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Batman: Knightfall

Die von Eaglemoss in Zusammenarbeit mit Panini veröffentlichte Batman Graphic Novel Collection präsentiert seit Anfang 2019 alle zwei Wochen Bände mit Comic-Highlights. Darunter befinden sich Meilensteine wie Dark Victory, Joker, die von Neal Adams gezeichneten Batman-Storys und natürlich Frank Millers Die Rückkehr des Dunklen Ritters.

Batman: Knightfall

Die  Buchrücken der Hardcover-Bände fügen sich zu einem ständig breiter werdenden Panorama-Bild zusammen. Der nicht erst seit gestern seiner Leidenschaft frönende Batman-Fan hat jedoch viele der in dieser Form veröffentlichten Comics bereits als (noch) schöner aufgemachte Editionen in seinem Regal stehen.

Batman: Knightfall

Doch bei der sich über vier Bände erstreckenden Veröffentlichung der ebenso epischen wie einflussreichen Storyline Knightfall haben sich die Herausgeber der Batman Graphic Novel Collection besonderes viel Mühe gegeben.

Batman: Knightfall - Comic-Klassiker als Hörgenuss

Es ist wohl kaum gespoilert, wenn hier verraten wird, dass Knightfall darin gipfelte, dass der bullige Bane den durch zahlreiche Auseinandersetzungen mit der Schurkenwelt Gothams geschwächten Batman das Rückgrat brach. Dieser klassische Moment ereignete sich 1993 – ein Jahr nach dem Tod von Superman – im Heft 497 der regulären Batman-Serie und beeinflusste sowohl Christopher Nolans Kinofilm The Dark Knight Rises als auch Sean Murphys Der Fluch des Weißen Ritters.

Batman: Knightfall

Doch die Geschichte wurde von engagierten Autoren wie Dennis O’Neil, Doug Moench und Chuck Dixon sorgfältig vorbereitet. Batmans Gegenspieler Bane hatte kurz zuvor seinen ersten Auftritt in dem 64-seitigen Special The Vengeance of Bane. Hier wird die tragische Geschichte eines kleinen Jungen erzählt, der als Sohn eines Revolutionärs in dem Inselstaat Santa Prisca lebenslänglich eingesperrt wird. Um in der brutalen Gefängniswelt zu überleben, entwickelt er übermenschliche Kräfte und große Gewaltbereitschaft.

Batman: Knightfall

Doch Bane schult auch seinen Intellekt und liest pro Tag mehrere Bücher. Dadurch und durch Erzählungen seiner Zellengenossen erfährt er von Batman. Zwar fand Graham Nolan beeindruckende Bilder für diese Geschichte, doch Chuck Dixon tat sich etwas schwer damit Banes Besessenheit zu erklären. Er formulierte: “Was war es, was diese radikale Veränderung in ihm hervorrief. Als er von Batman hörte? Er erfüllte sein ganzes Denken und seine schlimmsten Träume und wurde zu seiner Obsession…“

Batman: Knightfall

Gemeinsam mit einigen Gefährten gelingt es Bane dem Hochsicherheitsknast zu entfliehen. In Gotham studiert er Batman genau und ist überrascht, als er herausfindet, dass dieser es bei seinen Einsätzen vermeidet zu töten. Bane entwickelt einen teuflischen Plan und befreit dazu alle Insassen von Arkham Asylum. Nachdem der ohnehin unter Burn-out leidende Batman vom Kampf gegen die gefährlichen Kriminellen geschwächt ist, greift Bane an…

Batman: Knightfall

Unter dem Titel Knightfall: Der Sturz des Dunklen Ritters – Prolog enthält Band 39 der Batman Graphic Novel Collection nicht nur The Vengeance of Bane, sondern auch noch die vierteilige Miniserie Sword of Azrael, die die Vorgeschichte vom Jean Paul Valley erzählt. Dieser trat  als mysteriöser Racheengel Azrael das Erbe seines Vaters an. Nach der Lähmung Batmans übernimmt Azrael dessen Aufgabe und herrscht mit brutaler Gewalt über Gotham City.

Batman: Knightfall

Band 40 der Batman Graphic Novel Collection enthält mit Batman # 491 das erste Heft der regulären Knightfall-Reihe. Doch auch hier kommt mit drei zuvor erschienenen DC-Hefte die zum besseren Verständnis der Saga nötige Vorgeschichte zum Abdruck.

Batman: Knightfall

Ein unverzichtbarer Bestandteil  von Knightfall  sind die eine bedrohliche Atmoshäre schaffenden Titelbilder von Kelley Jones, die ebenfalls in der Batman Graphic Novel Collection enthalten sind.

Batman: Knightfall

Band 42 der Batman Graphic Novel Collection enthält den Abschluss der Knightfall-Saga. Es bleibt zu hoffen, dass in derselben Form auch die Fortsetzungen Knightquest und Knightend veröffentlicht werden.

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Batman: Die Pforten von Gotham

Auf drei Brücken in Gotham City wird gleichzeitig ein Bombenanschlag verübt. Zunächst können Batman (Dick Grayson) und seine Helfer Red Robin (Tim Wayne), Blackbat (Cassandra Cain) und Robin (Damian Wayne) zwischen den Brücken keinen Zusammenhang herstellen. Aber als sie herausfinden, wie die Brücken früher hießen und wer ihre Erbauer waren, sehen sie klarer.

Batman: Die Pforten von Gotham

Die Brücken wurden vor ca. 130 Jahren von drei Männern in Auftrag gegeben und leiteten den wirtschaftlichen Aufschwung von Gotham City ein: Die drei Männer waren der Industrielle Alan Wayne, der Bürgermeister Theodore Cobblepot und der Zeitungsverleger Edward Elliot. Bekannte Namen also, deren Nachkommen auch heute noch das Batman-Universum maßgeblich beeinflussen!

Batman: Die Pforten von Gotham

In vielen Rückblicken schildern die Autoren spannend die geschäftlichen Verbindungen der drei gleichen Partner und den Aufstieg und Wandel von Gotham City zur Weltmetropole. Maßgeblich an den Prachtbauten und Wolkenkratzern waren auch die beiden begnadeten Architekten, die die kühnen Pläne der Geldgeber in Stahl realisierten. Der Wortsinn der Namen der beiden Architekten-Brüder geht bei der Eindeutschung des Titels verloren: Sie heißen Bradley Gate und Nicholas Gate – sie sind die Gates von Gotham.

Batman: Die Pforten von Gotham

Ihr Schicksal ist leider weniger erfreulich und ihr dunkles Geheimnis ist Ursache für die bedrohlichen Verwerfungen von Gotham City. Wer sich wundert, dass hier Dick Grayson im Batman-Kostüm steckt: Die Story spielt kurz nach FINAL CRISIS, also zu einem Zeitpunkt, wo Bruce scheinbar starb und im Zeitstrudel verloren ging. Den Autoren – allen voran Scott Snyder – gelingt eine packende Szenerie, die in sich schlüssig ist.

Batman: Die Pforten von Gotham

Zuvor hatte Snyder mit Batman erste Erfahrungen in DETECTIVE COMICS #871 bis #881 (Januar bis Oktober 2011; Der schwarze Spiegel) gesammelt. Hier wusste er zu überzeugen. Es folgt dann eben diese Miniserie und danach prägte er für lange Zeit das Erscheinungsbild des Mitternachtsdetektiven in der monatlichen Batman-Serie, beginnend mit einer neuen Nummer #1 in DC-Rebirth.

Batman: Die Pforten von Gotham

Die Zeichnungen der Rückblicke sind im Steam-Punk-Stil gestaltet und verleihen der Story die perfekte Atmosphäre. Generell sind die Zeichnungen klar und scharf – die Farbgebung überaus gelungen.

Norbert Elbers

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Batman: Bane der Eroberer

Im Januar 1993 brachten uns Chuck Dixon und Graham Nolan (zusammen mit Denny O’Neil) Bane. Einen Monat vorher hatte Doomsday in den Superman-Comics das Licht der Welt erblickt. Es war die Zeit von großen Veränderungen. Noch ahnte niemand, wofür diese beiden neuen Superschurken aus der Retorte im Stande waren und worin ihre Ankunft gipfeln würde. Nämlich im Tod für Superman und dessen temporäre Ersetzung durch andere, die behaupteten Superman zu sein und für Batman war nach dem gebrochenen Rücken während Knightfall Schluss mit dem Fledermauskostüm und Azrael ersetzte ihn.

Batman: Bane der Eroberer

Diese beiden Widersacher stehen für eine lange Zeit der Substitution altbekannter Superheldenikonen durch neue Inkarnationen, die als Reaktion auf die damalige Zeit eben härter und brutaler zu Gange waren. Stichwort Image Comics (Spawn etc.). Diese beiden Schurken stehen also für eine ganz wichtige Zeitspanne in der Superheldenhistorie. Immer wieder werden sie mal wieder rausgekramt, wenn man zeigen möchte, wozu sie fähig sind. So auch diesmal.

Batman: Bane der Eroberer

Chuck Dixon und Graham Nolan bringen uns eine Story, die in der augenblicklichen DC-Continuity (DC Rebirth) angesiedelt ist, aber ganz den alten Charme und Look der 90er Jahre des letzten Jahrtausends hat. Wer comicmäßig zu dieser Zeit sozialisiert wurde, darf sich dieses Wiedersehen nicht entgehen lassen. Wer neu ist, der hat die Chance ein wichtiges Stück Zeitgeschichte zu schnuppern.

Batman: Bane der Eroberer

Bane und sein Trio Bird, Zombie und Trogg erfahren von kriminellen Machenschaften, die sich gegen Gotham City richten. Und da Bane Gotham als seine Stadt ansieht, kann er das nicht so einfach zulassen. Ein Frachter will nukleare Sprengköpfe und anderes Kriegsmaterial in die Stadt bringen. Beim Kampf mit den Söldnern wird er gefangen genommen und landet in einem Hochsicherheitsgefängnis. Zu seiner Verwunderung trifft er dort auf Bruce Wayne, der ebenfalls sich mit dem Syndikat angelegt hat und im selben Gefängnis landete. Um zu entkommen legen sie ihre Fehde beiseite.

Batman: Bane der Eroberer

Bane und seinen Kumpanen versuchen das weltweit operierende Verbrecherimperium zu übernehmen. Dixon zieht in gewohnter Manier all seine Register seines Könnens und orchestriert ein Wiedersehen mit vielen alten Charakteren, die er vor vielen Jahren selbst erfunden hat (und seitdem von anderen Autoren kaum benutzt wurden), u.a. Gunhawk und Pistolera. Ebenso gibt es eine Rückkehr anderer Figuren – so KGBeast, King Faraday und dem Kobra Kult.

Batman: Bane der Eroberer

Nolan hat von seinem Können nichts eingebüßt und der old school look seiner Zeichnungen hat von seiner Wucht nichts eingebüßt. Noch ganz interessant ist, dass Banes Teddybär auch wieder eine wichtige Rolle hier spielt. Er hatte – genauso wie Bane selbst – in Batman: The Vengeance of Bane (Januar 1993) seinen ersten Auftritt und hieß hier Osoito. Nun heißt er Osito – das ist Spanisch und bedeutet „Kleiner Bär“. Warum er damals mit „o“ noch geschrieben wurde lag vielleicht an Dixons mangelnden Spanischen Sprachkenntnissen – oder wurde nachträglich geändert, weil es besser passt?

Norbert Elbers

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