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Bestien lauern vor Caracas

Lost Continent war 1968 das bisher kostspieligste Werk der für die Frankenstein und Dracula-Filme bekannten britischen Hammer Film Productions. In Anbetracht des finanziellen Risikos ist das Resultat erstaunlich experimentierfreudig geraten. Das beginnt bereits mit dem psychedelischen Titelsong der Jazz-Formation The Peddlers. Passend dazu gibt es mitten in der Handlung einen Bruch, der an den Richtungswechsel erinnert, den Robert Rodriguez knapp 30 Jahre später mitten in From Dusk Till Dawn vollziehen sollte.

Bestien lauern vor Caracas

Lost Continent basiert sehr lose auf dem Roman Uncharted Seas des britischen Autors Dennis Wheatley, der auch die literarischen Vorlagen für zwei weitere Hammer-Filme lieferte. Während The Devil Rides Out zum Lieblingsfilm des Hauptdarstellers Christoper Lee wurde, stellte Hammer nach To the Devil…a Daughter (Titelrolle: Nastassja Kinski) 1976 die Produktion von Horror-Filmen ein.

Bestien lauern vor Caracas

Lost Continent beginnt auf einem Frachter, der einige schillernde Passagiere an Bord hat, die sich aus den unterschiedlichen Gründen auf der Flucht befinden. Hier gibt es interessante Darsteller und reichlich Konflikte. Doch die Corita transportiert als Schmuggelware auch noch etliche Fässer mit Phosphor, die explodieren, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen. Als die Mannschaft dies mitbekommt, meutert sie und verlässt das Schiff mit einem Rettungsboot.

Bestien lauern vor Caracas

All dies wurde von Michael Carreras, der für Hammer auch als Produzent und Studioieiter tätig war, sehr spannend und kompetent in Szene gesetzt. Doch da Hammer zuvor – dank der Attraktivität von Raquel Welch und der Dinosaurier-Tricks von Ray Harryhausen – große Erfolge mit Eine Million Jahre vor unserer Zeit feierte, wurde versucht, auch Lost Continent zu einem exotischen Monster-Spektakel zu machen.

Bestien lauern vor Caracas

Daher landen Captain Lansen (Eric Porter) und seine Passagiere nach der Hälfte der Spielzeit in zwar ruhigen, aber dennoch sehr gefährlichen Gewässern. Hier gibt es Schiffe aus fast allen vergangenen Epochen, seltsame giftige Seetank-Gewächse und skurriles, nicht eben kleines Getier.

Bestien lauern vor Caracas

Sogar etliche Bewohner beherbergt die feuchte  Gegend, darunter Konquistadoren und Nachfahren der spanischen Inquisition. Diese bevölkern eine auf Grund gelaufene Galeone und werden von einem Jungen, den sie El Supremo nennen, kommandiert. Doch dieser ist nur die Marionette eines geheimnisvollen Kuttenmanns.

Bestien lauern vor Caracas

Passend zu dieser seltsamen Szenerie laufen die spanischen Soldaten mit Hilfe von Schneeschuhen und an ihren Schultern befestigten, mit Gast gefüllten Ballons, über das sumpfige Gewässer, als sie die äußert attraktive Sara (Dana Gillespie) verfolgen. Die junge Frau kann sich auf die Corita retten, was das Schlussgefecht mit Phosphor-Explosionen und Kämpfen gegen die Sumpf-Monster einläutet.

Bestien lauern vor Caracas
Bemerkenswert ist, dass die Kreaturen des Films,  irgendwo zwischen Riesenskorpion und Lovecraft-Tentakelwesen, von Hammer in voller Größe gebaut wurden. Das fröhlich zappelnde Getier sollte sich kein Freund des phantastischen Films entgehen lassen.

Bestien lauern vor Caracas

Bemerkenswert ist, neben dem durchgeknallten deutschen Titel Bestien lauern vor Caracas, auch noch, dass sich “unsere“ Hildegard Knef aus nicht weiter bekannten Gründen in diesen Film verirrt hat.  Ihre ernsthafte Darstellung, einer durch ein tragisches Schicksal von ihrem Sohn getrennten Mutter, rundet das schräge Resultat noch zusätzlich ab. Bestien lauern vor Caracas

Die DVD der Hammer-Edition enthält den Film in der 93-minütigen deutsch synchronisierten Fassung, sowie diese Extras: Interview mit Stuntman Eddie Powell (50:09, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Bildergalerie (8:50 min), Englischer Kinotrainer (2:39 min), Zwei TV-Spots (0:58 min + 0:21 min), Deutscher Werberatschlag (2:22 min). Erwähnenswert ist auch noch das farbige Faltblatt mit einem sehr informativen Text von Uwe Huber.

Bestien lauern vor Caracas

In den USA ist eine interessante Blu-ray erschienen, die den Film in einer Länge von 97 Minuten präsentiert und diese Extras enthält: Audiokommentar des Filmexperten Richard Klemensen; World Of Hammer Episode “Lands Before Time” eine von Oliver Reed kommentierte Zusammenstellung von Filmausschnitten (24:50), The Men Who Made Hammer: Michael Carreras (22:17 min), Uncharted Seas: Kim Newman On The Lost Continent (21:06 min), Dana Gillespie erzählt (17:36 min), Komponist Howard Blake erzählt (6:31 min), Darsteller Norman Eshley (4:57 min), Trickexperte John Richardson erzählt (3:40 min), Trailer (2:48 min) und schwarzweißer TV-Spot

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Als Dinosaurier die Erde beherrschten

1966 gelang britischen Hammer Film Productions mit Eine Million Jahre vor unserer Zeit ein großer Erfolg. Die Firma war eigentlich bekannt für ihre Frankenstein–Filme mit Peter Cushing und die Dracula-Reihe mit Christopher Lee. Doch Raquel Welch im knappen Fell-Bikini, bedroht durch meisterlich von Ray Harryhausen in Stop-Motion animierte Dinosaurier, war ein überraschend erfolgreiches Konzept.

Als Dinosaurier die Erde beherrschten

Vier Jahre später versuchte Hammer daran anzuknüpfen, doch Harryhausen drehte gerade mit Gwangis Rache einen weiteren Dinosaurierfilm. Als Vertretung sprang Jim Danforth ein, der bereits 1962 in Der Herrscher von Cornwall halbwegs erfolgreich die Tricktechnik von Harryhausen aus Sindbads siebente Reise kopiert hatte. Danforth gelangen diesmal Kombinationen von animierten Dinos und Darstellern im Steinzeit-Outfit, die den etwas starren Rahmen sprengten, den Harryhausen durch seine Filme vorgegeben hatte.

Als Dinosaurier die Erde beherrschten

So interagierte Hauptdarstellerin Victoria Vetri absolut glaubhaft mit einem Dinosaurier-Baby und deren Mutter, die das blonde Steinzeit-Mädchen adoptiert hatte, da es sich in ihrem Nest befand. Auch die Konfrontationen mit einem Plesiosaurier, einem Chasmosaurus und einem Flugsaurier konnten sich sehen lassen. Völlig überflüssigerweise wurden jedoch – genau wie bereits in Eine Million Jahre vor unserer Zeit Aufnahmen von echten Reptilien verwendet, die diesmal aus Irwin Allens Versunkene Welt stammten.

Als Dinosaurier die Erde beherrschten

Für Eine Million Jahre vor unserer Zeit sprach auch die einfache aber spannende Geschichte, die von Tumak, der Herr des Urwalds aus dem Jahre 1940 übernommen wurde. Bei Als Dinosaurier die Erde beherrschten war Val Guest, der auch Regie führte und zuvor für Hammer die Quartermass-Filme inszeniert hatte, in Sachen Drehbuch etwas überambitioniert.

Als Dinosaurier die Erde beherrschten

Das hat zur Folge, dass die Szene ohne Dinosaurier ziemlich langweilige Steinzeitmenschen-Rituale und ähnlichen Hokuspokus zeigen, der dargeboten wird in einer nur aus wenigen Worten bestehenden, aber dennoch völlig unverständlichen Fantasie-Sprache.

Als Dinosaurier die Erde beherrschten

Bei uns ist Als Dinosaurier die Erde beherrschten niemals offiziell auf DVD erschienen. In Großbritannien liegt mittlerweile eine Blu-ray von When Dinosaurs Ruled the Earth vor. Als Extras gibt es nur den Trailer, doch dank der brillanten Bildqualität kommen die Stärken – neben Danforths Tricktechnik gehört auch der mitreißende Soundtrack von Mario Nascimbene (Die Wikinger) dazu – und die Schwächen – alberne Geschichte, nicht sonderlich charismatische Darsteller –sehr deutlich zum Vorschein.

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Vampirella

Schon die legendären Hammer Film Productions, die in den sechziger Jahren große Erfolge mit ihren Frankenstein– (mit Peter Cushing) und Dracula-Filmen (mit Christopher Lee) feierten, wollten in den 70er-Jahren die Comic-Serie Vampirella aus dem Hause Warren auf die Leinwand bringen. Man hoffte vom Erfolg der Rocky Horror Picture Show zu profitieren und das dahinkrebsende Studio dadurch wieder flott machen zu können, doch leider waren die Konkursverwalter schneller…

Vampirella

1996 hat es schließlich nur zu einer kleinen Kabel-TV-Produktion gereicht. Das Hauptproblem des von Jim Wynorski (Das grüne Ding aus dem Sumpf) in Szene gesetzten Filmchens ist die Besetzung der Titelrolle. Das Ex-Bondgirl Talia Soto (aus dem zweiten 007-Film mit Timothy Dalton-Film Lizenz zum Töten) ist zwar durchaus niedlich.

Vampirella

Allerdings verfügt sie nicht über den “Playmate des Monats“-Look der Comic-Vampirin. Daher sieht sie im ohnehin stümperhaft gestalteten Vampirella-Outfit mit dem viel zu breiten Hös-„chen“ ziemlich albern aus.

Vampirella

Doch auch durch den als Ober-Vampir Vlad mitwirkenden Roger Daltrey von The Who handelt es sich um ein durchaus erheiterndes Filmchen der Kategorie C bis D, das zwar auf einem fremden Planeten beginnt, dann aber recht schnell mangels Budget und Phantasie nach L. A. („The Present“) wechselt.

Vampirella

Besonders hübsch sind die zwei oder drei Fledermaus-„Spezialeffekte“. Hier wurden einfach ein paar schwarze Flattermänner mit Filzstift direkt auf das Filmmaterial gekritzelt. Diese Szenen sollten unbedingt Einzelbild für Einzelbild bestaunt werden!

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Hammer House of Horror

Fünf Jahre nachdem 1975 mit Die Braut des Satans der letzte Gruselthriller der legendären englischen Hammer Film Productions (Frankensteins Fluch, Dracula mit Christopher Lee) in die Kinos kam, setzte die Traditionsfirma ihre Horror-Tätigkeiten im Fernsehen fort. Rund um ein ehemaliges Mädcheninternat in Buckinghamshire, das der Produktion als Standort diente (und immer im Vorspann zu sehen war), entstanden 13 Episoden der Serie Hammer House of Horror.

Hammer House of Horror

Im Gegensatz zu den besten Hammer-Filmen waren die Geschichten zwar immer in der Gegenwart angesiedelt, doch es wurde trotzdem ein breites Spektrum des Unheimlichen abgedeckt. So gab es Werwölfe, Hexen, Kannibalen, Untote, Besessenheit, Afrikanischen Fetischhokuspokus, Schwarze Messen, Spukhäuser und viele weitere geschickt variierte traditionelle Horror-Elemente.

Hammer House of Horror

Diese Versatzstücke wurden manchmal in Form von etwas breitgetretenen Kurzgeschichten, aber meist als richtige kleine unheimliche Spielfilme umgesetzt.

Hammer House of Horror

Unter den Episoden gibt es jedoch zwei absolute Highlights, die zum Besten gehören, was Hammer je produziert hat. Beide stammen von Alan Gibson, der die letzten beiden Dracula-Filme mit Christopher Lee inszenierte. In The Silent Scream (Das Experiment des Mr. Blueck) liefert sich die Hammer-Legende Peter Cushing als mysteriöser Besitzer einer Tierhandlung ein Duell mit einem von Brian Cox (Das etruskische Lächeln) verkörperten gerade entlassenen Häftling.

Hammer House of Horror

Ganz schön gruselig ist auch die Episode The Two Faces of Evil (Die zwei Gesichter des Bösen), in eine Familie einen seltsamen Anhalter mitnimmt. Es kommt zu einem Autounfall und der Vater ist danach nicht mehr derselbe. Martin Lewis ist in dieser Rolle nicht minder gruselig als andere Hammer-Monster.

Hammer House of Horror

Nicht ohne ist auch die Geschichte mit der Voodoo-Puppe Charlie Boy. Unter den Darstellern befindet sich neben Patricia Quinn (Magenta aus der Rocky Horror Picture Show), Denholm Elliott (Indiana Jones) oder Lucy Gutteridge („Waltraud, die sich im Wald traut“ aus Top Secret!) auch 007 Pierce Brosnan in einer sehr kleinen Opferrolle.

Hammer House of Horror

In Deutschland lief die Serie 1989 unter dem Titel Gefrier-Schocker auf SAT.1 und wurde recht anständig synchronisiert. Gelegentlich fehlten allerdings kurze besonders gorige oder auch schwarzhumorige Momente, die dank einer schön gestalteter Box von Koch Media auf DVD nachgereicht wurden.

Hammer House of Horror

Noch schöner ist jedoch das Mediabook Edition von Wicked Vision. Auf drei Blu-rays gibt es die 13 Episoden in einer erstaunlich guten Bildqualität zu bestaunen. Die Episode Rude Awakening (Alptraum ohne Erwachen) ist als Bonus sogar im Format 16 : 9 dabei und hinzu kommt noch die 156-minütige Doku Flesh & Blood – The Hammer Heritage of Horror!

Hammer House of Horror

Drei Jahre später entstand als Fortsetzung die Serie Hammer House of Mystery and Suspense (Vorsicht, Hochspannung), die bei uns bei Pidax auf DVD vorliegt.

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Circus der Vampire

Die auf Horrorfilme spezialisierte Hammer Film Productions gelangen es in den 50er-Jahren mit Farbversionen von Dracula und Frankenstein Welterfolge. Doch zwei Jahrzehnte später geriet die Firma ins Straucheln und versuchte ihr Publikum mit übertriebenen Gewaltdarstellungen und Soft-Porno-Einlagen zurückzugewinnen.

Circus der Vampire

Eine erfreuliche Ausnahme ist der 1971 entstandene Film Circus der Vampire. Fünf Jahre bevor Hammer (erstmal) die Produktion einstellte, entstand hier noch einmal die bewährte Mischung aus eher sanften Grauen, stimmigen Kulissen und guten Darstellern (darunter der spätere Darth Vader Dave Prowse).

Circus der Vampire

Erzählt wird von einem kleinen (irgendwie deutsch anmutenden) Dörfchen namens Stetl, in desen Umgebung schon eine ganze Weile der Vampir Graf Mitterhaus sein Unwesen treibt. Eines Tages sind es die Dörfler leid und stürmen das Mitterhaus. Der Vampir schwört, noch während er gehängt wird, bittere Rache. Diese erfolgt dann auch prompt, bzw. 15 Jahre später, als ein geheimnisvoller Zirkus nach Stetl kommt.

Circus der Vampire

Für einen interessanten Touch sorgt die magisch anmutende Zirkus-Atmosphäre, die an Ray Bradburys Klassiker Das Böse kommt auf leisen Sohlen denken lässt. Schade, dass es so etwas heute nicht mehr gibt. Schön, dass es so etwas heute immerhin noch auf digitally remasterten DVDs und mittlerweile sogar als Blu-ray gibt, wobei die Freigabe  ab 18 Jahren ein Witz ist.

Circus der Vampire

Extras der DVD: Englischer Kinotrailer (2:14 min), Galerie mit 40 Fotos und Plakaten, Booklet mit einem interessanten Text von Uwe Huber

Circus der Vampire

Hinzu kommt als DVD-Rom-Extra noch der von Brian Bolland (Batman: Killing Joke) gezeichnete Comic zum Film.

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The Witches

Die Lehrerin Gwen Mayfield (Joan Fontaine) wird in einer afrikanischen Missionsschule durch einen Schamanen-Aufstand traumatisiert. Sie hofft bei ihrem neuen Job im verschlafen anmutenden englischen Dorf Heddaby zur Ruhe zu kommen. Doch je mehr sich Gwen auf die Dorfgemeinschaft einlässt, desto stärker werden Erinnerungen an ihre Erlebnisse in Afrika geweckt

The Witches

Die Engländerin Joan de Beauvoir de Havilland wählte den Künstlernamen Joan Fontaine um nicht mit ihrer ebenfalls in Hollywood tätigen Schwester Olivia de Havilland (Vom Winde verweht) verwechselt zu werden. Durch ihre Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock wurde Joan Fontaine nach Rebecca zum Star und erhielt 1942 für Verdacht einen Oscar als beste Hauptdarstellerin.

The Witches

In den 60er-Jahren wurde es etwas ruhiger um den Hollywood-Star und Joan Fontaine erwarb die Rechte an dem Roma The Devil’s Own den Norah Lofts unter dem Pseudonym Peter Curtis geschrieben hatte. Die auf Horrorfilme spezialisierte Hammer Film Productions zeigte Interesse und Autor Nigel Kneale (Quartermass, Yeti, der Schneemensch) adaptierte den Roman für die Leinwand.

The Witches

Das Resultat ist ein Film, der sich nach einem relativ knalligen Auftakt in afrikanischen Studio-Kulissen viel Zeit lässt, um Spannung aufzubauen. Hierin erinnert The Witches an Roman Polanskis zwei Jahre später entstandenen Welterfolg Rosemaries Baby. Der subtile Spannungsaufbau sorgte auch dafür, dass The Witches 1966 in England zunächst eine Jugendfreigabe bekam, was für einen Horrorfilm das Todesurteil bedeutet.

The Witches

Daher wurde noch etwas “nachgebessert“ – im Film ist eine Szene zu sehen, die ebenso deutlich wie grundlos gezeigt, wie ein Metzger ein Kaninchen häutet – um das begehrte “X certificate“ (Freigabe ab 16 Jahren) zu erhalten.  Trotz eines Finales mit einem großartig in Szene gesetzten heidnischen Ritual war der Film seinerzeit für die Fans des Hammer-Horrors zu lasch, Bei uns erlebte The Witches erst 1995 unter dem Titel Der Teufel tanzt um Mitternacht seine Premiere. Doch aus heutiger Sicht hat sich der letzte Kinofilm von Joan Fontaine sehr gut gehalten!

The Witches

Extras der DVD der Hammer-Edition: „World of Hammer: Wicked Woman“, eine von Oliver Reed kommentierte Zusammenstellung von Filmausschnitten (24:50 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln, Bildergalerie (2:13 min), Englischer Kinotrainer (2:07 min)

The Witches

In den USA lief der Film unter dem Titel „The Devil’s Own“ im Double-Feature gemeinsam mit der Hammer-Produktion „Prehistoric Women“, hierzu enthält die DVD zwei TV-Spots (0:58 min + 0:20 min);  Erwähnenswert ist auch noch das farbige Faltblatt mit einem sehr informativen Text von Uwe Huber.

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Backwoods – Virus Readers Choice

In Form von am Kiosk erhältlichen Sonderheften beschäftigt sich das der „Dark Side of the Entertainment“ gewidmete Magazin Virus mit den Klassikern des Horrorfilms. Dabei handelt es sich keineswegs um schnell zusammengeschusterte Zeitschriften, die wenig mehr als Wikipedia-Wissen enthalten. Mich hat bereits die Reihe Early Screams begeistert, die chronologisch geordnet zeitlose Klassiker des Horror-Kinos vorstellt.

Backwoods - Virus Readers Choice

Nicht minder gut gelungen sind die Hefte der Serie Virus Readers Choice, die sich jeweils mit 32 herausragenden Filmen aus Genres wie Slasher, Gore, Beast oder den Horror-Filmen der legendären Hammer-Studios beschäftigen. Ein Band ist auch den Backwoods-Filmen gewidmet, in denen harmlose Reisende in abgelegenen Gegenden – oft im mittleren Westen der USA – schreckliche Dinge erleben.

Backwoods - Virus Readers Choice

Alphabetisch geordnet werden auf jeweils einer Seite Filme vorgestellt. Zum Herausnehmen in der Mitte des Heftes kommen außerdem noch auf Doppelseiten die zugehörigen Filmplakate zum Abdruck. Für einen einführenden Text bleibt bei einem Umfang von 96 Seiten kein Platz mehr. Doch das Alphabet stand auf der Seite des Virus-Teams, denn die beiden ersten Einträge zu John Boormans Beim Sterben ist jeder der Erste und zu Tobe Hoopers Blutgericht in Texas alias The Texas Chainsaw Massacre erklären sehr gut Geschichte und Mechanismen des Backwoods-Genres.

Backwoods - Virus Readers Choice

Fundiert besprochen werden neben aktuelleren Filmen wie Wrong Turn, Wolf Creek, Motel oder Rob Zombies Haus der 1000 Leichen auch Klassiker wie Spider-Baby von 1967 oder Two Thousand Maniacs von Herschel Gordon Lewis. Als Service für treue Fans, gibt es gegen Einsendung eines Kaufnachweises Sets mit “VIRUS Creepy ClaSICKs Movie Cards“. Für die Reihe spricht auch, dass viele Ausgaben schon vergriffen sind!

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Haus der langen Schatten

Der erfolgreiche Schriftsteller Kenneth Magee wettet mit seinem Verleger, dass er innerhalb von 24 Stunden einen Roman schreiben kann. Dazu zieht er sich in ein abgeschiedenes und düsteres Haus zurück. Ruhe zum Arbeiten findet er allerdings nicht, da sich dort nachts die alten Mitglieder einer Familie treffen und der Erfüllung eines grausamen Fluchs entgegensehen müssen…

Haus der langen Schatten

Der britische Regisseur Pete Walker (Rosemarie’s Liebesreport in 3 Dimensionen) hat sich zunächst eigentlich eher auf billige pornographische Filme spezialisiert, sattelte dann jedoch auf Horror um. Walkers letzter Film Das Haus der langen Schatten verfügt sogar über beträchtliche Qualitäten und erzählt im Stile eines klassischen Horrorfilms eine ebenso pfiffige wie spannende Geschichte.

Haus der langen Schatten

Der Hauptanreiz ist jedoch die grandiose Besetzung mit vier Ikonen des Horrorkinos, die nur in diesem Film gemeinsam zu sehen sind. Christopher Lee ist neben Bela Lugosi DER Dracula-Darsteller schlechthin. John Carradine hingegen trat bei Universal Pictures sogar in die Fußstapfen von Bela Lugosi. Er spielte den Graf Dracula in House of Frankenstein (1944) und House of Dracula (1945).

Haus der langen Schatten

Auch Vincent Price (Theater des Grauens) ist eine Klasse für sich und lebt weiter, u. a. in den Filmen von Tim Burton wie Frankenweenie, wo er unverkennbar als Stop-Motion-Puppe zu sehen ist. Peter Cushing ist zwar auch schon legendär als Gran Moff Tarkin in Star Wars, doch noch stärker in Erinnerung bleiben die gemeinsamen Filme mit seinem Freund Christopher Lee für Hammer Film Productions, wobei Das Haus der langen Schatten auch der letzte gemeinsame Kino-Auftritt des Duos ist.

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Yeti, der Schneemensch

Als sich Frankensteins Fluch, der ganz große Durchbruch der britischen Hammer Film Productions, 1957 in der Nachproduktion befand, stand der Hauptdarsteller Peter Cushing bereits für einen weiteren höchst ungewöhnlichen fantastischen Film vor der Kamera. Darin wiederholte er die Rolle des Botanikers Dr. John Rollason, die er bereits 1955 im zweimal von der BBC live ausgestrahlten TV-Film The Creature gespielt hatte.

Yeti, der Schneemensch

Genau wie bei den erfolgreichen Quartermass-Filmen, die ebenfalls auf von Nigel Kneale geschriebenen Drehbüchern zu BBC-Produktionen basierten, verwandelte auch hier der Regisseur Val Guest eine zuvor bereits im Fernsehen gezeigte Geschichte in einen Kinofilm. Dieser wurde zwar, genau wie die ersten beiden Quartermass-Filme, in Schwarzweiß gedreht, gewann aber durch sein als Horrorscope angepriesenes Breitwand-Format.

Yeti, der Schneemensch

Garniert mit von Guest ohne die Darsteller in den französischen Pyrenäen gedrehten Außenaufnahmen, entstand ein spannender Horrorfilm mit Survival-Touch und hochmoralischem Background. Während es beim feinsinnigen Briten Dr. Rollason (Cushing) die Neugier des Forschers ist, die ihn ins verschneite Himalaja treibt, will der zwielichtigen US-Amerikaner Tom Friend (Forrest Tucker) einen Yeti einfangen und zur Jahrmarktsattraktion machen.

Yeti, der Schneemensch

Obwohl The Abominable Snowman weitestgehend in der freien Natur spielt, die sehr gelungen in den Bray- und Pinewood-Studios nachgebaut wurde, verbreitet das Werk eher den intimen Horror eines Kammerspiels. Ein – selbst im schillernden Gesamtwerk der Hammer-Studios – sehr ungewöhnlicher Film, der es noch nicht ganz in den Klassiker-Olymp geschafft hat, aber bei jeder weiteren Sichtung an Reife gewinnt.

Yeti, der Schneemensch

Extras der DVD der Hammer-Edition: Audiokommentar von Val Guest und Nigel Kneale, wahlweise mit deutschen Untertiteln; Bildergalerie mit Musik (2:44 min); Zwei abgefilmte deutsche Filmprogramme “Filmbühne“ und “Das neue Filmprogramm“ (insgesamt 1:57 min); Englischer Kinotrainer (1:41 min); Erwähnenswert ist auch noch das farbige Booklet mit einem kuriosen Plakat und einem sehr informativen Text von Uwe Sommerlad.

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Quatermass

Einige Jahre bevor die britischen Hammer Film Productions weltbekannt für ihre knallbunten und blutigen Horrorfilme wie Frankensteins Fluch oder Dracula wurden, hatten sie großen Erfolg mit zwei schwarzweißen Science-Fiction-Thrillern. Diese basierten auf von Nigel Kneale geschriebene BBC-Serien.

Quatermass

Bereits nach den ersten Folgen der Serie The Quatermass Experiment, die 1953 zu einem gewaltigen Publikumserfolg wurde, erwarb Hammer die Rechte daran. Zwei Jahrestartete der Spielfilm The Quatermass Xperiment,  der das X, im Titel trug , weil er das “X certificate“ erhalten hatte, was bedeutet, dass der Film erst ab 16 Jahren freigegeben war. Das Drehbuch schrieb der Regisseur Val Guest, während der US-Amerikaner Richard Landau einige Ergänzungen für die internationale Vermarktung vornahm. Nigel Kneale, der unzufrieden mit dem Hauptdarsteller Brian Donlevy war, blieb (auch finanziell) außen vor.

Quatermass

Doch das mit einem Budget von 42.000 Pfund gedrehte Resultat konnte voll überzeugen. Nicht der die Hauptrolle des Professor Bernard Quatermass etwas prollig spielende Brian Donlevy hinterließ den stärksten Eindruck, sondern am meisten überzeugte Richard Wordsworth als Victor Carroon, der als einziger Astronaut einen Raketenabsturz in Berkshire überlebt hatte. Wer den nur sparsam geschminkten Wordsworth sieht, dem wird  durch dessen Mimik sofort klar, dass er nicht von dieser Welt ist…

Quatermass

Val Guest gelang es, mit simplen Effekten maximalen Horror zu verbreiten. Wenn Caroon mit voller Wucht auf einen Kaktus haut, wird klar, dass hier einiges nicht in Ordnung ist. Auch das Alien-Monster, in das sich der Astronaut am Ende des Films verwandelt, verbreitet sehr viel mehr Schrecken, als aufgrund seiner recht billig zusammengeschusterten Machart eigentlich zu erwarten war.

Quatermass

In den USA lief der Film unter dem Titel Shock, der auch bei uns als Schock übernommen wurde.

Quatermass

Bereits zwei Jahre später entstand der zweite Quatermass-Film, als Vorlage diente die Fortsetzung der BBC-Serie und erneut führte Guest Regie, der diesmal das Drehbuch gemeinsam mit Nigel Kneale schrieb. Ebenfalls wieder dabei war Brian Donlevy.

Quatermass

Der US-Amerikaner war in Hollywood ein beliebter Darsteller für elegante Schurken, z. B. in Cecil B. deMilles Eisenbahn-Western Union Pacific. 1965 spielte Donlevy in Großbritannien die Hauptrolle im Horror-Film The Curse of the Fly, der mehr schlecht als recht den Klassiker Die Fliege fortsetzte.

Quatermass

In Quartermass 2 ist Donlevy recht überzeugend als Professor Quatermass von der “britischen Raumfahrtbehörde“. In dieser Funktion ist er ziemlich erstaunt, als er in einer abgelegenen Gegend in voller Größe den Nachbau einer von ihm geplanten Anlage zur Besiedlung fremder Welten entdeckt. Seltsame Soldaten verjagen ihn, doch Quatermass untersucht die Sache gemeinsam mit seinem Verbündeten Inspector Lomax, den diesmal John Longden anstelle von Jack Warner spielt.

Quatermass

Quatermass und Lomax entdecken, dass ein komplettes Dorf von Außerirdischen kontrolliert und gesteuert wird. Quartermass 2 erhielt bei uns den etwas seltsamen Titel Feinde aus dem Nichts. Auch diesmal gibt es wieder sehr simpel getrickste, aber erstaunlich furchterregende, diesmal sehr viel größere Außerirdische zu bestaunen.

Quatermass

Das Resultat ist nicht nur ein Science-Fiction-Film über eine außerirdische Invasion, sondern zugleich auch ein Prototyp der typischen britischen Form von Verschwörungs-Geschichten, wie sie in englischen TV-Serien wie Mit Schirm, Charme und Melone oder Nummer 6 gerne erzählt werden. Nahezu zeitgleich drehte Val Guest auch noch den ebenfalls auf einer von Nigel Kneale geschriebenen Film Yeti, der Schneemensch mit Peter Cushing.

Quatermass

Der dritte Film sollte eigentlich gleich 1958 nach der Ausstrahlung der BBC-Serie  Quatermass and the Pit entstehen. Doch erst nach einer knapp 10-jährigen Pause startete die Produktion zu einer Zeit, als sich Hammer als Lieferant von stilvollen farbigen Thrillern etabliert hatte. Die beiden Hauptdarsteller Andrew Keir und Barbara Shelley traten bereits ein Jahr zuvor in Blut für Dracula neben einem erstaunlich stummen Christopher Lee auf.

Quatermass

Diesmal stand mit 275.000 Pfund ein sehr viel höheres Budget zur Verfügung, was sich in aufwändigen Bauten niederschlug. So wurden große Teile der fiktiven Londoner U-Bahn-Station Hobbs End in der ein uraltes Ufo gefunden wird, in den MGM Borehamwood Studios errichtet. Das Budget fürs Monster-Design hingegen war eher limitiert, was dank Farbe und Breitwand etwas unangenehm auffiel.

Quatermass

Die Rieseninsekten wirken wie Pappmaché-Basteleien aus dem Kindergarten und die große Teufels-Silhouette am Ende überzeugt auch nur bedingt. Doch die spannende Inszenierung von Roy Ward Baker (Dr. Jekyll und Sister Hyde), die beim Dreh immer ernst bleibenden Darsteller und einige psychedelische Farbspielereien sprechen für den Film.

Quatermass

Somit ist auch der dritte Kinoauftritt von Quartermass wieder ein Musterbeispiel dafür, wie mit Fantasie und Sorgfalt für kleines Geld großer Schrecken verbreitet werden kann.

Quatermass

Bei uns erhielt der Film den halbwegs passenden Titel Das grüne Blut der Dämonen. Die Quatermass-Trilogie erschien 2003 innerhalb der Hammer-Edition von e-m-s als DVD 07, 19 und 20 vor. Die Veröffentlichung wurde mit Booklets und interessanten Extras sehr liebevoll aufgemacht, ist aber leider schon lange vergriffen. Mittlerweile gibt es teilweise auch als recht hochpreisige Blu-ray-Editionen der Filme.

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