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Stan & Ollie

Nachdem Stan Laurel und Oliver Hardy Anfang der 50er-Jahre in Europa ihren letzten (katastrophal schlechten) letzten Film Atoll K drehten, war noch lange nicht Schluss mit der Karriere des begnadeten Comic-Duos. So traten sie 1953 in den Music Halls von englischen Kleinstädten vor teilweise nur sehr wenig Publikum auf. Diese eher unbekannte Phase im Leben von Stan und Ollie steht im Mittelpunkt einer faszinierenden Filmbiografie.

Stan & Ollie

Regisseur Jon S. Baird (Drecksau) zeigt am Anfang von Stan & Ollie kurz wie das Duo 1937 bei den Dreharbeiten von Zwei ritten nach Texas (Way Out West) auf dem Höhepunkt seines Ruhms stand. Es wird klar, dass Laurel sehr viel ehrgeiziger als Hardy ist und vom Produzenten Hal Roach verlangt, mehr Kontrolle über die Filme zu bekommen. Dies führte zeitweise zur Trennung und Laurel nahm es Hardy übel, dass dieser auch Filme ohne ihn drehte.

Stan & Ollie

Stan & Ollie erzählt auch davon, wie Laurel und Hardy während ihrer England-Tour alte Konflikte austragen, doch sich bei ihren Bühnenauftritten auch immer wieder zusammenreißen und feststellen, dass sie nur zusammen gut funktionieren. Der sorgfältig gestaltete und menschlich sehr anrührende Film hätte ohne seine großartige Besetzung nicht funktioniert.

Stan & Ollie

Der Brite Steve Coogan (Nachts im Museum, In 80 Tagen um die Welt) überzeugt dezent geschminkt als Stan Laurel, während John C. Reilly (Der Gott des Gemetzels) jedem Tag ein neuer Fatsuit zur Verfügung stand, der auch noch mit Gewichten versehen wurde, damit er ganz in der Rolle aufging. Dem Drehbuchautor Jeff Pope gelang es einige Glanznummern von Laurel & Hardy in die Handlung zu integrieren, die Coogan und C. Reilly brillant interpretiert haben.

Stan & Ollie

Die Blu-ray von Capelight Pictures enthält neben dem 98-minütigen Hauptfilm noch dieses Bonusmaterial: „Laurel und Hardy: Der zermürbende Klaviertransport“ (1932, 24:37 min) in Deutsch aus der Serie Dick und Doof“; Ausschnitt aus “Lachen Sie mit Stan und Ollie“ mit Theo Lingen (4:25 min), Interviews mit Regisseur Jon S. Baird (5:03 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln); Shirley Henderson (5:56 min); Steve Coogan und John C. Reilly (5:49 min); Featurettes „Die Prothesen“ (3:06 min) und „Die Beziehung“ (3:21 min); Deutscher Kinotrailer (2:17 min)

Stan & Ollie

Außerdem gibt es “Stan & Ollie“ noch als 3-Disc Limited Collector’s Mediabook. Die schöne Buchedition mit 24 Seiten Infos enthält den Film auf DVD und Blu-ray mit den selben Extras wie bei den Einzel-Editionen. Hinzu kommt noch eine Blu-ray mit der hervorragenden Dokumentation “Laurel and Hardy: Die komische Lebensgeschichte von “Dick & Doof“ (Their Lives and Magic)“ von Andreas Baum. Dieser Film entstand 2011 für ZDF und Arte, die Blu-ray enthält den Director`s Cut (102:43 min)

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Laurel & Hardy: Pardon us

Stan Laurel und Oliver Hardy versuchen sich während der Prohibitionszeit als Bierbrauer und landen sofort im Knast. Mit schwarz gefärbten Gesichtern gelingt es ihnen sich eine Weile unter den Baumwollpflückern zu verstecken. Dies ist auch für Ollie ein willkommener Anlass eine Probe seines bemerkenswerten Gesangstalents abzuliefern, während Stan ein Tänzchen riskiert. Doch schon recht bald werden unsere Freunde enttarnt und landen mitten in eine Gefängnisrevolte.

Laurel & Hardy: Pardon us

Bei Pardon us handelt es sich um den ersten abendfüllenden Spielfilm mit Laurel und Hardy von 1931. Bemerkenswerterweise enthält diese DVD, die in bildtechnisch verbesserter Neuauflage vorliegt, auch noch eine längere Fassung des Langfilms. Produzent Hal Roach ließ hieraus jedoch genau, genau wie bei den meisten Kurzfilmen mit Laurel und Hardy, nach einigen Testvorführungen, etliche Szenen entfernen, weil sie nicht funktionierten. Tatsächlich ist hier die kürzere Kinofassung auch tatsächlich die deutlich bessere Version des Film.

Laurel & Hardy: Pardon us

Weiterhin ist noch bemerkenswert, dass Anfang der dreißiger Jahre Kinofilme nicht synchronisiert wurden, sondern in den selben Kulissen entstanden gleichzeitig fremdsprachige Versionen. Hierbei wurde entweder wie bei Dracula eine komplett andere Besetzung verwendet, oder die Darsteller wurden dazu verdonnert ihre Dialoge phonetisch zu lernen oder von entsprechenden Tafeln abzulesen. Dies war bei Laurel & Hardy beim Langfilm Pardon us und 10 Kurzfilmen der Fall. In Dänemark wurde immerhin ein Trailer zu Pardon us gefunden, der als unschätzbares Schätzchen auf dieser DVD enthalten ist. Mittlerweile ist auch ein fast kompletter Kurzfilm (Spuk um Mitternacht / The Laurel and Hardy Murder Case & Berth Marks) aufgetaucht in dem Stan & Ollie unsynchronisiert deutsch reden.

Laurel & Hardy: Pardon us

Extras der DVD: Restaurierte Langfassung „Pardon Us“ (68 min) in Originalfassung, wahlweise mit deutschen Untertiteln; Anmoderation mit Theo Lingen (4:21 min); Alternatives Ende – aus der spanischen Version entnommen (8:12 min), ohne Untertitel;  Galerie mit 18 Fotos; Stummfilmkomödien: „The Second Hundred Years“ (Regie: Fred L. Guiol, USA 1927, 21 min) und „Eve’s Love Letters“ (Regie Leo McCarey, USA 1929, Solofilm mit Stan Laurel, 21 min); Wiederentdeckter Trailer zu “Pardon Us“ in dem Laurel & Hardy selbst deutsch sprechen (4:21 min); Infos als Textdateien u. a. über die deutschen Synchronfassungen von Norbert Aping (Die Dick und Doof Filme) können über den PC aufgerufen werden.

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Laurel & Hardy: Bonnie Scotland

Mr. MacLaurel und sein Gefährte Mr. Hardy reisen nach Schottland, um das gewaltige MacLaurel-Erbe anzutreten. Doch das erhoffte Vermögen entpuppt sich als eine Tabakdose und ein Dudelsack. Plötzlich stehen die beiden ohne einen Cent da. Sie mustern als Rekruten in der Armee an und werden in Indien stationiert. Sie bringen das gesamte Marschregiment aus dem Tritt, verwandeln ihre Putzkolonne in einen charmanten Stepptanz, überwältigen die Palastwache eines blutrünstigen Regenten mit äußerst ungewöhnlichen Waffen und sorgen nebenbei dafür, dass eine holde Maid die Liebe ihres Lebens findet.

Laurel & Hardy: Bonnie Scotland

Mit diesem Film begann 1935 für Stan Laurel und Oliver Hardy der Anfang vom Ende. Sie drehten künftig keine Kurzfilme mehr, sondern nur noch Spielfilme, die meist durch überflüssige Nebenhandlungen wie langweilige Liebesgeschichten auf die entsprechende Spieldauer gestreckt wurden. Wir sind vom schottischen Infanterieregiment beginnt in Schottland noch recht vielversprechend mit einigen hübschen Laurel & Hardy-Momente. Nachdem die Handlung (und unsere beiden Helden) dann jedoch nach Indien verlegt wurden, geht es eher vorhersehbar weiter. Unter den Filmen, die das Duo für den Produzenten Hal Roach drehte, ist Wir sind vom schottischen Infanterieregiment ganz gewiss nicht das Highlight, sondern eher solides Mittelfeld.

Laurel & Hardy: Bonnie Scotland

Nachdem zuvor schon etliche Laurel & Hardy – Filme bei Kinowelt auf DVD erschienen sind, legt Warner den Film (gemeinsam mit Fra Diavolo) in sehr guter Bildqualität nach. Bei der deutschen Synchronisation wurde auf eine Fassung von 1966 zurückgegriffen, die insgesamt recht gelungen ist. Erstmals wird Ollie hier recht ansprechend von Gerd Duwner (Ernie aus der Sesamstraße) synchronisiert. Als Stan Laurel ist anstelle des unvergleichlichen Walter Blums lediglich Jürgen Thormann zu hören ist, der ansonsten die deutsche Stimme von Jerry Lewis ist. Leider wurde es versäumt alternativ die etwas sterile Tonfassung aus der Theo Lingen-TV-Serie Lachen Sie mit Stan & Ollie (in der Blum zu hören ist) mit auf die DVD zu packen. Dafür gibt als Bonus einige rare Filmschnipsel mit Laurel und Hardy zu sehen.

Laurel & Hardy: Bonnie Scotland

Extras der DVD: Audiokommentar von Laurel & Hardy Experten Richard W. Bann und Leonard Maltin, ohne Untertitel; Ein Ausschnitt aus „The Hollywood Revue of 1929“ (6:23 min), Zwei Ausschnitte aus „Hollywood Party“ von 1934 (4:12 min + 4:43 min), US-Kinotrailer (2:23 min)

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Tumak, der Herr des Urwalds

Bereits 1927 drehte der Produzent Hal Roach mit Stan Laurel und Oliver Hardy einen Kurzfilm namens “Flying Elephants“, der in der Steinzeit spielte. 13 Jahre später kehrte Roach in diese Zeitepoche zurück und inszenierte zusammen mit seinem Sohn den Film “One Million B. C.“ über Menschen in Fellklamotten, der eigentlich ernst gemeint war.

Tumak, der Herr des Urwalds

Doch bereits der Prolog ist einigermaßen komisch. Hier sucht eine mit Lederhosen und Sepplhüten bekleidet Reisegruppe auf einer Bergtour in einer Höhle Unterschlupf und trifft dort auf einen zauseligen Wissenschaftler, der sofort zu einem Vortrag über das Leben in der Urzeit ansetzt.

Tumak, der Herr des Urwalds

Wenn dann von einer Horde Steinzeitmenschen erzählt wird, die sich nicht nur mit als Mammuts verkleideten Elefanten, sondern auch noch mit ins riesenhafte vergrößerten Eidechsen herumschlagen muss, dürfte kaum ein Auge trocken bleiben.

Tumak, der Herr des Urwalds

Einer der Höhepunkte ist, wenn der hünenhafte Darsteller Victor Mature (“Faustrecht der Prärie“) in seiner zweiten Kinorolle als Tumak im Faustkampf gegen einen gleichgroßen Mann antritt, der in einen T-Rex-Kostüm steckt.

Tumak, der Herr des Urwalds

Etwas weniger witzig ist die Unbekümmertheit mit der hier Eidechsen und Krokodilen nicht nur Hörner und Knochenkämme angeklebt werden, sondern diese angezündet, unter Felslawinen begraben und (höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Elektroschocks) aufeinander losgelassen werden. Zwanzig Jahre später setzte Irwin Allen die selbe „Technik“ bei seiner Verfilmung von Sir Arthur Conan Doyles Roman “The Lost World“ ein.

Tumak, der Herr des Urwalds

1966 drehten die legendären britischen Hammer Studios ein Remake von “One Million B. C.“ (Deutscher Titel. “Eine Million Jahre vor unserer Zeit“) in dem es Raquel Welch als Steinzeit-Schönheit mit Dinosauriern zu tun bekam, die liebevoll von Ray Harryhausen in Stop-Motion-Technik auf die Leinwand gezaubert wurden.

Tumak, der Herr des Urwalds

Der Film von 1940 entstand zunächst unter der Regie von Filmpionier D. W. Griffith (“The Birth of a Nation“), doch dieser wurde während der Dreharbeiten von den beiden Roachs abgelöst. Die Spezialeffekte wurden nicht nur für den Oscar nominiert, sondern fanden noch bis in die 60er Jahre hinein Verwendung in zahlreichen Billigfilmen, wofür sie teilweise sogar eingefärbt wurden.

Tumak, der Herr des Urwalds

Die DVD von Alive enthält den schwarzweißen Film in mittelprächtiger Qualität, das Bild ist oft etwas düster, Extras gibt es keine.

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