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Batman: Das lange Halloween

Der Mafiaboss Carmine ”Der Römer” Falcone regiert Gotham City mit eiserner Hand. Um unredlich verdientes Geld zu waschen, versucht er den Einfluss auf die Gotham City Bank zu verstärken. Deren Präsident Richard Daniel sieht die Geschäftsverbindung zu dem Falcone-Clan (mit Hilfe von finanziellen Zuwendungen) durchaus positiv, aber auf Druck von Batman verlässt er die Bank und lebt nicht mehr lang – erschossen von Johnny Viti, dem Neffen des Römers. Der Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent will Carmine Falcone zur Strecke bringen. Wie besessen investiert er jede freie Minute in dieses Ziel; ein Umstand, unter dem seine Ehe mit Gilda leidet – zumal diese sich nach Ruhe und einer Familie sehnt.

Batman: Das lange Halloween

An Halloween wird Johnny Viti in seiner eigenen Badewanne ermordet. Der Täter hinterlässt am Tatort eine Kürbislaterne und die Tatwaffe. Diese ist eine 22-er und ein Babynuckel wurde als Schalldämpfer eingesetzt. An Thanksgiving wird eine Gang von irischen Auftragskillern ermordet, die kurz zuvor versucht hatten, die Dents zu ermorden; Gilda überlebt schwer verletzt. Schon bald wird der Mörder nur noch Holiday genannt – da er nur an Feiertagen zuschlägt. Der Calendar Man gerät so unter Verdacht – er sitzt aber im Arkham Asylum ein. Das Jahr schreitet voran und mit jedem Monat steigt die Zahl der Opfer – aber auch die der Verdächtigen. Die drei ungleichen Freunde (Gordon, Dent und Batman) – vereint in der Jagd nach dem Mafiaboss Falcone und dem Holiday-Täter – merken gar nicht, wie hoch der Preis wird.

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In der Silvesternacht plant der Joker sein tödliches Gas über Gotham City mit einem Flugzeug zu versprühen – in der Hoffnung dadurch ebenfalls den Holiday-Killer zu treffen. Sterben wird aber nur Alberto Falcone, der Sohn von Carmine – auf der Yacht, auf der alle zusammen das Neujahrsfest feiern.

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“Das lange Halloween“ ist zeitlich angeordnet kurz nach den Ereignissen von Frank Millers “Batman: Year One“. Miller führte hier den Charakter Carmine Falcone ein – Loeb übernimmt und erzählt dessen Familiengeschichte. Die Zeit der kriminellen Gangs und Familienclans neigt sich dem Ende und psychopathische Kriminelle übernehmen die Herrschaft in Gotham City. Beim Gang durch das Arkham Asylum bemerkt Gordon gegenüber Batman: “Seit Du in Gotham City bist, werden die Zellen hier immer voller!“

Batman: Das lange Halloween
Cover der limitierten Ausgabe

Die Liste der Verdächtigen für Holiday ist lang – neben den diversen Mitgliedern der Verbrecherfamilien geraten selbst Selina Kyle und Bruce Wayne in Verdacht. Welches Interesse genau Selina an Carmine Falcone hat? Hier wird es nicht ganz geklärt, sondern erst in der zweiten Fortsetzung („Catwoman: When in Rome“).

Batman: Das lange Halloween

Dieses Werk ist eins der Comics, die Christopher Nolan beeinflusst haben, bei seinen Batman-Filmen. Wer die beiden Filme kennt, dem wird es nicht schwer fallen, die vielen Passagen hier zu entdecken, die als Vorlage in den Filmen gedient haben: Zum Beispiel die Szene auf dem Dach des Polizeihauptquartiers zwischen Batman, Commissioner James Gordon und Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent. Und als Batman plötzlich nicht mehr da ist sagt Gordon zu Dent sowohl im Film als auch im Comic: “Das macht er so.“. Auch den Satz “Ich glaube an Harvey Dent“ – gesprochen von Bruce Wayne – findet man hier wie da.

Batman: Das lange Halloween

Loeb versteht es, die verschiedenen Beweggründe in der Verfolgung ihrer jeweiligen Interessen der handelnden Figuren plausibel darzulegen. Er entwickelt einen komplexen Mystery-Krimi zum Mitfiebern und Mitraten. Die visuelle Umsetzung durch Sale kann nur als äußerst gelungen bezeichnet werden: Voller Poesie, Ausdrucksstärke, Anmut aber auch Kraft verleiht er den Figuren Aussehen und Leben.

Batman: Das lange Halloween

Soviel sei aber verraten: Wer genau sich hinter dem Holiday-Killer verbirgt, ist auch nach dem Lesen nicht ganz eindeutig: Ein Jahr (von Halloween bis Halloween) wird dreizehn Mal ein Mord begangen – aber der Täter ist nicht immer derselbe! Viele unerwartete Wendungen lassen es spannend bleiben bis zum Schluss!

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Band 1 der Ehapa-Ausgabe

In sieben Alben (Juni 1999 bis September 2000 für damals stolze 72,65 DM!) erschien “Batman: Das lange Halloween“ bei Ehapa – seinerzeit nicht mit den Original-Covern, dafür aber mit diversen Druckfehlern. Diese Neuauflage in neuer Übersetzung ist also eine sehr gute Gelegenheit, diese spannende Geschichte noch einmal zu lesen, bzw. jetzt zuzugreifen und sie zum ersten Male zu genießen.

Batman: Das lange Halloween

Aufgrund des damals überaus großen Erfolgs wurde von demselben Team Loeb/Sale die Geschichte fortgesetzt in “Batman: Dark Victory“ (auch bei Panini). Letzte, noch offene Handlungsstränge wurden – ebenso von Loeb/Sale – in dem dritten Teil „Catwoman: When in Rome“ aufgegriffen und fortgeführt (deutsch ebenfalls bei Panini).

Norbert Elbers


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Der Böse steht noch einmal auf…

Die Tatsache, dass Filme noch längst nicht zu Ende sind, wenn der Schurke oder das Monster mit kiloweise Blei oder Silberkugeln vollgepumpt wurden, ist allgemein bekannt und gab dem Buch “Der Böse steht noch einmal auf“ seinen Titel. Doch Christian Georg Salis hat noch zahlreiche weitere Klischees aus Hollywood-Filmen zusammengetragen, die oft sehr viel weniger offensichtlich sind.

Der Böse steht noch einmal auf.... und andere Klischees in Hollywood-Filmen
So ist ihm aufgefallen, dass es in Kinofilmen gar keine Einweg-Feuerzeuge gibt, weil man “Feuerzeuge immer mit einer lässigen Geste auf- und zuklappen muss“. Ferner wird es nie wirklich dunkel sondern nur bläulich, in billigen Hotels ist der blinkende Neonschriftzug aus allen Fenstern zu sehen und aus jeder Einkaufstüte aus Papier ragt oben ein Baguette heraus (bei einer zweiten Tüte ist zusätzlich noch Grünzeug zu sehen).

Der Böse steht noch einmal auf...

Alle diese Beobachtungen hat Salis fein säuberlich in Kapiteln wie “Gut und Böse“ (“Schurken hören genüsslich klassische Musik“) oder “Natur und Weltraum“ (“Hinter jedem Wasserfall befindet sich eine Höhle“) zusammengetragen und mit Beweisfotos aus diversen Hollywoodproduktionen garniert. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht und daher bietet diese mittlerweile in der dritten Auflage vorliegende Klischeeklopädie auch noch Raum zum niederschreiben von weiteren Klischees wie z. B.: “Der Zuschauer will es gar nicht anders.“

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