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Drei Männer im Schnee

Geheimrat Schlüter, der sich nicht mehr um seine “gesammelten“ Schlüter-Werke kümmernde Millionär, nimmt unter falschem Namen an einem Preisausschreiben seines eigenen Konzerns teil. Prompt gewinnt er den 2. Preis und tritt die gewonnene Reise auch noch an. Schlüter tarnt sich als armer Schlucker Schulze, während er unauffällig von seinem Butler Johann begleitet wird, der sich natürlich als Baron ausgibt. Damit man Schlüter nicht allzu übel mitspielt, verrät seine Tochter den Plan an die Hoteldirektion. Doch die erwischt natürlich prompt den falschen falschen Millionär und hofiert den wirklich armen Dr. Hagedorn, der damit zweimal den ersten Preis gewonnen hat.

Drei Männer im Schnee

Erich Kästner durfte im Dritten Reich nicht veröffentlichen, zumindest nicht unter seinem richtigen Namen. Unter dem Pseudonym Gottfried August Bürger verfasste er das Drehbuch vom Hans-Albers-Film Münchhausen und als Robert Neuner schrieb er das Theaterstück Das lebenslängliche Kind, das in der Romanversion den Titel Drei Männer im Schnee erhielt. Bereits 1938 entstand nach dieser Vorlage ein Hollywood namens Paradies for Three und in einer ziemlich unsäglichen bundesdeutschen Verfilmung von 1974 waren Klaus Schwarzkopf, Thomas Fritsch und Roberto Blanco (!) die Drei Männer im Schnee.

Drei Männer im Schnee

Die definitive Version dieses Stoffes drehte – genau wie ein Jahr zuvor zu Kästners Das fliegende Klassenzimmer – jedoch der deutsche Meister der subtile Filmkomödie Kurt Hoffmann (Ich denke oft an Piroschka, Wir Wunderkinder). Dieser liebenswerte schwarzweiße Filmklassiker mit Dialogen voller Wortwitz sowie dem ideal besetzten Trio Paul Dahlke, Claus Biederstaedt und Günther Lüders stand schon lange auf der Wunschliste vieler DVD-Freunde, während die Videokassette zu Höchstpreisen gehandelt wurde. Doch 2010 folgte ein Doppelschlag und die Drei Männer im Schnee erscheinen nicht nur auf DVD sondern sogar gleich auch noch auf Blu-ray. Die Scheibe ist zwar alles andere als zu Tode restauriert und ohne Bonusmaterial, aber immerhin existiert sie und der Film sieht besser aus denn je.

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Große Freiheit Nr. 7

Der blonde Hannes Kröger war einst auf allen Meeren zuhause, doch jetzt sorgt er für Stimmung im Hippodrom auf der Großen Freiheit im Hamburger Rotlichviertel auf St. Pauli. Als er dort auf seine Matrosenkumpels Fiete und Jens von der Padua trifft, macht sich bei ihm Fernweh breit. Doch gleichzeitig trifft Hannes die junge Gisa, mit der er ein bürgerliches Leben plant. Doch Gisa fühlt sich zum deutlich jüngeren Werftarbeiter Willem hingezogen…

Große Freiheit Nr. 7

Helmut Käutner (Unter den Brücken, Des Teufels General) wollte den Film zunächst nur Große Freiheit nennen, doch dies passte den Nazis nicht. Ansonsten machte Käutner keine Zugeständnisse und ließ 1943 den Hamburger Hafen so einnebeln, dass keine Hakenkreuzfahne zu sehen war. Die Innenaufnahmen entstanden nicht in der zerbombten Hansestadt, sondern zunächst in Berlin und später musste die Produktion auch noch nach Prag umziehen. Dort erlebte der von Goebbels als zu düster befundene Film am 15. Dezember 1944 seine Premiere. In Deutschland wurde Große Freiheit Nr. 7 erst nach Kriegsende am 6. September 1945 gezeigt.

Große Freiheit Nr. 7

Hans Albers hatte zuvor zwar schon gelungene Auftritte in Filmen wie Wasser für Canitoga oder Der Mann, der Sherlock Holmes war, doch unsterblichen Ruhm erlangte er dank seiner tragisch gebrochenen Darstellung des Hannes Kröger. Es ist unendlich rührend, wie er sich vorsichtig um die junge Gisa (war nie besser: Ilse Werner) bemüht, während seine in grandiosen Farbaufnahmen eingefangenen Interpretationen von Liedern wie La Paloma oder Auf der Reeperbahn nachts um halb eins für immer ein Teil der Hamburger Folklore sein werden.

Große Freiheit Nr. 7
Erst 2019 wurde der Film in zufriedenstellender Qualität auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Werner Krien, der zuvor bereits Kameramann beim Hans-Albers-Farbfilm Münchhausen war, gelangen gedämpft bunte Bilder vom Nachtleben auf St. Pauli und von einem sehr zivil anmutenden Hamburg. Die neue Restaurierung der Murnau-Stiftung präsentiert den Film zwar nicht ganz ohne Verschmutzungen im Bild, doch Käutners grandiose Farbdramaturgie dieses wohl besten deutschen Films der Nazizeit beeindruckte noch nie so sehr, wie in dieser neuen Fassung.

Große Freiheit Nr. 7

Extras der Blu-ray: 16-seitiges Booklet mit interessanten Texten von Olaf Müller und Anke Wilkening, Trailer von circa 1945 (3:30 min), Als Split Screen gibt es drei kurze Szenen in zwei verschiedenen Versionen zum Vergleichen von Inlands- und Exportfassung zu sehen (insgesamt 4:01 min)

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