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The Phantom

The Phantom war nicht die einzige erfolgreiche Comicfigur, die Lee Falk (1911 – 1999) geschaffen hatte. Als der aus St. Louis in Illinois stammende 19-jährige Falk mit seinem Vater New York besuchte, schaute er auch bei einigen Verlagen vorbei. Er hatte einige Short Stories und Theaterstücke im Gepäck.

The Phantom

Anklang fand jedoch nur sein Comic-Strip Mandrake the Magician, von dem er Material für eine Laufzeit von zwei Wochen ganz alleine geschrieben und gezeichnet hatte. Die Legende will wissen, dass er zunächst einen vollen Tag im Vorzimmer von King Features, der führenden Firma für Zeitungs-Comics, gewartet hatte. Der zuständige Manager hatte Falk ganz einfach vergessen, führte ihn aber zum Ausgleich durchs New Yorker Nachtleben.

The Phantom

Falk war angemessen beeindruckt und sein Comic-Strip Mandrake stieß auf großes Interesse. Er machte trotzdem zunächst seinen College-Abschluss bevor die Serie schließlich ab 1934 erfolgreich in den Zeitungen erschien. Der Erfolg ermutigte Falk noch eine weitere Figur zu erschaffen. Auch hier zeichnete er das Stripmaterial für die ersten zwei Wochen eigenhändig. Am 17. Februar 1936, kurz vor Falks 25. Geburtstag – und lange vor Superman (1938)! – startete The Phantom. Zeichner war Ray Moore, der zuvor bei Mandrake assistiert hatte.

The Phantom

Lee Falk sollte auch ein erfolgreicher Theaterproduzent werden und das Phantom bis zu seinem Tode im Jahre 1999 texten, wobei er ausschließlich für die Zeitungs-Strips verantwortlich war, die weltweit erfolgreich liefen. In Comicheften hingegen konnte sich das Phantom, zumindest in den USA, im Gegensatz zu Batman und Superman. nie dauerhaft durchsetzen.

The Phantom

Zwar ist das Phantom, genau wie der kurz danach entstandene Batman, kein “wirklicher“ Superheld mit übernatürlichen Kräften, aber viele wichtige Zutaten des Genres waren bereits von Anfang an vorhanden. Bei dem aktuellen Phantom der Comics handelt es sich um den 20. Nachfahren des Ur-Phantoms, eines Schiffbrüchigen, der zuvor Schiffjunge bei Christop Columbus war.

Phantom

Nachdem sein Schiff 1525 von Piraten überfallen wurde, rächte er sich an den Seeräubern und vererbte einen Schwur an seine Nachkommen. Diese müssen nun immer einen Sohn zeugen und diesen auf seine spätere Aufgabe vorbereiten. Nach dem Tod des Vaters übernehmen sie desseb Position als Phantom. Hierdurch wirkt die Figur scheinbar unsterblich. Außerdem gibt es dadurch für Lee Falk immer mal wieder die Gelegenheit Geschichten von den Phantom-Vorfahren zu erzählen.

The Phantom

Das Phantom hat eine Geheimidentität als Kit Walker, ein farbenfrohes Kostüm mit quergestreifter “Unterhose“, die wie bei vielen Superhelden über dem violetten Trikotanzug getragen wird und einen beeindruckenden Schlupfwinkel. Die Totenkopfhöhle diente unzweifelhaft als Vorbild für die Bat-Höhle. Wichtig sind auch noch die Ringe des Phantoms, die dauerhafte Spuren hinterlassen. Der Totenkopf-Ring an der rechten Hand “markiert“ Bösewichter und der Ring mit P-Kreuz, an der näher am Herzen gelegenen linken Hand. macht Freunde kenntlich.

The Phantom

Genau wie später Bob Kane (bzw. sein Zeichner Bill Finger) bei Batman, zeichnete Ray Moore als er das Phantom entwarf, anstelle der hinter einer schwarzen Maske befindlichen Augen einfach schlichte weiße Schlitze. Der Zeichner Billy Lignant erregte Aufsehen dadurch, dass er richtige Augen zeichnete und prompt wirkte die Figur unecht.

The Phantom

1980 heiratete das 21. Phantom schließlich eine gewisse Diana Palmer, die kurz darauf Zwillinge (den Jungen Kit und das Mädchen Heloise) zur Welt brachte. Danach flachte das Interesse an der Figur etwas ab.

Phantom

1995 versuchte Marvel vergeblich eine Superhelden-Heftserie zu etablieren, nachdem DC bereits Ende der achtziger Jahre ebenfalls daran gescheitert war. In Deutschland veröffentlichte ab 1949 die Hamburger Morgenpost den täglichen Strip bis weit in die 80er-Jahre

Phantom

Von 1952 bis 1955 erschienen Phantom-Comichefte, in denen auch Geschichten mit Prinz Eisenherz, Blondie, Mandrake und Rip Kirby veröffentlicht wurden.

The Phantom

Nachdem 1974 der Kelter Verlag eine sehr lesenswerte Romanversion des Phantom-Mythos, die später bei Fischer innerhalb der Reihe Bibliothek der phantastischen Abenteuer noch einmal mit einem ziemlich idiotischen Cover neu aufgelegt wurde.

The Phantom

Von 1974 bis 1983 brachte der Bastei-Verlag 238 großformatige Comic-Hefte mit Lee Falks wandelnden Geist heraus.

The Phantom

Am erfolgreichsten ist die Figur jedoch nicht in den USA, sondern in Neuseeland,  Australien und als Fantomen in Skandinavien. In Schweden haben sogar die Zwillinge Kit und Heloise als Fantomen Kids eine eigene Serie!

Fantomen Kids

Außerdem gab es in Eskilstuna in der Nähe von Stockholm von 1986 bis 2009  innerhalb eines Tierparks namens Parken Zoo ein Fantomenland.

The Phantom

Die Filmografie des Phantoms ist eher dünn, aber nicht uninteressant. 1943 produzierte Columbia ein 15-teiliges Phantom-Serial. In der Titelrolle war ein gewisser Tom Tyler zu sehen, der zwei Jahre zuvor in einem Captain Marvel-Serial auftrat und bereits seit 1924 Actionfilme drehte.

The Phantom

Weiterhin ist vielleicht noch bemerkenswert, dass ein gewisser Frank Shannon mitspielte, der in allen drei Flash Gordon-Serials den Dr. Zarkoff verkörperte. Obwohl der Regisseur “Breesy“ Reeves Eason eigentlich ein Händchen für Action-Szenen hat – er inszenierte 1926 das Wagenrennen in der ersten Ben Hur-Verfilmung und den Brand von Atlanta in Vom Winde verweht – gilt The Phantom als mittelprächtiges bis misslungenes Serial.

The Phantom
Danach war es außerhalb der Comics lange, lange Zeit ruhig um den wandelnden Geist, der allenfalls grausam animiert, manchmal gemeinsam mit Mandrake und Flash Gordon durch das US-Vormittags-Fernsehprogramm geisterte. In den sechziger Jahren entstand ein TV-Pilotfilm, der jedoch nie gesendet wurde. Paulette Goddard,  Charlie Chaplins Partnerin in Moderne Zeiten und Der große Diktator, spielte hier mit.

 Phantom 2040

Ferner gab es ab 1994 mit Phantom 2040 noch einen peinlichen Zeichentrickversuch, der bei uns auf Video erschien. Hier wurde versucht die Figur zu einem ökologischen Moralapostel der Zukunft zu machen.

The Phantom

Nachdem sich zuvor Sergio Leone (Für eine Handvoll Dollar) als Regisseur ins Gespräch gebracht hatte, ließ 1996 Gremlins-Regisseur Joe Dante als Produzent den Simon Wincer (Free Willy) das Phantom halbwegs angemessen für die Leinwand umsetzen.

Phantom

Das ganz große Vorbild ist unübersehbar: Steven Spielbergs Jäger des verlorenen Schatzes, dessen ironisch-unbeschwerter Umgang mit Mythen aller Art zwar angestrebt, aber nur selten erreicht wird.

The Phantom

Immerhin wird wie bei der gleichfalls sympathischen Comic-Verfilmung Rocketeer, die Story in den 30er-Jahren angesiedelt. Kirsty Swanson (die Ur-Buffy die Vampirjägerin) ist eine toughe Diana Palma, doch sehr viel besser profilieren kann sich Catherine Zeta Jones, als im Laufe der Handlung geläuterte Schurkin Sala. Erwähnenswert sind auch noch Treat Williams als Bösewicht Xander Drax und Patrick McGoohan (Nummer 6), der das verstorbene 20. Phantom als „wandelnden Geist“ spielt.

The Phantom

Die Hauptrolle spielte Billy Zane (Titanic), der sich gegen Bruce Campbell durchsetzte und am Drehort Australien ein großer Star ist. Der Film eine US-australische Co-Produktion, da – wie ja bereits erwähnt – die Figur „downunder“ sehr viel populärer ist, als in ihrem Entstehungsland. Nachdem der Film in den USA böse floppte, kam er bei uns gar nicht erst in die Kinos, sondern erschien nur auf Video und DVD, aber leider immer noch nicht auf Blu-ray.

The Phantom

2009 entstand die zweiteilige Miniserie Das Phantom. Produzenten waren Robert Halmi, Jr. und Robert Halmi Sr., die Experten für relativ aufwändige TV-Movies wie Das zehnte Königreich, die sich meist aus dem Fantasy-Fundus bedienen und oft – genau wie in Das Phantom – Isabella Rossellini als Darstellerin an Bord hatten. Das richtige Händchen hatten die Halmis leider nicht. So braucht der erste Teil ewig, bis er endlich in Fahrt kommt.

The Phantom

Lee Falks Mythos vom Phantom wird zwar mit Skeletthöhle und Rückblende in Form von Comiczeichnungen recht stimmungsvoll beschworen. Etwas zweifelhaft erscheint es jedoch die langjährige Abwesenheit des Phantoms mit dem Aufkommen des internationalen Terrorismus und gar dem 11. September in Verbindung zu bringen. Das neue Hightech-Kostüm, das dem 22. Phantom schließlich verpasst wird, sieht eher albern aus und macht sich auch im temporeichen Showdown des zweiten Teils nicht wirklich gut.

The Phantom

Doch Lee Falks Mythos um das Phantom ist genauso unsterblich wie diese Figur und hat auch diese Miniserie überlebt.

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Soul Kitchen

Zuvor drehte Fatih Akin (Der goldene Handschuh, Aus dem Nichts) meist Filme wie Kurz und schmerzlos, Solino, Gegen die Wand oder Auf der anderen Seite in deren dramatische Geschichten durchaus Raum für heitere Momente war. “Soul Kitchen“ hingegen ist ein eher leichtfüßiger Film, der jedoch niemals leugnet, dass das Leben ganz schön hart sein kann.

Soul Kitchen

Hauptfigur ist der griechischstämmige Zinos (Adam Bousdoukos, dessen Biografie den Film inspirierte), der im nicht eben angesagten und zudem noch ziemlich abgelegenen Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ein – na ja – Restaurant betreibt. Eigentlich ist sein Soul Kitchen eher eine etwas bessere Imbissbude. Dies ändert sich als der streitsüchtige Gourmetkoch Shayn (Birol Ünel) seinen Dienst antritt. Die auf frittierte Speisen stehenden Stammkunden kommen zwar mit dessen neuen Speiseangebot nicht klar, aber nach und nach wird Zinos´ Soul Kitchen zum angesagten Szenetreff.

Soul Kitchen

Doch damit beginnen die Probleme erst, denn nicht nur die Gesundheitspolizei (netter Gastauftritt: Jan Vedder) sondern auch ein Immobilienhai hat ein Auge auf das Soul Kitchen geworfen. Für zusätzliche Probleme sorgen noch Zinos´ spielsüchtiger Bruder, der Knast-Freigänger Illias (Moritz Bleibtreu), und die Tatsache, dass Zinos´ Freundin plötzlich in Shanghai arbeiten muss. Als sich der nicht krankenversicherte Zinos auch noch einen schweren Bandscheibenvorfall zuzieht scheint die Sonne seines Lebens langsam aber sicher unterzugehen…

Soul Kitchen

Das klingt nicht unbedingt nach einer Komödie und ist ganz sicher etwas stärker geerdet als Akins frischfröhliches Roadmovie Im Juli. Der Regisseur gibt sogar selbst zu, dass Soul Kitchen sein “anstrengendster, teuerster, zeitaufwendigster und kompliziertester“ Film geworden ist. Naja, eigentlich ist es keine Neuigkeit, dass es leichter ist Menschen zu erschüttern als sie zum Lachen zu bringen. Fatih Akin gelang jedenfalls einmal mehr ein pralles Stück milieusicheres lebensnahes Kino, das zudem auch noch ganz schön viel Hoffnung macht.

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Kurz und schmerzlos

Der gerade frisch aus dem Knast entlassene Türke Gabriel, der auf eine kriminelle Karriere spekulierende Serbe Bobby und der unter seiner Trennung von Gabriels Schwester leidende Grieche Costa sind die dicksten Kumpels. lhre Freundschaft wird jedoch im Laufe des Filmes auf einige harte Proben gestellt, denn Bobby will ein Geschäft mit geschmuggelten Waffen abwickeln und zu allem Überfluss verliebt sich dessen Freundin Alice auch noch in Gabriel.

Kurz und schmerzlos

Vor dem Hintergrund von Hamburgs Multikulti-Stadtteil Altona gelang Regisseur Fatih Akin (Der goldene Handschuh, Aus dem Nichts) 1998 das glaubhafte Porträt einer problembeladenen Männerfreundschaft. Er lässt sich Zeit für Details und formt daraus einen absolut überzeugenden Film voller Humor und Härte. Unterstützt wird er von einem durchgehend guten Ensemble aus dem vor allem Mehmet Kurtulus herausragt. In einer halbwegs gerechten Welt sind von diesem Mann noch große Dinge zu erwarten.

Kurz und schmerzlos

Während kleine realistische Filme aus England wie East is East oder Mein wunderbarer Waschsalon hierzulande durchaus ihr Publikum finden, lief ein Werk wie Kurz und schmerzlos, das locker beiTrainspotting, Bube, König, Grass oder sogarTarantinos Reservoir Dogs mithalten kann, gänzlich unbeachtet in unseren Kinos. Doch auf DVD gibt es jetzt eine zweite Chance für diesen tollen kleinen Film.

Kurz und schmerzlos

Extras der DVD: Bilder von den Dreharbeiten und teilweise ziemlich abgefahrene Outtakes (insgesamt 12:59 min); Kinotrailer (2:05 min, 1 : 1,85, nicht anamorph, Stereo 2.0); Extratonspur mit Kommentar vom Regisseur; Interviews mit Mehmet Kurtulus (2:17 min), Aleksandar Jovanovic (2:38 min), Adam Bousdoukos (1:41 min), Regula Grauwiller (1:45 min), Idil Üner (1:45 min) und Faith Akin (3:48 min); Bio- und Filmographie zu Mehmet Kurtulus (3 Texttafeln) , Aleksandar Jovanovic (3 Texttafeln), Adam Bousdoukos (1 Texttafel), Regula Grauwiller (3 Texttafeln), Idil Üner (3 Texttafeln) und Faith Akin (4 Texttafeln)

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Der Goldene Handschuh

Der siebte Roman des eher für seinen skurrilen Humor bekannten Heinz Strunk (Fleisch ist mein Gemüse) ist ein ganz schön unangenehmes (aber uneingeschränkt lesenswertes) Buch. Detailfreudig beschrieb Strunk, wie es in der noch heute in Hamburg auf St. Pauli existierenden Absturzkneipe Der Goldene Handschuh (so auch der Titel des Buchs) zugeht. Da der Roman in den 70er Jahren spielte, zählte auch ein gewisser Fritz Honka zu den Stammgästen.

Der Goldene Handschuh

Honka lernte im Handschuh ältere Frauen kennen, die Probleme mit Alkohol und Geld hatten. Er nahm se mit in seine verwahrloste Wohnung und machte sie sich mit brutalen Methoden gefügig. Vier der Frauen ermordete er und verwahrte Teile ihrer Leichen jahrelang in seiner Wohnung. Während Strunk in seinem 250-seitigen Roman versuchte einen möglichst umfassenden Einblick in die Psyche der sehr unterschiedlichen Besucher des Goldenen Handschuhs zu bieten, konzentriert sich die Verfilmung fast ausschließlich auf Honka.

Der Goldene Handschuh

Mit dem 1973 in Hamburg geborenen Fatih Akin (Aus dem Nichts, Tschick) wurde der optimale Regisseur gefunden, der seinen Film nahezu ausschließlich aus der Täter-Perspektive erzählt. Das ist vor allem in den ersten Minuten ganz schön heftig und Akin zeigt detailgenau das menschenverachtende Vorgehen Honka. Strunks Roman bietet sehr viel mehr Einblick in die Vorgeschichte und Persönlichkeit des Mörders. Trotzdem gelingt dem Hauptdarsteller Jonas Dassler trotz seines horrorfilm-kompatiblen Make-Ups das faszinierende Porträt eines Mannes, der niemals so etwas wie “Normalität“ kennengelernt hat und mit brutaler Gewalt versucht Macht über andere Menschen zu erlangen.

Der Goldene Handschuh

Genau wie Strunk in seinem Roman bietet auch Akin als Kontrast zu dem blutigen Treiben Honkas Einblick in die seltsame Welt des Goldenen Handschuhs, in der Menschen kurz vor dem Totalabsturz noch etwas Halt finden. Großartig ist hier der Regie-Altmeister Hark Bohm (Nordsee ist Nordsee), der als Dornkaat-Max mit hochroten Kopf am Tresen philosophiert (während Heinz Strunk im Hintergrund sitzt) und zusammen mit seinen treffend besetzten Saufkumpanen für etwas Licht in der düsteren Geschichte sorgt. Doch die Sache mit dem Licht ist gerade im Handschuh nicht ganz einfach, denn in der  immer geöffneten Kneipe sind den ganzen Tag über die Vorhänge zugezogen, da dort sehr viel weniger getrunken wird, wenn die Sonne hineinscheint!

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Juggernaut – 18 Stunden bis zur Ewigkeit

Nach Airport und Flammendes Inferno, aber noch vor Der tödliche Schwarm oder Meteor versuchte sich der vielseitige Regisseur Richard Lester (A Hard Day’s Night, Die drei Musketiere, Superman III) zur Hochzeit des Katastrophenfilms an einem Beitrag zu diesem Genre. 18 Stunden bis zur Ewigkeit geriet 1974 zwar etwas weniger spektakulär als Die Höllenfahrt der Poseidon. Doch dafür Lesters Film ist spannender und komischer.

Juggernaut - 18 Stunden bis zur Ewigkeit

Im Zentrum steht das Kreuzfahrschiff S. S. Britannic, das durch die gerade die gerade an die Sowjetunion verkaufte Traumschiff Hamburg gedoubelt wurde. Ein heimtückischer Bombenleger, der sich Juggernaut nennt, hat etliche Explosionskörper auf dem Schiff versteckt. Nach dem Zünden einer Bombe fordert er 500.000 Pfund, sonst wird er die Britannic in die Luft jagen. Obwohl die Reederei bereit ist zu zahlen, lehnt die britische Regierung dies ab und schickt das Team vom Bombenexperten Lieutenant Commander Anthony Fallon auf eine Himmelfahrtsmission…

Juggernaut - 18 Stunden bis zur Ewigkeit

Fallon wird von Dumbledore Richard Harris verkörpert und wenn dieser ganz allein versucht eine höllisch raffiniert konstruierte Bombe zu entschärfen, dann ist das ganz großes Spannungskino, weit entfernt vom dem im Katastrophenfilm üblichen Destruktions-Wahnsinn. Für Humor ist Lesters Stammschauspieler Roy Kinnear zuständig, der den für die Unterhaltung der Passagiere zuständigen Schiffsoffizier Curtain spielt. Dieser versucht ebenso verzweifelt wie vergeblich im Schatten der Todesgefahr für gute Laune zu sorgen, was einen amüsanten Kontrast zur spannenden Handlung ergibt.

Juggernaut - 18 Stunden bis zur Ewigkeit

Seinerzeit war 18 Stunden bis zur Ewigkeit trotz Star-Besetzung (Omar Sharif, Anthony Hopkins) kein großer Erfolg, sicher auch, weil die Werbekampagne ein weiteres Zerstörungs-Spektakel versprach, während der Film subtile Spannung mit eigenwilligen Humor verknüpfte. Doch die lange vergriffene DVD-Edition wurde hoch gehandelt und es ist erfreulich, dass eine schön aufgemachte Neuausgabe erschienen ist.

Juggernaut - 18 Stunden bis zur Ewigkeit

Das Mediabook von Justbridge Movies enthält den 110-minütigenden Film auf DVD und Blu-ray und als einziges Bonusmaterial einen englischsprachigen Trailer (2:54 min). Doch dafür gibt es noch ein reich bebildertes 18-seitiges Booklet mit Texten von Christoph N. Kellerbach.

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Isabel Kreitz Werkschau

Im Köşk München in der Schrenkstraße 8 wird eine große Werkschau von Isabel Kreitz mit knapp 200 Comic-Originalen gezeigt.

Isabel Kreitz Werkschau

Isabel Kreitz Ausstellung

Isabel Kreitz Werkschau

Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. Oktober:
Mo – Fr 16 bis 20 Uhr
Sa 14 bis 20 Uhr

Isabel Kreitz Ausstellung

Bei der rauschenden Vernissage am 20.10.2016 war Isabel Kreitz (hier im Bild mit Kurator Rainer Schneider) auch persönlich anwesend.

Isabel Kreitz Ausstellung

Zu sehen sind Arbeiten aus allen Schaffensphasen der Künstlerin.

Isabel Kreitz: Schlechte Laune!

Angefangen von Originalzeichnungen aus der Comic-Reihe um den Hamburger U-Bahn-Surfer Ralf

Isabel Kreitz Werkschau

… oder der 1993 in der Hamburger BILD-Zeitung veröffentlichten Strip-Reihe HEISS UND FETTIG.

Isabel Kreitz Werkschau

Auch Arbeiten aus der gemeinsam mit Eckart Breitschuh und Stefan Dinter realisierten Heftreihe MABUSE waren zu sehen.

Isabel Kreitz Werkschau

Eine echte Rarität sind Comics aus der ab 2001 im Manga-Magazin BANZAI! veröffentlichten Serie HALLOWEENS.

Isabel Kreitz Werkschau

2001 erschien bei Carlsen DIE LEIDENSCHAFT DES HERRN LÜHRS.

Isabel Kreitz Ausstellung

Zu sehen war auch das Original des Titelbilds der Comic-Adaption von Uwe Timms Bestseller DIE ERFINDUNG DER CURRYWURST.

Isabel Kreitz Werkschau

In DIE SACHE MIT SORGE erzählte Isabel Kreitz 2008 von einem in Tokio festhängenden Spion, dem es gelang durch das Weiterleiten der Information, dass Japan nicht plante Russland anzugreifen, bewirkte Sorge, dass die Rote Armee mit stärkeren Verbänden gegen die Deutsche Wehrmacht vorging.

Isabel Kreitz Werkschau

Natürlich wurden auch Seiten aus der von Peer Meter getexteten Mörderballade HAARMANN gezeigt.

Isabel Kreitz Werkschau

Ein ganzer Raum beschäftigt sich mit Isabel Kreitz‘ aktuellem Werk ROHRKREPIERER.

Isabel Kreitz Werkschau

Basierend auf dem Roman von Konrad Lorenz wird hier eine in  der Nachkriegszeit angesiedelte Jugend auf St. Pauli sehr lebendig geschildert.

Isabel Kreitz Werkschau

Ein wichtiges Thema waren natürlich auch Isabel Kreitz`Adaptionen der Kinderbücher von Erich Kästner.

Isabel Kreitz Werkschau

Mitlerweile ist nach „Der 35. Mai„, “Pünktchen und Anton“ und “Emil und die Detektive“ mit “Das doppelte Lottchen“ bereits das vierte Buch aus dieser Reihe erschienen.

Isabel Kreitz Werkschau

Mit diesen Comics hat Isabel Kreitz die Frage beantwortet, wie es ausgesehen hätte, wenn Kästners „Haus-Illustrator“ Walter Trier die Kinderbücher komplett bebildert hätte.

Isabel Kreitz Werkschau

Diese METROPOLIS Illustration entstand für einen in Frankreich bei Casterman veröffentlichten Berlin-Reiseführer.

Isabel Kreitz Werkschau

Ein Besucher war so begeistert, dass er spontan zur Posaune griff.

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Unnützes Hamburg Wissen

Auf Seite 17 ist unter der Überschrift “Das älteste Gebäude Hamburgs“ zu lesen, dass sich dieses auf der Nordseeinsel Neuwerk befindet. Beim im Jahre 1310 erbauten dortigen Leuchtturm soll es sich zugleich auch noch um den “ältesten Leuchtturm Europas“ handeln. Die Insel Neuwerk ist in der Tat ein Stadtteil Hamburgs, der älteste Leuchtturm Europas hingegen befindet sich an der Nordküste Spaniens. Das Wahrzeichen des galcisischen A Coruña ist der Herkulesturm, ein Leuchtturm aus der Römerzeit, der zum ersten Mal im Jahre 400 nach Christi erwähnt wurde.

Unnützes Hamburg Wissen

Auf Seite 61 erfahren wir, dass das Hamburger “Alstervergnügen“ ein seltenes Vergnügen sei, da es “in den letzten 40 Jahren nur sechs Mal“ stattfand. Dies ist nicht richtig, denn das “Alstervergnügen“ wird seit 1976 alljährlich Ende August / Anfang September rund um die Binnenalster gefeiert. Richtig ist, dass die mitten in der City gelegene Alster nur sehr selten zufriert und wenn es passiert, dies für die Hamburger in der Tat ein großes Vergnügen ist, das Eis zu betreten und Glühwein zu trinken.

Unnützes Hamburg Wissen
Der ältesten Leuchtturm Europas in A Coruña

Auf Seite 91 steht, dass Udo Lindenberg “seit 1968 im Hamburger Hotel Atlantic“ wohnt. Lindenberg zog 1968 nach Hamburg (und wohnte dort zeitweise in einer auf Seite 96 erwähnten WG mit Otto Waalkes und Marius Müller-Westernhagen). Seine erste (nicht besonders erfolgreiche) Platte “Lindenberg“ erschien 1971 und erst Mitte der Neunziger Jahre zog Udo Lindenberg ins Hotel Atlantic.

Unnützes Hamburg Wissen
Dieses hübsche Hamburger Gebäude hätte auch einen Eintrag verdient.

Diese hier erwähnten Fehler trüben ein wenig den Spaß am hübsch aufgemachten und nett bebilderten Büchlein, das sich eigentlich perfekt als Geschenk für Fans und Bewohner der Freien und Hansestadt eignet. Der österreichische Holzbaum Verlag, der sich bisher eher auf “Wien Wissen“ konzentrierte, hat “unnützes Wissen“ wahrscheinlich nicht mit “unwahren  Wissen“ verwechselt. Möglicherweise steht das Werk in der Hamburger “He lücht“-Tradition. Diese wird völlig richtig auf Seite 49 des Buchs damit beschrieben, dass Barkassenführer bei Hafenrundfahrten gerne “Übertreibungen, Anekdoten, harmlose Unwahrheiten und sonstiges Seemannsgarn“ erzählen.

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Hokusai x Manga

Das direkt am Hamburger Hauptbahnhof gelegene Museum für Kunst und Gewerbe verfügt über eine große – nach eigenen Angaben “international einmalige“ – Sammlung von japanischen Farbholzschnitten und Holzschnittbüchern. Darunter befinden sich auch viele Werke von Katsushika Hokusai (1760 – 1849), wie etwa ein Exemplar von dessen wohl bekanntesten Farbholzschnitt “Die große Welle vor Kanagawa“.

Hokusai x Manga

Wenn das Haus eine Ausstellung dieser Holzschnitte zeigt und diese noch um Mangas von Keiji Nakazawa (“Barfuß durch Hiroshima“) oder Jiro Taniguchi (“Vertraute Fremde“) ergänzt, dann wirkt dies auf den ersten Blick so, als wenn hier versucht wird Dinge zu kombinieren, die wenig gemeinsam haben. Auch der schön aufgemachte Katalog zur Ausstellung, der im Hirmer Verlag erschienen ist, bestätigt die Vermutung, dass mit populären Manga-Elementen versucht wird, Klassiker aufzumotzen. Den Abbildungen der Holzschnitte wird im Buch deutlich mehr Raum eingeräumt als den japanischen Comics.

Hokusai x Manga

Doch auf den zweiten Blick ergibt sich ein faszinierendes Ganzes, denn bei einigen der Holzschnitte, die im 17. Jahrhundert entstanden sind, handelt es sich zweifelsohne bereits um Comics. Der Katalog dokumentiert ausführlich Hishikawa Moronobus aus 19 Blättern bestehende Geschichte “Die Legende vom Dämon Shuten-doji“ (1680), die noch ohne Text auskommt, was sich jedoch schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ändern sollte. Wichtiger aber noch ist eine Serie von Mallehr-Büchern, in denen Katsushika Hokusai unter dem Titel “Hokusai manga“ (“Zufällige Skizzen von Hokusai“) ab 1814 Skizzen veröffentlichte. Hier werden zwar keine Geschichten erzählt, aber dennoch wurde Hokusai durch diese Reihe zum Paten des Mangas.

Hokusai x Manga
Kobayashi Kiyochika, „Die Jōō- und Manji-Periode, Japan, Tōkyō, 1896 © MKG

Natürlich kann weder die Ausstellung “Hokusai x Manga“ noch der Katalog das ganze Spektrum der japanischen Comics abdecken. Doch mit Nakazawa, Taniguchi, Kiriko Nananan und Inio Asano wurden einige interessante japanische Künstler porträtiert. Den Abschluss des Buchs bildet der interessanter Text “Manga im Wandel: Abrücken von der Popkultur“ von Jaqueline Berndt, die u. a. versucht zu erklären, warum manche aus westlicher Sicht skandalös wirkenden japanischen Comics (Stichwort: “Boys Love“) eigentlich eher harmlos sind.

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Polizeirevier Davidswache

Hauptwachmeister Glantz (Wolfgang Kieling) ist ein erfahrener Polizist und arbeitet im wohl schillerndsten Revier von ganz Hamburg. Die Davidwache (die in Wirklichkeit nicht wie im Filmtitel “Davidswache“ heißt) liegt mitten im Kiez von St. Pauli und kommt daher niemals zur Ruhe. Daher ist es für Glantz von nicht allzu großer Bedeutung, dass ein gewisser Bruno Kapp (Günther Ungeheuer) aus dem Knast entlassen wurde. Doch Margot (Hannelore Schroth) befürchtet, dass sich ihr Freund Bruno an Glantz, der ihn einst hinter Schloss und Riegel brachte, ganz böse rächen wird.

Polizeirevier Davidswache

Ein Sprecher aus dem Off informiert den Zuschauer gleich am Anfang des Filmes darüber, dass Hauptwachmeister Glantz in 48 Stunden sterben wird. Durch diesen Kunstgriff haben Drehbuchautor Wolfgang Menge (Ein Herz und eine Seele) und Regisseur Jürgen Roland (Die Engel von St. Pauli, Zinksärge für die Goldjungen) sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers. Sie enttäuschen diesen auch nicht, sondern lassen den Film ganz anders enden als vermutet.

Polizeirevier Davidswache

Menge und Roland lieferten mit Der rote Kreis und Der grüne Bogenschütze zwar auch Beiträge zur Edgar Wallace-Reihe. Doch bei realitätsnäheren Kriminalfilmen fühlten sie sich deutlich wohler und schufen fürs TV die Serien Der Polizeibericht meldet… und Stahlnetz (Roland entwickelte auch die immer noch erfolgreich laufende Reihe Großstadtrevier.) So realitätsnah wie in Polizeirevier Davidswache waren St. Pauli und seine Menschen weder davor noch danach im Kino zu sehen. Prall gefüllt mit großen und kleinen Schicksalen, die dargeboten werden von prominenten Akteuren und markanten Laiendarstellern aus dem Milieu ist Polizeirevier Davidswache leider ein Ausnahmewerk inmitten der ansonsten eher in Edgar Wallaces England angesiedelten deutschen Nachkriegskrimis.

Polizeirevier Davidswache

Endgültig zum Klassiker geworden sein dürfte der Film als daraus 2012 ein Theaterstück geworden ist, dass erfolgreich im auf Kriminal-Stücke spezialisierten Imperial Theater “ganz weit vorn aufm Kiez“ gezeigt wurde. Hier direkt auf der Reeperbahn trug das Stück den korrekten Titel Polizeirevier Davidwache sowie den Untertitel “Kiez, Koteletten und Kanonen“.

Polizeirevier Davidswache

Auf DVD erschien der Kinofilm zunächst in der Reihe “Filmpalast – Kinohits von gestern“ des bei nicht mehr existierenden Labels e-m-s. Die mittlerweile hoch gehandelte Scheibe enthält als Extras zwar lediglich einige ganz lustige Liedchen, die aus Filmen wie Apartmentzauber oder Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen stammen, die ebenfalls in Reihe “Filmpalast“ erschienen sind, aber sonst keinerlei Bezug zum Hauptfilm haben.

Polizeirevier Davidswache
Atlas Filmheft 41

Doch zum Ausgleich gibt es neben einem 10-seitigen Booklet noch einen farbigen Reprint vom “Atlas Filmheft 41“ (Preis 50 Pfennig), das neben einem interessanten Text von Jürgen Roland zum Film und Artikeln über St. Pauli auch noch ein “Kleines Lexikon der Ganovensprache“ enthält. Wo sonst ist zu erfahren, dass es beim Juwelier auf der Reeperbahn heißt: “Was schockt der Geidling?“ und nicht etwa “Was kostet der Ring?“ Einen hab´ich noch: “Wie spät ist es?“ heißt (oder hieß) in St. Pauli “Was schmust der Osnik?“

Polizeirevier Davidswache

Bei “Polarfilm“ liegt mittlerweile in der Reihe „Filmschätze der Kinoleinwand“ eine günstige DVD-Edition des Films vor.

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Zinksärge für die Goldjungen

Bis aufs Messer bekämpfen sich in der riesigen Hafenstadt Hamburg zwei Gangster-Gruppen: Die alteingesessenen „Ehrenmänner“ des „Unternehmers“ Westermann (Herbert Fleischmann) und die von den ausgezeichneten Unterwelt-Geschäftsmöglichkeiten angelockte Italo-amerikanische „Familie“ des Luca Messina (Henry Silva). Vor nichts schrecken sie zurück. Selbst als Westermanns Sohn Eric und Messinas Tochter Silvia sich ineinander verlieben, und dem brutalen Unterweltkrieg ein Ende machen wollen, bekämpfen sich die beiden Banden immer heftiger.

Zinksärge für die Goldjungen

Mit Polizeirevier Davidswache gelang dem Regisseur Jürgen Roland (Die Engel von St. Pauli) 1964 ein milieusicherer St. Pauli-Krimi, in dem er sehr nah an tatsächlichen Zuständen den Alltag auf der Reeperbahn beschrieb. In der deutsch-italienischen Koproduktion Zinksärge für die Goldjungen ließ er es knapp 10 Jahre später in der Hansestadt dann so richtig krachen. Diesmal orientierte er sich stärker an US-amerikanischen und französischen Gangsterfilmen als an der Realität und schmeckte das Ganze auch noch mit einer kräftigen Prise “Romeo und Julia“ ab.

Zinksärge für die Goldjungen
Herbert Fleischmann und Henry Silva

Wie selten im deutschen Kino – und wie erstaunlich oft bei Jürgen Roland – ging die Mischung auf. Die Versatzstücke des internationalen Kinos – inklusive Karatekämpfen, Autoverfolgungsjagden und einer spektakulären Bootsverfolgungsjagd durch die Speicherstadt – funktionierten erstaunlich gut vor hanseatischer Kulisse. Mit dem deutschen TV-Darsteller Herbert Fleischmann und dem US-Schurken Henry Silva (Buck Rogers) wurden zwei interessante Typen als Gangsterbosse gecastet, die sich eigentlich nicht unsympathisch sind aber trotzdem bis aufs Blut bekämpfen.

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