterpretation der Serie, die Guillaume Bouzard sehr reduziert zu Papier gebracht hat.

Reddition 64: Lucky Luke
Lucky Luke von Guillaume Bouzard © Morris / Lucky Luke Comics 2016

Im Anhang dieser wieder sehr gelungen zusammengestellten “Reddition“ befindet sich noch Bibliographie von Morris, die durch ihren Umfang von 16 Seiten selbst Comic-Insider überraschen dürfte.

Bastei Freunde

Eine interessante Ergänzung liefert die 46. Ausgabe der „Bastei Freunde“ in der Peter Menningen interviewt wird. Dieser hat zwischen 1993 und 1994 für den Bastei Verlag rund 375 Comicseiten mit Lucky Luke getextet, die offiziell von Morris abgesegnet waren und in Spanien gezeichnet wurden.

Zu bestellen unter: www.reddition.de

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Lucky Luke im Kino

Der Belgier Maurice de Bevere (1923 – 2001) alias Morris ließ 1946 erstmals jenen Cowboy im Comic auftreten, der schneller als sein Schatten zieht. Er hatte Lucky Luke eigentlich als Held eines Zeichentrickfilms geplant.

Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016
Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016

Die größten Erfolge feierte die Westernparodie jedoch erst, als René Goscinny ab Mitte der Fünfziger Jahre als Texter hinzu kam, noch bevor er mit Asterix durchstartete. Auch Goscinnys große Liebe gehört dem Zeichentrickfilm und als er in den USA weilte, träumte er davon bei Walt Disney zu arbeiten. Doch Goscinny fand es sehr bedauerlich, das Disney diesen Traum nicht teilte.

Lucky Luke im Kino

Schon daher ist es nicht verwunderlich, dass 1971 ein erster Zeichentrickfilm mit Lucky Luke entstand.  Bei “Lucky Luke – Daisy Town“ führten Morris und Goscinny Regie. Der Film basiert auf keinem der Comic-Alben. Vielmehr wurde eine Originalgeschichte entworfen, die möglichst viele Aspekte des Wilden Westens beinhaltet und 1983 sogar zum Comic-Album  „Daisy Town“ verarbeitet, das bei uns als Band 40 der Lucky Luke Reihe erschienen ist.

Lucky Luke im Kino

Insgesamt kann dieser Film um den einsamen Cowboy durchaus als gelungen angesehen werden. Schwächen in der Animation werden durch originelle Einfälle (inklusive Anleihen bei Tex Avery) ausgeglichen und auch die musikalischen Einlagen sind sehr gelungen. Die Satire auf den klassischen Western ist zwar nicht ganz so subtil, wie in den besseren Comic-Alben, aber dafür wird im Film gleich der komplette Wilde Westen veralbert. Außerdem ist es sehr viel passender, dass Lucky Luke hier noch eine Zigarette zwischen den Lippen hat und nicht wie später (aus Gründen der politischen Korrektheit) auf einem Strohhalm herum kaut.

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Die 2001 bei Kinowelt erschienene deutsche DVD genügt von der (Voll-)Bildqualität her leider nicht den heutigen Sehgewohnheiten und enthält auch nur die deutsche Synchronfassung.

Lucky Luke im Kino

Doch mittlerweile gibt es in Spanien (aber bemerkenswerterweise nicht in Frankreich!) eine Blu-ray von “Lucky Luke – Daisy Town“ in phantastischer 16:9-Bildqualität mit französischer und spanischer Tonspur. Es ist zwar schade, dass die deutsche Tonspur fehlt, doch der köstliche Humor des Films ist in erster Linie visueller Natur.

Lucky Luke im Kino

Die deutsche DVD kann immerhin dadurch punkten, dass es als Bonusmaterial noch die sehr interessanten und ausführliche 88-minütige Dokumentation „René Goscinny – ein Leben für den Humor“ („René Goscinny – Profession Humoriste“) gibt. Dieser Film enthält nicht nur seltene Privataufnahmen von Goscinny. Es gibt auch Ausschnitte aus von ihm gestalteten Kino- und TV-Filmen zu sehen. Darüber hinaus kommt auch noch nahezu die gesamte französische Comic-Elite zu Wort. Dieser 1998 für den Sender arte entstandene Bericht ist in französischer Sprache auf der DVD enthalten und wahlweise können deutsche Untertitel eingeblendet werden.

Lucky Luke im Kino

1975 gründeten Goscinny und Uderzo gemeinsam mit Georges Dargaud die “Studios Idéfix“ und wollten dort ihrem großen Vorbild Walt Disney nacheifern. Sie starteten ihre Zeichentrick-Produktion mit “Asterix erobert Rom“. Als zweiter (und letzter) Film der “Studios Idéfix“ folgte 1978 “Lucky Luke – Sein größter Trick“. In diesem tricktechnisch recht hochwertigen Film, ist der Lonesome Cowboy mal wieder auf der Jagd nach den Daltons, die im Auftrag eines am Strang gestorbenen Onkels die aus allen möglichen Westerntypen zusammengesetzte Jury umbringen sollen.

Lucky Luke im Kino

Die Geschichte wird – wie zuvor schon beim Zeichentrickfilm “Asterix und Cleopatra“ (und natürlich bei Disney) – auch noch mit Musical-Szenen garniert, daher trägt der Film im Original auch den Titel “La ballade de Dalton“. Als eine Art Moderator fungiert ein Bänkelsänger, dessen Lieder in der deutschen Fassung von Reinhard Mey gesungen werden. Dieser hatte bereits vier Jahre zuvor beim Disney-Zeichentrickfilm “Robin Hood“ einen ähnlichen Job übernommen.

Lucky Luke im Kino

Die Musical-Einlagen sind zwar ganz witzig, doch insgesamt ist der Film trotz gewaltiger tricktechnischer Fortschritte weniger gut gelungen als der Vorgänger “Lucky Luke – Daisy Town“. Kurz nach Fertiggestellung des Filmes schlossen die “Studios Idéfix“ ihre Pforten. Die laufenden Betriebskosten waren einfach zu hoch um das Studio nach Goscinnys plötzlichen Tod im Jahre 1977 noch am Leben zu erhalten.

Lucky Luke im Kino

Auch “Lucky Luke – Sein größter Trick“ basierte auf keinem Comic-Alben. Die Geschichte des Films wurde 1978 zunächst in einem kleinformatigen Comic adaptiert, der später ummontiert auch bei uns im Sammelband “Die Dalton-Ballade und andere Geschichten“ als Band 49 der Lucky Luke Reihe erschienen ist.

Lucky Luke im Kino

Die deutsche DVD-Veröffentlichung von Kinofilm enthält als Bonus den deutschen Trailer (2:59 min, Vollbild), eine Galerie mit 25 deutschen Aushangfotos und Standbildern, sowie ein 8-seitiges farbiges Booklet. Genau wie bereits bei “Daisy Town“ ist die Bildqualität leider nur mäßig, während in dieser Hinsicht die Blu-ray aus Spanien wieder exzellent ist.

Lucky Luke im Kino

Nicht wirklich gelungen war der nächste Zeichentrickfilm „Lucky Luke – Das große Abenteuer„, der 1983 ins Kino kam. Hier wurden lediglich drei Episoden einer sparsam animierten 26-teiigen Trickfilmserie aus dem Hause Hanna-Barbera (“Familie Feuerstein“) zu einem Kinofilm zusammengeschnitten. Bei den einzelnen Geschichten handelte es sich um Verfilmungen der Comics “Die Daltons im Blizzard“, “Ma Dalton“ und “Die Daltons“ bewähren sich. Genau wie in der Trickfilm-Serie war auch im Kino die von Freddy Quinn gesungene Titel-Melodie “Bang Bang, Lucky Luke“ zu hören.

Lucky Luke im Kino

Es sei noch angemerkt, dass in diesem Fall die Bildqualität der zugehörigen DVD mit anamorphen 16:9-Format ganz passabel ist. Der DVD von Filmconfect liegt  sogar ein kleines 20-seitiges Comicheft mit der Kurzgeschichte „Aus Liebe zur Musik“ bei.

Lucky Luke im Kino

2007 entstand mit “Lucky Luke, Go West!“ („Tous à l’Ouest: Une aventure de Lucky Luke“) ein weiterer Zeichentrickfilm, der leider nicht in unsere Kinos kam. Das Drehbuch basiert lose auf dem Comic „Lucky Luke: Kalifornien oder Tod“. Es fasst recht gut fast alle Situationen und Figuren zusammen, die den Reiz der langlebigen Erfolgs-Comicserie ausmachen. Im Zentrum des Geschehens stehen – neben Lucky Luke und Jolly Jumper – natürlich wieder die Daltons.

Lucky Luke im Kino

Nach einem turbulenten Auftakt in New York bricht Lucky Luke mit der vierköpfigen Gangsterbande und einem bunt zusammen gewürfelten Haufen von Siedlern zu einem Treck von Küste zu Küste auf. Wenn die Planwagen nicht in 80 Tagen das ganze Land durchquert haben, erlöschen die Ansprüche, die die Siedler auf ihr fruchtbares Land im Westen haben…

Lucky Luke im Kino
Mit dem sehr schön realisierten und erzählten “Lucky Luke, Go West!“ ist es ein wenig so wie mit dem ein Jahr zuvor entstandenen Zeichentrickfilm “Asterix und die Wikinger“. Auch jener liebevoll und rechtwerkgetreu in klassischer 2D-Animation angefertigte Film kam – inmitten all der Comic-Realverfilmungen und Computeranimationen – etliche Jahre zu spät.

Lucky Luke im Kino

Doch dank DVD und Blu-ray hat “Lucky Luke, Go West!“ weiterhin die Chance sein Publikum finden und es erfreuen.

Lucky Luke im Kino

Doch noch vor dem letzten Zeichentrickfilm zeigten die Kinos zwei der (bisher) drei Versuche aus Lucky Luke einen Realfilm zu machen. Morris stand der Sache ziemlich skeptisch gegenüber: “Eher zufällig hatte Terence Hill meine Alben gelesen, und er schwor sich, dass entweder er oder kein anderer die Hauptrolle verkörpere. Er nahm Kontakt mit dem Verlag Dargaud auf, an dem ich damals noch gebunden war, und die Verträge wurden unterschrieben. Er ähnelte Lucky Luke in keiner Weise (…), aber Terence Hill ist so sympathisch, so warmherzig, dass ich letztendlich mein Einverständnis gab.“

Lucky Luke im Kino

Kurioserweise erzählt der 1990 entstandene Spielfilm, die selbe Geschichte wie der fast 20 Jahre zuvor entstandene Zeichentrickfilm “Lucky Luke – Daisy Town“. Die Story von der rasch expandierenden Westernstadt, die Angriffen von Indianern und Daltons ausgesetzt ist, inszenierte Terence Hill höchstpersönlich, während das Drehbuch von seiner Frau Lori stammte.

Lucky Luke im Kino

Obwohl der Film in den USA (in Bonanza Creek, New Mexico) gedreht wurde, erinnert er stärker an einen Italowestern als an die klassischen Hollywood-Produktionen, über die sich Morris und Goscinny in ihren Comics hauptsächlich lustig machten. Passend (bzw. unpassend) dazu trägt Terence Hill ein Outfit, dass eher an seine Paraderolle in “Mein Name ist Nobody“ denken lässt als an die Comicfigur. Somit ist Hills “Lucky Luke“ ganz gewiss keine werkgetreue Comicverfilmung, aber insgesamt deutlich entspannter als die nächsten völlig überkandidelte Realverfilmungen.

Lucky Luke im Kino

Terence Hills Film lief so erfolgreich in den Kinos, dass ein Jahr später eine 8-teilige TV- Serie entstand. Die beiden Episoden “Ma Dalton ist und bleibt einmalig“ und “Ein schöner Zug von Geisterhand“ wurden zum Kinofilm “Lucky Luke 2“ zusammengeschnitten.

Lucky Luke im Kino

Mittlerweile gibt es eine DVD-Box mit dem Kinofilm und allen acht TV-Episoden.

Lucky Luke im Kino

Der nächste Film-Versuch “Die Daltons gegen Lucky Luke“ von 2004 hingegen ist ein Totalausfall. Da gibt es eine ganze Batterie wundervoller und unglaublich humorvoller Westerngeschichten vom Comicmeister Rene Goscinny und nichts davon ist im Film zu finden.

Lucky Luke im Kino

Stattdessen wurden Eric Judor und Ramsy Bedia, zwei nahezu gleich große französische Komiker, nicht nur als Joe und Averell Dalton gecastet, sondern sie durften auch noch ein völlig blödsinniges Drehbuch um einen magischen Sombrero verfassen.

Lucky Luke im Kino

Der Regisseur Philippe Haïm hingegen hält sich für eine Mischung aus Rodriguez, Tarantino und Leone, verbreitet aber trotz des beträchtlichen Budgets nur Langeweile.

Lucky Luke im Kino

Schon der französische Originaltitel “Les Dalton“ deutet an, dass der Lonesome Cowboy nicht im Zentrum des Geschehens steht. Dies ist schade, denn überraschenderweise kann Til Schweiger als Lucky Luke (in seiner Nebenrolle!) durchaus überzeugen. Zwar wird der (einzige halbwegs brauchbare) Gag mit seinem langsameren Schatten qualvoll zu Tode geritten, doch Schweiger legt die Rolle merklich werkgetreuer an als zuvor Terence Hill.

Lucky Luke im Kino
Jean Dujardin in “Die Daltons gegen Lucky Luke“

Der nächste reale Lucky Luke war Jean Dujardin (“OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“), der bereits in “Die Daltons gegen Lucky Luke“ in einer Nebenrolle zu sehen war.

Lucky Luke im Kino

Nachdem zuvor schon der Zeichentrickfilm “Lucky Luke, Go West!“ nicht in unsere Kinos kam, verhielt es sich mit der 2009 in Argentinien entstandenen Realverfilmung mit Dujardin genauso. Dies ist teilweise verständlich, denn sonderlich werkgetreu zur Comicvorlage (oder gar zum Humor des begnadeten Texters René Goscinny) ist auch dieses Werk nicht ausgefallen.

Lucky Luke im Kino

Irgendwie geht es um das aus Comic und Trickfilm bekannte Städtchen Daisy Town, den Bau der Eisenbahn und einige Banditen wie Billy the Kid oder Jesse James sowie Calamity Jane kommen auch vor, während die Daltons diesmal pausieren. Der Hauptfigur wird nicht nur der Name John “Lucky“ Luke sondern auch noch eine tragische Vorgeschichte angedichtet.

Lucky Luke im Kino

Beim in Szene setzten dieser meilenweit vom Comic entfernten Origin wird eifrig aus “Spiel mir das Lied vom Tod“ zitiert. So richtig überzeugen will das opulent ausgestattete Werk nicht, zumal der Humor oft ähnlich krude ausfällt wie in der vorherigen katastrophalen Realverfilmung “Die Daltons gegen Lucky Luke“.

Lucky Luke im Kino

So bleibt abschließend festzustellen, dass gleich der erste Versuch Lucky Luke ins Kino zu bringen der (bisher) gelungenste war. Was sicher daran liegt, dass Morris und René Goscinny maßgeblich am Zeichentrickfilm “Daisy Town“ beteiligt waren.

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Goscinny & Uderzo: Pitt Pistol

Pitt Pistol arbeitet als Bedienung im Wirtshaus “Zum einbeinigen Piraten“. Er träumt davon als Kosar im Auftrag des Königs auf Kaperfahrt zu gehen. Doch er belässt es nicht beim Träumen, sondern er kauft ein schrottreifes Schiff, trommelte eine äußerst bunte Mannschaft zusammen und bricht auf um den berüchtigten Piraten Grünbart zu fangen.

Goscinny & Uderzo: Pitt Pistol

Lange vor ihrem Erfolg mit “Asterix“ kreierten Albert Uderzo und René Goscinny und Albert Uderzo – nachdem ein erster Versuch mit dem Indianer “Umpah-Pah“ scheiterte – mit “Jehan Pistolet“ alias „Jehan Soupole“ alias “Pitt Pistol“ ihre erste gemeinsame regelmäßig veröffentlichte Comicserie. Die Reihe erschien zunächst 1952 in schwarzweiß in “La Libre Junor“ der Jugendbeilage der Zeitung “La Libre Belgigue“ und anschließend in „Pistolin“, dem Werbeheft eines Schokoladenkonzerns. Uderzos Zeichenstil ist hier natürlich noch nicht voll ausgereift und schwankt oft etwas unentschlossen zwischen Realismus und Karikatur, wobei eine große formale Nähe zu Al Capps Zeitungsstrip “ Li’l Abner“ spürbar ist.

Goscinny & Uderzo: Pitt Pistol

Doch “Pitt Pistol“ ist nicht nur etwas für Comic-Historiker, denn die Geschichten zeigen bereits Goscinnys Meisterschaft spannende und lustige Elemente perfekt aufeinander abzustimmen. In Pitt Pistols Mannschaft tummeln sich übrigens auch zwei Gestalten, die große Ähnlichkeit mit dem Zeichner und dem Texter der Serie haben.

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Die beiden ersten der insgesamt fünf Geschichten um “Pitt Pistol“ erschienen auch noch einmal im französischen Magazin „Pilote“, sowie in Deutschland bereits ab 1960 in „Fix & Foxi“ und dann erneut Anfang der Neunziger Jahre in der Ehapa-Reihe “Collection Al Uderzo“. 2005 startete Ehapa eine gebundenen Neuedition der Serie. Hierfür gestaltete Uderzo neue Cover in einem deutlich lockereren Zeichenstil sowie eine einleitende Seite, die die Figuren vorstellt. Die mit interessanten Hintergrundinformationen garnierte Gesamtausgabe verdient ihren Namen zu Recht, denn sie enthält zusätzlich auch noch die nie in Albumform veröffentlichte 23-seitige Kurzgeschichte “Pitt Pistol und der verrückte Erfinder“.

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Asterix: Der Papyrus des Cäsar

Vor zwei Jahre weckte das neue Team – der Autor Jean-Yves Ferry (“Die Rückkehr aufs Land“) und der in Kalifornien lebende Zeichner Didier Conrad (“Marsu Kids“) – mit “Asterix bei den Pikten“ Hoffnung darauf, dass die Traditionsserie doch in Würde fortgeführt werden könnte. In dieser Hinsicht ist auch der zweite Band von Ferry und Conrad alles andere als eine Enttäuschung. Zwar zünden die Gags nicht ganz so knallig wie bei René Goscinny und die Frau des Dorfältesten Methusalix ist längst nicht so attraktiv, wie einst in Albert Uderzos Zeichnungen.

Asterix: Der Papyrus des Cäsar

Doch ansonsten ist so ziemlich alles beim Alten. Die Geschichte lässt dem lieb gewonnenen Asterix-Ensemble viel Spielraum, hat einen originellen Aufhänger und sogar eine wirklich lustige Schlusspointe. In “Der Papyrus des Cäsar“ wird erklärt, warum zwar im Comic aber nicht in der offiziellen Geschichtsschreibung überliefert wurde, dass es dem römischen Imperator nicht gelang ganz Gallien zu besetzen. Eigentlich wollte Cäsar in seinem Bestseller “Kommentare zum gallischen Krieg“ wahrheitsgemäß über seine Erfahrungen mit den widerspenstigen Bewohnern eines kleines Dörfchens in Armorica berichten. Er hatte auch schon alles zu Papyrus gebracht, doch sein Berater Rufus Syndicus empfahl, die entsprechenden Passagen einfach wegzulassen. Dieses brisante Material geriet jedoch in den Besitz des Aktivisten Polemix, der zum gallischen Dorf aufbricht…

Asterix: Der Papyrus des Cäsar

Wer hier nun satirische Anspielungen auf WikiLeaks oder Edward Snowden erwartet, dürfte etwas enttäuscht sein, auch wenn Polemix über gewisse Ähnlichkeiten zu Julian Assange verfügt. Doch in einer anderen Hinsicht ist “Der Papyrus des Cäsar“ bemerkenswert, denn bei den in Cäsars “Kommentaren zum gallischen Krieg“ unterschlagenen Kapiteln handelt es sich um die Inhalte der Comic-Alben “Tour de France“, “Asterix und der Avernerschild“, “Asterix in Spanien“, “Streit um Asterix“, “Die Trabantenstadt“ und “Asterix auf Korsika“. Die von Uderzo nach Goscinnys Tod im Alleingang erzählten Geschichten, wie “Der Sohn des Asterix“, “Obelix auf Kreuzfahrt“, “Asterix und Latraviata“ oder gar “Gallien in Gefahr“, finden hier keine Berücksichtigung, auch wenn Julius Cäsar darin oftmals eine große Rolle spielte. Dies könnte als Indiz darauf gedeutet werden, dass sich Uderzo tatsächlich von Asterix zurückgezogen hat und dem neuen Team völlige Freiheit lässt. Es darf sich somit durchaus auf das nächste Album gefreut werden, denn Gallien ist nicht mehr in Gefahr.

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Mathias erzählt 1: Die Zaubertrommel

Der 1933 geborene Marcel Uderzo ist der sechs Jahre jüngere Bruder des legendären Comickünstlers Albert Uderzo. Er assistierte diesem bei einigen Asterix-Alben, zeichnete aber auch Flugzeuge für die Comic-Serie “Tanguy und Laverdure“ und setzte diese Arbeit auch fort, nachdem Albert Uderzo von Jijé als Hauptzeichner abgelöst wurde. Anfang der Achtziger Jahre startete Marcel Uderzo nach Texten von Michel Clatigny alias Moloch mit eine eigene Serie namens „Mathias“.

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Diese wurde auch bei uns zeitnah veröffentlicht. Die beiden ersten Alben erschienen bei Ehapa dem Titel “Matti erzählt“. Der erste Band “Die Zaubertrommel“ kam 1982 an die Kioske und das zweite Album “Die magische Maske“ folgte 1985. Den dritten und zunächst letzten Band veröffentlichte in Deutschland 1989 unter dem Titel “Die Abenteuer von Matthias: Die Götter des Sees“ der holländische Verlag Arboris.

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Der Titelheld der Serie ist ein junger Mann, der um 1750 Frankreich verlassen hat um nach Kanada aufzubrechen ist. Dort erlebte er zahlreiche Abenteuer mit Trappern, französischen Soldaten, Bären und Indianer-Mythen. Mathias kehrte jedoch in sein heimatliches Dorf in der Normandie zurück und erfreut dort die Kinder, indem er von seinen Erlebnissen erzählt.

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Marcel Uderzo auf dem Comicfestival in Angoulême

Als Autor kann Moloch dem großen René Goscinny nicht das Wasser reichen, zu unübersichtlich sind seine Abenteuergeschichten erzählt und viel zu plump kommen die gar nicht so zahlreichen Gags daher. Marcel Uderzos Zeichnungen hingegen sind bei “Mathias“ ähnlich gut gelungen wie die Arbeiten seines Bruders bei Asterix oder Umpah-Pah. Trotzdem hat Marcel Uderzo ab 2015 seine Mathias-Alben noch einmal komplett überarbeitet und etwas arg grell schimmernd am Computer neu kolorieren lassen.

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Das ursprünglich auf 44 Comicseiten erzählte erste Comic-Album “Die Zaubertrommel“ hat jetzt einen Umfang von 54 Seiten. Salleck Publications hat die von Marcel Uderzo sehr liebevoll editierte Hardcover-Ausgabe übernommen und bringt auch die weiteren Alben heraus.

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Aus “Le Maître des bisons“ © Marcel Uderzo

Aktuell erscheint in dieser Form in Frankreich unter dem Titel “Le Maître des bisons“ sogar ein viertes Album mit Mathias, das bei uns ebenfalls von Salleck veröffentlicht wird.

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50 Jahre Idefix

Der römische Generalinspekteur Lucius Nichtsalsverdrus macht seinem Namen alle Ehre. Er befehlt den unwilligen Legionäre des Lagers Kleinbonum ein weiteres Mal das unbeugsame gallische Dörfchen anzugreifen. Nachdem dies zu nichts – außer ein paar Beulen – führt, lässt der Römer eine Palisade rund um das Dorf errichten. Dies animiert Asterix zu einer Wette. Er will als Beweis dafür, dass sich ein Gallier durch nichts aufhalten lässt, mit Obelix quer durchs Land reisen und als Beweis Spezialitäten der jeweiligen Regionen mitbringen.

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Ihr 1963 erschienendes fünftes Abenteuer führt Asterix und Obelix nach Rotamagus (Rouen), Lutetia (Paris), Camaracum (Cambrai), Durocortorum (Reims), Divodurum (Metz), Lugdunum (Lyon), Nicae (Nizza), Massilia (Marseille), Tolosa (Toulouse), Aginum (Agen), Burdigala (Bourdeaux) und Gesocribate (Le Conquet). Diese Reiseroute ist angelehnt an den Streckenverlauf des berühmten Radrennens.

In Lutetia schließt sich unseren Helden erstmals eine Figur an, die künftig in keinem Asterix-Album fehlen soll. Vor einer Metzgerei wartet ein kleiner weißer Hund, der von da an ganz selbstverständlich Asterix und Obelix auf ihrer abenteuerlichen Reise folgt. Erst zum Ende des Abenteuer – kurz vor dem großen Festmahl – nimmt Obelix das Hündchen wahr und erst im nächsten Album “Asterix und Kleopatra“ erhielt es seinen Namen Idefix.

Anlässlich des 50-jährigen des ersten Auftritts von Idefix erscheint am 26. Juni 2015  „Asterix – Tour de France“ als limitierte Sonderausgabe (Softcover, 6,50 Euro) mit 16 redaktionellen Seiten mehr.

Erhältlich im Handel und im Ehapa Shop.

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Asterix & Obelix feiern Geburtstag: Das goldene Buch

Bevor der (lang erwartete?) Comicteil beginnt, gibt es zunächst zwei Einleitungen. Eine stammt von “Asterix“, also von Albert Uderzo, die zweite von Anne Goscinny. In beiden Vorworten geht es darum, zu rechtfertigen, warum die Serie nach dem Tode von René Goscinny im Jahre 1977 unbedingt fortgeführt werden musste. “Asterix“ meint, dass der (finanzielle) Erfolg Grund genug sei, Anne Goscinny merkt an, dass wenn die “Asterix“-Reihe aufgehört hätte, es ein wenig so wäre, als wenn sie “im Alter von neun Jahren stehen geblieben wäre“. Doch im Jahre 1977 war Asterix bereits volljährig und was er danach noch erlebte wirkt gegenüber dem Frühwerk erschreckend unreif.

Asterix & Obelix feiern Geburtstag: Das goldene Buch

War der Band 33 “Gallien in Gefahr“ schon eine ziemliche Katastrophe, so bleibt Uderzo auch im Jubiläumsband “Asterix & Obelix feiern Geburtstag: Das goldene Buch“ den Beweis schuldig warum die Serie unbedingt fortgeführt werden muss (ein halbwegs guter Grund mag sein, damit es gelegentlich bei Lidl auch Comic-Alben zu kaufen gibt, denn dort lag der Band an der Kasse neben Zigaretten und Süßigkeiten aus). Das Album erzählt – genau wie erwartet – keine fortlaufende Geschichte, enthält jedoch neues Material. Anfangs malt Uderzo sich aus, wie es wäre, wenn Asterix, Obelix und die übrigen Gallier tatsächlich um 50 Jahre gealtert wären. Mitten in dies mäßig amüsante Gedankenspiel (so ist Asterix verheiratet und hat zahllose Kinder, mit ähnlichem Blödsinn endete ja auch “Harry Potter“) platzt Uderzo himself rein und bekommt für seine dumme Idee von Obelix ordentlich einen auf den Latz.

Asterix & Obelix feiern Geburtstag: Das goldene Buch

Daraufhin (wir befinden uns erst auf Seite 4!) meint der von Uderzo gezeichnete Uderzo: “Ich gebe zu, das war keine gute Idee! Verzeiht mir! Ich tu´s auch nie wieder!“ Doch er hält nicht Wort sondern tut es stattdessen auf den restlichen 46 Seiten immer und immer wieder. Ohne jeden inhaltlichen Zusammenhang gibt es eine Obelix-Modenschau (die damit endet, dass dieser sich als Sprayer betätigt), Asterix als Marsupilami, ein Ständchen der Piraten, ein von Leonardo Da Vinci gezeichneter Obelix, etliche Seiten mit blödsinnigen Reiseprospekten, ein Gemälde das Cäsar als Napoleon zeigt, und, und, und… Halbwegs lustig wäre es gewesen, wenn Uderzo für jeden dieser Einfälle von Obelix ein paar gescheuert bekommen hätte.

Mittlerweile liegt “Das goldene Buch“ auch als Abschlussband der optimal aufgemachten großformatigen ultimativen Asterix-Edition vor.

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Asterix: Gallien in Gefahr – Ultimative Edition

Wie zuvor bereits bei “Asterix und Latraviata“ hatte es wieder 4 1/2 Jahre gedauert, bis Uderzo 2005 ein neues Abenteuer mit den unbeugsamen Galliern fertig gestellt hatte.

Asterix: Gallien in Gefahr

Mit Entsetzten war in Comic-Insiderkreise trotz aller Geheimhaltung schon vorab zu vernehmen, dass Gallien diesmal von Außerirdischen bedroht werden sollte. Ganz im Gegensatz zu Goscinny hatte Albert Uderzo in seinen selbst getexteten “Asterix“-Alben nie so recht verstanden wie viel Fantasy-Elemente über den Zaubertrank hinaus die Saga verkraftet. Am weitesten ging er (vor “Gallien in Gefahr“) in “Obelix auf Kreuzfahrt“. Hier landen die Gallier in Atlantis und treffen auf kitschig gezeichnete Kinder, die Zentaurenkörper haben oder auf Kühen durch die Luft schweben.

Asterix: Gallien in Gefahr

In „Gallien in Gefahr“ trieb es Uderzo noch eine Spur doller und lässt einen lila Alien im Micky-Maus-Look begleitet von Schwarzenegger-Klonen in Superman-Kostümen in Gallien landen. Anscheinend interessiert der Zaubertrank von Miraculix das ganze Universum. Es kommt zu zahlreichen actionreichen Verwicklungen aber zu kaum einem gelungenen Gag. Da ist schon zu verstehen, dass im Vorfelde selbst auf einer pompösen Präsentation in Brüssel totale Funkstille über den Inhalt des neuen Asterix-Alben herrschte.

Asterix: Gallien in Gefahr
Der einzige gute Gag im ganzen Album.

Es ist völlig unverständlich, warum Uderzo, dessen Comics ja ohnehin vollautomatisch die Bestsellerlisten stürmen, unbedingt und völlig unpassend Manga- und Superhelden-Versatzstücke bei “Asterix“ platziert. Eine Anbiederung bei den Fans von japanischen Comics oder US-Heften hat gerade er nicht nötig. Eine Erklärung wären vielleicht, dass die pseudo-pompöse Geschichte es Uderzo erlaubt extrem großformatige Panels von Raumschiffen einzusetzen, die sich leichter und schneller zeichnen lassen als die kleinen Wimmelbilder mit der Dorfgemeinschaft. Doch dabei sind es doch gerade diese liebenswerten und streitsüchtigen Dickköpfe, die das Salz in der “Asterix“-Suppe sind.

Asterix: Gallien in Gefahr

Mittlerweile liegt “Gallien in Gefahr auch als großformatige “Ultimative Edition“ vor. Die Buchrücken dieser Hardcover-Bände sind mit einem durchgehenden Motiv bedruckt, auf dem das gallische Dorf zu sehen ist. Dieses verlängert sich durch “Gallien in Gefahr“ um einen knappen Zentimeter, was der Hauptgrund für die Anschaffung dieses Bandes sein dürfte.

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